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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

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  • Wolfsjagd in Schweden vorerst gestoppt – Referenzwert steigt auf 220 Wölfe

    Wolfsjagd in Schweden vorerst gestoppt – Referenzwert steigt auf 220 Wölfe

    Schweden muss seine Pläne zur Wolfsjagd neu aufstellen. Nach einer Entscheidung des Berufungsgerichts in Sundsvall und anhaltender Kritik aus Brüssel reicht der bislang gemeldete Referenzwert von 170 Wölfen nicht mehr aus. Künftig soll für Schweden ein nationaler Wert von 220 Tieren für einen günstigen Erhaltungszustand gelten. Ob die für 2026 geplante Entnahme von 48 Wölfen tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt nun davon ab, wie hoch der Bestand tatsächlich ist und welche regionalen Mindestbestände festgelegt werden.

    Gericht stoppt Wolfsjagd und stellt bisherige Planung infrage

    Auslöser für die aktuelle Entwicklung war eine Entscheidung des Berufungsgerichts in Sundsvall. Das Gericht bestätigte den Stopp der geplanten Wolfsjagd, nachdem mehrere Provinzialverwaltungen gegen die vorherige Entscheidung vorgegangen waren. Naturschutzverbände hatten insbesondere kritisiert, dass die schwedische Regierung den Referenzwert von 170 Wölfen ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage angesetzt habe. Damit ist vorerst klar: Die bisherige Jagdplanung kann nicht einfach wie vorgesehen umgesetzt werden.

    Dabei ist wichtig, zwischen dem Urteil und der wissenschaftlichen Bewertung der Bestandszahlen zu unterscheiden. Das Gericht hat nach den vorliegenden Angaben nicht selbst festgestellt, dass 170 Wölfe wissenschaftlich falsch und 220 Tiere dagegen zwingend richtig seien. Entscheidend ist vielmehr, dass die bisherige Planung rechtlich nicht ausreichend abgesichert war. Schweden muss deshalb seine Grundlage für künftige Abschüsse neu prüfen und nachvollziehbar begründen.

    Im Hintergrund steht die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Der Wolf fällt weiterhin unter europäische Schutzvorgaben, und für Eingriffe in eine geschützte Population gelten besondere Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass eine Entnahme den günstigen Erhaltungszustand der Population nicht gefährdet. Genau an diesem Punkt wird künftig die Frage hängen, wie viele Wölfe Schweden tatsächlich zum Abschuss freigeben kann.

    Auch die EU-Kommission hatte Zweifel am niedrigen schwedischen Referenzwert angemeldet. Ein Vertreter der Kommission bestätigte gegenüber Agra Europe den Eingang der neuen schwedischen Meldung mit einem Wert von 220 Wölfen. Ob damit sämtliche Bedenken aus Brüssel ausgeräumt sind, ist allerdings noch offen. Die EU überlässt die Festlegung solcher nationalen Referenzwerte grundsätzlich den Mitgliedstaaten, erwartet dabei aber eine wissenschaftliche Grundlage und die Einhaltung der gemeinsam vereinbarten europäischen Methodik.

    220 Wölfe sind keine automatische Jagdgrenze

    Der neue Wert von 220 Tieren bedeutet nicht, dass Schweden künftig automatisch jeden Wolf oberhalb dieser Grenze abschießen darf. Es handelt sich zunächst um einen nationalen Referenzwert für die Bewertung des günstigen Erhaltungszustands. Wie viele Wölfe tatsächlich entnommen werden dürfen, hängt zusätzlich von den regionalen Beständen und der konkreten Ausgestaltung der Jagdplanung ab. Genau deshalb sollen nun neue Mindestwerte für die einzelnen Managementgebiete festgelegt werden.

    Die schwedische Regierung hat die zuständige Umweltschutzbehörde beauftragt, gemeinsam mit den Provinzialverwaltungen neue regionale Mindestbestände zu entwickeln. Diese Zahlen sollen spätestens bis zum 1. Oktober vorliegen. Für jedes der drei Managementgebiete soll anschließend feststehen, wie viele Wölfe auch nach einer möglichen Jagd mindestens vorhanden sein müssen. Erst auf dieser Grundlage kann eine zukünftige Lizenzjagd rechtlich und biologisch belastbarer geplant werden.

    Für den bereits vorgesehenen Abschuss von 48 Wölfen im Jahr 2026 bedeutet das zunächst Unsicherheit. Die geplante Zahl ist damit nicht automatisch endgültig vom Tisch, sie kann aber auch nicht einfach unverändert übernommen werden. Entscheidend wird sein, ob der tatsächliche Bestand und seine regionale Verteilung genügend Spielraum für eine Entnahme lassen. Die Wolfsjagd selbst ist also nicht grundsätzlich beendet, ihre bisherige Grundlage muss jedoch neu berechnet und rechtssicher begründet werden.

    Regierung hält an kleinerer Wolfspopulation fest

    Politisch hat sich an der grundsätzlichen Richtung der schwedischen Regierung offenbar wenig geändert. Landwirtschaftsminister Peter Kullgren hält nach den vorliegenden Angaben weiterhin an dem Ziel fest, die Wolfspopulation des Landes zu verkleinern. Für den schwedischen Anteil der grenzüberschreitenden Population nennt er eine Größenordnung von 100 Tieren als kleinste überlebensfähige Population. Dabei handelt es sich jedoch um eine politische Zielvorstellung und nicht automatisch um die derzeit rechtlich maßgebliche Untergrenze.

    Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen politischem Wunsch und rechtlich zulässiger Jagdplanung. Eine Regierung kann eine kleinere Wolfspopulation anstreben, muss dabei aber weiterhin die europäischen Schutzvorgaben einhalten. Der neue Referenzwert von 220 Tieren dürfte deshalb bei künftigen Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen. Ob Schweden langfristig deutlich darunter gelangen kann, ist damit keineswegs entschieden.

    Streit über die Fennoskandien-Population

    Zusätzlich will Schweden sein Wolfsmanagement künftig stärker mit Norwegen und Finnland abstimmen. Hintergrund ist die grenzüberschreitende Wolfspopulation in Fennoskandien, deren Tiere sich nicht an nationale Grenzen halten. Eine gemeinsame Betrachtung könnte deshalb sinnvoller sein, als wenn jedes Land ausschließlich auf die Zahl der Wölfe innerhalb seines eigenen Staatsgebiets schaut. Wie diese Zusammenarbeit konkret ausgestaltet werden soll, ist bislang jedoch noch nicht abschließend geklärt.

    Auch innerhalb Schwedens bleibt der Streit über die richtige Populationsgröße bestehen. Der kleinere schwedische Jägerverband JRF kritisierte den höheren Referenzwert von 220 Wölfen. Der größere Jagdverband SJF äußerte sich dazu nach den vorliegenden Informationen bislang nicht. Während Naturschutzverbände den bisherigen Wert von 170 Wölfen für wissenschaftlich unzureichend hielten, ist Teilen der Jägerschaft bereits der neue Wert zu hoch.

    Schluss

    Die Wolfsjagd in Schweden ist damit keineswegs grundsätzlich beendet. Gestoppt wurde zunächst die bisherige Planung, weil ihre rechtliche und wissenschaftliche Grundlage nicht ausreichte. Nun müssen neue regionale Mindestbestände festgelegt werden, bevor sich belastbar sagen lässt, wie viele Wölfe 2026 tatsächlich geschossen werden dürfen. Der politische Wunsch nach einer kleineren Wolfspopulation bleibt bestehen – ob und wie weit Schweden diesen unter den geltenden Schutzvorgaben umsetzen kann, wird sich erst mit der neuen Jagdplanung zeigen.

    Quellen

  • Zwölf Löwenbabys im Zoo Dortmund: Zuri und Saba ziehen Nachwuchs gemeinsam auf

    Zwölf Löwenbabys im Zoo Dortmund: Zuri und Saba ziehen Nachwuchs gemeinsam auf

    Im Zoo Dortmund sind zwölf Löwenbabys geboren worden. Die beiden fünfjährigen Schwestern Zuri und Saba brachten innerhalb von drei Tagen ihren ersten Nachwuchs zur Welt: Zuri bekam am 28. Juli fünf Jungtiere, Saba folgte am 31. Juli mit sieben weiteren. Nach Angaben des Zoos entwickeln sich die Jungtiere und ihre Mütter gut.

    Zwei Würfe, eine gemeinsame Aufzucht

    Besonders an dem Dortmunder Nachwuchs ist die gemeinsame Aufzucht durch die beiden Löwinnen. Zuri und Saba säugen nicht nur ihre jeweils eigenen Jungtiere, sondern auch den Nachwuchs der Schwester. Ein solches Verhalten ist auch aus freilebenden Löwenrudeln bekannt, in denen Weibchen bei der Versorgung der Jungtiere zusammenwirken. Für den Zoo ist es zugleich der erste Nachwuchs, seit die beiden Löwinnen und der sechsjährige Vater Boeti dort leben.

    Die Jungtiere verbringen den größten Teil des Tages mit ihren Müttern in geschützten Wurfboxen hinter den Kulissen des Löwenhauses. Die Rückzugsbereiche können von den Löwinnen jederzeit aufgesucht werden und sollen den Familien Ruhe und Sicherheit bieten. Erste kurze Ausflüge aus den Boxen haben die Jungtiere nach Angaben des Dortmunder Zoos bereits unternommen. Gelegentlich bleiben sie auch allein zurück, während eine der Löwinnen den Eingang bewacht. Das Zooteam hält sich dabei möglichst im Hintergrund, um unnötige Störungen zu vermeiden.

    Löwenhaus bleibt vorerst geschlossen

    Für Besucher bleibt das Löwenhaus weiterhin geschlossen. Damit sollen unnötige Unruhe und Lärm in der sensiblen ersten Aufzuchtphase vermieden werden. Auch das Zooteam hält sich möglichst im Hintergrund, weshalb die Geschlechter der Jungtiere bislang noch nicht bestimmt wurden. Eine tierärztliche Untersuchung soll erfolgen, sobald sich bei den beiden Erstlingsmüttern mehr Routine eingestellt hat.

    Der Vater Boeti ist dagegen meist auf den Außenanlagen des Löwenhauses zu sehen. Nach Angaben des Zoos wurde er von den beiden Löwinnen getrennt, als sich abzeichnete, dass sie sich mit ihren Jungtieren zunehmend zurückzogen. Einen Termin für die erste öffentliche Präsentation der Jungtiere gibt es derzeit nicht. Die Besucher müssen daher weiterhin abwarten, wann die jungen Löwen erstmals zu sehen sein werden.

    Nicht alle Jungtiere können in Dortmund bleiben

    Die zwölf Geburten sorgen in Dortmund für große Freude, stellen den Zoo aber auch vor eine konkrete Planungsfrage. Das Löwengehege bietet nach Angaben der Stadt nicht genügend Platz, um den gesamten Nachwuchs dauerhaft aufzunehmen. Deshalb steht bereits fest, dass einige der Tiere später an andere Zoos abgegeben werden müssen. Die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere bleibt dennoch zunächst im Mittelpunkt.

    Der WDR berichtete zudem, dass im Vorfeld über den möglichen Umgang mit kranken oder nicht angenommenen Jungtieren gesprochen worden war. Die Stadt Dortmund wies Befürchtungen zurück, wonach die Babys vorsorglich eingeschläfert werden könnten. Im Fall notwendiger Entscheidungen sollen die geltenden gesetzlichen Grundlagen maßgeblich sein; bei schwerwiegenden tiermedizinischen Fragen wurde außerdem ein Ethikrat als mögliche Instanz genannt. Aktuell steht jedoch die erfolgreiche Versorgung der zwölf Jungtiere und die notwendige Ruhe für Zuri und Saba im Mittelpunkt.

    Quellen

  • „Männliche Verstärkung“ im Zoo in Gelsenkirchen: Fans mussten lange auf ihn warten

    „Männliche Verstärkung“ im Zoo in Gelsenkirchen: Fans mussten lange auf ihn warten

    Viele Fans haben lange auf einen neuen Löwenkater gewartet: Am 21. August ist der knapp zwölfjährige Max aus dem niederländischen Zooparc Overloon in die Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen eingezogen. Der Zoo stellte den Neuzugang auf seiner Startseite als neuen männlichen Bewohner der Löwenanlage vor. Der Transfer erfolgt im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) und soll dazu beitragen, eine genetisch gesunde Population zu fördern.

    Für die Löwenanlage bedeutet der Einzug die Rückkehr eines männlichen Tieres. Im April war der 14-jährige Löwe Bantu nach gesundheitlichen Problemen eingeschläfert worden. Bantu galt als beliebter Bewohner der Zoom Erlebniswelt, sein Tod hatte bei vielen Besuchern und in der Online-Community für Anteilnahme gesorgt. Max soll perspektivisch mit den Löwinnen Lizzy und Fiona zusammengeführt werden; bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Tiere aneinander gewöhnen.

    Max kommt aus einer Männergruppe in Overloon

    Max lebte im Zooparc Overloon zuletzt mit seinen drei Brüdern in einer reinen Männergruppe. Nach Angaben der Zoom Erlebniswelt plant der niederländische Zoo künftig den Aufbau einer Zuchtgruppe. Im Rahmen des EEP soll deshalb nur einer der Brüder in Overloon für die geplante Zuchtgruppe bleiben, während die anderen Tiere in andere Zoos wechseln. Max ist für den Standort Gelsenkirchen vorgesehen, wo er später mit Lizzy und Fiona zusammengeführt werden soll.

    Das EEP koordiniert innerhalb der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) Erhaltungszuchtprogramme für bestimmte Tierarten oder Populationen. Dabei geht es um die langfristige Zusammensetzung genetisch möglichst vielfältiger Bestände. Für die einzelnen Programme gibt es Empfehlungen zu Paarungen und Tiertransfers zwischen Zoos. Eine konkrete Paarungsentscheidung für Max und die beiden Löwinnen ist damit noch nicht belegt.

    Kennenlernen beginnt nach der Quarantäne

    Max durchläuft zunächst die für Neuzugänge vorgesehene Quarantäne. In dieser Zeit wird er tierärztlich untersucht und beobachtet, bevor ein direkter Kontakt mit den bereits im Zoo lebenden Tieren möglich ist. Die Quarantäne dient der gesundheitlichen Absicherung des Neuzugangs und des bestehenden Bestands. Für Besucher dürfte der Kater deshalb zunächst voraussichtlich nicht zu sehen sein.

    Nach der Untersuchung ist eine schrittweise Annäherung vorgesehen. Max und die beiden Löwinnen sollen sich zunächst geschützt über Gitterschieber kennenlernen. Dabei können die Tiere Geruch und Verhalten des jeweils anderen wahrnehmen, ohne sofort gemeinsam im Gehege zu sein. Erst wenn diese Phase erfolgreich verläuft, kommt ein direkter Zusammenschluss infrage.

    Der Einzug bringt damit zunächst vor allem eine Veränderung für die Löwenanlage: Wieder lebt dort ein männlicher Löwe, während die weiteren Schritte von der gesundheitlichen Untersuchung und dem Verhalten der Tiere abhängen. Ob Max später tatsächlich mit Lizzy und Fiona vergesellschaftet wird und ob daraus eine Zuchtperspektive entsteht, bleibt offen. Besucher sollten daher nicht mit einer sofortigen gemeinsamen Sichtung rechnen.

    Quellen

  • Zoo Karlsruhe: Kurzkrallenotter Torben nach schweren Zahnproblemen eingeschläfert

    Zoo Karlsruhe: Kurzkrallenotter Torben nach schweren Zahnproblemen eingeschläfert

    Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe musste seinen fast 16 Jahre alten Kurzkrallenotter Torben einschläfern. Der Otter hatte zuletzt zunehmend schlecht gefressen. Bei einer tierärztlichen Untersuchung wurden massive Zahnprobleme sowie Veränderungen am Kiefer festgestellt. Für die neun Jahre alte Otter-Dame Tabea bedeutet der Tod ihres langjährigen Partners zunächst, dass sie allein auf der Anlage lebt.

    Torben lebte seit 2012 im Zoo Karlsruhe

    Torben wurde im Tierpark und Tropen-Aquarium Hagenbeck geboren und kam 2012 nach Karlsruhe. Damit verbrachte er rund 14 Jahre seines Lebens im Zoologischen Stadtgarten. Mit fast 16 Jahren hatte der Kurzkrallenotter ein vergleichsweise hohes Alter erreicht. In freier Wildbahn liegt die Lebenserwartung dieser Otterart häufig bei etwa zehn bis 15 Jahren.

    Nach Angaben des Zoos hatte Torben zuletzt nur noch schlecht gefressen. Eine Untersuchung offenbarte erhebliche Probleme im Bereich der Zähne und des Kiefers. Das tierärztliche Team entschied daraufhin, den Otter einzuschläfern, um ihm weiteres Leiden zu ersparen. Nähere Angaben dazu, wie lange die Beschwerden bereits bestanden oder welche Behandlungsmöglichkeiten geprüft wurden, veröffentlichte der Zoo bislang nicht.

    Torben und Tabea lebten bereits seit vielen Jahren gemeinsam in Karlsruhe. Schon 2021 stellte der Zoo beide Tiere öffentlich als Paar vor. Mit Torbens Tod endet damit eine langjährige gemeinsame Haltung. Gleichzeitig muss für Tabea nun eine neue soziale Lösung gefunden werden.

    Zoo Karlsruhe sucht neuen Partner für Tabea

    Tabea ist neun Jahre alt und soll nach Angaben des Zoos nicht dauerhaft allein bleiben. Kurzkrallenotter sind ausgeprägt soziale Tiere und leben gewöhnlich paarweise oder in Familiengruppen. Der Zoologische Stadtgarten will deshalb möglichst bald einen geeigneten neuen Partner für die Otter-Dame finden.

    Die Suche erfolgt in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Dabei kann nicht einfach irgendein verfügbares Tier nach Karlsruhe gebracht werden. Alter, Geschlecht, Herkunft, genetische Verwandtschaft und die langfristige Zuchtplanung innerhalb der europäischen Zoopopulation müssen berücksichtigt werden. Wann ein geeigneter Kurzkrallenotter zur Verfügung steht, lässt sich deshalb derzeit nicht konkret sagen.

    Der Zoo Karlsruhe will seine Kurzkrallenotterhaltung nach Torbens Tod ausdrücklich fortsetzen. Entscheidend wird nun sein, welches Tier vom koordinierten Zuchtprogramm als geeigneter Partner für Tabea empfohlen wird. Bis eine entsprechende Vermittlung erfolgt, bleibt sie zunächst allein auf der Anlage.

    Kurzkrallenotter gelten als gefährdet

    Der Kurzkrallenotter ist in weiten Teilen Süd- und Südostasiens verbreitet. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art auf ihrer Roten Liste als gefährdet. Zu den wesentlichen Bedrohungen zählen der Verlust geeigneter Lebensräume, die Verschmutzung von Gewässern sowie illegale Jagd und Handel.

    Europäische Zoos koordinieren ihre Bestände deshalb über ein Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria. Ziel ist es unter anderem, eine genetisch möglichst stabile Reservepopulation zu erhalten und zu starke Verwandtschaft zwischen den gehaltenen Tieren zu vermeiden. Welche Bedeutung die einzelne Population langfristig für den Artenschutz besitzt, hängt dabei von der Zusammenarbeit zahlreicher zoologischer Einrichtungen ab.

    Für Karlsruhe steht nach Torbens Tod jedoch zunächst Tabea im Mittelpunkt. Sobald ein genetisch und sozial geeigneter Partner gefunden wurde, könnte auf der Anlage wieder eine Paarhaltung entstehen. Eine konkrete zeitliche Zusage dafür gibt es bislang nicht.

    Quellen

  • Kulan-Hengst Mushu aus Berlin verstärkt Erhaltungszucht im Zoo Rostock

    Kulan-Hengst Mushu aus Berlin verstärkt Erhaltungszucht im Zoo Rostock

    Der zweijährige Kulan-Hengst Mushu ist am 10. August aus dem Tierpark Berlin in den Zoo Rostock umgezogen. Dort soll er künftig mit den Rostocker Stuten für Nachwuchs sorgen und die Erhaltungszucht des gefährdeten Asiatischen Wildesels unterstützen. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) hat den Hengst dem Zoo Rostock gezielt zugeteilt, weil er genetisch hervorragend zu den dort lebenden Weibchen passt.

    Mushu wird schrittweise in die Herde integriert

    Nach seiner Ankunft verbrachte Mushu zunächst einige Tage im Stall und im Vorgehege. So konnte er die bereits im Zoo lebenden Tiere sehen und sich an die neue Umgebung gewöhnen, ohne unmittelbar in die Herde integriert zu werden. Anschließend durfte er gemeinsam mit den Kulan-Stuten und einem Junghengst die Außenanlage erkunden. Der Neuzugang ist dort inzwischen auch für Besucher zu sehen.

    Zoo-Kuratorin Daniela Lahn beschreibt die Zusammenführung als besonders sensiblen Vorgang. Das Pflegerteam müsse darauf achten, dass sich die Tiere nicht verletzen und die Herde Schritt für Schritt zueinanderfindet. Nach der Eingewöhnung unter den Artgenossen soll Mushu außerdem mit den Yaks vergesellschaftet werden, die sich bereits seit vielen Jahren die weitläufige Anlage mit den Kulanen teilen. Weitere Informationen zum Zoo Rostock finden Leser auch im Bericht über den Landeszootag in Mecklenburg-Vorpommern.

    Drei Stuten im Rostocker Bestand – unterschiedliche Zuchtperspektiven

    Im Zoo Rostock leben derzeit drei Kulan-Stuten. Das älteste Weibchen ist mit 31 Jahren bereits zu alt für eine Zucht, während die beiden jüngeren Stuten grundsätzlich als mögliche Partnerinnen für Mushu infrage kommen. Der Zoo verfolgt nach Angaben von Daniela Lahn das Ziel, gesunde Fohlen aufzuziehen und damit einen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Wildesel zu leisten.

    Ob und wann es zu einer erfolgreichen Zucht kommt, hängt jedoch von der weiteren Entwicklung der Herde, der Verträglichkeit der Tiere und einer erfolgreichen Paarung ab. Die schrittweise Zusammenführung schafft zunächst die Voraussetzungen dafür, dass Mushu sich dauerhaft in der Gruppe etabliert. Erst danach kann sich zeigen, ob eine konkrete Zuchtperspektive entsteht. Die EEP-Zuteilung eröffnet damit eine Möglichkeit, ersetzt aber nicht die notwendige Eingewöhnung und das natürliche Sozialverhalten der Tiere.

    Erhaltungszucht als Reserve für den Artenschutz

    Der Kulan trägt den wissenschaftlichen Namen *Equus hemionus kulan* und ist eine Unterart des Asiatischen Wildesels. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt ihn als stark gefährdet. Als wesentliche Ursachen für den Rückgang in den Steppen Zentralasiens gelten Wilderei, Bejagung und der Verlust geeigneter Lebensräume.

    Für den in Rostock geplanten Nachwuchs gibt es derzeit kein konkretes Auswilderungsprojekt. Erhaltungszuchtprogramme sollen dennoch langfristig genetisch vielfältige und gesunde Bestände in menschlicher Obhut sichern. Im EEP werden Zuchtentscheidungen zwischen teilnehmenden Einrichtungen abgestimmt; im vorliegenden Fall wurde Mushu dem Zoo Rostock wegen seiner genetischen Passung zu den dortigen Weibchen zugeteilt. Welche konkreten weiteren Kriterien oder Voraussetzungen für spätere Wiederansiedlungen gelten, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Deshalb lässt sich die Funktion des EEP hier auf die koordinierte Haltung und Zucht sowie den Erhalt einer gesunden Reservepopulation begrenzen. Damit entsteht eine mögliche Grundlage für spätere Schutzmaßnahmen oder Wiederansiedlungen, falls die Bedingungen in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten dies künftig zulassen. Auch die Hitzeschutzmaßnahmen im Zoo Rostock zeigen, wie die Einrichtung ihre Tierhaltung an die jeweiligen Bedingungen anpasst.

    Quellen

  • Ponyreiten Kaiserslauterer Kerwe: Erneut Streit um ein mögliches Verbot

    Ponyreiten Kaiserslauterer Kerwe: Erneut Streit um ein mögliches Verbot

    Das Ponyreiten auf der Kaiserslauterer Kerwe steht erneut in der Kritik. Nach mehreren Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren gibt es offenbar einen neuen Vorstoß, das Angebot dauerhaft von der Kerwe zu verbannen. Am 4. Juni machten Aktivisten bei einer Protestaktion vor dem sogenannten „Reitpalast“ deutlich, dass sie das Ponyreiten grundsätzlich ablehnen. Konkrete veterinärmedizinische Beanstandungen oder behördlich festgestellte Verstöße gegen Tierschutzvorgaben werden in der vorliegenden Berichterstattung jedoch nicht genannt.

    Der „Reitpalast“ befindet sich mitten im klassischen Kerwebetrieb zwischen Essensständen und weiteren Fahr- und Unterhaltungsgeschäften. Im normalen Veranstaltungsbetrieb scheint das Ponyreiten nach der vorliegenden Darstellung wenig Aufsehen zu erregen. Größere Auseinandersetzungen oder Zwischenfälle werden nicht beschrieben. Erst durch die Protestaktion rückte der Betrieb erneut öffentlich in den Mittelpunkt.

    Neue Verbotsforderung in einer alten Debatte

    Die aktuelle Diskussion ist keineswegs neu. Bereits in den vergangenen Jahren gab es in Kaiserslautern Forderungen, das Ponyreiten auf der Kerwe zu untersagen. Proteste und politische Vorstöße haben das Thema mehrfach auf die Tagesordnung gebracht. Trotzdem konnte das Angebot bislang weitergeführt werden.

    GERATI berichtete bereits 2020 im Beitrag „Tierrechtler erleiden Niederlage – Ponyreiten bleibt erlaubt“ über eine frühere Auseinandersetzung. Damals setzte sich die Forderung nach einem Ende des Ponyreitens nicht durch. Damit zeigt sich, dass die aktuelle Debatte Teil eines bereits seit Jahren bestehenden Konflikts ist. Neu ist vor allem, dass nun erneut versucht wird, politischen oder öffentlichen Druck auf das Angebot auszuüben.

    Unklar bleibt allerdings, wer den aktuellen Vorstoß konkret eingebracht hat und welches Gremium oder welche Behörde darüber entscheiden soll. Auch ein konkreter Antragstext oder ein verbindlicher Zeitplan für eine Entscheidung werden in der vorliegenden Berichterstattung nicht genannt. Damit lässt sich derzeit nicht beurteilen, wie weit das Verfahren tatsächlich fortgeschritten ist. Von einem bereits beschlossenen Verbot kann jedenfalls keine Rede sein.

    Protest ersetzt keinen Nachweis eines Tierschutzverstoßes

    Die Protestaktion vom 4. Juni machte die Position der beteiligten Aktivisten sichtbar. Sie lehnen den Einsatz von Ponys im Rahmen der Kerwe ab und fordern offenbar eine Beendigung des Angebots. Eine solche politische oder gesellschaftliche Forderung ist legitim, sie ersetzt jedoch nicht die Frage, ob tatsächlich Verstöße gegen geltende Tierschutzvorschriften vorliegen. Genau hierzu liefert die vorliegende Berichterstattung keine konkreten Feststellungen.

    Weder veterinärmedizinische Gutachten noch behördliche Beanstandungen oder dokumentierte Verstöße werden genannt. Damit fehlt bislang ein konkreter Hinweis darauf, dass der Betreiber gegen geltendes Tierschutzrecht verstoßen hätte. Auch aus einer Demonstration vor dem Betrieb lässt sich ein solcher Verstoß selbstverständlich nicht ableiten. Entscheidend wäre vielmehr, was zuständige Veterinärbehörden bei Kontrollen tatsächlich feststellen.

    Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Soll ein Angebot verboten werden, weil Aktivisten diese Form der Tiernutzung grundsätzlich ablehnen, oder weil nachweisbare Missstände bestehen? Für eine sachliche Entscheidung müsste genau zwischen diesen beiden Ebenen unterschieden werden. Politischer Druck allein kann eine fachliche Bewertung der Tierhaltung nicht ersetzen. Maßstab sollten überprüfbare Tatsachen und die geltenden gesetzlichen Vorgaben sein.

    Politischer Druck statt konkreter Beanstandungen?

    Für die Betreiber bedeutet die erneute Diskussion dennoch zusätzliche Unsicherheit. Selbst wenn bislang keine konkreten Tierschutzverstöße genannt werden, kann eine dauerhaft geführte Verbotsdebatte Auswirkungen auf Veranstalter und politische Entscheidungsträger haben. Gerade bei kontrovers diskutierten Tierangeboten entsteht schnell öffentlicher Druck, selbst wenn die zuständigen Behörden keine Verstöße festgestellt haben. Ob dies auch in Kaiserslautern letztlich Einfluss auf die Entscheidung haben wird, ist derzeit offen.

    Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Debatte erneut stark um die grundsätzliche Existenz des Ponyreitens dreht. Eine konkrete Diskussion über festgestellte Missstände, verletzte Tiere oder behördliche Auflagen findet in den bislang bekannten Informationen kaum statt. Stattdessen steht erneut die Forderung nach einem vollständigen Ende des Angebots im Mittelpunkt. Das spricht zumindest dafür, dass es hier nicht ausschließlich um einzelne Haltungsbedingungen geht, sondern um eine grundsätzlichere Auseinandersetzung über die Nutzung von Tieren auf Volksfesten.

    Einen weiteren Überblick über die Entwicklung bietet der GERATI-Bericht zum Ponyreiten in Kaiserslautern. Auch dort wird deutlich, dass die Diskussion um das Ponyreiten in Kaiserslautern bereits länger geführt wird. Der aktuelle Vorstoß reiht sich damit in eine wiederkehrende Auseinandersetzung ein. Ob daraus diesmal tatsächlich ein Verbot entsteht, bleibt abzuwarten.

    Fazit

    Wer ein Verbot des Ponyreitens fordert, sollte dafür mehr vorlegen können als eine grundsätzliche Ablehnung dieser Form der Tiernutzung. Entscheidend müssen konkrete Zustände vor Ort, behördliche Kontrollen und nachweisbare Verstöße gegen Tierschutzvorgaben sein. Solche konkreten Beanstandungen werden in der derzeit bekannten Berichterstattung jedoch nicht genannt. Solange dies so bleibt, ist die aktuelle Verbotsforderung vor allem eine politische beziehungsweise aktivistische Forderung und noch kein Beleg dafür, dass das Ponyreiten auf der Kaiserslauterer Kerwe tierschutzrechtlich unzulässig wäre.

    Quellen

  • End of Speciesism: Warum die Kampagne die Hobby-Jagd grundsätzlich infrage stellt

    End of Speciesism: Warum die Kampagne die Hobby-Jagd grundsätzlich infrage stellt

    Die internationale Kampagne „End of Speciesism“ verbindet ethische Forderungen nach einem anderen Rechtsstatus für Tiere mit Kritik an der Hobby-Jagd. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Wildtiere weiterhin als jagdlich bewirtschaftbare Bestände oder als einzelne fühlende Lebewesen betrachtet werden sollen. Die Kampagne ruft zur Teilnahme am Welttag für das Ende des Speziesismus auf; die vorliegenden Angaben nennen dafür den 29. August 2026, enthalten aber keine überprüfbare Quelle zur Datierung oder zu Veranstaltern. Ein Aktionstag am 11. November ist in den vorliegenden Angaben ebenfalls nicht belastbar belegt.

    Vom Eigentumsrecht zum individuellen Schutz

    „End of Speciesism“ fordert nach Darstellung der Kampagne einen neuen rechtlichen Status für Tiere. Nichtmenschliche Lebewesen sollen demnach nicht länger als Eigentum oder bloße Rechtsobjekte behandelt werden. Nach den vorliegenden Kampagnenangaben sollen ihre Interessen stärker berücksichtigt werden, statt sie im Konfliktfall automatisch hinter menschliche Nutzungsinteressen zurückzustellen. Die Forderung richtet sich damit gegen eine rechtliche Ordnung, in der Tiere vorrangig als Gegenstände menschlicher Nutzung behandelt werden.

    Diese Forderung lässt sich auch auf die Schweiz beziehen, wo kantonale Jagdgesetze den Umgang mit Wildtieren regeln. Die vorliegenden Angaben erlauben jedoch keine einheitliche abschließende Einordnung des Inhalts sämtlicher kantonaler Regelungen. Aus der Perspektive der Kampagne steht die Behandlung von Wildtieren als bewirtschaftbare Bestände im Gegensatz zur Betrachtung des einzelnen Tieres. Ein Reh oder ein Fuchs soll demnach nicht nur nach seinem Nutzen für menschliche oder ökologische Ziele beurteilt werden.

    Die ethische Argumentation unterscheidet sich damit deutlich von einer Bewertung einzelner Haltungsbedingungen, Jagdmethoden oder vermeidbarer Leiden. Die Kampagne kritisiert insbesondere die Hobby-Jagd, die Instrumentalisierung von Tieren und ihre Tötung zum menschlichen Verzehr. Eine solche Position steht in Spannung zu Regelungen, die Jagd unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen. Wie diese Spannung rechtlich konkret zu bewerten ist, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben nicht abschließend feststellen.

    Kritik an Jagd als Freizeitbeschäftigung

    Die Kampagne kritisiert die Begründung, die Hobby-Jagd könne pauschal als notwendiger Naturschutz gelten. Der Biologe und Zoologe Josef H. Reichholf kritisiert laut Deutschlandfunk Nova, dass Jagd Wildtiere scheuer mache und ihre Aktivität stärker in die Nacht verlagere. Dadurch werde die Beobachtung von Tieren erschwert; Reichholf bezweifelt außerdem, dass Jagd Wildbestände grundsätzlich wirksam reguliere. Zugleich räumt er ein, dass in einzelnen Regionen, etwa bei hohen Wildschweinbeständen und landwirtschaftlichen Konflikten, ein regulierender Eingriff erforderlich sein könne.

    Damit bietet Reichholfs Position keine pauschale Bestätigung der Forderung nach einer jagdfreien Zukunft. Sie stellt vielmehr die Frage, ob die jeweils eingesetzte Methode ein konkretes Problem tatsächlich löst. Die Kampagne bewertet die Nutzung und Tötung von Tieren zum menschlichen Verzehr sowie ihre Behandlung als Ressource kritisch. Eine weitergehende pauschale Aussage über jeden Zweck oder jede Form der Jagd lässt sich aus den vorliegenden Belegen nicht ableiten.

    Auch die Berufung auf Wildfleisch als nachhaltige Fleischquelle wird von den Kampagnenautoren zurückgewiesen. Die bereitgestellte Grundlage belegt jedoch nicht hinreichend, dass konkrete Angaben zu Blei und PFAS aus dem Originalbeitrag stammen. Deshalb werden diese Detailhinweise hier nicht als quellenbezogene Tatsache übernommen. Die ethische Kritik an der Gleichsetzung von Jagd, Nachhaltigkeit und unbedenklicher Ernährung bleibt davon unberührt.

    Der Streit um Luchs und Bestandsregulierung

    Ein konkreter Luchsfall im Wallis ist anhand der bereitgestellten Recherche nicht belastbar dokumentiert. Es gibt daher keine überprüfbare Grundlage für die Behauptung, die genetische Situation der Population sei kritisch oder eine Freigabe zum Abschuss werde erwogen. Eine behördliche Entscheidung, ein konkretes Bestandsgutachten oder ein rechtskräftiger Abschussentscheid liegt nicht vor. Der Wallis-Fall wird deshalb nicht als belegtes Beispiel für die tatsächliche Rechtslage dargestellt.

    Die Forderungen der Kampagne reichen über einzelne Abschussentscheidungen hinaus. Sie verlangen Bildungsangebote gegen Speziesismus und eine stärkere Berücksichtigung tierlicher Interessen in Umweltentscheidungen. Für die Jagd bedeutet das eine Verschiebung des Maßstabs. Nicht mehr allein Populationsgröße, mögliche Schäden oder jagdrechtliche Zuständigkeit sollen entscheidend sein, sondern auch das individuelle Interesse des Tieres.

    Der Konflikt ist deshalb nicht durch eine einzelne biologische Studie zu lösen. Selbst wenn eine Regulierung bestimmter Bestände lokal notwendig wäre, bliebe aus tierrechtlicher Sicht die Frage offen, ob und unter welchen Bedingungen Menschen dazu berechtigt sind, einzelne Tiere zu töten. Genau an diesem Punkt kollidiert die moralische Forderung nach dem Ende des Speziesismus mit einem Jagdrecht, das zwischen Schutz-, Nutzungs- und Regulierungszielen abwägt. Eine abschließende rechtliche oder biologische Bewertung des nicht belegten Wallis-Falls ist auf dieser Grundlage nicht möglich.

    Welcher Zweck rechtfertigt den Abschuss?

    Die Kampagne fordert damit keine bloße Reform einzelner Jagdmethoden, sondern eine Neubewertung des Verhältnisses zwischen Mensch und Wildtier. Ihre Argumentation stellt die Einordnung von Tieren als natürliche Ressource infrage. Für die praktische Diskussion bleibt die Trennung zwischen ethischer Grundsatzkritik und konkreter Wildtierverwaltung entscheidend. Die Forderung nach einer jagdfreien Zukunft beantwortet dabei nicht automatisch die Frage, wie konkrete Konflikte mit Landwirtschaft oder Verkehr gelöst werden sollen.

    Die Frage, ob die Hobby-Jagd moralisch akzeptabel ist, lässt sich nicht allein mit dem Hinweis auf Bestandsregulierung beantworten. Umgekehrt ersetzt die ethische Kritik keinen Nachweis, wie konkrete Konflikte gelöst werden können. Der Streit um die Kritik an der Hobby-Jagd bleibt deshalb vor allem ein Streit über den Maßstab. Soll der Schutz des einzelnen Tieres Vorrang haben, oder darf der Mensch weiterhin über Abschüsse entscheiden, wenn er dies mit ökologischen oder wirtschaftlichen Zielen begründet?

    Quellen

  • Deutscher Tierschutzbund fordert bundesweiten Stopp von Tiertransporten bei Hitze

    Deutscher Tierschutzbund fordert bundesweiten Stopp von Tiertransporten bei Hitze

    Der Deutsche Tierschutzbund fordert angesichts hoher Temperaturen ein bundesweites Verbot von Lebendtiertransporten während ausgeprägter Hitzeperioden. Anlass der Forderung sind neben der Wärme auch niedrige Wasserstände auf deutschen Flüssen: Wird dadurch mehr Güterverkehr auf die Straße verlagert, können zusätzliche Lastwagen und Staus die Fahrzeiten verlängern. Besonders betroffen seien Schweine, Schafe, Rinder und Geflügel, erklärt der Verband mit Sitz in Bonn; Hitze, Enge und lange Fahrzeiten könnten erheblichen Stress bedeuten und in Extremfällen tödlich enden. Die Forderung richtet sich an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger.

    Mehr Verkehr auf den Straßen verschärft die Transportgefahr

    Wegen niedriger Wasserstände auf deutschen Flüssen könnten mehr Waren per Lastwagen transportiert werden, wodurch sich die Staugefahr erhöht. Für beladene Tiertransporter sei das besonders problematisch, weil die Tiere während eines längeren Stillstands weiterhin der Wärme im Fahrzeug ausgesetzt blieben. Dadurch könne sich eine ohnehin belastende Fahrt weiter verlängern. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, warnt, an Autobahnen gebe es keine ausreichende Versorgung, wenn Tiertransporter stundenlang feststeckten.

    Der Tierschutzbund fordert deshalb, Lebendtiertransporte während einer extremen Hitzeperiode vorübergehend auszusetzen. Die Organisation arbeitet nach eigener Darstellung seit rund 30 Jahren zum Thema Tiertransporte und setzt sich gemeinsam mit ihrer europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals insbesondere für eine Begrenzung von Langzeittransporten ein. Die Forderung nach einem zeitlich begrenzten Stopp ist als politische Forderung des Verbandes einzuordnen und stellt keine behördliche Anordnung für einen konkreten Zeitraum dar.

    Verband nennt Bedingungen für unvermeidbare Fahrten

    Sollten Transporte nicht vollständig vermieden werden können, verlangt der Deutsche Tierschutzbund eine besonders sorgfältige Planung. Die Fahrten sollten möglichst kurz bleiben und in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Zusätzlich müsse die Ladedichte reduziert werden, damit die Tiere mehr Platz haben und die Wärmebelastung im Transportfahrzeug sinkt. Unvermeidbare Transporte sollen nach den Vorstellungen des Verbandes insgesamt so kurz und planbar wie möglich sein.

    Reiche die natürliche Belüftung bei den jeweiligen Außentemperaturen nicht aus, müsse ein Fahrzeug mit aktiver Kühlung eingesetzt werden. Eine ausreichende Wasserversorgung während der gesamten Fahrt sei jederzeit sicherzustellen. Auch Grenzkontrollstellen und Schlachthöfe müssten ihre Abläufe so organisieren, dass unnötige Wartezeiten vermieden werden. Damit nennt der Verband neben dem möglichen Verbot konkrete Bedingungen für Fahrten, die dennoch stattfinden.

    Nach der in der Berichterstattung wiedergegebenen rechtlichen Einordnung können nationale Transporte zu Schlachthöfen auf acht Stunden, bei Temperaturen über 30 Grad auf 4,5 Stunden begrenzt sein; im EU-Regelwerk gelten für bestimmte Tierarten längere zulässige Transportzeiten. Die vorhandenen Quellen nennen jedoch keine vollständige Darstellung aller Ausnahmen oder einheitlichen Verfahren für ein bundesweites Hitzeverbot. Die Forderung des Tierschutzbundes zielt daher auf eine weitergehende, kurzfristig geltende politische Regelung. Welche Stellen eine solche Regelung im Einzelnen anordnen und kontrollieren würden, bleibt in den vorliegenden Quellen offen.

    Hitze macht die Transportplanung zur entscheidenden Frage

    Die aktuelle Forderung richtet sich damit nicht nur gegen Transporte bei hohen Temperaturen, sondern auch auf deren praktische Rahmenbedingungen. Wetterentwicklung, Streckenführung, Verkehrslage, Versorgung und mögliche Verzögerungen müssten vor Fahrtbeginn realistisch berücksichtigt werden. Gerade zusätzliche Lastwagen und Staus können die ursprüngliche Planung verändern und längere Aufenthalte im Transportfahrzeug verursachen. Für die Tiere steigt dadurch das Risiko einer stärkeren Wärmebelastung.

    Für die Praxis bleibt offen, nach welchen objektiven Kriterien eine Hitzeperiode beginnt und endet und wie Ausnahmen einheitlich festgelegt und kontrolliert würden. Der Verband setzt für unvermeidbare Transporte auf kürzere Fahrten, geringere Belegdichten, aktive Kühlung und verlässliche Wasserversorgung. Eine politische Entscheidung über ein bundesweites Verbot ist damit nicht vorweggenommen. Im Mittelpunkt steht die Forderung, die Belastung der Tiere während extremer Hitze möglichst zu verhindern.

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  • PETA fordert erneut Ruhestand für Eintracht-Adler Attila – Verein hält bislang an Stadiontradition fest

    PETA fordert erneut Ruhestand für Eintracht-Adler Attila – Verein hält bislang an Stadiontradition fest

    Kurz vor dem Beginn der Bundesliga-Saison 2026/2027 fordert PETA erneut das Ende der Stadionauftritte von Attila, dem lebenden Maskottchen von Eintracht Frankfurt. Der Steinadler ist inzwischen 22 Jahre alt und wird seit der Saison 2006/2007 bei Heimspielen des Vereins eingesetzt. PETA sieht in Lärm, Menschenmengen, Transporten und der Präsentation des Greifvogels vermeidbare Belastungen. Eintracht Frankfurt weist den Vorwurf zurück und hält bislang an der Tradition fest.

    PETA kritisiert Lärm, Transporte und Präsentation

    PETA kritisiert, ein Adler werde regelmäßig in ein Stadion gebracht und dort angebunden vorgeführt; aus Sicht der Organisation sei dies kein artgerechter Umgang mit einem Greifvogel. PETA bezeichnet Attila als leidenden Vogel und fordert den Verein auf, ihn in den Ruhestand zu schicken. Als Ersatz schlägt die Organisation ein tierfreies Maskottchen vor, etwa eine Drohne oder ein Hologramm. Damit richtet sich die Kritik nicht nur gegen das Alter des Adlers, sondern grundsätzlich gegen den Einsatz eines lebenden Tieres in der Stadionumgebung.

    Die Forderung ist Teil einer wiederkehrenden Kampagne gegen den Einsatz lebender Tiere im Sport- und Unterhaltungsbereich. Auf seiner Themenseite ruft PETA zudem dazu auf, Spiele von Eintracht Frankfurt nicht zu besuchen, solange Attila im Stadion eingesetzt wird. Nach Angaben von PETA beginnt die neue Bundesligasaison am 28. August 2026; das erste Heimspiel der Eintracht soll demnach am 6. September stattfinden. PETA hatte bereits 2023 eine entsprechende Forderung an den Verein gerichtet.

    Eine aktuelle Bestätigung, Änderung oder Absage des Attila-Einsatzes für die Saison 2026/2027 ist in den vorliegenden Rechercheauszügen nicht dokumentiert. Belegt ist lediglich, dass Eintracht Frankfurt laut der PETA-Darstellung weiterhin bei Heimspielen auf den Adler setzen will, weil er an den Ablauf gewöhnt sei und Behörden keine Bedenken geäußert hätten. Ob der Verein den Einsatz nach der erneuten Forderung konkret anpasst, bleibt damit offen.

    Eintracht und Falkner widersprechen dem Tierquälerei-Vorwurf

    Der Streit zwischen PETA und Eintracht Frankfurt ist nicht neu. Bereits Anfang 2023 hatte die Organisation verlangt, die Stadiontradition zu beenden, und unter anderem eine Lasershow oder ein Hologramm als Alternative ins Gespräch gebracht. Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann wies den damaligen Vorwurf der Tierquälerei zurück und erklärte, er könne sich nicht vorstellen, dass Attila so gehalten werde, dass dies Tierquälerei darstelle. Diese Einordnung stammt aus der Debatte von 2023 und ist nicht als aktuelle Stellungnahme zur Saison 2026/2027 dokumentiert.

    Auch die weiteren vorliegenden Gegenpositionen beziehen sich überwiegend auf die frühere Auseinandersetzung. Der Verein betonte damals, der Adler sei an die Atmosphäre im Stadion gewöhnt; nach Darstellung der Eintracht gebe es von den zuständigen Behörden keine Bedenken gegen den Einsatz. Attilas Falkner Norbert Lawitschka verteidigte die Auftritte ebenfalls und erklärte, der Ablauf müsse so gestaltet werden, dass der Greifvogel möglichst stressfrei auftrete. Eine aktuelle Stellungnahme des Vereins, des Falkners oder einer zuständigen Behörde zur Saison 2026/2027 liegt in den Rechercheauszügen nicht vor.

    Attila ist seit fast zwei Jahrzehnten Teil der Eintracht-Identität

    Attila gehört seit der Saison 2006/2007 zum Umfeld der Frankfurter Heimspiele und wurde dadurch zu einem festen Bestandteil der Vereinsinszenierung. Der Adler war auch beim DFB-Pokalfinale 2018 in Berlin präsent, als Eintracht Frankfurt den Titel gewann. Inzwischen stellt sich neben der grundsätzlichen Frage nach lebenden Maskottchen auch die praktische Frage, ob das Alter des Tieres eine Veränderung des Einsatzes nahelegt. Für viele Anhänger ist Attila zugleich mit der Geschichte des Vereins verbunden.

    PETA sieht eine Unterbringung in einer tiergerechten Auffangstation als möglichen Ruhestand für Attila. Belastbare Angaben zu Attilas aktuellem Gesundheitszustand, zu tierärztlichen Untersuchungen oder zu detaillierten Einsatz- und Transportbedingungen enthält der aktuelle Bericht jedoch nicht. Genau diese Informationen wären für eine fachliche Bewertung relevanter als die emotionalen Bezeichnungen, mit denen beide Seiten den Streit öffentlich führen. Eine abschließende Bewertung der Belastung des Tieres ist auf Grundlage der vorliegenden Angaben daher nicht möglich.

    Fans gespalten, ähnliche Debatte in Köln

    Die vorliegenden Rechercheauszüge belegen unterschiedliche Positionen zum Einsatz von Attila, erlauben aber keine belastbare Aussage über eine allgemein gespaltene Fangemeinde. In der früheren Debatte berichtete PETA von Beschwerden beziehungsweise Rückmeldungen von Fans; konkrete aktuelle Fanäußerungen aus sozialen Medien sind in der bereitgestellten Beleggrundlage jedoch nicht ausreichend dokumentiert. Deshalb lässt sich lediglich festhalten, dass die Tradition um Attila öffentlich unterschiedlich bewertet wird. Eine einheitliche Haltung der Anhänger ist nicht belegt.

    Auch in Köln gibt es ein lebendes Tier mit symbolischer Funktion als Vereinsmaskottchen. Beim 1. FC Köln übernimmt der Geißbock Hennes IX. diese Rolle; er ist jedoch kein vergleichbarer Greifvogel- oder Stadionflug-Einsatz wie bei Attila. Gegen die Auftritte von Hennes IX. hat PETA in der Vergangenheit ebenfalls protestiert. Für Frankfurt bleibt offen, ob der Verein die Tradition unabhängig vom öffentlichen Druck fortführt oder künftig eine tierfreie Darstellung des Adlers einführt.

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  • Tiertransporte bei Hitze: Warum Tierschützer ein Verbot ab 25 Grad fordern

    Tiertransporte bei Hitze: Warum Tierschützer ein Verbot ab 25 Grad fordern

    Tiertransporte bei sommerlicher Hitze stehen regelmäßig in der Kritik. Österreichische Tierschutzorganisationen fordern deshalb deutlich strengere Regeln, insbesondere Vier Pfoten verlangt ein generelles Transportverbot ab 25 Grad Celsius Außentemperatur. Dass Hitze für Tiere auf Transportfahrzeugen problematisch werden kann, ist unstrittig. Ob eine starre Temperaturgrenze von 25 Grad dafür die richtige Lösung ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

    Hitze kann im Transporter schnell zum Problem werden

    Besonders kritisch können Tiertransporte werden, wenn Lastwagen längere Zeit stehen, etwa in Staus, an Grenzen oder während anderer Wartezeiten. Dann fällt ein Teil der Luftbewegung weg, während die Tiere selbst zusätzlich Wärme produzieren. Vier Pfoten weist darauf hin, dass sich das Fahrzeuginnere dadurch stärker aufheizen kann als die Umgebung. Ventilatoren sorgen zwar für Luftaustausch, stellen aber keine Klimaanlage dar und können hohe Temperaturen deshalb nicht in jedem Fall ausgleichen.

    Nach Darstellung von Vier Pfoten können die Folgen von Hitzestress von Unruhe und Erschöpfung bis hin zu schweren Kreislaufproblemen reichen. Schweine gelten als besonders hitzeempfindlich, weil sie ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt über Schwitzen regulieren können und unter natürlichen Bedingungen unter anderem Suhlen nutzen. Auch Rinder und Geflügel können unter hohen Temperaturen leiden. Entscheidend ist dabei jedoch nicht allein die Außentemperatur, sondern ebenso Luftfeuchtigkeit, Transportdauer, Besatzdichte, Belüftung, Wasserversorgung und die tatsächliche Temperatur im Fahrzeug.

    Vier Pfoten fordert ein Verbot ab 25 Grad

    Vier Pfoten verlangt, Tiertransporte grundsätzlich zu untersagen, sobald die Außentemperatur 25 Grad Celsius überschreitet. Zusätzlich soll die Transportdauer nach Vorstellung der Organisation grundsätzlich auf höchstens acht Stunden begrenzt werden. Für Geflügel und Kaninchen fordert Vier Pfoten maximal vier Stunden, während Kälber unter zwölf Wochen nach dieser Position überhaupt nicht transportiert werden sollten. Außerdem spricht sich die Organisation gegen Langstreckentransporte lebender Tiere in Drittstaaten aus.

    Der Verein gegen Tierfabriken verfolgt eine ähnliche Richtung und fordert unter anderem mehr Platz, Einstreu und einen stärkeren Wechsel vom Lebendtiertransport zum Transport gekühlter Schlachtkörper. Dabei muss jedoch klar zwischen Forderungen von Tierschutzorganisationen und geltendem Recht unterschieden werden. Gerade die Grenze von 25 Grad ist zunächst eine politische beziehungsweise tierschutzpolitische Forderung. Aus den vorliegenden Quellen ergibt sich kein Nachweis, dass genau diese Außentemperatur wissenschaftlich als allgemeingültige Grenze für sämtliche Tiertransporte festgelegt werden müsste.

    Eine starre Temperaturgrenze greift zu kurz

    Die geltenden Vorschriften unterscheiden nach Transportdauer und Fahrzeugausstattung. Für Langstreckentransporte von mehr als acht Stunden gelten zusätzliche Anforderungen, darunter Vorgaben zur Belüftung und Temperaturkontrolle. In den von Vier Pfoten veröffentlichten Informationen wird dabei für bestimmte Transporte eine Obergrenze von 30 Grad Celsius im Fahrzeug genannt. Daraus lässt sich jedoch weder ableiten, dass jeder Transport bis 30 Grad Außentemperatur erlaubt wäre, noch dass unterhalb von 25 Grad automatisch unproblematische Bedingungen herrschen.

    Genau hier liegt das Problem einer pauschalen Außentemperaturgrenze. Ein kurzer regionaler Transport in einem gut belüfteten Fahrzeug ist nicht mit einem über Stunden stehenden Lastwagen an einer Grenze vergleichbar. Ebenso können 24 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung problematischer sein als 26 Grad während einer kurzen Fahrt mit funktionierender Ventilation. Wer tatsächlich Tierleid verhindern will, muss deshalb stärker auf die realen Bedingungen im Fahrzeug schauen und nicht allein auf die Zahl auf dem Außenthermometer.

    Langstreckentransporte bleiben der entscheidende Streitpunkt

    Besonders kritisch bewertet Vier Pfoten seit Jahren Transporte nach Nordafrika und in den Nahen Osten. Die Organisation kritisierte bereits 2022, dass angekündigte Einschränkungen solcher Transporte aus ihrer Sicht nicht ausreichend umgesetzt worden seien. Nach Angaben von Vier Pfoten können einzelne Lebendtiertransporte sehr lange dauern, wobei die Organisation in diesem Zusammenhang Fahrzeiten von bis zu 82 Stunden nennt. Diese Angabe beschreibt allerdings die von Vier Pfoten kritisierte Situation und darf nicht mit einer pauschal zulässigen Transportdauer für jeden Tiertransport verwechselt werden.

    Gerade bei sehr langen Transporten steigt das Risiko durch Verzögerungen, Wetterwechsel, technische Probleme und mangelnde Versorgung. Hier erscheint eine strengere Kontrolle deutlich nachvollziehbarer als ein pauschales Verbot sämtlicher Transporte ab einer bestimmten Außentemperatur. Eine Fahrt von wenigen Kilometern zu einem regionalen Schlachthof stellt eine andere Belastung dar als ein mehrtägiger Transport quer durch Europa. Diese Unterschiede müssten bei einer Reform der Regeln deutlich stärker berücksichtigt werden.

    Ein Verbot ab 25 Grad hätte weitreichende Folgen

    Ein generelles Transportverbot ab 25 Grad würde in vielen Regionen Europas während der Sommermonate regelmäßig greifen. Betroffen wären dann nicht nur internationale Langstreckentransporte, sondern möglicherweise auch kurze Fahrten zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Tierkliniken, Zuchtbetrieben und Schlachthöfen. Ob eine solche starre Grenze praktisch sinnvoll und verhältnismäßig wäre, müsste deshalb anhand belastbarer Daten geprüft werden. Die Forderung allein beantwortet diese Frage nicht.

    Sinnvoller erscheint eine stärkere Kontrolle der tatsächlichen Transportbedingungen. Dazu gehören funktionierende Belüftung, ausreichende Wasserversorgung, angemessene Besatzdichten, klare Regeln für Standzeiten und eine nachvollziehbare Temperaturüberwachung im Fahrzeug. Damit ließen sich problematische Transporte gezielter erfassen, ohne automatisch jeden Transport bei sommerlichen Temperaturen zu untersagen. Ein früherer Fall eines Tiertransports bei Hitze auf der A2 zeigt schließlich, dass akute Gefahren vor allem dann entstehen, wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen.

    Fazit

    Dass Tiere auf Transportfahrzeugen vor Hitze geschützt werden müssen, ist keine Frage. Ob deshalb jeder Tiertransport bereits ab 25 Grad Außentemperatur verboten werden sollte, ist deutlich weniger eindeutig. Vier Pfoten formuliert hier eine weitreichende Forderung, deren praktische Folgen erheblich wären. Entscheidend sollte deshalb nicht nur eine starre Temperaturzahl sein, sondern vor allem, unter welchen Bedingungen Tiere tatsächlich transportiert werden.

    Quellen