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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

PETA, Parteien & Populismus

Kategorie: PETA, Parteien & Populismus

  • Bietigheimer Pferdemarkt: Erfolgsbilanz und Peta-Vorwürfe zum Umgang mit Ponys

    Bietigheimer Pferdemarkt: Erfolgsbilanz und Peta-Vorwürfe zum Umgang mit Ponys

    Mehr als 250.000 Menschen besuchten den Bietigheimer Pferdemarkt. Die Stadt spricht von einer gelungenen fünftägigen Veranstaltung, die Polizei von einem überwiegend ruhigen Verlauf. Gleichzeitig stellte Peta nach eigenen Angaben eine Anzeige beim Veterinäramt und erhob schwere Vorwürfe gegen den Umgang mit Ponys. Damit steht neben der Besucherbilanz vor allem die Frage im Raum, unter welchen Bedingungen die Tiere bei Vorführungen und beim Kinderreiten eingesetzt wurden.

    Stadt und Polizei ziehen positive Bilanz

    Das Programm umfasste ein Reitturnier, Märkte, Vergnügungsangebote und einen Festumzug mit etwa 70 Pferden beziehungsweise Pferdegespannen. Nach Angaben der Stadt blieb der Besuch trotz mehrerer Verkehrsbehinderungen durch Baustellen, die Sperrung der Auwiesenbrücke und Einschränkungen auf der Bahnstrecke nach Ludwigsburg hoch. Insgesamt wurden über 250.000 Besucher gezählt; 2024 waren es etwa 200.000. Beim Reitturnier traten an drei Tagen mehr als 80 Reiter in 20 Springprüfungen an; den Großen Preis gewann Mohamad Al Shehab aus Herrenberg mit seinem Pferd Carlotta S.

    Auch die Sicherheitsbilanz fiel aus Sicht der Veranstalter überwiegend positiv aus. Die Polizei registrierte 25 Anzeigen gegenüber 20 im Vorjahr. Zugleich wurden Körperverletzungen registriert; ein zeitlicher Vergleich zum Vorjahr ist für diese Zahl nicht angegeben. Die Polizei meldete außerdem weitere Straftaten im Zusammenhang mit dem Fest. Größere Einsätze des Rettungsdienstes infolge der sommerlichen Temperaturen seien der Stadt ebenfalls nicht bekannt gewesen.

    Peta kritisiert Schläge und Reizüberflutung

    Peta bewertet die Veranstaltung deutlich anders. Die Organisation behauptet, Pferde seien zu Vorführungen und zum Kinderreiten eingesetzt worden, obwohl die Umgebung mit lauter Musik, Durchsagen und dichtem Publikumsverkehr für die Tiere problematisch sein könne. Peta behauptet außerdem, auf Aufnahmen seien Menschen zu sehen, die Ponys mehrfach schlagen, teilweise auch ins Gesicht. Außerdem verweist Peta auf ein Pony, das sich losgerissen habe.

    Ob die dokumentierten Szenen tatsächlich tierschutzrechtliche Verstöße darstellen, ist damit noch nicht abschließend geklärt. Eine Anzeige ist zunächst der Anstoß für eine Prüfung und keine gerichtliche Feststellung. Entscheidend wird sein, was die Aufnahmen konkret zeigen, in welchem Zusammenhang die Schläge erfolgten und ob für einzelne Tiere eine akute Gefahr oder eine unvertretbare Belastung bestand.

    Die Stadtverwaltung teilte mit, die Hinweise würden geprüft; außerdem sei ein Tierarzt eingeschaltet worden. Nach Darstellung der Stadt waren während der Veranstaltung Fachärzte vor Ort, die bei bekannt gewordenen Problemen hätten eingreifen können. Oberbürgermeister Kessing hatte vor dem Fest betont, das Wohl der Tiere stehe für die Stadt an erster Stelle.

    Ponyprogramm rückt erneut in den Mittelpunkt

    Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Ponyhof Müller aus Denkendorf, der bereits zum 26. Mal die Leistungswettbewerbe der Shetland-Ponys organisierte. Nach Angaben der Veranstalter nahmen daran 73 Tiere aus Süddeutschland teil. Zusätzlich wurden 118 Ponys und Kleinpferde sowie 65 größere Pferde bei Prämierungen vorgestellt. Die Teilnahmezahlen zeigen die Bedeutung des Tierprogramms für den Pferdemarkt, erhöhen aber zugleich die Anforderungen an Kontrolle, Betreuung und die Auswahl der Veranstaltungsbedingungen.

    Gerade bei stark besuchten Volksfesten reicht der Hinweis auf anwesende Tierärzte allein nicht aus, um jeden Vorwurf auszuräumen. Für die Bewertung kommt es auf den konkreten Umgang mit den Tieren, die Dauer der Einsätze, die Rückzugsmöglichkeiten und den Umgang mit auffälligem Verhalten an. Die Stadt muss deshalb nicht nur die Anzeige prüfen, sondern auch nachvollziehbar darlegen, welche Kontrollen während der Veranstaltung stattfanden und welche Konsequenzen sich aus den Ergebnissen ergeben.

    Die Kontroverse betrifft die Bewertung der vorliegenden Aufnahmen und Forderungen. Die gezeigten Szenen und die daraus gezogenen Forderungen müssen getrennt bewertet werden. Zugleich darf die positive Besucher- und Polizeibilanz konkrete Hinweise zum Tierwohl nicht überdecken.

    Veranstaltung soll 2027 fortgesetzt werden

    Die Stadt plant bereits den nächsten Pferdemarkt vom 3. bis 7. September 2027. Ob die aktuellen Vorwürfe bis dahin abgeschlossen sind und ob sich daraus Änderungen bei Kontrollen, Tierprogramm oder Sicherheitsvorgaben ergeben, ist noch offen. Für die Verantwortlichen wird die entscheidende Bewährungsprobe daher nicht die Besucherzahl sein, sondern der nachvollziehbare Nachweis, dass problematische Situationen früh erkannt und konsequent beendet werden.

    Die Erfolgsmeldung der Stadt und die Anzeige von Peta stehen derzeit nebeneinander. Erst die Prüfung durch die zuständigen Stellen kann klären, ob aus den beobachteten Szenen rechtlich relevante Verstöße folgen. Bis dahin bleibt der Pferdemarkt ein Publikumserfolg mit einer offenen tierschutzrechtlichen Frage.

  • Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Der Opel-Zoo in Kronberg feiert sein 70-jähriges Bestehen. Vom 11. bis 13. September stehen Gespräche mit Tierpflegern, Livemusik und Informationsstände auf dem Programm. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Jahre, denn mit einer neuen Anlage für Panzernashörner und weitere asiatische Tierarten steht eines der größten Projekte der jüngeren Zoogeschichte bevor. Bis 2028 sollen dafür rund 18.000 Quadratmeter umgestaltet werden.

    Vom privaten Tierpark zum modernen Zoo

    Gegründet wurde der Tierpark von Georg von Opel, einem Enkel des Opel-Gründers Adam Opel. Er legte die Anlage unmittelbar an seiner Villa in Kronberg an und ließ 1957 das erste Elefantenhaus errichten. Aus dem ursprünglichen privaten Freigehege entwickelte sich über die Jahrzehnte ein moderner Zoo mit rund 2.000 Tieren aus mehr als 220 Arten. Das 70-jährige Jubiläum markiert damit nicht nur einen runden Geburtstag, sondern auch sieben Jahrzehnte kontinuierlicher Veränderung der Tierhaltung und der Anlagen.

    Eine Besonderheit des Opel-Zoos ist bis heute seine Finanzierung. Nach Angaben von Direktor Thomas Kauffels kommt die Einrichtung ohne laufende öffentliche Finanzierung aus und trägt sich unter anderem durch Eintrittsgelder, Spenden und Erbschaften. Im vergangenen Jahr kamen fast 650.000 Besucher nach Kronberg, womit der Zoo einen neuen Besucherrekord verzeichnete. Für einen privat finanzierten Zoo sind solche Besucherzahlen von besonderer Bedeutung, weil größere Investitionen letztlich aus den selbst erwirtschafteten beziehungsweise eingeworbenen Mitteln finanziert werden müssen.

    Zu den auffälligsten Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte gehören die rund 10.000 Quadratmeter große Afrika-Savanne und die 2013 eröffnete Elefantenanlage. Auf der Savanne leben unter anderem Netzgiraffen, Böhmzebras, Streifengnus und Impalas gemeinsam auf einer weitläufigen Fläche. Mit der jungen Netzgiraffe Mumbi gab es dort in diesem Jahr erneut Nachwuchs. Solche Gemeinschaftsanlagen stehen zugleich exemplarisch für die Entwicklung vieler moderner Zoos, in denen Tierarten zunehmend in größeren und komplexer gestalteten Lebensräumen präsentiert werden.

    Elefantennachwuchs und das Ende der Flusspferdhaltung

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt Elefantenbaby Kaja, das Ende 2025 geboren wurde. Es war der erste Elefantennachwuchs in Hessen seit 1968 und damit auch für den Opel-Zoo ein außergewöhnliches Ereignis. Rund 13,7 Millionen Euro hatte der Zoo nach eigenen Angaben in seine Elefantenanlage investiert. Der Nachwuchs zeigt dabei auch, welchen langfristigen Charakter solche Investitionen besitzen, denn zwischen Planung, Bau einer Anlage und erfolgreichen Nachzuchten können viele Jahre liegen.

    Bei den Flusspferden hat sich der Opel-Zoo dagegen für einen anderen Weg entschieden. Nachdem die 54 Jahre alte Tana 2014 gestorben war und ihr Partner Max nach Hannover umzog, wurde die Haltung dieser Tierart in Kronberg nicht wieder aufgenommen. Kauffels verweist unter anderem auf den erheblichen technischen und personellen Aufwand, der insbesondere mit der Reinhaltung des Wassers verbunden ist. Nach seinen Angaben produziert ein einzelnes Flusspferd täglich zwischen 70 und 80 Kilogramm Kot, was entsprechend leistungsfähige Anlagen zur Wasseraufbereitung erforderlich macht.

    Dass eine Tierart nach Jahrzehnten aus dem Bestand verschwindet, bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sich ein Zoo weniger ambitionierte Ziele setzt. Flächen, Technik und finanzielle Mittel können stattdessen für andere Tierarten und neue Haltungskonzepte genutzt werden. Genau dieser Weg ist nun für den bisherigen Bereich der Flusspferde vorgesehen. An deren Stelle sollen künftig Panzernashörner aus Indien sowie weitere asiatische Tierarten treten.

    Rund 21 Millionen Euro für die neue Nashornanlage

    Für das neue Projekt sollen rund 18.000 Quadratmeter des Zoogeländes umgebaut werden. Die veranschlagten Kosten liegen bei knapp 21 Millionen Euro und damit noch einmal deutlich über den Investitionen in die Elefantenanlage. Bis 2028 soll die neue Anlage fertiggestellt sein. Für einen Zoo, der seine Projekte aus privaten Mitteln finanzieren muss, ist das nicht nur eine bauliche, sondern auch eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung.

    Die Größenordnung zeigt zugleich, welcher finanzielle Aufwand hinter dem Umbau moderner zoologischer Anlagen stehen kann. Neue Gehege bestehen längst nicht nur aus einer möglichst großen Fläche, sondern benötigen unter anderem Stallbereiche, Rückzugsmöglichkeiten, technische Infrastruktur, Besucherwege und Einrichtungen für die tägliche Versorgung der Tiere. Gerade große Säugetiere stellen dabei besondere Anforderungen an Planung und Betrieb. Das Nashornprojekt dürfte deshalb wesentlich darüber mitentscheiden, wie sich der Opel-Zoo in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

    Wechsel an der Spitze steht 2027 bevor

    Parallel zu den baulichen Veränderungen steht auch personell ein Einschnitt bevor. Thomas Kauffels wird den Opel-Zoo am 31. Juli 2027 verlassen. Der 67-Jährige begann 1977 im Zoo Krefeld eine Ausbildung zum Tierpfleger, studierte anschließend Biologie und arbeitete später im Zoo Wuppertal. Wer ihm in Kronberg nachfolgen wird, steht bislang nicht fest.

    Der Biologe Markus Dietz vom Institut für Tierökologie und Naturbildung bewertet die Entwicklung des Zoos grundsätzlich positiv. Nach seiner Einschätzung verfügten die Tiere in Kronberg bereits vergleichsweise früh über große und moderne Anlagen. Gleichzeitig macht er deutlich, dass sich zoologische Einrichtungen weiter an den Bedürfnissen der gehaltenen Tiere orientieren müssen. Mehr Platz und zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten können dabei auch bedeuten, dass Besucher einzelne Tiere nicht zu jedem Zeitpunkt sehen können.

    Das 70-jährige Jubiläum fällt damit in eine Phase, in der im Opel-Zoo mehrere wichtige Entscheidungen zusammenkommen. Mit der neuen Nashornanlage steht eine Investition von knapp 21 Millionen Euro bevor, während nur ein Jahr zuvor ein Wechsel an der Spitze der Einrichtung erfolgen wird. Entscheidend für die kommenden Jahre wird deshalb weniger der Rückblick auf die vergangenen sieben Jahrzehnte sein als die Frage, wie der privat finanzierte Zoo diese neuen Projekte umsetzt. Die Planungen zeigen jedenfalls, dass in Kronberg nicht nur Jubiläum gefeiert wird, sondern bereits an der nächsten Entwicklungsphase des Zoos gearbeitet wird.

    Quellen

  • Strafbefehl wegen Anbindehaltung: Amtsgericht Villingen-Schwenningen erlässt Strafbefehl

    Strafbefehl wegen Anbindehaltung: Amtsgericht Villingen-Schwenningen erlässt Strafbefehl

    Laut PETA ist erstmals in Deutschland ein Landwirt wegen der dauerhaften Anbindehaltung von Rindern strafrechtlich belangt worden. Das Amtsgericht Villingen-Schwenningen erließ am 10. Dezember 2025 einen Strafbefehl gegen den Betreiber eines Hofs im Schwarzwald-Baar-Kreis. Grundlage war eine Anzeige des zuständigen Veterinäramts – nicht von PETA.

    Drei Rinder dauerhaft fixiert

    Auf dem Betrieb waren drei Rinder im Alter von sieben bis 23 Monaten dauerhaft angebunden. Nach der Darstellung im Strafbefehl konnten die Tiere ihren Platz weder frei wechseln noch sich vollständig bewegen. Das Gericht bewertete die Haltung deshalb als Zufügung „länger anhaltender erheblicher Leiden“ und sah den Straftatbestand nach § 17 Nr. 2b des Tierschutzgesetzes als erfüllt an.

    Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt nicht und kündigte an, die Anbindehaltung aufzulösen. Das Gericht sprach eine Verwarnung aus und behielt die Verhängung einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro vor. Damit steht eine Geldstrafe von insgesamt 2.700 Euro im Raum. Die Bewährungszeit beträgt ein Jahr.

    Der Fall ist rechtlich bedeutsam, weil es in Deutschland bislang kein bundesweit einheitliches Spezialverbot der Anbindehaltung gibt. Der Strafbefehl macht jedoch deutlich, dass eine konkrete Haltung auch ohne ein solches Verbot an den allgemeinen Vorgaben des Tierschutzgesetzes gemessen werden kann. Entscheidend war nicht allein die Bezeichnung der Haltungsform, sondern die dauerhafte Fixierung in Verbindung mit der fehlenden Möglichkeit, den Platz frei zu wechseln oder sich vollständig zu bewegen, sowie den daraus abgeleiteten erheblichen Leiden.

    Kein bundesweites Grundsatzurteil

    Der Strafbefehl ist kein für alle Betriebe bindendes Grundsatzurteil. Er betrifft einen einzelnen Sachverhalt und wurde nach den vorliegenden Angaben vom Landwirt akzeptiert. Für andere Fälle kommt es daher weiterhin auf die jeweiligen Haltungsbedingungen, die Dauer der Fixierung und die Feststellungen der zuständigen Behörden an.

    Für Veterinärämter kann die Entscheidung dennoch praktische Bedeutung haben. Bei vergleichbaren Verfahren können insbesondere die konkrete Dauer und Art der Fixierung sowie behördlich festgestellte Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und der Möglichkeit, den Platz zu wechseln, relevant sein. Für Landwirte zeigt der Fall, dass nicht allein die Bezeichnung der Haltungsform, sondern die konkreten Haltungsbedingungen und die daraus abgeleiteten Leiden maßgeblich sein können.

    Die juristische Debatte über die Haltungsform läuft bereits seit Jahren. Auch die Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz bewertet eine dauerhafte Fixierung als schwer vereinbar mit der verhaltensgerechten Unterbringung nach § 2 Tierschutzgesetz. Bewegungs-, Sozial- und Komfortverhalten könnten dadurch erheblich eingeschränkt werden. Eine ausführliche Einordnung zur politischen Entwicklung bietet der GERATI-Beitrag zur abgelehnten Initiative Bayerns zur Anbindehaltung.

    Niedersachsen geht über den Einzelfall hinaus

    Parallel zum Verfahren in Baden-Württemberg hat Niedersachsen als erstes Bundesland einen Runderlass zur Anbindehaltung erlassen. Das Landwirtschaftsministerium verwies darin auf vermeidbare Leiden und Schäden, die aus der dauerhaften Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten entstehen können.

    Damit stehen zwei unterschiedliche Wege nebeneinander: Im Schwarzwald-Baar-Kreis ging es um die strafrechtliche Bewertung eines konkreten Betriebs. Niedersachsen setzt dagegen auf eine verwaltungsrechtliche Regelung für das gesamte Bundesland und sieht Übergangsfristen für die betroffenen Betriebe vor. Ein bundesweit geltendes Verbot folgt aus keinem der beiden Vorgänge automatisch.

    PETA begrüßte den Strafbefehl und forderte ein Verbot der Anbindehaltung in ganz Deutschland. Die Organisation sieht in dem Fall eine Bestätigung ihrer langjährigen Kritik und verweist auf mehr als 120 eigene Strafanzeigen im Zusammenhang mit der Haltung von Rindern.

    Für die betroffenen Landwirte ist der Fall vor allem deshalb relevant, weil die rechtliche Bewertung nicht erst mit einem ausdrücklichen Haltungsverbot beginnt. Nach dem Fall bietet der Strafbefehl anderen Betrieben jedoch keine pauschale Rechtssicherheit: Es kommt weiterhin auf die konkreten Haltungsbedingungen, die Dauer der Fixierung und die Feststellungen der zuständigen Behörden an. Der Blick auf das österreichische Verbot der Anbindehaltung zeigt zugleich, dass andere Länder den politischen Ausstieg bereits klarer gesetzlich geregelt haben.

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  • Drei kranke Welpen aus Kofferraum in Berlin beschlagnahmt

    Drei kranke Welpen aus Kofferraum in Berlin beschlagnahmt

    In Berlin-Charlottenburg hat die Polizei drei Welpen aus dem Kofferraum eines Autos beschlagnahmt. Die Tiere sollten nach einer von PETA initiierten Kontaktaufnahme in der Herderstraße verkauft werden. Zwei Toypudel befinden sich nach Angaben der Organisation in kritischem gesundheitlichem Zustand und werden nun im Tierheim Berlin in Tollwut-Quarantäne versorgt.

    Angebot über Onlineplattform führte zum Einsatz

    Ausgangspunkt war eine Anzeige auf Quoka.de, in der ein Pomeranian für 1.500 Euro angeboten wurde. Eine PETA-Ermittlerin trat nach Angaben der Organisation als Kaufinteressentin auf. Während des Kontakts soll der Anbieter zusätzlich zwei Toypudel zum Verkauf angeboten haben.

    Beim vereinbarten Treffen entdeckte die Ermittlerin die drei Hundebabys in einer Plastikkiste im Kofferraum des Fahrzeugs. Die Berliner Polizei wurde hinzugezogen und stellte die Tiere sicher. Nach Angaben von PETA stammten die Welpen aus Polen, verfügten weder über EU-Heimtierausweise noch über die erforderlichen Impfungen; zwei der drei Tiere seien zudem nicht gechippt gewesen.

    Die Unterbringung im Tierheim ist zunächst keine normale Aufnahme, sondern Teil der vorgeschriebenen Absonderung. Die Welpen bleiben wegen des möglichen Tollwutrisikos in Quarantäne und können erst nach veterinärmedizinischer Prüfung weitervermittelt werden. Für die beiden Toypudel geht es dabei zunächst um die Stabilisierung ihres Gesundheitszustands.

    Gesundheitszustand der Toypudel besonders kritisch

    „Die beiden Toy-Pudel sind krank und brauchen dringend medizinische Unterstützung. Wir hoffen, sie überleben“, erklärte PETA-Mitarbeiterin Jana Hoger. Ihre Aussage beschreibt den aktuellen Ernst der Lage, stellt aber noch keine bestätigte Diagnose oder Todesprognose dar. Welche Erkrankungen genau vorliegen und wie sich der Zustand der Tiere entwickelt, wurde öffentlich nicht mitgeteilt.

    Der Fall zeigt zugleich, warum Käufer bei auffällig schnellen Onlineangeboten besonders vorsichtig sein müssen. Fehlende Ausweise, nicht vorhandene Kennzeichnung und eine Übergabe aus einem Fahrzeug sind konkrete Warnsignale. Wer einen Welpen kauft, kann durch die Prüfung von Herkunft, Chip, Impfstatus und den Haltungsbedingungen verhindern, dass ein solcher Handel finanziert wird.

    Berliner Politik streitet über wirksamere Kontrolle

    Nach Angaben der B.Z. hatte das Berliner Abgeordnetenhaus erst im Juni über den illegalen Welpenhandel beraten. Die Grünen und die Linke befürworteten demnach, das Hunderegister stärker zur Bekämpfung des Handels zu nutzen. Die schwarz-rote Koalition lehnte diesen Ansatz wegen datenschutzrechtlicher Bedenken und fehlender Abstimmung mit anderen Bundesländern ab.

    Wie groß das Problem in Berlin ist, verdeutlichen Zahlen des Tierschutzvereins für Berlin. Der Verein registrierte 2024 mindestens 52 Welpen in 32 Fällen mit Verdacht auf illegalen Handel und rechnete zugleich mit einer erheblichen Dunkelziffer. Die Zahlen beziehen sich auf Verdachtsfälle und sind daher nicht gleichbedeutend mit rechtskräftig festgestellten Verstößen.

    PETA fordert angesichts des aktuellen Falls ein Verbot des Handels mit lebenden Tieren auf Onlineplattformen. Die Organisation verweist auf mehr als 13.400 Welpenangebote auf großen Plattformen; diese Zahl stammt aus ihrer eigenen Auswertung und umfasst nicht automatisch bestätigte Fälle illegalen Handels. Der konkrete Berliner Einsatz macht jedoch sichtbar, welche Folgen fehlende Kontrollen für die Tiere haben können: Drei Welpen wurden aus einer improvisierten Transportbox geholt, zwei von ihnen müssen nun zunächst um ihr Überleben kämpfen.

    Die Rettung der Tiere steht damit im Mittelpunkt des aktuellen Falls. Für die Welpen folgt nun die weitere Versorgung unter den Bedingungen der Quarantäne. Der Ausgang bleibt nach den vorliegenden Angaben offen.

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  • Stallumbauten Emsland: 49 von 52 Betrieben rechtzeitig genehmigt

    Stallumbauten Emsland: 49 von 52 Betrieben rechtzeitig genehmigt

    Im Landkreis Emsland haben 49 von 52 landwirtschaftlichen Betrieben rechtzeitig die für den geförderten Stallumbau erforderliche Baugenehmigung erhalten. Damit konnten nach Angaben des Landkreises rund 94 Prozent der betroffenen Betriebe ihren Förderantrag innerhalb der Frist einreichen. Stichtag für die investive Förderung aus dem Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung war der 31. August 2026.

    Hinter dieser Quote steht allerdings eine erhebliche Kraftanstrengung von Landwirten, Planungsbüros und Behörden. Das ursprünglich bis 2030 vorgesehene Förderprogramm wurde vorzeitig beendet, wodurch für einzelne Genehmigungsverfahren nur noch wenige Wochen blieben. Die rechtzeitig erteilte Baugenehmigung war dabei eine zwingende Voraussetzung für die Beantragung der Fördermittel.

    Verkürzte Förderfrist erzeugte erheblichen Zeitdruck

    Der Landkreis Emsland und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen unterstützten die betroffenen Betriebe bei der Vorbereitung und Bearbeitung der Verfahren. Gleichzeitig mussten unter anderem die Bereiche Hochbau, Umwelt, Brandschutz und Veterinärwesen eng zusammenarbeiten. Kreisbaurat Dr. Michael Kiehl bezeichnete die verkürzte Frist als enorme Herausforderung für alle Beteiligten.

    In 49 der insgesamt 52 Fälle konnte die Baugenehmigung dennoch rechtzeitig erteilt werden. Damit waren diese Betriebe grundsätzlich in der Lage, fristgerecht einen Antrag auf investive Förderung zu stellen. Ob sämtliche Anträge vollständig waren und tatsächlich bewilligt werden, geht aus der Mitteilung des Landkreises allerdings nicht hervor.

    Für die drei Betriebe ohne fristgerechte Baugenehmigung nennt der Landkreis keine Einzelheiten. Unklar bleibt deshalb, woran die Verfahren scheiterten und ob für diese Betriebe noch andere Fördermöglichkeiten bestehen. Die hohe Genehmigungsquote zeigt somit vor allem, dass die Behörden die kurzfristige Bearbeitungsphase weitgehend bewältigen konnten.

    Sauenhalter müssen besonders hohe Investitionen stemmen

    Von den gesetzlichen Veränderungen sind im Emsland insbesondere Ferkelerzeuger und damit Betriebe mit Sauenhaltung betroffen. Sie müssen ihre Ställe an die Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung anpassen. Je nach vorhandener Anlage können dafür umfangreiche Veränderungen im Deckzentrum oder im Abferkelbereich notwendig werden.

    Nach Angaben des Landkreises bewegen sich die Investitionsvolumen der einzelnen Bauvorhaben zwischen 250.000 Euro und fünf Millionen Euro. Eine Aufstockung der Tierbestände ist im Rahmen der geförderten Maßnahmen nicht erlaubt. Die Betriebe können die Investitionen deshalb nicht einfach durch eine höhere Zahl gehaltener Tiere und entsprechend höhere Einnahmen ausgleichen.

    Georg Meiners, Präsident des Emsländischen Landvolks, bezeichnet die Förderung daher als existenziell für die betroffenen Betriebe. Ohne finanzielle Unterstützung sei der aufwendige Umbau zu höheren Tierwohlstandards wirtschaftlich kaum lohnend. Die Baugenehmigung schafft damit zwar den Zugang zur Förderung, beantwortet aber noch nicht die Frage, ob der einzelne Betrieb seinen Eigenanteil dauerhaft finanzieren kann.

    Der Konflikt ist nicht auf das Emsland begrenzt. Bereits im GERATI-Artikel „Bauernverband fordert längere Umbaufristen für Sauenhalter“ wurde deutlich, dass Stallumbauten, gesetzliche Fristen und fehlende Planungssicherheit bundesweit aufeinanderprallen. Wer heute mehrere Millionen Euro investiert, muss schließlich darauf vertrauen können, dass die gewählte Haltungsform auch langfristig rechtlich zulässig und wirtschaftlich nutzbar bleibt.

    Mehr Tierwohl kann zum Strukturwandel führen

    Die Verbesserung der Haltungsbedingungen ist das erklärte Ziel der gesetzlichen Vorgaben und des Bundesprogramms. Mehr Platz, veränderte Stallbereiche und zusätzliche Tierwohlanforderungen verursachen jedoch Kosten, die nicht automatisch über den Markt zurückverdient werden. Genau darin liegt der zentrale Zielkonflikt zwischen politischem Anspruch und landwirtschaftlicher Realität.

    Nach Darstellung des Landkreises erwartet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dass innerhalb der kommenden fünf bis acht Jahre etwa die Hälfte der betroffenen Betriebe den Betriebszweig Sauenhaltung aufgeben könnte. Diese Prognose ist keine bereits eingetretene Entwicklung, verdeutlicht aber die Größenordnung des erwarteten Strukturwandels. Die rechtzeitig erteilten Genehmigungen können diesen wirtschaftlichen Druck lediglich abmildern.

    Hinzu kommt, dass der Zeitplan nicht mit der Antragstellung endet. Die Mittel für geförderte Baumaßnahmen müssen nach Angaben des Landkreises spätestens bis zum 15. Oktober 2028 abgerufen werden. Genehmigte Betriebe müssen ihre Vorhaben daher nicht nur finanzieren, sondern auch innerhalb des vorgegebenen Zeitraums umsetzen und abrechnen.

    Genehmigungserfolg löst das Grundproblem nicht

    Dass 49 von 52 Verfahren rechtzeitig abgeschlossen wurden, ist zunächst ein Erfolg der beteiligten Behörden, Fachstellen und Betriebe. Unter erheblichem Zeitdruck konnten fast alle förderfähigen Antragsteller die entscheidende baurechtliche Voraussetzung erfüllen. Für die Zukunft der Sauenhaltung im Emsland ist diese Quote dennoch nur eine Momentaufnahme.

    Entscheidend wird sein, wie viele Betriebe die geplanten Investitionen tatsächlich umsetzen können. Tierwohlvorgaben entfalten keine nachhaltige Wirkung, wenn die notwendigen Umbauten wirtschaftlich nicht tragfähig sind und die Tierhaltung anschließend aufgegeben wird. Politische Ziele, Förderbedingungen und betriebliche Realität müssen deshalb so aufeinander abgestimmt werden, dass höhere Standards nicht lediglich zu einer weiteren Verlagerung oder Aufgabe der heimischen Tierhaltung führen.

    Quellen

  • „Elefant, Tiger & Kids“: Jugendliche erleben Zooarbeit zwischen Tierpflege und Artenschutz

    „Elefant, Tiger & Kids“: Jugendliche erleben Zooarbeit zwischen Tierpflege und Artenschutz

    Sechs Jugendliche tauschen in der dritten Staffel von „Elefant, Tiger & Kids“ die Schulbank gegen Schubkarre und Arbeitskleidung. Mila, Jóra, Vivian, Anton, Max und Jakob absolvieren ein vierwöchiges Praktikum in Zoos und Tierparks in Mitteldeutschland. Die Serie zeigt dabei nicht nur Fütterungen und Reinigungsarbeiten, sondern auch medizinisches Training, Tierarzttermine und den Umgang mit bedrohten Arten.

    Vom Zoopark Erfurt bis nach Leipzig

    Der Einstieg erfolgt im Zoopark Erfurt. Dort lernen die Jugendlichen die täglichen Abläufe kennen und werden schrittweise an praktische Aufgaben herangeführt. Zu den in der Staffel gezeigten Tätigkeiten gehören unter anderem die Vorbereitung von Futter, die Versorgung verschiedener Tierarten und die Unterstützung bei Untersuchungen. Auch die Zusammenarbeit mit Tierpflegern gehört zum Praktikumsalltag. Die Jugendlichen erhalten dadurch Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Zooarbeit.

    Weitere Stationen sind der Zoo Leipzig und der Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna. Der Episodenguide nennt unter anderem die Fütterung von Elefanten, Einsätze im Flamingo-Haus, Aufgaben bei Geparden und Begegnungen mit Capybaras. In einer Folge geht es um einen Gen-Check bei Flamingos, bei dem die Jugendlichen einen Einblick in tiermedizinische Abläufe erhalten. Die Serie macht damit sichtbar, dass Tierpflege im Zoo weit über das reine Verteilen von Futter hinausgeht. Auch weniger sichtbare Arbeitsschritte werden dabei einbezogen.

    Medizinisches Training und Verantwortung für Tiere

    Besonders anschaulich wird der praktische Schwerpunkt beim medizinischen Target-Training mit der Gepardin Judy. Bei solchen Trainings lernen Tiere, bestimmte Abläufe freiwillig mitzumachen, damit Untersuchungen oder Behandlungen möglichst sicher und stressarm durchgeführt werden können. Für die Jugendlichen bedeutet das, genau zu beobachten, Anweisungen zu befolgen und die Grenzen ihrer eigenen Rolle zu verstehen. Dadurch wird der praktische Charakter des Praktikums deutlich.

    Auch der Flamingo-Blut-Check und die Versorgung verletzter Fledermäuse gehören zu den Themen der Staffel. Die Jugendlichen übernehmen dabei nicht eigenständig die Verantwortung für medizinische Maßnahmen, sondern erleben, wie eng Tierpflege, tierärztliche Betreuung und genaue Dokumentation zusammenhängen. Gerade diese Einblicke vermitteln ein realistischeres Bild des Berufs: Sorgfalt, Hygiene und Teamarbeit sind ebenso wichtig wie der unmittelbare Kontakt zu Tieren. Die Serie ordnet die Aufgaben damit in den Arbeitsalltag eines Zoos ein.

    Artenschutz wird praktisch erklärt

    Die Staffel verbindet den Zooalltag mit Fragen des Artenschutzes. Die Teilnehmer erfahren, wie Zoos bedrohte Tierarten unterstützen und wie Tiere auf ein Leben in geschützten Lebensräumen vorbereitet werden können. Dabei bleibt der Artenschutz nicht auf allgemeine Appelle beschränkt, sondern wird an konkreten Aufgaben und Tierarten erklärt. Die Jugendlichen begegnen dem Thema somit im Rahmen ihrer praktischen Tätigkeiten.

    Das ist für ein junges Publikum besonders relevant. Wer nur spektakuläre Tierbegegnungen sieht, bekommt schnell ein verkürztes Bild von moderner Tierhaltung. Die Serie setzt deshalb auch bei weniger glamourösen Tätigkeiten an: Futter vorbereiten, Gehege pflegen, Beobachtungen auswerten und bei tiermedizinischen Abläufen aufmerksam bleiben. Der praktische Nutzen liegt darin, dass die Zuschauer den Aufwand hinter der Versorgung und Betreuung von Zootieren nachvollziehen können. Zugleich werden die Aufgaben der Jugendlichen nicht mit einer vollständigen Berufsausbildung gleichgesetzt.

    Eine WG als zweite Ebene der Serie

    Neben den Tieren steht die Gruppe selbst im Mittelpunkt. Vier Wochen lang leben die sechs Jugendlichen gemeinsam in einer WG und müssen den Praktikumsalltag mit den Herausforderungen des Zusammenlebens verbinden. Aus einzelnen Bewerbern soll ein Team werden, das Aufgaben verteilt, Rückschläge aushält und Verantwortung übernimmt. Das Zusammenleben bildet damit eine zusätzliche Ebene der Serie.

    Der MDR berichtete zur Staffel, dass die Jugendlichen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands stammen und für die Dreharbeiten mehrere Zoos und Tierparks kennenlernten. Dadurch entsteht nicht nur eine Serie über Tierpflege, sondern auch eine Dokumentation über berufliche Orientierung und persönliche Entwicklung. Die Teilnehmer sehen verschiedene Einrichtungen und Arbeitsbereiche, ohne dass daraus automatisch ein vollständiges Berufsbild des Tierpflegers entstehen kann. Die Serie verbindet damit praktische Einblicke mit der Darstellung der Gruppe.

    Die dritte Staffel startete am 2. Oktober 2025 in der ARD Mediathek und bei KiKA. Mit ihren 18 Folgen führt sie vom ersten Tag im Zoopark Erfurt bis zur Abschlussprüfung. Für Zuschauer, die sich für Tiere oder eine Ausbildung im Zoo interessieren, liegt der Mehrwert vor allem in der Verbindung aus praktischen Aufgaben und verständlich erklärtem Artenschutz. Die Serie zeigt: Hinter jeder Fütterung und jeder Tierbegegnung stehen Vorbereitung, Fachwissen und ein Team, das die Verantwortung für die Tiere trägt.

    Tatsächlich verwendete externe Quellen: ["https://www.mdr.de/presse/etk_drehstart_dritte_staffel-100.html","https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/zoo-tiere-kinder-jugendliche-fernsehen-100.html","https://www.fernsehserien.de/elefant-tiger-und-kids/episodenguide/staffel-3/56748","https://www.ardmediathek.de/serie/elefant-tiger-und-kids/staffel-3/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kZXJlaWhlbi8xMDI3MWI4My04NGFiLTQwZmQtYWM5Yy01MmE2ZTc0YzM5YzE/3"]

    Quellen

  • PETA provoziert auf Santorini: Streit um Eselritte endet in körperlicher Eskalation

    PETA provoziert auf Santorini: Streit um Eselritte endet in körperlicher Eskalation

    Drei PETA-Aktivistinnen sind nach Angaben der Organisation bei einer Protestaktion auf Santorini angegriffen worden. Der Vorfall ereignete sich an der Karavolades-Treppe in Firá, wo die Frauen gegen den Einsatz von Eseln und Maultieren für touristische Transporte demonstrieren wollten. Eine Aktivistin soll dabei ins Gesicht geschlagen worden sein. PETA kündigte rechtliche Schritte gegen die mutmaßlichen Angreifer an.

    Gewalt gegen Demonstranten ist nicht zu rechtfertigen und mögliche Straftaten müssen von den griechischen Behörden aufgeklärt werden. Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick auf die Vorgeschichte, denn PETA trat auf Santorini keineswegs als neutraler Vermittler auf, sondern verfolgt seit Jahren das erklärte Ziel, die traditionelle Nutzung der Tiere vollständig zu beenden.

    Wenn aus Protest gezielte Konfrontation wird

    Die Frauen bereiteten nach Darstellung von PETA eine Aktion vor, bei der sie mit robotischen Gehhilfen, sogenannten Exoskeletten, auf eine technische Alternative zu den Tiertransporten aufmerksam machen wollten. Während sie den Ort filmten, hätten mehrere Eseltreiber Protestschilder zerstört, die Aktivistinnen beleidigt und körperlich bedrängt. Die Frauen seien gegen eine Mauer gedrängt und die Treppe hinuntergedrängt worden; eine von ihnen habe einen Schlag ins Gesicht erhalten.

    Die Schilderung stammt von PETA und wurde von mehreren Medien aufgegriffen. 20 Minuten veröffentlichte zudem Videoaufnahmen, die PETA am 4. September 2026 in sozialen Netzwerken verbreitet hatte. Eine unabhängige behördliche Darstellung des gesamten Ablaufs lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor. Damit ist der Angriff weiterhin als Vorwurf der Organisation einzuordnen, während die strafrechtliche Bewertung den zuständigen griechischen Stellen obliegt.

    PETA-Fachreferentin Dr. Yvonne Würz bezeichnete die Aktion als friedlichen Protest und forderte ein Ende der Esel- und Maultierritte auf der Insel. Nach Angaben der Organisation wurde Strafanzeige angekündigt. Augenzeugen sollen sich bei PETA melden, damit die Ermittlungen mögliche weitere Hinweise berücksichtigen können.

    Was in dieser Darstellung allerdings weitgehend ausgeblendet wird: PETA kommt nicht nach Santorini, um gemeinsam mit den dortigen Tierhaltern und Eseltreibern nach Verbesserungen zu suchen. Die Organisation verfolgt seit Jahren ein klares politisches Ziel. Die touristische Nutzung der Tiere soll vollständig verschwinden.

    Das rechtfertigt keinen körperlichen Angriff. Es erklärt aber, warum die Auseinandersetzung weit mehr ist als ein gewöhnlicher Streit über einzelne Haltungsbedingungen.

    Das Exoskelett als medienwirksame Alternative

    Besonders auffällig ist die Präsentation der Exoskelette. PETA möchte damit vermitteln: Für die Esel und Maultiere gibt es längst eine technische Alternative. Menschen könnten sich beim Aufstieg von Robotik unterstützen lassen, anstatt auf einem Tier zu sitzen.

    Auf den ersten Blick klingt das modern und tierfreundlich. Beim zweiten Blick stellen sich jedoch einige ziemlich einfache Fragen.

    Wenn PETA tatsächlich davon überzeugt ist, dass solche Geräte auf Santorini eine praktikable Alternative darstellen, warum kauft die Organisation nicht selbst eine größere Anzahl davon und stellt sie zunächst kostenlos zur Verfügung? Warum werden nicht beispielsweise 50 oder 100 Geräte angeschafft und über einen längeren Zeitraum unter realen Bedingungen getestet?

    Dann ließe sich feststellen, ob ältere oder körperlich eingeschränkte Menschen damit tatsächlich rund 500 Stufen bewältigen können, wie hoch Wartungs- und Reparaturkosten ausfallen, wie viele Geräte täglich benötigt würden, wer sie ausgibt, auflädt, reinigt und wartet und ob Touristen diese Technik überhaupt akzeptieren.

    Genau diese entscheidenden praktischen Fragen beantwortet ein medienwirksamer Auftritt mit einigen Exoskeletten nicht.

    PETA bietet nach eigenen Angaben zwar an, die Anschaffung erster Geräte finanziell zu unterstützen. Dieses Angebot ist jedoch an eine zentrale Bedingung gekoppelt: Die Esel- und Maultierritte sollen beendet werden.

    Damit handelt es sich eben nicht um ein ergebnisoffenes Hilfsangebot nach dem Motto: „Wir stellen euch die Technik zur Verfügung und schauen gemeinsam, ob sie funktioniert.“ Stattdessen lautet die Botschaft sinngemäß: Beendet zunächst die Tiernutzung, dann unterstützen wir die Alternative.

    Das ist ein erheblicher Unterschied.

    Wer eine Alternative fordert, sollte auch die Rechnung präsentieren

    PETA kann leicht erklären, eine technische Lösung liege bereits auf dem Tisch. Die wirtschaftlichen Konsequenzen tragen jedoch zunächst andere.

    Die Organisation müsste deshalb transparent darlegen, was ein solcher vollständiger Systemwechsel tatsächlich kosten würde. Wie viele Exoskelette wären für die täglich ankommenden Touristen notwendig? Wie lange halten die Akkus? Wie hoch sind Anschaffungs-, Personal-, Wartungs- und Versicherungskosten? Funktionieren die Geräte bei Hitze, hoher touristischer Auslastung und auf den unebenen Stufen dauerhaft zuverlässig?

    Und vor allem: Wer bezahlt das Ganze langfristig?

    Die Eseltreiber selbst dürften kaum in der Lage sein, ohne Weiteres Hunderte solcher Geräte anzuschaffen und anschließend dauerhaft zu betreiben. Genau diese wirtschaftliche Realität kommt in der PETA-Kommunikation kaum vor.

    Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, ist das Exoskelett zunächst vor allem ein hervorragend geeignetes Symbol für eine Kampagne. Man stellt futuristische Technik neben einen Esel und erzeugt damit die gewünschte Botschaft: Hier angeblich veraltete Tiernutzung, dort vermeintlich moderne Technik.

    Ob daraus tatsächlich ein funktionierendes touristisches Transportsystem wird, ist eine völlig andere Frage.

    Streit um die Tiertransporte auf Santorini

    Im Mittelpunkt des Konflikts steht eine touristische Praxis an der rund 500 Stufen umfassenden Verbindung vom Hafen von Firá zur Altstadt. Esel und Maultiere werden dort für den Transport von Besuchern eingesetzt. PETA berichtet seit Jahren über Tiere mit Abschürfungen, Wunden und unpassendem Zaumzeug sowie über fehlenden Zugang zu Wasser und Schatten. Die Organisation verweist dabei auf eigenes Bild- und Augenzeugenmaterial, das seit 2018 veröffentlicht worden sei.

    Die Kritik ist nicht neu. PETA und die griechische Organisation Ippothesis – Panhellenic Equine Welfare Society erstatteten nach eigenen Angaben 2023 Anzeige gegen Tierhalter, Treiber und lokale Behörden. Das Verfahren sei inzwischen weitgehend eingestellt worden; gegen einen Tierhalter sei ein Strafverfahren eingeleitet worden. Eine vollständige behördliche Bestätigung der von PETA erhobenen Vorwürfe ist damit jedoch nicht verbunden.

    Auch hier zeigt sich ein entscheidender Unterschied zwischen Kampagne und tatsächlicher juristischer Bewertung. PETA kann Missstände öffentlich anprangern und entsprechende Vorwürfe formulieren. Ob diese im Einzelfall tatsächlich nachweisbar sind, entscheiden jedoch nicht Aktivisten und Pressemitteilungen, sondern die zuständigen Behörden und Gerichte.

    PETAs eigentliches Ziel ist nicht nur besserer Tierschutz

    Bei der grundsätzlichen Debatte sollte deshalb genau hingesehen werden. PETA fordert nicht lediglich bessere Kontrollen, mehr Wasserstellen, geeignetere Ausrüstung oder strengere Haltungsstandards. Die Organisation will die touristische Nutzung der Esel und Maultiere grundsätzlich beenden und die verbliebenen Tiere möglichst in Auffangstationen unterbringen.

    Damit gibt es für die betroffenen Halter und Treiber aus Sicht PETAs langfristig keinen Platz mehr in diesem touristischen Modell.

    Genau das unterscheidet eine klassische Tierrechtskampagne von reinem Tierschutz. Beim Tierschutz wäre die zentrale Frage, unter welchen Bedingungen Tiere vertretbar eingesetzt werden können. PETA stellt dagegen grundsätzlich infrage, dass Menschen Tiere für solche Zwecke überhaupt nutzen.

    Wer also den Eindruck vermittelt, es gehe lediglich darum, ein paar Haltungsbedingungen zu verbessern, greift zu kurz.

    Die betroffenen Eseltreiber sehen sich nicht nur mit Kritik konfrontiert. Sie erleben eine internationale Organisation, die offen auf das Ende ihrer bisherigen Tätigkeit hinarbeitet. Das schafft zwangsläufig Konfliktpotenzial.

    Auch das rechtfertigt keine Gewalt. Aber es gehört zur vollständigen Einordnung des Geschehens.

    Technische Alternative oder PR-Kulisse?

    Als Alternative verweist PETA weiterhin auf Exoskelette, die Besuchern den Aufstieg erleichtern könnten. Die Organisation bot dem Bürgermeister und dem Präsidenten der Hafenbehörde der Gemeinde von Firá an, die Anschaffung erster Geräte finanziell zu unterstützen, falls die Eselritte beendet werden.

    Ein vergleichbares Pilotprojekt am chinesischen Berg Tai zeigte bereits, dass solche Geräte Touristen bei langen Aufstiegen unterstützen können. Daraus folgt jedoch noch lange nicht automatisch, dass das System auch auf Santorini wirtschaftlich, sicher und dauerhaft funktionieren würde.

    Gerade deshalb wäre ein ernsthafter Praxistest interessant.

    PETA hätte die Möglichkeit, mehrere Geräte anzuschaffen, sie den Verantwortlichen kostenlos zur Verfügung zu stellen und anschließend belastbare Daten vorzulegen. Wie viele Menschen nutzen sie? Wie oft fallen sie aus? Welche Kosten entstehen? Wie hoch ist der Personalbedarf? Können auch ältere Touristen die Technik problemlos verwenden?

    Ein solcher Test könnte tatsächlich zeigen, ob Exoskelette eine realistische Ergänzung oder sogar Alternative darstellen.

    Stattdessen steht das Angebot unter der Voraussetzung, dass die Tiertransporte beendet werden.

    Damit wirkt das Projekt weniger wie ein gemeinsames Suchen nach einer Lösung und deutlich stärker wie ein politisches Druckmittel.

    Gewalt bleibt falsch – PETA darf trotzdem kritisiert werden

    Der entscheidende Punkt darf bei aller Kritik nicht verloren gehen: Niemand erhält das Recht, einen anderen Menschen zu schlagen, weil ihm dessen politische Forderungen nicht gefallen. Sollte sich der geschilderte Angriff bestätigen, müssen die Verantwortlichen dafür geradestehen.

    Genauso falsch wäre es allerdings, die Geschichte ausschließlich als Erzählung von friedlichen Aktivistinnen auf der einen und grundlos aggressiven Eseltreibern auf der anderen Seite zu präsentieren.

    PETA führt auf Santorini seit Jahren eine Kampagne mit einem klaren Ziel. Die touristische Nutzung der Esel soll verschwinden. Anzeigen, internationale Öffentlichkeit, Protestaktionen und nun die medienwirksame Präsentation von Exoskeletten gehören zu dieser Strategie.

    Die Aktivistinnen kamen deshalb nicht lediglich nach Santorini, um freundlich über bessere Haltungsbedingungen zu diskutieren. Sie vertraten eine Organisation, die offen auf das Ende eines traditionellen Geschäftsmodells hinarbeitet.

    Wer Menschen vermittelt, ihre bisherige Tätigkeit müsse vollständig beendet werden, kann nicht gleichzeitig so tun, als würde man lediglich unverbindlich über besseren Tierschutz sprechen.

    Santorini braucht Lösungen statt PR-Schlachten

    Dass bei arbeitenden Eseln und Maultieren vernünftige Tierschutzstandards eingehalten werden müssen, steht außer Frage. Wunden, ungeeignete Ausrüstung, Überlastung oder mangelnder Zugang zu Wasser und Schatten wären nicht akzeptabel und müssen kontrolliert sowie gegebenenfalls sanktioniert werden.

    Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede Nutzung der Tiere verboten werden muss.

    Ebenso wenig reicht es aus, ein Exoskelett vor laufenden Kameras vorzuführen und damit zu suggerieren, das Problem sei technisch bereits gelöst.

    Wenn PETA zeigen möchte, dass ihre Alternative tatsächlich funktioniert, könnte die Organisation genau das beweisen: Geräte kaufen, sie kostenlos bereitstellen, einen groß angelegten Test finanzieren und offenlegen, was das System tatsächlich kostet.

    Das wäre konkrete Hilfe.

    Eine Alternative lediglich zu präsentieren und gleichzeitig die Abschaffung der bisherigen Tätigkeit zur Voraussetzung für Unterstützung zu machen, ist dagegen vor allem eines: Kampagnenpolitik.

    Der Vorfall auf Santorini sollte deshalb in zwei getrennten Fragen betrachtet werden. Erstens muss geklärt werden, ob und von wem die Aktivistinnen angegriffen wurden. Zweitens darf man trotzdem fragen, welchen Anteil PETAs bewusst konfrontative Strategie daran hat, dass aus einer Diskussion über Tierschutz zunehmend ein gesellschaftlicher Konflikt zwischen Aktivisten und Menschen entsteht, deren Existenzgrundlage abgeschafft werden soll.

    Quellen

  • Nilkrokodil Elinor zieht von Genf nach Füssen – neue Anlage für bis zu vier Meter Körperlänge geplant

    Nilkrokodil Elinor zieht von Genf nach Füssen – neue Anlage für bis zu vier Meter Körperlänge geplant

    Das 1,20 Meter lange Nilkrokodil-Weibchen Elinor hat den Bioparc Genève verlassen und ist in den Reptilienzoo Füssen umgezogen. Der Grund: Das bisherige Gehege in der Schweiz wurde für das wachsende Tier zu klein. In Füssen beginnt für Elinor zunächst eine dreiwöchige Quarantäne, bevor geprüft werden soll, mit welchen der bereits vorhandenen Krokodile sie sich verträgt.

    Transport im geschlossenen Behälter

    Der Umzug erforderte eine sorgfältige Vorbereitung. Nach Angaben aus den Berichten zum Transport wurde zunächst das Wasser aus dem Genfer Gehege abgelassen. Der Direktor des Bioparc Genève und ein Mitarbeiter fingen Elinor anschließend von Hand ein und brachten sie in eine abgedunkelte Transportbox. Dabei sicherte ein Mitarbeiter Maul und Vorderbeine, während der andere Hinterbeine und Schwanz kontrollierte.

    Drei Tage vor der Fahrt erhielt das Krokodil kein Futter. Bioparc-Direktor Tobias Blaha brachte Elinor anschließend persönlich mit dem Auto nach Füssen. Der Transport endete am Donnerstag im Reptilienzoo, der von Dieter Graf geführt wird. Dabei kam es zu Hürden bei der Zollabfertigung.

    Quarantäne vor dem ersten Kontakt

    In Füssen bleibt Elinor zunächst getrennt von den anderen Tieren. Die dreiwöchige Quarantäne soll ihr die Eingewöhnung ermöglichen. Erst danach soll das Nilkrokodil auch für Besucher zu sehen sein. Die Quarantäne markiert damit die erste Phase ihres Aufenthalts im neuen Zoo.

    Der Kontakt zu den im Zoo lebenden Reptilien wird schrittweise aufgebaut. Über sogenannte Schmusegitter können sich die Tiere zunächst sehen und wahrnehmen, ohne direkt aufeinandertreffen zu müssen. Im Reptilienzoo leben bereits Alligatoren, afrikanische Stumpfkrokodile und Kaimane. Elinor bleibt dort vorerst das einzige Nilkrokodil.

    Für Besucher bedeutet der Neuzugang daher nicht nur ein weiteres Tier im Bestand, sondern auch eine mehrwöchige Übergangsphase. Ob und mit welchen Artgenossen Elinor verträglich ist, soll erst nach den ersten kontrollierten Kontakten geprüft werden.

    Neue Anlage für ausgewachsene Größe geplant

    Die langfristige Herausforderung liegt in der Größe des Tieres. Ausgewachsene Nilkrokodile können bis zu vier Meter lang werden. Der Reptilienzoo plant deshalb eine neue Anlage, die nicht nur für Elinors aktuelle Körperlänge von rund 1,20 Metern, sondern auch für ihre spätere Größe ausgelegt sein soll. Das bisherige Gehege in Genf war für Elinor zu klein geworden; die bauliche Aufgabe liegt nun in Füssen.

    Elinor war zuvor Teil eines wissenschaftlichen Projekts in Genf. Nach den Berichten stammten die 2022 importierten Eier aus Südafrika; Elinor schlüpfte ebenfalls 2022.

    Quellen

  • 100 Jahre Neunkircher Zoo: Zoofest öffnet Türen hinter den Kulissen

    100 Jahre Neunkircher Zoo: Zoofest öffnet Türen hinter den Kulissen

    Der Neunkircher Zoo feiert am Sonntag, 6. September 2026, sein 100-jähriges Bestehen mit einem Zoofest. Von 10 bis 17 Uhr erhalten Besucher Einblicke in Bereiche, die im normalen Zoobetrieb verborgen bleiben. Dazu gehören unter anderem der Wirtschaftshof, der Reptilienkeller, das Elefantenhaus und die Raubtieranlage.

    Führungen zeigen den Arbeitsalltag im Zoo

    Bei Führungen erläutern Zoodirektor Konstantin Ruske und Mitarbeiter der Tierpflege, wie der tägliche Betrieb organisiert ist. Informationsstände am Elefantenhaus, auf dem Wirtschaftshof, am Giraffenhaus und am Affenhaus widmen sich der Haltung und Versorgung der Tiere sowie den Aufgaben der Beschäftigten. Die Führungen und weiteren Programmpunkte finden zu festen Uhrzeiten statt: Um 10 Uhr beginnt der Blick hinter die Kulissen des Wirtschaftshofs, um 10.45 Uhr folgt der Blick in den Reptilienkeller, um 11.30 Uhr die Führung am Elefantenhaus. Damit rückt das Fest nicht nur die Geschichte des Zoos, sondern auch die praktischen Abläufe hinter dem Besuchererlebnis in den Mittelpunkt. Die Führungen bieten Besuchern damit zusätzliche Einblicke in die Arbeit des Zoos.

    Auf dem Programm stehen außerdem mehrere Schaufütterungen. Besucher können unter anderem Brillenpinguine, Erdmännchen und Giraffen bei der Futteraufnahme beobachten. Bei den Pavianen ist eine Besucherfütterung angekündigt; für Kragenbären und Orang-Utans sind Beschäftigungsaktionen vorgesehen. Die Angebote vermitteln dabei unterschiedliche Formen der Tierbetreuung – von fest terminierten Fütterungen bis zu zusätzlicher Beschäftigung.

    Zoochronik blickt auf ein Jahrhundert zurück

    Zum Jubiläum erscheint eine überarbeitete Zoochronik mit 100 Seiten. Sie zeichnet die Entwicklung der Einrichtung von den Anfängen bis zum heutigen Zoo nach. Vorgestellt wird das Buch um 12 Uhr an der Zooschule durch Konstantin Ruske, den früheren Zoodirektor Norbert Fritsch und Obertierpfleger Dirk Backes. Die Vorstellung ergänzt das Programm um einen Rückblick auf die Geschichte des Zoos.

    Die Chronik ist im Zooshop für 12,50 Euro erhältlich und kann während des Festes von den Autoren signiert werden. Nach Angaben des Zoos leben in der Einrichtung auf einer Fläche von 21 Hektar fast 600 Tiere aus mehr als 120 Tierarten. Das Jubiläumsprogramm verbindet damit historische Rückblicke mit einem konkreten Blick auf die heutige Arbeit in den Anlagen.

    Für Besucher ist vor allem der Zugang zu den sonst nicht öffentlichen Bereichen relevant. Gleichzeitig bleibt der Zoo während des Festes regulär als Ausflugsziel geöffnet und ergänzt den Rundgang um feste Programmpunkte für Familien und Tierinteressierte. Zusätzliche Angebote wie Schaufütterungen und Beschäftigungsaktionen erweitern das Programm. Die Veranstaltung bietet damit verschiedene Möglichkeiten, den Zoo und seine Arbeit kennenzulernen. Weitere Programmpunkte ergänzen die Einblicke hinter die Kulissen.

    Quellen

  • Kronenkraniche Kibo und Mara jetzt im Kölner Zoo zu sehen

    Kronenkraniche Kibo und Mara jetzt im Kölner Zoo zu sehen

    Im Kölner Zoo sind zwei Ostafrikanische Kronenkraniche für Besucher zu sehen. Das Paar „Kibo“ und „Mara“ kam bereits im April aus dem Vogelpark Walsrode nach Köln und lebte zunächst in Quarantäne und Eingewöhnung hinter den Kulissen.

    Neuer Stall im Hippodrom

    Für die beiden Vögel wurde im Hippodrom ein eigener Stall errichtet. Dort teilen sie sich die Anlage mit Flusspferden, Perlhühnern und Sitatunga-Antilopen. Diese Gemeinschaftshaltung orientiert sich an Tiergemeinschaften, die auch im ostafrikanischen Lebensraum der Kronenkraniche vorkommen. Der neue Stall ermöglicht den Besuchern, das Paar im Hippodrom zu beobachten.

    Kibo schlüpfte 2019 im Vogelpark Walsrode, Mara folgte dort 2025. Die Namen verweisen auf Ostafrika: Kibo ist nach dem höchsten Gipfel des Kilimandscharo benannt, Mara nach dem kenianischen Gebiet Massai Mara. Nach der abgeschlossenen Quarantäne und einer behutsamen Eingewöhnung können Gäste das Paar nun im Hippodrom beobachten.

    Hoffnung auf Nachwuchs

    Der Einzug ist nicht nur eine Erweiterung des Tierbestands, sondern steht auch im Zeichen der Erhaltungszucht. Der Ostafrikanische Kronenkranich gilt als stark bedroht. Für den Kölner Zoo ist die harmonische Beziehung des Paares deshalb ein positives Signal, auch wenn sich daraus noch keine sichere Zuchtprognose ableiten lässt.

    Die Art steht 2026 im Mittelpunkt der bundesweiten Kampagne „Zootier des Jahres“. Nach Angaben des Kölner Zoos und der beteiligten Artenschutzorganisationen sollen dabei auch Schutzprojekte in Kenia und Tansania unterstützt werden. Dort setzen Lebensraumverlust, die Zerstörung von Feuchtgebieten, landwirtschaftliche Chemikalien und Kollisionen mit Stromleitungen den Beständen zu.

    Der Kölner Zoo beteiligt sich als Platinförderer an der Kampagne und verbindet die Präsentation der Tiere mit Informationen über ihren Schutz. Für Besucher wird der neue Stall damit zu einem konkreten Zugang zu einer Art, deren Gefährdung außerhalb Afrikas oft weniger bekannt ist. Entscheidend bleibt, ob aus der Eingewöhnung von Kibo und Mara tatsächlich Nachwuchs hervorgeht.

    Quellen