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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Zoo & Zirkus

Kategorie: Zoo & Zirkus

  • Elefantenhof Platschow wehrt sich gegen Kritik an Stream – Vorwürfe gegen PETA-Kampagne

    Elefantenhof Platschow wehrt sich gegen Kritik an Stream – Vorwürfe gegen PETA-Kampagne

    Streit um ein Elefantenvideo erreicht den Elefantenhof Platschow

    Ein Video der Streamer Jordan und Semih vom Elefantenhof Platschow hat eine öffentliche Auseinandersetzung über Tierhaltung, Unterhaltung und Tierschutz ausgelöst. Kritiker aus dem Umfeld von Tierrechtsorganisationen beanstanden den gezeigten Kontakt zu den Elefanten. Der Betreiber Sonni Frankello weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Tiere hätten freiwillig an den Aufnahmen teilgenommen und jederzeit den Kontakt beenden können. Der Publizist Philipp J. Kroiß wertet die Reaktionen in einem Kommentar für zoos.media als gezielte Kampagne gegen den Hof und die beiden Streamer.

    Nach Darstellung von Frankello und den Streamern habe es vor der öffentlichen Kritik keinen direkten Austausch mit den Beteiligten gegeben. Jordan und Semih erklärten demnach, sie hätten sich eine Kontaktaufnahme gewünscht, um die konkreten Umstände des Drehs erläutern zu können. Genau darin sieht Kroiß einen zentralen Schwachpunkt der Kampagne: Statt zunächst Fragen an den Elefantenhof oder die Streamer zu richten, seien kurze Ausschnitte und zugespitzte Bewertungen verbreitet worden. Ob einzelne Kritiker tatsächlich gegen journalistische oder tierschutzfachliche Standards verstießen, ist damit allerdings nicht automatisch geklärt; fest steht zunächst nur, dass die Betroffenen fehlende Kommunikation beanstanden.

    Freiwillige Teilnahme als Kern der Verteidigung

    Die Verteidigung des Elefantenhofs konzentriert sich auf die konkrete Situation während des Streams. Nach den Aussagen der Streamer hätten die Elefanten den Kontakt selbst gesucht beziehungsweise freiwillig daran teilgenommen. Zudem sei kein Schaden für die Tiere entstanden. Diese Angaben stammen von den unmittelbar Beteiligten und bilden den Kern ihrer Reaktion auf die Vorwürfe.

    Eine unabhängige veterinärmedizinische Bewertung des konkreten Videos wird in den zugrunde liegenden Beiträgen nicht präsentiert. Deshalb lässt sich aus der bloßen Darstellung des Streams weder ein Tierwohlverstoß ableiten noch abschließend beurteilen, wie die Haltung und der Umgang mit den Elefanten fachlich zu bewerten sind. Die entscheidende praktische Frage lautet somit, ob die gezeigte Interaktion tatsächlich freiwillig erfolgte und unter Bedingungen stattfand, die den Tieren jederzeit Rückzug ermöglichten. Genau diese konkrete Prüfung wird durch pauschale Zuschreibungen wie „Tierquälerei“ oder „Missbrauch“ nicht ersetzt.

    Der Hof verweist zugleich auf die lange Erfahrung der Familie Frankello im Umgang mit Elefanten. Das ist ein relevanter Hinweis auf den praktischen Hintergrund, ersetzt aber ebenfalls keine unabhängige Prüfung einzelner Haltungsbedingungen. Für Zuschauer bleibt daher wichtig, zwischen der Selbstdarstellung des Betriebs, den Aussagen der Streamer und den Bewertungen externer Organisationen zu unterscheiden.

    Klicks, Spenden und grundsätzliche Ideologievorwürfe

    Kroiß geht in seinem Kommentar über den konkreten Streit hinaus. Er wirft Teilen der Tierrechtsbewegung vor, emotionale Kampagnen vor allem zur Gewinnung von Aufmerksamkeit und finanziellen Mitteln einzusetzen. Außerdem behauptet er, die dahinterstehende Ideologie ziele letztlich auf das Ende jeder Form von Tierhaltung. Diese Einschätzung ist seine politische und publizistische Bewertung, keine behördliche oder gerichtliche Feststellung.

    Als Beispiel für die Reichweite des Streams wird eine durchschnittliche Zuschauerzahl von knapp 20.000 genannt. Damit erreichte das Video eine Zielgruppe, die durch klassische Bildungsangebote über Elefanten möglicherweise schwerer angesprochen wird. Für den Elefantenhof und seine Unterstützer liegt darin der eigentliche Konflikt: Positive Mensch-Tier-Kontakte können Interesse an Tieren wecken, werden von Gegnern der Haltung aber grundsätzlich anders bewertet. Beide Seiten verbinden mit derselben Szene daher unterschiedliche Vorstellungen von Tierschutz und Wissensvermittlung.

    Auch die öffentliche Einordnung von Philipp Kroiß und zoos.media hilft bei der Einordnung des Absenders. Kroiß positioniert sich seit Jahren deutlich zugunsten zoologischer Einrichtungen und gegen tierrechtsorientierte Kampagnen. Seine Kritik an PETA und anderen Akteuren ist deshalb nicht neutral, sondern Teil einer länger anhaltenden Auseinandersetzung über die Legitimität von Zoos, Tierparks und anderen Einrichtungen mit Tierhaltung.

    PETA wird Beteiligung vorgeworfen

    Im Kommentar wird auch PETA eine Beteiligung an der Kampagne zugeschrieben. Konkrete Angaben zu einer offiziellen Stellungnahme, einer Anzeige oder einer behördlichen Maßnahme gegen den Elefantenhof enthält der veröffentlichte Beitrag jedoch nicht. Der Vorwurf, PETA oder ihr Umfeld nutzten den Fall gezielt zur „Monetarisierung von Hass“, bleibt damit eine zugespitzte Bewertung des Kommentators.

    Der Streit zeigt dennoch ein bekanntes Muster digitaler Tierschutzdebatten: Ein kurzer Videoclip wird zum Symbol für eine umfassende Grundsatzfrage. Während die einen darin einen harmlosen Kontakt und eine niedrigschwellige Form der Tiervermittlung sehen, bewerten die anderen bereits die öffentliche Inszenierung von Elefanten als grundsätzlich problematisch. Für eine seriöse Bewertung müsste deshalb der vollständige Ablauf betrachtet werden – einschließlich Haltung, Rückzugsmöglichkeiten, Trainingsbedingungen und der konkreten Reaktion der Tiere.

    Der Elefantenhof Platschow steht damit nicht nur wegen eines einzelnen Streams im Mittelpunkt. Der Fall macht sichtbar, wie schnell aus einer unvollständigen Szene ein ideologischer Stellvertreterkonflikt wird. Belastbare Aussagen zum Tierwohl können nur aus den tatsächlichen Bedingungen vor Ort folgen; gegenseitige Beschimpfungen und pauschale Kampagnen ersetzen diese Prüfung nicht.

    Tatsächlich verwendete externe Quellen: "https://zoos.media/medien-echo/hetz-kampagne-gegen-elefantenhof-statements-demaskieren-ignoranz-[tierrechtsindustrie/","https://zoos.media/medien-echo/elefantenhof-platschow-hetz-kampagne-tierrechtsindustrie-sonni-frankello/"]

    Quellen

  • Hamburg: Gastspiel des Circus Krone trotz politischer Ablehnung von Wildtieren im Zirkus

    Hamburg: Gastspiel des Circus Krone trotz politischer Ablehnung von Wildtieren im Zirkus

    Hamburg positioniert sich politisch seit Jahren gegen Wildtiere im Zirkus, während ein Gastspiel des Circus Krone auf dem Heiligengeistfeld vorgesehen ist. Vom 17. September bis zum 11. Oktober 2026 sind dort Vorstellungen geplant, bei denen nach Angaben des Veranstalters auch Löwen und Tiger auftreten. Der Hamburger Tierschutzverein kündigt deshalb Protest vor dem Zirkuszelt an. Der Streit zeigt, wie Kritiker das Verhältnis zwischen der politischen Haltung des Senats und den tatsächlichen Nutzungsmöglichkeiten städtischer Veranstaltungsflächen bewerten.

    Circus Krone kommt zurück – Protest vor dem Zelt angekündigt

    Der Circus Krone war zuletzt vor vier Jahren in Hamburg zu Gast. Für das neue Gastspiel ist die erste Vorstellung am 17. September auf dem Heiligengeistfeld vorgesehen. Die Jugendgruppe des Hamburger Tierschutzvereins will ab 17 Uhr vor dem Haupteingang demonstrieren und dabei Spiegel mit roten Clownsnasen einsetzen. Die Aktion soll Besuchern nach Angaben des Vereins die Frage stellen, ob Tiere in der Unterhaltungsindustrie ihren Platz haben.

    Der Hamburger Tierschutzverein kritisiert vor allem die Haltung und Dressur von Wildtieren. Nach Angaben des Vereins gehören neben Löwen und Tigern auch Pferde und Hunde zum Programm des Circus Krone. Der Deutsche Tierschutzbund, dessen Dachverband der Hamburger Verein ist, fordert seit Jahren ein bundesweites Verbot von Wildtieren im Zirkus. Als Argumente nennt der Verband unter anderem häufige Transporte, begrenzte Platzverhältnisse und die Anforderungen der Auftritte.

    Circus Krone weist die grundsätzliche Kritik an seiner Tierhaltung zurück. Der Zirkus erklärt, verantwortungsvoll mit seinen Tieren umzugehen und regelmäßig von unabhängigen Behörden kontrolliert zu werden. Damit stehen sich im aktuellen Hamburger Konflikt zwei grundlegend unterschiedliche Bewertungen gegenüber: Der Hamburger Tierschutzverein begründet seine Kritik mit häufigen Transporten, begrenzten Platzverhältnissen und den Anforderungen der Auftritte, während der Zirkus auf seine Angaben zu verantwortungsvoller Haltung und regelmäßigen Kontrollen durch unabhängige Behörden verweist.

    Politische Ablehnung ohne städtisches Verbot

    Der politische Widerspruch reicht in Hamburg weiter zurück. Nach der Berichterstattung hatte die Stadt bereits vor rund 15 Jahren versucht, ein Verbot von Wildtieren im Zirkus über den Bundesrat voranzubringen. Ein bundesweit geltendes Verbot gibt es jedoch bis heute nicht. Ein generelles Verbot für Zirkusse ohne entsprechende Bundesregelung ist damit in Hamburg bislang nicht umgesetzt.

    Im Zentrum steht dabei das Spannungsverhältnis zwischen der Berufsfreiheit und dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz. Ein Verbot bestimmter Tierarten oder Darbietungen müsste bundesrechtlich rechtssicher ausgestaltet werden. Solange diese Regelung fehlt, können Kommunen und Länder zwar einzelne Flächen bewirtschaften oder deren Nutzung ordnen, aber nicht automatisch jede Veranstaltung mit Wildtieren untersagen.

    Genau an diesem Punkt setzt die Kritik am Hamburger Senat an. Die konkrete Nutzung des Heiligengeistfelds wird dabei als städtische Flächenentscheidung behandelt; der Vorwurf lautet, dass der Senat seine eigenen politischen Ziele bei der Vergabe besonders prominenter Flächen nach Ansicht der Kritiker nicht sichtbar umsetzt. Als mögliche Alternative wird eine Änderung der Nutzungsordnung des Heiligengeistfelds genannt. Damit könnte Hamburg ein Signal setzen, ohne ein landesweites Berufsverbot für Zirkusunternehmen zu schaffen.

    Heiligengeistfeld als Symbolfläche der Debatte

    Das Heiligengeistfeld liegt mitten in Hamburg und ist durch Großveranstaltungen besonders präsent. Deshalb wird die Fläche von Kritikern anders bewertet als mögliche Ausweichorte wie der Frascatiplatz in Bergedorf oder die Trabrennbahn in Horn. Ein Ausschluss des Circus Krone vom Heiligengeistfeld könnte die städtische Haltung zu Tierdarbietungen deutlich erkennbar machen.

    Ein vergleichbarer Schritt wurde bereits beim Hamburger Dom vollzogen. Dort sind Tierdarbietungen seit 2024 verboten. Für das Heiligengeistfeld gilt diese Einschränkung offenbar nicht in gleicher Weise. Die Stadt erklärt Wildtiere im Zirkus politisch für problematisch; aus dem Vergleich mit dem Hamburger Dom folgt jedoch nicht, dass sie ihre Flächenpolitik bislang nicht konsequent als Steuerungsinstrument nutzt.

    Dass Zirkusunterhaltung auch ohne Wildtiere möglich ist, zeigen etwa Circus Roncalli und der Cirque du Soleil. Deren Konzepte werden von Befürwortern eines tierfreien Zirkus als Beispiele dafür angeführt, dass artistische Programme nicht auf Löwen- oder Tigerdressuren angewiesen sind. Die praktische Entscheidung in Hamburg bleibt jedoch zunächst eine andere: Für das Heiligengeistfeld sind Vorstellungen des Circus Krone bis zum 11. Oktober geplant, während der Protest gegen diese Genehmigung bereits organisiert ist.

    Quellen

  • Sumatra-Tiger-Nachwuchs im Krefelder Zoo

    Sumatra-Tiger-Nachwuchs im Krefelder Zoo

    Im Krefelder Zoo gibt es erneut Nachwuchs bei den Sumatra-Tigern. Tigerin Mau brachte bereits am 7. Juni 2026 drei Jungtiere zur Welt, von denen allerdings nur ein junger Kater überlebte. Ein Jungtier starb unmittelbar nach der Geburt, bei einem zweiten stellten die Tierärztinnen einen schweren Herzfehler fest. Da dieses Jungtier nach Angaben des Zoos nicht lebensfähig war, entschieden Tierpfleger und Zootierärztinnen gemeinsam, es einzuschläfern.

    Der verbliebene Jungtiger entwickelt sich dagegen bislang gut und wird intensiv von seiner Mutter versorgt. Mittlerweile bringt der Kater rund 13 Kilogramm auf die Waage und nimmt neben der Muttermilch auch feste Nahrung zu sich. Seine ersten Lebensmonate verbrachte er gemeinsam mit Mau in den für Besucher nicht zugänglichen Bereichen des Tigerhauses. Nun beginnt für das Jungtier schrittweise eine neue Phase, denn erstmals soll es auch Bereiche außerhalb seiner bisherigen Wurfhöhle kennenlernen.

    Mau bestimmt das Tempo

    Wann Besucher den jungen Tiger tatsächlich zu Gesicht bekommen, lässt sich derzeit nicht genau vorhersagen. In den kommenden Tagen soll der Kater zunächst die Wurfhöhle und den rückwärtigen Bereich des Tigerhauses verlassen und anschließend für einzelne Zeiträume auch die einsehbare Außenanlage erkunden können. Einen festen Zeitplan möchte der Zoo dabei bewusst nicht vorgeben. Wie lange sich das Jungtier draußen aufhält, hängt vom Verhalten von Mau und ihrem Nachwuchs ab.

    Damit folgt der Zoo einem Ansatz, bei dem nicht der Besucherwunsch, sondern das Verhalten der Tiere den Ablauf bestimmt. Wer den jungen Tiger sehen möchte, wird deshalb zumindest in der ersten Zeit etwas Glück benötigen. Mau kann sich mit ihrem Jungtier jederzeit wieder in die nicht einsehbaren Bereiche zurückziehen. Gerade bei einem noch jungen Tier ist diese Rückzugsmöglichkeit ein wichtiger Bestandteil der Haltung und Eingewöhnung.

    Die Entwicklung des Katers wird zudem engmaschig veterinärmedizinisch begleitet. Er wird regelmäßig gewogen, untersucht und erhält die für seine Entwicklung vorgesehenen Impfungen. Nach Angaben des Zoos zeigt sich der Jungtiger bei Untersuchungen und Behandlungen ruhig und kooperativ, obwohl er sich vor seinen Tierpflegern außerhalb solcher Situationen offenbar gerne versteckt. Die Kombination aus medizinischer Betreuung, Rückzugsmöglichkeiten und schrittweiser Gewöhnung zeigt zugleich, wie viel Aufwand hinter der Aufzucht eines solchen Jungtieres steht.

    Zweiter Zuchterfolg von Mau und Leopold

    Für Tigerin Mau ist es bereits der zweite erfolgreiche Wurf mit Kater Leopold. Die beiden Tiere waren zwischen dem 25. Februar und dem 1. März 2026 erneut zusammengeführt worden. Leopold stammt ursprünglich aus dem Naturzoo Rheine und wurde im Rahmen des koordinierten Zuchtmanagements als Partner für Mau ausgewählt. Dass solche Zusammenführungen keineswegs automatisch funktionieren, zeigte sich bereits bei den ersten Begegnungen der beiden Tiere.

    Mau reagierte zunächst eher abweisend auf Leopold, und auch der damals junge Kater musste offenbar erst lernen, erfolgreich mit einem Weibchen umzugehen. Die Geduld der Tierpfleger zahlte sich schließlich aus: Im November 2022 brachte Mau erstmals drei Jungtiere zur Welt, von denen zwei erfolgreich aufgezogen wurden. Diese beiden Tiger verließen Krefeld im Jahr 2024 und wurden im Rahmen des Zuchtprogramms an Einrichtungen in Irland und Frankreich vermittelt. Damit werden die Tiere nicht nach Belieben zwischen Zoos verschoben, sondern ihre weitere Haltung und mögliche Zucht wird innerhalb eines koordinierten Populationsmanagements abgestimmt.

    Auch bei anderen Tierarten spielt die koordinierte Zucht im Krefelder Zoo eine wichtige Rolle. Entscheidend ist dabei nicht allein die Geburt möglichst vieler Jungtiere, sondern der langfristige Erhalt genetisch möglichst stabiler Populationen. Dafür werden Abstammung, Verwandtschaftsgrad und Zuchteignung der einzelnen Tiere berücksichtigt. Genau darin unterscheidet sich eine professionelle Erhaltungszucht von einer unkontrollierten Vermehrung von Tieren.

    Sumatra-Tiger sind auf koordinierte Schutzmaßnahmen angewiesen

    Sumatra-Tiger gehören zu den besonders stark bedrohten Großkatzen. Ihr natürlicher Lebensraum befindet sich ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra und steht seit Jahrzehnten unter erheblichem Druck. Lebensraumverlust und Wilderei gehören zu den wesentlichen Gefahren für die Tiere. Schutzmaßnahmen in den natürlichen Lebensräumen und der Aufbau stabiler Populationen in menschlicher Obhut sind deshalb keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.

    Zoos übernehmen innerhalb dieses Systems die Aufgabe, genetisch gemanagte Reservepopulationen zu erhalten. Dabei reicht es nicht aus, einfach zwei Tiger zusammenzubringen und auf Nachwuchs zu hoffen. Zuchtentscheidungen werden populationsübergreifend koordiniert, Tiere werden zwischen Einrichtungen vermittelt und ihre Abstammung wird dokumentiert. Dadurch soll verhindert werden, dass kleine Populationen durch zu enge Verwandtschaft langfristig genetisch verarmen.

    Der Zoo Krefeld beteiligt sich nach eigenen Angaben an zahlreichen internationalen und europäischen Zuchtprogrammen. Beim Sumatra-Tiger erfolgt die Zucht ebenfalls im Rahmen eines koordinierten Erhaltungsprogramms, das festlegt, welche Tiere genetisch sinnvoll miteinander verpaart werden können. Genau deshalb ist auch die spätere Vermittlung der Jungtiere in andere zoologische Einrichtungen Teil des Konzeptes. Die beiden 2022 geborenen Tiger sind dafür ein konkretes Beispiel.

    Mehr als nur eine neue Besucherattraktion

    Bei der Meldung über einen jungen Tiger stehen verständlicherweise zunächst die Bilder des Nachwuchses im Mittelpunkt. Der eigentliche Hintergrund ist jedoch deutlich umfassender als die Frage, wann Besucher den Kater erstmals auf der Außenanlage sehen können. Hinter einer erfolgreichen Nachzucht stehen Zuchtplanung, veterinärmedizinische Betreuung, langfristige Tierhaltung und die Zusammenarbeit verschiedener zoologischer Einrichtungen. Dass bei diesem Wurf zwei von drei Jungtieren nicht überlebten, zeigt gleichzeitig, dass auch unter intensiver menschlicher Betreuung nicht jede Geburt erfolgreich endet.

    Gerade bei bedrohten Tierarten zeigt sich deshalb, warum die pauschale Behauptung, moderne Zoos würden Tiere lediglich zur Unterhaltung des Publikums vermehren, an der tatsächlichen Arbeit vieler Einrichtungen vorbeigeht. Der junge Kater in Krefeld ist nicht einfach ein neues Tier für die Außenanlage, sondern Teil einer über mehrere Einrichtungen hinweg koordinierten Population. Ob und wie sich solche Reservepopulationen künftig unmittelbar für den Schutz einer Art einsetzen lassen, hängt von vielen Faktoren ab und sollte nicht romantisiert werden. Ihre Bedeutung für den Erhalt genetischen Wissens, für Forschung, veterinärmedizinische Erfahrung und eine langfristig gemanagte Population lässt sich deshalb jedoch ebenso wenig einfach wegdiskutieren.

    Für den jungen Tiger steht zunächst ohnehin etwas sehr viel Einfacheres im Mittelpunkt: Er muss gesund heranwachsen, seine Umgebung kennenlernen und sich gemeinsam mit seiner Mutter Schritt für Schritt an die neuen Bereiche des Tigerhauses gewöhnen. Wann Besucher ihn dabei beobachten können, entscheidet letztlich nicht der Terminkalender des Zoos, sondern Mau gemeinsam mit ihrem Nachwuchs. Genau diese Möglichkeit zum Rückzug gehört zu einer verantwortungsvollen Haltung dazu. Wer den jungen Sumatra-Tiger in den kommenden Wochen sehen möchte, braucht deshalb möglicherweise etwas Geduld.

    Quellen

  • Lange Zoonacht im Zoo Stralsund: Polarwolf-Nachwuchs bekommt seinen Namen

    Lange Zoonacht im Zoo Stralsund: Polarwolf-Nachwuchs bekommt seinen Namen

    Am Samstag, 19. September 2026, steht im Zoo Stralsund ein besonderer Termin auf dem Programm. Bei der Langen Zoonacht erhält der junge Polarwolf um 16:45 Uhr auf der Festwiese offiziell seinen Namen. Zwischen 16:00 und 20:00 Uhr verbindet der Zoo Tierpräsentationen und Fütterungen mit Musik, Geschichten und verschiedenen Angeboten für Familien. Im Mittelpunkt steht dabei der Polarwolf-Nachwuchs, der bereits in den vergangenen Monaten für besonderes Interesse bei den Besuchern gesorgt hat.

    Namensgebung wird zum Höhepunkt der Zoonacht

    Den Auftakt der Langen Zoonacht bildet um 16:00 Uhr eine Tiershow auf der Festwiese. Bereits 45 Minuten später folgt mit der offiziellen Namensgebung des jungen Polarwolfs einer der zentralen Programmpunkte des Abends. Nach Angaben des Zoos waren zuvor zahlreiche Namensvorschläge eingegangen, aus denen schließlich ein Name für das Jungtier ausgewählt wurde. Welcher Vorschlag sich durchgesetzt hat, soll erst während der Veranstaltung öffentlich bekannt gegeben werden.

    Solche Namensgebungen sind weit mehr als eine nette Begleiterscheinung im Zooalltag. Sie schaffen eine Verbindung zwischen Besuchern und den im Zoo lebenden Tieren und sorgen gerade bei Jungtieren für zusätzliche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bieten Veranstaltungen wie die Zoonacht die Möglichkeit, Tierbeobachtung und Informationen über die jeweilige Art miteinander zu verbinden. Zwischen 17:00 und 19:00 Uhr steht deshalb zusätzlich ein Tierinfostand auf der Festwiese zur Verfügung, an dem Besucher mehr über die Bewohner des Zoos erfahren können.

    Haustierparade, Mühle und öffentliche Fütterungen

    Um 17:00 Uhr führt das Programm über den Mühlenpfad zur Mahnkeschen Mühle. Dort ist zunächst eine Brotverkostung vorgesehen, bevor sich das Programm wieder stärker den Tieren widmet. Gegen 17:30 Uhr zieht eine Haustierparade mit Pferden, Eseln, Alpakas, Lamas und Trampeltieren an der Mühle vorbei. Gerade für Familien mit Kindern entsteht dadurch ein abwechslungsreicher Wechsel zwischen Tierbegegnungen und weiteren Angeboten auf dem Zoogelände.

    Um 18:00 Uhr folgen öffentliche Fütterungen bei den Polarwölfen und den Löwen. Da beide Termine gleichzeitig stattfinden, müssen sich Besucher entscheiden, welche Tieranlage sie besuchen möchten. Solche kommentierten oder öffentlich zugänglichen Fütterungen bieten zugleich die Gelegenheit, das natürliche Verhalten der Tiere genauer zu beobachten und Fragen zur Haltung zu beantworten. Für jüngere Besucher werden parallel zwischen 17:00 und 20:00 Uhr Gute-Nacht-Geschichten am Tipi angeboten.

    Zooerlebnis auch nach Einbruch der Dämmerung

    Mit zunehmender Dunkelheit verändert sich auch die Atmosphäre im Zoo. Auf der Festwiese werden Feuerstellen entzündet, an denen Familien Stockbrot zubereiten können. Dadurch bleibt der Besuch nicht auf die klassischen Tieranlagen beschränkt, sondern entwickelt sich am Abend zu einer gemeinsamen Veranstaltung auf dem gesamten Zoogelände. Ab 19:00 Uhr sorgt außerdem die Stralsunder Stadtwache für musikalische Begleitung.

    Gerade solche Abendveranstaltungen zeigen, dass Zoos längst nicht nur Orte sind, an denen Besucher tagsüber an Tiergehegen vorbeigehen. Sie verbinden Tierbeobachtung, Wissensvermittlung und gemeinsame Erlebnisse und ermöglichen gleichzeitig einen anderen Blick auf die Anlagen und ihre Bewohner. Der Zoo Stralsund setzt bei der diesjährigen Zoonacht mit der Namensgebung des jungen Polarwolfs bewusst einen tierischen Mittelpunkt. Die Veranstaltung endet um 20:00 Uhr.

    Quellen

  • Therapie trifft Abenteuer: forKIDS Sommerprojektwochen verbinden Zirkus, Bewegung und Spiel

    Therapie trifft Abenteuer: forKIDS Sommerprojektwochen verbinden Zirkus, Bewegung und Spiel

    Die forKIDS-Therapiezentren des Diakoniewerks haben Kindern in Tirol während ihrer Sommerprojektwochen Möglichkeiten geboten, therapeutisch erlernte Fähigkeiten außerhalb des klassischen Behandlungsraums anzuwenden. Dabei spielten Bewegung, gemeinsames Erleben und spielerische Herausforderungen eine zentrale Rolle. Zum Programm gehörten unter anderem Zirkusangebote, Klettern, Hippotherapie und verschiedene Wahrnehmungsübungen. Gerade der Zirkus zeigt dabei, dass diese Form der Freizeitgestaltung weit mehr sein kann als reine Unterhaltung.

    Zirkus als spielerische Ergänzung zur Therapie

    In Innsbruck konnten sich die Kinder an zwei Tagen in unterschiedlichen Zirkusdisziplinen ausprobieren. Dazu gehörten Purzelbäume, Pantomime, Hula-Hoop und Jonglieren. Nach Angaben des Diakoniewerks standen dabei nicht nur Bewegung und Geschicklichkeit im Mittelpunkt, sondern ebenso Aufmerksamkeit, Kreativität, Koordination und Selbstbewusstsein. Damit wurden Fähigkeiten angesprochen, die auch in therapeutischen Zusammenhängen eine wichtige Rolle spielen können.

    Der Zirkus bietet dafür besondere Voraussetzungen, weil Kinder Bewegungsabläufe ausprobieren können, ohne dass jede Übung unmittelbar als klassische Therapie wahrgenommen wird. Wer jongliert, balanciert oder einen Hula-Hoop-Reifen kontrolliert, trainiert beispielsweise Konzentration, Körpergefühl und Bewegungskoordination. Gleichzeitig entstehen Erfolgserlebnisse, wenn eine zuvor schwierige Übung schließlich gelingt. Gerade dieser spielerische Zugang kann Kindern helfen, sich auf Herausforderungen einzulassen und eigene Grenzen neu kennenzulernen.

    Hinzu kommt die soziale Komponente. Anders als in einer Einzeltherapie erleben sich die Kinder innerhalb einer Gruppe, beobachten andere Teilnehmer und können sich gegenseitig unterstützen. Pantomime oder gemeinsame Zirkusübungen erfordern außerdem Aufmerksamkeit für andere Menschen und fördern die Kommunikation. Das Beispiel der forKIDS-Projektwochen zeigt damit, dass Zirkusangebote durchaus Elemente enthalten können, die therapeutische Arbeit sinnvoll ergänzen.

    Klettern fordert Konzentration und Körperkontrolle

    Auch die Klettertage in Imst, Zams und Reutte kombinierten Bewegung mit therapeutisch relevanten Anforderungen. Die Kinder mussten ihre Bewegungen planen, das Gleichgewicht halten und ihre Kräfte gezielt einsetzen. Gleichzeitig erforderte das Klettern Konzentration und die Bereitschaft, sich auf neue Situationen einzulassen. Fähigkeiten, die zuvor in der Therapie erarbeitet wurden, konnten dadurch unter veränderten Bedingungen erprobt werden.

    Solche Angebote verändern vor allem den Kontext. Eine koordinative Übung findet dann nicht mehr in einem Therapieraum statt, sondern an einer Kletterwand. Das Ziel bleibt vergleichbar, während die Umgebung für die Kinder deutlich stärker nach Freizeit und Abenteuer aussieht. Gerade dadurch können zusätzliche Motivation und neue Lernerfahrungen entstehen.

    Hippotherapie verbindet Bewegung und Kontakt zum Pferd

    Bei der Hippotherapie kam zusätzlich der unmittelbare Kontakt mit Pferden hinzu. Bewegungen des Pferdes können körperliche Reaktionen hervorrufen und verlangen vom Reiter unter anderem Gleichgewicht und Anpassung an einen ständig wechselnden Bewegungsablauf. Gleichzeitig entsteht eine Situation, in der das Tier selbst Teil des therapeutischen Umfeldes wird.

    Tiergestützte Angebote unterscheiden sich damit von vielen klassischen Übungen, weil sie Bewegung, Wahrnehmung und emotionale Erfahrungen miteinander verbinden können. Für die Kinder entsteht dabei keine künstliche Übungssituation, sondern eine unmittelbare Interaktion mit einem Tier. Auch das macht deutlich, wie unterschiedlich therapeutische Ansätze gestaltet werden können.

    Sinnesreisen und Bewegungsparcours ergänzen das Programm

    In Telfs und Schwaz standen außerdem Sinnesreisen, Wahrnehmungsspiele und Bewegungsparcours auf dem Programm. Die unterschiedlichen Aktivitäten wurden an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der jeweiligen Kinder angepasst. Dabei konnten motorische Übungen ebenso eine Rolle spielen wie Wahrnehmung, Orientierung und soziale Interaktion.

    Gerade Kinder, denen Kontakte mit anderen Menschen oder ungewohnte Situationen schwerfallen, erhalten durch solche Gruppenangebote zusätzliche Übungsmöglichkeiten. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Programmpunkte anzubieten, sondern therapeutisch erarbeitete Fähigkeiten in andere Alltagssituationen zu übertragen. Genau darin liegt der besondere Ansatz der Sommerprojektwochen.

    Kostenloses Therapieangebot und zusätzliche Projekttage

    Das Diakoniewerk betreibt in Tirol neun forKIDS-Therapiezentren. Die regulären Therapieangebote werden im Auftrag des Landes Tirol und der Sozialversicherungsträger für Familien kostenlos bereitgestellt. Die zusätzlichen Sommerprojekttage gehen über diesen normalen Therapieumfang hinaus und werden vor allem durch Spenden und Unterstützung regionaler Partner ermöglicht.

    In diesem Jahr beteiligten sich unter anderem die Serfaus Fiss Ladis Bergbahnen und die Sparkasse Tirol. Auch lokale Kletterhallen unterstützten die Durchführung der Projekttage in St. Anton und Imst. Dadurch konnten die Kinder an Angeboten teilnehmen, die ansonsten nicht zum regulären Therapiealltag gehören würden, ohne dass zusätzliche Teilnahmegebühren für die Familien anfielen.

    Ein ähnliches Konzept wurde bereits bei einem früheren forKIDS-Sommerprojekt in Wörgl umgesetzt. Dort wurden Bewegung und Naturerlebnisse ebenfalls mit einem Besuch auf einem Pferdehof verbunden. Weitere Informationen dazu finden sich beim Sommerprojekt des forKIDS-Therapiezentrums Wörgl.

    Wenn Therapie nicht wie Therapie aussieht

    Die Sommerprojektwochen verdeutlichen einen wichtigen Punkt: Therapeutische Förderung muss nicht ausschließlich in einem Behandlungszimmer stattfinden. Zirkus, Klettern oder der Kontakt mit Pferden können Situationen schaffen, in denen Kinder Beweglichkeit, Konzentration, Koordination und soziale Fähigkeiten praktisch einsetzen. Die eigentliche Therapie wird dadurch nicht ersetzt, sondern durch reale und spielerische Erfahrungen ergänzt.

    Gerade beim Zirkus wird sichtbar, dass diese Angebote einen konkreten pädagogischen und therapeutischen Nutzen besitzen können. Jonglage, Pantomime oder andere Zirkusdisziplinen bestehen nicht nur aus Unterhaltung, sondern verlangen Körperkontrolle, Ausdauer, Aufmerksamkeit und Mut. Wer Zirkus deshalb grundsätzlich nur als Show betrachtet, übersieht einen Teil dessen, was solche Angebote für Kinder leisten können.

    Die forKIDS-Sommerprojektwochen zeigen, wie Therapie, Freizeit und gemeinsames Erleben miteinander verbunden werden können. Möglich wird das durch die Zusammenarbeit der Therapiezentren, regionaler Einrichtungen und privater Unterstützer. Für die teilnehmenden Kinder entsteht dadurch nicht einfach ein Ferienprogramm, sondern ein Umfeld, in dem bereits erlernte Fähigkeiten unter neuen und oft motivierenden Bedingungen weiterentwickelt werden können.

    Quellen

  • Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Der Opel-Zoo in Kronberg feiert sein 70-jähriges Bestehen. Vom 11. bis 13. September stehen Gespräche mit Tierpflegern, Livemusik und Informationsstände auf dem Programm. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Jahre, denn mit einer neuen Anlage für Panzernashörner und weitere asiatische Tierarten steht eines der größten Projekte der jüngeren Zoogeschichte bevor. Bis 2028 sollen dafür rund 18.000 Quadratmeter umgestaltet werden.

    Vom privaten Tierpark zum modernen Zoo

    Gegründet wurde der Tierpark von Georg von Opel, einem Enkel des Opel-Gründers Adam Opel. Er legte die Anlage unmittelbar an seiner Villa in Kronberg an und ließ 1957 das erste Elefantenhaus errichten. Aus dem ursprünglichen privaten Freigehege entwickelte sich über die Jahrzehnte ein moderner Zoo mit rund 2.000 Tieren aus mehr als 220 Arten. Das 70-jährige Jubiläum markiert damit nicht nur einen runden Geburtstag, sondern auch sieben Jahrzehnte kontinuierlicher Veränderung der Tierhaltung und der Anlagen.

    Eine Besonderheit des Opel-Zoos ist bis heute seine Finanzierung. Nach Angaben von Direktor Thomas Kauffels kommt die Einrichtung ohne laufende öffentliche Finanzierung aus und trägt sich unter anderem durch Eintrittsgelder, Spenden und Erbschaften. Im vergangenen Jahr kamen fast 650.000 Besucher nach Kronberg, womit der Zoo einen neuen Besucherrekord verzeichnete. Für einen privat finanzierten Zoo sind solche Besucherzahlen von besonderer Bedeutung, weil größere Investitionen letztlich aus den selbst erwirtschafteten beziehungsweise eingeworbenen Mitteln finanziert werden müssen.

    Zu den auffälligsten Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte gehören die rund 10.000 Quadratmeter große Afrika-Savanne und die 2013 eröffnete Elefantenanlage. Auf der Savanne leben unter anderem Netzgiraffen, Böhmzebras, Streifengnus und Impalas gemeinsam auf einer weitläufigen Fläche. Mit der jungen Netzgiraffe Mumbi gab es dort in diesem Jahr erneut Nachwuchs. Solche Gemeinschaftsanlagen stehen zugleich exemplarisch für die Entwicklung vieler moderner Zoos, in denen Tierarten zunehmend in größeren und komplexer gestalteten Lebensräumen präsentiert werden.

    Elefantennachwuchs und das Ende der Flusspferdhaltung

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt Elefantenbaby Kaja, das Ende 2025 geboren wurde. Es war der erste Elefantennachwuchs in Hessen seit 1968 und damit auch für den Opel-Zoo ein außergewöhnliches Ereignis. Rund 13,7 Millionen Euro hatte der Zoo nach eigenen Angaben in seine Elefantenanlage investiert. Der Nachwuchs zeigt dabei auch, welchen langfristigen Charakter solche Investitionen besitzen, denn zwischen Planung, Bau einer Anlage und erfolgreichen Nachzuchten können viele Jahre liegen.

    Bei den Flusspferden hat sich der Opel-Zoo dagegen für einen anderen Weg entschieden. Nachdem die 54 Jahre alte Tana 2014 gestorben war und ihr Partner Max nach Hannover umzog, wurde die Haltung dieser Tierart in Kronberg nicht wieder aufgenommen. Kauffels verweist unter anderem auf den erheblichen technischen und personellen Aufwand, der insbesondere mit der Reinhaltung des Wassers verbunden ist. Nach seinen Angaben produziert ein einzelnes Flusspferd täglich zwischen 70 und 80 Kilogramm Kot, was entsprechend leistungsfähige Anlagen zur Wasseraufbereitung erforderlich macht.

    Dass eine Tierart nach Jahrzehnten aus dem Bestand verschwindet, bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sich ein Zoo weniger ambitionierte Ziele setzt. Flächen, Technik und finanzielle Mittel können stattdessen für andere Tierarten und neue Haltungskonzepte genutzt werden. Genau dieser Weg ist nun für den bisherigen Bereich der Flusspferde vorgesehen. An deren Stelle sollen künftig Panzernashörner aus Indien sowie weitere asiatische Tierarten treten.

    Rund 21 Millionen Euro für die neue Nashornanlage

    Für das neue Projekt sollen rund 18.000 Quadratmeter des Zoogeländes umgebaut werden. Die veranschlagten Kosten liegen bei knapp 21 Millionen Euro und damit noch einmal deutlich über den Investitionen in die Elefantenanlage. Bis 2028 soll die neue Anlage fertiggestellt sein. Für einen Zoo, der seine Projekte aus privaten Mitteln finanzieren muss, ist das nicht nur eine bauliche, sondern auch eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung.

    Die Größenordnung zeigt zugleich, welcher finanzielle Aufwand hinter dem Umbau moderner zoologischer Anlagen stehen kann. Neue Gehege bestehen längst nicht nur aus einer möglichst großen Fläche, sondern benötigen unter anderem Stallbereiche, Rückzugsmöglichkeiten, technische Infrastruktur, Besucherwege und Einrichtungen für die tägliche Versorgung der Tiere. Gerade große Säugetiere stellen dabei besondere Anforderungen an Planung und Betrieb. Das Nashornprojekt dürfte deshalb wesentlich darüber mitentscheiden, wie sich der Opel-Zoo in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

    Wechsel an der Spitze steht 2027 bevor

    Parallel zu den baulichen Veränderungen steht auch personell ein Einschnitt bevor. Thomas Kauffels wird den Opel-Zoo am 31. Juli 2027 verlassen. Der 67-Jährige begann 1977 im Zoo Krefeld eine Ausbildung zum Tierpfleger, studierte anschließend Biologie und arbeitete später im Zoo Wuppertal. Wer ihm in Kronberg nachfolgen wird, steht bislang nicht fest.

    Der Biologe Markus Dietz vom Institut für Tierökologie und Naturbildung bewertet die Entwicklung des Zoos grundsätzlich positiv. Nach seiner Einschätzung verfügten die Tiere in Kronberg bereits vergleichsweise früh über große und moderne Anlagen. Gleichzeitig macht er deutlich, dass sich zoologische Einrichtungen weiter an den Bedürfnissen der gehaltenen Tiere orientieren müssen. Mehr Platz und zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten können dabei auch bedeuten, dass Besucher einzelne Tiere nicht zu jedem Zeitpunkt sehen können.

    Das 70-jährige Jubiläum fällt damit in eine Phase, in der im Opel-Zoo mehrere wichtige Entscheidungen zusammenkommen. Mit der neuen Nashornanlage steht eine Investition von knapp 21 Millionen Euro bevor, während nur ein Jahr zuvor ein Wechsel an der Spitze der Einrichtung erfolgen wird. Entscheidend für die kommenden Jahre wird deshalb weniger der Rückblick auf die vergangenen sieben Jahrzehnte sein als die Frage, wie der privat finanzierte Zoo diese neuen Projekte umsetzt. Die Planungen zeigen jedenfalls, dass in Kronberg nicht nur Jubiläum gefeiert wird, sondern bereits an der nächsten Entwicklungsphase des Zoos gearbeitet wird.

    Quellen

  • „Rivers of Sulawesi“: Neue Tieranlage im Grünen Zoo Wuppertal eröffnet

    „Rivers of Sulawesi“: Neue Tieranlage im Grünen Zoo Wuppertal eröffnet

    Im Grünen Zoo Wuppertal wird am 12. September 2026 die neue Tieranlage „Rivers of Sulawesi“ eröffnet. Auf mehr als 3.300 Quadratmetern entstehen neue Bereiche für Sulawesi-Hirscheber, Asiatische Zwergotter und Bali-Stare. Die offizielle Eröffnung ist für 10 Uhr vorgesehen und schließt ein Bauprojekt ab, das bereits seit 2024 vorbereitet wurde. Für den Zoo ist die neue Anlage dabei nicht nur eine zusätzliche Besucherattraktion, sondern Bestandteil einer größeren Umgestaltung innerhalb des Tierparks.

    Die Anlage befindet sich unterhalb des Alten Vogelhauses und soll mehrere Funktionen miteinander verbinden. Einerseits erhalten bedrohte Tierarten neue und stärker strukturierte Haltungsbereiche, andererseits sollen Besucher mehr über ihre Lebensräume und ihre Gefährdung erfahren. Gleichzeitig schafft der Umzug der Hirscheber Platz für weitere Veränderungen im Zoo, weshalb das Projekt seit Beginn unter dem Motto „Wir schaffen Platz für die Elefanten“ steht. Der Grüne Zoo knüpft damit an seine langfristige Entwicklung an, zu der auch Angebote für Familien und Besucher gehören, über die GERATI bereits im Zusammenhang mit dem Zoo Wuppertal berichtet hat.

    Neue Lebensräume für Sulawesi-Hirscheber

    Im Mittelpunkt der neuen Anlage stehen die Sulawesi-Hirscheber, deren Haltung in Wuppertal neu organisiert wird. Für die Tiere wurden Wasserläufe, Schlammsuhlen und verschiedene Rückzugsbereiche angelegt, die wichtige Elemente ihres natürlichen Verhaltens ermöglichen sollen. Auch ein Innenbereich gehört zur Anlage und kann teilweise von Besuchern eingesehen werden. Dadurch soll nicht nur die Haltung verbessert, sondern zugleich vermittelt werden, wie die Tiere leben und welche Anforderungen sie an ihre Umgebung stellen.

    Sulawesi-Hirscheber gehören zu den bedrohten Tierarten Indonesiens und kommen ursprünglich auf der Insel Sulawesi sowie einigen vorgelagerten Inseln vor. Die Bestände in freier Wildbahn stehen durch Lebensraumverlust, Jagd und weitere Einflüsse unter Druck. Zusätzlich können Tierseuchen für kleine oder bereits geschwächte Populationen ein erhebliches Risiko darstellen. Zoologische Einrichtungen versuchen deshalb, durch koordinierte Haltung und Zucht stabile Reservepopulationen aufzubauen und gleichzeitig Wissen über Biologie, Fortpflanzung und Verhalten dieser Tiere zu erhalten.

    Dass solche Programme tatsächlich Nachwuchs hervorbringen können, zeigt sich auch in anderen deutschen Zoos. Erst im August 2026 berichtete GERATI über Nachwuchs bei Sulawesi-Hirschebern im Kölner Zoo. Solche Zuchterfolge sind nicht nur für die jeweilige Einrichtung relevant, sondern können Bestandteil international koordinierter Erhaltungsprogramme sein. Gerade bei Tierarten, deren natürliche Populationen zurückgehen, kann die Haltung in Zoos deshalb eine zusätzliche Absicherung darstellen.

    Zwergotter und Bali-Stare ergänzen die Anlage

    Neben den Hirschebern gehören Asiatische Zwergotter zum Konzept von „Rivers of Sulawesi“. Bereits während der Planung war vorgesehen, die Hirscheber und Otter in miteinander verbundenen Außen- und Innenbereichen unterzubringen. In älteren Berichten wurden die Tiere teilweise als Kurzkrallenotter bezeichnet, während die aktuelle Eröffnungsankündigung ausdrücklich von Asiatischen Zwergottern spricht. Dabei handelt es sich nicht um zwei grundsätzlich unterschiedliche Haltungskonzepte, sondern um unterschiedliche deutsche Bezeichnungen, die im Zusammenhang mit dieser Otterart verwendet werden.

    Auch für die Otter sollen Wasserflächen, strukturierte Aufenthaltsbereiche und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Solche Gestaltungselemente sind wichtig, weil die Tiere einen großen Teil ihres Verhaltens im und am Wasser zeigen und zugleich Bereiche benötigen, in denen sie sich Besuchern entziehen können. Der Zoo verweist bei dieser Art auf eine langjährige Haltungserfahrung. Damit fügt sich die Otterhaltung in das übergeordnete Konzept ein, verschiedene bedrohte Tierarten in einer thematisch zusammenhängenden Anlage zu präsentieren.

    Ein weiterer Bestandteil sind die Bali-Stare, für die eine sogenannte Entdecker-Voliere eingerichtet wurde. Besucher sollen die auffälligen Vögel dort aus vergleichsweise geringer Entfernung beobachten können und gleichzeitig Informationen über ihre Bedrohung und ihren natürlichen Lebensraum erhalten. Der Bali-Star gehört zu den besonders stark gefährdeten Vogelarten und wird seit vielen Jahren in zoologischen Einrichtungen gezüchtet. Gerade bei dieser Art zeigen Erhaltungszuchtprogramme, dass Zoos auch außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes einen Beitrag zum Erhalt genetisch stabiler Populationen leisten können.

    Rund 200.000 Euro Baukosten

    Die Baukosten für „Rivers of Sulawesi“ liegen nach Angaben des Grünen Zoos bei rund 200.000 Euro. Einen wesentlichen Teil der Finanzierung übernahm der Zoo-Verein Wuppertal über Patengelder. Bereits im März 2024 hatte der Verein das Projekt beschlossen und dabei das Motto „Wir schaffen Platz für die Elefanten“ verwendet. Damit war von Beginn an klar, dass die Anlage nicht isoliert betrachtet werden sollte, sondern Teil einer größeren räumlichen Neuordnung innerhalb des Zoos ist.

    Der notwendige Umzug der Hirscheber spielt bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle. Durch die Verlagerung ihrer bisherigen Haltung werden Flächen frei, die zukünftig für andere Tierbereiche genutzt werden können. Die Investition verbessert daher nicht nur die Unterbringung der unmittelbar beteiligten Arten, sondern schafft gleichzeitig Voraussetzungen für weitere Projekte. Das erklärt auch, weshalb der Zoo die neue Anlage ausdrücklich mit der zukünftigen Entwicklung seiner Elefantenhaltung verbindet.

    Die Finanzierung durch Patengelder zeigt zugleich, welche Bedeutung Fördervereine für zoologische Einrichtungen haben können. Viele Umbauten und Erweiterungen wären allein aus dem laufenden Budget eines Zoos deutlich schwieriger zu finanzieren. Patenschaften und Spenden ermöglichen es, zusätzliche Projekte umzusetzen oder geplante Modernisierungen schneller zu realisieren. Im Fall von „Rivers of Sulawesi“ flossen diese Mittel unmittelbar in eine neue Tieranlage, die sowohl der Haltung als auch der Besucherinformation dienen soll.

    Artenschutz sichtbar vermitteln

    Für Besucher dürfte die Anlage vor allem durch die Kombination unterschiedlicher Tierarten interessant sein. Statt eine einzelne Art isoliert zu präsentieren, werden Hirscheber, Otter und Bali-Stare innerhalb eines gemeinsamen thematischen Rahmens gezeigt. Wasserläufe, Suhlen, Volieren und Rückzugsbereiche sollen dabei nicht nur funktionale Bestandteile der Haltung sein, sondern gleichzeitig einen Eindruck von den Lebensräumen der Tiere vermitteln. Damit wird Artenschutz nicht nur auf Informationstafeln erklärt, sondern direkt mit der Tierbeobachtung verbunden.

    Gerade weniger bekannte Arten profitieren von einer solchen Präsentation. Während Elefanten, Tiger oder Menschenaffen vielen Besuchern bereits bekannt sind, dürften Sulawesi-Hirscheber oder Bali-Stare einem großen Teil des Publikums deutlich weniger vertraut sein. Eine moderne Zooanlage kann deshalb Aufmerksamkeit auf Arten lenken, die außerhalb zoologischer Einrichtungen kaum öffentliche Wahrnehmung erhalten. Entscheidend ist dabei, dass die Haltung nicht nur attraktiv aussieht, sondern tatsächlich den biologischen und verhaltensbezogenen Bedürfnissen der Tiere Rechnung trägt.

    „Rivers of Sulawesi“ verbindet damit Tierhaltung, Besucherbildung und langfristige Zooplanung. Die Tiere erhalten neue Bereiche, Besucher bekommen zusätzliche Einblicke in bedrohte Arten, und gleichzeitig werden an anderer Stelle Flächen für zukünftige Entwicklungen frei. Das Projekt zeigt damit beispielhaft, dass der Neubau einer Tieranlage mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen kann. Mit der Eröffnung am 12. September 2026 endet nun die Bauphase eines Projekts, dessen Auswirkungen innerhalb des Grünen Zoos noch über die eigentliche Anlage hinausreichen dürften.

    Quellen

  • Entlaufenes Bennett-Känguru im Kreis Warendorf: Was für Halter exotischer Tiere gilt

    Entlaufenes Bennett-Känguru im Kreis Warendorf: Was für Halter exotischer Tiere gilt

    Ein Känguru sorgt in Ennigerloh für Aufmerksamkeit

    Ein entlaufenes Bennett-Känguru ist im Kreis Warendorf wiederholt gesichtet worden. Nach den bisherigen Angaben bewegte sich das Tier im Raum Ennigerloh und Ostenfelde. Der Fall wirft damit nicht nur die Frage auf, wo sich das Känguru derzeit befindet, sondern auch, unter welchen Voraussetzungen exotische Tiere privat gehalten werden dürfen. Für Passanten ist vor allem entscheidend, Abstand zu halten und Sichtungen an die zuständigen Stellen weiterzugeben, statt das Tier selbst einzufangen.

    Keine bundesweit einheitliche Genehmigungspflicht

    Nach Angaben des Kreises Warendorf ist die Haltung exotischer Tiere in Deutschland nicht generell genehmigungspflichtig. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Haltung ohne weitere Anforderungen zulässig wäre. Maßgeblich sind neben der konkreten Tierart auch die jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften, mögliche kommunale Vorgaben sowie die Anforderungen des Tierschutzrechts.

    Für Kängurus, Affen, Reptilien und andere Wildtiere gelten daher nicht automatisch dieselben Regeln. Einige Arten können besonderen Anzeige-, Erlaubnis- oder Nachweispflichten unterliegen. Bei anderen Tieren steht stärker im Mittelpunkt, ob der Halter eine sichere Unterbringung, ausreichende Sachkunde und eine angemessene Versorgung gewährleisten kann. Nach den vorliegenden Angaben werden solche Fragen grundsätzlich einzelfallbezogen geprüft.

    Auch eine nicht generell genehmigungspflichtige Tierhaltung ist nicht rechtsfrei. Das Tierschutzgesetz verlangt, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht wird. Dazu gehört bei einem bewegungsaktiven Tier wie einem Bennett-Känguru ebenso eine geeignete Gehegesicherung. Entweicht ein Tier dennoch, kann die zuständige Behörde den Einzelfall prüfen.

    Rechtliche Einordnung hängt vom Einzelfall ab

    Die rechtliche Einordnung exotischer Tierhaltung lässt sich deshalb nicht auf die Formel „erlaubt oder verboten“ reduzieren. Nach den vorliegenden Angaben werden solche Fragen grundsätzlich einzelfallbezogen geprüft.

    Für die Praxis bedeutet das: Wer ein exotisches Tier anschafft, sollte vor der Übernahme nicht nur den Platzbedarf und die Futterkosten klären, sondern auch die zuständige Veterinär- oder Ordnungsbehörde des Kreises Warendorf kontaktieren. Eine private Haltung, die formal möglich erscheint, kann an konkreten Haltungsbedingungen oder fehlender Sachkunde scheitern.

    Gerade bei Tieren mit hohem Bewegungsbedarf zeigt der Fall im Kreis Warendorf, dass eine sichere Unterbringung praktisch wichtig sein kann. Für Halter exotischer Tiere ist deshalb eine ausbruchssichere Anlage eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.

    Anforderungen an die Haltung exotischer Tiere

    Die Haltung exotischer Tiere ist in Deutschland somit nicht pauschal verboten, aber auch kein gewöhnliches Hobby ohne besondere Verantwortung. Wer ein Wildtier privat hält, muss die für Art und Standort geltenden Vorschriften prüfen und die Unterbringung dauerhaft sicher organisieren. Bei Fragen zu einzelnen Arten entscheidet nicht die allgemeine Bezeichnung „Exot“, sondern die konkrete Rechtslage und die tatsächliche Haltung.

    Solange das Bennett-Känguru im Kreis Warendorf unterwegs ist, bleibt für die Bevölkerung vor allem die Meldung jeder Sichtung an die zuständigen Behörden wichtig. Für die grundsätzliche Debatte liefert der Vorfall eine nüchterne Lehre: Eine fehlende generelle Genehmigungspflicht ersetzt weder Sachkunde noch eine sichere Unterbringung. Weitere Einordnungen zur privaten Haltung exotischer Tiere zeigen, warum die konkreten Haltungsbedingungen bei jedem Einzelfall im Mittelpunkt stehen müssen.

  • Zoo Duisburg: Elefantenhaltung nach fast 90 Jahren vorerst unterbrochen

    Zoo Duisburg: Elefantenhaltung nach fast 90 Jahren vorerst unterbrochen

    Die drei Elefantenkühe Saiwa, Etosha und Daisy haben den Zoo Duisburg am 8. September verlassen. Jede der Elefantinnen wurde in einer eigenen Transportbox nach Polen gebracht. Ihr neues Zuhause befindet sich im Zoo Poznań in Posen. Damit endet am Kaiserberg zunächst eine fast 90 Jahre andauernde Phase der Elefantenhaltung. Seit 1937 gehören Elefanten zur Geschichte des Zoo Duisburg. Ob und wann die Haltung später wieder aufgenommen wird, ist derzeit offen.

    Abschied unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen

    Die Verladung begann bereits am frühen Morgen. Mitarbeiter des Zoos, spezialisierte Logistiker und ein großer Kran waren an dem Transport beteiligt. Besucher konnten den Ablauf nicht aus unmittelbarer Nähe beobachten, da der Bereich rund um das Elefantenhaus mit Bauzäunen abgesperrt worden war. Auch das Aquarium und das Elefantenhaus blieben während der Aktion geschlossen, um zusätzliche Unruhe für die Tiere zu vermeiden.

    Auf den Transport waren Saiwa, Etosha und Daisy bereits über mehrere Wochen vorbereitet worden. Die Tierpfleger intensivierten dafür das regelmäßige Training und gewöhnten die Elefantinnen gezielt an die notwendigen Abläufe. Dabei wurde auf die unterschiedlichen Charaktere der Tiere Rücksicht genommen. Saiwa verließ als erste Elefantin den Zoo, anschließend folgten Etosha und Daisy.

    Saiwa und Etosha waren 1996 gemeinsam mit dem Elefantenbullen Shaka aus Lissabon nach Duisburg gekommen. Daisy ergänzte die Gruppe im Jahr 2001. Shaka wechselte 2016 nach Wien. Nachwuchs gab es während der gemeinsamen Haltung der Tiere in Duisburg nicht.

    Alter der Elefantinnen spielte bei der weiteren Planung eine Rolle

    Alle drei Elefantenkühe sind inzwischen älter als 30 Jahre. Damit spielte neben den räumlichen Planungen des Zoos auch die zukünftige Unterbringung der drei älteren Tiere eine wichtige Rolle. Für die weitere Zucht sind die Tiere nach Angaben zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm nicht mehr vorgesehen. Als ein Grund gilt unter anderem ihr Alter, da eine Erstgeburt bei Elefanten in diesem Lebensabschnitt nicht mehr angestrebt wird.

    Im Mittelpunkt stand deshalb eine langfristig geeignete Unterbringung der bestehenden Gruppe. Auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms fiel die Entscheidung auf den Zoo Poznań. Die dortige Elefantenanlage zählt nach Angaben des Zoo Duisburg zu den größeren und moderneren Anlagen Europas und verfügt über weitläufige Außenflächen, Wasserbereiche und Rückzugsmöglichkeiten.

    Für die drei Elefanten war außerdem entscheidend, dass die bestehende Gruppe zusammenbleiben kann. Saiwa, Etosha und Daisy wurden deshalb gemeinsam nach Polen gebracht.

    Ein solcher Transport ist bei Elefanten mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Die Tiere müssen frühzeitig an Transportboxen und Abläufe gewöhnt werden. Gleichzeitig müssen Gesundheitszustand, Verhalten und die sozialen Beziehungen innerhalb der Gruppe berücksichtigt werden. Der Umzug wurde deshalb über einen längeren Zeitraum vorbereitet und zwischen den Tierpflegern beider Zoos abgestimmt.

    Elefantenhaus macht Platz für neue Savannenanlage

    Hintergrund des Umzugs ist vor allem die zukünftige Nutzung des bisherigen Elefantenbereichs. Nach Angaben des Zoo Duisburg ist eine dauerhaft zukunftsfähige Haltung der drei Kühe am bisherigen Standort nicht möglich. Gleichzeitig soll auf dem Gelände eine neue Savannenanlage entstehen.

    Diese ist Bestandteil einer größeren Umgestaltung am Kaiserberg. Geplant sind neue Zooterrassen mit Gastronomie-, Veranstaltungs- und Verwaltungsbereichen sowie eine angrenzende Savannenlandschaft. Der Zoo hatte entsprechende Planungen bereits 2025 öffentlich vorgestellt.

    Der bisherige Elefantenbereich wird damit künftig anders genutzt. Die Entscheidung bedeutet jedoch nicht automatisch einen grundsätzlichen Ausstieg des Zoo Duisburg aus der Elefantenhaltung.

    Bereits frühere Angaben des Zoos machten deutlich, dass langfristig an anderer Stelle wieder eine moderne Elefantenanlage entstehen könnte. Auch Medienberichte über die Planungen sprechen davon, dass künftig erneut Elefanten am Kaiserberg gehalten werden sollen. Teilweise ist dabei von einer möglichen Haltung männlicher Tiere die Rede. Einen verbindlichen Zeitplan für eine solche Anlage gibt es bislang allerdings nicht.

    Damit ist die aktuelle Situation klar von einer endgültigen Aufgabe der Elefantenhaltung zu unterscheiden. Saiwa, Etosha und Daisy kehren nach den derzeit bekannten Planungen nicht nach Duisburg zurück. Sie erhalten in Poznań einen dauerhaften neuen Platz. Ob später andere Elefanten nach Duisburg kommen, hängt dagegen von der weiteren Entwicklung und Finanzierung einer neuen Anlage ab.

    Eine fast 90-jährige Tradition wird vorerst unterbrochen

    Für den Zoo Duisburg ist der Umzug dennoch ein deutlicher Einschnitt. Elefanten gehörten über viele Jahrzehnte zu den prägenden Tieren am Kaiserberg und waren für mehrere Generationen von Besuchern Bestandteil eines Zoobesuchs.

    Der Abschied der drei Elefantenkühe ist dabei nicht mit einer grundsätzlichen Abkehr von Elefanten in zoologischer Haltung gleichzusetzen. Vielmehr handelt es sich um eine Neuordnung des Tierbestandes im Zuge größerer baulicher Veränderungen und der europäischen Zuchtplanung.

    Saiwa, Etosha und Daisy leben künftig gemeinsam im Zoo Poznań. In Duisburg wird der bisherige Bereich dagegen für die geplante Savannenlandschaft umgestaltet. Nach fast 90 Jahren ist die Elefantenhaltung am Kaiserberg damit vorerst unterbrochen – ob zu einem späteren Zeitpunkt eine neue Generation von Elefanten nach Duisburg kommt, bleibt offen.

    Quellen

  • Kobelt-Zoo Frankfurt sucht Ehrenamtliche für Tierpflege und Instandhaltung

    Kobelt-Zoo Frankfurt sucht Ehrenamtliche für Tierpflege und Instandhaltung

    Im Kobelt-Zoo in Frankfurt-Schwanheim haben rund 200 Tiere ein Zuhause gefunden. Viele von ihnen kamen nach schwierigen Vorgeschichten in den kleinen Tierpark und werden dort von einem überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Team versorgt. Damit der kostenlos zugängliche Zoo seinen Betrieb auch künftig aufrechterhalten kann, werden nun weitere Helfer für die Tierpflege, handwerkliche Arbeiten und die Betreuung der Besucher gesucht. Unterstützung ist dabei nicht nur für regelmäßige Einsätze gefragt, sondern auch punktuell bei Veranstaltungen und anderen Aufgaben möglich.

    Ehrenamt als Grundlage des Zoobetriebs

    Geschäftsführerin Sylvia Schwind verbindet mit dem Kobelt-Zoo eine lange persönliche Geschichte. Sie wuchs mit dem Tierpark in Schwanheim auf und engagiert sich heute selbst für dessen Erhalt und Weiterentwicklung. Viele der dort lebenden Tiere wurden aufgenommen, nachdem sie aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr bei ihren früheren Haltern bleiben konnten. Nach Angaben der Stadt Frankfurt stammen einige Tiere beispielsweise aus Beschlagnahmungen durch das Veterinäramt und haben vor ihrer Aufnahme im Kobelt-Zoo schwierige Haltungsbedingungen erlebt.

    Der Tierpark wird weitgehend ehrenamtlich getragen und erhebt keinen festen Eintritt. Dadurch können Familien, Schulklassen und andere Besucher den Zoo unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten besuchen. Dieses Konzept macht den Kobelt-Zoo zu einem niedrigschwelligen Freizeit- und Begegnungsangebot, stellt den Betreiberverein gleichzeitig aber vor besondere organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Denn auch ohne Eintrittspreise fallen täglich Kosten für Futter, medizinische Versorgung, Reparaturen, Gehege und die Pflege des gesamten Geländes an.

    Helfer mit unterschiedlichen Zeitbudgets gesucht

    Die Aufgaben für freiwillige Helfer sind entsprechend vielfältig. Unterstützung wird beim Füttern und Versorgen der Tiere, bei handwerklichen Arbeiten und bei der Instandhaltung des Geländes benötigt. Hinzu kommen Führungen für Schulklassen sowie die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen. Interessierte müssen sich dabei nicht zwangsläufig an mehreren Tagen pro Woche verpflichten, denn nach Angaben des Zoos beziehungsweise der Stadt Frankfurt sind auch monatliche oder punktuelle Einsätze möglich.

    Wer nicht regelmäßig vor Ort mitarbeiten kann, hat ebenfalls Möglichkeiten, den Kobelt-Zoo zu unterstützen. Neben Geld- und Futterspenden können Interessierte beispielsweise Tierpatenschaften übernehmen. Gerade bei größeren Veranstaltungen ist der Verein zudem auf zusätzliche Helfer angewiesen, die das bestehende Team entlasten. Damit wird deutlich, dass der Betrieb des Zoos nicht allein von finanziellen Spenden, sondern in erheblichem Maße von der verfügbaren Arbeitskraft ehrenamtlicher Unterstützer abhängt.

    Bereits im Frühjahr 2026 zeigte sich, wie umfangreich die Arbeiten hinter den Kulissen sind. Ehrenamtliche bereiteten das Gelände auf die neue Saison vor, erledigten Reparaturen und begleiteten zahlreiche Tiere zu tierärztlichen Untersuchungen. Solche Aufgaben fallen zusätzlich zur täglichen Versorgung der Tiere an und müssen auch außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten organisiert werden. Ohne Menschen, die regelmäßig Verantwortung übernehmen und Zeit investieren, wäre ein vollständig ehrenamtlich getragener Zoobetrieb dieser Art kaum aufrechtzuerhalten.

    Kobelt-Zoo bei der Frankfurter Ehrenamtsmesse

    Neue Unterstützer möchte der Kobelt-Zoo nun unter anderem über die Frankfurter Ehrenamtsmesse erreichen. Dort können sich Interessierte über verschiedene Vereine, Projekte und Möglichkeiten für freiwilliges Engagement informieren. Für den Kobelt-Zoo bietet die Veranstaltung die Gelegenheit, direkt mit potenziellen Helfern über konkrete Aufgaben, benötigte Fähigkeiten und den möglichen zeitlichen Umfang eines Engagements zu sprechen. Gleichzeitig kann der Verein dort Menschen erreichen, die sich grundsätzlich ehrenamtlich engagieren möchten, bislang aber noch nicht an eine Mitarbeit in einem Tierpark gedacht haben.

    Für den Kobelt-Zoo ist die Teilnahme deshalb mehr als reine Öffentlichkeitsarbeit. Entscheidend ist, tatsächlich zusätzliche Menschen für die praktische Arbeit im Tierpark zu gewinnen und damit das bestehende Team dauerhaft zu entlasten. Auch wer zunächst nur einzelne Aktionen unterstützen möchte, kann auf diesem Weg einen Einblick in den Betrieb und die anfallenden Aufgaben bekommen. Informationen zur Mitarbeit, zu Tierpatenschaften und zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten stellt der Kobelt-Zoo zusätzlich über seine eigene Website zur Verfügung.

    Die Ehrenamtsmesse ergänzt damit andere lokale Initiativen und Veranstaltungen in Frankfurt, bei denen unterschiedliche gesellschaftliche Projekte sichtbar gemacht werden. Für den Kobelt-Zoo steht dabei allerdings ein sehr konkreter Bedarf im Vordergrund: Es werden Menschen benötigt, die bereit sind, tatsächlich mit anzupacken. Gerade bei einem Betrieb, der weitgehend auf freiwilliger Mitarbeit basiert, entscheidet die Zahl verfügbarer Helfer unmittelbar darüber, welche Aufgaben zuverlässig erledigt werden können. Das betrifft sowohl die Versorgung der Tiere als auch die Pflege und Instandhaltung der gesamten Anlage.

    Kostenfreier Zugang braucht freiwillige Unterstützung

    Das Konzept des Kobelt-Zoos verbindet einen kostenfreien Zugang mit einem überwiegend ehrenamtlich organisierten Betrieb. Damit unterscheidet sich der Tierpark in Schwanheim in mehreren Punkten von größeren zoologischen Einrichtungen mit festen Eintrittspreisen und umfangreicher hauptamtlicher Personalstruktur. Gleichzeitig verschwinden die laufenden Kosten und Arbeitsaufgaben nicht dadurch, dass Besucher keinen Eintritt bezahlen müssen. Tierpflege, Futter, tierärztliche Versorgung, Reparaturen und die Unterhaltung des Geländes müssen unabhängig vom Finanzierungsmodell zuverlässig gewährleistet werden.

    Ehrenamtliche übernehmen deshalb einen wesentlichen Teil der täglichen Arbeit und tragen dazu bei, dass der Zoo sein Angebot aufrechterhalten kann. Die fachliche Verantwortung für die Tiere bleibt davon unberührt, doch ohne ausreichend Menschen für die vielen praktischen Aufgaben stößt ein ehrenamtlich geführter Betrieb schnell an seine Grenzen. Wer sich engagieren möchte, kann auf der Ehrenamtsmesse Kontakt zum Team aufnehmen oder den Zoo direkt über seine offizielle Website erreichen. Im Impressum wird für die Kontaktaufnahme die E-Mail-Adresse kobelt-zoo@web.de angegeben.

    Ob der Kobelt-Zoo auch langfristig kostenfrei zugänglich bleiben kann, hängt damit nicht allein von Spenden oder einzelnen Fördermaßnahmen ab. Ebenso wichtig sind Menschen, die bereit sind, ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und gegebenenfalls auch handwerkliche Fachkenntnisse einzubringen. Das Engagement kann je nach persönlicher Situation unterschiedlich umfangreich ausfallen und reicht von regelmäßiger Tierpflege bis zur punktuellen Unterstützung bei Veranstaltungen. Gerade dieses Zusammenspiel aus freiwilliger Arbeit, Spenden und langfristigem Engagement bildet die Grundlage dafür, dass der Kobelt-Zoo seine Arbeit in Frankfurt-Schwanheim fortsetzen kann.

    Quellen