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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

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  • Razzia in Achenkirch: Josef Hechenberger fordert Aufarbeitung und warnt vor Generalverdacht

    Razzia in Achenkirch: Josef Hechenberger fordert Aufarbeitung und warnt vor Generalverdacht

    Rinder beschlagnahmt, Stier von der Cobra erschossen

    Auf einem Bauernhof in Achenkirch sind zahlreiche Rinder wegen mutmaßlich schlechter Tierhaltung abtransportiert worden. Bei dem Einsatz erschoss die Cobra zudem einen Stier. Zahlreiche Behördenvertreter waren auf dem Hof im Tiroler Ort angerückt, nachdem die Tierhaltung zum Gegenstand schwerer Vorwürfe geworden war. Der Vorgang sorgt deshalb nicht nur wegen der Beschlagnahmung der Tiere, sondern auch wegen des tödlichen Ausgangs des Einsatzes für Aufsehen.

    Tirols Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger reagierte betroffen auf die Ereignisse. „Dieser Vorfall macht mich persönlich sehr betroffen“, erklärte er. Zugleich stellte er klar, dass der konkrete Fall aufgearbeitet werden müsse. Seine Stellungnahme verbindet damit Anteilnahme am Geschehen mit der Forderung, die Vorgänge auf dem Hof nicht unbeachtet zu lassen.

    Hechenberger verlangt Aufarbeitung ohne Pauschalurteil

    Hechenberger zieht zugleich eine klare Grenze zwischen dem einzelnen Betrieb und dem gesamten Berufsstand. „Der vorliegende Fall ist klar zu benennen und aufzuarbeiten. Gleichzeitig wäre es falsch, daraus Rückschlüsse auf die Tiroler Landwirtschaft insgesamt zu ziehen“, wird der Kammerpräsident zitiert. Ein schwerwiegender Vorfall dürfe aus seiner Sicht nicht zum allgemeinen Urteil über alle bäuerlichen Familien in Tirol werden.

    Nach Hechenbergers Einordnung tragen Tirols Bäuerinnen und Bauern täglich Verantwortung für ihre Tiere und nehmen diese ernst. Das Tierwohl stehe in den landwirtschaftlichen Betrieben an erster Stelle, betont der Landwirtschaftskammerpräsident. Zu den konkreten Umständen in Achenkirch äußert diese Aussage nichts.

    Gerade die Kombination aus Tierabnahme und dem Tod des Stiers macht die angekündigte Aufarbeitung praktisch bedeutsam. Die verfügbaren Berichte nennen schwere beziehungsweise mutmaßlich schlechte Haltungsbedingungen, legen aber keine abschließende behördliche oder gerichtliche Bewertung der Verantwortlichkeit vor. Hechenbergers Forderung nach einer konsequenten Klärung zielt daher auf den konkreten Hof und nicht auf eine allgemeine Neubewertung der Tiroler Landwirtschaft.

    Beratungsangebot für Betriebe in schwierigen Situationen

    Die Landwirtschaftskammer Tirol verweist im Zusammenhang mit dem Fall auch auf ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot. Bauernfamilien könnten bei persönlichen, familiären oder betrieblichen Problemen Hilfe in Anspruch nehmen. Nach Darstellung der Kammer richtet sich das Angebot damit nicht nur auf fachliche Fragen der Bewirtschaftung, sondern auch auf Situationen, in denen private oder betriebliche Belastungen zusammenkommen.

    Hechenberger appelliert an Landwirte, Probleme frühzeitig anzusprechen. „Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Verantwortung – für die Familie, den Betrieb und vor allem für die Tiere“, sagt der LK-Präsident. Der Appell erhält durch den Fall in Achenkirch eine konkrete Bedeutung: Wenn Schwierigkeiten die Versorgung oder Haltung von Nutztieren beeinträchtigen, soll Unterstützung nicht erst gesucht werden, wenn bereits behördliche Maßnahmen erforderlich sind.

    Konkrete Angaben dazu, welche Beratungsstelle im Fall Achenkirch eingeschaltet war oder ob der betroffene Betrieb ein solches Angebot genutzt hatte, enthält die veröffentlichte Stellungnahme nicht. Auch zu den einzelnen Haltungsbedingungen auf dem Hof und zum weiteren Verfahren werden in den vorliegenden Berichten keine näheren Details genannt. Fest steht nach den Berichten lediglich, dass Rinder abtransportiert wurden und der Stier während des Cobra-Einsatzes getötet wurde.

    Einzelfall mit Signalwirkung für den Berufsstand

    Hechenbergers Reaktion richtet sich damit in zwei Richtungen. Einerseits soll der Vorgang auf dem Hof in Achenkirch ausdrücklich benannt und konsequent aufgearbeitet werden. Andererseits warnt der Kammerpräsident davor, aus diesem Ereignis ein pauschales Urteil über die bäuerliche Tierhaltung in Tirol abzuleiten.

    Für die unmittelbar betroffenen Tiere ist diese politische Abgrenzung allerdings nicht der entscheidende Punkt. Maßgeblich bleibt, wie die Umstände der Tierabnahme und des tödlichen Einsatzes geklärt werden. Die Landwirtschaftskammer stellt parallel die frühzeitige Hilfe für belastete Betriebe in den Mittelpunkt.

    Damit bleibt der Fall Achenkirch ein konkreter Vorgang mit Folgen für Tiere, Betrieb und Berufsstand. Hechenberger will die Aufarbeitung des Einzelfalls und den Schutz des Vertrauens in die übrige Tiroler Landwirtschaft miteinander verbinden. Ob diese Balance überzeugt, hängt letztlich davon ab, wie nachvollziehbar die weiteren Schritte zur Klärung der Vorwürfe ausfallen.

    Quellen

  • Regionalschau Andelfingen: Michael Maier feiert doppelten Erfolg mit Madison

    Regionalschau Andelfingen: Michael Maier feiert doppelten Erfolg mit Madison

    Doppelter Erfolg für Michael Maier

    Die Regionalschau Andelfingen wurde für Michael Maier aus Eschenz TG zu einem besonderen Zuchterfolg. Seine Kuhgruppe gewann den Betriebscup, während seine Arland-Tochter Madison bei den Red Holstein zur Miss gekürt wurde. Damit konnte Maier sowohl mit einem einzelnen Tier als auch mit dem gemeinsamen Auftritt seiner Kuhgruppe überzeugen. Die Schau rückte zugleich die Verbindung zwischen Züchtern, ihren Tieren und einer über Generationen gepflegten Zuchttradition in den Mittelpunkt.

    Der «Schweizer Bauer» beschreibt die Veranstaltung als einen Anlass, bei dem die gemeinsame Freude am Tier sichtbar wurde und Generationen miteinander verbindet. Neben den einzelnen Miss-Titeln spielte deshalb auch die Präsentation der Betriebe und ihrer Kuhgruppen eine wichtige Rolle. Der Erfolg von Michael Maier vereinte beide Ebenen der Veranstaltung besonders deutlich. Madison setzte den individuellen Akzent, während der gewonnene Betriebscup die Leistung der gesamten präsentierten Kuhgruppe hervorhob.

    Madison gewinnt bei den Red Holstein

    Madison wurde bei den Red Holstein zur Miss gekürt und sicherte Michael Maier damit den sichtbarsten Einzeltitel seines Auftritts in Andelfingen. Als Arland-Tochter stand sie bei der entsprechenden Bewertung im Mittelpunkt und konnte sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Für Maier blieb es jedoch nicht bei dieser Auszeichnung, denn parallel dazu gewann seine Kuhgruppe den Betriebscup. Aus einem einzelnen Schauerfolg wurde dadurch ein doppelter Erfolg für den Betrieb.

    Gerade diese Kombination macht das Ergebnis bemerkenswert. Während ein Miss-Titel die Bewertung eines einzelnen Tieres widerspiegelt, bezieht sich der Betriebscup auf den gemeinsamen Auftritt einer Kuhgruppe. Damit wurden in Andelfingen zwei unterschiedliche Bereiche der züchterischen Präsentation ausgezeichnet. Michael Maier konnte bei beiden Wettbewerben einen Erfolg verbuchen.

    100’000er-Kühe zeigen langfristige Leistung

    Neben den aktuellen Miss-Wahlen gehörten auch sogenannte 100’000er-Kühe zu den prägenden Elementen der Regionalschau. Insgesamt wurden zudem sechs neue Missen präsentiert, wodurch sowohl aktuelle Schauerfolge als auch langfristige Leistungen von Kühen sichtbar wurden. Gerade solche hohen Lebensleistungen spielen innerhalb der Rinderzucht eine besondere Rolle und werden gleichzeitig außerhalb der Züchterszene immer wieder kontrovers diskutiert. GERATI hat sich deshalb bereits ausführlicher mit der Frage beschäftigt, was hinter der Debatte um Hochleistungsstress bei Nutztieren steckt.

    Die Regionalschau selbst zeigte dabei vor allem, welchen Stellenwert diese Tiere für ihre Züchter besitzen. Die Präsentation der 100’000er-Kühe stand neben den Miss-Wahlen und dem Wettbewerb der Betriebe. Dadurch verband die Veranstaltung aktuelle Bewertungen im Schauring mit dem Blick auf Tiere, die über einen langen Zeitraum besondere Leistungen erbracht haben. Die verschiedenen Auszeichnungen machten damit unterschiedliche Aspekte der Rinderzucht sichtbar.

    Regionalschau als Bühne für Züchtertradition

    Eine Regionalschau besteht nicht nur aus der Vergabe einzelner Titel. Tiere werden gemeinsam mit ihren Züchtern und Betrieben präsentiert, wodurch auch die Arbeit hinter den gezeigten Kuhgruppen sichtbar wird. Der Bericht des «Schweizer Bauer» hebt insbesondere die gemeinsame Freude am Tier und die Verbindung verschiedener Generationen hervor. Andelfingen wurde damit nicht nur zum Austragungsort eines Wettbewerbs, sondern auch zum Treffpunkt einer regional verankerten Züchtertradition.

    Der Betriebscup unterstreicht diesen gemeinschaftlichen Charakter besonders deutlich. Hier steht nicht ausschließlich ein einzelnes Tier im Zentrum, sondern der gemeinsame Auftritt einer Kuhgruppe. Genau deshalb ergänzt dieser Titel Madisons Erfolg bei den Red Holstein auf besondere Weise. Michael Maier verließ die Regionalschau somit mit einer Auszeichnung für Madison und einem Erfolg für seinen Betrieb.

    Madison und der Betriebscup sorgen für den doppelten Erfolg

    Für Michael Maier fällt die Bilanz der Regionalschau Andelfingen damit eindeutig aus. Madison sicherte sich den Miss-Titel bei den Red Holstein, während seine Kuhgruppe gleichzeitig den Betriebscup gewann. Beide Auszeichnungen stehen für unterschiedliche Bereiche der Schau und ergeben zusammen den doppelten Erfolg des Züchters aus Eschenz TG. Zugleich fügt sich das Ergebnis in eine Veranstaltung ein, bei der sechs neue Missen, 100’000er-Kühe und die regionale Züchtertradition im Mittelpunkt standen.

    Der Anlass machte damit sichtbar, dass eine Regionalschau weit über die Auszeichnung eines einzelnen Tieres hinausgeht. Sie bringt Züchter, Betriebe und Tiere zusammen und ermöglicht den direkten Vergleich innerhalb der regionalen Rinderzucht. Für Michael Maier entwickelte sich dieser Vergleich in Andelfingen besonders erfolgreich. Mit Madison und seiner Kuhgruppe konnte er gleich auf zwei Ebenen überzeugen.

    Quellen

  • ANINOVA Filmpremiere: Malte Zierden als Gesicht einer Welt ohne Tiernutzung

    ANINOVA Filmpremiere: Malte Zierden als Gesicht einer Welt ohne Tiernutzung

    ANINOVA will am 13. Oktober 2026 im Babylon Berlin den rund dreiminütigen Visionsfilm „Eines Tages“ präsentieren. Im Mittelpunkt steht ausgerechnet Malte Zierden, der in einer fiktiven Zukunft aufwacht, in der die Nutzung von Tieren weitgehend der Vergangenheit angehört. Was zunächst wie eine gewöhnliche Filmpremiere mit bekannten Social-Media-Gesichtern klingt, ist tatsächlich Teil einer wesentlich größeren politischen Kampagne. ANINOVA macht selbst deutlich, dass der Film nicht nur unterhalten, sondern für einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel werben soll.

    Diese Einordnung ist wichtig, weil die ursprüngliche Pressemitteilung sehr stark mit positiven Begriffen wie Freiheit, Zukunft und einem Leben ohne Tierausbeutung arbeitet. Hinter diesen Formulierungen steht jedoch eine Tierrechtsorganisation, die nach eigener Aussage nicht lediglich Missstände einzelner Tierhaltungen bekämpfen möchte. ANINOVA erklärt ausdrücklich, das „System der Nutzung von Tieren im Ganzen“ infrage stellen zu wollen und Tieren unter anderem ein grundsätzliches Recht auf Freiheit zuzuschreiben. Der angekündigte Film ist deshalb weniger eine neutrale Zukunftsvision als eine emotional inszenierte Darstellung der politischen Zielvorstellungen einer Tierrechtsorganisation.

    ANINOVA macht aus drei Minuten Film eine politische Kampagne

    „Eines Tages“ dauert lediglich rund drei Minuten, doch ANINOVA plant um diesen Kurzfilm herum einen erheblich größeren Kommunikationsaufwand. Die Premiere im Babylon Berlin ist mit Presseaustausch, Interviews, Foto- und Videoterminen sowie einem anschließenden Panel-Talk verbunden. Nach Angaben der Organisation soll der Film anschließend über die Social-Media-Kanäle der Beteiligten verbreitet, mit Plakaten begleitet und Kinos sowie Filmfestivals zur Verfügung gestellt werden. Das Babylon bezeichnet die Produktion selbst ausdrücklich als Kampagnenfilm.

    Damit geht es nicht lediglich darum, einem Publikum eine fiktionale Geschichte zu zeigen. Bekannte Influencer und Aktivisten sollen dabei helfen, die darin transportierte Botschaft möglichst breit in soziale Netzwerke und öffentliche Debatten zu tragen. ANINOVA bezeichnet den Film selbst als Herzstück einer größeren Kampagne und endet mit der Botschaft „Eines Tages beginnt heute mit uns“. Aus einer vermeintlichen Zukunftsvision wird damit ein unmittelbarer politischer Handlungsaufruf.

    Auch der Veranstaltungsrahmen unterstreicht diesen Charakter. Nach der Premiere soll unter dem Titel „2056 – Utopie oder Zukunft? Eine Reise in eine Welt ohne Tierausbeutung“ über gesellschaftliche, politische und persönliche Veränderungen diskutiert werden. Auf dem Podium sitzen Malte Zierden, Phia Quantius, Aljosha Muttardi, die Philosophin Dr. Friederike Schmitz und ANINOVA-Geschäftsführerin Denise Weber. Eine erkennbare Gegenposition zu den grundlegenden Tierrechtsforderungen der Veranstalter ist in der angekündigten Besetzung dagegen nicht ersichtlich.

    Was ANINOVA unter einer Welt ohne Tierausbeutung versteht

    Die Sprache des Films klingt zunächst bewusst positiv. Tiere sollen frei leben, pflanzliche Lebensmittel sollen selbstverständlich sein und der Begriff „Nutztier“ soll in der dargestellten Zukunft offenbar seine Bedeutung verlieren. Das Babylon beschreibt die zugrunde liegende Frage unter anderem damit, ob eine Welt möglich sei, in der das Essen von Tieren oder das Trinken der Milch einer anderen Spezies fremd geworden ist. Damit reicht die Vision deutlich über die Forderung nach besseren Haltungsbedingungen oder die Bekämpfung konkreter Verstöße gegen das Tierschutzrecht hinaus.

    Das entspricht der von ANINOVA selbst formulierten grundsätzlichen Ausrichtung. Auf ihrer Transparenzseite erklärt die Organisation, Tieren elementare Grundrechte auf Leben, Freiheit und körperliche Unversehrtheit zusprechen zu wollen und dafür einen grundlegenden Wertewandel anzustreben. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit sei ausdrücklich, „das System der Nutzung von Tieren im Ganzen in Frage zu stellen“. Als das frühere Deutsche Tierschutzbüro 2023 in ANINOVA umbenannt wurde, erklärte Gründer Jan Peifer zudem, die Organisation werde künftig „lauter und kompromissloser“ auftreten und wünsche sich einen „radikalen Wandel“ für Tiere.

    Diese Position darf selbstverständlich vertreten und öffentlich beworben werden. Journalistisch problematisch wird es jedoch, wenn eine derart weitreichende gesellschaftspolitische Forderung lediglich als freundliche Vision einer besseren Zukunft dargestellt wird und die dahinterstehende Ideologie unerwähnt bleibt. Zwischen der Kritik an illegaler Tierquälerei und der grundsätzlichen Ablehnung menschlicher Tiernutzung besteht ein erheblicher Unterschied. Genau dieser Unterschied sollte bei einer Kampagne, die mit prominenten Influencern eine breite Öffentlichkeit erreichen will, sichtbar gemacht werden.

    Malte Zierden wird zum Gesicht der Kampagne

    Besonders auffällig ist die zentrale Rolle von Malte Zierden. Der Influencer ist nicht nur Teilnehmer des späteren Podiumsgesprächs, sondern die Hauptfigur des eigentlichen Visionsfilms. Er soll stellvertretend in jener Zukunft aufwachen, die ANINOVA als erstrebenswert präsentiert. Damit wird seine persönliche Reichweite gezielt mit der politischen Botschaft der Organisation verbunden.

    Für GERATI ist diese Personalentscheidung auch deshalb bemerkenswert, weil Zierdens eigene Kommunikation über Tierhaltung wiederholt stark emotionalisiert ist. Bereits bei seinem Aktivismus rund um finnische Pelzfarmen haben wir auf die problematische Vermischung von Aktivismus, Emotionalisierung und sachlicher Einordnung hingewiesen. In unserem Beitrag über Malte Zierdens Aktivismus auf Pelzfarmen wurde deutlich, wie schnell eine moralisch aufgeladene Erzählung eine differenzierte Betrachtung verdrängen kann. Nun wird genau dieser Influencer zum zentralen Gesicht einer professionell geplanten Tierrechtskampagne.

    Noch aktueller ist die Geschichte einer nahezu haarlosen Brillenbärin, die Zierden seinen Millionen Followern als Beispiel für Leid im Zusammenhang mit einem Zoo präsentierte. GERATI hat diese Darstellung erst am Vortag anhand historischer Berichte und veterinärmedizinischer Fachliteratur überprüft. Dabei zeigte sich, dass Dominga und ihre Schwester ursprünglich Opfer illegaler Wildtierhändler waren und erst nach ihrer Beschlagnahmung durch Behörden in einen kleinen Zoo kamen. Zierdens konkrete Behauptung, die Schwester sei bei einem Fluchtversuch aus dem Zoo ums Leben gekommen, ließ sich in den bislang auffindbaren zeitgenössischen Quellen dagegen nicht bestätigen.

    Die Brillenbär-Geschichte zeigt das Problem emotionaler Narrative

    Gerade diese Geschichte macht deutlich, warum die Auswahl Zierdens als Hauptfigur des ANINOVA-Films kritisch betrachtet werden sollte. Ein haarloser Bär, eine tote Schwester und ein Zoo ergeben eine emotional äußerst wirkungsvolle Geschichte, doch die tatsächliche Biografie des Tieres ist deutlich komplizierter. Dominga und ihre Schwester wurden nach zeitgenössischen Berichten als Jungtiere illegal aus der Natur entnommen und anschließend von Behörden beschlagnahmt. Die Institution Zoo war deshalb Teil ihrer späteren Geschichte, aber nicht der Ursprung ihres illegalen Fangs.

    Hinzu kommt, dass der massive Haarausfall bei Brillen- beziehungsweise Andenbären nicht einfach als eindeutiger Beweis für schlechte Zoohaltung behandelt werden kann. Veterinärmedizinische Publikationen beschreiben ein komplexes Alopezie-Syndrom bei der Art, dessen Ursachen nicht auf eine einzige Erklärung reduziert werden können. Haltungsbedingungen können dabei eine Rolle spielen, doch selbst entsprechende Untersuchungen rechtfertigen nicht die pauschale Formel, ein haarloser Brillenbär sei automatisch ein Beweis dafür, dass die Institution Zoo das Tier krank gemacht habe. Genau diese Differenzierung verschwindet jedoch besonders leicht, wenn Tiergeschichten für kurze und emotional zugespitzte Social-Media-Videos aufbereitet werden.

    Das bedeutet nicht, dass schlechte Haltungen oder tierschutzwidrige Zustände kleingeredet werden sollten. Im Gegenteil: Belastbare Kritik an Tierhaltung wird gerade dadurch stärker, dass sauber zwischen dokumentiertem Missstand, möglicher Ursache und persönlicher Interpretation unterschieden wird. Wer Millionen Menschen erreicht, trägt dabei eine besondere Verantwortung für die Trennung zwischen belegter Tatsache und dramatischer Erzählung. Eine Kampagne, die Zierden nun als Identifikationsfigur einsetzt, muss sich deshalb auch die Frage gefallen lassen, welchen Stellenwert diese Trennung innerhalb ihrer Kommunikation besitzt.

    Bekannte Gesichter ersetzen keine kontroverse Debatte

    Neben Zierden kündigt ANINOVA zahlreiche weitere bekannte Namen aus Social Media, Kultur und Tierrechtsaktivismus an. Genannt werden unter anderem Aljosha Muttardi, Phia Quantius, Pikayzo, Jonas Ems, Anna Antonje, Gazelle, Victoria Müller und Sally. Die Zusammensetzung ist kommunikativ nachvollziehbar, weil bekannte Gesichter Reichweite erzeugen und deren eigene Social-Media-Kanäle später Teil der Verbreitungsstrategie werden sollen. Gerade deshalb handelt es sich aber weniger um eine offene gesellschaftliche Debatte als zunächst um die koordinierte Präsentation einer bestimmten politischen Vision.

    Das zeigt sich besonders beim anschließenden Panel. Die Leitfrage „2056 – Utopie oder Zukunft?“ suggeriert zwar eine ergebnisoffene Diskussion, doch die angekündigte Runde besteht überwiegend aus Personen, die Tierrechte, Veganismus oder entsprechende gesellschaftliche Veränderungen öffentlich vertreten. Vertreter zoologischer Einrichtungen, Tierhalter, Landwirte, Tiermediziner mit anderer Position oder Wissenschaftler, die den Begriff Tiernutzung differenzierter betrachten, werden in der Ankündigung nicht genannt. Eine echte Kontroverse über die Konsequenzen einer Welt ohne Tiernutzung dürfte unter diesen Voraussetzungen kaum der zentrale Charakter der Veranstaltung sein.

    Ein ähnliches Kommunikationsmuster lässt sich regelmäßig beobachten, wenn grundlegende Forderungen gegen Tierhaltung als vermeintlich alternativlose Weiterentwicklung des Tierschutzes dargestellt werden. Auch bei der Debatte um Robert Marc Lehmann und seine Auseinandersetzung mit Zoos spielt die Frage eine Rolle, ob einzelne kritikwürdige Fälle tatsächlich Rückschlüsse auf das gesamte System zoologischer Tierhaltung zulassen. Kritik an konkreten Missständen ist legitim und notwendig. Daraus automatisch eine moralische Verurteilung jeder Form menschlicher Tierhaltung oder Tiernutzung abzuleiten, ist jedoch eine politische Position und keine neutrale Schlussfolgerung.

    Die leere ANINOVA-Zentrale ist mehr als ein nettes Filmbild

    Besonders symbolisch ist die von ANINOVA hervorgehobene Szene einer leer stehenden eigenen Zentrale. Nach Darstellung der Organisation soll sie zeigen, dass ANINOVA in der angestrebten Zukunft nicht mehr gebraucht werde, weil Tiere nicht mehr ausgebeutet würden. Als filmisches Motiv ist das geschickt gewählt, weil sich die Organisation damit selbstlos als Akteur darstellt, dessen größter Erfolg das eigene Überflüssigwerden wäre. Gleichzeitig lenkt diese positive Symbolik davon ab, wie tiefgreifend die dafür vorausgesetzte gesellschaftliche Veränderung wäre.

    ANINOVA spricht eben nicht lediglich von einer Zukunft ohne illegale Tierquälerei. Die Organisation stellt nach eigener Aussage das gesamte System menschlicher Tiernutzung infrage. Im Babylon wird die Vision unter anderem anhand einer Gesellschaft beschrieben, in der das Essen von Tieren oder das Trinken tierischer Milch fremd geworden ist und der Begriff „Nutztier“ verschwunden ist. Wer diese Zukunft als erstrebenswert präsentiert, sollte deshalb auch offen über die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Forderungen sprechen.

    Die entscheidende Frage lautet nicht, ob man bessere Bedingungen für Tiere schaffen sollte. Darüber dürfte weitgehender gesellschaftlicher Konsens bestehen. Die eigentliche Kontroverse beginnt dort, wo aus Tierschutz eine grundlegende Ablehnung der Tiernutzung wird und jede Form menschlicher Nutzung eines Tieres unter dem Begriff „Ausbeutung“ zusammengefasst wird.

    GERATI: Tierrechtsutopie ist keine neutrale Zukunftsprognose

    Aus Sicht von GERATI liegt das Problem deshalb weniger darin, dass ANINOVA einen Film produziert oder bekannte Influencer dafür gewinnt. Eine Tierrechtsorganisation darf ihre politischen Vorstellungen öffentlich vertreten, Kampagnen organisieren und Menschen davon überzeugen wollen. Problematisch wird es dort, wo eine politische Maximalforderung als selbstverständlich moralisch bessere Zukunft präsentiert wird und die Konsequenzen dieser Forderung praktisch außerhalb der Erzählung bleiben. „Eines Tages“ ist damit vor allem ein professionell produziertes Instrument zur Verbreitung einer bestimmten Ideologie.

    Malte Zierdens Rolle verstärkt diesen Effekt. Seine Reichweite und seine Fähigkeit, Tiergeschichten emotional zu erzählen, machen ihn für eine solche Kampagne offensichtlich attraktiv. Der aktuelle Fall der Brillenbärin zeigt jedoch gleichzeitig, weshalb starke Emotionen und eindeutige Schuldzuweisungen sorgfältig überprüft werden müssen. Wenn aus einer komplexen Tierbiografie innerhalb weniger Sekunden eine einfache Täter-Opfer-Geschichte wird, sollte man besonders aufmerksam werden, wenn dieselbe Person anschließend das Gesicht einer umfassenden politischen Zukunftsvision wird.

    Auch ANINOVAs bisherige Arbeit darf dabei nicht pauschal abgewertet werden. Aufdeckungen tatsächlicher Verstöße gegen Tierschutzgesetze können wichtige Missstände sichtbar machen und haben in verschiedenen Fällen Ermittlungen oder behördliche Reaktionen ausgelöst. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass die weitergehende Forderung nach einer Gesellschaft ohne Tiernutzung ebenfalls alternativlos oder wissenschaftlich zwingend wäre. Zwischen der Dokumentation konkreter Tierquälerei und einer grundlegenden Tierrechtsideologie muss journalistisch klar unterschieden werden.

    Die Premiere im Babylon ist deshalb interessanter, als es eine reine Veranstaltungsankündigung vermuten lässt. Hier treffen eine Tierrechtsorganisation mit ausdrücklich systemveränderndem Anspruch, ein reichweitenstarker Influencer und eine professionell geplante Social-Media-Kampagne aufeinander. Ob der Film tatsächlich Menschen außerhalb der bereits überzeugten Tierrechts- und Veganismusszene erreicht, wird sich erst zeigen. Sicher ist aber schon jetzt: Wer „Eines Tages“ als bloße freundliche Zukunftsvision beschreibt, erzählt nur einen Teil der Geschichte.

    Quellen

  • World Octopus Day: PETA fordert Kraken-Freilassung – PR-Forderung ohne belastbaren Plan

    World Octopus Day: PETA fordert Kraken-Freilassung – PR-Forderung ohne belastbaren Plan

    Zum World Octopus Day am 8. Oktober nutzt PETA das Sea Life Hannover erneut für eine grundsätzliche Kampagne gegen die Haltung von Kraken in Aquarien. Die Tierrechtsorganisation fordert, den dort gehaltenen Kraken aus der Einrichtung zu nehmen und „in seine Heimat“ zurückzubringen. Was sich als einfache Forderung nach Freiheit verkaufen lässt, ist in der Praxis jedoch erheblich komplizierter. PETA nennt weder einen konkreten Freilassungsort noch einen nachvollziehbaren Plan dafür, wie ein Tier aus längerfristiger menschlicher Obhut fachlich verantwortbar in ein Meeresökosystem zurückgebracht werden soll.

    PETA verlangt eine Freilassung, ohne die Voraussetzungen zu erklären

    PETA präsentiert die Rückführung des Kraken als naheliegende Lösung. Doch schon die grundlegenden Fragen bleiben offen: Woher stammt das konkrete Tier genau, zu welcher Population gehört es, welche gesundheitlichen Untersuchungen wären erforderlich und an welchem Ort sollte eine Freilassung stattfinden? Auch die Frage, ob der Krake überhaupt für eine solche Maßnahme geeignet wäre, beantwortet die Organisation in ihrer Mitteilung nicht. Damit wird eine komplexe tiermedizinische und ökologische Entscheidung auf den einfachen Gegensatz „Aquarium oder Freiheit“ reduziert.

    Gerade bei der Freilassung eines Tieres kann diese Vereinfachung problematisch werden. Ein Tier lässt sich nicht deshalb verantwortungsvoll auswildern, weil eine Organisation die Vorstellung von Freiheit emotional attraktiver findet als seine Haltung im Aquarium. Herkunft, Gesundheitsstatus, Verhalten, mögliche Krankheitserreger und die Situation am Zielort müssen berücksichtigt werden. Ohne diese Informationen bleibt PETAs Forderung zunächst eine öffentlichkeitswirksame Kampagnenbotschaft und kein ausgearbeitetes Konzept zum Wohl des konkreten Tieres.

    Der World Octopus Day wird für eine grundsätzliche Anti-Aquarien-Kampagne genutzt

    Dass es PETA nicht ausschließlich um das einzelne Tier in Hannover geht, zeigt bereits die Struktur der Kampagne. Rund um den World Octopus Day richtet die Organisation ähnliche Forderungen gegen verschiedene zoologische Einrichtungen und verbindet einzelne Kraken mit der allgemeinen Forderung, diese Tierart künftig überhaupt nicht mehr in Zoos und Aquarien zu halten. Der Fall Hannover dient damit vor allem als lokaler Aufhänger für eine längst feststehende grundsätzliche Position.

    Dieses Muster ist bei PETA nicht ungewöhnlich. Auch bei der PETA-Kampagne gegen die Krakenhaltung im Zoo am Meer wurde aus einem konkreten Tierhaltungsthema schnell eine allgemeine Forderung gegen die Haltung der gesamten Tiergruppe entwickelt. Eine sachliche Prüfung müsste jedoch zunächst klären, wie das einzelne Tier gehalten wird und ob tatsächlich konkrete tierschutzrelevante Defizite bestehen. Die grundsätzliche Ablehnung von Tierhaltung ersetzt eine solche Prüfung nicht.

    Hohe Intelligenz ist kein Beweis gegen eine fachgerechte Haltung

    PETA verweist ausführlich auf die Intelligenz von Kraken. Dass Oktopoden lernfähig sind, Probleme lösen und komplexes Verhalten zeigen können, ist wissenschaftlich bekannt und wird auch von zoologischen Einrichtungen nicht bestritten. Gerade deshalb gehören Beschäftigung, abwechslungsreiche Fütterung, Rückzugsmöglichkeiten und eine entsprechend gestaltete Umgebung zu den wichtigen Bestandteilen einer verantwortungsvollen Krakenhaltung. Aus Intelligenz allein lässt sich jedoch keine logische Schlussfolgerung ableiten, nach der ein Tier grundsätzlich nicht in menschlicher Obhut gehalten werden dürfe.

    Auch das Sea Life Hannover beschreibt selbst Beschäftigungsmaßnahmen für seinen Oktopus. Futter kann beispielsweise so angeboten werden, dass das Tier zunächst eine Aufgabe lösen muss. Das bedeutet nicht automatisch, dass jede Haltung kritikfrei wäre. Es zeigt aber, dass PETAs Darstellung zu kurz greift, wenn die Fähigkeiten der Tiere ausschließlich als Argument gegen Aquarien benutzt werden und die Frage nach konkreten Haltungsbedingungen praktisch ausgeblendet bleibt.

    Eine kurze Lebenserwartung macht eine Haltung nicht automatisch falsch

    Ein weiteres PETA-Argument ist die vergleichsweise kurze natürliche Lebensspanne vieler Krakenarten. Daraus leitet die Organisation ab, dass Aquarien immer wieder neue Tiere beschaffen müssten. Dieser Hinweis beschreibt zunächst eine biologische Eigenschaft der Tiere, sagt aber noch nichts darüber aus, ob die Haltung eines konkreten Kraken tierschutzgerecht oder tierschutzwidrig ist. Ein Tier besitzt seine artspezifische Lebensspanne unabhängig davon, ob es im Meer oder in menschlicher Obhut lebt.

    Entscheidend wäre vielmehr die Frage, ob die Beschaffung der Tiere negative Auswirkungen auf die jeweilige Wildpopulation hat. Genau dafür nennt PETA beim Kraken aus Hannover keine konkreten Zahlen. Weder wird die betroffene Population benannt noch deren Größe oder eine nachgewiesene Belastung durch die Entnahme einzelner Tiere dargestellt. Aus dem allgemeinen Hinweis, ein gefangener Krake fehle anschließend im Meer, wird deshalb noch kein belastbarer populationsbiologischer Nachweis.

    PETA erklärt einen einzelnen Kraken zum Problem für ein ganzes Ökosystem

    Besonders weitgehend ist die Behauptung, gefangene Kraken würden in ihren ursprünglichen Ökosystemen fehlen und könnten dort nicht mehr zur Fortpflanzung beitragen. Auf abstrakter Ebene ist selbstverständlich jedes entnommene Tier anschließend nicht mehr Bestandteil seiner ursprünglichen Population. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass die Population dadurch relevant geschwächt wird. Für eine solche Aussage wären Daten über Populationsgröße, Reproduktionsrate, Fangdruck und Bestandsentwicklung notwendig.

    Diese Daten liefert PETA in der Mitteilung nicht. Stattdessen wird aus einer grundsätzlich richtigen Feststellung – ein entnommenes Tier befindet sich nicht mehr im Meer – eine wesentlich weitergehende ökologische Schlussfolgerung gezogen. Genau an dieser Stelle müsste eine Organisation, die mit wissenschaftlich klingenden Argumenten arbeitet, belastbare Zahlen liefern. Ohne sie bleibt die Aussage vor allem geeignet, die bereits bestehende Forderung nach einem Ende der Krakenhaltung zusätzlich moralisch aufzuladen.

    Die konkrete Haltung in Hannover gerät bei PETA in den Hintergrund

    Wer wirklich beurteilen möchte, ob der Krake im Sea Life Hannover angemessen gehalten wird, müsste sich mit dem vorhandenen Becken, Rückzugsmöglichkeiten, Beschäftigung, Wasserqualität, Ernährung und tiermedizinischer Betreuung auseinandersetzen. Genau diese konkrete Prüfung spielt in PETAs Kampagne jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Das Ergebnis steht bereits fest: Das Tier soll aus dem Aquarium verschwinden.

    Damit unterscheidet sich PETAs Vorgehen grundsätzlich von einer offenen Bewertung der Haltung. Bei einer solchen Bewertung wäre theoretisch auch das Ergebnis möglich, dass einzelne Bedingungen verbessert werden müssen, während die Haltung als solche weiterhin vertretbar bleibt. Für PETA kommt diese Möglichkeit aufgrund der grundsätzlichen Ablehnung zoologischer Tierhaltung kaum in Betracht. GERATI hat diese Strategie bereits bei PETAs grundsätzlicher Kritik an Zoos thematisiert.

    Webcams ersetzen keine lebenden Tiere im Aquarium

    Als Alternative schlägt PETA unter anderem Webcams und virtuelle Unterwasserangebote vor. Besucher könnten Meerestiere dadurch beobachten, ohne dass Tiere in Aquarien gehalten würden. Auch diese Argumentation setzt jedoch bereits voraus, dass die Haltung lebender Tiere grundsätzlich unerwünscht ist. Ob eine Webcam tatsächlich dieselbe Vermittlungswirkung entfalten kann wie die unmittelbare Beobachtung eines lebenden Tieres, wird nicht nachgewiesen.

    Digitale Angebote können zoologische Bildungsarbeit ergänzen und Einblicke in Lebensräume ermöglichen, die sonst kaum zugänglich wären. Daraus folgt aber nicht, dass sie zwangsläufig ein gleichwertiger Ersatz für lebende Tiere sind. Gerade die direkte Beobachtung von Verhalten, Bewegung und Reaktionen macht einen wesentlichen Teil zoologischer Vermittlung aus. PETAs Vorschlag ist deshalb weniger eine neutrale pädagogische Alternative als eine Konsequenz aus der eigenen grundsätzlich tierhaltungsablehnenden Position.

    Der Verzicht auf Kraken auf Sylt beweist keine allgemeine Unmöglichkeit

    Als weiteres Argument verweist PETA auf das Sylt Aquarium, das nach Angaben der Organisation künftig auf die Haltung von Kraken verzichten wolle. Ein solcher Schritt kann eine betriebliche Entscheidung einer einzelnen Einrichtung sein. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine wissenschaftliche Aussage ableiten, nach der Kraken prinzipiell nicht tiergerecht in menschlicher Obhut gehalten werden könnten.

    Genau diese Trennung fehlt in der PETA-Kommunikation. Eine einzelne Entscheidung wird als Beispiel dafür präsentiert, wie andere Aquarien ebenfalls handeln sollten. Ohne Kenntnis der konkreten Gründe auf Sylt ist dieser Schluss jedoch nicht belastbar. Eine Einrichtung kann aus ganz unterschiedlichen Gründen auf eine Tierart verzichten, ohne damit automatisch ein grundsätzliches Urteil über sämtliche Haltungen dieser Art zu fällen.

    Die emotionale Forderung ersetzt keine fachliche Freilassungsplanung

    Besonders auffällig bleibt am Ende die Diskrepanz zwischen der starken Forderung und den fehlenden praktischen Angaben. PETA verlangt eine Rückkehr „in die Heimat“, erklärt aber nicht, was diese Heimat beim konkreten Kraken bedeutet und wie eine solche Rückführung ablaufen sollte. Ohne gesicherte Herkunft, fachliche Untersuchung und ein geeignetes Zielgebiet kann eine Freilassung nicht allein deshalb als tierschutzgerechte Lösung gelten, weil sie emotional sympathisch klingt.

    Gerade hier müsste PETA deutlich mehr liefern als eine Pressemitteilung zum World Octopus Day. Wer öffentlich verlangt, ein konkretes Tier aus menschlicher Obhut zu nehmen und in die Natur zurückzubringen, sollte auch zeigen können, dass dieser Schritt für genau dieses Tier verantwortbar ist. Andernfalls wird aus einer scheinbar konkreten Tierschutzforderung vor allem eine symbolische Kampagne gegen zoologische Tierhaltung.

    PETA nutzt den Kraken vor allem als Symbol für die eigene Agenda

    Der Krake im Sea Life Hannover eignet sich hervorragend für eine emotionale Kampagne. Kraken gelten als intelligent, faszinierend und für viele Menschen geheimnisvoll. Die Vorstellung eines solchen Tieres hinter einer Scheibe lässt sich deshalb leicht mit Begriffen wie Freiheit und Gefangenschaft verbinden. Genau dadurch gerät jedoch die entscheidende Frage aus dem Blick: Wie geht es dem konkreten Tier tatsächlich und welche Maßnahme wäre für dieses Individuum fachlich die beste?

    PETAs Antwort steht bereits fest, bevor diese Fragen beantwortet werden. Das Tier soll aus dem Aquarium verschwinden, weil die Organisation Krakenhaltung grundsätzlich ablehnt. Eine individuelle Beurteilung der Situation in Hannover wird damit durch eine politische beziehungsweise ideologische Grundsatzposition ersetzt. Für eine seriöse Tierschutzdebatte reicht es jedoch nicht, eine emotional eingängige Forderung zu formulieren. Wer Freiheit fordert, muss auch erklären können, wie diese Freiheit praktisch aussehen soll und warum sie für das konkrete Tier tatsächlich besser wäre.

    Quellen

  • Malte Zierden und die haarlose Bärin: Was an der Zoo-Geschichte nicht stimmt

    Malte Zierden und die haarlose Bärin: Was an der Zoo-Geschichte nicht stimmt

    Ein haarloser Bär, ein angeblich schlimmer Zoo und eine tote Schwester: Malte Zierden erzählt auf Instagram eine Geschichte, die perfekt in ein emotionales Anti-Zoo-Narrativ passt. Millionen Menschen erreichen solche Videos innerhalb kürzester Zeit, während für die Vorgeschichte des Tieres oft nur wenige Sekunden bleiben. Wer jedoch beginnt, Zierdens Darstellung anhand älterer Quellen zu überprüfen, stößt auf erhebliche Probleme. Einige zentrale Bestandteile seiner Geschichte sind entweder stark verkürzt, nicht belegt oder lassen entscheidenden Kontext weg.

    Auf diese Widersprüche machte zunächst Philipp J. Kroiß von zoos.media aufmerksam. Sein Artikel war für GERATI der Ausgangspunkt, die Geschichte selbst anhand älterer Berichte und wissenschaftlicher Veröffentlichungen nachzuvollziehen. Dabei geht es nicht darum, Tierschutz kleinzureden, sondern darum, überprüfbare Tatsachen von emotional erzählten Behauptungen zu trennen. Wer mit Tierschutz Millionen Menschen erreicht, sollte gerade bei dramatischen Geschichten besonders sorgfältig mit Fakten umgehen.

    Malte Zierden erzählt die Geschichte einer leidenden Bärin

    In einem Instagram-Reel zeigt Malte Zierden eine nahezu haarlose Brillenbärin und verbindet ihren Zustand mit ihrer Vergangenheit in einem Zoo. Seine Erzählung erzeugt ein klares Bild: Das Tier habe unter den Bedingungen dort gelitten, seine Schwester sei bei einem Fluchtversuch aus dem Zoo ums Leben gekommen und die überlebende Bärin trage die sichtbaren Folgen dieser Vergangenheit. Für den Zuschauer entsteht dadurch praktisch automatisch eine Ursache-Wirkungs-Kette zwischen Zoo, Leid, Tod und dem dramatischen körperlichen Zustand des Tieres.

    Doch genau diese Erzählung hält einer genaueren Prüfung nur teilweise stand. Emotionale Bilder ersetzen keine Chronologie, und aus einer starken Geschichte wird nicht automatisch ein belegter Sachverhalt. Die dokumentierte Vergangenheit dieser Bärin ist wesentlich komplexer als das Narrativ, das Zierden in wenigen Sätzen vermittelt. Vor allem beginnt ihre Geschichte nicht damit, dass ein Zoo zwei gesunde Tiere aus der Wildnis holte und ihnen dort Schaden zufügte.

    zoos.media identifiziert die Bärin als Dominga

    Philipp J. Kroiß hat für zoos.media die naheliegende Identität der Bärin recherchiert. Vieles spricht dafür, dass es sich bei dem von Zierden gezeigten Tier um die Brillenbärin Dominga handelt, die 2017 aus dem Parque Ecológico Taraccasa beziehungsweise einem kleinen Zoo bei Abancay in das Taricaya Ecological Reserve gebracht wurde. Bilder Domingas und ihre dokumentierte Geschichte passen auffällig zu dem Tier und den Umständen, die Zierden beschreibt.

    Diese Vorarbeit von zoos.media ist entscheidend, weil sich Domingas Vergangenheit anhand zeitgenössischer Berichte rekonstruieren lässt. Dabei ergibt sich ein wesentlich anderes Bild als jenes, das eine simple Anti-Zoo-Erzählung nahelegt. Dominga war nicht einfach eine Bärin, die von einem Zoo aus der Natur gerissen worden war. Sie war vielmehr selbst Opfer des illegalen Wildtierhandels.

    Dominga und ihre Schwester wurden als Jungtiere aus der Wildnis geraubt

    Eine Meldung der Nachrichtenagentur EFE aus dem Februar 2017 beschreibt die Herkunft von Dominga ausdrücklich. Demnach wurden Dominga und ihre Schwester bereits als Jungtiere von Wildtierhändlern aus der Natur entnommen. Anschließend beschlagnahmten peruanische Behörden die Tiere und brachten sie in einen kleinen Zoo in Abancay. Der Zoo war damit nach dieser zeitgenössischen Darstellung nicht derjenige, der die Tiere ursprünglich der Wildnis entnahm.

    Das ist für die Einordnung entscheidend. Die beiden Bärinnen waren bereits Opfer illegalen Wildtierhandels, bevor sie überhaupt in dem Zoo untergebracht wurden. Nach ihrer Beschlagnahmung kamen sie in menschliche Obhut, weil eine einfache Rückkehr in die Natur offenbar nicht möglich war. Diese Vorgeschichte im Zusammenhang mit dem späteren Zustand des Tieres wegzulassen, verändert die Wahrnehmung des gesamten Falls erheblich.

    Gerade bei der aktuellen Debatte über Zoos begegnet GERATI immer wieder solchen Verkürzungen. Auch bei Robert Marc Lehmanns Kritik an Zoos zeigt sich, wie wichtig es ist, konkrete Einrichtungen, Arten und Schutzmaßnahmen getrennt zu betrachten. Eine emotionale Gesamtanklage gegen „den Zoo“ ist wesentlich einfacher zu erzählen als eine komplizierte Rettungs- und Haltungsgeschichte. Einfacher bedeutet jedoch nicht richtiger.

    Für den angeblichen Fluchtversuch der Schwester fehlt jeder Beleg

    Besonders auffällig ist Zierdens Behauptung über die Schwester von Dominga. Im Reel sagt er, diese sei bei einem Fluchtversuch aus dem Zoo gestorben. Diese Darstellung verstärkt das gewünschte Bild erheblich: Ein Tier wolle aus seinem Gefängnis entkommen und bezahle diesen Versuch mit dem Leben. Genau für diesen dramatischen Teil der Geschichte findet sich jedoch in den zugänglichen zeitgenössischen Quellen kein belastbarer Beleg.

    EFE berichtete 2017 ausdrücklich vom Tod der Schwester. Sie sei einige Jahre zuvor in dem Zoo gestorben, woraufhin Dominga allein zurückblieb. Von einem Fluchtversuch, einem Ausbruch oder einem tödlichen Versuch, das Gehege zu verlassen, ist dort keine Rede. Auch die von Animal Defenders International veröffentlichte Darstellung der Geschichte Domingas erwähnt den Tod der Schwester, nennt aber ebenfalls keinen Fluchtversuch.

    Damit steht ein zentraler Bestandteil von Zierdens Erzählung ohne nachvollziehbaren Beleg im Raum. Wer eine konkrete Todesgeschichte öffentlich verbreitet, trägt die Verantwortung dafür, sie auch belegen zu können. Gerade wenn diese Geschichte dazu dient, einen Zoo als besonders grausam darzustellen, reicht eine emotionale Behauptung nicht aus. Für den von Malte Zierden beschriebenen tödlichen Fluchtversuch ist bislang keine Quelle auffindbar.

    Der Haarausfall ist kein Beweis gegen Zoos

    Auch der dramatische Haarausfall der Bärin wird durch die Bildsprache schnell zu einem vermeintlichen Beweis gegen den Zoo. Wissenschaftlich ist die Situation jedoch wesentlich komplizierter. Bei Brillen- beziehungsweise Andenbären ist ein eigenes Alopezie-Syndrom seit Jahren beschrieben. Untersuchungen aus europäischen und amerikanischen Zoopopulationen dokumentierten teilweise extremen Haarverlust, insbesondere bei weiblichen Brillenbären.

    Eine 2018 veröffentlichte veterinärmedizinische Untersuchung konnte keine einfache Einzelursache für das Syndrom benennen. Weitere Forschungen untersuchten unter anderem immunologische Mechanismen, Hauterkrankungen und Haltungsfaktoren. Eine spätere Studie beschäftigte sich außerdem mit sozialen Haltungskonstellationen als möglichem Risikofaktor. Daraus lässt sich gerade nicht die simple Behauptung ableiten, dass ein haarloser Brillenbär automatisch ein Beleg für schlechte Zoohaltung sei.

    Auch bei Dominga dokumentieren zeitgenössische Berichte einen Zusammenhang zwischen dem Tod ihrer Schwester und einer Verschlechterung ihres Zustandes. Dazu kamen Hautprobleme und eine schlechte körperliche Verfassung. Der Haarausfall allein ist deshalb kein seriöser Beweis dafür, dass „der Zoo“ die Ursache gewesen sei. Wer einen solchen Zusammenhang behauptet oder durch seine Darstellung nahelegt, müsste ihn veterinärmedizinisch belegen.

    Zoos waren selbst an der Erforschung des Alopezie-Syndroms beteiligt

    Bemerkenswert ist zudem, dass ein erheblicher Teil der wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Alopezie-Syndrom bei Brillenbären überhaupt erst durch zoologische Einrichtungen und die dortige veterinärmedizinische Dokumentation gewonnen werden konnte. Tierärzte, Zoos und Fachgruppen haben über Jahre Daten gesammelt, Krankheitsverläufe untersucht und Behandlungsmöglichkeiten dokumentiert. Genau diese langfristige Beobachtung ermöglicht es, komplexe Erkrankungen besser zu verstehen.

    Das passt schlecht zu einer Erzählung, in der „Zoo“ lediglich als pauschaler Verursacher tierischen Leidens erscheint. Zoologische Einrichtungen können selbstverständlich kritisiert werden, wenn konkrete Missstände belegt sind. Gleichzeitig sind sie aber auch Orte tiermedizinischer Forschung, Artenschutzarbeit und langfristiger wissenschaftlicher Dokumentation. Wer nur eine Seite dieser Realität zeigt, erzeugt kein vollständiges Bild.

    GERATI hat bereits bei Malte Zierdens Aktivismus auf finnischen Pelzfarmen kritisiert, dass starke Emotionalisierung schnell an die Stelle einer sauberen Trennung zwischen Dokumentation, Bewertung und Aktivismus treten kann. Reichweite kann Aufmerksamkeit für Tierschutz schaffen. Sie erhöht aber gleichzeitig die Verantwortung, belastbare Fakten nicht einer möglichst dramatischen Geschichte unterzuordnen.

    Der Zoo war nicht der Ursprung von Domingas Leidensgeschichte

    Auch die Rolle des Zoos selbst muss anhand der dokumentierten Chronologie betrachtet werden. Dominga lebte dort über Jahre, und verschiedene Tierschutzorganisationen bewerteten ihre damalige Situation kritisch. Animal Defenders International bezeichnete ihre spätere Umsiedlung in das Taricaya Ecological Reserve ausdrücklich als Rettung und stellte die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen in den Vordergrund.

    Das ändert jedoch nichts an der entscheidenden Vorgeschichte. Dominga und ihre Schwester wurden nicht vom Zoo aus der Natur entnommen. Sie waren zuvor bereits Opfer des illegalen Wildtierhandels und wurden erst nach ihrer Beschlagnahmung in der Einrichtung untergebracht. Wer diesen Teil der Geschichte weglässt, verschiebt die Verantwortung für den Ursprung ihres Schicksals.

    Der Zoo kooperierte zudem bei der späteren Übergabe Domingas. Diese Tatsache macht aus der Einrichtung keine automatisch vorbildliche Institution. Sie zeigt aber erneut, dass die Geschichte nicht in das einfache Schema „böser Zoo gegen gute Retter“ passt. Die tatsächliche Chronologie ist komplexer, und genau diese Komplexität verschwindet in Social-Media-Erzählungen besonders schnell.

    Aus einer komplexen Tierbiografie wird eine perfekte Social-Media-Geschichte

    Genau darin liegt das eigentliche Problem solcher Videos. Die reale Geschichte besteht aus illegalem Wildtierhandel, behördlicher Beschlagnahmung, jahrelanger Haltung, dem Tod eines zweiten Tieres, gesundheitlichen Problemen, wissenschaftlich untersuchter Alopezie und schließlich einer Umsiedlung. Daraus lässt sich auf Social Media sehr viel einfacher eine andere Geschichte machen: Zoo schlecht, Tier leidet, Schwester versucht zu fliehen und stirbt, anschließend kommt die Rettung.

    Diese Version funktioniert emotional ausgezeichnet. Sie benötigt nur wenige Bilder und wenige Sätze und liefert sofort einen eindeutigen Schuldigen. Doch Tierschutz sollte nicht daran gemessen werden, wie wirkungsvoll eine Geschichte auf Instagram erzählt wird. Entscheidend ist, ob die zentralen Behauptungen belegt sind.

    Die aktuelle Diskussion rund um Anti-Zoo-Influencer zeigt, wie schnell sich solche Narrative verselbstständigen können. Auch bei Robert Marc Lehmann und seiner Auseinandersetzung mit Zoos zeigt sich immer wieder, wie wichtig die Trennung zwischen dokumentiertem Vorgang und daraus entwickelter Geschichte ist. Kritik an Zoos ist legitim. Sie wird aber nicht glaubwürdiger, wenn wesentliche Informationen fehlen oder unbelegte Behauptungen als Tatsachen präsentiert werden.

    Wer Tierschutz fordert, muss bei den Fakten bleiben

    Malte Zierden erreicht mit seinem Engagement ein Millionenpublikum. Gerade deshalb sollte bei konkreten Behauptungen ein hoher Maßstab gelten. Wer öffentlich erzählt, ein Tier sei bei einem Fluchtversuch aus einem Zoo gestorben, sollte dafür eine nachvollziehbare Quelle nennen können. Für genau diese Behauptung findet sich in den zugänglichen zeitgenössischen Berichten kein Beleg.

    Dokumentiert ist dagegen, dass Dominga und ihre Schwester als Jungtiere illegal aus der Natur entnommen wurden. Dokumentiert ist, dass sie anschließend nach ihrer Beschlagnahmung in einen Zoo kamen. Dokumentiert ist auch der spätere Tod der Schwester sowie Domingas massiver Haarausfall. Nicht dokumentiert ist der von Zierden behauptete Fluchtversuch.

    Auch der Haarausfall lässt sich wissenschaftlich nicht auf die einfache Formel reduzieren, die die Bilder nahelegen können. Das Alopezie-Syndrom bei Brillenbären ist seit Jahren Gegenstand veterinärmedizinischer Forschung. Wer daraus eine eindeutige Anklage gegen einen Zoo konstruiert, muss diesen Zusammenhang belegen und darf ihn nicht allein durch emotionale Bildsprache entstehen lassen.

    Philipp J. Kroiß und zoos.media haben mit ihrer Recherche einen wichtigen Widerspruch sichtbar gemacht. GERATI hat die zentralen Punkte anhand weiterer Quellen nachvollzogen. Das Ergebnis ist eindeutig genug: Die tatsächliche Geschichte der Bärin ist erheblich komplexer als die von Malte Zierden verbreitete Erzählung, und für einen ihrer dramatischsten Bestandteile – den angeblich tödlichen Fluchtversuch der Schwester – fehlt der Beleg.

    Tierschutz verliert an Glaubwürdigkeit, wenn emotionale Geschichten wichtiger werden als überprüfbare Tatsachen. Wer Missstände aufdecken will, sollte deshalb zuerst sicherstellen, dass die eigene Geschichte stimmt.

    Quellen

  • Robert Marc Lehmann: „Größte Anti-Zoo-Demo der Welt“ – danach Totenstille

    Robert Marc Lehmann: „Größte Anti-Zoo-Demo der Welt“ – danach Totenstille

    Robert Marc Lehmann kündigte für den 4. Oktober 2026 in Berlin nicht irgendeine Demonstration an. „Die größte Anti-Zoo Demo der Welt!“ lautete die Botschaft, mit der über Wochen mobilisiert wurde. Bekannte Namen aus der Tierrechtsszene sollten zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen, während Parolen wie „FCK ZOOS“ die Richtung vorgaben. Einen Tag später ist von dem groß angekündigten Weltrekord vor allem eines geblieben: Totenstille.

    Bis Montagvormittag findet sich bei den großen deutschen Nachrichtenmedien kein eigenständiger Nachbericht, der die vermeintlich größte Anti-Zoo-Demonstration der Welt entsprechend würdigt. Eine öffentlich bekannte Teilnehmerzahl, mit der sich der angekündigte Rekord überprüfen ließe, fehlt ebenfalls. Auch von der Berliner Polizei liegt bislang keine veröffentlichte Zahl vor, anhand derer die tatsächliche Größe der Veranstaltung eingeordnet werden könnte. Wer selbst einen Weltrekord ausruft, muss sich jedoch genau an dieser Größe messen lassen.

    Vor der Demo Schlagzeilen, danach Totenstille

    Im Vorfeld funktionierte die mediale Aufmerksamkeit wesentlich besser. Verschiedene Portale griffen die Ankündigung auf, Sarah Connors Unterstützung sorgte zusätzlich für Schlagzeilen und der angekündigte Protest wurde bereits Wochen vor dem 4. Oktober zum Thema. GERATI berichtete ebenfalls ausführlich über die von Robert Marc Lehmann angekündigte Anti-Zoo-Demonstration in Berlin und verwies dabei bereits auf den außergewöhnlichen Anspruch, den Lehmann selbst mit seiner Werbung geschaffen hatte.

    Nach der Veranstaltung sieht das Bild völlig anders aus. Kein großes Medienecho über einen angeblichen Weltrekord, keine verbreitete Teilnehmerzahl und keine Schlagzeilen darüber, dass Robert Marc Lehmann tatsächlich die größte Anti-Zoo-Demonstration der Welt organisiert habe. Gerade dieser Gegensatz zwischen der lautstarken Ankündigung und der anschließenden Stille ist bemerkenswert. Was vorher groß genug für Schlagzeilen war, scheint nach der tatsächlichen Veranstaltung kaum noch Nachrichtenwert zu besitzen.

    An fehlendem Bildmaterial kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Die Bildagentur IMAGO hatte mit Marvin Möbius einen professionellen Fotografen vor Ort und veröffentlichte noch am Veranstaltungstag zahlreiche Aufnahmen von Robert Marc Lehmann, Caroh Weber, Demonstranten und Protestschildern. Das Material stand den Redaktionen damit unmittelbar für eine Bebilderung zur Verfügung. Trotzdem blieb die große Nachberichterstattung aus.

    Menschen waren dort – doch wo ist der Weltrekord?

    Dass Menschen zu der Demonstration kamen, steht außer Frage. Die Veranstaltung fand statt, es gab Redner, Transparente, Fahnen, Megafone und zahlreiche Anhänger der Anti-Zoo-Bewegung. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Menschen vor Ort waren, sondern ob die vorher groß angekündigte „größte Anti-Zoo-Demo der Welt“ tatsächlich diesen Anspruch erfüllen konnte. Dafür bräuchte es eine nachvollziehbare Teilnehmerzahl.

    Genau diese Zahl fehlt. Weder eine offizielle Zahl der Polizei noch eine belastbare Zahl eines großen Nachrichtenmediums ist bislang veröffentlicht worden. Damit fehlt ausgerechnet der wichtigste Wert, mit dem Robert Marc Lehmann seinen eigenen Weltrekord belegen könnte. Die größte Anti-Zoo-Demonstration der Welt existiert damit bislang vor allem als vorherige Werbeaussage.

    Auch inhaltlich blieb die Veranstaltung deutlich hinter ihrer großen Inszenierung zurück. Viele Redebeiträge wiederholten bekannte Positionen der Anti-Zoo-Szene, während die sichtbare Protestkommunikation immer wieder von Parolen wie „FCK ZOOS“ geprägt wurde. zoos.media fasste die Veranstaltung entsprechend mit „Viel Hass, wenig Inhalt“ zusammen. Die große sachliche Abrechnung mit modernen Zoos blieb dagegen überschaubar.

    Kinder mit Megafon statt zoologischer Bildung

    Besonders auffällig war die Einbindung von Kindern in die Protestveranstaltung. Kinder wurden mit Megafonen in eine Demonstration eingebunden, deren sichtbare Botschaften unter anderem aus Begriffen wie „FCK ZOOS“ bestanden. Gleichzeitig gehört der angeblich fehlende Bildungsauftrag zoologischer Einrichtungen zu den häufigsten Vorwürfen der Anti-Zoo-Szene. Gerade deshalb lohnt sich der Vergleich dessen, was Kindern jeweils tatsächlich vermittelt wird.

    In zoologischen Einrichtungen begegnen Kinder lebenden Tieren und erhalten Informationen über Tierarten, Lebensräume, Verhalten, Bedrohungen und Artenschutz. Auf einer Demonstration lernen sie dagegen vulgäre Anti-Zoo-Parolen kennen und werden unmittelbar in die Konfrontation zwischen Aktivisten und zoologischen Einrichtungen eingebunden. Ein Megafon und ein Kraftausdruck ersetzen jedoch keine biologische Bildung und kein sachliches Argument über moderne Tierhaltung. Wer Zoos ihren Bildungsauftrag abspricht, sollte deshalb erklären können, welchen pädagogischen Mehrwert „FCK ZOOS“ für Kinder besitzen soll.

    Gerade eine Bewegung, die für sich moralische und pädagogische Überlegenheit beansprucht, muss sich an den eigenen Methoden messen lassen. Zoos können und sollen für ihre Bildungsangebote kritisiert werden, wenn diese ihren Anspruch nicht erfüllen. Dasselbe muss dann auch für Demonstrationen gelten, auf denen Kinder politische beziehungsweise aktivistische Botschaften der Erwachsenen übernehmen. Bildung braucht Wissen und Argumente, nicht nur möglichst eingängige Parolen.

    Robert Marc Lehmann und die 50 angeblich überlebenden Bali-Stare

    Auf der Berliner Demonstration machte Robert Marc Lehmann außerdem eine bemerkenswert konkrete Aussage über sein Bali-Star-Projekt. Von 60 ausgewilderten Bali-Staren sollen nach seinen Angaben noch 50 leben. Von den zehn verstorbenen Vögeln sei unter anderem ein Tier gegen eine Fensterscheibe geflogen. Wer derart genaue Überlebenszahlen und sogar einzelne Todesursachen nennt, muss dafür eine entsprechend genaue Datengrundlage besitzen.

    Für die von Mission Erde unterstützte Gruppe der ausgewilderten Bali-Stare ist jedoch kein GPS- oder Funktracking öffentlich dokumentiert, mit dem sich jedes der 60 Tiere permanent individuell verfolgen ließe. Ringnummern oder Mikrochips können der Identifikation dienen, liefern aber keine laufenden Standortdaten eines frei fliegenden Vogels. Ein Mikrochip zeigt weder an, wo sich ein Tier befindet, noch ob es noch lebt. Dafür müsste der betreffende Vogel zunächst wiedergefunden, erkannt oder eingefangen werden.

    Damit bleibt die entscheidende Frage bestehen: Wie wurde festgestellt, dass ausgerechnet 50 der ursprünglich 60 Tiere noch leben? Welche 50 Vögel wurden wann eindeutig identifiziert und wie wurde bei den übrigen zehn festgestellt, dass sie tatsächlich gestorben sind? Noch konkreter wird diese Frage bei Lehmanns Aussage, einer seiner ausgewilderten Bali-Stare sei gegen eine Fensterscheibe geflogen. Dafür müsste zumindest nachvollziehbar dokumentiert sein, welcher Vogel gefunden wurde, wie er eindeutig der ursprünglichen Auswilderungsgruppe zugeordnet wurde und wie die konkrete Todesursache festgestellt wurde.

    Genau solche öffentlich nachvollziehbaren Belege für eine vollständige Individualbilanz der 60 Tiere liegen bislang nicht vor. Eine Populationsbeobachtung in einem Gebiet ist etwas anderes als der Nachweis, dass exakt 50 bestimmte Ursprungstiere noch leben. Wer andere regelmäßig einem „Faktencheck“ unterzieht, muss denselben Maßstab auch bei den eigenen Aussagen akzeptieren. Artenschutz braucht überprüfbare Daten und keine Zahlen, deren Entstehung für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist.

    Mehr als 600 Bali-Stare – aber nicht durch Robert Marc Lehmann

    Auch die Gesamtpopulation des Bali-Stars muss klar von Lehmanns eigenem Projekt getrennt werden. Aktuelle Angaben nennen wieder mehr als 600 wildlebende Bali-Stare, während der Bali-Barat-Nationalpark bereits 2023 einen Bestand von rund 600 Tieren gemeldet hatte. Diese Entwicklung begann lange bevor Robert Marc Lehmann mit Mission Erde eigene Auswilderungen unterstützte. Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Schutzmaßnahmen, Erhaltungszucht und Auswilderungen zahlreicher Organisationen.

    Der damalige Leiter des Bali-Barat-Nationalparks erklärte bereits 2023, dass die dortige Population von lediglich sechs wildlebenden Vögeln im Jahr 2001 auf rund 600 Tiere angewachsen war. Allein 2022 wurden nach Angaben des Nationalparks weitere 108 Bali-Stare ausgewildert. Robert Marc Lehmanns 60 Tiere sind damit lediglich ein kleiner Teil einer wesentlich größeren und älteren Artenschutzgeschichte. Die mehr als 600 Bali-Stare sind keine von Lehmann geschaffene Population.

    Mission Erde meldete im Mai 2026 für das eigene Auswilderungsgebiet wiederum eine Population von mehr als 109 Bali-Staren. Auch diese Zahl beweist nicht, dass noch genau 50 der ursprünglich freigelassenen 60 Tiere leben. Nachwuchs kann die Population vergrößern, während Ursprungstiere gleichzeitig sterben oder das Gebiet verlassen können. Eine Populationszahl ersetzt deshalb keine individuelle Überlebensbilanz.

    Gerade der Bali-Star zeigt außerdem, wie wichtig kontrollierte Zucht und anschließende Auswilderung für den Artenschutz sein können. Die Erholung dieser Art ist über Jahrzehnte durch menschlich betreute Populationen und gezielte Wiederansiedlungen unterstützt worden. Ausgerechnet dieses Beispiel zeigt deshalb, dass Tierhaltung, Zucht und Artenschutz nicht automatisch Gegensätze sind. Die Realität ist komplexer als ein „FCK ZOOS“-Plakat.

    Große Worte – und danach Totenstille

    Am Ende bleibt von der Berliner Demonstration ein auffälliger Gegensatz. Vorher wurde mit der „größten Anti-Zoo-Demo der Welt“ geworben, bekannte Namen wurden mobilisiert und maximale Aufmerksamkeit erzeugt. Danach fehlt die eine Zahl, mit der dieser Weltrekord überhaupt belegt werden könnte. Gleichzeitig bleibt das große Medienecho aus, obwohl professionelles Bildmaterial unmittelbar verfügbar war.

    Auch auf der Bühne wurde immer wieder der Anspruch vermittelt, mit Fakten gegen Zoos zu argumentieren. Dann müssen jedoch auch die eigenen Aussagen diesem Anspruch standhalten. Wer exakt 50 Überlebende aus einer Gruppe von 60 frei lebenden Vögeln nennt und zusätzlich individuelle Todesursachen beschreibt, muss nachvollziehbar erklären können, wie diese Zahlen festgestellt wurden. Präzision in einer Rede ersetzt keinen Beleg.

    Robert Marc Lehmann wollte in Berlin die größte Anti-Zoo-Demonstration der Welt präsentieren. Einen Tag später fehlt die Rekordzahl, das große Medienecho bleibt aus und selbst bei einzelnen Aussagen aus den Reden bleiben die öffentlich zugänglichen Belege hinter der präsentierten Gewissheit zurück. Große Ankündigung vorher – Totenstille danach.

    Quellen

  • Herbstferien im Zoo Vivarium Darmstadt: Workshops zu Meerschweinchen und Fotografie

    Herbstferien im Zoo Vivarium Darmstadt: Workshops zu Meerschweinchen und Fotografie

    Ferienprogramm verbindet Tierhaltung und Fotografie

    Der Zoo Vivarium Darmstadt bietet Kindern und Jugendlichen während der Herbstferien mehrere Workshops an. Auf dem Programm stehen zwei Fotoworkshops sowie Veranstaltungen zur richtigen Haltung von Meerschweinchen und zur Bedeutung von Haustieren als Nutztiere. Damit verbindet die Zooschule praktische Ferienaktivitäten mit Themen rund um Tierhaltung, Beobachtung und den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren. Treffpunkt für alle Veranstaltungen ist die Zooschule im Vivarium.

    Den Auftakt bildet am Mittwoch, 7. Oktober, ein Fotoworkshop von 10 bis 14 Uhr. Die Teilnahme kostet 69 Euro, wobei der Eintritt in den Zoo bereits im Preis enthalten ist. Ein zweiter Fotoworkshop findet am Mittwoch, 14. Oktober, ebenfalls von 10 bis 14 Uhr statt. Beide Veranstaltungen richten sich an Kinder und Jugendliche, die Tiere und ihre Umgebung einmal gezielt durch die Kamera betrachten möchten.

    Meerschweinchen stehen im Mittelpunkt

    Ebenfalls am 7. Oktober findet von 13 bis 15 Uhr der Workshop „Wie halte ich Meerschweinchen richtig?“ statt. Im Mittelpunkt stehen Fragen rund um die Bedürfnisse der Tiere und eine angemessene Haltung. Die Teilnahme kostet neun Euro zuzüglich des regulären Zooeintritts. Für den Workshop empfiehlt das Vivarium robuste und wetterfeste Kleidung.

    Wer am selben Tag auch am Fotoworkshop teilnehmen möchte, muss allerdings auf die Zeiten achten. Der Fotokurs läuft bis 14 Uhr, während der Meerschweinchen-Workshop bereits um 13 Uhr beginnt. Beide Veranstaltungen überschneiden sich damit für eine Stunde und können nicht vollständig miteinander kombiniert werden. Familien sollten deshalb bereits bei der Anmeldung entscheiden, welches Angebot für das Kind im Vordergrund stehen soll.

    Am Donnerstag, 8. Oktober, folgt von 10 bis 12 Uhr der Workshop „Warum Haustiere Nutztiere sind?“. Auch dieses Angebot kostet neun Euro zuzüglich Eintritt und richtet sich an Kinder und Jugendliche. Dabei geht es um die unterschiedlichen Rollen, die Tiere im Zusammenleben mit Menschen einnehmen können. Das Thema ergänzt damit den stärker auf die praktische Haltung ausgerichteten Meerschweinchen-Workshop um einen weiteren Blick auf das Verhältnis zwischen Mensch und Tier.

    Unterschiedliche Angebote für die Ferienplanung

    Die vier Veranstaltungen unterscheiden sich sowohl bei der Dauer als auch beim Preis. Die beiden Fotoworkshops dauern jeweils vier Stunden und kosten 69 Euro inklusive Zooeintritt. Die beiden Veranstaltungen zu Tierhaltung und Haustieren dauern jeweils zwei Stunden und kosten neun Euro zuzüglich Eintritt. Eltern sollten diese Unterschiede bei der Ferienplanung berücksichtigen und vor der Anmeldung außerdem prüfen, ob für den gewünschten Termin noch Plätze verfügbar sind.

    Konkrete Altersgrenzen werden in der Ankündigung nicht genannt, als Zielgruppe werden allgemein Kinder und Jugendliche angegeben. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Eignung eines Workshops für das jeweilige Alter direkt bei der Zooschule zu erfragen. Für die Fotoworkshops und das Angebot zur Meerschweinchenhaltung wird wetterfeste und robuste Kleidung empfohlen. Gerade bei Veranstaltungen im Zoo können Wetter und Außentemperaturen schließlich einen erheblichen Einfluss auf den Tagesablauf haben.

    Zooschule als Lernort

    Ferienprogramme dieser Art zeigen zugleich eine Funktion zoologischer Einrichtungen, die in öffentlichen Debatten häufig hinter Tierhaltung und Freizeitangeboten zurücktritt. Zoos können Kindern komplexe Themen anschaulich vermitteln und theoretisches Wissen mit unmittelbarer Tierbeobachtung verbinden. Auch andere Einrichtungen setzen zunehmend auf entsprechende Bildungsangebote, wie etwa die bei GERATI vorgestellte Umweltbildung im Erlebnis-Zoo Hannover. Dort werden Tierbeobachtung und Informationen über Lebensräume ebenfalls gezielt miteinander verknüpft.

    Im Darmstädter Ferienprogramm kommen gleich mehrere Zugänge zusammen. Beim Fotografieren lernen die Teilnehmenden, Tiere und ihre Umgebung genauer zu beobachten, während der Meerschweinchen-Workshop konkrete Fragen der Haltung behandelt. Die Veranstaltung über Haustiere als Nutztiere erweitert diesen Blick um die verschiedenen Beziehungen zwischen Menschen und Tieren. Der Zoo wird dadurch nicht lediglich zum Ausflugsziel, sondern zugleich zu einem Ort, an dem Kinder sich praktisch mit Tierhaltung und Tierwissen beschäftigen können.

    Anmeldung läuft über die Zooschule

    Anmeldungen für die Veranstaltungen nimmt die Zooschule telefonisch unter 06151 13-46900 oder per E-Mail an zoo-paedagogik@darmstadt.de entgegen. Treffpunkt für die Workshops ist jeweils die Zooschule im Zoo Vivarium Darmstadt. Weitere Termine und Informationen werden außerdem im Online-Veranstaltungskalender des Zoos veröffentlicht. Wegen möglicher Teilnehmerbegrenzungen empfiehlt sich eine rechtzeitige Anmeldung.

    Für Familien sind bei der Auswahl vor allem Termin, Dauer und Kosten der einzelnen Angebote entscheidend. Bei den Fotoworkshops ist der Zooeintritt bereits in der Teilnahmegebühr enthalten, während er bei den beiden zweistündigen Workshops zusätzlich bezahlt werden muss. Besonders am 7. Oktober sollte wegen der zeitlichen Überschneidung zwischen Foto- und Meerschweinchen-Workshop genau geplant werden. Damit steht einem Ferientag zwischen Tierbeobachtung, Fotografie und praktischer Wissensvermittlung nichts im Wege.

    Quellen

  • Zoo Rostock: Herbstferienprogramm 2026 endet mit Lampionfest und Feuershow

    Zoo Rostock: Herbstferienprogramm 2026 endet mit Lampionfest und Feuershow

    Der Zoo Rostock lädt vom 15. bis 25. Oktober 2026 zu einem umfangreichen Herbstferienprogramm ein. Geplant sind Führungen, Thementage, digitale Rallyes und zahlreiche Angebote rund um Natur- und Artenschutz. Damit richtet sich das Programm nicht nur an Familien, die Tiere beobachten möchten, sondern auch an Besucher, die sich spielerisch mit Lebensräumen, Tierhaltung und dem Schutz bedrohter Arten beschäftigen wollen. Zu den angekündigten Höhepunkten gehören ein Rundgang mit dem Nachtwächter, eine Glühwürmchen-Tour, spezielle Aktionstage im Darwineum und das große Lampionfest am 24. Oktober.

    Entdecken, lernen und Tiere erleben

    Im Darwineum stehen während der Herbstferien verschiedene Mitmachangebote auf dem Programm. Besucher können sich unter anderem mit Libellen und Eulen beschäftigen und dabei praktische Stationen, Mikroskope und Anschauungsmaterial nutzen. Für Kinder zwischen acht und 14 Jahren ist außerdem der „Artenschutz-Insider“ vorgesehen, bei dem unter anderem Luchse, unerlaubte Souvenirs und die Verbindung zwischen Zwergflusspferden und Schokolade thematisiert werden. Auf diese Weise verbindet der Zoo klassische Tierbeobachtung mit Wissensvermittlung und konkreten Fragen des Natur- und Artenschutzes.

    An den Wochenenden können Besucher mit Entdeckerpässen das Darwineum und das Polarium erkunden. Die Angebote kombinieren den Rundgang durch die Tierhäuser mit Aufgaben und Wissensfragen zu den dort lebenden Tieren. Ergänzend stehen digitale Actionbound-Rallyes zur Verfügung, die sich unter anderem mit dem amerikanischen Kontinent und dem weltweiten Artenschutz beschäftigen. Familien können ihren Zoobesuch damit flexibel gestalten und einzelne Lernangebote in den normalen Rundgang integrieren.

    Auch der direkte Austausch mit den Tierpflegerinnen und Tierpflegern gehört zum Ferienprogramm. Bei Sprechstunden, Fütterungen und Tierbeschäftigungen können Besucher Fragen zu den Zoobewohnern stellen und erhalten Einblicke in deren Versorgung und Alltag. Solche Angebote gehören teilweise auch außerhalb der Ferien zum regulären Programm des Zoos und schaffen eine direkte Verbindung zwischen Besuchern und Tierhaltung. Gerade dieser persönliche Kontakt ermöglicht Einblicke, die über reine Informationstafeln hinausgehen.

    Artenschutz wird für Besucher erlebbar

    Das Herbstferienprogramm zeigt, wie zoologische Einrichtungen Bildungsarbeit unmittelbar mit Tiererlebnissen verbinden können. Statt Artenschutz nur abstrakt zu erklären, werden Themen über Tiere, Anschauungsmaterial, Rallyes und Gespräche vermittelt. Besucher erhalten dadurch einen konkreteren Zugang zu Fragen rund um bedrohte Arten, Lebensräume und den internationalen Artenschutz. Gerade für Kinder kann diese Form der Wissensvermittlung deutlich greifbarer sein als rein theoretischer Unterricht.

    Der Zoo Rostock setzt damit auf ein Konzept, bei dem Unterhaltung und Bildung nicht voneinander getrennt werden. Wer den Zoo besucht, kann selbst entscheiden, ob er an Führungen und Sonderaktionen teilnimmt oder die Anlagen eigenständig erkundet. Gleichzeitig schaffen die zusätzlichen Angebote Anreize, sich intensiver mit einzelnen Tierarten und Schutzprojekten auseinanderzusetzen. Auch andere zoologische Einrichtungen nutzen solche Programme, um ihren Bildungsauftrag mit dem normalen Zoobesuch zu verbinden.

    Lampionfest am 24. Oktober

    Der große Abschluss des Ferienprogramms ist für Samstag, den 24. Oktober 2026, angekündigt. Das Lampionfest beginnt ab 16 Uhr im Altweltaffen-Haus mit tierischen Mutproben. Um 17.15 Uhr folgt eine öffentliche Fütterung an der Robbenanlage, bei der das Tierpflegeteam Einblicke in die Versorgung und den Alltag der Tiere geben soll. Gegen 17.30 Uhr setzt sich anschließend der große Lampionumzug durch das Zoogelände in Bewegung.

    Die Route führt unter anderem an Wildhunden, Kängurus, Wisenten, Eseln, Rentieren, Geparden, Lamas und Zwergflusspferden vorbei. Ziel ist der zentrale Veranstaltungsplatz, an dem Feuerschalen, gastronomische Angebote und ein musikalisch moderiertes Programm vorgesehen sind. Den Abschluss des Abends bildet eine Feuershow. Damit verbindet der Zoo den klassischen Laternenumzug mit Tiererlebnissen und einem Veranstaltungsprogramm für Familien.

    Der Zoo Rostock zählt zu den bekanntesten zoologischen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und nutzt Veranstaltungen wie das Lampionfest auch dazu, Besucher außerhalb der klassischen Hauptsaison anzusprechen. Gerade im Herbst ermöglichen verlängerte oder besondere Abendprogramme eine andere Atmosphäre als ein regulärer Tagesbesuch. Gleichzeitig bleiben die Tiere und deren Haltung Bestandteil des Programms und werden nicht lediglich zur Kulisse einer Abendveranstaltung. Das unterscheidet solche Zooformate von reinen Freizeitveranstaltungen ohne Bildungsbezug.

    Praktische Planung für den Zoobesuch

    Für den Nachtwächter-Rundgang, die Glühwürmchen-Tour und den „Artenschutz-Insider“ ist eine Anmeldung erforderlich. Familien sollten deshalb vor dem Besuch prüfen, für welche Angebote eine vorherige Registrierung notwendig ist und welche Ticketbedingungen gelten. Anmeldungen, Preise und weitere Informationen stellt der Zoo über seine Website und telefonisch zur Verfügung. Die Entdeckerpässe sind für die Wochenenden am 17. und 18. sowie am 24. und 25. Oktober vorgesehen.

    Wer das Lampionfest besuchen möchte, sollte seinen Zoobesuch möglichst frühzeitig beginnen. Das Programm startet bereits um 16 Uhr im Altweltaffen-Haus, bevor sich die Besucher später an der Robbenanlage und anschließend zum Lampionumzug versammeln. Dadurch bleibt ausreichend Zeit, auch vor Beginn des Abendprogramms Tiere und Anlagen zu besuchen. Besonders für Familien lässt sich der reguläre Zoobesuch so mit dem Veranstaltungsprogramm am späten Nachmittag verbinden.

    Das Herbstferienprogramm 2026 umfasst damit weit mehr als einzelne Sonderführungen. Tierpfleger-Sprechstunden, Mitmachangebote, digitale Rallyes und Veranstaltungen rund um den Artenschutz ergänzen den normalen Zoobesuch über mehrere Tage hinweg. Den Höhepunkt bildet am 24. Oktober das Lampionfest mit Tierbegegnungen, öffentlicher Fütterung, Laternenumzug, Feuerschalen und Feuershow. Aus einem klassischen Herbstbesuch wird damit ein ganztägiges Familienprogramm, das Tiererlebnis, Wissensvermittlung und Veranstaltung miteinander verbindet.

    Quellen

  • Luchsnachwuchs im Nordschwarzwald: Erstes Jungtier seit 200 Jahren wächst heran

    Luchsnachwuchs im Nordschwarzwald: Erstes Jungtier seit 200 Jahren wächst heran

    Ein historischer Nachweis mit offenem Ausgang

    Im Nordschwarzwald wächst erstmals seit 200 Jahren wieder ein Luchs in freier Wildbahn auf. Das Jungtier von Luchsin Verena markiert damit einen außergewöhnlichen Schritt für die Rückkehr der geschützten Wildtierart in die Region. Der Fall spielt im Murgtal und verbindet einen sichtbaren Erfolg des Artenschutzes mit einer praktischen Herausforderung. Der aktuelle Status ist jedoch vorsichtig zu bewerten: Nach dem ersten genetischen Nachweis gibt es bislang keine weitere Bestätigung des Nachwuchses.

    Ein genetischer Nachweis kann die Fortpflanzung belegen, beantwortet aber nicht automatisch die Frage, wie sich das Jungtier entwickelt. Für den Nationalpark Schwarzwald und die beteiligten Fachleute kommt es deshalb darauf an, weitere Hinweise zu gewinnen, ohne das Tier durch unnötige Störungen zu gefährden.

    Verena und Reinhold kamen im Rahmen eines Landesprojekts

    Verena und der Luchskuder Reinhold wurden Ende 2024 im Rahmen des Projektes „Luchs Baden-Württemberg“ zur Stützung des Bestandes im Nordschwarzwald ausgewildert. Der Nachwuchs zeigt nun, dass aus der Rückkehr einzelner Tiere ein konkreter Fortpflanzungserfolg entstehen kann. Die Maßnahme sollte die Voraussetzungen dafür verbessern, dass Luchse nicht nur vorübergehend durch die Region ziehen, sondern dort auch dauerhaft Lebensraum finden und sich fortpflanzen können.

    Zugleich wäre es verfrüht, daraus bereits eine stabile Population abzuleiten. Dafür müssten weitere Tiere dauerhaft nachgewiesen und mehrere Reproduktionen bestätigt werden. Gerade bei einer einzelgängerisch lebenden Wildtierart ist der Abstand zwischen einem wichtigen Einzelfund und einer belastbaren Bestandsentwicklung groß.

    Monitoring liefert mehr als reine Zählungen

    Wildtier-Monitoring bedeutet im Schwarzwald nicht lediglich, die Zahl beobachteter Luchse zu addieren. Die Fachleute müssen einzelne Tiere unterscheiden, ihre Bewegungen nachvollziehen und Hinweise auf dauerhafte Reviere oder Fortpflanzung zusammenführen. Genetische Spuren sind dabei besonders wichtig, weil direkte Beobachtungen bei scheuen Tieren mit großen Streifgebieten selten bleiben. Wiederholte Nachweise können zudem klären, ob ein Jungtier weiterlebt.

    Auch Halsbandsender gehören zu den Instrumenten. Seit 2015 wurden Luchse im Schwarzwald nach Angaben des Landes zwölfmal erfolgreich mit einem solchen Sender ausgestattet. Die Geräte liefern Bewegungsdaten und können zeigen, ob ein Tier in einem Gebiet bleibt oder größere Entfernungen zurücklegt. Damit entsteht ein genaueres Bild, als es einzelne Sichtungen oder zufällige Aufnahmen allein ermöglichen würden.

    Ein Beispiel dafür war ein etwa zweijähriger Kuder, der im Frühjahr 2025 erstmals im Südschwarzwald nachgewiesen wurde. Nach einer Untersuchung wurde er mit einem Halsbandsender ausgestattet und wieder freigelassen; anschließend wanderte er in den Nordschwarzwald ab. Die medizinische Untersuchung ergab nach Angaben des Wildtierbiologen Jens Seeger, dass der Kuder gesund war. Solche Daten helfen, die Wege einzelner Tiere zu verstehen und mögliche Kontakte im Bestand fachlich einzuordnen.

    Warum der nächste Nachweis entscheidend ist

    Für den aktuellen Luchsnachwuchs hat das Monitoring eine unmittelbare Bedeutung. Der erste genetische Nachweis ist ein starker Hinweis auf erfolgreiche Fortpflanzung, doch erst wiederholte Nachweise können klären, ob das Jungtier weiterlebt und sich aus seinem Versteck entwickelt hat. Bleibt es zunächst unsichtbar, ist das bei einem jungen Luchs nicht automatisch ein Beleg für sein Verschwinden. Umgekehrt darf aus dem ersten Nachweis auch kein gesicherter langfristiger Bestandserfolg werden.

    Die Entwicklung von Verena und ihrem Nachwuchs ist deshalb für den Artenschutz im Nordschwarzwald besonders aufschlussreich. Sie zeigt, dass die Auswilderung und die begleitende Beobachtung eine Fortpflanzung ermöglichen können. Der entscheidende praktische Maßstab liegt nun darin, ob sich der Nachweis bestätigen lässt und ob weitere Luchse im Gebiet dauerhaft Fuß fassen. Erst dann wird aus dem historischen Jungtier ein belastbares Zeichen für die langfristige Rückkehr des Luchses in den Schwarzwald.

    Quellen

  • Kuh wird mit Helikopter aus den französischen Pyrenäen gerettet

    Kuh wird mit Helikopter aus den französischen Pyrenäen gerettet

    Rettung im Cirque de Gavarnie

    Eine Kuh ist in den französischen Pyrenäen mit einem Hubschrauber ins Tal gebracht worden. Der ungewöhnliche Einsatz ereignete sich am Cirque de Gavarnie, oberhalb des Refuge des Espuguettes. Dort war das Tier in schwierigem Gelände feststecken geblieben und konnte den Rückweg nicht mehr allein bewältigen. Für die Rettung musste deshalb ein Transportmittel eingesetzt werden, das sonst vor allem aus der Bergrettung bekannt ist.

    Die kurze Meldung von La Dépêche fasst den entscheidenden Ausgang des Einsatzes zusammen: Die Kuh wurde mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen. Der Schweizer Bauer griff diese Darstellung auf und ordnete sie als spektakuläre Rettungsaktion ein. Für das Nutztier ging es dabei nicht um einen gewöhnlichen Weidewechsel, sondern darum, eine akute Notlage in unzugänglichem Berggelände zu beenden. Weil das Gelände für Fahrzeuge unzugänglich war, wurde die Kuh mit einer Schlinge unter dem Helikopter ausgeflogen.

    Rund 600 Kilogramm am Hubschrauber

    Nach Berichten von T-Online und der Kleinen Zeitung wog die Kuh etwa 600 Kilogramm. Die Kleine Zeitung nennt außerdem den Namen Vahine und beschreibt das Tier als Kuh, die hoch oben in den Pyrenäen festsass und aus eigener Kraft nicht mehr ins Tal gelangen konnte. Sie war in unwegsamem Gelände im Schlamm festgesessen. T-Online stellte den ungewöhnlichen Charakter des Einsatzes heraus: Der Helikopter flog kein menschliches Rettungsopfer, sondern ein schweres Nutztier über die Pyrenäen.

    Das Gewicht machte die Bergung zusätzlich anspruchsvoll. Ein Tier dieser Größe lässt sich in steilem oder aufgeweichtem Gelände nicht ohne Weiteres an Land bewegen. Der Hubschrauber brachte sie deshalb direkt aus dem schwer erreichbaren Bereich heraus, anstatt einen langen Transport über den Boden organisieren zu müssen.

    Schlamm und unzugängliches Gelände

    Der ausführlichere Bericht des Schweizer Bauern beschreibt, dass die Kuh oberhalb der Berghütte im Schlamm stecken geblieben war. Sie konnte sich demnach nicht selbst befreien. Weil das Gelände für Fahrzeuge nicht zugänglich war, wurde die Kuh mit einer Schlinge unter dem Helikopter ausgeflogen. Damit wurde der Hubschrauber nicht nur für die Bergung, sondern vor allem für den anschließenden Transport ins Tal eingesetzt. Der Ablauf zeigt, wie stark die Rettung von den örtlichen Bedingungen abhing: Erst das Feststecken im Schlamm, dann die fehlende Befahrbarkeit des Geländes machten den außergewöhnlichen Flug notwendig.

    Wanderer halten die Rettung fest

    Wanderer filmten den Einsatz. Nach Angaben des Schweizer Bauern verbreiteten sich die Aufnahmen anschließend in sozialen Medien. Die Bilder machten sichtbar, was die schriftlichen Meldungen in knapper Form beschreiben: eine mehrere hundert Kilogramm schwere Kuh, die unter einem Hubschrauber aus dem Berggebiet gebracht wird. Die öffentliche Aufmerksamkeit erklärt sich daher vor allem aus dem Gegensatz zwischen Tier und Einsatzmittel. Ein Helikopterflug mit einer Kuh wirkt spektakulär, war in diesem Fall aber eine praktische Antwort auf eine konkrete Notsituation. Für die Beteiligten stand nicht die ungewöhnliche Optik im Vordergrund, sondern die Frage, wie das Tier sicher aus dem unzugänglichen Gelände zurück ins Tal gelangen konnte.

    Bedeutung für das Tier

    Die Kuh konnte sich nicht selbst aus dem Schlamm befreien und wurde mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen. Weil das Gelände für Fahrzeuge unzugänglich war, wurde sie mit einer Schlinge unter dem Helikopter ausgeflogen. Die verfügbaren Berichte beschreiben den Flug ins Tal, nennen aber keine weitergehenden tiermedizinischen Einzelheiten zum Zustand nach der Landung. Fest steht damit vor allem der praktische Ausgang des Einsatzes: Das Tier wurde aus dem Berggelände ausgeflogen.

    Der Fall macht zugleich die besonderen Anforderungen deutlich, die bei Nutztieren in hoch gelegenen Weidegebieten entstehen können. Ein einzelnes Tier kann dort in Schlamm oder unwegsamem Gelände geraten, während Fahrzeuge und herkömmliche Transportmittel an Grenzen stoßen. Am Cirque de Gavarnie wurde der Helikopter deshalb zur entscheidenden Verbindung zwischen dem abgelegenen Ort und dem Tal. Die spektakulären Bilder stehen am Ende für eine Rettung, deren Kern schlicht die sichere Rückführung einer feststeckenden Kuh war.

    Quellen