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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

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  • Zoo Leipzig Verhaltensforschung: Einblicke in Tierpflege und Zooalltag

    Zoo Leipzig Verhaltensforschung: Einblicke in Tierpflege und Zooalltag

    Die Folge von „Elefant, Tiger & Co.“ gibt einen Einblick in Bereiche des Zooalltags, die für Besucher häufig nur am Rande sichtbar werden. Im Mittelpunkt stehen die Orang-Utan-Dame Dokana, ein zweieinhalb Monate altes Nashorn-Baby und die Plumplori-Dame Mercedes. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung der Tiere, sondern auch um Verhaltensforschung, die Gewöhnung an neue Situationen und eine regelmäßige Gesundheitskontrolle. Gerade diese scheinbar unspektakulären Abläufe zeigen, dass moderne Tierhaltung im Zoo weit mehr umfasst als das bloße Präsentieren von Tieren für Besucher.

    Dokana prüft Werkzeuge auf ihren Nutzen

    Bei der Orang-Utan-Dame Dokana steht ein Versuch im Mittelpunkt, bei dem sie eine praktische Aufgabe lösen soll. Hinter einer Scheibe befindet sich Himbeersaft, der für sie nicht unmittelbar erreichbar ist. Johannes Großmann vom Max-Planck-Institut begleitet die Untersuchung, bei der Dokana ein Hilfsmittel einsetzen soll, um an die Belohnung zu gelangen. Der Versuch macht damit auf anschauliche Weise sichtbar, wie sich Problemlösungsverhalten bei Menschenaffen unter kontrollierten Bedingungen beobachten lässt.

    Solche Aufgaben ermöglichen Forschern, genauer zu untersuchen, wie Tiere auf unterschiedliche Möglichkeiten reagieren und welche Lösungen sie für ein konkretes Problem wählen. Die Belohnung dient dabei als Motivation und schafft eine Situation, in der sich das Verhalten gezielt beobachten lässt. Aus einem einzelnen Versuch lässt sich zwar keine allgemeingültige Aussage darüber ableiten, wie sicher Dokana grundsätzlich zwischen geeigneten und ungeeigneten Werkzeugen unterscheidet. Dennoch zeigt die Aufgabe, welche Möglichkeiten Zoos für Verhaltensbeobachtungen bieten, die sich mit Erkenntnissen aus anderen Forschungsbereichen vergleichen lassen.

    Eine frühere Dokumentation über Verhaltensforschung bei Menschenaffen im Zoo Leipzig verdeutlicht zudem, dass Beobachtungen im Zoo mit vergleichenden Untersuchungen bei Menschen verbunden werden können. Gerade bei Menschenaffen ergeben sich dadurch interessante Fragestellungen zur Problemlösung, Wahrnehmung und zum Einsatz von Hilfsmitteln. Forschung findet hier nicht losgelöst von der Tierhaltung statt, sondern wird in den bestehenden Zooalltag integriert. Für Besucher werden wissenschaftliche Fragestellungen dadurch unmittelbar am Verhalten der Tiere nachvollziehbar.

    Nashorn-Baby lernt neue Situationen kennen

    Parallel begleitet die Sendung ein zweieinhalb Monate altes Nashorn-Baby bei seinen ersten Erkundungen außerhalb der vertrauten Umgebung. Tierpfleger Frank Meyer setzt dabei verschiedene neue Reize ein, mit denen sich das Jungtier auseinandersetzen kann. Eine künstliche, Wasser speiende Konstruktion, ein borstiger Gegenstand und ein bislang fremder Stallgang gehören zu den Situationen, die das junge Nashorn kennenlernen soll. Mutter Sarafine bleibt dabei in der Nähe und bietet dem Jungtier die vertraute soziale Umgebung.

    Die Gewöhnung an neue Gegenstände, Geräusche und Bereiche gehört zu den Aufgaben, die in der täglichen Tierpflege eine wichtige Rolle spielen können. Für ein Jungtier bedeutet jede Erweiterung seines gewohnten Umfelds zunächst eine neue Erfahrung, auf die es unterschiedlich reagieren kann. Die Tierpfleger können dabei beobachten, wie neugierig, vorsichtig oder sicher sich das Nashorn verhält und wie schnell es sich auf Veränderungen einstellt. Gleichzeitig lernt das Tier, dass unbekannte Situationen nicht automatisch eine Bedrohung darstellen.

    Damit unterscheidet sich dieser Teil deutlich von Dokanas Werkzeugtest, obwohl auch hier Verhalten aufmerksam beobachtet wird. Während bei der Orang-Utan-Dame eine konkrete Aufgabe gestellt wird, steht beim Nashorn die schrittweise Gewöhnung an seine Umwelt im Vordergrund. Solche Erfahrungen können auch für spätere Abläufe im Zoo hilfreich sein, weil Tiere regelmäßig mit neuen Situationen, Bereichen oder pflegerischen Maßnahmen konfrontiert werden. Die Sendung macht damit sichtbar, wie eng Tierpflege und Verhaltensbeobachtung im Alltag miteinander verbunden sein können.

    Gewichtskontrolle bei Plumplori Mercedes

    Bei der Plumplori-Dame Mercedes steht keine Forschungsaufgabe im Mittelpunkt, sondern eine klassische Maßnahme der Gesundheitsvorsorge. Nach einer Diät soll ihr Gewicht regelmäßig kontrolliert werden, damit die Tierpfleger nachvollziehen können, wie sich ihr Körpergewicht entwickelt. Dafür muss Mercedes ihre Röhre verlassen, in einen Beutel steigen und anschließend an einer Waage gewogen werden. Was zunächst nach einer einfachen Routine klingt, kann im praktischen Zooalltag allerdings durchaus anspruchsvoll werden.

    Nicht jedes Tier akzeptiert jede pflegerische Maßnahme sofort oder freiwillig. Tierpflegerin Martina Molch versucht deshalb, Mercedes zur notwendigen Gewichtskontrolle zu bewegen, während Michael Ernst sie dabei unterstützt. Entscheidend ist dabei weniger die eigentliche Zahl auf der Waage als die regelmäßige Kontrolle, durch die Veränderungen frühzeitig erkannt werden können. Gerade solche alltäglichen Arbeiten gehören zu einer Tierpflege, die für Besucher meist wesentlich weniger sichtbar ist als Fütterungen oder kommentierte Tierpräsentationen.

    Die Szene zeigt gleichzeitig, dass Tierpflege nicht immer nach einem festen Schema funktioniert. Tiere reagieren individuell, und selbst wiederkehrende Abläufe können Geduld und Anpassungsfähigkeit von den Pflegern verlangen. Eine Gewichtskontrolle ist deshalb nicht einfach nur ein technischer Vorgang, sondern Teil einer kontinuierlichen Beobachtung des körperlichen Zustands eines Tieres. Genau solche Routinen bilden einen wichtigen Teil des täglichen Managements in einem Zoo.

    Zooalltag zwischen Forschung, Gewöhnung und Gesundheitsvorsorge

    Die drei Geschichten könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Dokana beschäftigt sich mit einer Aufgabe aus der Verhaltensforschung, das junge Nashorn sammelt Erfahrungen mit bislang unbekannten Situationen und Mercedes soll für eine Gesundheitskontrolle gewogen werden. Gemeinsam zeigen diese Beispiele jedoch, wie vielfältig die Arbeit mit Tieren in einem modernen Zoo sein kann. Forschung, Beobachtung, Training und Gesundheitsvorsorge greifen dabei immer wieder ineinander.

    Gerade in öffentlichen Debatten über Zoos reduziert sich die Wahrnehmung häufig auf Gehege und Besucherbetrieb. Der tatsächliche Alltag umfasst jedoch zahlreiche Arbeiten, die außerhalb der Öffnungszeiten oder abseits der Besucherwege stattfinden und deshalb kaum wahrgenommen werden. Dazu gehören wissenschaftliche Untersuchungen ebenso wie die Gewöhnung von Jungtieren an neue Situationen oder regelmäßige Kontrollen von Gewicht und Gesundheitszustand. „Elefant, Tiger & Co.“ macht diese Arbeit anhand kleiner Alltagssituationen sichtbar, ohne dafür spektakuläre Ereignisse zu benötigen.

    Der Zoo Leipzig beschreibt Zoos grundsätzlich als Einrichtungen, die Besucher informieren und zugleich einen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten leisten sollen. Die gezeigten Beispiele ergänzen diesen Anspruch um einen weiteren wichtigen Bereich: die kontinuierliche Beschäftigung mit dem Verhalten und dem körperlichen Zustand der gehaltenen Tiere. Gerade Dokanas Werkzeugtest zeigt zudem, dass zoologische Einrichtungen auch Möglichkeiten für wissenschaftliche Forschung schaffen können. Die Folge vermittelt damit einen Einblick in einen Zooalltag, der wesentlich stärker von Beobachtung, Wissen und praktischer Tierpflege geprägt ist, als dies bei einem gewöhnlichen Zoobesuch sichtbar wird.

    Quellen

  • Einbruch in Zirkuszelt Wiesbaden: Technik im Wert von über 20.000 Euro gestohlen

    Einbruch in Zirkuszelt Wiesbaden: Technik im Wert von über 20.000 Euro gestohlen

    In Wiesbaden sind unbekannte Täter in der Nacht zum Sonntag in ein Zirkuszelt an der Äppelallee eingebrochen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Westhessen entwendeten sie Teile einer Musikanlage im Wert von mehr als 20.000 Euro. Die Täter konnten anschließend unerkannt mit ihrer Beute verschwinden. Die Polizei bittet nun mögliche Zeugen um Hinweise zum Einbruch und zum Verbleib der gestohlenen Technik.

    Einbruch in Zirkuszelt in Wiesbaden

    Der Einbruch ereignete sich nach bisherigen Erkenntnissen zwischen Mitternacht und 10 Uhr am Sonntagmorgen. Die bislang unbekannten Täter verschafften sich zunächst Zugang zum Zirkusgelände an der Äppelallee und gelangten anschließend in das Zirkuszelt. Dort hatten sie es offenbar gezielt auf Teile der Musikanlage abgesehen. Der Wert der entwendeten Technik wird von der Polizei mit mehr als 20.000 Euro angegeben.

    Wie die Täter die teilweise umfangreiche Ausrüstung vom Gelände transportierten und ob dabei ein Fahrzeug eingesetzt wurde, geht aus der veröffentlichten Polizeimeldung nicht hervor. Ebenfalls liegen bislang keine Angaben zur Zahl der beteiligten Personen vor. Die Ermittlungen zum Einbruch und zum Verbleib der Musikanlage dauern an. Hinweise auf die Täter wurden bislang nicht veröffentlicht.

    Die Wiesbadener Polizei bittet Personen, die während des Tatzeitraums verdächtige Beobachtungen im Bereich der Äppelallee gemacht haben, sich zu melden. Auch Hinweise darauf, wo sich Teile der gestohlenen Musikanlage befinden könnten oder ob entsprechende Technik zum Verkauf angeboten wurde, können für die Ermittlungen von Bedeutung sein. Zeugen können sich unter der Telefonnummer 0611-3450 an die Polizei wenden. Weitere Einzelheiten zum betroffenen Zirkus oder zu möglichen Schäden am Zelt beziehungsweise auf dem Gelände wurden zunächst nicht mitgeteilt.

    Weitere Polizeieinsätze in Wiesbaden

    Der Einbruch war Teil einer Polizeimeldung, in der das Polizeipräsidium Westhessen über mehrere voneinander unabhängige Einsätze des Wochenendes berichtete. In der Wiesbadener Innenstadt wurden in den frühen Morgenstunden insgesamt neun Mülltonnen in Brand gesetzt. Zudem wurde in einer offenen Garage in der Hans-Böckler-Straße ein Pkw angezündet, wobei das Feuer auf weitere Fahrzeuge und das Gebäude übergriff. Der dabei entstandene Sachschaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt.

    Darüber hinaus ermittelt die Polizei nach einer Auseinandersetzung im Bereich der Klarenthaler Straße. Ein 51-Jähriger soll dort nach ersten Erkenntnissen mit einem Kettenschloss auf eine jüngere männliche Person eingeschlagen haben. Der mögliche Geschädigte hatte den Bereich jedoch bereits verlassen, bevor die Polizei eintraf. Die Ermittler suchen deshalb weiterhin nach dem Jugendlichen sowie nach möglichen Zeugen des Vorfalls.

    Bei einem weiteren Einsatz wurde ein 21-jähriger Autofahrer schwer verletzt, nachdem sein Mercedes auf der Landesstraße 3028 von der Fahrbahn abgekommen und gegen ein Carport geprallt war. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht, auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Der Gesamtschaden wird auf mehr als 80.000 Euro geschätzt. Die Ursache des Unfalls ist bislang ungeklärt.

    Zwischen diesen Ereignissen und dem Einbruch in das Zirkuszelt besteht nach den veröffentlichten Informationen kein erkennbarer Zusammenhang. Das Polizeipräsidium Westhessen führte die Fälle lediglich gemeinsam in einer aktuellen Einsatzmeldung auf.

    Quellen

  • Zoo Zürich Amata: Das Gorillababy und der Rest des Tierreichs

    Zoo Zürich Amata: Das Gorillababy und der Rest des Tierreichs

    Das Gorillababy Amata dürfte im Zoo Zürich kaum Probleme haben, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Junge Menschenaffen wirken auf viele Besucher besonders emotional, weil Mimik, Bewegungen und der enge Kontakt zur Mutter schnell vertraut erscheinen. Genau darin liegt ein Vorteil charismatischer Tiere: Sie schaffen es fast automatisch in Fotos, Schlagzeilen und soziale Netzwerke. Andere Arten führen dagegen ein deutlich unscheinbareres Dasein, obwohl ihre Haltung und Nachzucht zoologisch keineswegs weniger interessant sein müssen.

    Amata steht für die emotionale Seite des Zoobesuchs

    Bei einem Gorillababy wie Amata fällt es Menschen leicht, eine Beziehung zum Tier aufzubauen. Gesichtsausdrücke, Körperkontakt und das Verhalten innerhalb der Gruppe erinnern viele Besucher an menschliches Familienleben, auch wenn solche Vergleiche biologisch nur begrenzt tragen. Für Zoos sind solche Tiere dennoch wichtige Botschafter, weil sie Aufmerksamkeit erzeugen und Besucher überhaupt erst dazu bringen können, sich intensiver mit einer Tierart und ihrem Lebensraum zu beschäftigen. Ein junges Tier verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

    Gerade bei Menschenaffen zeigt sich, wie stark öffentliche Wahrnehmung von Emotionen geprägt wird. Ein Gorilla muss nicht erklärt werden, bevor Besucher stehen bleiben. Die Tiere sind bekannt, wirken vertraut und lösen unmittelbar Reaktionen aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie automatisch wichtiger für den Artenschutz wären als Arten, die im öffentlichen Bewusstsein kaum vorkommen.

    Orangeaugen-Laubfrosch: Aufmerksamkeit sieht anders aus

    Ganz anders ist die Ausgangslage bei einem Orangeaugen-Laubfrosch. Kleine Amphibien konkurrieren nicht nur mit großen Säugetieren um die Aufmerksamkeit der Besucher, sondern oft auch mit der schlichten Tatsache, dass viele Menschen an ihnen vorbeigehen, ohne sie überhaupt wahrzunehmen. Dabei können gerade solche Arten hohe Anforderungen an Haltung, Klima, Fortpflanzung und Aufzucht stellen. Erfolgreiche Nachzuchten entstehen deshalb nicht automatisch, nur weil ein Tier klein ist.

    Beim Orangeaugen-Laubfrosch zeigt sich damit ein typisches Problem zoologischer Kommunikation: Die fachliche Bedeutung einer Art und ihre öffentliche Wirkung sind zwei verschiedene Dinge. Ein Gorillababy liefert sofort Bilder, Emotionen und Geschichten. Ein Frosch braucht dagegen häufig erst Erklärung, bevor Besucher verstehen, warum seine Haltung interessant ist und welche Rolle Amphibien in ihren natürlichen Lebensräumen spielen.

    Nicht jede wichtige Tierart ist ein Publikumsmagnet

    Der Zoo Zürich versucht mit unterschiedlichen Lebensräumen, auch weniger bekannte Tierarten in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Anlagen wie der Masoala-Regenwald oder weitere thematisch gestaltete Bereiche können dabei helfen, Tiere nicht nur als einzelne Ausstellungsexemplare wahrzunehmen, sondern als Teil eines komplexen Ökosystems. Gerade bei kleinen Arten ist dieser Kontext wichtig, weil ihre Bedeutung häufig erst durch das Zusammenspiel mit anderen Tier- und Pflanzenarten verständlich wird.

    Das unterscheidet moderne zoologische Anlagen deutlich von der Vorstellung, ein Zoo bestehe lediglich aus einer Aneinanderreihung möglichst spektakulärer Tiere. Große Säugetiere bleiben wichtige Publikumsmagnete, doch zwischen ihnen leben zahlreiche Arten, die weit weniger Aufmerksamkeit erhalten. Gerade dort zeigt sich, wie breit zoologische Arbeit tatsächlich angelegt sein kann.

    Amata zieht die Blicke an – andere Arten brauchen Erklärung

    Amata steht damit sinnbildlich für die Tiere, die Menschen ohne große Erklärung erreichen. Ein Gorillababy zieht Blicke auf sich, schafft emotionale Nähe und wird schnell zum Gesprächsthema. Für viele andere Arten funktioniert das nicht so einfach. Sie müssen erst entdeckt, erklärt und in ihren biologischen Zusammenhang eingeordnet werden.

    Genau darin liegt eine der Herausforderungen für Zoos: Aufmerksamkeit ist nicht gleichbedeutend mit zoologischer Bedeutung. Während sich vor einem Gorillababy schnell Besucher sammeln, kann wenige Meter weiter eine Art leben, deren Haltung und Nachzucht mindestens ebenso anspruchsvoll ist. Wer einen Zoo nur nach seinen größten Publikumsmagneten beurteilt, sieht deshalb nur einen kleinen Teil dessen, was hinter den Kulissen und in weniger auffälligen Anlagen tatsächlich passiert.

  • Tiernachwuchs im Zoo Berlin und Tierpark Berlin: Brillenbären, Giraffen & Co.

    Tiernachwuchs im Zoo Berlin und Tierpark Berlin: Brillenbären, Giraffen & Co.

    Junge Brillenbären auf Erkundungstour, Schimpansen vor einem Futterrätsel und Nachwuchs bei Giraffen, Hängebauchschweinen und Fischen: „Panda, Gorilla & Co.“ zeigt erneut, wie vielfältig der Alltag im Zoo Berlin und Tierpark Berlin ist. Dabei geht es längst nicht nur darum, Tiere zu füttern oder Gehege zu reinigen. Beschäftigung, Beobachtung, Aufzucht und die individuelle Betreuung einzelner Tiere gehören ebenso zur täglichen Arbeit der Tierpfleger. Gerade Jungtiere sorgen dabei regelmäßig für neue Herausforderungen.

    Eine eindeutige Zuordnung der behandelten Sendung ist anhand der vorliegenden Angaben allerdings nicht möglich. Eine Archivseite des rbb führt „Panda, Gorilla & Co. (309)“ mit einer Erstsendung vom 9. Februar 2015, während andere Programminformationen eine Ausgabe 211 für den 7. September 2026 nennen. Ob es sich dabei um unterschiedliche Ausstrahlungen, Wiederholungen oder eine fehlerhafte Folgenangabe handelt, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Die beschriebenen Inhalte lassen sich davon unabhängig betrachten.

    Brillenbären erkunden ihr neugestaltetes Freigehege

    Im Tierpark Berlin wartet auf die beiden jungen Brillenbären von Mutter Julia eine neue Erfahrung. Die knapp sechs Monate alten Tiere dürfen erstmals die neugestaltete Außenanlage erkunden. Dort stehen ihnen zahlreiche Strukturen und Klettermöglichkeiten zur Verfügung, die nicht nur für Bewegung sorgen, sondern auch das natürliche Erkundungsverhalten der Tiere fördern sollen. Für die Tierpfleger bedeutet der erste Ausflug gleichzeitig, genau zu beobachten, wie die Jungtiere mit ihrer neuen Umgebung umgehen.

    Besonders aufmerksam verfolgen Michael Horn und Detlef Balkow das Verhalten der jungen Bären. Schließlich sollen die Tiere ihre Fähigkeiten nutzen können, ohne dabei Wege aus der Anlage zu entdecken, die von den Pflegern so nicht vorgesehen waren. Gerade bei neugierigen und kletterfreudigen Jungtieren zeigt sich schnell, ob eine Anlage tatsächlich so funktioniert wie geplant. Die Beobachtung der Tiere ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.

    Michael Horn gehört zu den erfahrensten Mitarbeitern des Tierparks Berlin. Nach Angaben des rbb arbeitet er bereits seit 1988 als Tierpfleger und ist seit 2012 Obertierpfleger sowie Teil der Abteilungsleitung. Neben organisatorischen Aufgaben bleibt für ihn der direkte Kontakt zu Tieren und Mitarbeitern weiterhin ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Das Beispiel der jungen Brillenbären zeigt, wie viel praktische Erfahrung bei der Gestaltung und Kontrolle moderner Tieranlagen gefragt ist.

    Schimpansen müssen für ihr Futter arbeiten

    Auch im Zoo Berlin steht Beschäftigung auf dem Programm. Die Schimpansen bekommen ihr Futter nicht einfach serviert, sondern müssen sich einen Teil davon erarbeiten. In einem künstlichen Termitenhügel befinden sich mehrere Röhren, die unter anderem mit Joghurt, Tee und Bananenbrei gefüllt werden. Die Tiere müssen geeignete Wege finden, um an die begehrte Nahrung zu gelangen.

    Solche Beschäftigungsangebote werden im Zoo als sogenanntes Enrichment eingesetzt. Nahrung dient dabei nicht ausschließlich der Versorgung, sondern wird mit einer Aufgabe verbunden, die Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer fordert. Gerade bei intelligenten Primaten wie Schimpansen können unterschiedliche Aufgaben dafür sorgen, dass sich die Tiere länger mit ihrer Umgebung beschäftigen. Gleichzeitig können die Pfleger beobachten, wie einzelne Tiere unterschiedliche Strategien entwickeln.

    Diese Form der Tierbeschäftigung gehört heute in vielen zoologischen Einrichtungen zum normalen Pflegealltag. Statt immer gleicher Abläufe sollen wechselnde Aufgaben und Reize geschaffen werden. Welche Beschäftigung sinnvoll ist, hängt dabei stark von der jeweiligen Tierart und teilweise sogar vom einzelnen Tier ab. Die Arbeit der Tierpfleger umfasst deshalb weit mehr als die reine Versorgung mit Futter.

    Giraffenkalb Egon testet seine Grenzen

    Auch bei den Giraffen beschäftigt der Nachwuchs die Tierpfleger. Giraffenbullenkalb Egon scheint nach Angaben des rbb zunehmend auszuprobieren, was möglich ist und wo die Grenzen liegen. Zusammen mit dem ebenfalls jungen Tier Susi sorgt er damit für zusätzliche Aufgaben im Giraffenrevier. Jungtiere entwickeln sich schnell und verändern dabei nicht nur ihr Verhalten, sondern auch ihre Ansprüche an Haltung und Betreuung.

    Gerade bei großen Tierarten spielt eine genaue Beobachtung eine wichtige Rolle. Was bei einem kleinen Jungtier noch problemlos funktioniert, kann mit zunehmender Körpergröße schnell zu einer Herausforderung werden. Tierpfleger müssen deshalb früh erkennen, wie sich Verhalten und Rangstrukturen innerhalb einer Gruppe entwickeln. Aussagen über weitere unmittelbar bevorstehende Giraffengeburten lassen sich aus den vorliegenden Informationen dagegen nicht verlässlich ableiten.

    Fünf Hängebauchschweine und Nachwuchs unter Wasser

    Deutlich kleiner fällt der Nachwuchs im Streichelzoo des Tierparks aus. Dort sind fünf junge vietnamesische Hängebauchschweine zu sehen. Reviertierpfleger René Viete stellt neben den Ferkeln auch Mutter Sternchen und Tante Raketchen vor. Die kleine Familiengruppe zeigt, dass Nachwuchs nicht ausschließlich bei den großen Publikumsmagneten Aufmerksamkeit erhält.

    Auch bei den Rentieren berichtet die Sendung von mehreren Jungtieren. Damit reicht das Spektrum vom Brillenbären über Giraffen bis zu vergleichsweise kleinen Bewohnern des Tierparks. Selbst im Aquarium gibt es Nachwuchs: Bei den Monokelkammbarschen kann die Entwicklung einer Fischfamilie beobachtet werden. Die unterschiedlichen Beispiele verdeutlichen, wie verschieden Aufzucht und Betreuung abhängig von Tierart und Lebensweise ausfallen können.

    Neue Aufgabe im Revier der Sika-Hirsche

    Für Tierpflegerin Viola Gandert beginnt unterdessen eine andere Herausforderung. Sie übernimmt die Betreuung der Sika-Hirsche im Tierpark Berlin und muss zunächst das Vertrauen der zurückhaltenden Tiere gewinnen. Gerade bei scheuen Tieren lässt sich ein Wechsel der Betreuung nicht einfach durch einen neuen Arbeitsplan erledigen. Die Tiere müssen sich ebenfalls an neue Personen, Stimmen und Abläufe gewöhnen.

    Deshalb spielen Ruhe und Beobachtung eine zentrale Rolle. Die Pflegerin muss lernen, wie einzelne Tiere reagieren und wann Abstand oder Annäherung sinnvoll sind. Gleichzeitig lernen die Hirsche ihre neue Betreuerin kennen. Damit zeigt sich ein weiterer Teil des Tierpflegerberufs, der für Besucher häufig weniger sichtbar ist: der Aufbau einer verlässlichen täglichen Routine zwischen Mensch und Tier.

    Zu den weiteren Protagonisten gehören das Elefantenmädchen Kariba im Tierpark und Gorilla-Dame Fatou im Zoo Berlin. Kariba und die Elefantenhaltung im Tierpark Berlin zeigen exemplarisch, wie umfangreich die Betreuung großer Säugetiere sein kann. Auch Gorilla-Dame Fatou gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Bewohnern des Berliner Zoos.

    Die unterschiedlichen Geschichten aus Zoo und Tierpark machen deutlich, wie vielseitig Tierpflege tatsächlich ist. Jungtiere müssen beobachtet, Anlagen kontrolliert, Beschäftigungsmöglichkeiten entwickelt und neue Tiergruppen kennengelernt werden. Manche Aufgaben entstehen durch Nachwuchs, andere durch Veränderungen innerhalb eines Reviers oder durch neue Anforderungen an die Beschäftigung der Tiere. Gerade diese tägliche Arbeit hinter den Kulissen ist ein wesentlicher Bestandteil moderner zoologischer Tierhaltung.

    Quellen

    rbb – „Panda, Gorilla & Co. (309)“
    https://www.rbb-online.de/panda-rbb/archiv/folge-278—folge-317/panda–gorilla—co—folge-309.html

    rbb24 – „Ich kann nichts anderes als Tierpark – aber ich will auch nichts anderes“
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/07/interview-tierpfleger-tierpark-berlin-jubilaeum-michael-horn.html

  • Wolfsjagd in Schweden vorerst gestoppt – Referenzwert steigt auf 220 Wölfe

    Wolfsjagd in Schweden vorerst gestoppt – Referenzwert steigt auf 220 Wölfe

    Schweden muss seine Pläne zur Wolfsjagd neu aufstellen. Nach einer Entscheidung des Berufungsgerichts in Sundsvall und anhaltender Kritik aus Brüssel reicht der bislang gemeldete Referenzwert von 170 Wölfen nicht mehr aus. Künftig soll für Schweden ein nationaler Wert von 220 Tieren für einen günstigen Erhaltungszustand gelten. Ob die für 2026 geplante Entnahme von 48 Wölfen tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt nun davon ab, wie hoch der Bestand tatsächlich ist und welche regionalen Mindestbestände festgelegt werden.

    Gericht stoppt Wolfsjagd und stellt bisherige Planung infrage

    Auslöser für die aktuelle Entwicklung war eine Entscheidung des Berufungsgerichts in Sundsvall. Das Gericht bestätigte den Stopp der geplanten Wolfsjagd, nachdem mehrere Provinzialverwaltungen gegen die vorherige Entscheidung vorgegangen waren. Naturschutzverbände hatten insbesondere kritisiert, dass die schwedische Regierung den Referenzwert von 170 Wölfen ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage angesetzt habe. Damit ist vorerst klar: Die bisherige Jagdplanung kann nicht einfach wie vorgesehen umgesetzt werden.

    Dabei ist wichtig, zwischen dem Urteil und der wissenschaftlichen Bewertung der Bestandszahlen zu unterscheiden. Das Gericht hat nach den vorliegenden Angaben nicht selbst festgestellt, dass 170 Wölfe wissenschaftlich falsch und 220 Tiere dagegen zwingend richtig seien. Entscheidend ist vielmehr, dass die bisherige Planung rechtlich nicht ausreichend abgesichert war. Schweden muss deshalb seine Grundlage für künftige Abschüsse neu prüfen und nachvollziehbar begründen.

    Im Hintergrund steht die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Der Wolf fällt weiterhin unter europäische Schutzvorgaben, und für Eingriffe in eine geschützte Population gelten besondere Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass eine Entnahme den günstigen Erhaltungszustand der Population nicht gefährdet. Genau an diesem Punkt wird künftig die Frage hängen, wie viele Wölfe Schweden tatsächlich zum Abschuss freigeben kann.

    Auch die EU-Kommission hatte Zweifel am niedrigen schwedischen Referenzwert angemeldet. Ein Vertreter der Kommission bestätigte gegenüber Agra Europe den Eingang der neuen schwedischen Meldung mit einem Wert von 220 Wölfen. Ob damit sämtliche Bedenken aus Brüssel ausgeräumt sind, ist allerdings noch offen. Die EU überlässt die Festlegung solcher nationalen Referenzwerte grundsätzlich den Mitgliedstaaten, erwartet dabei aber eine wissenschaftliche Grundlage und die Einhaltung der gemeinsam vereinbarten europäischen Methodik.

    220 Wölfe sind keine automatische Jagdgrenze

    Der neue Wert von 220 Tieren bedeutet nicht, dass Schweden künftig automatisch jeden Wolf oberhalb dieser Grenze abschießen darf. Es handelt sich zunächst um einen nationalen Referenzwert für die Bewertung des günstigen Erhaltungszustands. Wie viele Wölfe tatsächlich entnommen werden dürfen, hängt zusätzlich von den regionalen Beständen und der konkreten Ausgestaltung der Jagdplanung ab. Genau deshalb sollen nun neue Mindestwerte für die einzelnen Managementgebiete festgelegt werden.

    Die schwedische Regierung hat die zuständige Umweltschutzbehörde beauftragt, gemeinsam mit den Provinzialverwaltungen neue regionale Mindestbestände zu entwickeln. Diese Zahlen sollen spätestens bis zum 1. Oktober vorliegen. Für jedes der drei Managementgebiete soll anschließend feststehen, wie viele Wölfe auch nach einer möglichen Jagd mindestens vorhanden sein müssen. Erst auf dieser Grundlage kann eine zukünftige Lizenzjagd rechtlich und biologisch belastbarer geplant werden.

    Für den bereits vorgesehenen Abschuss von 48 Wölfen im Jahr 2026 bedeutet das zunächst Unsicherheit. Die geplante Zahl ist damit nicht automatisch endgültig vom Tisch, sie kann aber auch nicht einfach unverändert übernommen werden. Entscheidend wird sein, ob der tatsächliche Bestand und seine regionale Verteilung genügend Spielraum für eine Entnahme lassen. Die Wolfsjagd selbst ist also nicht grundsätzlich beendet, ihre bisherige Grundlage muss jedoch neu berechnet und rechtssicher begründet werden.

    Regierung hält an kleinerer Wolfspopulation fest

    Politisch hat sich an der grundsätzlichen Richtung der schwedischen Regierung offenbar wenig geändert. Landwirtschaftsminister Peter Kullgren hält nach den vorliegenden Angaben weiterhin an dem Ziel fest, die Wolfspopulation des Landes zu verkleinern. Für den schwedischen Anteil der grenzüberschreitenden Population nennt er eine Größenordnung von 100 Tieren als kleinste überlebensfähige Population. Dabei handelt es sich jedoch um eine politische Zielvorstellung und nicht automatisch um die derzeit rechtlich maßgebliche Untergrenze.

    Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen politischem Wunsch und rechtlich zulässiger Jagdplanung. Eine Regierung kann eine kleinere Wolfspopulation anstreben, muss dabei aber weiterhin die europäischen Schutzvorgaben einhalten. Der neue Referenzwert von 220 Tieren dürfte deshalb bei künftigen Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen. Ob Schweden langfristig deutlich darunter gelangen kann, ist damit keineswegs entschieden.

    Streit über die Fennoskandien-Population

    Zusätzlich will Schweden sein Wolfsmanagement künftig stärker mit Norwegen und Finnland abstimmen. Hintergrund ist die grenzüberschreitende Wolfspopulation in Fennoskandien, deren Tiere sich nicht an nationale Grenzen halten. Eine gemeinsame Betrachtung könnte deshalb sinnvoller sein, als wenn jedes Land ausschließlich auf die Zahl der Wölfe innerhalb seines eigenen Staatsgebiets schaut. Wie diese Zusammenarbeit konkret ausgestaltet werden soll, ist bislang jedoch noch nicht abschließend geklärt.

    Auch innerhalb Schwedens bleibt der Streit über die richtige Populationsgröße bestehen. Der kleinere schwedische Jägerverband JRF kritisierte den höheren Referenzwert von 220 Wölfen. Der größere Jagdverband SJF äußerte sich dazu nach den vorliegenden Informationen bislang nicht. Während Naturschutzverbände den bisherigen Wert von 170 Wölfen für wissenschaftlich unzureichend hielten, ist Teilen der Jägerschaft bereits der neue Wert zu hoch.

    Schluss

    Die Wolfsjagd in Schweden ist damit keineswegs grundsätzlich beendet. Gestoppt wurde zunächst die bisherige Planung, weil ihre rechtliche und wissenschaftliche Grundlage nicht ausreichte. Nun müssen neue regionale Mindestbestände festgelegt werden, bevor sich belastbar sagen lässt, wie viele Wölfe 2026 tatsächlich geschossen werden dürfen. Der politische Wunsch nach einer kleineren Wolfspopulation bleibt bestehen – ob und wie weit Schweden diesen unter den geltenden Schutzvorgaben umsetzen kann, wird sich erst mit der neuen Jagdplanung zeigen.

    Quellen

  • Zwölf Löwenbabys im Zoo Dortmund: Zuri und Saba ziehen Nachwuchs gemeinsam auf

    Zwölf Löwenbabys im Zoo Dortmund: Zuri und Saba ziehen Nachwuchs gemeinsam auf

    Im Zoo Dortmund sind zwölf Löwenbabys geboren worden. Die beiden fünfjährigen Schwestern Zuri und Saba brachten innerhalb von drei Tagen ihren ersten Nachwuchs zur Welt: Zuri bekam am 28. Juli fünf Jungtiere, Saba folgte am 31. Juli mit sieben weiteren. Nach Angaben des Zoos entwickeln sich die Jungtiere und ihre Mütter gut.

    Zwei Würfe, eine gemeinsame Aufzucht

    Besonders an dem Dortmunder Nachwuchs ist die gemeinsame Aufzucht durch die beiden Löwinnen. Zuri und Saba säugen nicht nur ihre jeweils eigenen Jungtiere, sondern auch den Nachwuchs der Schwester. Ein solches Verhalten ist auch aus freilebenden Löwenrudeln bekannt, in denen Weibchen bei der Versorgung der Jungtiere zusammenwirken. Für den Zoo ist es zugleich der erste Nachwuchs, seit die beiden Löwinnen und der sechsjährige Vater Boeti dort leben.

    Die Jungtiere verbringen den größten Teil des Tages mit ihren Müttern in geschützten Wurfboxen hinter den Kulissen des Löwenhauses. Die Rückzugsbereiche können von den Löwinnen jederzeit aufgesucht werden und sollen den Familien Ruhe und Sicherheit bieten. Erste kurze Ausflüge aus den Boxen haben die Jungtiere nach Angaben des Dortmunder Zoos bereits unternommen. Gelegentlich bleiben sie auch allein zurück, während eine der Löwinnen den Eingang bewacht. Das Zooteam hält sich dabei möglichst im Hintergrund, um unnötige Störungen zu vermeiden.

    Löwenhaus bleibt vorerst geschlossen

    Für Besucher bleibt das Löwenhaus weiterhin geschlossen. Damit sollen unnötige Unruhe und Lärm in der sensiblen ersten Aufzuchtphase vermieden werden. Auch das Zooteam hält sich möglichst im Hintergrund, weshalb die Geschlechter der Jungtiere bislang noch nicht bestimmt wurden. Eine tierärztliche Untersuchung soll erfolgen, sobald sich bei den beiden Erstlingsmüttern mehr Routine eingestellt hat.

    Der Vater Boeti ist dagegen meist auf den Außenanlagen des Löwenhauses zu sehen. Nach Angaben des Zoos wurde er von den beiden Löwinnen getrennt, als sich abzeichnete, dass sie sich mit ihren Jungtieren zunehmend zurückzogen. Einen Termin für die erste öffentliche Präsentation der Jungtiere gibt es derzeit nicht. Die Besucher müssen daher weiterhin abwarten, wann die jungen Löwen erstmals zu sehen sein werden.

    Nicht alle Jungtiere können in Dortmund bleiben

    Die zwölf Geburten sorgen in Dortmund für große Freude, stellen den Zoo aber auch vor eine konkrete Planungsfrage. Das Löwengehege bietet nach Angaben der Stadt nicht genügend Platz, um den gesamten Nachwuchs dauerhaft aufzunehmen. Deshalb steht bereits fest, dass einige der Tiere später an andere Zoos abgegeben werden müssen. Die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere bleibt dennoch zunächst im Mittelpunkt.

    Der WDR berichtete zudem, dass im Vorfeld über den möglichen Umgang mit kranken oder nicht angenommenen Jungtieren gesprochen worden war. Die Stadt Dortmund wies Befürchtungen zurück, wonach die Babys vorsorglich eingeschläfert werden könnten. Im Fall notwendiger Entscheidungen sollen die geltenden gesetzlichen Grundlagen maßgeblich sein; bei schwerwiegenden tiermedizinischen Fragen wurde außerdem ein Ethikrat als mögliche Instanz genannt. Aktuell steht jedoch die erfolgreiche Versorgung der zwölf Jungtiere und die notwendige Ruhe für Zuri und Saba im Mittelpunkt.

    Quellen

  • „Männliche Verstärkung“ im Zoo in Gelsenkirchen: Fans mussten lange auf ihn warten

    „Männliche Verstärkung“ im Zoo in Gelsenkirchen: Fans mussten lange auf ihn warten

    Viele Fans haben lange auf einen neuen Löwenkater gewartet: Am 21. August ist der knapp zwölfjährige Max aus dem niederländischen Zooparc Overloon in die Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen eingezogen. Der Zoo stellte den Neuzugang auf seiner Startseite als neuen männlichen Bewohner der Löwenanlage vor. Der Transfer erfolgt im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) und soll dazu beitragen, eine genetisch gesunde Population zu fördern.

    Für die Löwenanlage bedeutet der Einzug die Rückkehr eines männlichen Tieres. Im April war der 14-jährige Löwe Bantu nach gesundheitlichen Problemen eingeschläfert worden. Bantu galt als beliebter Bewohner der Zoom Erlebniswelt, sein Tod hatte bei vielen Besuchern und in der Online-Community für Anteilnahme gesorgt. Max soll perspektivisch mit den Löwinnen Lizzy und Fiona zusammengeführt werden; bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Tiere aneinander gewöhnen.

    Max kommt aus einer Männergruppe in Overloon

    Max lebte im Zooparc Overloon zuletzt mit seinen drei Brüdern in einer reinen Männergruppe. Nach Angaben der Zoom Erlebniswelt plant der niederländische Zoo künftig den Aufbau einer Zuchtgruppe. Im Rahmen des EEP soll deshalb nur einer der Brüder in Overloon für die geplante Zuchtgruppe bleiben, während die anderen Tiere in andere Zoos wechseln. Max ist für den Standort Gelsenkirchen vorgesehen, wo er später mit Lizzy und Fiona zusammengeführt werden soll.

    Das EEP koordiniert innerhalb der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) Erhaltungszuchtprogramme für bestimmte Tierarten oder Populationen. Dabei geht es um die langfristige Zusammensetzung genetisch möglichst vielfältiger Bestände. Für die einzelnen Programme gibt es Empfehlungen zu Paarungen und Tiertransfers zwischen Zoos. Eine konkrete Paarungsentscheidung für Max und die beiden Löwinnen ist damit noch nicht belegt.

    Kennenlernen beginnt nach der Quarantäne

    Max durchläuft zunächst die für Neuzugänge vorgesehene Quarantäne. In dieser Zeit wird er tierärztlich untersucht und beobachtet, bevor ein direkter Kontakt mit den bereits im Zoo lebenden Tieren möglich ist. Die Quarantäne dient der gesundheitlichen Absicherung des Neuzugangs und des bestehenden Bestands. Für Besucher dürfte der Kater deshalb zunächst voraussichtlich nicht zu sehen sein.

    Nach der Untersuchung ist eine schrittweise Annäherung vorgesehen. Max und die beiden Löwinnen sollen sich zunächst geschützt über Gitterschieber kennenlernen. Dabei können die Tiere Geruch und Verhalten des jeweils anderen wahrnehmen, ohne sofort gemeinsam im Gehege zu sein. Erst wenn diese Phase erfolgreich verläuft, kommt ein direkter Zusammenschluss infrage.

    Der Einzug bringt damit zunächst vor allem eine Veränderung für die Löwenanlage: Wieder lebt dort ein männlicher Löwe, während die weiteren Schritte von der gesundheitlichen Untersuchung und dem Verhalten der Tiere abhängen. Ob Max später tatsächlich mit Lizzy und Fiona vergesellschaftet wird und ob daraus eine Zuchtperspektive entsteht, bleibt offen. Besucher sollten daher nicht mit einer sofortigen gemeinsamen Sichtung rechnen.

    Quellen

  • Zoo Karlsruhe: Kurzkrallenotter Torben nach schweren Zahnproblemen eingeschläfert

    Zoo Karlsruhe: Kurzkrallenotter Torben nach schweren Zahnproblemen eingeschläfert

    Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe musste seinen fast 16 Jahre alten Kurzkrallenotter Torben einschläfern. Der Otter hatte zuletzt zunehmend schlecht gefressen. Bei einer tierärztlichen Untersuchung wurden massive Zahnprobleme sowie Veränderungen am Kiefer festgestellt. Für die neun Jahre alte Otter-Dame Tabea bedeutet der Tod ihres langjährigen Partners zunächst, dass sie allein auf der Anlage lebt.

    Torben lebte seit 2012 im Zoo Karlsruhe

    Torben wurde im Tierpark und Tropen-Aquarium Hagenbeck geboren und kam 2012 nach Karlsruhe. Damit verbrachte er rund 14 Jahre seines Lebens im Zoologischen Stadtgarten. Mit fast 16 Jahren hatte der Kurzkrallenotter ein vergleichsweise hohes Alter erreicht. In freier Wildbahn liegt die Lebenserwartung dieser Otterart häufig bei etwa zehn bis 15 Jahren.

    Nach Angaben des Zoos hatte Torben zuletzt nur noch schlecht gefressen. Eine Untersuchung offenbarte erhebliche Probleme im Bereich der Zähne und des Kiefers. Das tierärztliche Team entschied daraufhin, den Otter einzuschläfern, um ihm weiteres Leiden zu ersparen. Nähere Angaben dazu, wie lange die Beschwerden bereits bestanden oder welche Behandlungsmöglichkeiten geprüft wurden, veröffentlichte der Zoo bislang nicht.

    Torben und Tabea lebten bereits seit vielen Jahren gemeinsam in Karlsruhe. Schon 2021 stellte der Zoo beide Tiere öffentlich als Paar vor. Mit Torbens Tod endet damit eine langjährige gemeinsame Haltung. Gleichzeitig muss für Tabea nun eine neue soziale Lösung gefunden werden.

    Zoo Karlsruhe sucht neuen Partner für Tabea

    Tabea ist neun Jahre alt und soll nach Angaben des Zoos nicht dauerhaft allein bleiben. Kurzkrallenotter sind ausgeprägt soziale Tiere und leben gewöhnlich paarweise oder in Familiengruppen. Der Zoologische Stadtgarten will deshalb möglichst bald einen geeigneten neuen Partner für die Otter-Dame finden.

    Die Suche erfolgt in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Dabei kann nicht einfach irgendein verfügbares Tier nach Karlsruhe gebracht werden. Alter, Geschlecht, Herkunft, genetische Verwandtschaft und die langfristige Zuchtplanung innerhalb der europäischen Zoopopulation müssen berücksichtigt werden. Wann ein geeigneter Kurzkrallenotter zur Verfügung steht, lässt sich deshalb derzeit nicht konkret sagen.

    Der Zoo Karlsruhe will seine Kurzkrallenotterhaltung nach Torbens Tod ausdrücklich fortsetzen. Entscheidend wird nun sein, welches Tier vom koordinierten Zuchtprogramm als geeigneter Partner für Tabea empfohlen wird. Bis eine entsprechende Vermittlung erfolgt, bleibt sie zunächst allein auf der Anlage.

    Kurzkrallenotter gelten als gefährdet

    Der Kurzkrallenotter ist in weiten Teilen Süd- und Südostasiens verbreitet. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art auf ihrer Roten Liste als gefährdet. Zu den wesentlichen Bedrohungen zählen der Verlust geeigneter Lebensräume, die Verschmutzung von Gewässern sowie illegale Jagd und Handel.

    Europäische Zoos koordinieren ihre Bestände deshalb über ein Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria. Ziel ist es unter anderem, eine genetisch möglichst stabile Reservepopulation zu erhalten und zu starke Verwandtschaft zwischen den gehaltenen Tieren zu vermeiden. Welche Bedeutung die einzelne Population langfristig für den Artenschutz besitzt, hängt dabei von der Zusammenarbeit zahlreicher zoologischer Einrichtungen ab.

    Für Karlsruhe steht nach Torbens Tod jedoch zunächst Tabea im Mittelpunkt. Sobald ein genetisch und sozial geeigneter Partner gefunden wurde, könnte auf der Anlage wieder eine Paarhaltung entstehen. Eine konkrete zeitliche Zusage dafür gibt es bislang nicht.

    Quellen

  • Kulan-Hengst Mushu aus Berlin verstärkt Erhaltungszucht im Zoo Rostock

    Kulan-Hengst Mushu aus Berlin verstärkt Erhaltungszucht im Zoo Rostock

    Der zweijährige Kulan-Hengst Mushu ist am 10. August aus dem Tierpark Berlin in den Zoo Rostock umgezogen. Dort soll er künftig mit den Rostocker Stuten für Nachwuchs sorgen und die Erhaltungszucht des gefährdeten Asiatischen Wildesels unterstützen. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) hat den Hengst dem Zoo Rostock gezielt zugeteilt, weil er genetisch hervorragend zu den dort lebenden Weibchen passt.

    Mushu wird schrittweise in die Herde integriert

    Nach seiner Ankunft verbrachte Mushu zunächst einige Tage im Stall und im Vorgehege. So konnte er die bereits im Zoo lebenden Tiere sehen und sich an die neue Umgebung gewöhnen, ohne unmittelbar in die Herde integriert zu werden. Anschließend durfte er gemeinsam mit den Kulan-Stuten und einem Junghengst die Außenanlage erkunden. Der Neuzugang ist dort inzwischen auch für Besucher zu sehen.

    Zoo-Kuratorin Daniela Lahn beschreibt die Zusammenführung als besonders sensiblen Vorgang. Das Pflegerteam müsse darauf achten, dass sich die Tiere nicht verletzen und die Herde Schritt für Schritt zueinanderfindet. Nach der Eingewöhnung unter den Artgenossen soll Mushu außerdem mit den Yaks vergesellschaftet werden, die sich bereits seit vielen Jahren die weitläufige Anlage mit den Kulanen teilen. Weitere Informationen zum Zoo Rostock finden Leser auch im Bericht über den Landeszootag in Mecklenburg-Vorpommern.

    Drei Stuten im Rostocker Bestand – unterschiedliche Zuchtperspektiven

    Im Zoo Rostock leben derzeit drei Kulan-Stuten. Das älteste Weibchen ist mit 31 Jahren bereits zu alt für eine Zucht, während die beiden jüngeren Stuten grundsätzlich als mögliche Partnerinnen für Mushu infrage kommen. Der Zoo verfolgt nach Angaben von Daniela Lahn das Ziel, gesunde Fohlen aufzuziehen und damit einen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Wildesel zu leisten.

    Ob und wann es zu einer erfolgreichen Zucht kommt, hängt jedoch von der weiteren Entwicklung der Herde, der Verträglichkeit der Tiere und einer erfolgreichen Paarung ab. Die schrittweise Zusammenführung schafft zunächst die Voraussetzungen dafür, dass Mushu sich dauerhaft in der Gruppe etabliert. Erst danach kann sich zeigen, ob eine konkrete Zuchtperspektive entsteht. Die EEP-Zuteilung eröffnet damit eine Möglichkeit, ersetzt aber nicht die notwendige Eingewöhnung und das natürliche Sozialverhalten der Tiere.

    Erhaltungszucht als Reserve für den Artenschutz

    Der Kulan trägt den wissenschaftlichen Namen *Equus hemionus kulan* und ist eine Unterart des Asiatischen Wildesels. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt ihn als stark gefährdet. Als wesentliche Ursachen für den Rückgang in den Steppen Zentralasiens gelten Wilderei, Bejagung und der Verlust geeigneter Lebensräume.

    Für den in Rostock geplanten Nachwuchs gibt es derzeit kein konkretes Auswilderungsprojekt. Erhaltungszuchtprogramme sollen dennoch langfristig genetisch vielfältige und gesunde Bestände in menschlicher Obhut sichern. Im EEP werden Zuchtentscheidungen zwischen teilnehmenden Einrichtungen abgestimmt; im vorliegenden Fall wurde Mushu dem Zoo Rostock wegen seiner genetischen Passung zu den dortigen Weibchen zugeteilt. Welche konkreten weiteren Kriterien oder Voraussetzungen für spätere Wiederansiedlungen gelten, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Deshalb lässt sich die Funktion des EEP hier auf die koordinierte Haltung und Zucht sowie den Erhalt einer gesunden Reservepopulation begrenzen. Damit entsteht eine mögliche Grundlage für spätere Schutzmaßnahmen oder Wiederansiedlungen, falls die Bedingungen in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten dies künftig zulassen. Auch die Hitzeschutzmaßnahmen im Zoo Rostock zeigen, wie die Einrichtung ihre Tierhaltung an die jeweiligen Bedingungen anpasst.

    Quellen

  • Ponyreiten Kaiserslauterer Kerwe: Erneut Streit um ein mögliches Verbot

    Ponyreiten Kaiserslauterer Kerwe: Erneut Streit um ein mögliches Verbot

    Das Ponyreiten auf der Kaiserslauterer Kerwe steht erneut in der Kritik. Nach mehreren Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren gibt es offenbar einen neuen Vorstoß, das Angebot dauerhaft von der Kerwe zu verbannen. Am 4. Juni machten Aktivisten bei einer Protestaktion vor dem sogenannten „Reitpalast“ deutlich, dass sie das Ponyreiten grundsätzlich ablehnen. Konkrete veterinärmedizinische Beanstandungen oder behördlich festgestellte Verstöße gegen Tierschutzvorgaben werden in der vorliegenden Berichterstattung jedoch nicht genannt.

    Der „Reitpalast“ befindet sich mitten im klassischen Kerwebetrieb zwischen Essensständen und weiteren Fahr- und Unterhaltungsgeschäften. Im normalen Veranstaltungsbetrieb scheint das Ponyreiten nach der vorliegenden Darstellung wenig Aufsehen zu erregen. Größere Auseinandersetzungen oder Zwischenfälle werden nicht beschrieben. Erst durch die Protestaktion rückte der Betrieb erneut öffentlich in den Mittelpunkt.

    Neue Verbotsforderung in einer alten Debatte

    Die aktuelle Diskussion ist keineswegs neu. Bereits in den vergangenen Jahren gab es in Kaiserslautern Forderungen, das Ponyreiten auf der Kerwe zu untersagen. Proteste und politische Vorstöße haben das Thema mehrfach auf die Tagesordnung gebracht. Trotzdem konnte das Angebot bislang weitergeführt werden.

    GERATI berichtete bereits 2020 im Beitrag „Tierrechtler erleiden Niederlage – Ponyreiten bleibt erlaubt“ über eine frühere Auseinandersetzung. Damals setzte sich die Forderung nach einem Ende des Ponyreitens nicht durch. Damit zeigt sich, dass die aktuelle Debatte Teil eines bereits seit Jahren bestehenden Konflikts ist. Neu ist vor allem, dass nun erneut versucht wird, politischen oder öffentlichen Druck auf das Angebot auszuüben.

    Unklar bleibt allerdings, wer den aktuellen Vorstoß konkret eingebracht hat und welches Gremium oder welche Behörde darüber entscheiden soll. Auch ein konkreter Antragstext oder ein verbindlicher Zeitplan für eine Entscheidung werden in der vorliegenden Berichterstattung nicht genannt. Damit lässt sich derzeit nicht beurteilen, wie weit das Verfahren tatsächlich fortgeschritten ist. Von einem bereits beschlossenen Verbot kann jedenfalls keine Rede sein.

    Protest ersetzt keinen Nachweis eines Tierschutzverstoßes

    Die Protestaktion vom 4. Juni machte die Position der beteiligten Aktivisten sichtbar. Sie lehnen den Einsatz von Ponys im Rahmen der Kerwe ab und fordern offenbar eine Beendigung des Angebots. Eine solche politische oder gesellschaftliche Forderung ist legitim, sie ersetzt jedoch nicht die Frage, ob tatsächlich Verstöße gegen geltende Tierschutzvorschriften vorliegen. Genau hierzu liefert die vorliegende Berichterstattung keine konkreten Feststellungen.

    Weder veterinärmedizinische Gutachten noch behördliche Beanstandungen oder dokumentierte Verstöße werden genannt. Damit fehlt bislang ein konkreter Hinweis darauf, dass der Betreiber gegen geltendes Tierschutzrecht verstoßen hätte. Auch aus einer Demonstration vor dem Betrieb lässt sich ein solcher Verstoß selbstverständlich nicht ableiten. Entscheidend wäre vielmehr, was zuständige Veterinärbehörden bei Kontrollen tatsächlich feststellen.

    Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Soll ein Angebot verboten werden, weil Aktivisten diese Form der Tiernutzung grundsätzlich ablehnen, oder weil nachweisbare Missstände bestehen? Für eine sachliche Entscheidung müsste genau zwischen diesen beiden Ebenen unterschieden werden. Politischer Druck allein kann eine fachliche Bewertung der Tierhaltung nicht ersetzen. Maßstab sollten überprüfbare Tatsachen und die geltenden gesetzlichen Vorgaben sein.

    Politischer Druck statt konkreter Beanstandungen?

    Für die Betreiber bedeutet die erneute Diskussion dennoch zusätzliche Unsicherheit. Selbst wenn bislang keine konkreten Tierschutzverstöße genannt werden, kann eine dauerhaft geführte Verbotsdebatte Auswirkungen auf Veranstalter und politische Entscheidungsträger haben. Gerade bei kontrovers diskutierten Tierangeboten entsteht schnell öffentlicher Druck, selbst wenn die zuständigen Behörden keine Verstöße festgestellt haben. Ob dies auch in Kaiserslautern letztlich Einfluss auf die Entscheidung haben wird, ist derzeit offen.

    Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Debatte erneut stark um die grundsätzliche Existenz des Ponyreitens dreht. Eine konkrete Diskussion über festgestellte Missstände, verletzte Tiere oder behördliche Auflagen findet in den bislang bekannten Informationen kaum statt. Stattdessen steht erneut die Forderung nach einem vollständigen Ende des Angebots im Mittelpunkt. Das spricht zumindest dafür, dass es hier nicht ausschließlich um einzelne Haltungsbedingungen geht, sondern um eine grundsätzlichere Auseinandersetzung über die Nutzung von Tieren auf Volksfesten.

    Einen weiteren Überblick über die Entwicklung bietet der GERATI-Bericht zum Ponyreiten in Kaiserslautern. Auch dort wird deutlich, dass die Diskussion um das Ponyreiten in Kaiserslautern bereits länger geführt wird. Der aktuelle Vorstoß reiht sich damit in eine wiederkehrende Auseinandersetzung ein. Ob daraus diesmal tatsächlich ein Verbot entsteht, bleibt abzuwarten.

    Fazit

    Wer ein Verbot des Ponyreitens fordert, sollte dafür mehr vorlegen können als eine grundsätzliche Ablehnung dieser Form der Tiernutzung. Entscheidend müssen konkrete Zustände vor Ort, behördliche Kontrollen und nachweisbare Verstöße gegen Tierschutzvorgaben sein. Solche konkreten Beanstandungen werden in der derzeit bekannten Berichterstattung jedoch nicht genannt. Solange dies so bleibt, ist die aktuelle Verbotsforderung vor allem eine politische beziehungsweise aktivistische Forderung und noch kein Beleg dafür, dass das Ponyreiten auf der Kaiserslauterer Kerwe tierschutzrechtlich unzulässig wäre.

    Quellen