Kurz vor dem Beginn der Bundesliga-Saison 2026/2027 fordert PETA erneut das Ende der Stadionauftritte von Attila, dem lebenden Maskottchen von Eintracht Frankfurt. Der Steinadler ist inzwischen 22 Jahre alt und wird seit der Saison 2006/2007 bei Heimspielen des Vereins eingesetzt. PETA sieht in Lärm, Menschenmengen, Transporten und der Präsentation des Greifvogels vermeidbare Belastungen. Eintracht Frankfurt weist den Vorwurf zurück und hält bislang an der Tradition fest.
PETA kritisiert Lärm, Transporte und Präsentation
PETA kritisiert, ein Adler werde regelmäßig in ein Stadion gebracht und dort angebunden vorgeführt; aus Sicht der Organisation sei dies kein artgerechter Umgang mit einem Greifvogel. PETA bezeichnet Attila als leidenden Vogel und fordert den Verein auf, ihn in den Ruhestand zu schicken. Als Ersatz schlägt die Organisation ein tierfreies Maskottchen vor, etwa eine Drohne oder ein Hologramm. Damit richtet sich die Kritik nicht nur gegen das Alter des Adlers, sondern grundsätzlich gegen den Einsatz eines lebenden Tieres in der Stadionumgebung.
Die Forderung ist Teil einer wiederkehrenden Kampagne gegen den Einsatz lebender Tiere im Sport- und Unterhaltungsbereich. Auf seiner Themenseite ruft PETA zudem dazu auf, Spiele von Eintracht Frankfurt nicht zu besuchen, solange Attila im Stadion eingesetzt wird. Nach Angaben von PETA beginnt die neue Bundesligasaison am 28. August 2026; das erste Heimspiel der Eintracht soll demnach am 6. September stattfinden. PETA hatte bereits 2023 eine entsprechende Forderung an den Verein gerichtet.
Eine aktuelle Bestätigung, Änderung oder Absage des Attila-Einsatzes für die Saison 2026/2027 ist in den vorliegenden Rechercheauszügen nicht dokumentiert. Belegt ist lediglich, dass Eintracht Frankfurt laut der PETA-Darstellung weiterhin bei Heimspielen auf den Adler setzen will, weil er an den Ablauf gewöhnt sei und Behörden keine Bedenken geäußert hätten. Ob der Verein den Einsatz nach der erneuten Forderung konkret anpasst, bleibt damit offen.
Eintracht und Falkner widersprechen dem Tierquälerei-Vorwurf
Der Streit zwischen PETA und Eintracht Frankfurt ist nicht neu. Bereits Anfang 2023 hatte die Organisation verlangt, die Stadiontradition zu beenden, und unter anderem eine Lasershow oder ein Hologramm als Alternative ins Gespräch gebracht. Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann wies den damaligen Vorwurf der Tierquälerei zurück und erklärte, er könne sich nicht vorstellen, dass Attila so gehalten werde, dass dies Tierquälerei darstelle. Diese Einordnung stammt aus der Debatte von 2023 und ist nicht als aktuelle Stellungnahme zur Saison 2026/2027 dokumentiert.
Auch die weiteren vorliegenden Gegenpositionen beziehen sich überwiegend auf die frühere Auseinandersetzung. Der Verein betonte damals, der Adler sei an die Atmosphäre im Stadion gewöhnt; nach Darstellung der Eintracht gebe es von den zuständigen Behörden keine Bedenken gegen den Einsatz. Attilas Falkner Norbert Lawitschka verteidigte die Auftritte ebenfalls und erklärte, der Ablauf müsse so gestaltet werden, dass der Greifvogel möglichst stressfrei auftrete. Eine aktuelle Stellungnahme des Vereins, des Falkners oder einer zuständigen Behörde zur Saison 2026/2027 liegt in den Rechercheauszügen nicht vor.
Attila ist seit fast zwei Jahrzehnten Teil der Eintracht-Identität
Attila gehört seit der Saison 2006/2007 zum Umfeld der Frankfurter Heimspiele und wurde dadurch zu einem festen Bestandteil der Vereinsinszenierung. Der Adler war auch beim DFB-Pokalfinale 2018 in Berlin präsent, als Eintracht Frankfurt den Titel gewann. Inzwischen stellt sich neben der grundsätzlichen Frage nach lebenden Maskottchen auch die praktische Frage, ob das Alter des Tieres eine Veränderung des Einsatzes nahelegt. Für viele Anhänger ist Attila zugleich mit der Geschichte des Vereins verbunden.
PETA sieht eine Unterbringung in einer tiergerechten Auffangstation als möglichen Ruhestand für Attila. Belastbare Angaben zu Attilas aktuellem Gesundheitszustand, zu tierärztlichen Untersuchungen oder zu detaillierten Einsatz- und Transportbedingungen enthält der aktuelle Bericht jedoch nicht. Genau diese Informationen wären für eine fachliche Bewertung relevanter als die emotionalen Bezeichnungen, mit denen beide Seiten den Streit öffentlich führen. Eine abschließende Bewertung der Belastung des Tieres ist auf Grundlage der vorliegenden Angaben daher nicht möglich.
Fans gespalten, ähnliche Debatte in Köln
Die vorliegenden Rechercheauszüge belegen unterschiedliche Positionen zum Einsatz von Attila, erlauben aber keine belastbare Aussage über eine allgemein gespaltene Fangemeinde. In der früheren Debatte berichtete PETA von Beschwerden beziehungsweise Rückmeldungen von Fans; konkrete aktuelle Fanäußerungen aus sozialen Medien sind in der bereitgestellten Beleggrundlage jedoch nicht ausreichend dokumentiert. Deshalb lässt sich lediglich festhalten, dass die Tradition um Attila öffentlich unterschiedlich bewertet wird. Eine einheitliche Haltung der Anhänger ist nicht belegt.
Auch in Köln gibt es ein lebendes Tier mit symbolischer Funktion als Vereinsmaskottchen. Beim 1. FC Köln übernimmt der Geißbock Hennes IX. diese Rolle; er ist jedoch kein vergleichbarer Greifvogel- oder Stadionflug-Einsatz wie bei Attila. Gegen die Auftritte von Hennes IX. hat PETA in der Vergangenheit ebenfalls protestiert. Für Frankfurt bleibt offen, ob der Verein die Tradition unabhängig vom öffentlichen Druck fortführt oder künftig eine tierfreie Darstellung des Adlers einführt.
Quellen
- peta.de – Eintracht Frankfurt hält trotz Kritik an Adler-Einsatz fest – https://www.peta.de/themen/eintracht-frankfurt-adler
- fr.de – Eintracht Frankfurt: Peta will Adler Attila in Rente schicken – https://www.fr.de/frankfurt/schicken-peta-will-eintracht-adler-attila-in-rente-92033282.html
- frankfurt.t-online.de – Tierquälerei bei Eintracht Frankfurt: Peta fordert Rente für Adler "Attila" – https://frankfurt.t-online.de/region/frankfurt-am-main/id_100114326/tierquaelerei-bei-eintracht-frankfurt-peta-fordert-rente-fuer-adler-attila-.html
