End of Speciesism: Warum die Kampagne die Hobby-Jagd grundsätzlich infrage stellt

Die internationale Kampagne „End of Speciesism“ verbindet ethische Forderungen nach einem anderen Rechtsstatus für Tiere mit Kritik an der Hobby-Jagd. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Wildtiere weiterhin als jagdlich bewirtschaftbare Bestände oder als einzelne fühlende Lebewesen betrachtet werden sollen. Die Kampagne ruft zur Teilnahme am Welttag für das Ende des Speziesismus auf; die vorliegenden Angaben nennen dafür den 29. August 2026, enthalten aber keine überprüfbare Quelle zur Datierung oder zu Veranstaltern. Ein Aktionstag am 11. November ist in den vorliegenden Angaben ebenfalls nicht belastbar belegt.

Vom Eigentumsrecht zum individuellen Schutz

„End of Speciesism“ fordert nach Darstellung der Kampagne einen neuen rechtlichen Status für Tiere. Nichtmenschliche Lebewesen sollen demnach nicht länger als Eigentum oder bloße Rechtsobjekte behandelt werden. Nach den vorliegenden Kampagnenangaben sollen ihre Interessen stärker berücksichtigt werden, statt sie im Konfliktfall automatisch hinter menschliche Nutzungsinteressen zurückzustellen. Die Forderung richtet sich damit gegen eine rechtliche Ordnung, in der Tiere vorrangig als Gegenstände menschlicher Nutzung behandelt werden.

Diese Forderung lässt sich auch auf die Schweiz beziehen, wo kantonale Jagdgesetze den Umgang mit Wildtieren regeln. Die vorliegenden Angaben erlauben jedoch keine einheitliche abschließende Einordnung des Inhalts sämtlicher kantonaler Regelungen. Aus der Perspektive der Kampagne steht die Behandlung von Wildtieren als bewirtschaftbare Bestände im Gegensatz zur Betrachtung des einzelnen Tieres. Ein Reh oder ein Fuchs soll demnach nicht nur nach seinem Nutzen für menschliche oder ökologische Ziele beurteilt werden.

Die ethische Argumentation unterscheidet sich damit deutlich von einer Bewertung einzelner Haltungsbedingungen, Jagdmethoden oder vermeidbarer Leiden. Die Kampagne kritisiert insbesondere die Hobby-Jagd, die Instrumentalisierung von Tieren und ihre Tötung zum menschlichen Verzehr. Eine solche Position steht in Spannung zu Regelungen, die Jagd unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen. Wie diese Spannung rechtlich konkret zu bewerten ist, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben nicht abschließend feststellen.

Kritik an Jagd als Freizeitbeschäftigung

Die Kampagne kritisiert die Begründung, die Hobby-Jagd könne pauschal als notwendiger Naturschutz gelten. Der Biologe und Zoologe Josef H. Reichholf kritisiert laut Deutschlandfunk Nova, dass Jagd Wildtiere scheuer mache und ihre Aktivität stärker in die Nacht verlagere. Dadurch werde die Beobachtung von Tieren erschwert; Reichholf bezweifelt außerdem, dass Jagd Wildbestände grundsätzlich wirksam reguliere. Zugleich räumt er ein, dass in einzelnen Regionen, etwa bei hohen Wildschweinbeständen und landwirtschaftlichen Konflikten, ein regulierender Eingriff erforderlich sein könne.

Damit bietet Reichholfs Position keine pauschale Bestätigung der Forderung nach einer jagdfreien Zukunft. Sie stellt vielmehr die Frage, ob die jeweils eingesetzte Methode ein konkretes Problem tatsächlich löst. Die Kampagne bewertet die Nutzung und Tötung von Tieren zum menschlichen Verzehr sowie ihre Behandlung als Ressource kritisch. Eine weitergehende pauschale Aussage über jeden Zweck oder jede Form der Jagd lässt sich aus den vorliegenden Belegen nicht ableiten.

Auch die Berufung auf Wildfleisch als nachhaltige Fleischquelle wird von den Kampagnenautoren zurückgewiesen. Die bereitgestellte Grundlage belegt jedoch nicht hinreichend, dass konkrete Angaben zu Blei und PFAS aus dem Originalbeitrag stammen. Deshalb werden diese Detailhinweise hier nicht als quellenbezogene Tatsache übernommen. Die ethische Kritik an der Gleichsetzung von Jagd, Nachhaltigkeit und unbedenklicher Ernährung bleibt davon unberührt.

Der Streit um Luchs und Bestandsregulierung

Ein konkreter Luchsfall im Wallis ist anhand der bereitgestellten Recherche nicht belastbar dokumentiert. Es gibt daher keine überprüfbare Grundlage für die Behauptung, die genetische Situation der Population sei kritisch oder eine Freigabe zum Abschuss werde erwogen. Eine behördliche Entscheidung, ein konkretes Bestandsgutachten oder ein rechtskräftiger Abschussentscheid liegt nicht vor. Der Wallis-Fall wird deshalb nicht als belegtes Beispiel für die tatsächliche Rechtslage dargestellt.

Die Forderungen der Kampagne reichen über einzelne Abschussentscheidungen hinaus. Sie verlangen Bildungsangebote gegen Speziesismus und eine stärkere Berücksichtigung tierlicher Interessen in Umweltentscheidungen. Für die Jagd bedeutet das eine Verschiebung des Maßstabs. Nicht mehr allein Populationsgröße, mögliche Schäden oder jagdrechtliche Zuständigkeit sollen entscheidend sein, sondern auch das individuelle Interesse des Tieres.

Der Konflikt ist deshalb nicht durch eine einzelne biologische Studie zu lösen. Selbst wenn eine Regulierung bestimmter Bestände lokal notwendig wäre, bliebe aus tierrechtlicher Sicht die Frage offen, ob und unter welchen Bedingungen Menschen dazu berechtigt sind, einzelne Tiere zu töten. Genau an diesem Punkt kollidiert die moralische Forderung nach dem Ende des Speziesismus mit einem Jagdrecht, das zwischen Schutz-, Nutzungs- und Regulierungszielen abwägt. Eine abschließende rechtliche oder biologische Bewertung des nicht belegten Wallis-Falls ist auf dieser Grundlage nicht möglich.

Welcher Zweck rechtfertigt den Abschuss?

Die Kampagne fordert damit keine bloße Reform einzelner Jagdmethoden, sondern eine Neubewertung des Verhältnisses zwischen Mensch und Wildtier. Ihre Argumentation stellt die Einordnung von Tieren als natürliche Ressource infrage. Für die praktische Diskussion bleibt die Trennung zwischen ethischer Grundsatzkritik und konkreter Wildtierverwaltung entscheidend. Die Forderung nach einer jagdfreien Zukunft beantwortet dabei nicht automatisch die Frage, wie konkrete Konflikte mit Landwirtschaft oder Verkehr gelöst werden sollen.

Die Frage, ob die Hobby-Jagd moralisch akzeptabel ist, lässt sich nicht allein mit dem Hinweis auf Bestandsregulierung beantworten. Umgekehrt ersetzt die ethische Kritik keinen Nachweis, wie konkrete Konflikte gelöst werden können. Der Streit um die Kritik an der Hobby-Jagd bleibt deshalb vor allem ein Streit über den Maßstab. Soll der Schutz des einzelnen Tieres Vorrang haben, oder darf der Mensch weiterhin über Abschüsse entscheiden, wenn er dies mit ökologischen oder wirtschaftlichen Zielen begründet?

Quellen

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