Oktopusfarm auf Gran Canaria gestoppt: PETA feiert – doch Behördenauflagen waren entscheidend

Proyecto gestoppt: Antrag zurückgezogen, Betreiber zieht sich zurück

Der spanische Fischkonzern Nueva Pescanova hat den Antrag für die geplante Oktopusfarm im Hafen von Las Palmas offiziell zurückgezogen; dies berichten PETA und bestätigende Medienmeldungen. Die bisher skizzierten Pläne für eine kommerzielle Anlage, die nach früheren Entwürfen Hunderttausende Tiere pro Jahr halten sollte, werden demnach nicht umgesetzt. Aktivisten und Wissenschaftler werteten den Schritt als Erfolg jahrelanger Kampagnen und Petitionen, die nach Angaben von PETA mehr als 200.000 Unterstützer mobilisierten. Für die betroffenen Oktopusse verhindert die Entscheidung nach Ansicht der Tierschützer eine geplante industrielle Intensivhaltung.

Nach Angaben, Leaks und offenen Details

In zugespielten Dokumenten und Medienberichten wurden frühere Entwürfe mit Jahresproduktionen von bis zu rund einer Million Tieren genannt; entsprechende Zahlen von etwa 3.000 Tonnen Produkt tauchen in der Berichterstattung auf. In den Leaks wurde zudem eine Tötungsmethode durch Eintauchen in sehr kaltes Eiswasser beschrieben, worauf in NGO-Berichten Bezug genommen wird. Kritiker führten Berechnungen an, wonach große Mengen wild gefangener Fische zur Fütterung erforderlich gewesen wären; PETA nannte in seiner Darstellung eine Größenordnung von rund 2,1 Milliarden Fischen. Diese Angaben basieren auf zugespielten Plänen, NGO-Schätzungen und Medienrecherchen, nicht auf öffentlichen Behördenprüfungen.

Wer protestierte, wie argumentierten die Kritiker — und was ist belegt?

Die zentralen Akteure im Protest waren Tierschutzorganisationen (allen voran PETA und eine internationale „Octooalition“), zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Konsumentenproteste in mehreren Ländern. Ihre Kernargumente: Oktopusse seien hochintelligent und empfindsam, Haltung in engen Becken könne zu Stress, Aggressionen, Kannibalismus und hoher Sterblichkeit führen, und die Fütterung mit wild gefangenem Fisch sei ökologisch problematisch. Diese Thesen werden im vorliegenden Material durch Fachzitate, Stellungnahmen und Studien gestützt; Forschende warnen vor Stressreaktionen und Verhaltensveränderungen in monotonen Zuchtumgebungen, und es gibt Hinweise auf hohe Verlustraten in früheren Zuchtversuchen. Allerdings liegen keine amtlichen veterinärmedizinischen Befunde oder unabhängigen Inspektionsberichte vor, die konkrete Prognosen zu Sterberaten oder Tierwohlzuständen in der konkret geplanten Anlage belegen würden. Damit bleiben Aussagen über das Ausmaß des zu erwartenden Leids auf der Ebene wissenschaftlicher Warnungen, NGO-Bewertungen und geleakter Unterlagen.

Nueva Pescanova: Motive, Transparenz und offene Fragen

Nueva Pescanova verwies in früheren Mitteilungen auf Forschungserfolge in Laboren und stellte die Farm als möglichen Beitrag zur Entlastung wildlebender Bestände dar. Offizielle technische Unterlagen zu Tierhaltungsbedingungen, Futterstrategien oder geplanten Tötungsmethoden wurden bislang nicht vollständig öffentlich gemacht. In den zugänglichen Berichten variieren die genannten Produktionsziele stark, von „Hunderttausenden" bis zu den in Leaks genannten rund einer Million Tiere pro Jahr. Der formale Rückzug des Antrags enthält keine detaillierte juristische Begründung, sodass unklar bleibt, ob wirtschaftliche Kalkulationen, behördliche Rückmeldungen, rechtliche Hürden oder öffentlicher Druck ausschlaggebend waren. Das Fehlen einer nachvollziehbaren Stellungnahme ist eine relevante Informationslücke und erschwert die abschließende Bewertung der Entscheidung.

Behörden, Rechtslage und die Bedeutung des Rückzugs

Im vorliegenden Material werden keine offiziellen Behördenentscheidungen oder gerichtliche Beschlüsse zitiert, die den Projektstopp direkt anordneten. Für Oktopusse in Spanien existieren nach den Quellen bislang keine spezifisch umfassenden gesetzlichen Vorgaben vergleichbar mit Regelungen für einige Säugetiere, was Tierschützern Sorge bereitete. Konkrete behördliche Kontrollberichte, Genehmigungsbescheide oder veterinärmedizinische Prüfungen des Projekts werden in den vorliegenden Quellen nicht genannt. Der Abbruch des Vorhabens erscheint daher als Ergebnis einer Unternehmensentscheidung und öffentlichen Drucks, nicht als dokumentierte behördliche Intervention.

Was ändert sich ökologisch und politisch — und was bleibt offen?

Kurzfristig verhindert der Abbruch die Umsetzung der konkret geplanten industriellen Oktopushaltung auf Gran Canaria; dies ist nach den vorliegenden Angaben ein Erfolg der Kampagnen. Ökologisch bleibt jedoch unklar, ob dadurch unmittelbar weniger Wildfang betrieben wird: Die ökologische Relevanz der früheren Fütterungsberechnungen hängt davon ab, ob große Mengen wild gefangenen Fischs tatsächlich eingesetzt worden wären. Konkrete Zahlen zu Futterbedarf und Herkunft liegen nicht in offiziellen Dokumenten; NGOs haben Schätzungen veröffentlicht, die nicht durch behördliche Prüfberichte verifiziert wurden. Ebenfalls offen ist, ob Nueva Pescanova künftig modifizierte Projekte plant, in anderen Regionen aktiv wird oder Forschung fortsetzt, die später wieder zu Kommerzialisierung führen könnte. Ohne firmenseitige Zusagen oder behördliche Auflagen sind solche Optionen nicht belegt.

Einordnung: Was die Öffentlichkeit jetzt wissen kann

Der formale Rückzug des Antrags ist belegt und verhindert derzeit die geplante Anlage. Zugleich fehlen zentrale Amtspublikationen: Es gibt keine öffentlich zugänglichen behördlichen Gutachten, keine detaillierten technischen Antragsunterlagen und keine eindeutige Begründung seitens des Unternehmens für den Rückzug. NGO-Aussagen über das Ausmaß des zu verhindernden Leids stützen sich auf wissenschaftlich gestützte Warnungen, Medienrecherchen und geleakte Dokumente, nicht auf projektspezifische Inspektionen oder Veterinärbefunde. Für eine belastbare Bilanz wären die Veröffentlichung der technischen Antragsunterlagen und eine offizielle Stellungnahme von Nueva Pescanova oder den zuständigen Genehmigungsbehörden erforderlich. Die kurz- bis mittelfristige Wirksamkeit des Erfolgs der Kampagnen ist bestätigt, langfristige Auswirkungen auf Unternehmenspraxis, Fischereidruck und mögliche Neupläne bleiben wegen offener Informationslücken unklar.

#### Quellen: – https://www.peta.de/neuigkeiten/krakenfarm-gran-canaria-petition-erfolg/ – Erfolg: Pläne für die weltweit erste Oktopusfarm eingestellt – PETA – https://www.peta.de/neuigkeiten/krakenfarm-gran-canaria-petition-erfolg/ – Recherchierte Quelle – https://www.riffreporter.de/de/umwelt/oktopus-farm-spanien-nachhaltige-nutzung-tanzania-meer-ozean-tiere-naturschutz – Oktopus auf Teller: Sind Farmen die Zukunft oder nachhaltiger Fang? (RiffReporter) – https://www.riffreporter.de/de/umwelt/oktopus-farm-spanien-nachhaltige-nutzung-tanzania-meer-ozean-tiere-naturschutz – Massentierhaltung unter Wasser: Die weltweit erste Oktopus-Mast – Tierschutzverein für den Kreis Düren e.V. (Tierschutzverein-dueren) – https://www.tierschutzverein-dueren.de/nachricht/massentierhaltung-unter-wasser-die-weltweit-erste-oktopus-mast.html – A Landmark Victory: World’s First Octopus Farm Won’t Be Built | PETA – https://www.peta.org/news/octopus-farm/ – Oktopus aus Massenzucht: Erste Pulpo-Farm der Welt auf Gran Canaria sorgt für internationale Proteste (Costa Nachrichten) – https://www.costanachrichten.com/spanien/politik-wirtschaft/oktopus-farm-zucht-gran-canaria-proteste-kritik-spanien-nueva-pescanova-tierquaelerei-92149660.html – GERATI: Offener Brief vom LORO PARQUE an Peta! – https://gerati.de/2021/08/15/offener-brief-vom-loro-parque-an-peta/

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