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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Schlagwort: Interview

  • Telefoninterview mit Dr. med. vet. K. Alexandra Dörnath zum Thema Tier-Mensch-Beziehung im Circus

    Frau Dr. med. vet. K. Alexandra Dörnath spricht in diesem Telefoninterview über das Thema Tier-Mensch-Beziehung im Circus und liefert wissenschaftlich fundierte Fakten.

    Interview mit Dr. med. vet. K. Alexandra Dörnath, MSc Wild Animal Health

    Frau Dr. med. vet. K. Alexandra Dörnath wurde am 4. Juli 2020 durch eine Master-Studentin der Universität Hamburg im Rahmen eines Seminars zu Zoo- und Circustieren interviewt.

    In diesem Interview beantwortet Frau Dr. Dörnath folgende Fragen:

    1. Warum gehören Tiere zum Circus?
    2. Was macht eine artgemäße Präsentation und tiergerechte Haltung im Circus aus?Wie sehen Sie die Mensch-Tier-Beziehung im Circus?
    3. Woran erkennt man ein „zufriedenes“ Tier?
    4. Haben Sie Verhaltensänderungen bei Circustieren durch die Corona-Pandemie beobachtet?
    5. Als Alternative zum klassischen Circus hat der Circus Roncalli vor kurzem ein tierfreies Programm gestartet. Wie ist Ihre Haltung dazu?

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    Wer sich dieses halbstündige Interview anhört, wird spätestens danach darüber aufgeklärt sein, dass der Circus ein guter Ort für Tiere ist:

    Der Circus kennt keine Eintönigkeit. An jedem neuen Ort gibt es neue Verhältnisse, Bodenbeschaffenheiten und Eindrücke. Tiere messen ihr Glück nicht mit dem Zollstock, sie fühlen. Wichtiger als die Gehegegröße sind Struktur und Beschäftigung. Letztere hält in Form von Ausbildung und Vorführung mental und körperlich fit. Wer Sternstunden der Mensch-Tierkommunikation erleben möchte, wohnt der Übungsstunde eines guten Tierlehrers bei. Tiere im Circus sind sicherer, aufmerksamer, wacher und aufgeweckter als ihre Artgenossen in der Wildnis oder im Zoo. Sie zeigen keine Kunststücke, sondern natürliche Verhaltensweisen. Ihr Leben ist reizvoll, sie erreichen ein hohes Alter und sind vor Krankheiten, Raubtieren, Verhungern und Wilderern geschützt.

    Übrigens: keine andere Haltungsform wird so oft tierärztlich überwacht.

    Tierrechtler ignorieren die von namhaften Verhaltensbiologen vorgelegten Forschungsergebnisse. Sie veranstalten eine Hexenjagd auf den klassischen Circus, der ein Teil der Kultur Europas ist.

    Dass Circustiere im modernen klassischen Circus der westlichen Welt leiden, ist ein Märchen.

  • Interview mit Frau Dr. med. vet. K. Alexandra Dörnath, renommierte Wildtierärztin aus Bremen. Wir erfahren etwas über inkompetente Gutachter, das Deutsche Tierschutzgesetz im internationalen Vergleich sowie den größten Reifenhersteller der Welt.

    Kurzvita: Dr. med. vet. K. Alexandra Dörnath, geboren 1971, Tierärztin seit 1998, leitet gegenwärtig die tierärztliche Überweisungspraxis Klein Mexiko für Zoo-, Zirkus- und Wildtiere sowie exotische Heimtiere in Bremen. Sie erwarb 1999 in einem internationalen Studiengang einen Master in Wild Animal Health (Wildtiergesundheit) am Zoo in London und promovierte danach bei Prof. Dr. Klaus Eulenberger über Immobilisationsverfahren und medikamentöse Ruhigstellung beim Gorilla. Frau Dörnath verfügt über internationale Erfahrungen in der Zoo- und Wildtiermedizin sowie im Artenschutz. So hat sie z. B. in wissenschaftlichen Freilandprojekten zu Ohrenrobben auf Galápagos, Walen in den Hebriden, dem Nagelmanati in Belize, dem Swift-Fuchs in Kanada, der Suppenschildkröte auf Hawaii, in Venezuela und Australien sowie in einer Wildtierauffangstation im Ecuadorianischen Regenwald mitgewirkt. Sie arbeitete tierärztlich in vier großen Zoos und in einem Delphinarium. Sie war Tierschutzbeauftragte des Zentrums für Marine Tropenökologie und betreute sechs Jahre lang Reptilienbörsen. Frau Dörnath war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes für ihr Studium sowie ihr Aufbaustudium, der Zebra Foundation for Veterinary Zoological Education für ihren Master, von ERASMUS für ihren Studienaufenthalt in der Schweiz sowie von GOULD für ihre Teilnahme am Leadership Training Program an der Cornell University in New York. Weiterhin erhielt den Windsor Safari Park Student Award der European Association for Aquatic Mammals.

    Gegenwärtig ist sie Ansprechpartnerin für Behörden zu Fragen des Tier- und Artenschutzes sowie für Behörden und Einsatzkräfte zu Fund- und Gefahrtieren. Dr. Dörnath betreut einen Krokodilzoo, ein Schulvivarium, berät diverse zoologische Einrichtungen, Zirkusse, den Verband deutscher Circusunternehmen (VDCU), den Berufsverband der Tierlehrer, Tierheime sowie Auffangstationen. Sie berät im wissenschaftlichen Beirat eines deutschen Forsts für das Wildlife Estate Label zur Wildtiergesundheit. Frau Dörnath ist Tierschutzbeauftragte des großen Circus Belly. Sie publiziert regelmäßig, hat eine eigene Kolumne („Neues aus Klein Mexiko“) in einer Fachzeitschrift, und ihre Expertise ist von den Medien (Print, Hörfunk, Fernsehen) gefragt. Sie wird regelmäßig für Vorträge gebucht. Bei SAT-1 hat sie eine eigene TV-Serie („Tierisches aus Klein Mexiko“). Ihre absolute Herzensangelegenheit ist der Ausnahmeschimpanse Robby.

    GERATI Redaktion: Frau Dr. Dörnath, wenn man liest, wie viele Qualifikationen Sie haben und an wie vielen Projekten sie beteiligt sind und waren, wird einem ja schwindelig. Wie viele Stunden am Tag, Arbeiten Sie?

    Dr. Alexandra Dörnath: …fragen Sie mich lieber, wie viele Tage ich pro Stunde arbeite …

    GERATI Redaktion: Die Gründung Ihrer tierärztlichen Überweisungspraxis „Klein Mexiko“ schlug in Bremen ein wie eine Bombe. Läuft es bei Ihnen immer noch so gut?

    Dr. Alexandra Dörnath: Es läuft leider so gut, dass ich inzwischen manchmal Patienten abweisen muss, weil ein Tag nur 24 Stunden hat. Ich wünschte, ich könnte mich zweiteilen.

    Basteln gehört zu meinem Beruf. Mein Herz schlägt höher, wenn ich damit meinen geliebten Patienten helfen kann.

    GERATI Redaktion: Sie lieben Ihren Beruf vor allem, weil er Ihnen erlaubt, Ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Können Sie uns das anhand von Beispielen verdeutlichen?

    Dr. Alexandra Dörnath: Mein Lieblingsgeschäft ist der Baumarkt und solche Läden, die Lego verkaufen. Viele meiner täglichen Materialien kommen tatsächlich aus dem Baumarkt sowie dem Modellbau- und sonstigem Bastelbereich. Ich könnte Hunderte an Beispielen nennen … Basteln gehört zu meinem Beruf. Mein Herz schlägt höher, wenn ich damit meinen geliebten Patienten helfen kann.

    Was macht man beispielsweise mit einer Ringelnatter, die beidseitig einen Kieferbruch hat? Man näht ihr Maul für etwa 8 Wochen zu, stabilisiert ihren Kiefer mit einem Bogen aus adäquatem Draht, und lässt vorne eine kleine Lücke, damit sie züngeln und trinken kann. Nach 8 Wochen entfernt man den Draht. Der Kiefer ist wie neu …

    Was macht man mit einer Wasserschildkröte, deren Panzer zerbrach, weil sie aus hoher Höhe gefallen ist? Man stabilisiert sie, indem man ihren Schock bekämpft. Dann klebt man den Panzer mit Zweikomponentenkleber, damit er wieder stabil und wasserdicht ist. Natürlich darf der Kleber nicht direkt auf die zerbrochenen Panzerknochen aufgetragen werden. Hier appliziere ich zunächst medizinischen Knochenwachs, den es natürlich nicht im Baumarkt gibt …

    Und zu guter Letzt: was macht man mit einer Landschildkröte, die nicht mehr richtig gehen kann? Man tritt mit dem größten Reifenhersteller der Welt, mit Lego, in Kontakt und baut Legorollen an den Panzerträger …

    Und wer hat schon sein Zuhause immer dabei? Schildkröten erinnern mich daher an Reisende. Sie lassen sich dort nieder, wo es gefällt. 

    GERATI Redaktion: Ihre Lieblingstiere sind Schildkröten. Wann begann die Leidenschaft und was ist für Sie das Faszinierende an diesen Tieren?

    Dr. Alexandra Dörnath: Das stimmt nicht ganz: immer das Tier, welches ich gerade behandle, ist mein Lieblingstier, denn ich liebe alle Tiere und fühle mich als ihr „Anwalt“, der ihnen eine Stimme gibt. Allerdings habe ich eine ganz besonders ausgeprägte Leidenschaft für Panzerträger. Mein erstes Buch, an das ich mich erinnern kann und welches mir meine Oma geschenkt hatte, war übrigens eines zu Gorillas. Und der Zufall wollte es, dass ich über diese, uns so nahen Verwandten, promovieren durfte.

    Aber nochmal zu den Schildkröten: als ich auf die Welt kam, hielt meine Mutter bereits eine griechische Landschildkröte und eine Steppenschildkröte. Tante Laura und Onkel Alfred. Ich bin mit diesen Tieren aufgewachsen. Sie sind der Grund, weshalb ich unbedingt Tierarzt werden wollte. Obwohl sie keine Mimik wie wir Menschen haben, kann ich sie „lesen“ und verstehen. Sie wirken beruhigend und sind einfach wunderschön. Ich würde auch gerne einmal eine so lange Winterpause halten, wie sie es tun. Und: wer hat schon sein Zuhause immer dabei? Schildkröten erinnern mich daher an Reisende. Sie lassen sich dort nieder, wo es gefällt.

    GERATI Redaktion: Ihr Doktorvater Professor Dr. Klaus Eulenberger war seinerzeit Cheftierarzt des Leipziger Zoos und ist jetzt im „Unruhestand“ wie Sie selber mal scherzhaft erwähnt haben. Gibt es eine erzählenswerte Anekdote aus der Zeit der Gorilla-Forschung?

    Dr. Alexandra Dörnath: Bei unserer ersten Begegnung habe ich leider fast gar nichts verstanden. Sächsisch ist eben doch ganz anders als der Bremer Slang … Ich zeigte bei meiner Doktorarbeit vollen Einsatz: in dem Gästezimmer, das sich im Affenhaus eines der vielen Zoos befand, die ich für meine Datensammlung aufsuchte, konnte ich zwei Nächte nicht schlafen. Es wimmelte derart dort von Kakerlaken, dass ich beide Nächte bei Licht sitzend verbrachte … In einem anderen Zoo hingegen blieb ich länger Gast, da ich auf dem Weg dorthin in den Alpen einen Autounfall hatte. In diesem Zoo durfte ich meine Gehirnerschütterung auskurieren.

    Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich so viele wunderbare Zoos besuchen konnte und dort Menschen- und Menschenaffenpersönlichkeiten begegnen durfte. Niemals werde ich die stimulierenden Unterhaltungen, insbesondere mit dem Ethologen Jörg Hess, vergessen. Aber alle Tierpfleger, Tierärzte und Biologen werden mir für immer in Erinnerung bleiben.

    Wer eine Hundenummer im Zirkus beobachtet, sieht, mit welcher Begeisterung diese Zirkustiere dabei sind: Schwanzwedeln, leuchtende Augen, hoher Aufmerksamkeitspegel, Spielgesicht. Für sie ist das ein Riesenspaß.

    Zirkustiere freuen sich auf ihren Auftritt, auf die Vorführsituation, die eindeutig für sie etwas Angenehmes, heiß Erwartetes ist. Diese Beobachtungen werden gestützt durch wissenschaftliche Hormontests, deren Ergebnisse zeigen, dass untersuchte Elefanten, Löwen und auch der Schimpanse „Robby“ tiefenentspannt sind.

    GERATI Redaktion: Frau Dr. Yvonne Würz ist für Peta die „Fachreferentin für Tiere in Zoo und Zirkus“. Sie sagt im MDR Beitrag „Zoff in der Manege“ ab Min. 7:36 Folgendes:

    „Wir von Peta stehen heute vor Zirkus Krone, weil wir uns für ein Verbot von Tieren im Zirkus einsetzen. Die Tiere hier verbringen fast ihr ganzes Leben auf engen LKWs, auf ständigen Transporten, winzig kleinen Käfigen und werden meist mit Gewalt dressiert und das Tierleid muss endlich ein Ende haben.“

    Viele Menschen sind wegen solcher Aussagen verunsichert, ob der Zirkus ein guter Platz für Tiere ist. Können Sie als Expertin einmal ausführlich erklären, wie Ihre Sicht der Dinge ist?

    Dr. Alexandra Dörnath: Peta verleiht seinen Mitarbeitern Fantasie Titel. Hauptaufgabe dieser „Fachreferenten“ ist es wohl, zur Steigerung der Spendeneinnahmen den Menschen Horrorgeschichten zu erzählen. Yvonne Würz hat noch nie in ihrem Leben in einem Zoo oder in einem Zirkus gearbeitet. Auf Deutsch gesagt: Sie hat noch nie in ihrem Leben einem Tiger den Arsch geputzt. Sie hat also gar keine praktische Kenntnis von Dingen, über die sie dennoch spricht. In ihrem Studium hat sie sogar Tierversuche durchgeführt. Was sie aber sehr gut versteht ist, wie man für den Bettelverein Peta Tierliebhabern das Geld aus der Tasche zieht. Diese denken, sie spenden für einen guten Zweck, in Wahrheit finanzieren sie aber die Gehälter der Tierrechtler.

    Ein gut geführter Zirkus – das ist ein wirklich guter Ort für Tiere. Ich werde Ihnen etwas über Wissenschaft kontra Märchen erzählen: Wer eine Hundenummer im Zirkus beobachtet, sieht, mit welcher Begeisterung diese Zirkustiere dabei sind: Schwanzwedeln, leuchtende Augen, hoher Aufmerksamkeitspegel, Spielgesicht. Für sie ist das ein Riesenspaß. Wieso soll es bei Pferden, Seelöwen, Kamelen, Elefanten, Lamas, Affen, Großkatzen anders sein? Naht ihr Auftritt mit entsprechender Musik stehen sie am Gehege bereit. Wird dies geöffnet, eilen alle zur Manege. Ethologen nennen dies positives Appetenzverhalten: Zirkustiere freuen sich auf ihren Auftritt, auf die Vorführsituation, die eindeutig für sie etwas Angenehmes, heiß Erwartetes ist. Diese Beobachtungen werden gestützt durch wissenschaftliche Hormontests, deren Ergebnisse zeigen, dass untersuchte Elefanten, Löwen und auch der Schimpanse „Robby“ tiefenentspannt sind.

    Tierlehrer im Zirkus mit moderner, tiergerechter Haltung lieben ihre Tiere und die Tiere lieben sie. Nirgendwo sonst ist die Mensch-Tier-Beziehung so eng und so weit entwickelt wie hier. Ihre Harmonie ist entscheidend für das Wohlbefinden, dem vornehmsten Ziel aller Tierhaltungen. Hierfür ist v. a. die Vorerfahrung entscheidend, nicht so sehr der Unterschied Haus-/Wildtier. Tiergerechte Haltung hat nichts mit Domestikation, sondern mit individueller Zahmheit zu tun.

    Zirkus kennt keine Eintönigkeit: an jedem neuen Ort gibt es neue Verhältnisse, Bodenbeschaffenheit und Eindrücke. Und was das Reisen, den sogenannten Platzwechsel anbelangt: Dieser ist mitnichten Stress für Zirkustiere – die Tiere steigen, im Gegensatz zu Zootieren oder Schlachttieren, gerne in ihre Wagen ein. Sie sind dies gewohnt und es ist Teil der Abwechslung für sie. Ich begleite regelmäßig Transporte mit Zirkustieren und weiß, dass die Tiere tiefenentspannt sind. Wir haben auch dies mit Stresshormonmessungen nachgewiesen.

    Tiere messen ihr Glück übrigens nicht mit dem Zollstock, sie fühlen. Wichtiger als Gehegegröße sind Struktur und Beschäftigung. Letztere hält in Form von Ausbildung und Vorführung mental und körperlich fit. Wer Sternstunden der Mensch-Tierkommunikation erleben möchte, wohnt der Übungsstunde eines guten Tierlehrers bei. Mit seinem „verlängerten Arm“, der Peitsche oder dem Stock, gibt er den Takt an – wie ein Dirigent in einem Orchester. Niemals schlägt er den Schützling. Weshalb auch sollte er das Tier, welches er liebt, achtet und außerdem Geld mit diesem verdient, schlecht behandeln?

    Tiere im Zirkus sind sicherer, aufmerksamer, wacher und aufgeweckter als ihre Artgenossen in der Wildnis oder im Zoo. Sie zeigen keine Kunststücke, sondern natürliche Verhaltensweisen. Ihr Leben ist reizvoll, sie erreichen ein hohes Alter und sind vor Krankheiten, Raubtieren, Verhungern und Wilderern geschützt. Keine andere Haltung wird übrigens so oft tierärztlich überwacht. Tierrechtler ignorieren die von namhaften Verhaltensbiologen vorgelegten Forschungsergebnisse. Sie veranstalten eine Hexenjagd auf den klassischen Zirkus, der ein Teil der Kultur Europas ist. Dass Zirkustiere leiden, ist ein Märchen. Sie können den Zirkus mit gutem Gewissen besuchen. Zirkus ist ein guter Ort für Tiere!

    Robby wurde von Peta als Gelddruckmaschine missbraucht.

    GERATI Redaktion: Seit wann drängte Peta darauf, dass der Ausnahmeschimpanse Robby, der der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus ist, aus seinem Zuhause gerissen und von seiner Menschenfamilie getrennt werden soll?

    Dr. Alexandra Dörnath: Im Oktober 2011 schrieb ein sogenannter Fachreferent von Peta an die Veterinärbehörde in Celle. Nach meiner Kenntnis gab es da keinen speziellen Auslöser. Vermutlich hat Peta überlegt, womit sie als Nächstes am besten Geld erbetteln können. Und Robby eignet sich da für die Tierrechtler ganz hervorragend. Sie haben ihn für eine Kampagne missbraucht, viel Geld mit dem Thema erbettelt, welches Robby nie zugutekam. Robby wurde von Peta als Gelddruckmaschine missbraucht. Ich selber habe mich erst seit April 2017 aktiv mit der Thematik um Robby auseinandergesetzt, als RTL mich angerufen hatte, um nach meiner Expertise zu dem Thema zu fragen.

    Alleine das Ansinnen, diesen beinahe ein halbes Jahrhundert unumkehrbar auf den Menschen geprägten Schimpansengreis seiner Familie entreißen zu wollen, ist inkompetent und, für den Fall des Durchführens, tierschutzwidrig.

    GERATI Redaktion: Die Organisation Peta schreibt auf ihrer Webseite, dass mehrere Gutachter und Primatologen den Umzug von Robby in eine Schimpansenauffangstation befürwortet hätten. Konkret waren dies Dr. Pierre Grothmann sowie die Psychologin Signe Preuschoft. Hatten diese Gutachter überhaupt das entsprechende Fachwissen, um eine solche Aussage treffen zu können?

    Dr. Alexandra Dörnath: Nein. Leider nicht. Robby’s Leben und das Leben der Zirkusfamilie Köhler hat diese „Experten“ auch nicht wirklich interessiert. Es ging hier um das Erreichen eines politisch-ideologischen Zieles, nämlich darum, Robby wegzusperren. In eine sogenannte Auffangstation. Um jeden Preis. Diese Auffangstation gleicht einer Nervenheilanstalt für Schimpansen. Hier bekommen unsere nächsten Verwandten „bunte Pillen“ – sie werden hier unter Psychopharmaka gesetzt. Und hier wird tatsächlich die Euthanasie dieser wunderbaren Menschenaffen offen diskutiert. Eine skandalöse Option. Dies belegt der Dokumentarfilm „Der Schimpansen-Komplex“. Mitarbeiter schildern hier ihre Albträume mit den Insassen. Tötet man eigentlich seine Schützlinge? Lässt man sie aneinandergeraten, bis Blut fließt? Hierhin gehört Robby definitiv nicht. Er ist nämlich nicht verhaltensgestört, sondern auf eine andere Art, nämlich auf uns, auf den Menschen, geprägt. Leider war kein Verhaltensforscher vor Gericht geladen, der dies hätte verständlich erörtern können.

    Alleine das Ansinnen, diesen beinahe ein halbes Jahrhundert unumkehrbar auf den Menschen geprägten Schimpansengreis seiner Familie entreißen zu wollen, ist inkompetent und, für den Fall des Durchführens, tierschutzwidrig. Robby gehört nicht in eine Nervenheilanstalt. Diese Gutachter haben die Biologie einer irreversiblen Prägung eines Schimpansen auf den Menschen und ihre Folgen nicht begriffen.

    Konkret ist Folgendes zu den beiden „Experten“ zu sagen: Die von der Veterinärbehörde beauftragte Psychologin bezieht ihr Salär von der Tierrechtsorganisation „Vier Pfoten“. Sie ist daher also befangen und den Tierrechtlern ideologisch verpflichtet. Eigentlich nicht nachvollziehbar, dass diese Person von der Behörde gehört wurde, denn Behörden sind dem Grundsatz der Neutralität verpflichtet. Aber die Behörde stand unter Druck von Peta und sie erweckte so vermutlich den Anschein, einer „Expertenmeinung“ zu folgen.

    Der vom Gericht bestellte Gutachter, ein Tierarzt, sagt im allerletzten Satz seines Gutachtens über sich selbst: „… Ich bin aber kein ausgewiesener Spezialist für Menschenaffen, Tierverhalten oder Psychologie“. Dieser Satz bedeutet im Umkehrschluss eigentlich, dass diese Person nicht befähigt ist, in diesem Fall ein adäquates Gutachten zu erstellen. Übrigens: tierärztlich untersucht hat dieser Veterinär Robby auch nie. Das ist aber insofern wichtig, als dass alte, insbesondere männliche Schimpansen prädisponiert sind für Herzprobleme. Anatomische Strukturen des Schimpansen hat er allerdings in seinem amateurhaften Gutachten fehlerhaft benannt. Natürlich aber gab es Geld für das Verfassen dieses Gutachtens. Und das nicht zu wenig. Diese Person hätte Robby’s Leben auf dem Gewissen gehabt, wenn das Oberverwaltungsgericht seiner Meinung gefolgt wäre. Er hat vor Gericht behauptet, auf eine andere Art geprägte Tiere litten häufiger an Verhaltensstörungen als solche, die auf ihre eigene Art geprägt sind. Dies ist eine wissenschaftlich nicht belegte Behauptung und verhaltensbiologisch allergrößter Unfug. Viele Kollegen, auch Amtstierärzte, sind der festen Überzeugung, dass dieser Tierarzt sich für seine Fehleinschätzung wirklich schämen und seine Berufswahl überdenken sollte.

    Wirklich renommierte Primatologen, wie der inzwischen pensionierte Prof. Dr. Kaup vom Deutschen Primatenzentrum, sowie der Zoodirektor von Osnabrück, Prof. Dr. Böer, sind in ihren Aussagen von der Behörde ignoriert worden. Beide warnten vor der Entnahme Robby’s. Da diese nicht in die Ideologie der Celleschen Veterinärbehörde passten, wurden ihre Warnungen ignoriert. Auch der renommierte Verhaltensforscher Dr. Birmelin sowie der auf Verhalten spezialisierte Veterinärmediziner Prof. Dr. Hackbarth sahen bei einer Herausnahme Robby’s ein tödliches Ende für diesen voraus. Mein Doktorvater, Prof. Dr. Eulenberger, der vor etwa 20 Jahren als Cheftierarzt des Leipziger Zoos an der Entstehung von Pongoland mitgewirkt hatte, sowie Dr. Rietschel, Jahrzehnte Tierarzt der Stuttgarter Wilhelma, sind beide die in Deutschland erfahrensten klinischen Tierärzte für Menschenaffen. Beide wurden natürlich nicht gefragt. Wer sich in Deutschland professionell mit Schimpansen auseinandersetzt, kommt an diesen beiden Tierärzten aber nicht vorbei. Auch Grothmann kennt diese, hat sie bemerkenswerterweise aber nicht zu Robby befragt. Beide hätten sich deutlich für den Verbleib von Robby bei seiner Familie ausgesprochen.

    Als das Thema bei der Tagung der European Primate Veterinarians in Göttingen im Jahre 2017 mit etwa 60 internationalen Kollegen diskutiert wurden, schüttelten alle ihren Kopf, wie jemand nur auf die Idee gekommen war, die Herausnahme eines alten, nicht Verhaltens gestörten, wohl aber fehl geprägten Schimpansen, anzuordnen. Hier lag grobe Inkompetenz vor. Leider wagten es Amtsveterinäre anderer Landkreise nicht, ihre Celleschen Kollegen hierauf anzusprechen. Ich hätte hier mehr Sachverstand und Rückgrat gegenüber Peta seitens der Behörde in Celle erwartet. Allerdings sehen manche Tierrechtler aus, als entstammten sie direkt dem Schwarzen Block. Wer weiß, was da so hinter den Kulissen vorgefallen ist.

    Im letzten Moment wurde dort Robby vor dem behördlichen Irrsinn und den unwissenden Tierrechtlern gerettet.

    GERATI Redaktion: Der Rechtsstreit ging über viele Jahre, kostete Einiges an Geld und Nerven. Robby darf nun aber seinen Lebensabend mit Zirkusdirektor Klaus Köhler im Circus Belly verbringen. Welche Rolle spielten Sie in dieser unendlichen Geschichte?

    Dr. Alexandra Dörnath: RTL kontaktierte mich am 28. April 2017, einen Tag nach der mündlichen Verhandlung, die vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg stattgefunden hatte. Hier war die Abgabe von Robby aus dem Circus Belly verhandelt worden. Es standen sich Klaus Köhler und die Veterinärbehörde Celle gegenüber. Mittendrin ein völlig inkompetenter, vom Gericht bestellter Gutachter. RTL wollte von mir wissen, was ich von der Angelegenheit hielte. Meine Antwort war: die Entnahme dieses auf den Menschen geprägten, uralten Schimpansen aus seiner „Familie“ führe zu seinem Tode. Doch nicht nur der Affe würde an gebrochenem Herzen sterben, auch Klaus Köhler und seine Ehefrau Waltraut. Das war meine Einschätzung der Lage.

    Nachdem ich einige Nächte gegrübelt hatte, kontaktierte ich Klaus Köhler und bot ihm meine Hilfe an. Bis dahin waren wir beide uns nicht begegnet. Eineinhalb intensive Jahre kämpften wir gemeinsam gegen diesen behördlichen Irrsinn. Und wir sollten gewinnen. Klaus Köhler erhielt vor der nächsten Instanz, dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg, also nicht nur ein Urteil, sondern auch Recht. Somit war Robby’s Leben gerettet.

    Auch für mich war das Ganze hochemotional: Es war so, als kämpfte ich um das Leben meines eigenen Affen. Ich habe meine Praxis für diesen Kampf komplett umstrukturiert. Viele wunderbare Menschen haben uns in diesem Kampf unterstützt.

    Bei der Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht war ich das rechtliche Hilfsmittel des Rechtsanwaltes von Klaus Köhler. Im letzten Moment wurde dort Robby vor dem behördlichen Irrsinn und den unwissenden Tierrechtlern gerettet. Wäre anders entschieden worden und wäre Robby infolge dessen mit Gewalt der Zirkusfamilie entzogen worden, dann lebte Robby heute nicht mehr. Er wäre qualvoll zugrunde gegangen. Davon bin ich fest überzeugt. Ich sage Ihnen aber eines: Selbst wenn das Gericht anders geurteilt hätte, wir alle hätten unser Leben gegeben, Robby vor den Behördenvertretern zu beschützen!

    Inzwischen haben sich diverse Amtstierärzte bei mir gemeldet und sich bedankt, dass ich mich eingemischt habe. Sie konnten ihre Kollegen in Celle einfach nicht verstehen. Drei Jahre danach kann ich zu Recht sagen: ein Leben ohne Robby und ohne die Zirkusfamilie Köhler – für mich inzwischen unvorstellbar! Zirkusdirektor Klaus Köhler und ich haben inzwischen sogar gemeinsam das Schimpansen-Kompetenzzentrum gegründet. Robby wird uns lebenslänglich verbinden.

    https://www.instagram.com/p/CBYzH1BgdiV/?utm_source=ig_web_copy_link

    Wer für Robby Spenden möchte kann das hier tun:

    IBAN DE 28 2579 1635 15600 29700

    Volksbank Südheide eG

    Waltraut Köhler

    Verwendungszweck: Spende für Robby

    Aber auf der Peta Kids – Seite werden so einige Märchen erzählt.

    GERATI Redaktion: Auf der Peta Kids Seite wird den Kindern erzählt, dass den Tieren bei der Pferdeshow Cavalluna weh getan wird. Ist dem so?

    Dr. Alexandra Dörnath: Ich war noch nie bei dieser Show, kann dies daher nicht beurteilen. Aber auf der P€TA Kids – Seite werden so einige Märchen erzählt. Kindern werden dort Besuche im Zoo und Zirkus madig gemacht. Angler und Jäger werden diffamiert. Und die Höhe der Gehirnwäsche findet statt durch dort als „Klassensets“ bestellbare Materialien für den Unterricht. Mit Letzterem werden sich demnächst die Kultusminister einiger Länder auseinandersetzen, denn es gibt Anfragen seitens der jeweiligen Opposition hierzu.

    Ich treibe mich nicht bei Facebook & Co. herum, wo die meisten hinter anonymen Pseudonymen ihr Unwesen und ihre Hetze betreiben. Ich lebe in der realen Welt.

    GERATI Redaktion: Jeder, der sich öffentlich gegen die Meinung von selbsternannten Tierrechtlern stellt, ist der Gefahr eines Shitstorms ausgesetzt. Egal, wie viel fachliche Kompetenz er auch vorweisen kann. Wie gehen Sie mit solchen Anfeindungen um?

    Dr. Alexandra Dörnath: Ich sag nur: viel Feind, viel Ehre. Die Tierrechtler disqualifizieren sich mit ihren Aussagen selber. Jeder, der ein Gehirn hat und dies auch benutzt, bemerkt dies. Ich entziehe mich dieser Dummheit aber größtenteils, denn ich treibe mich nicht bei Facebook & Co. herum, wo die meisten hinter anonymen Pseudonymen ihr Unwesen und ihre Hetze betreiben. Ich lebe in der realen Welt.

    GERATI Redaktion: Am 14. Oktober 2019 fand eine öffentliche Anhörung zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Wildtierhaltung im Zirkus jetzt beenden“ statt. Kamen Sie dort als Expertin zu Wort?

    Dr. Alexandra Dörnath: Für diese Anhörung war ich als Expertin angefragt worden, konnte aber nicht rechtzeitig auf diese Anfrage reagieren. Alles musste sehr schnell gehen. Zum Zeitpunkt der Anfrage war ich Moderatorin einer Biouniversitätsmatinee. Ich steckte in einem abgelegenen Waldgebiet. Dort hatte ich keinen Empfang. So reagierte ich 48 Stunden zu spät. Ich habe allerdings im Vorfeld eine schriftliche Stellungnahme zur Haltung sogenannter Wildtiere im Zirkus abgegeben, die ich Ihrer Leserschaft als Anhang zu diesem Interview zur Verfügung stelle.

    Stellungnahme von Dr. Alexandra Dörnath zur Haltung sogenannter Wildtiere im Zirkus PDF-Dokument 

    Erstaunt und enttäuscht war ich über die Auswahl der Experten. Es waren Ideologen vor Ort, die die Arbeit des Tierlehrers nicht kennen und würdigen, sondern diese mit Vorurteilen behaftet verurteilen.

    GERATI Redaktion: Wie haben Sie den Verlauf der Anhörung als Zuschauer wahrgenommen? Hatten Sie zu diesem Zeitpunkt Hoffnung, dass die Angelegenheit zugunsten Ihrer Position ausgeht?

    Dr. Alexandra Dörnath: Selbstverständlich wurde der Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN abgelehnt. Das war nicht anders zu erwarten. Zum Glück geht die Mehrheit der Mitglieder des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft den Tierrechtler-Phrasen nämlich nicht auf den Leim. Dass wohl der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dieser Antrag nicht als so wichtig erschien, zeigte sich auch darin, dass Frau Renate Künast die einzig anwesende Vertreterin dieser Fraktion war. Wir konnten sie von den Zuschauerrängen beobachten, wie sie sich während beinahe der gesamten Veranstaltung mit ihrem Smartphone beschäftigte.

    Die Anhörung allerdings war unfair. Der Moderator achtete nicht auf gleichmäßige Zeitfenster für jeden der geladenen Experten. Die Befürworter des Antrages durften mehr Zeit nutzen für ihre jeweiligen Stellungnahmen als die beiden anwesenden Tierlehrer und der Verhaltensforscher. Erstaunt und enttäuscht war ich über die Auswahl der Experten. Es waren Ideologen vor Ort, die die Arbeit des Tierlehrers nicht kennen und würdigen, sondern diese mit Vorurteilen behaftet verurteilen. Auch eine Landestierschutzbeauftragte durfte leider unqualifiziertes Zeug verbreiten. Sie hielt sich nicht an vorgeschriebene Redezeiten und las ihre Stellungnahmen unprofessionell und unsicher ab.

    GERATI Redaktion: Tierrechtler behaupten häufig aufgrund kurzer Videosequenzen, die gezeigten Tiere hätten eine Verhaltensstörung. Verhaltensbiologe Dr. Immanuel Birmelin sagt dazu, dass man sich schon die Mühe machen müsse, über einen langen Zeitraum das Tier zu beobachten, um feststellen zu können, ob dieses verhaltensgestört sei. Stimmen Sie dem zu?

    Dr. Alexandra Dörnath: Ja. Es muss alles immer im Kontext beobachtet und eingeschätzt werden. Wenn ein Elefant z. B. den Kopf hin und her wiegt, dann hat er nicht immer die Verhaltensstörung des „Webens“. Oft kommt gerade der Pfleger oder der Tierlehrer mit Futter um die Ecke. Eine vergleichbare Aufregung zeigt meine Hündin, wenn es Futter gibt: Sie beginnt auf der Stelle zu traben.

    Aber wer zehn Eier für 1 € kauft, wer sechs Koteletts für 2 € erwirbt, der handelt verantwortungslos und macht sich mit schuldig an diesem grausamen System unaufhörlicher und grenzenloser Tierquälerei.

    GERATI Redaktion: Die Bedingungen der Hühnermaststallhaltung in Deutschland bringen Sie auf die Palme. Was müsste passieren, um Sie zufriedenzustellen?

    Dr. Alexandra Dörnath: Jegliche Massentierhaltung ist grausam und sofort abzuschaffen. Egal ob die von Huhn, Pute, Schwein oder Rind. Tiere müssen tiergerecht leben. Ein Huhn, das etwa die Fläche eines DIN-A3-Blattes zum Leben hat, nie die Sonne sieht, nie den Regen im Gefieder und auf der Haut spürt, nie frische Luft atmet und nie im Sand baden und scharren kann, kann sein Verhalten nicht ausleben. Eine Sau, die sich nicht drehen kann – das ist Tierquälerei! Verbraucher müssen endlich Verantwortung übernehmen und bereit sein, mehr Geld für tierische Produkte auszugeben. Aber: wer zehn Eier für 1 € kauft, wer sechs Koteletts für 2 € erwirbt, der handelt verantwortungslos und macht sich mit schuldig an diesem grausamen System unaufhörlicher und grenzenloser Tierquälerei.

    Um mich zufriedenzustellen, muss also die gesamte Massentierhaltung abgeschafft werden. Und zwar sofort.

    Auch der Zuchtbrand, sowohl als Heiß- oder als Kaltbrand, ist für das Pferd in Deutschland erlaubt. Ich kann einfach nicht glauben, dass unser Tierschutzgesetz Verbrennungen dritten Grades erlaubt!

    GERATI Redaktion: Wie steht aus Ihrer Sicht eigentlich das Deutsche Tierschutzgesetz im internationalen Vergleich da?

    Dr. Alexandra Dörnath: Im internationalen Vergleich haben wir sicherlich eines der besten Tierschutzgesetze weltweit. Der Grundsatz dieses Gesetzes lautet „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“ (§ 1 Satz 2). Tierschutz ist verfassungsrechtlich Staatsziel nach Art. 20a unseres Grundgesetzes.

    Jeder Tierhalter, egal ob gewerblich oder privat, muss sich an dieses Gesetz halten. Aber nicht nur jeder Hundehalter, jeder Tierlehrer, jeder Zirkusdirektor, jeder Zoodirektor, jeder Bauer, Jäger, Angler oder Imker muss sich an dieses Gesetz halten, sondern jeder Mensch in der Bundesrepublik Deutschland muss alle Tiere nach den Worten dieses Gesetzes behandeln. Ob gegen dieses Gesetz verstoßen wird, liegt also in der Hand jedes einzelnen Menschen. Leider gibt es aber Tierquäler.

    Skandalös allerdings finde ich, dass dieses Tierschutzgesetz die von mir kritisierte tierquälerische Massentierhaltung ermöglicht. Außerdem dürfen in Deutschland männliche Küken bei lebendigem Leibe geschreddert werden. Jeden Tag. Ein weiterer Skandal ist die bis jetzt noch mögliche Kastration von Ferkeln ohne Betäubung. Die zukünftig angedachte Betäubung mittels Gasnarkose ist für mich aus Tierarztsicht nicht nachvollziehbar, denn eine Gasnarkose wirkt nicht schmerzlindernd. Auch der Zuchtbrand, sowohl als Heiß- oder als Kaltbrand, ist für das Pferd in Deutschland erlaubt. Ich kann einfach nicht glauben, dass unser Tierschutzgesetz Verbrennungen dritten Grades erlaubt!

    Sie sehen also, auch unser im internationalen Vergleich eigentlich gutes Tierschutzgesetz erlaubt täglich dennoch millionenfache Tierquälerei. Dies muss umgehend geändert werden!

    GERATI Redaktion: Die deutsche Handballnationalmannschaft setzt sich in einer Peta-Kampagne für Robben ein. Sie unterstützt damit eine Organisation, die permanent Zoos, Zirkusse, Angler, Jäger, Reiter und auch Imker mit ihren der Natur entfremdeten Ansichten schikaniert. Sie, Frau Dr. Dörnath, sind ja Unterstützerin zahlreicher Artenschutzprojekte und haben z. B. Ohrenrobben auf Galápagos studiert. Können Sie den Herrschaften mal einem Tipp geben, in welche Projekte sie besser und investieren, um Robben zu helfen?

    Dr. Alexandra Dörnath: Als alte Handball-Leistungssportlerin frage ich mich zunächst: haben diese Handballer einen Ball zu viel an ihren Kopf bekommen?

    Wenn sie Geld übrighaben, dann gibt es deutlich sinnvollere Empfänger als der Rachen von Peta. Konkret kann für den Artenschutz von Ohrenrobben auf Galápagos direkt an die Charles-Darwin-Station gespendet werden. Für Hundsrobben in der Nordsee gibt es diverse Seehundstationen (z. B. Pieterburen, Norddeich, Friedrichskoog), die sich über Unterstützung freuen.

    Stellen Sie sich vor, Peta Deutschland wird die Gemeinnützigkeit aberkannt. Das bedeutet hohe Steuernachzahlungen und die folgende finanzielle Pleite. Ein Traum für jeden wahren Tierschützer, denn dann würden mit Sicherheit mehr Gelder in den Tierschutz fließen!

    GERATI Redaktion: Was halten Sie davon, Peta die Gemeinnützigkeit abzuerkennen?

    Dr. Alexandra Dörnath: Rein steuerrechtlich gesehen ist für mich völlig unverständlich, weshalb Peta überhaupt Spendenbelege ausstellen darf. Dr. Gero Clemens Hocker von der FDP hat glücklicherweise bereits einen Antrag im Finanzausschuss des Bundestages gestellt, damit Peta die Gemeinnützigkeit aberkannt wird.

    § 52 der Abgabenordnung regelt, was gemeinnützige Zwecke sind: „Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.“ Unter (2) 14. ist „die Förderung des Tierschutzes“ aufgeführt. Tierrechtsorganisationen sind nicht förderungswürdig, denn deren Ziele sind nicht in der Abgabenordnung aufgeführt. Die Forderung von Tierrechten ist daher nicht als Förderung der Allgemeinheit anerkannt. Stellen Sie sich vor, Peta Deutschland wird die Gemeinnützigkeit aberkannt. Das bedeutet hohe Steuernachzahlungen und die folgende finanzielle Pleite. Ein Traum für jeden wahren Tierschützer, denn dann würden mit Sicherheit mehr Gelder in den Tierschutz fließen!

    Tierschutz ist eines der höchsten Güter und deshalb als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Die Förderung des Tierschutzes ist selbstverständlich gemeinnützig. Tierrechtler, die auf diesen Zug aufspringen und Geld erbetteln wollen, sind für den tierlieben Bürger aber nicht leicht zu enttarnen. Hier muss der Staat eingreifen, indem er die Einnahmen von Tierrechtlern besteuert.

    GERATI Redaktion: Was halten Sie als promovierte Tierärztin, die sogar einen Master in Wild Animal Health (Wildtiergesundheit) am Londoner Zoo erworben hat, davon, dass Tierrechtler fordern, Zirkusdirektor Klaus Köhler müsse in Zeiten der Corona-Pandemie einen Mundnasenschutz im Umgang mit dem Ausnahmeschimpansen Robby tragen?

    Ich habe „Fernweh“ nach einer „Höhle“, in der ich wie ein Eremit sitzen und Bücher über das Erlebte schreiben kann. Das wäre mein noch verbliebener Lebenstraum.

    Dr. Alexandra Dörnath: Robby gehört zur Familie von Klaus Köhler. Klaus Köhler trifft für seinen Schimpansen genau dieselben Sicherheitsvorkehrungen wie für sich selber, seine Frau, seine Kinder und Enkelkinder. Und das ist genau richtig so. Robby ist für Klaus Köhler wie ein eigenes Kind. Niemals würde er etwas tun, was ihm schaden könnte.

    GERATI Redaktion: Frau Dr. Dörnath, zum Abschluss noch eine Frage: bevor Sie in Bremen „sesshaft“ wurden, waren Sie weltweit unterwegs. Sie haben u. a. auf Galápagos, Hawaii, den Hebriden, in Belize, Kanada, Venezuela, Australien sowie im Amazonas-Regenwald gearbeitet. Packt sie nicht manchmal das Fernweh?

    Dr. Alexandra Dörnath: Nicht mehr, denn ich habe eigentlich alles erlebt: von der Schwüle des Regenwaldes bis hin zur Schneewüste bei minus 20 °C, von heißen Vulkaninseln bis hin zur Arbeit auf rauer See bei Windstärke 12.

    Ich habe „Fernweh“ nach einer „Höhle“, in der ich wie ein Eremit sitzen und Bücher über das Erlebte schreiben kann. Das wäre mein noch verbliebener Lebenstraum.

    Leider fallen immer noch zu viele Menschen auf euch herein.

    GERATI Redaktion: Möchten Sie noch Worte an Peta richten?

    Dr. Alexandra Dörnath: Diese Worte gehen nicht nur an Peta, sondern an alle vergleichbaren Tierrechtsorganisationen, wie z. B. „Vier Pfoten“, „Tierrechte Bayern“ oder „Pro Wildlife“, sowie an alle, die Teil oder Unterstützer dieser Tierrechtsindustrie sind:

    Liebe Tierrechtler, lasst doch einfach die Menschen in Ruhe, die mit ihren Schützlingen in Frieden und Freiheit leben wollen. Menschen brauchen nämlich Tiere, und Tiere brauchen Menschen. Es gibt Gründe, weshalb Tiere in menschlicher Obhut grundsätzlich älter werden als ihre Artgenossen im natürlichen Lebensraum: Diese Tiere sind nämlich behütet. Lasst doch einfach Euer erbetteltes Geld wirklich den Tieren zugutekommen, die in Not sind! Setzt es ein für Tierschutz, nicht für die Verbreitung einer sektenartigen Tierrechtsideologie! Wo seid Ihr z. B. jetzt, in Zeiten von Corona, wo dringend Futterspenden im Zoo und Zirkus benötigt werden?

    Ihr Tierrechtler seid in eurer Mehrheit leider Pseudoexperten. Ihr erbettelt Geld mit Unwahrheiten. Leider fallen immer noch zu viele Menschen auf euch herein.

    Ausgewählte TV-Beiträge über die praktische Arbeit der renommierten Expertin für Zoo-, Zirkus- und Wildtiere sowie exotische Heimtiere, Frau Dr. K. Alexandra Dörnath, MSc Wild Animal Health:

    ZDF Mittagsmagazin mimaMenschen: Tierärztin für Exoten https://www.facebook.com/morgenmagazin/videos/2155383681145105/

     

    SAT-1: Schildkröte kann dank Mini-Reifen wieder laufen

    https://youtu.be/W-X2daxR95k

     

    buten un binnen: Mini-Rollstuhl für Schildkröte

    https://www.facebook.com/butenunbinnen/videos/1259976117373711/

     

    Tierisches aus Klein Mexiko: Besuch im Krokodilzoo

    http://www.sat1regional.de/tierisches-aus-klein-mexiko-bremer-tieraerztin-besucht-reptilienhaus/

     

    Tierisches aus Klein Mexiko: Untersuchung Ausnahmeschimpanse

    https://www.sat1regional.de/tierisches-aus-klein-mexiko-zirkusaffe-robby-muss-zur-kontrolle/

     

    Tierisches aus Klein Mexiko: Ärztin versorgt Gepardendame und Äffchen

    https://www.sat1regional.de/tierisches-aus-klein-mexiko-aerztin-versorgt-gepardendame-und-aeffchen/

     

    Tierisches aus Klein Mexiko: Ärztin auf Hausbesuch bei einer Hühnerhalterin

    https://www.sat1regional.de/tierisches-aus-klein-mexiko-aerztin-auf-hausbesuch-bei-einer-huehnerhalterin/

     

    Tierisches aus Klein Mexiko: Bremer Tierärztin versorgt Papageien und Schlangen

    https://www.sat1regional.de/tierisches-aus-klein-mexiko-bremer-tieraerztin-versorgt-papageien-und-schlangen/

    Tierisches aus Klein Mexiko: Exoten-Ärztin untersucht Zirkustiere

    https://www.sat1regional.de/tierisches-aus-klein-mexiko-exoten-aerztin-untersucht-zirkustiere/

    Tierisches aus Klein Mexiko: Ärztin untersucht Reptilien und Menschenaffen

    https://www.sat1regional.de/tierisches-aus-klein-mexiko-aerztin-untersucht-reptilien-und-menschenaffen/

     

    SAT-1 Frühstücksfernsehen: Bananenspinne im Supermarkt:

    https://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/1-dauererektion-durch-giftspinne-clip

     

    SAT-1 Frühstücksfernsehen: Bauchweh bei den Bartagamen: https://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/bauchweh-bei-den-bartagamen-clip

  • Interview mit Philipp Kroiß (28), er ist Chefredakteur bei der Online-Zeitung Zoosmedia

    Seit Jahren kämpft er mit seinem Team für den guten Ruf von Zoos, wobei ihm Natur und Artenschutz besonders am Herzen liegen. Er ist der festen Überzeugung, dass Zoos zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen der Moderne gehören. Sie bieten Stadtbewohnern ein Fenster zur Natur und wecken den Sinn für die Schönheit und Komplexität allen Lebens. Philipp, ich freue mich das du dir Zeit genommen ein paar spannende Fragen zu beantworten.

    GERATI Redaktion: Philipp, du hast Geschichte und Musikwissenschaft studiert und hättest damit eine Beamtenlaufbahn als Lehrer starten können. Es kam aber anders. Was hat dich daran gereizt, als Chefredakteur bei zoos.media anzuheuern?

    Philipp Kroiß: Ja, Lehrer wäre definitiv eine mögliche Laufbahn gewesen, aber eben auch Journalist. Generell gab und gibt es ja viele Wege, Journalist zu werden. Einmal kann man Journalismus selbst studieren, aber eben auch sich über das Studium bestimmter Fächer qualifizieren. Ich habe mich für letzteres entschieden, weil es letztendlich mehr Berufsperspektiven eröffnet.

    Zudem qualifizieren Fachstudien sehr differenziert. Die Geschichtswissenschaft beschäftigt sich eben mit der Historie sowie mit Politik, die Musikwissenschaft beschäftigt sich mit Kultur – von der Bühne bis hin zum Film, von der Sinfonik bis hin zur Musik indigener Völker.

    Das Thema Zoo ist dem gar nicht so fremd: Einerseits ist Zoo ein Teil von Kultur, andererseits ist der Geschichtsaspekt bei modernen Zoos sehr wichtig. An der Geschichte kann man sehr gut zeigen wie Zoos und Aquarien zu den wichtigen Zentren geworden sind, die sie heute sind. Dazu ist die Geschichtswissenschaft massiv auf Quellen fixiert: Man lernt wie man so etwas auswertet, wie man damit umgeht, was letztendlich das Wesen von seriösem Journalismus ist.

    Wie es für Journalisten ganz üblich ist, fing ich schon während meinem Studium entsprechend meinen Fächern anzuschreiben und so stieß ich irgendwann auch auf das Themengebiet Zoos und merkte wie stark und positiv die Artikel zu dem Thema rezipiert wurden und wie gut ich meine im Studium erlernten Kompetenzen einbringen konnte. So wurde dann auch der Chefredakteur von zoos.media, damals noch der Gründer Michael Miersch, auf mich aufmerksam. Meine Artikel wurden erst verlinkt und schließlich bekam ich die Möglichkeit dort mitzuarbeiten. Als Michael Miersch dann in den Beirat wechselte, wurde die Stelle des Chefredakteurs vakant und ich wurde ausgewählt sie zu besetzen.

    Die Aufgabe ist für einen jungen Journalisten enorm reizvoll: einmal hat man die Chance ein Projekt mit aufzubauen. Dank des sehr guten Grundstocks an Artikeln, den Michael Miersch zu dem Zeitpunkt schon auf zoos.media veröffentlicht und verlinkt hatte und nachdem wir gemeinsam die Facebook-Präsenz aufgebaut hatten, konnte ich dann zoos.media auf YouTube, Instagram und Twitter bringen, sowie die Webseite umfassend internationalisieren. In leitender Position sowas umsetzen zu können, ist wie ein Sechser im Lotto.

    Das wissenschaftliche Arbeiten ist die beste Schule für den Journalismus. Wir haben jeden Tag mit Quellen zu tun und müssen sie auswerten können – das lernt man in wissenschaftlichen Studien, besonders im Bereich der Geisteswissenschaften, sehr gut, weil das dort erlernte wissenschaftliche Arbeiten im Job des Journalisten das tägliche Brot ist.

    GERATI Redaktion: Hast du eine Art journalistische Grundausbildung absolviert oder bist du durch „Learning by doing“ in deinen Job reingewachsen?

    Philipp Kroiß: So etwas wie eine umfassend anerkannte journalistische Grundausbildung gibt es eigentlich nicht, weil kein Studium einen wirklich darauf vorbereiten kann. Es gibt kein Journalisten-Diplom oder ein Bachelor / Master of Journalism mit echter Bedeutung auf dem Markt – zumindest nicht in Deutschland (in den USA zum Beispiel sehr wohl). Es gibt sogar Kollegen, die weder eine relevante Ausbildung, noch irgendein Studium haben. Das ist auch völlig okay so, weil Freie Presse auch bedeutet, dass es keine Zugangsbeschränkungen zur Ausübung gibt.

    Somit wächst jeder da rein und gerade bei Online-Journalismus ist es so. Zu der Zeit von Print-Medien sah das vielleicht noch anders aus, das kann ich nicht beurteilen, denn heute rät einem niemand mehr im Print-Bereich anzufangen. Bis meine Generation in Rente geht, hat Print wahrscheinlich keine Marktrelevanz mehr. Dazu tun sich viele Zeitungen aktuell schwer, sich zu digitalisieren. Die ganze Branche lernt gerade dazu und es ist für jeden irgendwie learning by doing. Es war sicher dabei von großem Vorteil, enorm viel von Michael Miersch gelernt zu haben und ihn heute auch im Beirat zu wissen.

    Allerdings hat mich natürlich, wie oben schon dargestellt, mein Studium enorm auf das Handwerk vorbereitet. Das wissenschaftliche Arbeiten ist die beste Schule für den Journalismus. Wir haben jeden Tag mit Quellen zu tun und müssen sie auswerten können – das lernt man in wissenschaftlichen Studien, besonders im Bereich der Geisteswissenschaften, sehr gut, weil das dort erlernte wissenschaftliche Arbeiten im Job des Journalisten das tägliche Brot ist. Somit ist das so eine Art „Grundausbildung“, wenn man so will.

    Am Ende ist nur klar was stehen muss: Pro Tag haben wir normalerweise zwei oder mehr Facebook-Posts, zwei oder mehr Twitter-Posts und einen Instagram-Post.

    Webseite: zoos.media

    facebook/zoosmedia

    youtube/zoosmedia

    twitter/zoosmedia

    instagram/zoos.media

    GERATI Redaktion: Wie darf man sich den Alltag deiner Arbeit bei zoos.media vorstellen? Beschreibe mal einen normalen Arbeitstag.

    Philipp Kroiß: Sehr gerne: der klassische Tag bei zoos.media ist im Homeoffice. Dabei gibt es dann gewisse Aufgabengebiete, die man bewältigen muss. Das ist das Content-Producing, die Recherche und die Interaktion. Das Erste betrifft zum Beispiel das Schreiben von Artikeln oder das Schneiden von Videos und das Zweite bereitet genau so etwas vor. In den Interaktionen geht es dann um Kommunikation mit den Zoos und Verbänden, aber auch mit unseren Followern – etwa Mails und Kommentare beantworten.

    Die Verteilung ist jeden Tag unterschiedlich und ich kann es alles immer so flexibel organisieren, dass ich auch bedarfsgerecht reagieren kann. Daher ist jeder Tag unterschiedlich. Am Ende ist nur klar was stehen muss: Pro Tag haben wir normalerweise zwei oder mehr Facebook-Posts, zwei oder mehr Twitter-Posts und einen Instagram-Post. Auf der Webseite sind es pro Tag 1–3 neue Beiträge und pro Woche veröffentlichen wir auf YouTube zwei neue Videos.

    Dann gibt es noch die Drehtage. Da gehen wir in die Zoos selbst und schauen quasi hinter die Kulissen, um neue Videos und Fotos machen zu können. Das geht natürlich nicht im Homeoffice, sondern da sind wir meist zu zweit vor Ort, um verschiedene Videos realisieren zu können. Hier freuen wir uns immer über die gute Zusammenarbeit mit den Zoos, die uns transparent und engagiert Türen öffnen.

    GERATI Redaktion: Die zoos.media Beiträge werden in drei Sprachen veröffentlicht (Deutsch, Englisch und Spanisch), das garantiert eine große Reichweite. Wer kümmert sich bei euch um die Übersetzung ins Englisch und Spanische?

    Philipp Kroiß: Wie eben schon angedeutet, ist zoos.media keine One-Man-Show – das sieht auch jeder sofort. Das liegt aber nicht nur an unseren Beirat, zu dem wir vielleicht noch später kommen, sondern auch an der Redaktion. Dort sind wir ein Team aus drei Personen. Eine Mitarbeiterin spricht diese drei Sprachen flüssig und gut und hilft besonders mit den Übersetzungen auf der Webseite.

    Manche Artikel habe ich aber auch selbst übersetzt und manche schreibe ich direkt auf Englisch, weil die Sprache etwa Priorität hat, wenn es etwa um ein Thema geht, das eher englischsprachige Leser betrifft. Das habe ich zum Beispiel in Bezug auf „Tiger King“ mal gemacht, aber auch als es um Koalas in Australien ging, wobei die Artikel auch in Kooperation mit einem englischsprachigen Experten entstanden. Ich bin aber sehr froh, dass ich diese Unterstützung bekomme und wir uns auch in diesem Bereich vergrößern.

    Mit meinen weniger als 30 Jahren kann man natürlich gar nicht so viel Erfahrung und Wissen anhäufen wie jemand, der länger wissenschaftlich arbeitet als ich auf der Welt bin.

    GERATI Redaktion: Auf deiner Homepage sind in der Rubrik „Beirat“ anerkannte Zootierärzte, Verhaltensforscher, Verhaltensbiologen, Buchautoren, usw. aufgeführt. Inwiefern unterstützen diese Experten deine Arbeit?

    Philipp Kroiß: Wir sind in ständigem Austausch über die Weiterentwicklung und Ausrichtung von zoos.media. Gerade im Bereich der fachlichen Beratung bin ich natürlich sehr froh und dankbar auch immer auf diese immense Expertise zurückgreifen zu können. Gerade Erfahrung spielt natürlich auch bei solchen neuen Projekten eine Rolle – gerade auch im Bereich spezieller Fragen und Vorgänge.

    Mit meinen weniger als 30 Jahren kann man natürlich gar nicht so viel Erfahrung und Wissen anhäufen wie jemand, der länger wissenschaftlich arbeitet als ich auf der Welt bin. Gerade auch im Bereich Zoos ist es natürlich ein besonderer Erfahrungsschatz, wenn Leute wirklich dabei waren, wie sich Zoos weiterentwickelt haben.

    GERATI Redaktion: Für den zoos.media YouTube Channel begibst du dich für Drehtermine schon mal auf Reisen. Was war für dich das beeindruckendste Erlebnis beim Filmen?

    Philipp Kroiß: Ich glaube, es gibt nicht das beeindruckendste Erlebnis schlechthin, das man in einem Moment wirklich festmachen kann. Im Zoo ist ja gerade die Entwicklung das Beeindruckende. Wenn man zum Beispiel sieht wie sich dieses viel zitierte Band aus Liebe und Respekt zwischen etwa einem Delfin, ob jetzt Orca, großer Tümmler oder auch einem anderen Wal, wie einem Beluga, entwickelt und zeigt, ist das beeindruckend.

    Generell sind es diese Momente – wenn man zum Beispiel wie gerade beobachten kann wie sich Delfinbaby Robin im Loro Parque von einem kleinen faltigen, grauen, unkoordinierten Etwas zu so einem prächtigen Delfin entwickelt, ist das etwas sehr Besonderes. Delfine kommen ja ziemlich hilflos auf die Welt und man kann ihnen stündlich beim Lernen zuschauen – zuerst von ihrer Mutter, dann kommen die Trainer dazu. Wenn man dann sieht, wie er schon springt wie ein Profi und ein paar Monate vorher war er noch nicht mal geboren – das ist auch sehr beeindruckend.

    Neben den Tieren beeindrucken aber natürlich auch die Menschen. Wie etwa Trainer bei den Delfinen, aber auch die zahlreichen Tierpfleger. Wir haben ja etwa den kleinen Hujan im Krefelder Zoo begleitet, was bei den Leuten super angekommen ist, weshalb ich auch dieses Beispiel mal herausnehme, weil es vermutlich die meisten kennen – ich könnte unzählige weitere nennen, weil so viel großartige Arbeit geleistet wird. Wenn man aber eben live sieht, was so ein ganzes Team im Zoo auf sich nimmt, damit dieser kleine Hoffnungsträger einer ganzen Art einen guten Start ins Leben bekommt, das ist definitiv auch beeindruckend.

    Für mich persönlich ist der Loro Parque durch sein immenses Artenschutz-Engagement und natürlich seinen herrlichen Tierbestand sehr besonders. Das findet man eben auf der Welt tatsächlich nirgendwo anders.

    GERATI Redaktion: Zoos.media pflegt eine besonders enge Kooperation mit dem Loro Parque auf Teneriffa, welcher als „Der beste Zoo der Welt“ gilt. Was macht den Loro Parque für dich so besonders?

    Philipp Kroiß: Der Begriff „eng“ ist immer etwas anderes bei jedem Menschen, daher kann ich das gar nicht so klar bejahen. Der Loro Parque hat zoos.media von Beginn an insofern unterstützt, dass er Beiträge von uns geteilt hat, auf unsere Seite verlinkt und uns so einer breiten Öffentlichkeit ans Herz gelegt hat. Weil er zu diesem Zeitpunkt der einzige Zoo war, der das getan hat, hat er deshalb eine besondere Würdigung in unserem Impressum bekommen.

    Leider merken wir aber auch, dass diese Formulierung zu Missverständnissen führt und dass diese Unterstützung etwa mit einem Sponsoring oder ähnlichem verwechselt wird. Zudem sehen wir, dass inzwischen auch viele andere Zoos unsere Inhalte verlinken und teilen, weshalb diese Sonderstellung in der Form nicht mehr so gegeben ist. Daher arbeiten wir gerade an einer Umstellung dieser Formulierung und diskutieren verschiedene Optionen.

    Davon unabhängig ist natürlich, dass der Loro Parque eben als der beste Zoo der Welt gilt. Dazu haben ihn ja nicht nur die Reisenden durch eine Wahl bei der App Trip Advisor gemacht. Für mich persönlich ist der Loro Parque durch sein immenses Artenschutz-Engagement und natürlich seinen herrlichen Tierbestand sehr besonders. Das findet man eben auf der Welt tatsächlich nirgendwo anders. Rund zehn ganze Arten gerettet zu haben, ist ein sehr besonderes Verdienst und das ist ja auch erste die Spitze des Eisbergs.

    Allerdings hat jeder Zoo natürlich seine Besonderheiten und ich freue mich immer, in einen modernen, akkreditierten und/oder zertifizierten Zoo zu gehen. Man findet immer was Besonderes und es ist dann natürlich nochmal schöner, darüber dann auch zu berichten.

    Die süßen Schwarzfußiltisse, die wilden Przewalskipferde und die majestätischen Kalifornischen Condore sind nur drei Arten, die schon für alle Zeit verloren wären, wenn Zoos sie nicht gerettet hätten.

    Wenn es jetzt nicht schon Zoos und Aquarien geben würde, müsste man sie schleunigst erfinden, denn ohne sie wird man das Aussterben vieler Arten nicht verhindern können.

    GERATI Redaktion: Anti-Zoo-Initiativen versuchen die Arbeit von Zoos auf alle erdenklichen Arten in ein schlechtes Licht zu rücken. Allem voran die radikale Tierrechtsorganisation Peta. Kannst du als Mann vom Fach den Herrschaften von Peta mal erklären, warum Artenschutzprojekte, die Zoos betreiben, wichtig und richtig sind?

    Philipp Kroiß: Nun, ich denke nicht, dass Peta sich das von mir erklären lassen würde. Man erlebt ja leider immer wieder Hetze gerade von dieser Seite. So habe ich etwa einen großen Artikel über den Delfin Annessa gebracht, da Peta das Tier zum Thema machte und schlicht eine Lügengeschichte über das Tier erzählte, die gegen Delfinarien gerichtet war. Für meinen Blog auf Huffington Post habe ich dann mit den Experten vor Ort gesprochen, die Annessa wirklich kannten und die wahre Geschichte dargestellt, weshalb es dann Anfeindungen gab, statt ein Eingeständnis der Wahrheit.

    Daher zweifle ich etwas daran, dass Peta-Funktionäre mir zuhören würden, weil sie ja auch schon jahrzehntelang erfolgreich das Ignorieren, was die Wissenschaft zum Thema Tierwohl und ähnlichen Themen sagt. Aus dem Grund habe ich es etwas aufgegeben, Peta überzeugen zu wollen, aber es gibt leider viele Tierfreunde, die eben sehr wohl ein offenes Ohr haben und vielleicht auf Peta hereingefallen sind.

    Diese eigentlich wohlmeinenden Menschen sind sich gar nicht darüber im Klaren, dass sie den Tieren, denen sie eigentlich helfen wollen, durch die Unterstützung von Tierrechtsorganisation nicht nur nicht nützen, sondern sie Tierwelt und Natur sogar enorm schaden. Die mit den Spenden gutgläubiger Tierfreunde finanzierten Kampagnen radikaler Tierrechtsaktivisten richten sich oftmals ausgerechnet gegen die modernen Zoos und Aquarien, die sich nicht nur mit großer Liebe und Respekt um die Tiere in ihrer Obhut kümmern, sondern die sich mit ihrer ganzen Expertise und großem Engagement für den Natur- und Artenschutz in situ einsetzen. Daher richte ich mein Wort sehr gerne auch an Natur- und Tierfreunde.

    Die Wichtigkeit solcher Projekte sieht man blitzschnell am Ergebnis: die süßen Schwarzfußiltisse, die wilden Przewalskipferde und die majestätischen Kalifornischen Condore sind nur drei Arten, die schon für alle Zeit verloren wären, wenn Zoos sie nicht gerettet hätten. Im Bereich der Fische haben wir zum Beispiel im Aqazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf Arten vorgestellt, die auch ausgestorben wären, wenn es nicht engagierte Tierhalter und Zoos gegeben hätte, die sie gerettet hätten.

    Das sind Ergebnisse, die wir aber nicht nur in der Zukunft auch benötigen, sondern noch viel mehr brauchen werden. Arten rettet man aber nicht mal eben so, sondern das dauert Jahre bis Jahrzehnte und immer mehr Arten sind bedroht. Wenn es jetzt nicht schon Zoos und Aquarien geben würde, müsste man sie schleunigst erfinden, denn ohne sie wird man das Aussterben vieler Arten nicht verhindern können. Das ist auch keine Frage von Überzeugung oder Ideologie, sondern das zeigen uns die Fakten und Daten sehr deutlich.

    In der Tierrechtsindustrie geht es um viel Geld und die Wahrheit hat schon immer unseriöse Praktiken gefährdet. Daher wird man als Journalist eben auch mal attackiert, wenn man die Wahrheit kommuniziert.

    GERATI Redaktion: Deine Aufklärungsarbeit wird auch vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) torpediert. Der gemeinnützige Verein hat mal ziemlich scharf gegen deine Person geschossen. Kennst du das Gefühl von Frust und die Angst gegen Hetze und Verleugnung am Ende doch nichts bewegen zu können?

    Philipp Kroiß: Mich frustrieren solche Verleumdungen von Tierrechtlern nicht. Als Journalist gehört das zum täglichen Brot – leider! Das trifft heute sehr viele Kollegen und dem stellt der Rechtsstaat auch kaum etwas entgegen, was sicher ein Problem ist. Das Projekt zoos.media entzaubert eben Lügen der Tierrechtsindustrie und wir haben bezüglich des WDSF vieles nachweisen können, was nicht gestimmt hat.

    Dass so eine Organisation dann so eine Seite aufsetzt, ist vielleicht sogar nachvollziehbar, wenn auch schlicht unseriös. Ich wähne mich dabei aber in sehr guter Gesellschaft, weil ja aus Tierrechtskreisen enorm viel gehetzt wird – auch gegen wahre Ikonen der Wissenschaft. Allerdings finde ich das nicht frustrierend, denn wenn man als Journalist natürlich Dinge enthüllt und diesen Weg beschreitet, wird es immer Hater geben – das erleben ja viele Leute heutzutage.

    Daher bin ich ganz entspannt. Jeder erkennt die Hetz-Absicht solcher Seiten ja sofort und auch die haltlosen Anschuldigungen. Die lassen sich ja alle auch spielend leicht widerlegen und jeder erkennt schnell die Beweggründe. Reichweite aber bringt das heute mit sich, dass es eben auch Hater gibt. Das war auch Teil der „Grundausbildung“, die wir erwähnten, dass so etwas passieren könnte. In der Tierrechtsindustrie geht es um viel Geld und die Wahrheit hat schon immer unseriöse Praktiken gefährdet. Daher wird man als Journalist eben auch mal attackiert, wenn man die Wahrheit kommuniziert.

    Auch wir kritisieren, allerdings konstruktiv und fundiert und nicht destruktiv und abstrus.

    GERATI Redaktion: Manche Kritik an Zoos ist durchaus berechtigt, gibst du unumwunden zu. Wo besteht deiner Meinung nach der größte Verbesserungsbedarf?

    Philipp Kroiß: Ganz genau, denn zoos.media behauptet ja nicht, dass alles perfekt wäre. Auch wir kritisieren, allerdings konstruktiv und fundiert und nicht destruktiv und abstrus. Es gibt diese Sub-Standard-Zoos überall auf der Welt – auch, weil man sich meist jeder einfach „Zoo“ nennen kann.

    Vielleicht ist das aber auch der größte Verbesserungsbedarf an sich: dafür zu sorgen, dass Leute, die in eine Einrichtung gehen, die Zoo heißen, eben auch gewisse Standards erwarten können. In Europa ist das ja so ein wenig durch die Zoorichtlinie möglich und man versucht es ja auch durch die Akkreditierung der Zooverbände und etwa die dritt-parteiliche Zertifizierung umzusetzen. Allerdings setzt sich das noch nicht wirklich in der Bevölkerung durch.

    Es gibt leider selbst hierzulande noch einige wenige „schwarze Schafe“. Wobei es bezeichnend ist, dass die Tierrechtsindustrie nicht gegen diese, eher wenig bedeutenden Einrichtungen, die es mit dem Tierwohl leider nicht immer allzu genau nehmen, protestiert, sondern bevorzugt – und grundlos – gegen die wirklich gut geführten renommierten modernen Zoos. Denn davon erhoffen sie sich mehr Spendeneinnahmen fehlinformierter Tierfreunde.

    Eine quasi ausgerottete Art wie die Addax-Antilope allerdings wieder „fit“ zu machen, um es mal darwinistisch auszudrücken, braucht sehr viel Arbeit über Jahrzehnte und ist hochkomplex. Daher sind sogar die oft genannten 50 Arten schon in der verhältnismäßig kurzen Zeit eine riesige Leistung, aber es sind in Wahrheit noch viel mehr.

    GERATI Redaktion: Wenn, ich richtig Informiert bin, wurden durch spezielle Erhaltungs-Zuchtprogramme in Zoos auch schon Tierarten vor der endgültigen Ausrottung bewahrt. Gebe uns mal einen Einblick was hier schon alles erreicht wurde.

    Philipp Kroiß: Man geht klassisch von rund 50 Arten aus, die von Zoos gerettet wurden. Das Konzept des modernen Zoos gibt es ungefähr seit Hediger – also Mitte des letzten Jahrhunderts. Drei dieser Arten habe ich ja auch schon genannt, aber einige weitere sind auch noch gar nicht in dieser klassischen Zählung enthalten. Dazu kommen natürlich auch noch Arten, die indirekt gerettet worden sind.

    Man kann eine Art übrigens nicht isoliert schützen, weil sie auch nicht isoliert lebt. Das heißt, wenn man etwa die Addax, gerne auch „weiße Antilope“, besonders im angloamerikanischen Sprachraum, genannt, schützt, was der Erlebnis-Zoo Hannover mit ganz herausragendem Erfolg zum Beispiel tut, schützt man nicht nur diese eine Art. Die Pflanzenfresser brauchen Nahrung, also schützt man die Pflanzenarten, die ja nicht exklusiv für die Antilopen wachsen, sondern von denen auch andere Arten profitieren. Umgekehrt hilft auch die Addax-Antilope der Pflanzenvielfalt, weil sie zu Weiterverbreitung von Pflanzensamen wesentlich beiträgt. Man bewahrt durch den Schutz der Addax natürlich auch die Beutegreifer, die wiederum von der Addax-Antilope leben. Diese sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht des gesamten Ökosystems, wovon auch noch zig andere Arten profitieren. Solche Programme selbst funktionieren nach dem sogenannten „One Plan Approach“ – man schützt also sowohl im Lebensraum (in situ), als auch außerhalb des Lebensraumes dieser Art (ex situ). Eine quasi ausgerottete Art wie die Addax-Antilope allerdings wieder „fit“ zu machen, um es mal darwinistisch auszudrücken, braucht sehr viel Arbeit über Jahrzehnte und ist hochkomplex. Daher sind sogar die oft genannten 50 Arten schon in der verhältnismäßig kurzen Zeit eine riesige Leistung, aber es sind in Wahrheit noch viel mehr.

    GERATI Redaktion: Um heutzutage Veränderungen herbeiführen zu können, ist es nicht von Nachteil Politiker für seine Ziele zu begeistern. Habt ihr von zoos.media diesbezüglich schon Erfolge feiern können?

    Philipp Kroiß: Es ist nicht die klassische Ausrichtung eines Medienprojektes, Politiker zu begeistern – das wäre dann eher die Aufgabe einer Lobbyorganisation, die wir aber nicht sind. Allerdings kommt man als journalistisches Medium natürlich ganz automatisch einfach auf das „Radar“ der Politik, weil wir natürlich auch über Politik berichten.

    Viele Themen, die mit Zoos zu tun haben, sind einfach auch politisch. So waren wir zum Beispiel auf einem parlamentarischen Abend, über den wir auch berichtet haben, aber sind da natürlich nicht zu Gast als Werber für die Zoos, sondern als diskrete Beobachter und reichweitenstarke journalistische Plattform, die aber eben auch ausgewogen berichtet. Gerade wir haben ja auch schon offen zoologische Einrichtungen und Zoofunktionäre fundiert und sachlich kritisiert.

    Ein Dialog mit Leuten, die aber jede Form der Tierhaltung ohnehin beenden wollen, ist Zeitverschwendung und da frisst ein Dialog nur Ressourcen. Daher ist ganz klar: Dialoge immer gerne, aber eben konstruktive und die haben wir auf zoos.media schon nicht selten geführt.

    GERATI Redaktion: Im Moment ist es ja eher so, dass Zoogegner und Zoobefürworter übereinander reden, statt miteinander zu diskutieren. Glaubst du, dass Dialog in Zukunft möglich sein wird?

    Philipp Kroiß: Dialog ist ja immer möglich, die Frage ist aber eben wie er geführt wird. Ein solcher Dialog lebt ja aber auch von differenzierten Positionen. Warum soll man etwa mit Tierrechtlern großartig in den Dialog treten, die quasi-religiös eine Ideologie vertreten, die es ihnen verbietet für Tierhaltung zu sein? Das Ziel der Tierrechtsindustrie ist ja das Abwickeln der Tierhaltung, aber nur dank Tierhaltung können wir Arten retten. Hier macht Dialog, wirklich keinen Sinn.

    Wir erleben ja sogar wie Arten gerettet werden, die gar nicht gehalten werden, weil aber andere, nahe verwandte Arten erfolgreich gepflegt und gerettet werden. Berggorillas sind so ein Beispiel: Weil westliche Flachlandgorillas in Zoos weit verbreitet sind, konnten grandiose Projekte realisiert werden – ohne den Columbus Zoo hätte man die Gorilla-Unterart des Berggorillas wohl nicht retten können, denn die haben geniale Arbeit geleistet. Dazu gibt es die Gorilla Doctors, die verschiedenen Unterarten in der Natur medizinisch helfen, auch nur, weil es veterinärmedizinische Erfahrung aus den Zoos gibt, wo sie sich ausbilden lassen.

    Eine andere Art ist der Gelbohrsittich – eine Art, die der Loro Parque gerettet hat. Zu der gibt es zwar keine Ex-Situ-Population, allerdings wäre ohne die Pflege anderer Papageien in Menschenobhut, die ja das Rückgrat des Loro Parque bilden, nie die vielen Conservation Dollars zusammengekommen, um alles Notwendige zu unternehmen, dass diese Art eine Zukunft hat. Deswegen halten Zoos auch nicht unbedingt immer alle Arten eines Ökosystems, was ja auch gar nicht möglich wäre. Aber die „Stellvertreter“-Arten, die sie halten, versetzen Artenschützer in die Situation auch andere Arten zu retten, ohne dass sie in menschlicher Obhut gepflegt werden. Deswegen wäre es ohne die Haltung von Wildtieren in modernen Zoos nicht möglich gewesen, die Situation der Berggorillas oder der Gelbohrsittiche zu verbessern.

    Sehr wohl aber gibt es aber auch berechtigte Kritik an Zoos und hier sollte man Dialoge führen – ganz klar. Besonders, wenn sich diese Kritiker dann von etwa der Tierrechtsindustrie vor den Karren spannen lassen. Das muss man sehr kritisch sehen und miteinander reden. Ein Dialog mit Leuten, die aber jede Form der Tierhaltung ohnehin beenden wollen, ist Zeitverschwendung und da frisst ein Dialog nur Ressourcen.

    Wir sehen es bei SeaWorld: die gingen auf die Tierrechtsindustrie fälschlicherweise zu und fällten falsche Entscheidungen. Die Kooperation und der Dialog mit der Tierrechtsindustrie hat das Unternehmen jetzt in einen Negativstrudel gezogen. Leidtragende davon sind die Tiere – zum Beispiel die Orcas stehen langfristig unter Kontrazeptiva, die nur für kurzzeitige Applikation vorgesehen sind – und die Menschen, die für diese Tiere arbeiten, werden entlassen. Nun in der Coronakrise wissen die, die nicht entlassen wurden, nicht einmal, inwiefern sie überhaupt eine Zukunft haben. Soweit ich weiß, sind rund 90 % der Bediensteten von SeaWorld aktuell, also zum Zeitpunkt, an dem ich das schreibe, im Zwangsurlaub.

    Allerdings sieht man es auch an anderen Beispielen: Thomas Cook hat auch einen ähnlichen ideologischen Ausverkauf an die Tierrechtsindustrie gestartet. Man wollte zum Beispiel keine Karten mehr für Zoos mit Walen verkaufen. Dieses Versprechen an die Tierrechtsindustrie konnte Thomas Cook allerdings gar nicht einlösen, weil sie bereits Pleite waren, bevor diese angekündigte, neue Policy in Kraft trat. Daher ist ganz klar: Dialoge immer gerne, aber eben konstruktive und die haben wir auf zoos.media schon nicht selten geführt.

    Wenn man da gerade in die USA schaut, wird es teilweise sehr, sehr gruselig, weil diese schlechten Tierhaltungen in den Tierrechtlern Verbündete gefunden haben und ihre miese Haltung so eifrig greenwashen können.

    GERATI Redaktion: Aktuell läuft bei Netflix die Doku-Serie „Tiger King“. Hier tritt auch die bekannte Tierrechtlerin Carole Baskin auf. Sie betreibt das Big Cat Rescue, eine Art Gnadenhof für Großkatzen. Wie beurteilst du die Arbeit von Carole Baskin?

    Philipp Kroiß: Nun, zum Big Cat Rescue muss man sich ja nur die Fakten anschauen, die wir auf zoos.media geteilt haben. Die schlechte Haltung dort ist ja schon häufig aufgefallen und dieser Umstand hat nun dank Netflix ein größeres Publikum bekommen. Ich denke, dass muss ich gar nicht persönlich bewerten, weil die Fakten eine so klare Sprache sprechen, dass es jedem Tierfreund den Magen umdreht.

    Gerade in Bezug auf die Sanctuary-Industrie recherchiere ich schon länger und, was „Tiger King“ zum Thema Big Cat Rescue beschreibt ist kein Einzelfall. Diese Sanctuarys sind keine Gnadenhöfe, es sind Endlager für Tiere. Zahlreiche Tiere, ob es nun die Großkatzen dort oder die Elefanten etwa im TES sind, warten in artwidrigen Umständen auf einen meistens bemerkenswert rasch eintretenden Tod, der nicht selten auch an schlechter Pflege liegt.

    Wenn man da gerade in die USA schaut, wird es teilweise sehr, sehr gruselig, weil diese schlechten Tierhaltungen in den Tierrechtlern Verbündete gefunden haben und ihre miese Haltung so eifrig greenwashen können. Man muss sich ja nur mal diesen einen Interview-Moment anschauen, in dem Baskin vor einem Löwen im Minikäfig steht. Die grausame Ironie ist ja, dass uns die Tierrechtsindustrie das als die bessere Version von Zoos verkaufen will.

    Dadurch, dass tierliebe Spendern durch zum Beispiel Tierrechtsorganisationen aufs Glatteis geführt werden, geht den wirklich seriösen Tier-, Natur- und Artenschützern viel Geld verloren.

    GERATI Redaktion: Wenn Zoo-freundliche User das Bedürfnis haben sich durch Geldspenden an Artenschutzprojekten zu beteiligen, wohin können sie guten Gewissens spenden?

    Philipp Kroiß: Es macht immer Sinn, mit seriösen Zoos in Kontakt zu treten, da sie eben wirklich aktiven Artenschutz betreiben. Da kann man dann auch am ehesten überprüfen, ob das Geld auch ankommt. Zudem können die Zoos mit dem Geld dann auch Partner-Projekte direkt unterstützen. Man kann sich auch selbst in Fördervereinen engagieren. Der Vorteil ist einfach, dass man selbst auch dabei sein kann. Wenn man an irgendwelche Projekte, die vielleicht klangvolle Namen haben, spendet, weiß man selten, was jetzt genau wo ankommt. Wenn man aber etwa die Patenschaft für ein Tier im Zoo übernimmt, sieht man, wo das Geld hingeht, genauso kann man an Artenschutztagen in Zoos wirklich ins Gespräch mit verschiedenen Organisationen kommen.

    Man sollte halt nicht einfach spenden, weil es sich gut anhört. Gerade im Tierbereich wird so viel mit emotionalen Bildern versucht zu überzeugen – darauf darf man eben nicht hereinfallen. Dadurch, dass tierliebe Spendern durch zum Beispiel Tierrechtsorganisationen aufs Glatteis geführt werden, geht den wirklich seriösen Tier-, Natur- und Artenschützern viel Geld verloren.

    GERATI Redaktion: Kommen wir zur letzten Frage. Philipp, hast du für die Zukunft noch andere berufliche Pläne?

    Philipp Kroiß: Nun, zoos.media soll natürlich immer größer werden. Ich bin dem Projekt natürlich in besonderer Weise verbunden. Es macht mir große Freude jeden Tag daran zu arbeiten, dass wir uns als Projekt verbessern und immer mehr Menschen erreichen. Zudem fühle ich mich im Team selbst sehr wohl – ich denke, wir arbeiten da auch sehr produktiv zusammen und ziehen alle an einem Strang.

  • Uli Beyer im Interview, wir erfahren etwas über die Empathiefähigkeit von Tierrechtlern und was man mit Spendengeldern besser nicht macht …

    Interview mit Diplom-Ingenieur Uli Beyer. Er ist leidenschaftlicher Angler, Raubfischspezialist und hat mit 29 Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht. Uli Beyer betreibt einen Angelladen direkt am Möhnesee in Körbecke (Nordrhein-Westfalen), veranstaltet Angel-Guidings und ist nicht zuletzt als YouTuber erfolgreich.

    Uli hat sich entschlossen, seine Argumente für das Angeln den Anfeindungen von radikalen Tierrechtlern entgegenzustellen. Seit dem Gewaltaufruf gegen Angler im August 2019 seitens PETA widmet er einen Teil seiner Zeit mit Aufklärungsarbeit über PETA.

    Ich freue mich sehr, dass Uli sich bereit erklärt hat, für GeRaTi Fragen zu beantworten.

    Uli Beyers Köderkunst YouTube Kanal

    GeRaTi Redaktion: Uli, Du hast uns die Steilvorlage für den Artikel „Öffentlich rechtlicher Sender WDR lässt sich von bekennendem Anglerhasser Stefan Bröckling (1. Vorsitzender von tiernotruf.de) instrumentalisieren!“ Der Artikel ging für GeRaTi Verhältnisse durch die Decke. Hat sich der WDR danach noch mal bei Dir gemeldet?

    Uli Beyer: Der WDR hat sich leider überhaupt nicht bei mir gemeldet. Auf meine ersten Reaktionen und Klarstellungen auf deren FB-Seite gab es noch Antworten, diese blieben jedoch später auch aus. Meine Vermutung: Man hat den journalistischen Fehltritt und die Falschinformationen des Herrn Bröckling zumindest für möglich gehalten und möchte die Aufregungen von der einen oder anderen Seite möglichst gering halten.

    GeRaTi Redaktion: Wird es einen angel freundlichen Film beim WDR oder anderswo mit Dir als Hauptdarsteller geben?

    Uli Beyer: Konkret in Planung ist nichts. Allerdings betone ich sehr gern, dass es in der fernen Vergangenheit (2010/2011, genau habe ich das nicht mehr parat) schon einmal eine sehr schöne, sehr angel freundliche Sendung des WDR mit mir gegeben hat. Diese Sendung damals war sogar der Anlass für weitere Fernsehsender, bei mir als Angler vorstellig zu werden. Insgesamt resultierten daraus 2 weitere Sendungen bei VOX-TV („Mieten, Kaufen, Wohnen“ und „Automobil“).

    Jeder Lehrer, jeder Angler, Angelverein und Anglerverband sollte diese Möglichkeiten nutzen, das Positive beim Angeln zu erklären und möglichst weit in die Gesellschaft zu tragen.

    GeRaTi Redaktion: Du wurdest im Chat der „Aktuellen Stunde“ sogar von einer Lehrerin angegangen. Wundert es dich, wenn ich dir erzähle, dass meine 11-jährige Tochter eines Tages aus der Schule kam und mich als Mörder und Tierquäler betitelte, weil ich Angler bin und bei Entnahme den Fisch, den ich fange, töte?

    Uli Beyer: Es wundert mich nicht und die Hintergründe sind klar: Es gibt leider auch radikalisierte bzw. ideologische Lehrer, die in dieser Form ihre „Gesinnung“ auf die Schüler übertragen möchten. Umgekehrt ist es aber wunderbar, dass auch viele Lehrer begeisterte Angler sind und diese Begeisterung häufig mit den Schülern teilen. Ich weiß von sehr vielen „Angel-AGs“, in denen durch angelnde Lehrer die Begeisterung FÜR das Angeln, das Verständnis für Natur und Umwelt und die Motivation zum Erlernen von naturwissenschaftlichen Zusammenhängen nachhaltig geweckt wird. In der Regel sind diese frei wählbaren AGs in Schulen, sofern angeboten, fast immer die erfolgreichsten Angebote in vielen Schulen. Jeder Lehrer, jeder Angler, Angelverein und Anglerverband sollte diese Möglichkeiten nutzen, das Positive beim Angeln zu erklären und möglichst weit in die Gesellschaft zu tragen. So werden Lehrer, die uns als Mörder oder gar Tierquäler bezeichnen, sehr schnell lächerlich dastehen.

    GeRaTi Redaktion: Jemand anders hat dich im Chat als Lobbyisten bezeichnet. Woraufhin du dich artig bedankt und erklärt hast, dass du ein solcher Lobbyist gerne sein würdest, wenn dich „Verbände dafür bezahlen würden“. Meintest du das ernst?

    Uli Beyer: Es stimmt, ich bin als Lobbyist bezeichnet worden und habe das als großes Lob angesehen. Ich bin allerdings nicht dazu berufen und werde auch nicht von irgendwem bezahlt. Das Angeln ist seit meinem 4. Lebensjahr eine tiefe, mein ganzes Leben beeinflussende Leidenschaft, die ich mit 29 Jahren auch zu meinem Beruf gemacht habe. Es versteht sich von selbst, dass man auf die Barrikaden geht, wenn man unfair und polemisch angegriffen wird. Die Angelgegner gehen systematisch und gezielt gegen uns vor, um letztlich das Angeln verboten zu bekommen. Für mich sind das kranke Ideologen, die „Randale und Bambule“ machen wollen. Es geht ihnen extrem viel weniger um Tierschutz und Tier- oder gar Naturwohl, als vielmehr um den stets groß und wirksam präsentierten „Donate-Button“. Sehr wenige, aus Amerika gelenkte Aktivisten möchten zum eigenen, finanziellen Vorteil uns das Angeln verbieten lassen. Das regt mich extrem auf und ich habe für mich beschlossen, mir das nicht mehr gefallen zu lassen. Ganz ehrlich: Von einer Bezahlung für diese Arbeit war nie die Rede. Es geht um meine Leidenschaft, die hier angegriffen wird. Natürlich geht es auch um meine berufliche Existenz, weil mein Hobby gleichzeitig seit vielen Jahren auch mein Beruf ist. Ich mache mir seit vielen Jahren schon intensive Gedanken darüber, wie man sich möglichst gut und effektiv gegen die dummen Anfeindungen radikalisierter und ideologischer Angelgegner wehren kann. Der kriminelle Aufruf zum Steinewerfen gegen Angler war der Auslöser dafür, AKTIV gegen solche Spinner vorzugehen. Ebenso mit Recherche und System würde und werde ich das gern tun. Da ich sehr gut in der Branche vernetzt bin, habe ich auch schon viele Betroffene gesprochen, bin von Verbändlern, Juristen, Vereinen und Einzelanglern bestätigt und ermutigt worden, an dieser „Sache“ dranzubleiben. Momentan ist das aber nicht mehr als eine leidenschaftliche Verteidigung meines Hobbys und meines Jobs und das auch völlig unentgeltlich.

    Diese PETA-Aktivisten schreiben sich auf die Fahne, „empathisch“ zu sein, haben aber NULL Verständnis für die Freude und die Leidenschaft ihrer Mitmenschen.

    GeRaTi Redaktion: Anfang August hat sich Tanja Breining (PETA) mit einem provokanten Pamphlet mit der gesamten Anglerschaft in Deutschland angelegt. („Angler in Sicht“). Seitdem opferst du einen Teil deiner Zeit, betreibst intensive Recherche, um über PETA und über deren Machenschaften aufzuklären. Dein Video „Krasser Gewaltaufruf gegen Angler: Steine werfen empfiehlt Peta!“ ging viral. Warum hängst du dich da so rein?

    Uli Beyer: Ich fühlte mich persönlich angegriffen und der Aufruf war in meinen Augen mehr als eine sonst übliche und gezielte Provokation. Dieser Aufruf war in meinen Augen kriminell und spiegelt ein Problem unserer Gesellschaft wider. Diese PETA-Aktivisten schreiben sich auf die Fahne, „empathisch“ zu sein, haben aber NULL Verständnis für die Freude und die Leidenschaft ihrer Mitmenschen. Ich habe sogar versucht, eine auf den ersten Blick vernünftige PETA-Anhängerin zum Angeln einzuladen (ohne Haken, garantiert ohne Verletzung von Fischen o. ä.!), um dieser einen Einblick in unsere Empfindungen beim Angeln zu geben, um ihr zu zeigen, wie vielfältig das Angeln und wie nebensächlich das manchmal notwendige Töten ist. Für mich entlarvend: Die eingeladene PETA-Aktivistin ist sofort nach dieser Einladung im NICHTS, in der Anonymität des Internets wieder abgetaucht. Wie peinlich ist das denn? Für mich ein Beweis, dass es diesen Leuten nicht um Empathie oder gegenseitiges Verständnis geht, sondern vielmehr um plumpes Einimpfen eigener Ideologien und Spendensammlung bei ahnungslosen Mitbürgern geht. DESHALB hänge ich mich sehr gern rein, in diese Sache.

    JEDER sollte aufgerufen werden, sehr intensiv darüber nachzudenken, wo er und seine Familie/Freunde demnächst Spendengelder hinschicken. 

    Wir Angler sollten jedenfalls raus aus der Stillhalte Position, denn wir brauchen uns und unsere Verdienste für die Gesellschaft nicht zu verstecken – im Gegenteil.

    GeRaTi Redaktion: Ist es zielführend, wenn sich Angler mit PETA einem medialen Kleinkrieg über die Legitimität der Angelei liefern?

    Uli Beyer: Diese Frage stellte ich mir lange Zeit selbst. Auch aus den Reihen der Angler wurde mir wiederholt gesagt, man solle diesen „Verein“ totschweigen und ihm nicht noch mehr Öffentlichkeit zukommen lassen. Die vielfältigen Anzeigen von Anglern mit entsprechender Öffentlichkeitssuche parallel und Schwachsinnsaktionen wie z. B. den Ort „Angeln“ umzubenennen sind Strategie für mehr Öffentlichkeit und gezielte Spendensammlung. Nach dem Aufruf zum Steinewerfen gegen Angler bin ich vielfach von Anglern angesprochen worden und mir wurde berichtet, dass tatsächlich Steine geworfen wurden. Dies wissen die wenigsten von uns und in der Öffentlichkeit. Ich meine, JEDER sollte das wissen und JEDER sollte aufgerufen werden, sehr intensiv darüber nachzudenken, wo er und seine Familie/Freunde demnächst Spendengelder hinschicken. Dieser PETA-Verein säht großen gesellschaftlichen Ärger, kostet unser aller Geld durch schwachsinnige Strafanzeigen und möchte uns allen das Angeln verbieten, demnächst womöglich dann zu Veganern machen. Dies erfolgt nicht nur mit dubiosen Mitteln, sondern letztens auch in meinen Augen eindeutig kriminell mit dem Aufruf zum Steinwurf. Ich bin zu der Überzeugung gekommen: Wenn möglichst viele Spender und Tierfreunde (von denen ich übrigens auch einer bin!) erfahren, welches die Antriebe und Ziele der PETA sind, so ist das wünschenswert. Wir Angler sollten jedenfalls raus aus der Stillhalte Position, denn wir brauchen uns und unsere Verdienste für die Gesellschaft nicht zu verstecken – im Gegenteil. Ganz offensichtlich wissen noch viel zu wenige Nicht-Angler, wie sehr die Allgemeinheit von den Leistungen der Verbände, Vereine und Einzelangler profitieren.

    GeRaTi Redaktion: Haben Angler/ Fischereiverbände mit ihrer Taktik PETA Anfeindungen zu ignorieren einen Fehler gemacht?

    Uli Beyer:Ich erlaube mir da kein Urteil, habe für mich aber entschieden, diese nicht mehr zu ignorieren, sondern aktiv dagegen vorzugehen. Die Erfahrung der letzten Monate in direkter Auseinandersetzung hat mir wiederholt gezeigt, dass einer guten Argumentation sehr schnell ein großes Schweigen der Radikalen folgt …

    Peu à peu sollten wir die Öffentlichkeit aufklären, was Peta zerstören möchte, dass hier eine winzige Gruppe versucht, Millionen von leidenschaftlichen Naturfreunden und Naturschützern zu diskreditieren.

    GeRaTi Redaktion: Was geht dir durch den Kopf, wenn du folgende Aussage liest? Dr. Edmund Haferbeck (Nichtjurist der sich bei PETA als Anwalt für Tiere ausgibt): „PETA will natürlich die Abschaffung der Angelei und das geht peu à peu, indem man zunächst einmal die Stigmatisierung der Angelei voranbringt.“

    Uli Beyer: Das ist der Leitsatz von Peta und viele Angler wie Nicht-Angler haben diese Zielsetzung noch gar nicht in vollem Umfang erfasst. Es ist entlarvend und disqualifiziert PETA. Peu à peu sollten wir die Öffentlichkeit aufklären, was Peta zerstören möchte, dass hier eine winzige Gruppe versucht, Millionen von leidenschaftlichen Naturfreunden und Naturschützern zu diskreditieren. Dies soll auf Kosten aller erfolgen, um eigene, verbohrte Ideologien durchzusetzen.

    GeRaTi Redaktion: Wie sieht aus deiner Sicht gute Öffentlichkeitsarbeit aus? Reicht es aus, zu kommentieren, zu teilen und zu liken?

    Uli Beyer: Für mein Empfinden sind die meisten Betroffenen nicht engagiert genug. Mehr wäre viel besser. Jeder kann mehr tun, wenn er es ernster nimmt. Diese Angriffe gehen uns auch alle an. Allerdings ist es schon super, ETWAS zu tun und dazu gehört auch kommentieren, teilen und liken. Wir Angler sind Millionen, die Entscheidungsträger von PETA sind keine 10! Wenn wir alle etwas Engagement zeigen und uns nicht auf andere verlassen, dann kommt die gewaltige Bedeutung der Angler für Natur- und Umweltschutz auch besser zur Geltung. In der heutigen Zeit geht es auch um die Vorherrschaft in Social Media, Presse usw. Diese Felder sollten wir keinesfalls mehr allein den Angelgegnern überlassen und wehrhaft gegen Anfeindungen vorgehen.

    Firmen und Promis, die sich zu PETA bekennen bzw. von PETA vor den Karren spannen lassen, sind bei mir jedenfalls völlig unten durch und ich werde im Rahmen meiner Möglichkeiten diese meiden.

    GeRaTi Redaktion: PETA lebt nicht zuletzt auch von Prominenten, die sich für bestimmte Themen vor den PETA Karren spannen lassen. Sollte man sich die nicht auch mal zur Brust nehmen?

    Uli Beyer: Eindeutig ja, aber richtig! Ich bin überzeugt, dass viele derer, die sich von PETA vor den Karren spannen lassen, gar nicht verstanden haben, worum es eigentlich geht. „Zur Brust nehmen“ hört sich für mich fast nach „Angriff“ an. Das würde ich nicht tun. Sachlich hinterfragen, ob man diese und jene Peta-Machenschaft wirklich gut findet und unterstützt, halte ich aber für wichtig und sinnvoll. ÜBRIGENS wurde mir von jemandem, der selbst Betroffener von Peta-Angriffen und in engem Kontakt mit Industriebetrieben steht, eine sehr interessante Information zugetragen: Diesem Gesprächspartner zufolge soll Peta auch mindestens einen sehr großen Spender in der Industrie besitzen. Leider gibt es keine Spenderlisten von Peta für die Öffentlichkeit und ich rufe jeden Wissenden auf, mir solche Informationen mitzuteilen. Solche Spender sind natürlich auch bewusst anonym gehalten und der Verdacht liegt nahe, dass andere Spendengründe als „Tierrecht/Tierschutz“ vorliegen. Sollte das stimmen, könnten hier ‚Schweigegelder‘ gezahlt worden sein, um nicht weiter von Peta angegriffen zu werden. Unbewiesen ist hier ein sehr interessanter Hinweis eines Kunden, der mir hier interessante Details verraten hat. Da ich diese aber nicht beweisen kann, kann ich hier leider weder Namen noch Details nennen. Für mich war diese Information aber ein wichtiger Motivator, noch genauer hinzusehen und Finger in Peta-Wunden zu legen. Firmen und Promis, die sich zu PETA bekennen bzw. von PETA vor den Karren spannen lassen, sind bei mir jedenfalls völlig unten durch und ich werde im Rahmen meiner Möglichkeiten diese meiden.

    GeRaTi Redaktion: Du hast mal aufgerufen: „Ideen sammeln und versuchen die Gemeinschaft der Angler weiter zu vereinen und auf Maßnahmen zur Gegenwehr einzustimmen“. Gibt es denn inzwischen einen Ideenpool, wenn ja wo?

    Uli Beyer: Ich habe lediglich einen eigenen Ideenpool, der in meinem Kopf und auf einigen Konzeptpapieren besteht. Ali Seggelke vom Deutschen Anglerverband möchte die Ideensammlung intensivieren und lädt vielleicht zu einem Gespräch demnächst ein. Konkret ist da aber nichts bisher.

    GeRaTi Redaktion: Angler sollten auch über den Tellerrand hinausschauen und den Schulterschluss zu Institutionen suchen, die auf ähnliche Weise von PETA angriffen werden. Gibt es schon Bemühungen sich diesbezüglich zu vernetzen?

    Uli Beyer: Ich bin momentan Einzelkämpfer und habe in dieser Sache leider nichts mitbekommen. Allerdings wäre es in meinen Augen sehr wichtig, als große Gemeinschaft gegen die Angriffe dieser winzigen Spendensammelvereinigung Peta anzugehen.

    GeRaTi Redaktion: EINIGE RADIKALE TIERRECHTLER AGIEREN AUCH ILLEGAL. Zu ihrem Repertoire gehören: übelste Beschimpfungen im Netz, Mailbombing, Sachbeschädigung bis hin zu körperlichen Angriffen. Hast du so etwas schon einmal persönlich erleben müssen?

    Uli Beyer: Nein, persönlich ist mir das noch nicht passiert. Allerdings habe ich wiederholt von solchen Geschehnissen gehört und ich vermute, dass man sich für solche Angriffe lieber diejenigen raussucht, die weniger wehrhaft sind (scheinen). Sollte mir das passieren, so wäre das jedenfalls eine große, zusätzliche Motivation für mich? Ich vermute, so geht es auch Matze Koch, der ja von PETA bereits angezeigt worden ist.

    Ich möchte auch einmal ganz ohne töten zu müssen und zu wollen, frei und unbeschwert angeln gehen. In Deutschland ist das gesetzlich verboten, in vielen Nachbarländern ist genau das ausdrücklich erwünscht oder gar gefordert. 

    GeRaTi Redaktion: Du warst kürzlich in Holland angeln. Dabei hat Deutschland doch reichlich schöne Flüsse und Seen. Warum gehst du manchmal „fremd“?

    Uli Beyer: Das ist kein Geheimnis: Ich gehe auch dann gerne angeln, wenn ich keinen Fisch töten möchte. In Deutschland würde ich mit dieser Einstellung gegen das Gesetzt verstoßen und so der PETA einen Elfmeter liefern. Ich möchte auch einmal ganz ohne töten zu müssen und zu wollen, frei und unbeschwert angeln gehen. In Deutschland ist das gesetzlich verboten, in vielen Nachbarländern ist genau das ausdrücklich erwünscht oder gar gefordert. Ich bin aufgrund unserer Gesetzgebung gezwungen, mit diesem „Nicht-Tötungswillen“ im Ausland zu fischen. Es ist schon witzig und peinlich, dass ausgerechnet ein kleiner Verein wie PETA Angler insbesondere dann anzeigt, wenn sie geangelt, aber NICHT getötet haben.

    GeRaTi Redaktion: Was sollte aus deiner Sicht an der Gesetzgebung in Deutschland geändert werden?

    Eigentlich ist das recht einfach: Der Gesetzgeber muss die umfassende Bedeutung des Angelns besser erkennen und sich von dem Standpunkt wegbewegen, dass der einzige vernünftige Grund für das Angeln der Nahrungserwerb ist. Ich bin überzeugt, dass die Reduzierung des gesamten Angelns auf diesen einen Faktor falsch ist. Jeder Angler weiß das, aber die Erklärung und das Verständnis dafür bei Nicht-Anglern ist ausgesprochen schwierig.

    GeRaTi Redaktion: Uli, ich bedanke mich für deine ausführlichen Antworten. Und wünsche dir eine unbeschwerte Weihnachtszeit. Vielleicht besuche ich dich mal an deinem Hausgewässer dem Möhnesee.

    https://youtu.be/svprXknXAqUhttps://youtu.be/zF9TKQBG-AUhttps://youtu.be/m3MRsQkXZfMhttps://youtu.be/8P-mlTHoHzEhttps://youtu.be/pMQtaC-hpVM

    Öffentlich rechtlicher Sender WDR lässt sich von bekennenden Anglerhasser Stefan Bröckling 1. Vorsitzender von tiernotruf.de Instrumentalisieren!

  • Interview: Dr. Florian Asche: Leidenschaft für Natur, Wald und Jagd

    Dr. Florian Asche, geboren 1968 in Hamburg verheiratet, 2 Kinder. Er ist leidenschaftlicher Jäger, Rechtsanwalt für Jagdrecht, Buchautor und vieles mehr.

    Sein Motto: „Ich betrachte es als mein ganz persönliches Lebensglück, die Anwaltstätigkeit mit meiner Leidenschaft für Natur, Wald und Jagd verbinden zu können.“

    Heute beantwortet er GeRaTi einige Fragen im PETA Kontext. Vielen Dank dafür!

    GeRaTi Redaktion: Herr Dr. Asche, von wem haben sie gelernt, dass der Tod zum Leben gehört?

    Dr. Florian Asche: Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der die Jagd schon seit vielen Generationen zum Alltag gehört, ebenso wie die Land-, Wald- und Tiernutzung. Da erklärt sich das Lebensprinzip von Werden und Vergehen von selbst. Der Tod in der Natur ist einfach ihr Trick, um möglichst viel unterschiedliches Leben zu haben.

    GeRaTi Redaktion: Ist ihr Kinderbuch „Kannst Du mal die Leber halten“ autobiografisch?

    Dr. Florian Asche: Nicht in Bezug auf den konkreten Handlungsverlauf, jedoch im Hinblick auf das frühe Miterleben auf der Jagd, das Fragen und Erklären, die Jagd als ganzheitliche Lebensform. Das habe ich selbst als Kind erlebt und so auch an meine eigenen Kinder weitergegeben.

    GeRaTi Redaktion: Sie sind auch Autor des Buches „TIERE ESSEN DÜRFEN: Ethik für Fleischfresser“. Wie waren die Reaktionen aus der Tierrechtsszene?

     

    Dr. Florian Asche: Ich selbst wurde nicht persönlich angefeindet. Wenn Sie allerdings die Rezensionen auf Amazon lesen, dann bemerken Sie schnell, dass die wenig sachlichen und verunglimpfenden Kritiken regelmäßig von Usern stammen, die das Buch offensichtlich nicht gelesen haben. Ein Tierrechtler möchte selten etwas Neues dazulernen. Er weiß ja schon alles.

    GeRaTi Redaktion: Hat sich das Buch gut verkauft?

    Dr. Florian Asche: Bei Sachbüchern gelten Auflagen ab 5000 Stück schon als Erfolg. Insofern freue ich mich, dass meine Titel zwischen 6.000 und 20.000 Stück liegen. Das ist insbesondere für Nischenthemen schon bemerkenswert. Schließlich bin ich Rechtsanwalt und nicht Publizist.

    GeRaTi Redaktion: PETA würde am liebsten die Jagd und die Angelei abschaffen. Nehmen Sie solche Forderungen Ernst?

    Dr. Florian Asche: Als politische Initiative muss man solche Forderungen natürlich immer ernst nehmen, insbesondere in einer so Natur-entfremdeten Welt wie unserem modernen Industrie- und Kommunikationsland. Philosophisch sind diese Forderungen natürlich absoluter Unsinn, denn sie vermeiden überhaupt kein Tierleid. Wildtiere und Fische sterben nämlich auch ohne unser Zutun, sei es durch Seuchen, Prädatoren oder auf unseren Straßen. Da die Natur keine Palliativmedizin kennt, sind Tierleid und Tiertod in ihrem System von vornherein angelegt.

    GeRaTi Redaktion: PETA behauptet: Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam. Ich nehme an, die Fakten sehen aus ihrer Sicht anders aus. Klären Sie uns bitte auf!

    Dr. Florian Asche: Mit dem gleichen philosophischen Anspruch könnte man schreiben: Die Natur ist grausam. Jagd ist als Phänomen ein Naturbestandteil. Die Aussage von PETA sagt mehr über die Naturentfremdung dieser Organisation aus, als über die Jagd. Das wird besonders deutlich, wenn Sie die Jagd ins Verhältnis zu anderen Formen der Tiernutzung setzen. Jäger erlegen pro Jahr höchsten 10 Millionen Wildtiere. Unsere „harmlosen“ Streichel Kätzchen fangen jährlich ca. 100–200 Millionen Singvögel. Dennoch käme niemand auf den Gedanken, Katzenhaltung zu verbieten.

    GeRaTi Redaktion: Eine weitere Aussage von PETA ist: Die Rückkehr des Wolfes und Luchses wird seitens der Jägerschaft bis heute vehement bekämpft. Ist dem so?

    Dr. Florian Asche: Wäre die Jägerschaft wirklich gegen diese Wildarten, dann gäbe es nicht über 1000 Wölfe und die stabilen Luchs Populationen im Harz und im Pfälzer Wald. Die Praxis widerlegt Peta schon auf den ersten Blick.

    GeRaTi Redaktion: Sind Jäger triebgesteuert oder anders gefragt, was hat Sex mit der Jagd zu tun?

    Dr. Florian Asche: Jagd und Sex sind zwei völlig getrennte Wohnungen im gleichen Haus des menschlichen Gefühlslebens. Sie sind für sich nicht rational zu erklären, sondern Teil unserer Leidenschaften und unserer ganzheitlichen Lebensgestaltung. Das macht sie nicht deckungsgleich, sondern zeigt ihre Parallelen auf. Denken Sie an den Liebhaber, der für ein einziges Rendezvous von Hamburg nach München fährt. So etwas lässt sich eben sowenig rational erklären, wie in einer eiskalten Nacht beim Vollmondschein auf Wildschweine zu warten. Für ein Stück Fleisch könnte ein Jäger viel einfacher in den Supermarkt gehen. Er jagt also aus anderen Gründen, die tief in unserem Seelenleben begründet sind. Letztlich geht es beim Sex und bei der Jagd um ganzheitliche, sinnliche menschliche Existenz.

    GeRaTi Redaktion: Sie als Anwalt für Jagdrecht können uns bestimmt sagen, ob es häufig vorkommt, dass Jäger von Tierrechtlern angezeigt werden?

    Dr. Florian Asche: Derartige Vorkommnisse gibt es zwar reichlich. Sie scheinen aber aus meiner Sicht abzunehmen, da PETA merkt, dass die Staatsanwaltschaften sich nicht zum willigen Gehilfen strafrechtlichen Unsinns machen lassen.

    GeRaTi Redaktion: Es kommt gefühlt relativ selten vor, dass Jäger zu PETA-Anfeindungen öffentlich Stellung beziehen. Woran liegt das?

    Dr. Florian Asche: Die Jäger haben anderes zu tun, als sich in einem medialen Kleinkrieg über die Legitimität der Jagdausübung zu verschließen. Das ändert aber nichts daran, dass beispielsweise der DJV durchaus Stellung bezieht und sie auch nach außen vertritt. Hier trügt m. E. das Gefühl.

    GeRaTi Redaktion: Gesetzt den Fall es wird jemand bei der mutwilligen Zerstörung von Hochsitzen auf frischer Tat ertappt. Mit welcher Strafe muss er rechnen?

    Dr. Florian Asche: § 303 StGB sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Bei der Strafzumessung ist allerdings eine Vielzahl von Parametern zu berücksichtigen. War der Täter schon einschlägig in Erscheinung getreten? Wurden Menschen gefährdet? Wie viele Hochsitze wurden beschädigt? Man kann hier kaum eine pauschale Einordnung liefern.

    GeRaTi Redaktion: Welche gesetzlichen Bestimmungen für die Jagd sind ihrer Meinung nach überflüssig?

    Dr. Florian Asche: Mir fällt da vor allem das übermäßig strenge Waffengesetz ein. Aktuell müssen Jäger schon bei geringfügigen Fehlleistungen im Umgang mit Waffen und Munition um den Jagdschein fürchten, obwohl zu keinem Zeitpunkt Gefahr für dritte bestand. Eine vergessene Patrone im Mantel und schon kann der Jagdschein für ein paar Jahre entzogen werden. Das hat mit wirkungsvoller Sicherheitspolitik nichts zu tun, sondern grenzt an Schikane.

    GeRaTi Redaktion: Sind Spaziergänger, Pilzsammler und Geocacher „Feinde“ des Jägers oder gehört der Wald allen?

    Dr. Florian Asche: „Feinde“ – was für ein schreckliches Wort. Es gibt viele Menschen, die sich gern in der Natur aufhalten, ob als Sportler, Spieler oder Naturnutzer. Da wird die Decke der Natur an allen Ecken etwas kurz. Umso mehr brauchen wir wechselseitiges Verständnis und Ausgleich.

    GeRaTi Redaktion: Gegen das betäubungslose Kastrieren liegt aktuell eine Verfassungsbeschwerde beim Verfassungsgericht in Karlsruhe vor. Initiiert wurde das ganze medienwirksam von Harald Ullmann – 2. Vorsitzender – PETA Deutschland e. V. Versuchen hier Tierrechtler die Vermenschlichung (Anthropomorphismus) salonfähig zu machen?

    Dr. Florian Asche: Also mir würden für den Anthropomorphismus geeignetere Beispiele einfallen. Schließlich ist die betäubungslose Kastration durchaus mit Schmerz verbunden. Aber denken Sie beispielsweise an geradezu lächerliche Ansätze, beispielsweise die „Versklavung“ von Bienen für die Honiggewinnung zu verurteilen oder die „Vergewaltigung“ von Kühen für die Milch. Noch schlimmer wird es, wenn von einem „Holocaust auf dem Teller“ schwadroniert wird. Hier verwechselt Peta auf eine besonders widerwärtige Weise das bewusste und psychisch reflektierte Leid des Menschen mit rein körperlichem Stress der Tierwelt.

    Amazon-Rezension

    über das  Buch „TIERE ESSEN DÜRFEN“ 

    Für mehr Realitätsbewusstsein

    In einer kunterbunten und durch die Medien gesteuerten Gesellschaft, inmitten von Schweinchen Babe, Free Willy, ein Hund namens Beethoven usw. im TV, unzähligen Katzenvideos auf YouTube ist eine Vermenschlichung der eigenen Haustiere und der Tiere im Allgemeinen eigentlich kein Wunder. Bello trägt maßgeschneiderte Kleidung, bekommt im Alter von 10 Jahren eine künstliche Hüfte und wird zwei Jahre später auf dem Hundefriedhof inkl. Grabstein aus Marmor beerdigt. Kein Wunder, dass einigen Menschen die Weitsicht fehlt oder abhanden gekommen ist, um zwischen den Gesetzen der Tierwelt und unserer Welt zu unterscheiden.

     

     

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    Herr Asche führt in seiner Streitschrift durch die Geschichte des Veganismus, betrachtet dabei historische und religiöse Gesichtspunkte und kritisiert dabei nicht nur die Anthropomorphisten, sondern jede radikalisierende Gruppe (…isten), die ihre eigene Ideologie zum Weltbild aller Menschen machen möchte.

    Das Buch ist gut recherchiert, viele bekannte Philosophen (Pythagoras, Schopenhauer, Freud, Montaigne um nur einige zu nennen), die sich zum Teil bereits vor hunderten von Jahren Gedanken zum Thema Vegetarismus gemacht haben, werden zitiert und interpretiert. Es werden insgesamt nur wenig konkrete Contra-Punkte für einen strikten Veganismus/Vegetarismus aufgeführt (obwohl es auch hier genügend gäbe), der Autor konzentriert sich primär auf ethische Themen und gibt damit allerlei Denkanstöße (kann man ein Tier seines Lebens berauben, wenn es kein Bewusstsein vom eigenen Leben, geschweige denn vom Tod, hat?). Amüsant auch das letzte Kapitel in einer fiktiven Welt im Jahre 2115, in der jegliche Interventionen mit Tieren vom ökologischen Großrat verboten worden sind.

    Ich bin auf den Geschmack gekommen und werde mal gucken was die anderen Bücher von Florian Asche (Jagen, Sex und Tiere essen aus dem Jahr 2012 und Kannst Du mal die Leber halten? 2013) zu bieten haben. TIERE ESSEN DÜRFEN hat gute vier Sterne verdient

  • Netzwerk Angeln Chefredakteur Thomas Finkbeiner mit Klartext.

    Thomas Finkbeiner hat einiges in seinem Top Portfolio vorzuweisen. Er ist leidenschaftlicher Angler, gelernter Koch, Buchautor, er war Freier Autor für Angelzeitschriften, Chefredakteur vom Anglerboard und ist aktuell Chefredakteur vom Netzwerk Angeln.

    Normalerweise interviewt Thomas für Netzwerk Angeln interessante Menschen. Heute drehe ich den Spieß mal um und befrage ihn im “quer gefragt” – Stil” zu Themen wie Anglern Angeln Anglerschutz und natürlich PETA.

    Ich freue mich auf das Gespräch mit Thomas Finkbeiner.

    GeRaTi Redaktion: Thomas es ist bekannt, dass du im Alter von 6 Jahren das erste Mal Angeln warst. Wie bist du auf die Angelei gekommen und was macht für dich die Faszination beim Angeln bis heute aus?

    ​Thomas Finkbeiner: Zum Angeln kam ich in einem Urlaub an der Nordsee. Den Jagdtrieb des naturnah lebenden Menschen ausleben zu können ist für mich bis heute genauso Motivation zum Angeln wie der stetige Wechsel zwischen Spannung und Entspannung bei diesem Hobby. Faszinierend finde ich vor allem die Vielfalt in der Angeln weltweit ausgeübt wird. Egal wo auf der Welt ich bisher war, überall wo es Wasser gab, gab es auch Angler. Dazu noch: Überall wo man auf der Welt von Anglern als Angler erkannt wird, hat man schnell neue Freunde.

    GeRaTi Redaktion: Du bist eigentlich gelernter Koch und hast dann aber irgendwann auf Journalismus umgesattelt. Wie kam es dazu?

    Thomas Finkbeiner: Schleichend. Als Küchenmeister war ich selbständig mit Kochkursen, Personalschulungen, Betriebseröffnungen etc.. Ich hatte aber auch schon seit Mitte der 1980er für Angelzeitschriften als freier Autor gearbeitet (Fisch und Fang, Blinker, Rute und Rolle) und Bücher bzw. Sonderhefte geschrieben. Im Jahr 2001 übernahm ich die Redaktion bei www.Anglerboard.de, 2006 kam dann auch Franz Hollweck für den Bereich Marketing hinzu. Nachdem wir über 12 Jahre zusammen gearbeitet hatten, entschieden wir uns im Jahr 2018 gemeinsam Netzwerk Angeln (https://www.netzwerk-angeln.de/ ) zu gründen.

    GeRaTi Redaktion: Mit deiner Person werden viele Begriffe in Verbindung gebracht. Hältst du „Querdenker“ für eine Zutreffende Beschreibung?

    Thomas Finkbeiner: Man definiert einen Querdenker ja allgemein als jemanden, der eigenständig und originell denkt und dessen Ideen und Ansichten oft nicht verstanden oder akzeptiert werden.

    Da kann ich mich durchaus wiedererkennen. An der rasch und anhaltend steigenden Popularität von Netzwerk Angeln und immer mehr Wirkkraft in Politik, Gesellschaft und innerhalb der Anglerschaft sieht man aber, dass unsere faktenorientierte, publizistische Arbeit wohl doch ganz gut verstanden wird. Wenn es der Sache dient, nehme ich also von mir aus auch den Begriff des Querdenkers an.

    Wir woll(t)en ein unabhängiges Angebot abseits des allgegenwärtigen, oberflächlichen Clickbait-Journalismus und der üblichen Verlage schaffen.

    GeRaTi Redaktion: Als du Netzwerk Angeln gegründet hast, wirst du Dir etwas dabei gedacht haben. Was ist die Hauptintention dahinter?

    Thomas Finkbeiner: Die Hauptintention ist ganz klar:
    Fundierten Angeljournalismus auf Basis gut recherchierter Fakten für Angler, Angeln und Anglerschutz zu bieten.
    Wir woll(t)en ein unabhängiges Angebot abseits des allgegenwärtigen, oberflächlichen Clickbait-Journalismus und der üblichen Verlage schaffen.
    Auch um Menschen die etwas für Angler erreichen möchten einen Platz zur Veröffentlichung mit entsprechender Reichweite zu bieten.

    Im Zentrum der publizistischen Arbeit stehen bei Netzwerk Angeln das praktische Angeln sowie der Themenkomplex Angelpolitik. Der Idee eines Netzwerks folgend bieten wir über unsere Webseite, die Facebook-Gruppe und den YouTube-Kanal nicht nur Information und Unterhaltung sondern laden auch ganz konkret zum aktiven mitmachen ein.

    Siehe dazu auch: https://www.netzwerk-angeln.de/was-ist-netzwerk-angeln.html

    GeRaTi Redaktion: Wie viele Netzwerker arbeiten aktiv bei euch mit und in welchen Funktionen?

    Thomas Finkbeiner: Das Tagesgeschäft erledigen zunächst Franz Hollweck und ich.
    Was die Netzwerker betrifft ist “Arbeiten” hier vielleicht etwas missverständlich, „engagieren“ passt wohl besser.

    Die Netzwerker, die aktiv dabei und genannt sind (das sind aktuell 15) haben ganz unterschiedliche Interessen und Ansichten und keine zugewiesene Funktion im eigentlichen Sinne – jeder bringt sich nach seinen Wünschen, Fähigkeiten und Möglichkeiten ein.
    Ein Blick in unser Netzwerk zeigt dass sich hier Menschen zusammengefunden haben, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Genau das ist aber mit die Stärke. Denn einladen statt spalten ist auch eine Leitlinie, der wir folgen.

    Gemeinsam ist allen der Kampf für ein einfacheres, unbürokratischeres, gesichertes, praktisches Angeln in seiner ganzen Vielfalt.
    Statt wie viele Verbände zu spalten und auszugrenzen, indem sie nur bestimmten Angelarten oder Motivationen zum Angeln zulassen wollen, steht Netzwerk Angeln eben für die ganze Vielfalt des Angelns, für einladen statt spalten und ausgrenzen.
    Und – wie Netzwerker Lars Wernicke mit Anglerdemo als Beispiel – für den Kampf gegen ungerechte Benachteiligungen von Anglern in Verbänden, Politik und Behörden.

    GeRaTi Redaktion: Beschreibe uns doch mal einen normalen Arbeitstag in deiner Redaktion.

    Thomas Finkbeiner: Grundsätzlich recherchieren und schreiben wir Artikel, betreiben Kontaktpflege und kümmern uns um unsere Facebook-Gruppe sowie den YouTube Kanal.

    (https://www.youtube.com/channel/UC0yAnKBmS_gn84dQYzWWS2A)

    Im Vergleich zu „normaler“ Redaktionsarbeit, nimmt der Part Recherche und Kontaktpflege sicher bei Netzwerk Angeln einen überproportional hohen Anteil ein. Danach richtet sich letztlich auch der Arbeitstag.

    Einige Gesprächspartner mit denen ich mich regelmäßig austausche rufen mich zum Beispiel traditionell morgens teilweise schon um vor 7 Uhr an, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit sind.
    Andere am späten Abend nach der Vorstandsitzung im Verein. Hinzu kommen täglich unzählige Nachrichten über die verschiedenen Kanäle und unsere eigene Medienbeoachtung rund ums Angeln. Zwischen all der Kommunikation wird dann irgendwie das Tagesgeschäft untergebracht.
    Große Redaktionskonferenzen oder ähnliche Zeitfresser können wir uns zum Glück sparen. Franz Hollweck und ich arbeiten seit nunmehr fast 14 Jahren jeden Tag zusammen. Deshalb können wir uns auch darauf verlassen, dass der andere es gut macht.

    GeRaTi Redaktion: Für dein Engagement als Chefredakteur bei Netzwerk Angeln wirst, du nehme ich jedenfalls an, entlohnt. Wie finanziert sich das ganze eigentlich? Gibt es Sponsoren oder funktioniert das rein über Werbung?

    Thomas Finkbeiner: Uns ist es wichtig, sämtliche Informationen kostenfrei für Angler und am Angeln interessierte Menschen zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung erfolgt daher über Partner und Werbung.

    GeRaTi Redaktion: Kommst du neben der vielen Arbeit selber noch zum Angeln?

    Thomas Finkbeiner: Natürlich zu wenig, aber grundsätzlich ja. Wenn viel zu tun ist, beschränkt sich das praktische Angeln bei mir aber oft auf unsere Drehtermine.

    Denn gerade wenn es ums Angeln für und mit Kindern geht, nervt der Föderalismus in Deutschland total.

    GeRaTi Redaktion: Dir ist es ein besonderes Anliegen, Kinder für die Angelei zu begeistern. Und immer mit Herzblut dabei, wenn es gilt, etwas Tolles für Kinder auf die Beine zu stellen. Ein Beispiel was mir persönlich sehr positiv in Erinnerung geblieben ist, war die Aktion: Kinder-Kutter-Angeln in Heiligenhafen. Aktives Angeln für Jugendliche und Kinder ist in Deutschland wegen gesetzlicher Bestimmungen oft gar nicht so leicht zu realisieren. Was nervt Dich diesbezüglich und wie würdest Du es besser machen?

    ​Thomas Finkbeiner: Auch das Kinder-Kutter-Angeln wurde von Netzwerker Lars Wernicke in Kooperation mit WiSH e.V. (Wassertourismus in Schleswig Holstein) organisiert. Ein tolles Erlebnis und eine Freude, dass wir zum Filmen eingeladen waren (siehe:

    Den gerade wenn es ums Angeln für und mit Kindern geht, nervt der Föderalismus in Deutschland total. Die Regelungen sind in den Bundesländern fundamental unterschiedlich. Das ist sachlich nicht begründbar.

    Als Beispiel:
    In Brandenburg dürfen 8-Jährige OHNE Prüfung und OHNE Begleitung durch Erwachsene, legal auf Friedfische angeln. In Niedersachsen hingegen dürfen Kids unter 14 nur eine Angel in die Hand nehmen zur direkten Prüfungsvorbereitung.

    So sind je nach Bundesland Kinder bevorzugt oder stark benachteiligt. Hier müsste man über die Landesgesetze hinweg den Zugang der Kinder zum praktischen Angeln vereinfachen und vereinheitlichen. Ein ganz konkreter Ansatz wäre zum Beispiel, den sogenannten Jugendfischereischein bundesweit abzuschaffen und vorbehaltlos jedem Kind und jedem Jugendlichen in Deutschland die Möglichkeit zu geben ohne bürokratische Hürden und ohne vom Staat auferlegte Kosten angeln zu gehen.

    Was in Deutschland passiert, wenn ein Kind aus dem Ausland hier angeln möchte kann man übrigens auch bei uns nachlesen. Auch bei so etwas setzen sich Netzwerker wie hier Franz Hollweck mit ihren Kenntnissen, Fähigkeiten und Engagement ein (siehe: https://www.netzwerk-angeln.de/angeln/angelszene/406-fischereischein-fuer-kinder-aus-dem-ausland-12-jaehriges-maedchen-darf-endlich-in-bayern-angeln.html )

    15 – 25 % der Bevölkerung, also die der Natur entfremdeten Hardcore-Natur- und Tierschützer oder Tierrechtssektierer wird man nie vom Angeln überzeugen können (auch nicht müssen).

    GeRaTi Redaktion: Der Stellenwert eines Anglers in Amerika ist ungleich höher als bei uns in Deutschland. Es heißt scherzhaft, man kann dort nicht einmal Präsident werden, wenn man nicht angelt. Wie könnte es gelingen unser Hobby auch hierzulande in ein positiveres Licht zu rücken?

    Thomas Finkbeiner: Dass das Angeln in vielen Ländern viel stärker in der Gesellschaft vernetzt ist, liegt schlicht an dem viel einfacherem Zugang zu dieser Tätigkeit. In Deutschland wird über Angeln in der Mitte der Gesellschaft nur geredet. Praktisch wird aber alles getan, damit dies keinesfalls stattfindet.

    Aber grundsätzlich steht dennoch unser Hobby auch in Deutschland nicht so schlecht da. 15 – 25 % der Bevölkerung, also die der Natur entfremdeten Hardcore-Natur- und Tierschützer oder Tierrechtssektierer wird man nie vom Angeln überzeugen können (auch nicht müssen).

    Beim Rest versagen leider die Naturschutzverbände der organisierten Sport- und Angelfischerei (die keine 20 % der Angler in Deutschland ausmachen! Siehe: https://www.netzwerk-angeln.de/infocenter/hintergruende/327-die-anglerzahl-wie-viele-angler-gibt-es-in-deutschland.html). Denn die legen leider mehr Wert auf Naturschutz und Gewässerbewirtschaftung als aufs praktische Angeln.

    Naturschutz kann aber jeder.
    Praktisches Angeln können nur Angler bieten.

    Mehr das praktische Angeln in den Vordergrund zu rücken und möglichst vielen Leuten das Erlebnis Angeln einfach und unbürokratisch zu ermöglichen, das würde dem Angeln in Deutschland sicher mehr helfen als Nistkästen bauen und Müll sammeln.

    GeRaTi Redaktion: Du kennst dich hervorragend in angelpolitischen Themen aus und hast sogar schon mal Gregor Gysi vor dem Mikrofon gehabt. Geht einem gestandenen Journalisten wie Dir angesichts solcher politischer Hochkaräter vor so einem Interview auch mal die Düse?

    Thomas Finkbeiner: Ehrlich gesagt nicht. Ich habe schon seit 20 Jahren viele Kontakte zu vielen Politikern verschiedener Parteien und interviewe regelmäßig Politiker, das ist für mich ein ganz normaler journalistischer Umgang. Auch Politiker sind nur Menschen!

    Es gibt keinen Grund, warum einem da “die Düse gehen” soll. Und die angelnden Politiker sind ohnehin meist nettere und entspanntere Politiker als nicht-angelnde! Die es mir so also noch leichter machen.

    GeRaTi Redaktion: Fällt dir jemand ein den du schon immer mal Interviewen wolltest?

    Thomas Finkbeiner: Bis dato hatten wir das Glück, alle gewünschten Interviewpartner aus der Branche, Politik oder Gesellschaft auch interviewen zu können, die wir zu einem anglerischen Thema interviewen wollten. Und teilweise hatten sich auch z. B. Politiker selbst zum Interview angeboten. Weiterhin schauen wir natürlich permanent, wer etwas Interessantes zum Angeln zu sagen hat, und werden dies dann bringen.

    Mit Izaac Walton, einem der ersten schreibenden Angler (The Compleat Angler, veröffentlicht 1653 ), hätte ich persönlich gerne mal darüber gesprochen, was er über die Entwicklung des Angelns von seiner Zeit in die heutige Gesellschaft zu sagen gehabt hätte.

    GeRaTi Redaktion: Der würde vermutlich vom Glauben abfallen. Ein Kulturschock vor dem Herren.

    Kannst du uns sagen in welchen Parteien Politiker arbeiten die privat auch Angeln? Gibt es inzwischen gar eine über Fraktionelle Gruppe, die sich der Angelthematik annimmt, Stichwort Anglerschutzverband?

    Thomas Finkbeiner: Ich kenne aus allen Parteien Angler. Ein Anglerschutzverband kann nur von Anglern gemacht werden (als Medium würden wir gerne darüber berichten), nicht von Politikern. Bundestagsabgeordnete diverser Fraktionen wollen aber einen “Arbeitskreis Angeln” installieren, den wir von Netzwerk Angeln medial mit angeregt haben.

    Link Politikerinterviews:
    https://www.netzwerk-angeln.de/component/tags/tag/angelnde-politiker.html

    PETA ist aber fürs Angeln und Angler mehr lästig als gefährlich.

    GeRaTi Redaktion: Ich bin beeindruckt, mit anderen Worten Netzwerk Angeln verschafft sich Gehör in der Politik. Hoffentlich bleibt es beim “Arbeitskreis Angeln” nicht beim WOLLEN!

    Kommen wir zu einem äußerst negativ besetzten Thema. Es gibt Organisationen wie PETA und Co. die sich auf die Fahnen geschrieben haben die Angelei abzuschaffen. Da werden Schmierkampagnen gefahren wie „Haben Angler kurze Ruten“, da werden Schnupperangler in Massen angezeigt, da werden Handlungsanweisungen ins Netz gestellt wie man einem bösen Angler am besten das Leben schwer macht: „Angler in Sicht?“, da werden öffentlich rechtliche Sender instrumentalisiert, um die Angler in ein schlechtes Licht zu rücken.

    Ist PETA für uns Angler gefährlich oder sind deren Aktionen zu vernachlässigen?

    Thomas Finkbeiner: Ich halte grundsätzlich alle Bewegungen und Parteien mit einem totalitären Ansatz, ebenso Menschheits- und Weltverbesserungs-, Verbots- und Zensurorganisationen für die Gesellschaft für gefährlich.

    PETA ist aber fürs Angeln und Angler mehr lästig als gefährlich.

    Ich bewundere ihre Öffentlichkeitsarbeit.

    Im Gegensatz zu den Naturschutzverbänden der organisierten Sport- und Angelfischerei ist die Öffentlichkeitsarbeit bei PETA eben sehr professionell und daher sind sie auch viel bekannter.

    Sehr selten kommen aber Anzeigen von PETA gegen Angler wirklich durch. Letztendlich nutzt PETA ein aus meiner persönlichen Sicht überkandideltes Tierschutzrecht gnadenlos aus. Die Gefahr für Angler geht daher eher vom Tierschutzrecht aus – und von Fischereiverbänden, die nichts dagegen unternehmen!
    Nicht von PETA.
    Die sind in meinen Augen für Angler eher nur lästig.

    GeRaTi Redaktion: Von einem unbekannten Angler wurde ein fundierter Antrag auf Aberkennung der Gemeinnützigkeit von PETA gestellt. Wie siehst du die Erfolgsaussichten?

    Thomas Finkbeiner: Dazu wird demnächst mehr kommen in einem Artikel bei uns in der Rubrik Angelpolitik (https://www.netzwerk-angeln.de/angelpolitik.html). Denn mit einem der Anwälte, die auch bei Netzwerk Angeln tätig sind (Kolja Kreder) konnte PETA eine Niederlage beigebracht werden. Der gegen PETA erfolgreiche Angler wird dann auch seine Anonymität aufgeben.

    GeRaTi Redaktion: PETA Niederlagen finden wir von GeRaTi immer sehr erfreulich und wir werden deshalb den Champagner schon einmal kalt stellen!

    Thomas es ist kein Geheimnis das der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) für dich ein Reizthema ist. Was macht er deiner Meinung nach Falsch?

    Thomas Finkbeiner: So ein großes Reizthema ist der DAFV für mich gar nicht. Wenn er sich als Naturschutzverband der in den Landes- und Spezialverbänden organisierten Gewässerbewirtschafter aus Dingen heraus halten würde, von denen sie wenig Ahnung haben (Angler, Angeln und Anglerschutz), und sich auf Gewässerbewirtschaftung konzentrieren würde, hätte ich mit dem DAFV keine Probleme.

    Da sie aber in der Politik immer wieder Vorgaben, Vorschriften und Einlassungen gegen Angler unterstützen (von der Motivation zum Angeln bis zur Unterstützung von Einschränkungen und Verboten) muss dieses kontraproduktive Verhalten für Angler, Angeln und Anglerschutz klar aufgezeigt werden.

    Wie viel Wertschätzung dieser Verband innerhalb der eigenen Reihen genießt, sieht man vielleicht am besten daran, dass sich der DAFV seit der Übernahme des DAV in den VDSF und der Umbenennung in DAFV schon fast halbiert hat.
    Siehe dazu: https://www.netzwerk-angeln.de/angelpolitik/213-deutscher-angelfischer-verband-dafv-nur-noch-30-mitglieder-2.html.

    Viele Probleme von Anglern (z.B. Entscheidungsfreiheit über die Entnahme od. des Zurücksetzens) würden damit auf einen Schlag verschwinden.

    GeRaTi Redaktion: Stell dir vor du wirst plötzlich zum „König von Deutschland“ ernannt und dir wird damit die Möglichkeit gegeben dir deine eigene Angelwelt zu Basteln. Beschreibe mal wie diese aussähe.

    Thomas Finkbeiner:
    • Einfache für jeden verständliche Regeln, die dann auch konsequent durchgesetzt werden.
    • Ein Schein für ganz Deutschland (analog Vispas in den Niederlanden).
    • Wie in England, das herausnehmen von waidgerechter Jagd und Angeln aus dem Tierschutzgesetz, um es sowohl den originären Naturschutzverbänden, den Naturschutzverbänden der organisierten Sport- und Angelfischerei und Tierrechtsorganisationen wie PETA schwerer zu machen, Anglern immer mehr zu verbieten und Angeln immer mehr einzuschränken.

    Viele Probleme von Anglern (z.B. Entscheidungsfreiheit über die Entnahme od. des Zurücksetzens) würden damit auf einen Schlag verschwinden.

    GeRaTi Redaktion: Vereinfacht gesagt, die Entbürokratisierung des Angelsports. Thomas, ich bedanke mich für deine offenen Worte und hoffe, dass wir auch in Zukunft Kontakt halten, um uns in Angelfragen auszutauschen. Es war mir eine Freude.

    https://youtu.be/X9IqOzCpWSEhttps://youtu.be/e3HU0fpReB4

  • PeTA sagt: Angler sollten sich dem Fischen von Plastik und anderen Müll widmen!!!

    Diese Aussage traf PeTA Mitarbeiterin Dr. Tanja Breining in einem Interview was sie der Passauer Neue Presse gab. GERATI schaut sich dieses Interview einmal genauer an.

    Die Passauer Neue Presse (PNP) wendete sich an die Pressestelle von PeTA und wollte die Frage beantwortet haben, warum PeTA immer wieder Strafanzeigen gegen Angler stellt!

    Die Pressestelle von PeTA leitete die Fragen an ihre studierte Meeresbiologin weiter, die nicht einmal einen Unterschied, zwischen einen echten Fisch und einem der aus Plastik in einem Aquarium schwimmt, erkennt.

    Dass bei PeTA ehern unfähige Mitarbeiter tätig zu sein scheinen, sorgt immer wieder für amüsanten und unterhaltsamen Gesprächsstoff.

    So ist es auch in diesem Interview, was Frau Breining dem PNP gab.

    Ich möchte hier, aus dem von der PNP veröffentlichtem Interview, zitieren und meine ganz persönliche Meinung darlegen. Das komplette Interview ist unter folgenden Link abrufbar!

    https://plus.pnp.de/lokales/plattling/3252062_Peta-Angler-sollen-Plastikmuell-fischen.html

    (PNP Frage:)
    Welches Ziel verfolgt Peta mit solchen Anzeigen?

    Breining: Wir möchten erreichen, dass sämtliche Wettangelveran-staltungen grundsätzlich und bereits im Vorfeld verboten werden.

    PeTA stellte in der Vergangenheit nicht nur gegen solche Wettangelveranstaltungen Strafanzeigen, die meines Wissens, zum größten Teil alle eingestellt wurden.

    Wir erinnern uns an den Versuch von PeTA, das Ferienangebot „Angeln“ in Osnabrück verbieten zu lassen, was genauso kläglich scheiterte, wie viele andere an den Haaren herbeigezogenen Strafanzeigen.

    Fische sind sensible Wirbeltiere, die nicht zu Spielzeug oder Unterhaltungsobjekten degradiert werden dürfen.

    Das übliche PeTA rumdruckse, wenn letztendlich sämtliche Argumente fehlen. „Der Teddy hat Arme und Beine deswegen darf das Kind damit nicht Spielen“ (Anm. d. Red.)

    Im Übrigen haben wir mehrere Gutachten von Staatsanwaltschaften vorliegen, die uns darin bestätigen, dass das Wettfischen („Gemeinschaftsfischen“) eine Straftat darstellt. So schrieb uns die Staatsanwaltschaft Erfurt am 15. Januar 2019: „Grundsätzlich ist insoweit festzustellen, dass die Durchführung eines Gemeinschaftsangelns bei gleichzeitiger Auslobung von Preisen beziehungsweise eines Pokals ein Vergehen der Tiertötung darstellt. Zwar kann ein anerkannter Grund für die Tötung eines Tieres der spätere Verzehr sein. Dieser tritt jedoch dann in den Hintergrund, wenn nicht mehr der Verzehr, sondern der Wettbewerbsgedanke Leitmotiv des Angelns und folglich des Tötens ist.“ Neben Erfurt wird auch in Verfügungen der Staatsanwaltschaften Regensburg, Würzburg, Münster und weiterer fünf Staatsanwaltschaften ausdrücklich festgestellt, dass es sich beim Wettfischen um eine strafbare Handlung handelt – und zwar selbst dann, wenn der Fisch anschließend verzehrt wird.

    Da PeTA wiedereinmal keine Belege für ihre getroffenen Aussagen beifügt, kann man wohl hier ehern davon ausgehen, sollte diese Stellungnahmen von einzelnen Staatsanwaltschaften bestehen, diese ehern als persönliches Meinungsbild des Verfassers anzusehen ist.

    Dennoch machte sich GERATI auf die Suche und fand Folgendes heraus!

    PETA verweist auch auf die Verfügungen der Staatsanwaltschaften Regensburg vom 21.03.2018 (Az. 103 Js 4867/18), Würzburg vom 13. Juli 2015 (Az.: 612Js 12165/14), Münster vom 19. März.2014 (Az.: 540 Js 1433/13) und weiterer fünf Staatsanwaltschaften, in denen ebenfalls ausdrücklich festgestellt wird

    focus.de

    Also scheinen die Staatsanwaltschaften, dann doch nicht direkt PeTA angeschrieben zu haben, sondern dieses wurde in einer Klageschrift festgehalten. Dieses ergibt sich auch aus folgendem Fall.

    Nun also musste die Staatsanwaltschaft Verden klären, ob und wenn ja, inwieweit bei dem Angel-Event zu Pfingsten gegen den Tierschutz verstoßen wurde. Grundsätzlich handele es sich dabei schon um einen Verstoß gegen das Gesetz, sagt Lutz Gaebel, der Sprecher der Anklagebehörde. Der einzelne Angler aber trage nur eine geringe Teilschuld. Zumal die Fische tatsächlich verzehrt und nicht einfach im Müll entsorgt worden seien. „Deshalb wurde das Verfahren gegen eine Geldbuße von 50 Euro, die an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke zu zahlen sind, eingestellt“, so Gaebel. Und betont: „Es handelt sich nicht um einen Präzedenzfall, sondern um einen Einzelfall.“

    weser-kurier.de

    Solche Fälle redet sich PeTA also schön. In vielen anderen Fällen kam es dabei nicht einmal zu einem Ordnungsgeld, sondern die Verfahren wurden insgesamt eingestellt.

    GERATI wollte schon mehrfach einmal in Erfahrung bringen, welche Kosten solche Strafanzeigen von PeTA für den Steuerzahler erzeugen. Leider ist man selbst vom Justizministerium nicht bereit hier eine Zahl als Anhaltspunkt zu nennen.

    PNP Frage:
    Gibt es Versuche, einen gemeinsamen Kurs des Tierschutzes mit Fischereiverbänden zu gehen? Schließlich nennen sich die Fischer auch Naturschützer.

    Breining: Wir könnten Fischer nur dann als Naturschützer sehen, wenn sie keine Tiere mehr fangen und töten, sondern sich ausschließlich dem Fischen von Plastik oder sonstigem Müll widmen würden. Dann könnten wir uns einen gemeinsamen Kurs – nämlich den Schutz der Natur inklusive der Lebewesen, die ja Teil der Natur sind, vorstellen.

    Angler und Fischer sollten sich nach dem Ansinnen von PeTA, ehern mit dem Fischen von Plastik oder sonstigem Müll beschäftigen!

    Was macht eigentlich PeTA für den Naturschutz? PeTA sitzt in einem Büro und schreibt irgendwelchen Mist, verbreitet Fakenews und stellt lächerliche Strafanzeigen! Man hat noch keinen PeTA Mitarbeiter bei einem Arbeitseinsatz zur Pflege und Hege der deutschen Gewässer beobachten können.

    Würden Angel- und Fischereivereine und Verbände nicht die Pflege und Müllbeseitigung an den Gewässern organisieren und durchführen, dann sehen wohl viele Gewässer ehern wie die in Jakarta aus!

    11032019 jakarta Muell
    zeit.de

    Anstatt das Frau Breining dumme Sprüche klopft, wäre es doch einmal eine tolle Kampagne, wenn sich die sechzig hoch bezahlten PeTA-Mitarbeiter einmal in Arbeitskleidung und Gummistiefel zwängen würden und einen Anglerverein nur ein einziges Mal bei der Reinigung, der Ufern und des Gewässers helfen würde.

    Aber PeTA kann nur eins, polemischen Schwachsinn von sich geben und immer wieder aufzeigen, dass man weder Ahnung noch Argumente vorweisen kann, die ihre Glaubwürdigkeit unterstützen würden.

    Naturschutz und Fischerei – Töten von Fischen – ist für uns ein unvereinbarer Widerspruch. Niemand, der ein Tier in der Natur tötet, sollte sich Naturschützer nennen.

    Naturschützer ist man dann, wenn man in der Natur und mit der Natur arbeitet und nicht in einem Büro sitzt und Medienberichte sucht um auf polemische Art seinen Senf, oder gar eine witzige Strafanzeige zu stellen.

    PNP Frage:
    Erkennen Sie die Ziele eines Hegefischens an?

    Breining: Fische schwimmen seit mehr als 400 Millionen Jahren in den Gewässern. Früheste Funde des Homo sapiens sind gerade einmal 300000 Jahre alt. Dies bedeutet, dass sich die Fische und Gewässer hunderte Millionen Jahre selbst gehegt haben. Und es den Gewässern und den Tieren darin, wenn wir ehrlich sind, sehr viel besser ging als heute.

    Von Evolution hat Frau Breining wahrscheinlich auch noch nichts gehört! Der Homo sapiens ist nicht so einfach vom Himmel gefallen. Und Fressfeinde gibt es immer und überall auch bereits, bevor der Mensch in gebildeter Form entstanden ist. Bewiesen ist, dass die Entwicklung des Menschen, durch die Handhabung des Feuers und der damit verbundenen Möglichkeit seine Nahrung zu kochen, erst ermöglicht wurde. Hier spielt insbesondere die tierische Nahrungsquelle eine große Rolle.

    Wenn PeTA auch immer wieder behauptet, der Mensch sei kein Fleischfresser, so stellt sich die Frage auf, warum dann Veganer unbedingt supplementieren müssen. Ein Mensch kann sich, wenn er sich normal ernährt, ohne Probleme überleben. Als Veganer, wäre er frühzeitig dem Untergang geweiht würde er nicht seine täglichen Pillen einwerfen.

    Aber ich will hier in diesem Artikel nicht über die vegane Lebensweise herziehen. Soll jeder sich so ernähren, wie er es für richtig erachtet.

    Wir brauchen also keine Angler, die Fische aus den Gewässern holen, um diese Gewässer zu „hegen“. Das Argument der „Hege“ ist in unseren Augen ein Vorwand, um einem Hobby nachzugehen, bei dem sensible Wirbeltiere gefangen und getötet werden.

    Hege und Pflege stehen für ein gesundes Ökosystem und ist notwendig um den Fischbestand im Gleichgewicht zu halten. Gleichzeitig beobachten Angler das Gewässer und schreiten ein, bevor es umkippt und unzählige Fische qualvoll sterben müssen.


    Gewässer werden vor Versumpfung bewahrt und Laichplätze geschaffen. Gleichzeitig wird Müll aus und um das Gewässer entsorgt und regelmäßig aufgepasst, dass Besucher und Badegäste, keinen Müll hinterlassen. Und was macht PeTA?

    PNP Frage:
    Wie definieren Sie „sinnloses Töten von Fischen“?

    Breining: Wir vertreten den Standpunkt, dass Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie essen. Sie haben ein Recht auf eigenes Leben.

    Allein schon der Standpunkt zeigt doch, wie falsch PeTA liegt und was das eigentliche Ziel ist. PeTA geht es nicht um die Tiere, sondern es geht um die Veganisierung der Menschheit. Dazu empfiehlt PeTA Firmen die Vegane Produkte herstellen. Welcher finanzielle Vorteil für PeTA hier besteht, bleibt offen!

    PNP Frage:
    Wenn es keine Gemeinschaftsfischen mehr gäbe, hätte dies den Fischern zufolge weitreichende Konsequenzen: Die Vereine hätten keinen Fisch mehr zum Verkauf zur Verfügung, dadurch weniger Einnahmen und können so nichts in die Natur investieren (Besatzmaßnahmen zur Förderung der Fischvielfalt). Wie antworten Sie auf diese These?

    Breining: Die Fischer brauchen keine Fischbesatzungsmaßnahmen durchzuführen, denn die Fischpopulationen kommen sehr gut ohne den menschlichen Eingriff zurecht – immerhin hat es ja etwa 400 Millionen Jahre hervorragend ohne menschliche Besatzungsmaßnahmen funktioniert. Die Besatzungsmaßnahmen dienen in erster Linie den Fischern selbst, damit genug Fische für die Ausübung ihres Hobbys, dem Angeln, vorhanden sind.

    Dieses mag bis vor 200 Jahren gestimmt haben. Mittlerweile sind aber die Flussverläufe und Uferbereiche bebaut. Insbesondere der Hochwasserschutz lässt es Flüssen nicht zu, sich auszubreiten und somit für Fische neue Laichplätze zu schaffen. Wie notwendig es ist, kann man jedes Jahr in Berliner Gewässern erleben, wo Tausende Fische an Sauerstoffmangel jährlich sterben.

    Viele Fische sind in diesem Jahr relativ früh dem mangelnden Sauerstoffgehalt in Berliner Gewässern zum Opfer gefallen. Allein in den vergangenen anderthalb Wochen seien knapp sieben Kubikmeter tote Fische abgefischt und entsorgt worden, sagte Wildtierexperte Derk Ehlert aus der Umweltverwaltung am Montag auf Anfrage. Damit sei eine Menge erreicht, die dem Durchschnittswert heißer Sommer entspreche. Hauptsächlich betroffen seien Kanäle und Teiche.

    berliner-zeitung.de

    Allerdings könnten die Gemeinden darüber nachdenken, ob sie den Fischern für das Herausangeln von Plastikmüll (statt Fischen) aus den Gewässern einen finanziellen Zuschuss gewähren.

    Hallo Frau Braining. Ich empfehle Ihnen einmal dringend an einer Reinigungsaktion, eines Angelvereins teilzunehmen. Würden Angelverbände nicht den Müll von anderen beseitigen, und die Uferbereiche pflegen wäre so mancher Fluss, See oder Teich mehr als vermüllt und tot.

    So könnten die Fischpopulationen geschützt und die Gewässer sauber gehalten werden. Das wäre eine wirklich tolle und auch notwendige Maßnahme, wenn man bedenkt, dass laut wissenschaftlicher Prognosen 2050 mehr Plastik als Fische (in Gewicht) in den Ozeanen schwimmen sollen. Der Schutz der Meere und der Fische beginnt bereits in kleinen Gewässern und mit dem Ende jeglicher Fischerei. Das wäre echte Hege, Naturschutz, Schutz der Fischpopulationen und der Artenvielfalt! Sicher würden sich dann auch neue Mitglieder finden, die wiederum Geld in die Vereinskasse bringen. Insbesondere junge Menschen würden sich vermutlich einem solchen Verein anschließen.

    Wir von Peta hoffen, dass die Fischer sich künftig mit dem Fischen von Plastikmüll beschäftigen werden und Fische in Ruhe ihr Leben leben lassen.

    Warum wohl, findet man keinen einzigen PeTA Mitarbeiter, Anhänger oder irgendeinen Tierrechtler, der in der Natur sich an Aufräumarbeiten beteiligt. PeTA ist ja bekannt, dass sie Straftaten der „Animal Liberation Front“ (ALF) für nicht nur gut, sondern auch als wichtiges Mittel der Tierrechtsarbeit ansehen. Dabei gehen auch schon mal in trockenen Wäldern Jagdstände in Flammen auf, oder man versprüht Buttersäure, schlägt Schaufensterscheiben ein und beschädigt Verkaufsware.

    Zu diesem Interview gab es auch einen Leserbrief, den die PNP veröffentlicht hatte. Abzurufen unter https://plus.pnp.de/lokales/plattling/3253054_Brief-an-die-Redaktion.html

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