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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

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  • Drei kranke Welpen aus Kofferraum in Berlin beschlagnahmt

    Drei kranke Welpen aus Kofferraum in Berlin beschlagnahmt

    In Berlin-Charlottenburg hat die Polizei drei Welpen aus dem Kofferraum eines Autos beschlagnahmt. Die Tiere sollten nach einer von PETA initiierten Kontaktaufnahme in der Herderstraße verkauft werden. Zwei Toypudel befinden sich nach Angaben der Organisation in kritischem gesundheitlichem Zustand und werden nun im Tierheim Berlin in Tollwut-Quarantäne versorgt.

    Angebot über Onlineplattform führte zum Einsatz

    Ausgangspunkt war eine Anzeige auf Quoka.de, in der ein Pomeranian für 1.500 Euro angeboten wurde. Eine PETA-Ermittlerin trat nach Angaben der Organisation als Kaufinteressentin auf. Während des Kontakts soll der Anbieter zusätzlich zwei Toypudel zum Verkauf angeboten haben.

    Beim vereinbarten Treffen entdeckte die Ermittlerin die drei Hundebabys in einer Plastikkiste im Kofferraum des Fahrzeugs. Die Berliner Polizei wurde hinzugezogen und stellte die Tiere sicher. Nach Angaben von PETA stammten die Welpen aus Polen, verfügten weder über EU-Heimtierausweise noch über die erforderlichen Impfungen; zwei der drei Tiere seien zudem nicht gechippt gewesen.

    Die Unterbringung im Tierheim ist zunächst keine normale Aufnahme, sondern Teil der vorgeschriebenen Absonderung. Die Welpen bleiben wegen des möglichen Tollwutrisikos in Quarantäne und können erst nach veterinärmedizinischer Prüfung weitervermittelt werden. Für die beiden Toypudel geht es dabei zunächst um die Stabilisierung ihres Gesundheitszustands.

    Gesundheitszustand der Toypudel besonders kritisch

    „Die beiden Toy-Pudel sind krank und brauchen dringend medizinische Unterstützung. Wir hoffen, sie überleben“, erklärte PETA-Mitarbeiterin Jana Hoger. Ihre Aussage beschreibt den aktuellen Ernst der Lage, stellt aber noch keine bestätigte Diagnose oder Todesprognose dar. Welche Erkrankungen genau vorliegen und wie sich der Zustand der Tiere entwickelt, wurde öffentlich nicht mitgeteilt.

    Der Fall zeigt zugleich, warum Käufer bei auffällig schnellen Onlineangeboten besonders vorsichtig sein müssen. Fehlende Ausweise, nicht vorhandene Kennzeichnung und eine Übergabe aus einem Fahrzeug sind konkrete Warnsignale. Wer einen Welpen kauft, kann durch die Prüfung von Herkunft, Chip, Impfstatus und den Haltungsbedingungen verhindern, dass ein solcher Handel finanziert wird.

    Berliner Politik streitet über wirksamere Kontrolle

    Nach Angaben der B.Z. hatte das Berliner Abgeordnetenhaus erst im Juni über den illegalen Welpenhandel beraten. Die Grünen und die Linke befürworteten demnach, das Hunderegister stärker zur Bekämpfung des Handels zu nutzen. Die schwarz-rote Koalition lehnte diesen Ansatz wegen datenschutzrechtlicher Bedenken und fehlender Abstimmung mit anderen Bundesländern ab.

    Wie groß das Problem in Berlin ist, verdeutlichen Zahlen des Tierschutzvereins für Berlin. Der Verein registrierte 2024 mindestens 52 Welpen in 32 Fällen mit Verdacht auf illegalen Handel und rechnete zugleich mit einer erheblichen Dunkelziffer. Die Zahlen beziehen sich auf Verdachtsfälle und sind daher nicht gleichbedeutend mit rechtskräftig festgestellten Verstößen.

    PETA fordert angesichts des aktuellen Falls ein Verbot des Handels mit lebenden Tieren auf Onlineplattformen. Die Organisation verweist auf mehr als 13.400 Welpenangebote auf großen Plattformen; diese Zahl stammt aus ihrer eigenen Auswertung und umfasst nicht automatisch bestätigte Fälle illegalen Handels. Der konkrete Berliner Einsatz macht jedoch sichtbar, welche Folgen fehlende Kontrollen für die Tiere haben können: Drei Welpen wurden aus einer improvisierten Transportbox geholt, zwei von ihnen müssen nun zunächst um ihr Überleben kämpfen.

    Die Rettung der Tiere steht damit im Mittelpunkt des aktuellen Falls. Für die Welpen folgt nun die weitere Versorgung unter den Bedingungen der Quarantäne. Der Ausgang bleibt nach den vorliegenden Angaben offen.

    Quellen

  • Badischer Züchtertag: Impfungen und Zuchtbuchführung als Themen der Veranstaltung

    Badischer Züchtertag: Impfungen und Zuchtbuchführung als Themen der Veranstaltung

    Am 6. September trafen sich Geflügelzüchter zum 22. Badischen Züchtertag in Neunkirchen. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Geflügelgesundheit, zur Zuchtpraxis und zur Nachwuchsarbeit. Drei Mitglieder des GZV Schriesheim nahmen an der als Fortbildung für den Sach- und Fachkundenachweis konzipierten Veranstaltung teil. Als überregionaler Treffpunkt verband der Züchtertag die Wissensvermittlung in Vorträgen mit dem Austausch unter Züchtern und bot damit Orientierung für die praktische Vereins- und Zuchtarbeit.

    Newcastle-Impfung als Thema der Veranstaltung

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Vortrag von Dr. Fritz vom Geflügelgesundheitsdienst Baden-Württemberg. Unter dem Titel „Gesund erhalten von Geflügel“ ging es unter anderem um die Newcastle-Krankheit. Dabei wurde auf die gesetzliche Impfpflicht hingewiesen.

    Für Halter ist vor allem die rechtliche Konsequenz wichtig: Auf die gesetzliche Impfpflicht gegen Newcastle-Krankheit wurde hingewiesen. Der GZV Schriesheim verwies in diesem Zusammenhang auf einen eigenen Impftermin am 20. September 2026. Die Veranstaltung machte damit deutlich, dass Gesundheitsvorsorge nicht erst bei einem Krankheitsverdacht beginnt, sondern zur regelmäßigen Bestandsbetreuung gehört.

    Rechtslage zur Vogelgrippe

    Ein weiterer Schwerpunkt war die derzeitige Rechtslage zur Aviären Influenza, häufig als Vogelgrippe bezeichnet. Nach den Angaben des Vereins sind präventive Impfungen gegen die Vogelgrippe in Deutschland derzeit nicht allgemein zugelassen. Ein flächendeckender Impfschutz für Nutzgeflügel ist deshalb rechtlich nicht möglich.

    Dokumentation als Werkzeug der Zucht

    Neben der Tiergesundheit befasste sich Tobias Rell mit dem Thema Zuchtbuch und Zuchtbuchführung. Eine sorgfältige Dokumentation hält unter anderem Abstammungen, Leistungsdaten und die Entwicklung einzelner Zuchtlinien fest. Damit können Züchter Entscheidungen nachvollziehbarer treffen und die Qualität ihrer Zucht über mehrere Generationen hinweg beobachten.

    Die Bedeutung reicht über reine Vereinsformalitäten hinaus. Wer Herkunft und Eigenschaften seiner Tiere systematisch erfasst, kann Verpaarungen gezielter planen und Entwicklungen im Bestand besser bewerten. Gerade bei kleineren Rassegeflügelbeständen schafft ein übersichtliches Zuchtbuch zudem eine verlässliche Grundlage für den Austausch mit anderen Züchtern und für die langfristige Erhaltung bestimmter Rassen.

    Nachwuchsarbeit ergänzt den fachlichen Austausch

    Auch die Nachwuchsförderung war Bestandteil des Züchtertags. Günter Endres stellte aus der Landesjugendarbeit neue Kinderbücher der vier Landesverbände vor. Die Geschichten „David – Neues Leben auf der grünen Wiese“ und „Emil und die Tür unter der alten Eiche“ sollen Kindern einen altersgerechten Zugang zur Geflügel- und Vereinswelt ermöglichen.

    Für den GZV Schriesheim ist ein kleines Kontingent der Bücher angekündigt. Damit verbindet der Verein die Fachveranstaltung mit einem praktischen Angebot für junge Interessierte. Der Züchtertag in Neunkirchen war somit nicht nur eine Vortragsveranstaltung, sondern auch ein Treffpunkt für überregionalen Austausch und die Weitergabe von Wissen an die nächste Generation.

    Quellen

  • Kobelt-Zoo Frankfurt sucht Ehrenamtliche für Tierpflege und Instandhaltung

    Kobelt-Zoo Frankfurt sucht Ehrenamtliche für Tierpflege und Instandhaltung

    Im Kobelt-Zoo in Frankfurt-Schwanheim haben rund 200 Tiere ein Zuhause gefunden. Viele von ihnen kamen nach schwierigen Vorgeschichten in den kleinen Tierpark und werden dort von einem überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Team versorgt. Damit der kostenlos zugängliche Zoo seinen Betrieb auch künftig aufrechterhalten kann, werden nun weitere Helfer für die Tierpflege, handwerkliche Arbeiten und die Betreuung der Besucher gesucht. Unterstützung ist dabei nicht nur für regelmäßige Einsätze gefragt, sondern auch punktuell bei Veranstaltungen und anderen Aufgaben möglich.

    Ehrenamt als Grundlage des Zoobetriebs

    Geschäftsführerin Sylvia Schwind verbindet mit dem Kobelt-Zoo eine lange persönliche Geschichte. Sie wuchs mit dem Tierpark in Schwanheim auf und engagiert sich heute selbst für dessen Erhalt und Weiterentwicklung. Viele der dort lebenden Tiere wurden aufgenommen, nachdem sie aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr bei ihren früheren Haltern bleiben konnten. Nach Angaben der Stadt Frankfurt stammen einige Tiere beispielsweise aus Beschlagnahmungen durch das Veterinäramt und haben vor ihrer Aufnahme im Kobelt-Zoo schwierige Haltungsbedingungen erlebt.

    Der Tierpark wird weitgehend ehrenamtlich getragen und erhebt keinen festen Eintritt. Dadurch können Familien, Schulklassen und andere Besucher den Zoo unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten besuchen. Dieses Konzept macht den Kobelt-Zoo zu einem niedrigschwelligen Freizeit- und Begegnungsangebot, stellt den Betreiberverein gleichzeitig aber vor besondere organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Denn auch ohne Eintrittspreise fallen täglich Kosten für Futter, medizinische Versorgung, Reparaturen, Gehege und die Pflege des gesamten Geländes an.

    Helfer mit unterschiedlichen Zeitbudgets gesucht

    Die Aufgaben für freiwillige Helfer sind entsprechend vielfältig. Unterstützung wird beim Füttern und Versorgen der Tiere, bei handwerklichen Arbeiten und bei der Instandhaltung des Geländes benötigt. Hinzu kommen Führungen für Schulklassen sowie die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen. Interessierte müssen sich dabei nicht zwangsläufig an mehreren Tagen pro Woche verpflichten, denn nach Angaben des Zoos beziehungsweise der Stadt Frankfurt sind auch monatliche oder punktuelle Einsätze möglich.

    Wer nicht regelmäßig vor Ort mitarbeiten kann, hat ebenfalls Möglichkeiten, den Kobelt-Zoo zu unterstützen. Neben Geld- und Futterspenden können Interessierte beispielsweise Tierpatenschaften übernehmen. Gerade bei größeren Veranstaltungen ist der Verein zudem auf zusätzliche Helfer angewiesen, die das bestehende Team entlasten. Damit wird deutlich, dass der Betrieb des Zoos nicht allein von finanziellen Spenden, sondern in erheblichem Maße von der verfügbaren Arbeitskraft ehrenamtlicher Unterstützer abhängt.

    Bereits im Frühjahr 2026 zeigte sich, wie umfangreich die Arbeiten hinter den Kulissen sind. Ehrenamtliche bereiteten das Gelände auf die neue Saison vor, erledigten Reparaturen und begleiteten zahlreiche Tiere zu tierärztlichen Untersuchungen. Solche Aufgaben fallen zusätzlich zur täglichen Versorgung der Tiere an und müssen auch außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten organisiert werden. Ohne Menschen, die regelmäßig Verantwortung übernehmen und Zeit investieren, wäre ein vollständig ehrenamtlich getragener Zoobetrieb dieser Art kaum aufrechtzuerhalten.

    Kobelt-Zoo bei der Frankfurter Ehrenamtsmesse

    Neue Unterstützer möchte der Kobelt-Zoo nun unter anderem über die Frankfurter Ehrenamtsmesse erreichen. Dort können sich Interessierte über verschiedene Vereine, Projekte und Möglichkeiten für freiwilliges Engagement informieren. Für den Kobelt-Zoo bietet die Veranstaltung die Gelegenheit, direkt mit potenziellen Helfern über konkrete Aufgaben, benötigte Fähigkeiten und den möglichen zeitlichen Umfang eines Engagements zu sprechen. Gleichzeitig kann der Verein dort Menschen erreichen, die sich grundsätzlich ehrenamtlich engagieren möchten, bislang aber noch nicht an eine Mitarbeit in einem Tierpark gedacht haben.

    Für den Kobelt-Zoo ist die Teilnahme deshalb mehr als reine Öffentlichkeitsarbeit. Entscheidend ist, tatsächlich zusätzliche Menschen für die praktische Arbeit im Tierpark zu gewinnen und damit das bestehende Team dauerhaft zu entlasten. Auch wer zunächst nur einzelne Aktionen unterstützen möchte, kann auf diesem Weg einen Einblick in den Betrieb und die anfallenden Aufgaben bekommen. Informationen zur Mitarbeit, zu Tierpatenschaften und zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten stellt der Kobelt-Zoo zusätzlich über seine eigene Website zur Verfügung.

    Die Ehrenamtsmesse ergänzt damit andere lokale Initiativen und Veranstaltungen in Frankfurt, bei denen unterschiedliche gesellschaftliche Projekte sichtbar gemacht werden. Für den Kobelt-Zoo steht dabei allerdings ein sehr konkreter Bedarf im Vordergrund: Es werden Menschen benötigt, die bereit sind, tatsächlich mit anzupacken. Gerade bei einem Betrieb, der weitgehend auf freiwilliger Mitarbeit basiert, entscheidet die Zahl verfügbarer Helfer unmittelbar darüber, welche Aufgaben zuverlässig erledigt werden können. Das betrifft sowohl die Versorgung der Tiere als auch die Pflege und Instandhaltung der gesamten Anlage.

    Kostenfreier Zugang braucht freiwillige Unterstützung

    Das Konzept des Kobelt-Zoos verbindet einen kostenfreien Zugang mit einem überwiegend ehrenamtlich organisierten Betrieb. Damit unterscheidet sich der Tierpark in Schwanheim in mehreren Punkten von größeren zoologischen Einrichtungen mit festen Eintrittspreisen und umfangreicher hauptamtlicher Personalstruktur. Gleichzeitig verschwinden die laufenden Kosten und Arbeitsaufgaben nicht dadurch, dass Besucher keinen Eintritt bezahlen müssen. Tierpflege, Futter, tierärztliche Versorgung, Reparaturen und die Unterhaltung des Geländes müssen unabhängig vom Finanzierungsmodell zuverlässig gewährleistet werden.

    Ehrenamtliche übernehmen deshalb einen wesentlichen Teil der täglichen Arbeit und tragen dazu bei, dass der Zoo sein Angebot aufrechterhalten kann. Die fachliche Verantwortung für die Tiere bleibt davon unberührt, doch ohne ausreichend Menschen für die vielen praktischen Aufgaben stößt ein ehrenamtlich geführter Betrieb schnell an seine Grenzen. Wer sich engagieren möchte, kann auf der Ehrenamtsmesse Kontakt zum Team aufnehmen oder den Zoo direkt über seine offizielle Website erreichen. Im Impressum wird für die Kontaktaufnahme die E-Mail-Adresse kobelt-zoo@web.de angegeben.

    Ob der Kobelt-Zoo auch langfristig kostenfrei zugänglich bleiben kann, hängt damit nicht allein von Spenden oder einzelnen Fördermaßnahmen ab. Ebenso wichtig sind Menschen, die bereit sind, ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und gegebenenfalls auch handwerkliche Fachkenntnisse einzubringen. Das Engagement kann je nach persönlicher Situation unterschiedlich umfangreich ausfallen und reicht von regelmäßiger Tierpflege bis zur punktuellen Unterstützung bei Veranstaltungen. Gerade dieses Zusammenspiel aus freiwilliger Arbeit, Spenden und langfristigem Engagement bildet die Grundlage dafür, dass der Kobelt-Zoo seine Arbeit in Frankfurt-Schwanheim fortsetzen kann.

    Quellen

  • Animal Hoarding in Deutschland: Fälle mit betroffenen Tieren

    Animal Hoarding in Deutschland: Fälle mit betroffenen Tieren

    Mindestens 343 Fälle von Animal Hoarding wurden 2023 in Deutschland registriert. Betroffen waren mehr als 16.000 Tiere. Die Zahlen stammen aus einem Forschungsprojekt unter Beteiligung der Technischen Universität Dresden und des Deutschen Tierschutzbundes – und zeigen zugleich, wie lückenhaft der Überblick bislang ist.

    Fehlende gemeinsame Daten erschweren das Vorgehen

    Bisher gibt es keine zentrale Statistik und keine gemeinsame Datenbank der Veterinärämter. Die erfassten Fälle bilden deshalb wahrscheinlich nicht das gesamte Ausmaß ab. Animal Hoarding bleibt häufig lange verborgen, weil die Zustände in den betroffenen Haushalten erst durch Hinweise aus der Nachbarschaft, Kontrollen oder akute Notlagen bekannt werden.

    Für Veterinärämter bedeutet jeder Fall einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Müssen Tiere wegen unzureichender Versorgung fortgenommen werden, braucht es kurzfristig Unterbringungsplätze, tierärztliche Untersuchungen und eine längerfristige Betreuung. Auch Tierheime geraten dadurch an ihre Belastungsgrenzen, weil viele Tiere gleichzeitig aufgenommen werden und oft gesundheitliche oder verhaltensbezogene Probleme haben.

    Das Forschungsprojekt soll deshalb nicht nur Fallzahlen zusammentragen, sondern auch typische Verläufe und Unterstützungsbedarfe sichtbar machen. Eine einheitliche Erfassung könnte Behörden helfen, Fälle besser zu vergleichen und wiederkehrende Entwicklungen früher zu erkennen. Für die Praxis wäre das besonders wichtig, weil einzelne Veterinärämter derzeit weitgehend mit eigenen Akten und regionalen Erfahrungswerten arbeiten.

    47 Hunde in Bad Iburg zeigen die Folgen

    Wie schwer die Folgen sein können, zeigte ein Fall aus Bad Iburg. Im Februar 2025 wurden dort nach der vorliegenden Darstellung 47 Hunde aus einem Einfamilienhaus gerettet. Die Tiere waren nach dieser Darstellung krank, mangelernährt und verhaltensauffällig. Im Tierheim mussten sie anschließend etwa zwei Monate intensiv versorgt werden.

    Der Fall wurde auch juristisch aufgearbeitet. Nach der vorliegenden Darstellung begann gegen den Halter der Hunde am 8. September 2025 vor dem Amtsgericht Osnabrück der Prozess. Eine solche strafrechtliche Konsequenz ist bei Fällen von Animal Hoarding allerdings nicht der Regelfall. Häufig bleibt es bei einem Tierhalteverbot, dessen Einhaltung in der Praxis schwer zu kontrollieren ist.

    Gerade darin liegt ein zentrales Problem: Werden Tiere beschlagnahmt, ist der konkrete Haushalt zunächst geräumt. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt verweist auf Schätzungen, nach denen mehr als 90 Prozent der Betroffenen nach einer früheren Beschlagnahmung erneut Tiere sammeln. Diese Zahl wird als Schätzung beschrieben und ist nicht mit einer amtlichen Rückfallstatistik gleichzusetzen.

    Tierwohl und Hilfe für Betroffene müssen zusammen gedacht werden

    Animal Hoarding ist nicht auf eine einzige soziale Gruppe beschränkt. Nach dem Bericht gibt es bislang keine eindeutigen Gemeinsamkeiten zwischen allen Fällen. Zugleich befinden sich viele Betroffene in belastenden psychosozialen Lebenssituationen und erkennen nach Einschätzung von Fachleuten häufig nicht, dass ihre Tiere leiden.

    Die Sozialwissenschaftlerin Sandra Wesenberg fordert deshalb einen umfassenderen Umgang mit dem Phänomen. Neben dem Schutz der Tiere müsse auch geprüft werden, welche psychosoziale Unterstützung die Halter benötigen. Ohne solche Hilfen kann ein Tierhalteverbot möglicherweise allein nicht ausreichen.

    Auch die fachliche Einordnung ist noch nicht abschließend geklärt. Wesenberg hält eine präzisere Definition von Animal Hoarding für notwendig und bringt die Frage auf, ob es sich möglicherweise um ein eigenständiges psychisches Krankheitsbild handeln könnte. Eine solche Einordnung wäre keine Entschuldigung für schlechte Haltung, könnte aber den Zugang zu geeigneten Hilfsangeboten verbessern.

    Für Tierheime und Veterinärämter entscheidet sich der Nutzen des Forschungsprojekts letztlich daran, ob aus den Zahlen konkrete Strukturen entstehen. Eine bessere Erfassung, frühere Hilfen und abgestimmte Verfahren könnten verhindern, dass Behörden erst dann eingreifen, wenn Dutzende Tiere unter Krankheit, Mangelversorgung und Verwahrlosung leiden. Bis dahin bleibt der Schutz der Tiere stark davon abhängig, wie früh ein Fall erkannt wird und welche Unterbringungs- und Unterstützungsangebote vor Ort verfügbar sind.

    GERATI-Beitrag zu Animal Hoarding

    Quellen

  • Stallumbauten Emsland: 49 von 52 Betrieben rechtzeitig genehmigt

    Stallumbauten Emsland: 49 von 52 Betrieben rechtzeitig genehmigt

    Im Landkreis Emsland haben 49 von 52 landwirtschaftlichen Betrieben rechtzeitig die für den geförderten Stallumbau erforderliche Baugenehmigung erhalten. Damit konnten nach Angaben des Landkreises rund 94 Prozent der betroffenen Betriebe ihren Förderantrag innerhalb der Frist einreichen. Stichtag für die investive Förderung aus dem Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung war der 31. August 2026.

    Hinter dieser Quote steht allerdings eine erhebliche Kraftanstrengung von Landwirten, Planungsbüros und Behörden. Das ursprünglich bis 2030 vorgesehene Förderprogramm wurde vorzeitig beendet, wodurch für einzelne Genehmigungsverfahren nur noch wenige Wochen blieben. Die rechtzeitig erteilte Baugenehmigung war dabei eine zwingende Voraussetzung für die Beantragung der Fördermittel.

    Verkürzte Förderfrist erzeugte erheblichen Zeitdruck

    Der Landkreis Emsland und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen unterstützten die betroffenen Betriebe bei der Vorbereitung und Bearbeitung der Verfahren. Gleichzeitig mussten unter anderem die Bereiche Hochbau, Umwelt, Brandschutz und Veterinärwesen eng zusammenarbeiten. Kreisbaurat Dr. Michael Kiehl bezeichnete die verkürzte Frist als enorme Herausforderung für alle Beteiligten.

    In 49 der insgesamt 52 Fälle konnte die Baugenehmigung dennoch rechtzeitig erteilt werden. Damit waren diese Betriebe grundsätzlich in der Lage, fristgerecht einen Antrag auf investive Förderung zu stellen. Ob sämtliche Anträge vollständig waren und tatsächlich bewilligt werden, geht aus der Mitteilung des Landkreises allerdings nicht hervor.

    Für die drei Betriebe ohne fristgerechte Baugenehmigung nennt der Landkreis keine Einzelheiten. Unklar bleibt deshalb, woran die Verfahren scheiterten und ob für diese Betriebe noch andere Fördermöglichkeiten bestehen. Die hohe Genehmigungsquote zeigt somit vor allem, dass die Behörden die kurzfristige Bearbeitungsphase weitgehend bewältigen konnten.

    Sauenhalter müssen besonders hohe Investitionen stemmen

    Von den gesetzlichen Veränderungen sind im Emsland insbesondere Ferkelerzeuger und damit Betriebe mit Sauenhaltung betroffen. Sie müssen ihre Ställe an die Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung anpassen. Je nach vorhandener Anlage können dafür umfangreiche Veränderungen im Deckzentrum oder im Abferkelbereich notwendig werden.

    Nach Angaben des Landkreises bewegen sich die Investitionsvolumen der einzelnen Bauvorhaben zwischen 250.000 Euro und fünf Millionen Euro. Eine Aufstockung der Tierbestände ist im Rahmen der geförderten Maßnahmen nicht erlaubt. Die Betriebe können die Investitionen deshalb nicht einfach durch eine höhere Zahl gehaltener Tiere und entsprechend höhere Einnahmen ausgleichen.

    Georg Meiners, Präsident des Emsländischen Landvolks, bezeichnet die Förderung daher als existenziell für die betroffenen Betriebe. Ohne finanzielle Unterstützung sei der aufwendige Umbau zu höheren Tierwohlstandards wirtschaftlich kaum lohnend. Die Baugenehmigung schafft damit zwar den Zugang zur Förderung, beantwortet aber noch nicht die Frage, ob der einzelne Betrieb seinen Eigenanteil dauerhaft finanzieren kann.

    Der Konflikt ist nicht auf das Emsland begrenzt. Bereits im GERATI-Artikel „Bauernverband fordert längere Umbaufristen für Sauenhalter“ wurde deutlich, dass Stallumbauten, gesetzliche Fristen und fehlende Planungssicherheit bundesweit aufeinanderprallen. Wer heute mehrere Millionen Euro investiert, muss schließlich darauf vertrauen können, dass die gewählte Haltungsform auch langfristig rechtlich zulässig und wirtschaftlich nutzbar bleibt.

    Mehr Tierwohl kann zum Strukturwandel führen

    Die Verbesserung der Haltungsbedingungen ist das erklärte Ziel der gesetzlichen Vorgaben und des Bundesprogramms. Mehr Platz, veränderte Stallbereiche und zusätzliche Tierwohlanforderungen verursachen jedoch Kosten, die nicht automatisch über den Markt zurückverdient werden. Genau darin liegt der zentrale Zielkonflikt zwischen politischem Anspruch und landwirtschaftlicher Realität.

    Nach Darstellung des Landkreises erwartet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dass innerhalb der kommenden fünf bis acht Jahre etwa die Hälfte der betroffenen Betriebe den Betriebszweig Sauenhaltung aufgeben könnte. Diese Prognose ist keine bereits eingetretene Entwicklung, verdeutlicht aber die Größenordnung des erwarteten Strukturwandels. Die rechtzeitig erteilten Genehmigungen können diesen wirtschaftlichen Druck lediglich abmildern.

    Hinzu kommt, dass der Zeitplan nicht mit der Antragstellung endet. Die Mittel für geförderte Baumaßnahmen müssen nach Angaben des Landkreises spätestens bis zum 15. Oktober 2028 abgerufen werden. Genehmigte Betriebe müssen ihre Vorhaben daher nicht nur finanzieren, sondern auch innerhalb des vorgegebenen Zeitraums umsetzen und abrechnen.

    Genehmigungserfolg löst das Grundproblem nicht

    Dass 49 von 52 Verfahren rechtzeitig abgeschlossen wurden, ist zunächst ein Erfolg der beteiligten Behörden, Fachstellen und Betriebe. Unter erheblichem Zeitdruck konnten fast alle förderfähigen Antragsteller die entscheidende baurechtliche Voraussetzung erfüllen. Für die Zukunft der Sauenhaltung im Emsland ist diese Quote dennoch nur eine Momentaufnahme.

    Entscheidend wird sein, wie viele Betriebe die geplanten Investitionen tatsächlich umsetzen können. Tierwohlvorgaben entfalten keine nachhaltige Wirkung, wenn die notwendigen Umbauten wirtschaftlich nicht tragfähig sind und die Tierhaltung anschließend aufgegeben wird. Politische Ziele, Förderbedingungen und betriebliche Realität müssen deshalb so aufeinander abgestimmt werden, dass höhere Standards nicht lediglich zu einer weiteren Verlagerung oder Aufgabe der heimischen Tierhaltung führen.

    Quellen

  • Monsterfüchse in Finnland: Neue Aufnahmen und die verschobene EU-Entscheidung

    Monsterfüchse in Finnland: Neue Aufnahmen und die verschobene EU-Entscheidung

    Neue Aufnahmen aus finnischen Pelzfarmen zeigen nach Angaben der Tierschutzorganisation Project 1882 stark übergewichtige Blaufüchse mit auffälligen Hautfalten, Verletzungen und erheblichen Bewegungseinschränkungen. Das Material soll zwischen November 2025 und April 2026 auf Farmen in Lapua, Veteli und Kauhava entstanden sein. Einige der Tiere sollen nach Schätzungen von VIER PFOTEN bis zu 19 Kilogramm wiegen.

    Die Bilder erscheinen zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. Die Europäische Kommission muss weiterhin entscheiden, ob sie ein Verbot der Pelztierzucht und der Vermarktung von Zuchtpelzen vorschlägt oder lediglich strengere Haltungsstandards einführt. Eine ursprünglich für März 2026 erwartete Entscheidung wurde bislang nicht vorgelegt.

    Neue Aufnahmen aus drei finnischen Pelzfarmen

    Project 1882 veröffentlichte das Bild- und Videomaterial Anfang September 2026. Nach Angaben der Organisation zeigen die Aufnahmen Blaufüchse mit starken Hautfalten, Augenentzündungen, unbehandelten Verletzungen und deutlich eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Die Tiere werden demnach in Drahtkäfigen gehalten, die nur begrenzte Möglichkeiten zum Laufen, Erkunden oder Graben bieten.

    Das Material stammt allerdings nicht aus einer behördlichen Kontrolle. Project 1882 erhielt es nach eigenen Angaben von einer anonymen Quelle. Damit lassen sich Aufnahmeorte und Zeitraum zwar anhand der Angaben der Organisation benennen, eine unabhängige Überprüfung jedes einzelnen Bildes oder des Gesundheitszustands aller gezeigten Tiere ist auf dieser Grundlage jedoch nicht möglich.

    VIER PFOTEN spricht von Tieren, die schätzungsweise bis zu 19 Kilogramm wiegen könnten. Ein konkretes Körpergewicht lässt sich aus Fotos und Videos allein jedoch nicht feststellen. Die Zahl sollte deshalb nicht als bestätigter Messwert, sondern ausdrücklich als Schätzung der Tierschutzorganisation behandelt werden.

    Zucht auf größere Körper und Felle

    Blaufüchse sind eine Farbvariante des Polarfuchses und werden in der Pelztierzucht unter anderem wegen ihres dichten Fells gehalten. Nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wurden Tiere in der Pelzproduktion genetisch auf schnelleres Wachstum und größere Körper selektiert. Größere Tiere können entsprechend größere Felle liefern und damit einen wirtschaftlichen Vorteil darstellen.

    Genau diese Zuchtausrichtung steht seit Jahren in der Kritik. Bereits 2017 sorgten Aufnahmen extrem übergewichtiger Füchse aus finnischen Pelzfarmen international für Empörung. Die finnische Pelzbranche kündigte daraufhin an, gegen die Zucht übergroßer Tiere vorzugehen. Die aktuellen Aufnahmen werfen zumindest die Frage auf, wie wirksam diese Zusage umgesetzt und kontrolliert wurde.

    Hinzu kommt eine Angabe von VIER PFOTEN zur finnischen Pelzauktionsgesellschaft Saga Furs. Demnach wurden bei einer Auktion im März 2026 mehr als 12.700 Blaufuchsfelle in einer Größenkategorie angeboten, die oberhalb des nach dem Skandal von 2017 festgelegten Maximums liegen soll. Diese Darstellung stammt von der Tierschutzorganisation und konnte anhand öffentlich auffindbarer Auktionsunterlagen nicht unabhängig bestätigt werden.

    Dennoch zeigt die Vermarktung besonders großer Felle, sofern die Angaben zutreffen, einen offensichtlichen Zielkonflikt. Einerseits erklärte die Branche, die Zucht übergroßer Füchse begrenzen zu wollen. Andererseits besteht weiterhin ein wirtschaftlicher Markt für besonders große Felle. Ohne nachvollziehbare Kontrollen und veröffentlichte Daten bleibt daher offen, wie konsequent die eigenen Zusagen tatsächlich durchgesetzt werden.

    EFSA sieht grundlegende Probleme der Käfighaltung

    Die Kritik an der Pelztierhaltung stützt sich nicht ausschließlich auf Aufnahmen von Tierschutzorganisationen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit veröffentlichte im Juli 2025 eine wissenschaftliche Bewertung zur Haltung von Nerzen, Rotfüchsen, Polarfüchsen, Marderhunden und Chinchillas. Dabei identifizierte die EFSA insbesondere die geringe Größe und die strukturarme Gestaltung der üblichen Käfige als zentrale Tierschutzprobleme.

    Nach Einschätzung der Behörde schränken die derzeitigen Haltungssysteme Bewegung, Nahrungssuche und Erkundungsverhalten erheblich ein. Viele dieser Beeinträchtigungen könnten innerhalb der bestehenden Käfigsysteme nicht wesentlich reduziert werden, weil der begrenzte Raum kaum zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten oder geeignete Rückzugsbereiche zulässt. Bei Polarfüchsen nennt die EFSA außerdem Probleme mit Beinen und Pfoten als eine der wesentlichen gesundheitlichen Folgen.

    Einzelne Belastungen ließen sich nach Ansicht der Behörde durch ausgewogene Fütterung, Gewichtskontrolle, gezielte Zuchtauswahl, mehr Platz und unterschiedliche Bodenarten verringern. Daraus folgt jedoch nicht, dass die heutigen Haltungssysteme insgesamt als ausreichend bewertet werden. Die EFSA kommt vielmehr zu dem Ergebnis, dass für erhebliche Verbesserungen grundsätzlich größere und stärker strukturierte Gehege erforderlich wären.

    Damit erhält die Debatte über strengere Standards eine fachliche Grundlage, gleichzeitig werden deren Grenzen sichtbar. Verbesserte Fütterung oder eine andere Käfigausstattung könnten bestimmte Probleme reduzieren. Die grundlegende Einschränkung arttypischer Verhaltensweisen wäre damit aber nicht automatisch behoben.

    „Fur Free Europe“: Antwort erfolgte bereits 2023

    Die Europäische Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ sammelte 1.502.319 bestätigte Unterschriften aus 18 Mitgliedstaaten. Sie fordert sowohl ein EU-weites Verbot der Haltung und Tötung von Tieren zur Pelzproduktion als auch ein Verbot, Produkte aus Zuchtpelz auf dem europäischen Binnenmarkt anzubieten. Damit richtet sich die Initiative nicht nur gegen europäische Pelzfarmen, sondern auch gegen den weiteren Verkauf entsprechender Importprodukte.

    Anders als in der ursprünglichen Artikelfassung dargestellt, steht die erste Antwort der Europäischen Kommission nicht mehr aus. Die Kommission reagierte bereits am 7. Dezember 2023 auf die Bürgerinitiative und leitete weitere Prüfungen ein. Dazu gehörten die wissenschaftliche Bewertung durch die EFSA, Besuche in Mitgliedstaaten, eine Befragung nationaler Behörden und eine öffentliche Konsultation zu den wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Folgen verschiedener Handlungsoptionen.

    Offen ist die politische und gegebenenfalls gesetzgeberische Konsequenz aus diesen Prüfungen. Eine weitergehende Entscheidung war ursprünglich für März 2026 angekündigt, wurde aber nicht vorgelegt. Nach Medienberichten bestehen innerhalb der Kommission unterschiedliche Auffassungen darüber, ob ein vollständiges Verbot oder neue Mindeststandards verfolgt werden sollen.

    Berichte über eine angeblich bereits feststehende Ablehnung des Verbots beruhen bislang auf Medienberichten über interne Unterlagen. Eine offiziell beschlossene und veröffentlichte Entscheidung der Kommission liegt nach dem öffentlich dokumentierten Stand nicht vor. Deshalb wäre es verfrüht, ein Scheitern der Bürgerinitiative oder die Einführung bestimmter neuer Standards als feststehende Tatsache darzustellen.

    Regulierung oder Verbot bleibt die zentrale Frage

    Die neuen Aufnahmen aus Finnland beantworten nicht sämtliche rechtlichen und fachlichen Fragen zur Pelztierzucht. Sie dokumentieren nach Darstellung von Project 1882 jedoch, dass weiterhin Füchse mit extremen körperlichen Merkmalen in herkömmlichen Käfigsystemen gehalten werden. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Feststellungen der EFSA liefern sie der politischen Debatte neues Material.

    Strengere Standards könnten bestimmte Belastungen reduzieren und Vorgaben für Zucht, Fütterung, Gewicht, Bodenbeschaffenheit und Platzangebot verschärfen. Ein Verbot würde dagegen nicht die einzelnen Haltungsbedingungen verändern, sondern die Pelztierzucht als Geschäftsmodell beenden. Hinzu kommt die gesonderte Frage, ob auch das Inverkehrbringen importierter Zuchtpelze untersagt werden soll.

    Für eine verantwortungsvolle Entscheidung reicht es nicht aus, lediglich neue Zertifikate oder freiwillige Zusagen der Branche einzuführen. Wenn selbst nach dem Skandal von 2017 weiterhin Tiere mit extremen Körpermerkmalen auftreten, müssen auch Kontrolle, Transparenz und wirtschaftliche Anreize hinterfragt werden. Gleichzeitig müssen konkrete Vorwürfe gegenüber einzelnen Farmen nachvollziehbar belegt und dürfen nicht allein aus Kampagnenmaterial abgeleitet werden.

    Die Europäische Kommission steht deshalb vor einer Entscheidung, die über technische Mindestmaße für Käfige hinausgeht. Sie muss bewerten, ob die wesentlichen Bedürfnisse von Füchsen, Nerzen und anderen Pelztieren unter kommerziellen Bedingungen überhaupt ausreichend erfüllt werden können. Die bisherigen Untersuchungen liefern deutliche Hinweise auf strukturelle Probleme, eine endgültige politische Antwort bleibt jedoch weiterhin aus.

    Quellen

  • Schwarzrückenaguti aus Leipzig zieht in den Zoo Duisburg

    Schwarzrückenaguti aus Leipzig zieht in den Zoo Duisburg

    Im Zoo Duisburg ist ein männliches Schwarzrückenaguti aus dem Zoo Leipzig eingezogen. Das südamerikanische Nagetier lebt jetzt in der Tropenhalle „Rio Negro“ und ist dort gemeinsam mit einem Gürteltier zu sehen. Die Anlage liegt gegenüber den Seekühen. Damit beherbergt der Zoo am Kaiserberg eine weitere Tierart.

    Neue Anlage für den kleinen Waldbewohner

    Für den Einzug wurde die Anlage nach Angaben des Zoos angepasst. Versteckmöglichkeiten, natürliche Strukturen und Bereiche für die Futtersuche sollen dem Aguti Abwechslung bieten und typische Verhaltensweisen unterstützen. Besucher können das Tier bereits in seinem neuen Zuhause beobachten, wobei sich die Aktivität vor allem auf die Tagesstunden konzentriert.

    Die Erweiterung passt zum thematischen Schwerpunkt der Rio-Negro-Anlage. Dort treffen verschiedene südamerikanische Tierarten aufeinander. Die Gesellschaft mit dem Gürteltier beschreibt dabei die gemeinsame Nutzung des Bereichs.

    Verwandt mit Meerschweinchen, aber deutlich größer

    Schwarzrückenagutis gehören zu den Nagetieren und sind mit Meerschweinchen verwandt. Anders als diese leben sie grundsätzlich als Einzelgänger. Charakteristisch sind der kompakte Körper, kräftige Hinterbeine und der dunkle Rücken.

    In freier Wildbahn ernähren sich Agutis unter anderem von Früchten, Samen und anderer pflanzlicher Nahrung. Sie vergraben zudem Nüsse und Samen als Vorräte.

    Das Schwarzrückenaguti kommt in Südamerika vor, insbesondere in Regionen Nordost-Brasiliens südlich des Amazonas und östlich des Rio Tocantins. Sein Lebensraum umfasst unter anderem Laub- und Regenwälder sowie Buschlandschaften. Nach Angaben des Duisburg-Journals erreichen die Tiere eine Körperlänge von ungefähr 60 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu rund 4,2 Kilogramm.

    Für Zoobesucher ist der Neuzugang damit nicht nur eine weitere Tierart im Bestand, sondern auch ein leicht zu übersehender Bewohner der Tropenhalle: Wer das Aguti sehen möchte, sollte gezielt in der Rio-Negro-Anlage gegenüber den Seekühen suchen.

    Quellen

  • „Elefant, Tiger & Kids“: Jugendliche erleben Zooarbeit zwischen Tierpflege und Artenschutz

    „Elefant, Tiger & Kids“: Jugendliche erleben Zooarbeit zwischen Tierpflege und Artenschutz

    Sechs Jugendliche tauschen in der dritten Staffel von „Elefant, Tiger & Kids“ die Schulbank gegen Schubkarre und Arbeitskleidung. Mila, Jóra, Vivian, Anton, Max und Jakob absolvieren ein vierwöchiges Praktikum in Zoos und Tierparks in Mitteldeutschland. Die Serie zeigt dabei nicht nur Fütterungen und Reinigungsarbeiten, sondern auch medizinisches Training, Tierarzttermine und den Umgang mit bedrohten Arten.

    Vom Zoopark Erfurt bis nach Leipzig

    Der Einstieg erfolgt im Zoopark Erfurt. Dort lernen die Jugendlichen die täglichen Abläufe kennen und werden schrittweise an praktische Aufgaben herangeführt. Zu den in der Staffel gezeigten Tätigkeiten gehören unter anderem die Vorbereitung von Futter, die Versorgung verschiedener Tierarten und die Unterstützung bei Untersuchungen. Auch die Zusammenarbeit mit Tierpflegern gehört zum Praktikumsalltag. Die Jugendlichen erhalten dadurch Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Zooarbeit.

    Weitere Stationen sind der Zoo Leipzig und der Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna. Der Episodenguide nennt unter anderem die Fütterung von Elefanten, Einsätze im Flamingo-Haus, Aufgaben bei Geparden und Begegnungen mit Capybaras. In einer Folge geht es um einen Gen-Check bei Flamingos, bei dem die Jugendlichen einen Einblick in tiermedizinische Abläufe erhalten. Die Serie macht damit sichtbar, dass Tierpflege im Zoo weit über das reine Verteilen von Futter hinausgeht. Auch weniger sichtbare Arbeitsschritte werden dabei einbezogen.

    Medizinisches Training und Verantwortung für Tiere

    Besonders anschaulich wird der praktische Schwerpunkt beim medizinischen Target-Training mit der Gepardin Judy. Bei solchen Trainings lernen Tiere, bestimmte Abläufe freiwillig mitzumachen, damit Untersuchungen oder Behandlungen möglichst sicher und stressarm durchgeführt werden können. Für die Jugendlichen bedeutet das, genau zu beobachten, Anweisungen zu befolgen und die Grenzen ihrer eigenen Rolle zu verstehen. Dadurch wird der praktische Charakter des Praktikums deutlich.

    Auch der Flamingo-Blut-Check und die Versorgung verletzter Fledermäuse gehören zu den Themen der Staffel. Die Jugendlichen übernehmen dabei nicht eigenständig die Verantwortung für medizinische Maßnahmen, sondern erleben, wie eng Tierpflege, tierärztliche Betreuung und genaue Dokumentation zusammenhängen. Gerade diese Einblicke vermitteln ein realistischeres Bild des Berufs: Sorgfalt, Hygiene und Teamarbeit sind ebenso wichtig wie der unmittelbare Kontakt zu Tieren. Die Serie ordnet die Aufgaben damit in den Arbeitsalltag eines Zoos ein.

    Artenschutz wird praktisch erklärt

    Die Staffel verbindet den Zooalltag mit Fragen des Artenschutzes. Die Teilnehmer erfahren, wie Zoos bedrohte Tierarten unterstützen und wie Tiere auf ein Leben in geschützten Lebensräumen vorbereitet werden können. Dabei bleibt der Artenschutz nicht auf allgemeine Appelle beschränkt, sondern wird an konkreten Aufgaben und Tierarten erklärt. Die Jugendlichen begegnen dem Thema somit im Rahmen ihrer praktischen Tätigkeiten.

    Das ist für ein junges Publikum besonders relevant. Wer nur spektakuläre Tierbegegnungen sieht, bekommt schnell ein verkürztes Bild von moderner Tierhaltung. Die Serie setzt deshalb auch bei weniger glamourösen Tätigkeiten an: Futter vorbereiten, Gehege pflegen, Beobachtungen auswerten und bei tiermedizinischen Abläufen aufmerksam bleiben. Der praktische Nutzen liegt darin, dass die Zuschauer den Aufwand hinter der Versorgung und Betreuung von Zootieren nachvollziehen können. Zugleich werden die Aufgaben der Jugendlichen nicht mit einer vollständigen Berufsausbildung gleichgesetzt.

    Eine WG als zweite Ebene der Serie

    Neben den Tieren steht die Gruppe selbst im Mittelpunkt. Vier Wochen lang leben die sechs Jugendlichen gemeinsam in einer WG und müssen den Praktikumsalltag mit den Herausforderungen des Zusammenlebens verbinden. Aus einzelnen Bewerbern soll ein Team werden, das Aufgaben verteilt, Rückschläge aushält und Verantwortung übernimmt. Das Zusammenleben bildet damit eine zusätzliche Ebene der Serie.

    Der MDR berichtete zur Staffel, dass die Jugendlichen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands stammen und für die Dreharbeiten mehrere Zoos und Tierparks kennenlernten. Dadurch entsteht nicht nur eine Serie über Tierpflege, sondern auch eine Dokumentation über berufliche Orientierung und persönliche Entwicklung. Die Teilnehmer sehen verschiedene Einrichtungen und Arbeitsbereiche, ohne dass daraus automatisch ein vollständiges Berufsbild des Tierpflegers entstehen kann. Die Serie verbindet damit praktische Einblicke mit der Darstellung der Gruppe.

    Die dritte Staffel startete am 2. Oktober 2025 in der ARD Mediathek und bei KiKA. Mit ihren 18 Folgen führt sie vom ersten Tag im Zoopark Erfurt bis zur Abschlussprüfung. Für Zuschauer, die sich für Tiere oder eine Ausbildung im Zoo interessieren, liegt der Mehrwert vor allem in der Verbindung aus praktischen Aufgaben und verständlich erklärtem Artenschutz. Die Serie zeigt: Hinter jeder Fütterung und jeder Tierbegegnung stehen Vorbereitung, Fachwissen und ein Team, das die Verantwortung für die Tiere trägt.

    Tatsächlich verwendete externe Quellen: ["https://www.mdr.de/presse/etk_drehstart_dritte_staffel-100.html","https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/zoo-tiere-kinder-jugendliche-fernsehen-100.html","https://www.fernsehserien.de/elefant-tiger-und-kids/episodenguide/staffel-3/56748","https://www.ardmediathek.de/serie/elefant-tiger-und-kids/staffel-3/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kZXJlaWhlbi8xMDI3MWI4My04NGFiLTQwZmQtYWM5Yy01MmE2ZTc0YzM5YzE/3"]

    Quellen

  • Steinadler bleiben länger im Revier – Schweinswal-Aufnahmen zeigen tödliche Gefahr durch Stellnetze

    Steinadler bleiben länger im Revier – Schweinswal-Aufnahmen zeigen tödliche Gefahr durch Stellnetze

    Die vorliegenden Angaben behandeln junge Steinadler, die trotz früher Flugfähigkeit länger im elterlichen Revier bleiben, sowie akustische Aufnahmen aus Cornwall, die den Tod eines Schweinswals in einem Stellnetz dokumentieren.

    Steinadler fliegen früh, verlassen ihr Revier aber spät

    Kamran Safi forscht unter anderem zu Steinadlern und ihrem Segelflug. Die vorliegenden Angaben nennen dabei keine überprüfbaren Details zu Stichprobengröße oder Untersuchungszeitraum. So konnten die Forschenden nachvollziehen, wie die Jungadler Thermik nutzen, Höhe gewinnen und auf unterschiedliche Windbedingungen reagieren.

    Das Ergebnis korrigiert die verbreitete Vorstellung vom lange unselbstständigen Jungvogel. Die Adler unternahmen Flüge außerhalb des elterlichen Reviers. Sie kehrten jedoch immer wieder zurück. Einige Tiere blieben in der Nähe ihrer Eltern, obwohl sie leistungsfähige Flieger waren.

    Die vorliegenden Angaben ordnen dieses Verhalten als mögliche Anpassung an die knappe Zahl geeigneter Reviere in den Alpen ein. Wenn nahezu alle günstigen Gebiete besetzt sind, könnte ein später Auszug den Jungvögeln Zeit verschaffen, bis sich eine eigene Gelegenheit ergibt. Für den Schutz der Art bedeutet das: Beobachtungen von Jungadlern in einem elterlichen Gebiet sind nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass die Tiere den Start ins selbstständige Leben nicht schaffen. Die Forschung zu Tieren im Alpenraum macht zugleich deutlich, wie eng Wildtiere dort mit begrenztem Raum und menschlicher Nutzung konkurrieren.

    Ein Schweinswal hebt das Netz an

    Vor der Küste Cornwalls dokumentierte ein akustisches Überwachungssystem den Tod eines etwa 1,2 Meter langen Schweinswals in einem Stellnetz. Das Tier war gemeinsam mit einem zweiten Schweinswal auf Nahrungssuche. Nach dem Verfangen stieß es mehr als 50 Klicklaute aus, während der begleitende Schweinswal ebenfalls akustisch reagierte.

    Die Aufnahmen dokumentieren außerdem die Befreiungsversuche. Der gefangene Schweinswal veränderte dabei die akustisch erfassten Eigenschaften des Netzes, bevor er ertrank. Die Beobachtung zeigt, dass sich ein Schweinswal während der Jagd in einem Netz verfangen kann; daraus lässt sich keine allgemeine Aussage über die Wahrnehmung von Stellnetzen durch Schweinswale ableiten.

    Jamie Macaulay und sein Team von der Universität St. Andrews verbinden die Ergebnisse nicht mit der Forderung nach einem generellen Verbot der Fangtechnik. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Entwicklung von Netzen, aus denen sich größere Meeressäuger befreien können. Für die Praxis bedeutet das, dass die akustisch dokumentierten Befreiungsversuche bei der Entwicklung solcher Netze berücksichtigt werden könnten. Die akustische Überwachung dokumentiert dabei das Verhalten des Tieres vor seinem Tod und die Befreiungsversuche.

    Haie zwischen Forschung und persönlicher Begegnung

    Die vorliegenden Angaben erwähnen die ARD-Dokumentation „Unter Haien“, belegen jedoch keine weiteren Details zu ihrer Produktion oder ihrem Inhalt.

    Apps und Erdmännchen zeigen andere Seiten des Tierverhaltens

    Eine Untersuchung an Erdmännchen in der Kalahari befasste sich mit dem Verhalten dominanter Weibchen.

    Die verschiedenen Studien und Beobachtungsprojekte zeigen damit keinen einheitlichen „Erfolgsweg“ der Tiere, sondern unterschiedliche Antworten auf dieselbe Grundfrage: Wie lässt sich unter schwierigen Umweltbedingungen Zeit, Raum oder Energie gewinnen?

  • Ausgesetzte Dackelwelpen lösen Ansturm auf Tierheim Schwandorf aus

    Ausgesetzte Dackelwelpen lösen Ansturm auf Tierheim Schwandorf aus

    Fünf ausgesetzte Dackelwelpen haben im Tierheim Schwandorf eine Welle von Adoptionsanfragen ausgelöst. Die etwa neun Wochen alten Hunde wurden an einer Autobahnraststätte bei Wernberg-Köblitz gefunden. Aus Bayern, Sachsen und Österreich gingen Anfragen ein. Vermittelt werden können die Tiere jedoch frühestens nach Abschluss ihrer Quarantäne in etwa sechs Wochen.

    Welpen bleiben zunächst unter Quarantäne

    Die Tiere werden im Tierheim medizinisch versorgt, geimpft und entwurmt. Die Welpen entwickeln sich trotz ihrer Vorgeschichte gut. Interessenten bittet das Tierheim dennoch, vorerst von weiteren Anfragen abzusehen, weil eine Auswahl von Haltern erst nach der Quarantäne und einer genaueren Einschätzung der Hunde möglich ist. Kurz nach dem Fund der Welpen wurde am selben Rastplatz außerdem eine Dackelhündin entdeckt. Die Hündin befindet sich inzwischen ebenfalls im Tierheim Schwandorf; ob sie wieder mit den Welpen zusammengeführt werden kann, ist derzeit offen. Die Situation zeigt, warum ausgesetzte Welpen für Tierheime weit mehr bedeuten als eine kurzfristige Aufnahme. Neben der Unterbringung müssen Quarantänebereiche organisiert, tierärztliche Behandlungen bezahlt und die Tiere vor möglichen Infektionen geschützt werden. Für Interessenten bedeutet das zugleich: Eine spontane Zusage oder die schnelle Abholung eines besonders beliebten Welpen ist ausgeschlossen.

    Herkunft der Hunde ist nicht geklärt

    Ob die fünf Dackel aus einem illegalen Transport stammen, ist bislang nicht abschließend geklärt. Für die fünf Schwandorfer Welpen sind konkrete gesundheitliche Risiken nicht festgestellt. Dackel werden häufig nach ihrem Aussehen ausgewählt. Für künftige Halter ist deshalb entscheidend, die Herkunft, den Gesundheitsstatus und die Haltungsanforderungen eines Hundes zu prüfen, statt sich allein von einer hohen Nachfrage leiten zu lassen.

    Tierheime stehen vor zusätzlichen Belastungen

    Der illegale Tierhandel wird als Belastung für bayerische Tierheime beschrieben. Besonders aufwendig seien Fälle, in denen Tiere zunächst isoliert und medizinisch überwacht werden müssen. Die Recherchegrundlage lässt keine belastbare Aussage zu einer konkreten Zahl beschlagnahmter Tiere oder zu ihrem Gesundheitszustand zu. Für Tierheime verschärft sich die Belastung, weil beschlagnahmte oder ausgesetzte Tiere zusätzlich zu den regulären Fund- und Abgabetieren versorgt werden müssen. Die anhaltende Belastung des Tierheim-Systems betrifft damit nicht nur die Zahl der Tiere, sondern auch Quarantäne, Behandlung und Nachsorge. Ihre große Beliebtheit ändert jedoch nichts daran, dass sie erst nach medizinischer Freigabe und einer passenden Prüfung vermittelt werden können. Für das Tierheim steht deshalb nicht die schnellste Vergabe im Mittelpunkt, sondern ein dauerhaft geeignetes Zuhause.