Wasser, Schlamm und Sand gehören zum täglichen Lernprogramm
Das Elefantenkalb im Tiergarten Schönbrunn entwickelt sich prächtig und entdeckt immer mehr Verhaltensweisen der erwachsenen Tiere. Besonders bei sommerlichen Temperaturen gehören Wasser, Schlamm und Sand derzeit zu seinen bevorzugten Beschäftigungen. Der junge Elefantenbulle wagt sich beim Baden zunehmend weiter ins Wasser und versucht inzwischen sogar, sich selbst Sand mit dem Rüssel auf den Rücken zu werfen.
Am 20. August wird das Jungtier ein Jahr alt. Inzwischen bringt der kleine Bulle rund 400 Kilogramm auf die Waage. Geboren wurde er am 20. August 2025 als erste erfolgreiche natürliche Nachzucht Afrikanischer Elefanten im Tiergarten Schönbrunn seit mehr als 20 Jahren.
Körperpflege muss gelernt werden
Was für Besucher zunächst nach ausgelassenem Spiel aussieht, erfüllt bei Elefanten einen wichtigen Zweck. Wasser sorgt für Abkühlung, während Schlamm und Sand zur natürlichen Hautpflege gehören. Eine Schicht aus Schlamm kann die empfindliche Haut vor intensiver Sonneneinstrahlung und Insekten schützen. Eingetrocknete Schlammschichten helfen außerdem dabei, alte Hautschuppen beim anschließenden Scheuern zu entfernen.
Dass solche Verhaltensweisen auch für Elefanten in menschlicher Obhut eine wichtige Rolle spielen, berücksichtigt der Tiergarten Schönbrunn bereits bei der Gestaltung seiner Elefantenanlage. Wasserstellen, Sandflächen und Bereiche zum Suhlen ermöglichen den Tieren, unterschiedliche Formen ihrer natürlichen Körperpflege auszuleben.
Der Vater macht es vor
Besonders spannend ist derzeit zu beobachten, wie das Elefantenkalb von den erwachsenen Tieren seiner Herde lernt. Wenn sein Vater Sand mit dem Rüssel aufnimmt und anschließend über den eigenen Rücken verteilt, versucht der Nachwuchs die Bewegung unmittelbar nachzuahmen.
Tierpflegerin Jenny Bukowski berichtet, dass das Ergebnis zwar noch nicht bei jedem Versuch perfekt ausfällt, der kleine Elefant aber sichtbar Fortschritte macht. Mit zunehmender Übung gelingt es ihm immer besser, den Sand tatsächlich dort zu platzieren, wo er hin soll.
Gerade solche Beobachtungen zeigen, wie wichtig das Zusammenleben mit erfahrenen Artgenossen für Jungtiere ist. Viele Verhaltensweisen werden nicht einfach von einem Tag auf den anderen beherrscht, sondern durch Beobachtung, Nachahmung und wiederholtes Ausprobieren erlernt.
Lernen innerhalb der Elefantenherde
Schon in den vergangenen Monaten berichtete der Tiergarten immer wieder davon, wie neugierig das Jungtier seine Umgebung erkundet. Bereits wenige Monate nach seiner Geburt begann es, den Gebrauch seines Rüssels intensiv zu üben, kleinere Äste durch die Anlage zu tragen und Wasser mit dem Rüssel aufzunehmen.
Nun kommt mit der selbstständigen Körperpflege der nächste Entwicklungsschritt hinzu. Baden, Suhlen und das Verteilen von Sand gehören zunehmend zum normalen Verhaltensrepertoire des jungen Elefanten.
Für Besucher bietet sich damit die Gelegenheit, unmittelbar zu beobachten, wie ein Elefantenkalb innerhalb seiner Herde lernt. Gerade darin liegt eine der besonderen Möglichkeiten moderner zoologischer Einrichtungen: Tierisches Verhalten lässt sich nicht nur erklären, sondern direkt erleben.
Quellen:
- https://www.noen.at/in-ausland/elefantenkalb-im-zoo-schoenbrunn-kuehlt-sich-beim-baden-ab-533650186
- https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Hering-Hagenbeck Stephan Hering-Hagenbeck – Wikipedia
- https://www.zoovienna.at/ueber-uns/mitarbeiter/stephan-hering-hagenbeck/
- https://www.bvz.at/in-ausland/elefantenkalb-im-zoo-schoenbrunn-kuehlt-sich-beim-baden-ab-533650186
- https://www.vol.at/elefantenkalb-im-zoo-schoenbrunn-kuehlt-sich-beim-baden-ab/10367015
- https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Stephan_Hering-Hagenbeck
- https://gerati.de/2020/08/27/wenn-kinder-nichts-ueber-tiere-im-zoo-lernen-warum-wissen-sie-das-dinos-nur-im-zoo-jurassic-park-ueberleben-konnten/
