Vier höchstens acht Wochen alte Dackelwelpen, eine internationale Fahrt von Rumänien nach Schweden und offenbar weder Futter noch Wasser während des Transports: Bei einer Kontrolle auf der A2 nahe Peine griff der Zoll Ende Juli 2026 ein. Eine hinzugezogene Amtstierärztin beschrieb die jungen Tiere nach Angaben von regionalHeute.de als sehr schlapp und müde. Der Fall wirft nicht nur Fragen zur Versorgung der Welpen auf, sondern auch zum Zweck des Transports und zu den bislang unbekannten Verantwortlichen.
Amtstierärztin untersucht vier geschwächte Welpen
Der Zoll entdeckte die vier Dackelwelpen bei einer Kontrolle auf der Autobahn 2 im Raum Peine. Die Tiere befanden sich auf einem Transport von Rumänien nach Schweden und waren nach Einschätzung der Amtstierärztin höchstens acht Wochen alt. Während der Untersuchung wirkten sie dem Bericht zufolge deutlich geschwächt, schlapp und müde.
Als konkrete Beanstandungen werden fehlendes Futter und Wasser während der Fahrt genannt. Damit ist zumindest dokumentiert, dass die Versorgung der sehr jungen Tiere während des internationalen Transports nicht ausreichend gewesen sein soll. Welche weiteren gesundheitlichen Auffälligkeiten festgestellt wurden, geht aus den bislang veröffentlichten Informationen jedoch nicht hervor.
Unklar bleibt zudem, wie lange die Welpen bereits unterwegs waren und ob es während der Fahrt vorgeschriebene Versorgungs- oder Ruhepausen gab. Auch zum aktuellen Gesundheitszustand und zum weiteren Verbleib der Tiere liegen bislang keine näheren Angaben vor.
Was über den Transport bislang nicht bekannt ist
Die Kontrolle belegt zunächst einen auffälligen Transport mit vier sehr jungen und offenbar unzureichend versorgten Welpen. Noch nicht abschließend geklärt ist dagegen, welchem konkreten Zweck die Fahrt diente und wer rechtlich für die Tiere verantwortlich war.
Aus den verfügbaren Berichten geht nicht hervor, welche Transportpapiere, Heimtierausweise oder Gesundheitsnachweise vorlagen. Ebenso ist bislang nicht bekannt, ob die Welpen bereits verkauft waren, zu einem Händler gebracht werden sollten oder für einen anderen Empfänger bestimmt waren. Auch zu möglichen Ermittlungen, Bußgeldverfahren oder strafrechtlichen Konsequenzen wurden keine konkreten Angaben veröffentlicht.
Eine behördliche Kontrolle oder Sicherstellung bedeutet noch nicht automatisch, dass ein illegaler Welpenhandel abschließend bewiesen ist. Entscheidend wäre deshalb, welche Verstöße die zuständigen Behörden tatsächlich festgestellt haben und gegen wen sich mögliche weitere Maßnahmen richten.
Parallelen zu bekannten Fällen des Welpenhandels
Der Transport weist dennoch Merkmale auf, die regelmäßig im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden Welpenhandel genannt werden. Dazu gehören ein sehr junges Alter, lange Transportwege und unzureichende Versorgung während der Fahrt. TASSO beschreibt den illegalen Welpenhandel als internationales Geschäft, bei dem Tiere häufig über Onlineplattformen vermittelt und teilweise zu früh von ihren Muttertieren getrennt werden.
Nach Darstellung der Organisation stammen viele dieser Welpen aus unseriösen Zuchtstätten und werden mit unvollständigen oder gefälschten Papieren angeboten. Diese allgemeinen Schilderungen liefern einen Hintergrund für die Einordnung des Falls, stellen jedoch keine behördliche Feststellung zum konkreten Dackeltransport auf der A2 dar.
TASSO-Mitarbeiterin Heike Weber berichtet aus ihrer früheren Tätigkeit in einem Tierheim, dass beschlagnahmte Welpen bei der Aufnahme mitunter zunächst gesund wirkten und erst kurze Zeit später schwer erkrankten. Auch spätere Verhaltensprobleme können nach Angaben der Organisation auftreten, wenn die Tiere zu früh von der Mutter getrennt und in einer wichtigen Entwicklungsphase nicht ausreichend sozialisiert wurden.
Ob bei den vier Dackelwelpen aus Peine bereits Krankheiten festgestellt wurden oder später gesundheitliche beziehungsweise verhaltensbezogene Probleme auftraten, ist bislang nicht dokumentiert.
Organisationszahlen zeigen nur einen Ausschnitt
Das tatsächliche Ausmaß des illegalen Welpenhandels lässt sich nur schwer bestimmen. TASSO nennt Schätzungen von jährlich 46.000 bis 100.000 betroffenen Welpen in Europa. VIER PFOTEN berichtete für Deutschland im Jahr 2023 von 848 beschlagnahmten Welpen in insgesamt 83 bekannt gewordenen Fällen.
Diese Angaben stammen von den jeweiligen Organisationen und bilden vor allem dokumentierte oder geschätzte Fälle ab. Nicht entdeckte Transporte und nicht gemeldete Verkäufe können darin naturgemäß nicht vollständig erfasst sein. Gleichzeitig lässt sich aus dem einzelnen Transport bei Peine nicht ableiten, wie viele vergleichbare Fälle es in Niedersachsen oder im Raum Braunschweig tatsächlich gibt.
Der Vorfall zeigt jedoch, dass die A2 als internationale Transitstrecke auch für Tiertransporte genutzt wird. Woher die vier Welpen ursprünglich stammen, ob sie aus einer legalen Zucht kamen und welcher Empfänger in Schweden vorgesehen war, bleibt derzeit offen.
Nicht nur Käufer tragen Verantwortung
Tierschutzorganisationen raten grundsätzlich davon ab, Welpen anonym über das Internet oder an wechselnden Übergabeorten zu kaufen. Interessenten sollten das Muttertier, die Haltungsbedingungen und die Herkunft des Welpen sehen können sowie Impf-, Gesundheits- und Herkunftsnachweise sorgfältig prüfen.
Die Verantwortung darf dennoch nicht allein auf Käufer verlagert werden. Bei grenzüberschreitenden Tiertransporten sind auch Transporteure, Händler, Verkäufer und zuständige Behörden gefragt. Werden sehr junge Tiere über lange Strecken befördert, müssen Herkunft, Transportfähigkeit, Versorgung und Dokumente überprüfbar sein.
Gerade in Fällen wie dem Transport auf der A2 wäre deshalb Transparenz darüber wichtig, wer die Fahrt organisiert hat, welche Unterlagen vorlagen und welche konkreten Konsequenzen aus der Kontrolle gezogen wurden.
Entscheidend sind nun die behördlichen Ergebnisse
Gesichert ist bislang: Der Zoll kontrollierte auf der A2 vier höchstens acht Wochen alte Dackelwelpen auf dem Weg von Rumänien nach Schweden. Eine Amtstierärztin beschrieb die Tiere als schlapp und müde, zudem sollen Futter und Wasser gefehlt haben.
Ob hinter dem Transport tatsächlich ein organisierter illegaler Welpenhandel stand, lässt sich anhand der veröffentlichten Informationen noch nicht abschließend bewerten. Dafür fehlen Angaben zu Herkunft, Empfänger, Papieren und Verantwortlichen. Entscheidend ist nun, ob die zuständigen Behörden diese Fragen klären und öffentlich mitteilen, welche Verstöße festgestellt wurden und was mit den vier Welpen nach der Kontrolle geschah.
Quellen:
- regionalHeute.de – Wühltischwelpen: Enormes Leid für Tier und Mensch – https://regionalheute.de/wuehltischwelpen-enormes-leid-fuer-tier-und-mensch-1744689603-awscde/
- regionalHeute.de – Illegale Welpen: Tierschutz fordert EU-weiten Kampf gegen Schmuggel – https://regionalheute.de/illegale-welpen-tierschutz-fordert-eu-weiten-kampf-gegen-schmuggel-1746417603/
- Nachrichten-KL – Illegaler Welpenhandel – Dramatische Folgen für alle – https://www.nachrichten-kl.de/2025/04/24/illegaler-welpenhandel-dramatische-folgen-fuer-alle/
- VIER PFOTEN – Alarmierende Zahlen zum illegalen Welpenhandel – https://www.vier-pfoten.de/unseregeschichten/presse/juli-2021/alarmierende-zahlen-zum-illegalen-welpenhandel
- GERATI – Der illegale Welpenhandel in Deutschland: Eine kritische Analyse der Mitverantwortung deutscher Tierheime – https://gerati.de/2025/06/16/der-illegale-welpenhandel-in-deutschland-wbzj/s://gerati.de/2025/06/16/der-illegale-welpenhandel-in-deutschland-wbzj/
