Mini-Elefant mit Tempo: Rotschulter-Rüsselhündchen erobert den Saarbrücker Zoo

Seltener Neuzugang im Tropikarium

Klein, flink und entfernt mit Elefanten verwandt: Im Tropikarium des Saarbrücker Zoos ist seit dem 13. Juli 2026 ein junges männliches Rotschulter-Rüsselhündchen zu sehen. Das rund sechs Monate alte Tier wiegt lediglich etwa 600 Gramm und hat sein neues Zuhause im ehemaligen Gehege der Aldabra-Schildkröten bezogen.

Für Besucher dürfte der Neuzugang schon wegen seines ungewöhnlichen Aussehens interessant sein. Auf den ersten Blick erinnert das Rotschulter-Rüsselhündchen an eine Mischung aus Maus und kleinem Hund. Tatsächlich gehört es jedoch weder zu den Nagetieren noch zu den Hundeartigen.

Entfernter Verwandter von Elefant und Seekuh

Rotschulter-Rüsselhündchen stammen ursprünglich aus den Wäldern Tansanias und Kenias. Zoologisch gehören sie zur Ordnung der Rüsselspringer und zur Überordnung der Afrotheria. Zu dieser großen Verwandtschaftsgruppe zählen auch Elefanten, Seekühe und Klippschliefer.

Die verwandtschaftlichen Beziehungen beruhen dabei nicht auf einer äußerlichen Ähnlichkeit. Sie gehen auf gemeinsame evolutionäre Vorfahren zurück. Gerade solche überraschenden Zusammenhänge machen das Tier auch für die zoologische Bildungsarbeit besonders interessant.

Bewegliche Nase hilft bei der Nahrungssuche

Das auffälligste Merkmal des Rotschulter-Rüsselhündchens ist seine lange und äußerst bewegliche Nase. Mit ihr untersucht das Tier den Boden und spürt Insekten sowie andere kleine Wirbellose auf. Die Nase funktioniert dabei wie ein empfindliches Suchwerkzeug.

Einschließlich des Schwanzes erreicht das Tier eine Gesamtlänge von ungefähr 50 Zentimetern. Rund 20 Zentimeter davon entfallen allein auf den Schwanz. Trotz seiner geringen Körpergröße ist das Rotschulter-Rüsselhündchen erstaunlich schnell und beweglich.

Bis zu 28 Kilometer pro Stunde

Nach Angaben des Saarbrücker Zoos kann das kleine Säugetier Geschwindigkeiten von bis zu 28 Kilometern pro Stunde erreichen. Auf die Körpergröße eines Menschen übertragen, vergleicht der Zoo diese Leistung anschaulich mit einem Tempo von ungefähr 100 Kilometern pro Stunde.

Dabei handelt es sich natürlich nicht um eine reale menschliche Laufgeschwindigkeit, sondern um einen bildhaften Größenvergleich. In seinem natürlichen Lebensraum hilft dem Rüsselhündchen das hohe Tempo sowohl bei der Nahrungssuche als auch bei der Flucht vor möglichen Fressfeinden.

Zwei Arten von Rüsselspringern im Saarbrücker Zoo

Neben dem neuen Rotschulter-Rüsselhündchen hält der Saarbrücker Zoo bereits einen Kurzohr-Rüsselspringer, der im Nachtzoo beobachtet werden kann. Besucher haben damit die Möglichkeit, zwei Vertreter derselben zoologischen Ordnung kennenzulernen und deren unterschiedliche Lebensweisen miteinander zu vergleichen.

Der Saarbrücker Zoo beherbergt nach eigenen Angaben rund 1.000 Tiere aus etwa 100 Arten. Mit dem Rotschulter-Rüsselhündchen erweitert er seinen Bestand um eine Tierart, die vielen Menschen bislang kaum bekannt sein dürfte.

Unscheinbarer Neuzugang mit großem Bildungswert

Während große Raubtiere, Elefanten oder Menschenaffen häufig im Mittelpunkt des Besucherinteresses stehen, zeigt das Rotschulter-Rüsselhündchen, wie vielfältig die Tierwelt jenseits der bekannten Publikumslieblinge ist. Sein ungewöhnlicher Körperbau, seine hohe Geschwindigkeit und seine überraschende Verwandtschaft mit Elefanten bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Umweltbildung.

Der Neuzugang ist deshalb mehr als nur ein niedliches Kleintier. Er ermöglicht Besuchern einen Einblick in eine wenig bekannte Säugetiergruppe und macht evolutionäre Zusammenhänge unmittelbar erlebbar. Für den Saarbrücker Zoo ist das junge Rotschulter-Rüsselhündchen damit eine interessante und zoologisch wertvolle Ergänzung.

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