Enneberg: Wolf nach zweiter behördlicher Verfügung auf der Fojedöra-Alm entnommen

Auf der Fojedöra-Alm in der Südtiroler Gemeinde Enneberg ist ein Wolf entnommen worden. Zuvor waren dort in mehreren Fällen Schafe und Ziegen gerissen worden. Das Landesforstkorps dokumentierte die Vorfälle und bestätigte sie als Wolfsrisse. Die Entnahme erfolgte mit Unterstützung von Jagdaufsehern.

Verfügung nach weiteren Schäden

Eine erste Verfügung zur Entnahme war bereits am Donnerstagabend, 2. Juli, erlassen und am selben Tag von Landeshauptmann Arno Kompatscher unterzeichnet worden. Sie folgte auf mehrere bestätigte Wolfsrisse auf der Fojedöra-Alm. Nachdem weitere Schäden an den Nutztierbeständen dokumentiert und vom Landesforstkorps als Wolfsrisse bestätigt worden waren, erließ Kompatscher am 28. August eine zweite Verfügung. Sie reagierte damit auf die fortgesetzten Schäden an den Herden. Das entsprechende Dekret wurde auf der Internetseite der Südtiroler Landesverwaltung veröffentlicht.

Grundlage der Maßnahmen waren die in den vergangenen Wochen dokumentierten Schäden an Nutztierbeständen. Mehrere Schafe und Ziegen waren auf der Alm gerissen worden. Ziel der Verfügung war es, weitere erhebliche Schäden an den Herden zu verhindern. Wie viele Tiere insgesamt betroffen waren, geht aus den Angaben nicht hervor.

Landesforstkorps setzt Entnahme um

Mit der Umsetzung war das Landesforstkorps beauftragt. Unterstützt wurde der Einsatz von Jagdaufsehern bei der Durchführung der Maßnahme. Der entnommene Wolf wurde im Zusammenhang mit den dokumentierten Wolfsrissen gefangen beziehungsweise getötet; dass er für sämtliche Vorfälle verantwortlich war, lässt sich daraus nicht ableiten. Für die betroffenen Halter bleibt der Herdenschutz deshalb wichtig.

Nach der Entnahme müssen die Tiere weiterhin nach den vor Ort geltenden Vorgaben gehalten und gesichert werden. Bei neuen Rissen sollten Halter unverzüglich das Landesforstkorps beziehungsweise die zuständigen Stellen der Südtiroler Landesverwaltung verständigen. Die Meldung kann über die zuständigen Forst- und Wildtierstellen des Landes erfolgen, damit der Vorfall aufgenommen und untersucht wird. Erst die erneute Dokumentation und Bewertung der Schäden kann klären, ob ein möglicher Wolf als Verursacher infrage kommt.

Wolfsmanagement bleibt regionale Aufgabe

Enneberg gehört zu den Südtiroler Regionen, in denen Weidewirtschaft und Wolfspräsenz unmittelbar aufeinandertreffen. Im Mittelpunkt steht hier eine konkrete Verwaltungsentscheidung nach wiederholten, bestätigten Nutztierrissen. Für Nutztierhalter ist entscheidend, ob es auf der Alm zu weiteren Angriffen kommt und welchem Tier diese gegebenenfalls zugeordnet werden.

Der Fall zeigt, dass nach wiederholten bestätigten Rissen zunächst eine Verfügung erlassen und nach weiteren Schäden eine zweite Maßnahme folgen kann. Die anschließende Entnahme betrifft jedoch den konkret gefangenen Wolf und ersetzt weder den laufenden Herdenschutz noch die Beobachtung der Situation auf den Almen. Bei neuen Rissen müssten die Schäden erneut aufgenommen und bewertet werden. Die Entnahme beendet damit den konkreten Verwaltungsfall, klärt aber nicht automatisch die gesamte Wolfssituation in der Region.

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Quellen

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