A94 bei Anzing: Polizei stoppt Tiertransporter mit 190 Kälbern

Auf der A94 bei Anzing hat die Verkehrspolizeiinspektion Hohenbrunn einen Tiertransporter mit 190 Kälbern aus dem Verkehr gezogen. Bei der Kontrolle am Montagabend stellten die Beamten mehrere Verstöße fest: Die Tiere waren teilweise so eng verladen, dass ihre Rücken die Decke der Ladefläche berührten. Außerdem fehlten vorgeschriebene Unterlagen und die erforderliche Zulassung für den Tiertransport.

Enge Verladung und fehlende Transportzulassung

Das Platzangebot für die Kälber entsprach nicht den tierschutzrechtlichen Vorgaben. Die Tiere konnten in den betroffenen Bereichen nicht ausreichend Abstand zur Decke halten. Zusätzlich wurden mehrere vorgeschriebene Aufzeichnungen zum Transport nicht ordnungsgemäß geführt. Für das eingesetzte Fahrzeug konnte der Fahrer außerdem keine notwendige Bauartzulassung für Tiertransporte vorlegen.

Die Kontrolle betraf damit nicht nur einzelne Formalien. Eine ungeeignete oder zu enge Verladung kann die Bewegungsfreiheit der Tiere während der Fahrt erheblich einschränken und erschwert es, ihren Zustand zu kontrollieren. Für die 190 Kälber endete der Transport deshalb unmittelbar an der Autobahn: Die Polizei untersagte die Weiterfahrt und ließ die Tiere zu einem nahe gelegenen Abfahrtsort zurückbringen. Damit wurden die Kälber nicht unter den beanstandeten Bedingungen weitertransportiert.

Polizei beanstandet auch Fahrtenschreiber und Geschwindigkeit

Auch beim Fahrer stellten die Beamten gravierende Verstöße fest. Der 49-jährige polnische Kraftfahrer nutzte im Fahrtenschreiber eine fremde Fahrerkarte. Damit sollte verschleiert werden, wie lange er tatsächlich gelenkt und welche Ruhezeiten er eingehalten hatte. Gegen den Fahrer wurde deshalb ein Strafverfahren eingeleitet.

Darüber hinaus registrierten die Beamten mehrere Geschwindigkeitsüberschreitungen. Das rund 40 Tonnen schwere Gespann soll zeitweise mit bis zu 102 Stundenkilometern unterwegs gewesen sein. Bei einem mit zahlreichen Tieren beladenen Transporter erhöhen solche Geschwindigkeiten die Anforderungen an Bremsweg und Fahrzeugbeherrschung. Die festgestellten Verkehrsverstöße kamen damit zu den Mängeln bei der Tierbeförderung hinzu.

Fahrer hinterlegt 3.400 Euro, Unternehmen droht hohe Geldbuße

Zur Sicherung des gegen ihn geführten Verfahrens musste der Fahrer vor Ort eine Sicherheitsleistung von 3.400 Euro hinterlegen. Gegen das deutsche Transportunternehmen wurde zusätzlich ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Für die zur Anzeige gebrachten Verstöße können Geldbußen von insgesamt bis zu 50.000 Euro verhängt werden.

Die geplante Fahrt durfte nicht fortgesetzt werden. Die Kälber wurden zu einem nahe gelegenen Abfahrtsort zurückgebracht. Für Tierhalter und Transportunternehmen macht der Fall deutlich, dass neben den Transportpapieren auch die tatsächliche Verladung und der Zustand der Tiere entscheidend sind. Für Kontrollbehörden bedeutet das, dass eine Überprüfung von Laderaum und Tieren konkrete Verstöße sichtbar machen kann. Vergleichbare Kontrollen stehen auch im Mittelpunkt des Polizeieinsatzes bei einem Tiertransport auf der A2.

Quellen

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