Bu Gia Map Nationalpark: Über 20 Wildtiere in mehreren Auswilderungsaktionen freigelassen

Im Bu Gia Map Nationalpark in Vietnam arbeitet ein Rettungszentrum daran, verletzte, beschlagnahmte und lange in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere auf die Rückkehr in den Wald vorzubereiten. Für das Jahr 2026 werden 60 Aufnahmeaktionen und mehr als 70 aufgenommene Tiere genannt. In sieben Auswilderungsaktionen kehrten zudem mehr als 20 Tiere in geeignete natürliche Lebensräume zurück. Die Angaben zur Zahl der aufgenommenen Tiere sind jedoch nicht einheitlich: Für die ersten sechs Monate werden bereits 88 Tiere genannt.

Zwischen Rettung und Rückkehr in den Wald

Das Tourismusförderungs- und Naturschutzrettungszentrum des Bu Gia Map Nationalparks liegt inmitten großer Waldflächen in Dong Nai. In naturnahen Gehegen werden die Tiere medizinisch versorgt, beobachtet und schrittweise an Bedingungen herangeführt, die sie später in freier Wildbahn erwarten. Zu den aufgenommenen Tieren gehören laut dem Bericht unter anderem Exemplare, die durch Fallen verletzt wurden, aus illegaler Haltung stammen oder nach langer Gefangenschaft ihre natürlichen Verhaltensweisen teilweise verloren haben. Die Rehabilitation soll ihnen helfen, wieder mit den Anforderungen einer natürlichen Umgebung zurechtzukommen.

Die Versorgung endet deshalb nicht mit der Behandlung einer Verletzung. Die Tiere müssen wieder ausreichend belastbar werden und ihre Fähigkeiten zur Fortbewegung und Nahrungssuche zurückgewinnen. Erst danach wird geprüft, ob eine Auswilderung verantwortbar ist. Das Zentrum stimmt diese Entscheidung mit den zuständigen Behörden ab, bewertet den Gesundheitszustand und wählt anschließend einen passenden Ort für die Rückkehr aus.

Hoang Anh Tuan, stellvertretender Direktor des Nationalparks, bezeichnete die Rettung gefährdeter und seltener Wildtiere als wichtigen Bestandteil des Naturschutzes. Jedes erfolgreich rehabilitierte Tier könne zur Erhaltung von Populationen, genetischen Ressourcen und dem ökologischen Gleichgewicht im Wald beitragen, erklärte Tuan.

Auffällige Zahlen im Jahresverlauf

Die Veröffentlichung nennt für 2026 insgesamt 60 Aufnahmeaktionen mit mehr als 70 Tieren sowie sieben Auswilderungsaktionen mit mehr als 20 Tieren. Zugleich werden für die ersten sechs Monate des Jahres 88 aufgenommene Wildtiere genannt. Wie diese Angaben zusammenpassen, lässt die Meldung offen. Deshalb lässt sich die Gesamtzahl der im Jahr 2026 aufgenommenen Tiere nicht eindeutig einordnen.

Nicht jedes Tier kann unmittelbar in den Wald zurückkehren. Bei schwer verletzten oder lange in Gefangenschaft gehaltenen Tieren kann eine längerfristige Pflege erforderlich sein. Ob eine Auswilderung infrage kommt, hängt von der individuellen körperlichen Verfassung und der Fähigkeit ab, sich in einer natürlichen Umgebung zurechtzufinden. Die Rückkehr wird damit nicht allein durch den Abschluss einer medizinischen Behandlung bestimmt.

Bürger melden verletzte Tiere häufiger

Nach Angaben von Tran Van Truong, dem stellvertretenden Leiter des Rettungszentrums, informieren Bürger verletzte oder verirrte Wildtiere zunehmend die Behörden, statt sie selbst zu behalten. Auch Tiere aus illegaler Haltung würden dadurch häufiger an zuständige Stellen übergeben. Finder sollten verletzte Wildtiere deshalb nicht eigenständig versorgen oder weiterhalten, sondern den Fund umgehend dem Tourismusförderungs- und Naturschutzrettungszentrum des Bu Gia Map Nationalparks oder den örtlichen Behörden melden. Bei unmittelbarer Gefahr für Menschen oder Tiere ist die örtliche Polizei einzuschalten; bis zur Übernahme sollten Finder Abstand halten und das Tier nicht füttern.

Unterstützt wird die Arbeit von Freiwilligen, Jugendlichen, Schülern, Studierenden und Familien aus verschiedenen Regionen. Sie helfen bei den täglichen Aufgaben und tragen Informationen über Wildtierschutz in ihre Gemeinden und Schulen. Der praktische Erfolg hängt damit nicht nur von Gehegen und tiermedizinischer Versorgung ab, sondern auch davon, ob Finder schnell fachkundige Hilfe einschalten. Das Zentrum verbindet die Rettung einzelner Tiere mit dem Schutz des Waldökosystems.

Jede Auswilderung ist ein konkreter Erfolg, aber kein Automatismus. Die unterschiedlichen Angaben zur Zahl der aufgenommenen Tiere für 2026 bleiben ungeklärt. Fest steht, dass das Zentrum Wildtiere rettet, pflegt und für eine mögliche Rückkehr in ihren natürlichen Lebensraum vorbereitet.

Quellen

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