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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Autor: GERATI Redaktion

  • PETA Protest Neusser Bürger-Schützenfest: Demo gegen Pferde angekündigt

    PETA Protest Neusser Bürger-Schützenfest: Demo gegen Pferde angekündigt

    Das PETA Streetteam Düsseldorf will am Sonntag, dem 30. August 2026, gegen den Einsatz von Pferden beim Neusser Bürger-Schützenfest protestieren. Das geht aus einer aktuellen Termineinladung der Tierrechtsorganisation hervor. Die Kundgebung soll von 16:30 bis 17:30 Uhr am Platz am Niedertor 6 stattfinden und damit zeitgleich mit einem der Schützenumzüge. PETA fordert nicht lediglich strengere Sicherheitsmaßnahmen, sondern grundsätzlich Veranstaltungen ohne Pferde.

    Die Stadt Neuss bestätigt auf ihrer Internetseite, dass während des Bürger-Schützenfestes vom 29. August bis 1. September mehrere Festumzüge stattfinden und dafür umfangreiche Verkehrs- und Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen sind. Dazu gehören zeitlich festgelegte Haltverbote und Sperrungen entlang der Zugstrecken. Dass im Umfeld eines großen Umzuges besondere Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind, ist damit kaum überraschend. PETA geht jedoch deutlich weiter und leitet aus dem grundsätzlich vorhandenen Risiko beim Einsatz von Pferden die Forderung ab, diese aus solchen Veranstaltungen vollständig zu verbannen.

    PETA führt Todesfälle als Argument an

    Zur Begründung verweist PETA auf mehrere Unfälle und Todesfälle bei Festumzügen. Unter anderem nennt die Organisation ein Pferd, das im Juni 2025 am Rand eines Schützenfestes in Harsewinkel verendete. Auch der Tod des Pferdes Waiherr beim Düsseldorfer Schützenumzug am 16. Juli 2022 spielt in der Argumentation der Organisation eine zentrale Rolle. Das Pferd brach damals während des Umzuges auf der Königsallee zusammen und starb.

    Nach Angaben von PETA habe die ehemalige Halterin von Waiherr erklärt, das damals 19 Jahre alte Pferd habe aufgrund seines Nervenkostüms nicht für Festumzüge eingesetzt werden sollen. Diese Angaben stammen allerdings aus der Darstellung der ehemaligen Halterin und sind nicht mit einer gerichtlichen Feststellung gleichzusetzen. Der Tod des Pferdes selbst ist unstrittig, aus den Umständen eines einzelnen Vorfalls lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass der Einsatz von Pferden bei sämtlichen Schützen- oder Festumzügen grundsätzlich tierschutzwidrig wäre. Genau diese Verallgemeinerung bildet jedoch einen wesentlichen Bestandteil der PETA-Forderung.

    Strafverfahren nach Tod von Waiherr eingestellt

    PETA erstattete nach dem Tod von Waiherr Strafanzeige. Wie die Rheinische Post berichtete, stellte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf das Verfahren später ein. Zu einer strafrechtlichen Verurteilung des Halters kam es somit nicht. Trotzdem wird der Fall von PETA weiterhin als Beispiel dafür angeführt, weshalb Pferde nach Ansicht der Organisation nicht mehr an derartigen Umzügen teilnehmen sollten.

    Das ist eine wichtige Unterscheidung. Ein Unfall oder selbst der Tod eines Tieres kann Anlass sein, Sicherheitsmaßnahmen, Auswahl der eingesetzten Tiere, Ausbildung, Transportbedingungen und Belastungen kritisch zu überprüfen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jeder Einsatz eines Pferdes bei einem Festumzug als „Missbrauch“ oder „Tierquälerei“ einzustufen ist. PETA verwendet genau solche Begriffe in seiner aktuellen Pressemitteilung und macht damit deutlich, dass es der Organisation nicht nur um die Verhinderung einzelner Risiken geht, sondern um eine grundsätzliche Ablehnung der Tiernutzung bei solchen Veranstaltungen.

    PETA fordert grundsätzlich pferdefreie Umzüge

    PETA beschreibt Pferde als sensible Fluchttiere, die unter anderem durch Menschenmengen, Musik, Hitze und enge Straßen erschreckt werden könnten. Dass Pferde Fluchttiere sind und auch bei gut ausgebildeten Tieren unerwartete Reaktionen nie vollständig ausgeschlossen werden können, ist grundsätzlich richtig. Entscheidend ist jedoch die Frage, welche Konsequenz daraus gezogen wird. Während Veranstalter Risiken durch Ausbildung, Auswahl geeigneter Pferde, erfahrene Reiter und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen begrenzen können, hält PETA solche Maßnahmen offenbar grundsätzlich nicht für ausreichend.

    Als positives Beispiel führt die Organisation unter anderem Bonn an. Dort werden beim Rosenmontagsumzug seit einigen Jahren keine Pferde mehr eingesetzt. PETA präsentiert solche Entscheidungen als Vorbild für andere Veranstalter und fordert entsprechende Verbote auch für Schützen- und Festumzüge. Damit wird aus einer Frage des konkreten Tierwohls und der Sicherheit zugleich eine grundsätzliche Debatte über die gesellschaftliche Nutzung von Pferden.

    Protest ist Teil einer größeren PETA-Kampagne

    Der Protest in Neuss ist kein Einzelfall. Das PETA Streetteam Düsseldorf hat bereits bei anderen Veranstaltungen gegen den Einsatz von Tieren demonstriert. GERATI berichtete zuletzt etwa über einen PETA-Protest gegen ein Ponykarussell in Bad Kreuznach. Auch gegen Pferde bei Karnevalsumzügen gingen PETA-Streetteams bereits öffentlich vor.

    Für die Organisation steht damit weniger die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Pferde verantwortungsvoll an einem Umzug teilnehmen können. PETA fordert vielmehr, Tiere grundsätzlich aus solchen Veranstaltungen herauszunehmen. Die angeführten Unfälle zeigen, dass Risiken ernst genommen werden müssen. Sie beweisen für sich genommen jedoch nicht, dass verantwortungsvoll eingesetzte Pferde bei jedem Festumzug zwangsläufig leiden oder dass nur ein vollständiges Verbot mit dem Tierschutz vereinbar wäre.

    Streit zwischen Tierwohl, Risiko und Tradition

    Beim Neusser Bürger-Schützenfest prallen damit zwei grundverschiedene Sichtweisen aufeinander. PETA bewertet bereits den Einsatz der Pferde für einen Festumzug als problematisch und spricht in seiner Pressemitteilung von „Pferdemissbrauch“ und „Tierquälerei“. Für Veranstalter und viele Teilnehmer gehören Pferde dagegen traditionell zu solchen Umzügen, wobei die Einhaltung der geltenden Tier- und Sicherheitsvorschriften entscheidend ist. Zwischen beiden Positionen liegt die eigentliche Debatte, die durch einzelne Unfälle nicht abschließend beantwortet wird.

    Der Protest am 30. August dürfte deshalb weniger eine Diskussion über einen einzelnen Vorfall in Neuss sein als ein weiterer Teil der grundsätzlichen PETA-Kampagne gegen Tiere bei öffentlichen Veranstaltungen. Ob beim diesjährigen Neusser Bürger-Schützenfest konkrete Probleme mit den eingesetzten Pferden bestehen, geht aus der PETA-Ankündigung nicht hervor. Die Organisation argumentiert vielmehr mit Vorfällen aus anderen Städten und leitet daraus ihre Forderung nach pferdefreien Umzügen ab. Genau diese Trennung zwischen konkretem Tierschutzproblem und grundsätzlicher Ablehnung der Tiernutzung sollte bei der Bewertung der Protestaktion berücksichtigt werden.

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  • Trockenheit in Sexau: Schäferei muss Bestand reduzieren und bittet um Hilfe für Winterfutter

    Trockenheit in Sexau: Schäferei muss Bestand reduzieren und bittet um Hilfe für Winterfutter

    Die anhaltende Trockenheit bringt eine Schäferei in Sexau im Kreis Emmendingen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Betreiberin Franziska Rehm konnte nach eigenen Angaben nicht ausreichend Futter für den kommenden Winter einlagern. Der Betrieb hat deshalb bereits einen Teil seiner Schafe und Lämmer abgegeben. Gleichzeitig treffen gestiegene Futter- und Tierarztkosten auf geringere Einnahmen aus dem Verkauf von Lämmern.

    Trockenheit verschärft bereits bestehende Belastungen

    Nach Angaben im aktuellen Spendenaufruf hält die Schäferei normalerweise rund 300 Mutterschafe, von denen ein großer Teil zur Rasse Coburger Fuchs gehört. Rehm übernahm die Schafe im Jahr 2019 und führt den Betrieb nach den vorliegenden Angaben eigenständig. Ein Porträt der Badischen Zeitung beschrieb sie bereits 2020 als Schäferin aus Leidenschaft, die damals insgesamt etwa 800 Schafe betreute, darunter rund 400 Mutterschafe und 400 Lämmer auf gepachteten Flächen in Sexau und Freiamt. Die unterschiedlichen Zahlen stammen aus verschiedenen Zeitpunkten und beziehen sich teilweise auf unterschiedliche Bestandsgruppen, weshalb sich daraus keine verlässliche Entwicklung der gesamten Herdengröße ableiten lässt.

    Zur wirtschaftlichen Belastung kommt nach Darstellung Rehms die Blauzungenkrankheit hinzu. Diese habe zu erhöhten Tierarztkosten und Ausfällen bei zwei Lammzeiten geführt. Dadurch standen weniger Lämmer für den Verkauf zur Verfügung, gleichzeitig fehlten Tiere für die weitere Bestandsentwicklung. Im darauffolgenden Jahr mussten nach ihrer Darstellung wiederum mehr Lämmer im eigenen Betrieb verbleiben, sodass erneut weniger Tiere verkauft werden konnten.

    Die aktuellen Schwierigkeiten sind damit offenbar nicht ausschließlich eine Folge der Trockenheit. Vielmehr trifft der Futtermangel auf einen Betrieb, der bereits zuvor mit krankheitsbedingten Ausfällen und steigenden Kosten zu kämpfen hatte. Gerade in der Schafhaltung können solche Entwicklungen schnell zu einem Problem werden, wenn gleichzeitig die Erlöse aus dem Verkauf zurückgehen. Für kleinere und mittelgroße Betriebe bleibt dann nur wenig Spielraum, um zusätzliche Belastungen aus eigener Kraft aufzufangen.

    Fehlendes Futter trifft auf sinkende Erlöse

    Besonders problematisch ist in diesem Jahr nach Angaben der Schäferin die Futterversorgung. Wegen der Trockenheit mussten sämtliche verfügbaren Flächen genutzt werden, um überhaupt den laufenden Bedarf der Tiere abzudecken. Trotzdem sei es nicht gelungen, ausreichende Vorräte für die Wintermonate anzulegen. Die bereits vorgenommene Reduzierung des Tierbestandes ist deshalb nach ihrer Darstellung eine direkte Reaktion auf die knapper werdende Futtergrundlage.

    Gleichzeitig verschärft sich die wirtschaftliche Situation von zwei Seiten. Futter ist aufgrund der allgemeinen Knappheit teurer geworden, während für Lämmer offenbar geringere Preise erzielt werden können. Rehm führt dies darauf zurück, dass auch andere Tierhalter wegen fehlender Futtermengen Tiere abgeben müssen und dadurch mehr Tiere auf den Markt kommen. Steigende Kosten und sinkende Verkaufserlöse treffen damit unmittelbar aufeinander.

    Hinzu kommen die bereits entstandenen Belastungen durch Tierarztkosten und krankheitsbedingte Ausfälle. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb kann eine solche Kombination schnell dazu führen, dass Rücklagen aufgebraucht werden und notwendige Ausgaben verschoben werden müssen. Die Entscheidung, den Bestand zu verkleinern, zeigt deshalb vor allem, wie knapp die betriebliche Kalkulation inzwischen geworden ist. Gleichzeitig reduziert jeder abgegebene Teil der Herde auch die zukünftigen Möglichkeiten des Betriebs, Einnahmen zu erzielen.

    Spendenaktion soll Winterversorgung sichern

    Um die Versorgung der verbliebenen Tiere über den Winter sicherzustellen, hat Rehm die GoFundMe-Aktion „Hilfe in einer trockenen Zeit“ gestartet. Das Spendenziel liegt bei 3.000 Euro. Nach den vorliegenden Angaben waren zum Zeitpunkt der Berichterstattung knapp 1.900 Euro zusammengekommen. Ein eindeutig datierter Aktualitätsstand dieser Summe ist allerdings nicht ausgewiesen.

    Die Schäferin bittet dabei nicht ausschließlich um finanzielle Unterstützung. Nach Angaben des Spendenaufrufs seien auch fachliche Hinweise und Ideen willkommen, die helfen könnten, mit der aktuellen Situation umzugehen. Die Spenden sollen vor allem dazu beitragen, fehlendes Winterfutter zu beschaffen und damit die Versorgung der verbliebenen Tiere sicherzustellen. Eine behördliche Bewertung der wirtschaftlichen Situation oder eine amtliche Feststellung der konkret entstandenen Verluste liegt nach den derzeit verfügbaren Informationen nicht vor.

    Der Fall aus Sexau zeigt, wie schnell mehrere Belastungen in der Tierhaltung zusammenwirken können. Trockenheit allein muss für einen Betrieb noch keine existenzielle Krise bedeuten, doch zusammen mit Tierkrankheiten, steigenden Kosten und sinkenden Erlösen kann daraus innerhalb kurzer Zeit erheblicher wirtschaftlicher Druck entstehen. Ob die Spendenaktion ausreichen wird, um die Schäferei durch den kommenden Winter zu bringen, dürfte letztlich davon abhängen, wie hoch die tatsächlichen Futterkosten ausfallen und ob sich die Situation auf den Flächen wieder stabilisiert.

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  • Mähnenrobbe Hugo Zoo Liberec: Tod nach Verschlucken eines Puppenkopfs

    Mähnenrobbe Hugo Zoo Liberec: Tod nach Verschlucken eines Puppenkopfs

    Im Zoo Liberec in Tschechien ist die 17 Jahre alte Mähnenrobbe Hugo gestorben. Bei der unmittelbar nach seinem Tod vorgenommenen Obduktion wurde im Verdauungstrakt der Kopf einer Spielzeugpuppe gefunden. Nach Angaben des Zoos hat dieser Fremdkörper sehr wahrscheinlich Prozesse ausgelöst, die schließlich zum Tod des Tieres führten. Hugo war die letzte Mähnenrobbe der nordböhmischen Einrichtung, die diese Tierart seit 1975 gehalten hatte.

    Beschädigte Puppe bereits zwei Tage vor Hugos Tod entdeckt

    Tierpfleger fanden Hugo am Samstagmorgen leblos im Außenbecken seines Geheges. Bereits zwei Tage zuvor hatten Mitarbeiter den beschädigten Körper einer Spielzeugpuppe aus dem Robbenbecken entfernt und Hugo anschließend besonders beobachtet. Nach Angaben des Zoos zeigte das Tier jedoch weder gesundheitliche Auffälligkeiten noch Veränderungen seines Verhaltens und fraß weiterhin normal. Dass Hugo Teile der Puppe verschluckt hatte, war für die Pfleger deshalb nicht erkennbar.

    Eine vorsorgliche Untersuchung wäre zudem keineswegs unkompliziert gewesen. Der leitende Zoologe des Zoos, Luboš Melichar, erklärte, Mähnenrobben reagierten besonders empfindlich auf eine Narkose, weshalb das Betäuben des 17 Jahre alten Tieres mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden gewesen wäre. Hinzu kommt, dass Kunststoff bei gewöhnlichen Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen nicht zuverlässig sichtbar ist. Selbst eine Untersuchung hätte somit nicht zwangsläufig gezeigt, dass sich ein Teil der Puppe in Hugos Verdauungstrakt befand.

    Bei der unmittelbar nach Hugos Tod vorgenommenen Obduktion wurde schließlich der Kopf der Puppe im Bereich zwischen Magen und Dünndarm gefunden. Der Zoo erklärte zunächst, dass der Fremdkörper sehr wahrscheinlich jene Prozesse ausgelöst habe, die zum Tod des Tieres führten. Für eine endgültige Klärung wurden zusätzlich Laboruntersuchungen veranlasst. Damit sollte die Todesursache nicht weiter zugespitzt werden, als es die bisher veröffentlichten Befunde zulassen.

    Liberec hatte bereits früher Probleme mit Fremdkörpern

    Besonders bitter ist, dass gefährliche Fremdkörper im Robbengehege von Liberec kein völlig neues Problem sind. Bereits 2009 verschluckte das Robbenmännchen Nico einen großen Stein, den nach damaligen Angaben ein Besucher in das Becken geworfen hatte. Nico musste notoperiert werden, überlebte den Eingriff jedoch nicht. Rund zwei Jahrzehnte zuvor wurden bei der Obduktion des Männchens Felix sogar insgesamt 7,5 Kilogramm Fremdkörper in dessen Magen gefunden.

    Beim aktuellen Fall ist bislang nicht geklärt, wie die Spielzeugpuppe überhaupt in das Robbenbecken gelangte. Anders als beim Fall Nico kann deshalb derzeit nicht als Tatsache dargestellt werden, dass ein Besucher den Gegenstand absichtlich hineinwarf. Dennoch zeigen die Fälle ein grundsätzliches Risiko: Gegenstände, die in Tiergehege gelangen, können für die dort lebenden Tiere zur tödlichen Gefahr werden. Gerade deshalb stellt sich nun die Frage, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen im Zuge der ohnehin laufenden Sanierung des Geheges möglich und sinnvoll sind.

    Zoo will Sicherheitsmaßnahmen überprüfen

    Die seit dem Frühjahr laufenden Arbeiten am Robbengehege sollen trotz Hugos Tod fortgesetzt werden. Nach Medienberichten prüft der Zoo nun, ob zusätzlich zu weiteren Überwachungskameras noch andere Maßnahmen notwendig sind. Welche Veränderungen tatsächlich umgesetzt werden, steht bislang nicht fest. Entscheidend dürfte sein, den Eintrag von Gegenständen aus dem Besucherbereich möglichst weitgehend zu verhindern und problematische Gegenstände im Gehege schneller entdecken zu können.

    Aus Hugos Tod lässt sich allerdings nicht automatisch auf grundsätzliche Mängel der gesamten Tierhaltung im Zoo Liberec schließen. Die Mitarbeiter hatten die beschädigte Puppe gefunden, Hugo anschließend beobachtet und nach Angaben des Zoos keine Auffälligkeiten festgestellt. Gleichzeitig zeigt gerade die Vorgeschichte des Robbengeheges, dass Fremdkörper dort bereits mehrfach schwerwiegende Folgen hatten. Umso wichtiger wird sein, welche Konsequenzen der Zoo aus dem erneuten Vorfall zieht.

    Künftig wohl Kalifornische Seelöwen statt Mähnenrobben

    Mit Hugos Tod endet voraussichtlich auch die mehr als 50-jährige Haltung von Mähnenrobben im Zoo Liberec. Nach Angaben des leitenden Zoologen ist die Wahrscheinlichkeit äußerst gering, erneut Tiere dieser Art für den Zoo zu bekommen. Die Population von Mähnenrobben in zoologischer Haltung sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, während Kalifornische Seelöwen wesentlich erfolgreicher gehalten und gezüchtet werden.

    Deshalb könnten nach Abschluss der Sanierungsarbeiten künftig Kalifornische Seelöwen in das Gehege einziehen. Einen konkreten Termin dafür gibt es bislang nicht. Zunächst muss die Anlage saniert werden, wobei der Zoo nun zusätzlich die Sicherheitsvorkehrungen überprüfen will. Hugos Tod beendet damit nicht nur die jahrzehntelange Geschichte der Mähnenrobben in Liberec, sondern dürfte auch Einfluss darauf haben, wie das künftige Robbengehege gegen gefährliche Fremdkörper geschützt wird.

    Quellen

  • DNA bestätigt Bärenangriff auf Pony in Tirol – mindestens zwei männliche Bären in der Region nachgewiesen

    DNA bestätigt Bärenangriff auf Pony in Tirol – mindestens zwei männliche Bären in der Region nachgewiesen

    Ein Bär hat Anfang August das 17-jährige Shetlandpony „Pumuckl“ auf einer Alm im Gemeindegebiet von Pfunds im Tiroler Bezirk Landeck getötet. Was zunächst anhand der Spuren am getöteten Tier vermutet wurde, ist inzwischen durch eine DNA-Untersuchung bestätigt. Noch offen ist allerdings, welches konkrete Bärenindividuum für den Angriff verantwortlich war. Gerade für die Almwirtschaft ist der Fall bemerkenswert, denn diesmal wurde nicht ein Schaf oder eine Ziege, sondern ein Pony zur Beute.

    DNA bestätigt Bärenangriff – Identität des Tieres bleibt offen

    Nach Angaben des Landes Tirol belegen die bei der Begutachtung des Risses genommenen Tupferproben eindeutig, dass ein Bär für den Tod des Ponys verantwortlich war. Damit ist der ursprüngliche Verdacht bestätigt. Die DNA-Untersuchung beantwortet bislang allerdings nur die Frage nach der Tierart und noch nicht, welcher Bär Pumuckl angegriffen hat.

    Die dafür notwendige Genotypisierung steht noch aus. Sie soll zeigen, ob die genetischen Spuren dem bereits bekannten Bären „Tirol_05“, dem ebenfalls in der Region nachgewiesenen „Tirol_04“ oder möglicherweise einem bislang unbekannten Tier zugeordnet werden können. Erst dieses Ergebnis wird zeigen, ob einer der bereits bekannten Bären mit dem Angriff in Verbindung steht. Bis dahin wäre jede konkrete Zuordnung Spekulation.

    Dabei ist die Unterscheidung keineswegs nur eine Frage für die Statistik. Werden über einen längeren Zeitraum wiederholt dieselben Tiere nachgewiesen, hat dies für die Bewertung der Bärenpräsenz in einer Region eine andere Bedeutung als einzelne durchziehende Tiere. Gerade deshalb dürfte die noch ausstehende Genotypisierung für Behörden und Nutztierhalter besonders interessant sein.

    Tirol_05 und Tirol_04 bereits in der Region nachgewiesen

    Der männliche Bär „Tirol_05“ wurde nach Angaben des Landes Tirol in den Jahren 2025 und 2026 mehrfach im Tiroler Oberland genetisch nachgewiesen. Bereits 2024 konnte dasselbe Tier in Ried im Oberinntal identifiziert werden. Ob Tirol_05 auch außerhalb Tirols genetisch erfasst wurde oder zwischenzeitlich größere Wanderungen unternommen hat, lässt sich anhand der derzeit vorliegenden Informationen nicht sicher beurteilen.

    Hinzu kommt „Tirol_04“. Dieser ebenfalls männliche Bär wurde 2024 im Gemeindegebiet von Pfunds nachgewiesen und damit ausgerechnet in jener Gemeinde, in der nun Pumuckl getötet wurde. Seit diesem Nachweis konnte Tirol_04 in Tirol allerdings nicht mehr eindeutig genetisch identifiziert werden. Später entnommene Proben erlaubten nach Angaben des Landes keine erfolgreiche Individualisierung.

    Daraus lässt sich weder ableiten, dass Tirol_04 weiterhin in der Region unterwegs ist, noch dass er Tirol längst verlassen hat. Braunbären können auf ihren Wanderungen erhebliche Distanzen zurücklegen und dabei Landes- und Staatsgrenzen problemlos überschreiten. Tirol, die Schweiz, Norditalien und auch der süddeutsche Alpenraum liegen für wandernde Tiere nicht in voneinander isolierten Räumen.

    Ein gerissenes Pony verändert die Diskussion um Herdenschutz

    Besondere Bedeutung erhält der Fall dadurch, dass mit Pumuckl ein Pony getötet wurde. Bei Diskussionen über große Beutegreifer und Herdenschutz stehen häufig Schafe und Ziegen im Mittelpunkt. Der aktuelle Fall zeigt jedoch, dass auch größere Weidetiere grundsätzlich nicht außerhalb des Beutespektrums eines Bären liegen.

    Damit stellt sich für Almhalter eine deutlich weitergehende praktische Frage: Welche Schutzmaßnahmen sind unter alpinen Bedingungen überhaupt realistisch, wenn nicht nur kleinere Nutztiere gefährdet sein können? Ein Schutzkonzept, das bei Schafen möglicherweise noch mit Zäunen, Behirtung oder anderen Maßnahmen diskutiert werden kann, lässt sich nicht automatisch auf Pferde und Ponys übertragen. Gerade auf weitläufigen Almflächen stoßen theoretische Schutzkonzepte schnell auf praktische Grenzen.

    Welche konkreten Maßnahmen nach dem Angriff in Pfunds zum Schutz weiterer Tiere getroffen wurden, geht aus den bislang veröffentlichten Informationen nicht eindeutig hervor. Ebenso wenig ist bekannt, ob zusätzliche Überwachungsmaßnahmen eingerichtet wurden. Fest steht dagegen inzwischen, dass der Angriff selbst nicht mehr nur auf einer Spureninterpretation beruht: Der Bär als Verursacher ist genetisch bestätigt.

    Weitere Bärensichtungen im Alpenraum

    Der Fall in Pfunds steht zudem nicht völlig isoliert. Im Mai 2023 wurde im bayerischen Allgäu im Hintersteiner Tal ein Braunbär fotografisch bestätigt. Anfang Juli 2026 berichteten zwei Landwirte aus der Tiroler Gemeinde Thiersee von einer Bärensichtung in rund 300 Metern Entfernung zu ihrem Hof.

    Solche Beobachtungen bedeuten nicht automatisch, dass überall dieselben Tiere unterwegs sind oder sich bereits eine dauerhaft ansässige Population gebildet hat. Sie zeigen aber, dass Braunbären im Alpenraum regelmäßig größere Gebiete durchwandern können. Genau deshalb ist die genetische Individualisierung so wichtig: Nur sie kann zeigen, ob wiederholt dieselben Tiere auftauchen oder verschiedene Bären unabhängig voneinander nachgewiesen werden.

    Für Tierhalter ändert diese wissenschaftliche Unterscheidung zunächst allerdings wenig an der praktischen Situation. Wer Tiere auf einer Alm hält, muss sich damit auseinandersetzen, dass ein großer Beutegreifer tatsächlich auftreten und auch ein Pony angreifen kann. Der Fall Pumuckl macht diese Möglichkeit sehr deutlich.

    Behörden sehen bislang keine gezielte Annäherung an Menschen

    Das Land Tirol betont gleichzeitig, dass die bisher überprüften Meldungen und Nachweise keine Hinweise darauf ergeben hätten, dass sich ein Bär gezielt Menschen oder Siedlungsgebieten nähert. Eine solche Einordnung ist für die Bewertung des Verhaltens eines Bären relevant. Sie ändert jedoch nichts daran, dass in Pfunds ein Tier auf einer Alm von einem Bären getötet wurde.

    Genau hier treffen zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen aufeinander. Für Behörden ist entscheidend, ob ein Bär auffälliges oder gegenüber Menschen problematisches Verhalten zeigt. Für Nutztierhalter stellt sich dagegen bereits viel früher die Frage, wie Tiere auf Weiden und Almen wirksam geschützt werden können.

    Der Tod von Pumuckl ist deshalb mehr als nur ein weiterer genetischer Bärennachweis. Er zeigt ganz konkret, dass auch ein Pony in einer alpinen Weidesituation zur Beute werden kann. Ob dafür Tirol_05, Tirol_04 oder ein bislang unbekannter Bär verantwortlich ist, wird erst die noch laufende Genotypisierung zeigen.

    Fest steht aber schon jetzt: Der Bär als Verursacher ist bestätigt. Offen ist nur noch, welcher Bär es war.

    Quellen

  • Zoo Leipzig Verhaltensforschung: Einblicke in Tierpflege und Zooalltag

    Zoo Leipzig Verhaltensforschung: Einblicke in Tierpflege und Zooalltag

    Die Folge von „Elefant, Tiger & Co.“ gibt einen Einblick in Bereiche des Zooalltags, die für Besucher häufig nur am Rande sichtbar werden. Im Mittelpunkt stehen die Orang-Utan-Dame Dokana, ein zweieinhalb Monate altes Nashorn-Baby und die Plumplori-Dame Mercedes. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung der Tiere, sondern auch um Verhaltensforschung, die Gewöhnung an neue Situationen und eine regelmäßige Gesundheitskontrolle. Gerade diese scheinbar unspektakulären Abläufe zeigen, dass moderne Tierhaltung im Zoo weit mehr umfasst als das bloße Präsentieren von Tieren für Besucher.

    Dokana prüft Werkzeuge auf ihren Nutzen

    Bei der Orang-Utan-Dame Dokana steht ein Versuch im Mittelpunkt, bei dem sie eine praktische Aufgabe lösen soll. Hinter einer Scheibe befindet sich Himbeersaft, der für sie nicht unmittelbar erreichbar ist. Johannes Großmann vom Max-Planck-Institut begleitet die Untersuchung, bei der Dokana ein Hilfsmittel einsetzen soll, um an die Belohnung zu gelangen. Der Versuch macht damit auf anschauliche Weise sichtbar, wie sich Problemlösungsverhalten bei Menschenaffen unter kontrollierten Bedingungen beobachten lässt.

    Solche Aufgaben ermöglichen Forschern, genauer zu untersuchen, wie Tiere auf unterschiedliche Möglichkeiten reagieren und welche Lösungen sie für ein konkretes Problem wählen. Die Belohnung dient dabei als Motivation und schafft eine Situation, in der sich das Verhalten gezielt beobachten lässt. Aus einem einzelnen Versuch lässt sich zwar keine allgemeingültige Aussage darüber ableiten, wie sicher Dokana grundsätzlich zwischen geeigneten und ungeeigneten Werkzeugen unterscheidet. Dennoch zeigt die Aufgabe, welche Möglichkeiten Zoos für Verhaltensbeobachtungen bieten, die sich mit Erkenntnissen aus anderen Forschungsbereichen vergleichen lassen.

    Eine frühere Dokumentation über Verhaltensforschung bei Menschenaffen im Zoo Leipzig verdeutlicht zudem, dass Beobachtungen im Zoo mit vergleichenden Untersuchungen bei Menschen verbunden werden können. Gerade bei Menschenaffen ergeben sich dadurch interessante Fragestellungen zur Problemlösung, Wahrnehmung und zum Einsatz von Hilfsmitteln. Forschung findet hier nicht losgelöst von der Tierhaltung statt, sondern wird in den bestehenden Zooalltag integriert. Für Besucher werden wissenschaftliche Fragestellungen dadurch unmittelbar am Verhalten der Tiere nachvollziehbar.

    Nashorn-Baby lernt neue Situationen kennen

    Parallel begleitet die Sendung ein zweieinhalb Monate altes Nashorn-Baby bei seinen ersten Erkundungen außerhalb der vertrauten Umgebung. Tierpfleger Frank Meyer setzt dabei verschiedene neue Reize ein, mit denen sich das Jungtier auseinandersetzen kann. Eine künstliche, Wasser speiende Konstruktion, ein borstiger Gegenstand und ein bislang fremder Stallgang gehören zu den Situationen, die das junge Nashorn kennenlernen soll. Mutter Sarafine bleibt dabei in der Nähe und bietet dem Jungtier die vertraute soziale Umgebung.

    Die Gewöhnung an neue Gegenstände, Geräusche und Bereiche gehört zu den Aufgaben, die in der täglichen Tierpflege eine wichtige Rolle spielen können. Für ein Jungtier bedeutet jede Erweiterung seines gewohnten Umfelds zunächst eine neue Erfahrung, auf die es unterschiedlich reagieren kann. Die Tierpfleger können dabei beobachten, wie neugierig, vorsichtig oder sicher sich das Nashorn verhält und wie schnell es sich auf Veränderungen einstellt. Gleichzeitig lernt das Tier, dass unbekannte Situationen nicht automatisch eine Bedrohung darstellen.

    Damit unterscheidet sich dieser Teil deutlich von Dokanas Werkzeugtest, obwohl auch hier Verhalten aufmerksam beobachtet wird. Während bei der Orang-Utan-Dame eine konkrete Aufgabe gestellt wird, steht beim Nashorn die schrittweise Gewöhnung an seine Umwelt im Vordergrund. Solche Erfahrungen können auch für spätere Abläufe im Zoo hilfreich sein, weil Tiere regelmäßig mit neuen Situationen, Bereichen oder pflegerischen Maßnahmen konfrontiert werden. Die Sendung macht damit sichtbar, wie eng Tierpflege und Verhaltensbeobachtung im Alltag miteinander verbunden sein können.

    Gewichtskontrolle bei Plumplori Mercedes

    Bei der Plumplori-Dame Mercedes steht keine Forschungsaufgabe im Mittelpunkt, sondern eine klassische Maßnahme der Gesundheitsvorsorge. Nach einer Diät soll ihr Gewicht regelmäßig kontrolliert werden, damit die Tierpfleger nachvollziehen können, wie sich ihr Körpergewicht entwickelt. Dafür muss Mercedes ihre Röhre verlassen, in einen Beutel steigen und anschließend an einer Waage gewogen werden. Was zunächst nach einer einfachen Routine klingt, kann im praktischen Zooalltag allerdings durchaus anspruchsvoll werden.

    Nicht jedes Tier akzeptiert jede pflegerische Maßnahme sofort oder freiwillig. Tierpflegerin Martina Molch versucht deshalb, Mercedes zur notwendigen Gewichtskontrolle zu bewegen, während Michael Ernst sie dabei unterstützt. Entscheidend ist dabei weniger die eigentliche Zahl auf der Waage als die regelmäßige Kontrolle, durch die Veränderungen frühzeitig erkannt werden können. Gerade solche alltäglichen Arbeiten gehören zu einer Tierpflege, die für Besucher meist wesentlich weniger sichtbar ist als Fütterungen oder kommentierte Tierpräsentationen.

    Die Szene zeigt gleichzeitig, dass Tierpflege nicht immer nach einem festen Schema funktioniert. Tiere reagieren individuell, und selbst wiederkehrende Abläufe können Geduld und Anpassungsfähigkeit von den Pflegern verlangen. Eine Gewichtskontrolle ist deshalb nicht einfach nur ein technischer Vorgang, sondern Teil einer kontinuierlichen Beobachtung des körperlichen Zustands eines Tieres. Genau solche Routinen bilden einen wichtigen Teil des täglichen Managements in einem Zoo.

    Zooalltag zwischen Forschung, Gewöhnung und Gesundheitsvorsorge

    Die drei Geschichten könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Dokana beschäftigt sich mit einer Aufgabe aus der Verhaltensforschung, das junge Nashorn sammelt Erfahrungen mit bislang unbekannten Situationen und Mercedes soll für eine Gesundheitskontrolle gewogen werden. Gemeinsam zeigen diese Beispiele jedoch, wie vielfältig die Arbeit mit Tieren in einem modernen Zoo sein kann. Forschung, Beobachtung, Training und Gesundheitsvorsorge greifen dabei immer wieder ineinander.

    Gerade in öffentlichen Debatten über Zoos reduziert sich die Wahrnehmung häufig auf Gehege und Besucherbetrieb. Der tatsächliche Alltag umfasst jedoch zahlreiche Arbeiten, die außerhalb der Öffnungszeiten oder abseits der Besucherwege stattfinden und deshalb kaum wahrgenommen werden. Dazu gehören wissenschaftliche Untersuchungen ebenso wie die Gewöhnung von Jungtieren an neue Situationen oder regelmäßige Kontrollen von Gewicht und Gesundheitszustand. „Elefant, Tiger & Co.“ macht diese Arbeit anhand kleiner Alltagssituationen sichtbar, ohne dafür spektakuläre Ereignisse zu benötigen.

    Der Zoo Leipzig beschreibt Zoos grundsätzlich als Einrichtungen, die Besucher informieren und zugleich einen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten leisten sollen. Die gezeigten Beispiele ergänzen diesen Anspruch um einen weiteren wichtigen Bereich: die kontinuierliche Beschäftigung mit dem Verhalten und dem körperlichen Zustand der gehaltenen Tiere. Gerade Dokanas Werkzeugtest zeigt zudem, dass zoologische Einrichtungen auch Möglichkeiten für wissenschaftliche Forschung schaffen können. Die Folge vermittelt damit einen Einblick in einen Zooalltag, der wesentlich stärker von Beobachtung, Wissen und praktischer Tierpflege geprägt ist, als dies bei einem gewöhnlichen Zoobesuch sichtbar wird.

    Quellen

  • Einbruch in Zirkuszelt Wiesbaden: Technik im Wert von über 20.000 Euro gestohlen

    Einbruch in Zirkuszelt Wiesbaden: Technik im Wert von über 20.000 Euro gestohlen

    In Wiesbaden sind unbekannte Täter in der Nacht zum Sonntag in ein Zirkuszelt an der Äppelallee eingebrochen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Westhessen entwendeten sie Teile einer Musikanlage im Wert von mehr als 20.000 Euro. Die Täter konnten anschließend unerkannt mit ihrer Beute verschwinden. Die Polizei bittet nun mögliche Zeugen um Hinweise zum Einbruch und zum Verbleib der gestohlenen Technik.

    Einbruch in Zirkuszelt in Wiesbaden

    Der Einbruch ereignete sich nach bisherigen Erkenntnissen zwischen Mitternacht und 10 Uhr am Sonntagmorgen. Die bislang unbekannten Täter verschafften sich zunächst Zugang zum Zirkusgelände an der Äppelallee und gelangten anschließend in das Zirkuszelt. Dort hatten sie es offenbar gezielt auf Teile der Musikanlage abgesehen. Der Wert der entwendeten Technik wird von der Polizei mit mehr als 20.000 Euro angegeben.

    Wie die Täter die teilweise umfangreiche Ausrüstung vom Gelände transportierten und ob dabei ein Fahrzeug eingesetzt wurde, geht aus der veröffentlichten Polizeimeldung nicht hervor. Ebenfalls liegen bislang keine Angaben zur Zahl der beteiligten Personen vor. Die Ermittlungen zum Einbruch und zum Verbleib der Musikanlage dauern an. Hinweise auf die Täter wurden bislang nicht veröffentlicht.

    Die Wiesbadener Polizei bittet Personen, die während des Tatzeitraums verdächtige Beobachtungen im Bereich der Äppelallee gemacht haben, sich zu melden. Auch Hinweise darauf, wo sich Teile der gestohlenen Musikanlage befinden könnten oder ob entsprechende Technik zum Verkauf angeboten wurde, können für die Ermittlungen von Bedeutung sein. Zeugen können sich unter der Telefonnummer 0611-3450 an die Polizei wenden. Weitere Einzelheiten zum betroffenen Zirkus oder zu möglichen Schäden am Zelt beziehungsweise auf dem Gelände wurden zunächst nicht mitgeteilt.

    Weitere Polizeieinsätze in Wiesbaden

    Der Einbruch war Teil einer Polizeimeldung, in der das Polizeipräsidium Westhessen über mehrere voneinander unabhängige Einsätze des Wochenendes berichtete. In der Wiesbadener Innenstadt wurden in den frühen Morgenstunden insgesamt neun Mülltonnen in Brand gesetzt. Zudem wurde in einer offenen Garage in der Hans-Böckler-Straße ein Pkw angezündet, wobei das Feuer auf weitere Fahrzeuge und das Gebäude übergriff. Der dabei entstandene Sachschaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt.

    Darüber hinaus ermittelt die Polizei nach einer Auseinandersetzung im Bereich der Klarenthaler Straße. Ein 51-Jähriger soll dort nach ersten Erkenntnissen mit einem Kettenschloss auf eine jüngere männliche Person eingeschlagen haben. Der mögliche Geschädigte hatte den Bereich jedoch bereits verlassen, bevor die Polizei eintraf. Die Ermittler suchen deshalb weiterhin nach dem Jugendlichen sowie nach möglichen Zeugen des Vorfalls.

    Bei einem weiteren Einsatz wurde ein 21-jähriger Autofahrer schwer verletzt, nachdem sein Mercedes auf der Landesstraße 3028 von der Fahrbahn abgekommen und gegen ein Carport geprallt war. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht, auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Der Gesamtschaden wird auf mehr als 80.000 Euro geschätzt. Die Ursache des Unfalls ist bislang ungeklärt.

    Zwischen diesen Ereignissen und dem Einbruch in das Zirkuszelt besteht nach den veröffentlichten Informationen kein erkennbarer Zusammenhang. Das Polizeipräsidium Westhessen führte die Fälle lediglich gemeinsam in einer aktuellen Einsatzmeldung auf.

    Quellen

  • Zoo Zürich Amata: Das Gorillababy und der Rest des Tierreichs

    Zoo Zürich Amata: Das Gorillababy und der Rest des Tierreichs

    Das Gorillababy Amata dürfte im Zoo Zürich kaum Probleme haben, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Junge Menschenaffen wirken auf viele Besucher besonders emotional, weil Mimik, Bewegungen und der enge Kontakt zur Mutter schnell vertraut erscheinen. Genau darin liegt ein Vorteil charismatischer Tiere: Sie schaffen es fast automatisch in Fotos, Schlagzeilen und soziale Netzwerke. Andere Arten führen dagegen ein deutlich unscheinbareres Dasein, obwohl ihre Haltung und Nachzucht zoologisch keineswegs weniger interessant sein müssen.

    Amata steht für die emotionale Seite des Zoobesuchs

    Bei einem Gorillababy wie Amata fällt es Menschen leicht, eine Beziehung zum Tier aufzubauen. Gesichtsausdrücke, Körperkontakt und das Verhalten innerhalb der Gruppe erinnern viele Besucher an menschliches Familienleben, auch wenn solche Vergleiche biologisch nur begrenzt tragen. Für Zoos sind solche Tiere dennoch wichtige Botschafter, weil sie Aufmerksamkeit erzeugen und Besucher überhaupt erst dazu bringen können, sich intensiver mit einer Tierart und ihrem Lebensraum zu beschäftigen. Ein junges Tier verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

    Gerade bei Menschenaffen zeigt sich, wie stark öffentliche Wahrnehmung von Emotionen geprägt wird. Ein Gorilla muss nicht erklärt werden, bevor Besucher stehen bleiben. Die Tiere sind bekannt, wirken vertraut und lösen unmittelbar Reaktionen aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie automatisch wichtiger für den Artenschutz wären als Arten, die im öffentlichen Bewusstsein kaum vorkommen.

    Orangeaugen-Laubfrosch: Aufmerksamkeit sieht anders aus

    Ganz anders ist die Ausgangslage bei einem Orangeaugen-Laubfrosch. Kleine Amphibien konkurrieren nicht nur mit großen Säugetieren um die Aufmerksamkeit der Besucher, sondern oft auch mit der schlichten Tatsache, dass viele Menschen an ihnen vorbeigehen, ohne sie überhaupt wahrzunehmen. Dabei können gerade solche Arten hohe Anforderungen an Haltung, Klima, Fortpflanzung und Aufzucht stellen. Erfolgreiche Nachzuchten entstehen deshalb nicht automatisch, nur weil ein Tier klein ist.

    Beim Orangeaugen-Laubfrosch zeigt sich damit ein typisches Problem zoologischer Kommunikation: Die fachliche Bedeutung einer Art und ihre öffentliche Wirkung sind zwei verschiedene Dinge. Ein Gorillababy liefert sofort Bilder, Emotionen und Geschichten. Ein Frosch braucht dagegen häufig erst Erklärung, bevor Besucher verstehen, warum seine Haltung interessant ist und welche Rolle Amphibien in ihren natürlichen Lebensräumen spielen.

    Nicht jede wichtige Tierart ist ein Publikumsmagnet

    Der Zoo Zürich versucht mit unterschiedlichen Lebensräumen, auch weniger bekannte Tierarten in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Anlagen wie der Masoala-Regenwald oder weitere thematisch gestaltete Bereiche können dabei helfen, Tiere nicht nur als einzelne Ausstellungsexemplare wahrzunehmen, sondern als Teil eines komplexen Ökosystems. Gerade bei kleinen Arten ist dieser Kontext wichtig, weil ihre Bedeutung häufig erst durch das Zusammenspiel mit anderen Tier- und Pflanzenarten verständlich wird.

    Das unterscheidet moderne zoologische Anlagen deutlich von der Vorstellung, ein Zoo bestehe lediglich aus einer Aneinanderreihung möglichst spektakulärer Tiere. Große Säugetiere bleiben wichtige Publikumsmagnete, doch zwischen ihnen leben zahlreiche Arten, die weit weniger Aufmerksamkeit erhalten. Gerade dort zeigt sich, wie breit zoologische Arbeit tatsächlich angelegt sein kann.

    Amata zieht die Blicke an – andere Arten brauchen Erklärung

    Amata steht damit sinnbildlich für die Tiere, die Menschen ohne große Erklärung erreichen. Ein Gorillababy zieht Blicke auf sich, schafft emotionale Nähe und wird schnell zum Gesprächsthema. Für viele andere Arten funktioniert das nicht so einfach. Sie müssen erst entdeckt, erklärt und in ihren biologischen Zusammenhang eingeordnet werden.

    Genau darin liegt eine der Herausforderungen für Zoos: Aufmerksamkeit ist nicht gleichbedeutend mit zoologischer Bedeutung. Während sich vor einem Gorillababy schnell Besucher sammeln, kann wenige Meter weiter eine Art leben, deren Haltung und Nachzucht mindestens ebenso anspruchsvoll ist. Wer einen Zoo nur nach seinen größten Publikumsmagneten beurteilt, sieht deshalb nur einen kleinen Teil dessen, was hinter den Kulissen und in weniger auffälligen Anlagen tatsächlich passiert.

  • Tiernachwuchs im Zoo Berlin und Tierpark Berlin: Brillenbären, Giraffen & Co.

    Tiernachwuchs im Zoo Berlin und Tierpark Berlin: Brillenbären, Giraffen & Co.

    Junge Brillenbären auf Erkundungstour, Schimpansen vor einem Futterrätsel und Nachwuchs bei Giraffen, Hängebauchschweinen und Fischen: „Panda, Gorilla & Co.“ zeigt erneut, wie vielfältig der Alltag im Zoo Berlin und Tierpark Berlin ist. Dabei geht es längst nicht nur darum, Tiere zu füttern oder Gehege zu reinigen. Beschäftigung, Beobachtung, Aufzucht und die individuelle Betreuung einzelner Tiere gehören ebenso zur täglichen Arbeit der Tierpfleger. Gerade Jungtiere sorgen dabei regelmäßig für neue Herausforderungen.

    Eine eindeutige Zuordnung der behandelten Sendung ist anhand der vorliegenden Angaben allerdings nicht möglich. Eine Archivseite des rbb führt „Panda, Gorilla & Co. (309)“ mit einer Erstsendung vom 9. Februar 2015, während andere Programminformationen eine Ausgabe 211 für den 7. September 2026 nennen. Ob es sich dabei um unterschiedliche Ausstrahlungen, Wiederholungen oder eine fehlerhafte Folgenangabe handelt, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Die beschriebenen Inhalte lassen sich davon unabhängig betrachten.

    Brillenbären erkunden ihr neugestaltetes Freigehege

    Im Tierpark Berlin wartet auf die beiden jungen Brillenbären von Mutter Julia eine neue Erfahrung. Die knapp sechs Monate alten Tiere dürfen erstmals die neugestaltete Außenanlage erkunden. Dort stehen ihnen zahlreiche Strukturen und Klettermöglichkeiten zur Verfügung, die nicht nur für Bewegung sorgen, sondern auch das natürliche Erkundungsverhalten der Tiere fördern sollen. Für die Tierpfleger bedeutet der erste Ausflug gleichzeitig, genau zu beobachten, wie die Jungtiere mit ihrer neuen Umgebung umgehen.

    Besonders aufmerksam verfolgen Michael Horn und Detlef Balkow das Verhalten der jungen Bären. Schließlich sollen die Tiere ihre Fähigkeiten nutzen können, ohne dabei Wege aus der Anlage zu entdecken, die von den Pflegern so nicht vorgesehen waren. Gerade bei neugierigen und kletterfreudigen Jungtieren zeigt sich schnell, ob eine Anlage tatsächlich so funktioniert wie geplant. Die Beobachtung der Tiere ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.

    Michael Horn gehört zu den erfahrensten Mitarbeitern des Tierparks Berlin. Nach Angaben des rbb arbeitet er bereits seit 1988 als Tierpfleger und ist seit 2012 Obertierpfleger sowie Teil der Abteilungsleitung. Neben organisatorischen Aufgaben bleibt für ihn der direkte Kontakt zu Tieren und Mitarbeitern weiterhin ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Das Beispiel der jungen Brillenbären zeigt, wie viel praktische Erfahrung bei der Gestaltung und Kontrolle moderner Tieranlagen gefragt ist.

    Schimpansen müssen für ihr Futter arbeiten

    Auch im Zoo Berlin steht Beschäftigung auf dem Programm. Die Schimpansen bekommen ihr Futter nicht einfach serviert, sondern müssen sich einen Teil davon erarbeiten. In einem künstlichen Termitenhügel befinden sich mehrere Röhren, die unter anderem mit Joghurt, Tee und Bananenbrei gefüllt werden. Die Tiere müssen geeignete Wege finden, um an die begehrte Nahrung zu gelangen.

    Solche Beschäftigungsangebote werden im Zoo als sogenanntes Enrichment eingesetzt. Nahrung dient dabei nicht ausschließlich der Versorgung, sondern wird mit einer Aufgabe verbunden, die Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer fordert. Gerade bei intelligenten Primaten wie Schimpansen können unterschiedliche Aufgaben dafür sorgen, dass sich die Tiere länger mit ihrer Umgebung beschäftigen. Gleichzeitig können die Pfleger beobachten, wie einzelne Tiere unterschiedliche Strategien entwickeln.

    Diese Form der Tierbeschäftigung gehört heute in vielen zoologischen Einrichtungen zum normalen Pflegealltag. Statt immer gleicher Abläufe sollen wechselnde Aufgaben und Reize geschaffen werden. Welche Beschäftigung sinnvoll ist, hängt dabei stark von der jeweiligen Tierart und teilweise sogar vom einzelnen Tier ab. Die Arbeit der Tierpfleger umfasst deshalb weit mehr als die reine Versorgung mit Futter.

    Giraffenkalb Egon testet seine Grenzen

    Auch bei den Giraffen beschäftigt der Nachwuchs die Tierpfleger. Giraffenbullenkalb Egon scheint nach Angaben des rbb zunehmend auszuprobieren, was möglich ist und wo die Grenzen liegen. Zusammen mit dem ebenfalls jungen Tier Susi sorgt er damit für zusätzliche Aufgaben im Giraffenrevier. Jungtiere entwickeln sich schnell und verändern dabei nicht nur ihr Verhalten, sondern auch ihre Ansprüche an Haltung und Betreuung.

    Gerade bei großen Tierarten spielt eine genaue Beobachtung eine wichtige Rolle. Was bei einem kleinen Jungtier noch problemlos funktioniert, kann mit zunehmender Körpergröße schnell zu einer Herausforderung werden. Tierpfleger müssen deshalb früh erkennen, wie sich Verhalten und Rangstrukturen innerhalb einer Gruppe entwickeln. Aussagen über weitere unmittelbar bevorstehende Giraffengeburten lassen sich aus den vorliegenden Informationen dagegen nicht verlässlich ableiten.

    Fünf Hängebauchschweine und Nachwuchs unter Wasser

    Deutlich kleiner fällt der Nachwuchs im Streichelzoo des Tierparks aus. Dort sind fünf junge vietnamesische Hängebauchschweine zu sehen. Reviertierpfleger René Viete stellt neben den Ferkeln auch Mutter Sternchen und Tante Raketchen vor. Die kleine Familiengruppe zeigt, dass Nachwuchs nicht ausschließlich bei den großen Publikumsmagneten Aufmerksamkeit erhält.

    Auch bei den Rentieren berichtet die Sendung von mehreren Jungtieren. Damit reicht das Spektrum vom Brillenbären über Giraffen bis zu vergleichsweise kleinen Bewohnern des Tierparks. Selbst im Aquarium gibt es Nachwuchs: Bei den Monokelkammbarschen kann die Entwicklung einer Fischfamilie beobachtet werden. Die unterschiedlichen Beispiele verdeutlichen, wie verschieden Aufzucht und Betreuung abhängig von Tierart und Lebensweise ausfallen können.

    Neue Aufgabe im Revier der Sika-Hirsche

    Für Tierpflegerin Viola Gandert beginnt unterdessen eine andere Herausforderung. Sie übernimmt die Betreuung der Sika-Hirsche im Tierpark Berlin und muss zunächst das Vertrauen der zurückhaltenden Tiere gewinnen. Gerade bei scheuen Tieren lässt sich ein Wechsel der Betreuung nicht einfach durch einen neuen Arbeitsplan erledigen. Die Tiere müssen sich ebenfalls an neue Personen, Stimmen und Abläufe gewöhnen.

    Deshalb spielen Ruhe und Beobachtung eine zentrale Rolle. Die Pflegerin muss lernen, wie einzelne Tiere reagieren und wann Abstand oder Annäherung sinnvoll sind. Gleichzeitig lernen die Hirsche ihre neue Betreuerin kennen. Damit zeigt sich ein weiterer Teil des Tierpflegerberufs, der für Besucher häufig weniger sichtbar ist: der Aufbau einer verlässlichen täglichen Routine zwischen Mensch und Tier.

    Zu den weiteren Protagonisten gehören das Elefantenmädchen Kariba im Tierpark und Gorilla-Dame Fatou im Zoo Berlin. Kariba und die Elefantenhaltung im Tierpark Berlin zeigen exemplarisch, wie umfangreich die Betreuung großer Säugetiere sein kann. Auch Gorilla-Dame Fatou gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Bewohnern des Berliner Zoos.

    Die unterschiedlichen Geschichten aus Zoo und Tierpark machen deutlich, wie vielseitig Tierpflege tatsächlich ist. Jungtiere müssen beobachtet, Anlagen kontrolliert, Beschäftigungsmöglichkeiten entwickelt und neue Tiergruppen kennengelernt werden. Manche Aufgaben entstehen durch Nachwuchs, andere durch Veränderungen innerhalb eines Reviers oder durch neue Anforderungen an die Beschäftigung der Tiere. Gerade diese tägliche Arbeit hinter den Kulissen ist ein wesentlicher Bestandteil moderner zoologischer Tierhaltung.

    Quellen

    rbb – „Panda, Gorilla & Co. (309)“
    https://www.rbb-online.de/panda-rbb/archiv/folge-278—folge-317/panda–gorilla—co—folge-309.html

    rbb24 – „Ich kann nichts anderes als Tierpark – aber ich will auch nichts anderes“
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/07/interview-tierpfleger-tierpark-berlin-jubilaeum-michael-horn.html

  • Wolfsjagd in Schweden vorerst gestoppt – Referenzwert steigt auf 220 Wölfe

    Wolfsjagd in Schweden vorerst gestoppt – Referenzwert steigt auf 220 Wölfe

    Schweden muss seine Pläne zur Wolfsjagd neu aufstellen. Nach einer Entscheidung des Berufungsgerichts in Sundsvall und anhaltender Kritik aus Brüssel reicht der bislang gemeldete Referenzwert von 170 Wölfen nicht mehr aus. Künftig soll für Schweden ein nationaler Wert von 220 Tieren für einen günstigen Erhaltungszustand gelten. Ob die für 2026 geplante Entnahme von 48 Wölfen tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt nun davon ab, wie hoch der Bestand tatsächlich ist und welche regionalen Mindestbestände festgelegt werden.

    Gericht stoppt Wolfsjagd und stellt bisherige Planung infrage

    Auslöser für die aktuelle Entwicklung war eine Entscheidung des Berufungsgerichts in Sundsvall. Das Gericht bestätigte den Stopp der geplanten Wolfsjagd, nachdem mehrere Provinzialverwaltungen gegen die vorherige Entscheidung vorgegangen waren. Naturschutzverbände hatten insbesondere kritisiert, dass die schwedische Regierung den Referenzwert von 170 Wölfen ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage angesetzt habe. Damit ist vorerst klar: Die bisherige Jagdplanung kann nicht einfach wie vorgesehen umgesetzt werden.

    Dabei ist wichtig, zwischen dem Urteil und der wissenschaftlichen Bewertung der Bestandszahlen zu unterscheiden. Das Gericht hat nach den vorliegenden Angaben nicht selbst festgestellt, dass 170 Wölfe wissenschaftlich falsch und 220 Tiere dagegen zwingend richtig seien. Entscheidend ist vielmehr, dass die bisherige Planung rechtlich nicht ausreichend abgesichert war. Schweden muss deshalb seine Grundlage für künftige Abschüsse neu prüfen und nachvollziehbar begründen.

    Im Hintergrund steht die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Der Wolf fällt weiterhin unter europäische Schutzvorgaben, und für Eingriffe in eine geschützte Population gelten besondere Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass eine Entnahme den günstigen Erhaltungszustand der Population nicht gefährdet. Genau an diesem Punkt wird künftig die Frage hängen, wie viele Wölfe Schweden tatsächlich zum Abschuss freigeben kann.

    Auch die EU-Kommission hatte Zweifel am niedrigen schwedischen Referenzwert angemeldet. Ein Vertreter der Kommission bestätigte gegenüber Agra Europe den Eingang der neuen schwedischen Meldung mit einem Wert von 220 Wölfen. Ob damit sämtliche Bedenken aus Brüssel ausgeräumt sind, ist allerdings noch offen. Die EU überlässt die Festlegung solcher nationalen Referenzwerte grundsätzlich den Mitgliedstaaten, erwartet dabei aber eine wissenschaftliche Grundlage und die Einhaltung der gemeinsam vereinbarten europäischen Methodik.

    220 Wölfe sind keine automatische Jagdgrenze

    Der neue Wert von 220 Tieren bedeutet nicht, dass Schweden künftig automatisch jeden Wolf oberhalb dieser Grenze abschießen darf. Es handelt sich zunächst um einen nationalen Referenzwert für die Bewertung des günstigen Erhaltungszustands. Wie viele Wölfe tatsächlich entnommen werden dürfen, hängt zusätzlich von den regionalen Beständen und der konkreten Ausgestaltung der Jagdplanung ab. Genau deshalb sollen nun neue Mindestwerte für die einzelnen Managementgebiete festgelegt werden.

    Die schwedische Regierung hat die zuständige Umweltschutzbehörde beauftragt, gemeinsam mit den Provinzialverwaltungen neue regionale Mindestbestände zu entwickeln. Diese Zahlen sollen spätestens bis zum 1. Oktober vorliegen. Für jedes der drei Managementgebiete soll anschließend feststehen, wie viele Wölfe auch nach einer möglichen Jagd mindestens vorhanden sein müssen. Erst auf dieser Grundlage kann eine zukünftige Lizenzjagd rechtlich und biologisch belastbarer geplant werden.

    Für den bereits vorgesehenen Abschuss von 48 Wölfen im Jahr 2026 bedeutet das zunächst Unsicherheit. Die geplante Zahl ist damit nicht automatisch endgültig vom Tisch, sie kann aber auch nicht einfach unverändert übernommen werden. Entscheidend wird sein, ob der tatsächliche Bestand und seine regionale Verteilung genügend Spielraum für eine Entnahme lassen. Die Wolfsjagd selbst ist also nicht grundsätzlich beendet, ihre bisherige Grundlage muss jedoch neu berechnet und rechtssicher begründet werden.

    Regierung hält an kleinerer Wolfspopulation fest

    Politisch hat sich an der grundsätzlichen Richtung der schwedischen Regierung offenbar wenig geändert. Landwirtschaftsminister Peter Kullgren hält nach den vorliegenden Angaben weiterhin an dem Ziel fest, die Wolfspopulation des Landes zu verkleinern. Für den schwedischen Anteil der grenzüberschreitenden Population nennt er eine Größenordnung von 100 Tieren als kleinste überlebensfähige Population. Dabei handelt es sich jedoch um eine politische Zielvorstellung und nicht automatisch um die derzeit rechtlich maßgebliche Untergrenze.

    Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen politischem Wunsch und rechtlich zulässiger Jagdplanung. Eine Regierung kann eine kleinere Wolfspopulation anstreben, muss dabei aber weiterhin die europäischen Schutzvorgaben einhalten. Der neue Referenzwert von 220 Tieren dürfte deshalb bei künftigen Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen. Ob Schweden langfristig deutlich darunter gelangen kann, ist damit keineswegs entschieden.

    Streit über die Fennoskandien-Population

    Zusätzlich will Schweden sein Wolfsmanagement künftig stärker mit Norwegen und Finnland abstimmen. Hintergrund ist die grenzüberschreitende Wolfspopulation in Fennoskandien, deren Tiere sich nicht an nationale Grenzen halten. Eine gemeinsame Betrachtung könnte deshalb sinnvoller sein, als wenn jedes Land ausschließlich auf die Zahl der Wölfe innerhalb seines eigenen Staatsgebiets schaut. Wie diese Zusammenarbeit konkret ausgestaltet werden soll, ist bislang jedoch noch nicht abschließend geklärt.

    Auch innerhalb Schwedens bleibt der Streit über die richtige Populationsgröße bestehen. Der kleinere schwedische Jägerverband JRF kritisierte den höheren Referenzwert von 220 Wölfen. Der größere Jagdverband SJF äußerte sich dazu nach den vorliegenden Informationen bislang nicht. Während Naturschutzverbände den bisherigen Wert von 170 Wölfen für wissenschaftlich unzureichend hielten, ist Teilen der Jägerschaft bereits der neue Wert zu hoch.

    Schluss

    Die Wolfsjagd in Schweden ist damit keineswegs grundsätzlich beendet. Gestoppt wurde zunächst die bisherige Planung, weil ihre rechtliche und wissenschaftliche Grundlage nicht ausreichte. Nun müssen neue regionale Mindestbestände festgelegt werden, bevor sich belastbar sagen lässt, wie viele Wölfe 2026 tatsächlich geschossen werden dürfen. Der politische Wunsch nach einer kleineren Wolfspopulation bleibt bestehen – ob und wie weit Schweden diesen unter den geltenden Schutzvorgaben umsetzen kann, wird sich erst mit der neuen Jagdplanung zeigen.

    Quellen

  • Zwölf Löwenbabys im Zoo Dortmund: Zuri und Saba ziehen Nachwuchs gemeinsam auf

    Zwölf Löwenbabys im Zoo Dortmund: Zuri und Saba ziehen Nachwuchs gemeinsam auf

    Im Zoo Dortmund sind zwölf Löwenbabys geboren worden. Die beiden fünfjährigen Schwestern Zuri und Saba brachten innerhalb von drei Tagen ihren ersten Nachwuchs zur Welt: Zuri bekam am 28. Juli fünf Jungtiere, Saba folgte am 31. Juli mit sieben weiteren. Nach Angaben des Zoos entwickeln sich die Jungtiere und ihre Mütter gut.

    Zwei Würfe, eine gemeinsame Aufzucht

    Besonders an dem Dortmunder Nachwuchs ist die gemeinsame Aufzucht durch die beiden Löwinnen. Zuri und Saba säugen nicht nur ihre jeweils eigenen Jungtiere, sondern auch den Nachwuchs der Schwester. Ein solches Verhalten ist auch aus freilebenden Löwenrudeln bekannt, in denen Weibchen bei der Versorgung der Jungtiere zusammenwirken. Für den Zoo ist es zugleich der erste Nachwuchs, seit die beiden Löwinnen und der sechsjährige Vater Boeti dort leben.

    Die Jungtiere verbringen den größten Teil des Tages mit ihren Müttern in geschützten Wurfboxen hinter den Kulissen des Löwenhauses. Die Rückzugsbereiche können von den Löwinnen jederzeit aufgesucht werden und sollen den Familien Ruhe und Sicherheit bieten. Erste kurze Ausflüge aus den Boxen haben die Jungtiere nach Angaben des Dortmunder Zoos bereits unternommen. Gelegentlich bleiben sie auch allein zurück, während eine der Löwinnen den Eingang bewacht. Das Zooteam hält sich dabei möglichst im Hintergrund, um unnötige Störungen zu vermeiden.

    Löwenhaus bleibt vorerst geschlossen

    Für Besucher bleibt das Löwenhaus weiterhin geschlossen. Damit sollen unnötige Unruhe und Lärm in der sensiblen ersten Aufzuchtphase vermieden werden. Auch das Zooteam hält sich möglichst im Hintergrund, weshalb die Geschlechter der Jungtiere bislang noch nicht bestimmt wurden. Eine tierärztliche Untersuchung soll erfolgen, sobald sich bei den beiden Erstlingsmüttern mehr Routine eingestellt hat.

    Der Vater Boeti ist dagegen meist auf den Außenanlagen des Löwenhauses zu sehen. Nach Angaben des Zoos wurde er von den beiden Löwinnen getrennt, als sich abzeichnete, dass sie sich mit ihren Jungtieren zunehmend zurückzogen. Einen Termin für die erste öffentliche Präsentation der Jungtiere gibt es derzeit nicht. Die Besucher müssen daher weiterhin abwarten, wann die jungen Löwen erstmals zu sehen sein werden.

    Nicht alle Jungtiere können in Dortmund bleiben

    Die zwölf Geburten sorgen in Dortmund für große Freude, stellen den Zoo aber auch vor eine konkrete Planungsfrage. Das Löwengehege bietet nach Angaben der Stadt nicht genügend Platz, um den gesamten Nachwuchs dauerhaft aufzunehmen. Deshalb steht bereits fest, dass einige der Tiere später an andere Zoos abgegeben werden müssen. Die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere bleibt dennoch zunächst im Mittelpunkt.

    Der WDR berichtete zudem, dass im Vorfeld über den möglichen Umgang mit kranken oder nicht angenommenen Jungtieren gesprochen worden war. Die Stadt Dortmund wies Befürchtungen zurück, wonach die Babys vorsorglich eingeschläfert werden könnten. Im Fall notwendiger Entscheidungen sollen die geltenden gesetzlichen Grundlagen maßgeblich sein; bei schwerwiegenden tiermedizinischen Fragen wurde außerdem ein Ethikrat als mögliche Instanz genannt. Aktuell steht jedoch die erfolgreiche Versorgung der zwölf Jungtiere und die notwendige Ruhe für Zuri und Saba im Mittelpunkt.

    Quellen