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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Autor: GERATI Redaktion

  • Wild Lights im Zoo Schwerin: Lichtfestival verwandelt Tierpark in leuchtende Erlebniswelt

    Wild Lights im Zoo Schwerin: Lichtfestival verwandelt Tierpark in leuchtende Erlebniswelt

    Wenn es dunkel wird, beginnt im Zoo Schwerin derzeit ein ungewöhnliches Schauspiel. Wo tagsüber die Tiere im Mittelpunkt stehen, leuchten am Abend riesige Tierfiguren, farbenprächtige Pflanzen und fantasievolle Wasserwelten. Seit dem 9. Oktober verwandeln die Wild Lights im Zoo Schwerin das Gelände rund um die Teichanlage in eine besondere Lichtlandschaft. Noch bis zum 29. November 2026 können Besucher den Zoo auf einem eigens gestalteten Rundweg von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Für die Einrichtung ist es die Premiere eines Veranstaltungsformats, das in anderen europäischen Städten bereits viele Menschen angezogen hat.

    Riesige Lichtfiguren zwischen Bäumen und Wasser

    Bis zu sechs Meter ragen einige der beleuchteten Figuren in die Höhe. Tausende LEDs lassen Tiergestalten, Pflanzen und ganze Fantasiewelten entstehen, die sich zwischen den Bäumen und entlang der Wasserflächen verteilen. Besonders die Teichanlage spielt bei der Gestaltung eine wichtige Rolle, denn die Spiegelungen auf dem Wasser machen die Installationen auch aus größerer Entfernung sichtbar. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Lichter aufzustellen, sondern die vorhandene Landschaft in die Inszenierung einzubeziehen.

    Für die Umsetzung hat sich der Zoo Schwerin mit dem international tätigen Unternehmen China Lights zusammengetan. Dessen Lichtinstallationen waren bereits in verschiedenen europäischen Städten zu sehen und haben dort große Besucherzahlen erreicht. Nun kommt das Konzept erstmals in einen Zoo in Norddeutschland. Die Motive wurden auf die Umgebung abgestimmt und greifen neben fantasievollen Darstellungen auch heimische und bedrohte Tierarten auf.

    Wer den Rundweg entlanggeht, entdeckt deshalb nicht einfach eine Aneinanderreihung beleuchteter Figuren. Mal stehen Tiere im Mittelpunkt, dann wieder Pflanzen oder ganze Wasserwelten. Zwischen den einzelnen Stationen bleibt die natürliche Umgebung des Zoos sichtbar, die durch die Beleuchtung eine andere Wirkung bekommt. Gerade diese Mischung dürfte den Reiz der Veranstaltung ausmachen, denn die Schweriner Anlage bietet mit ihrem alten Baumbestand und den zahlreichen Wasserflächen eine Kulisse, die sich von einem gewöhnlichen Stadtpark unterscheidet.

    Zoo Schwerin erweitert sein Angebot bis in die Abendstunden

    Dass ein Zoo auch nach dem regulären Kassenschluss Besucher anzieht, ist zunächst einmal ungewöhnlich. Bei den Wild Lights stehen allerdings nicht die lebenden Tiere im Mittelpunkt, sondern eigens angefertigte Lichtfiguren. Das Festival ist daher keine klassische Abendführung durch die Tieranlagen, sondern eine eigenständige Veranstaltung auf dem Zoogelände. Wer vor allem Tiere beobachten möchte, sollte weiterhin einen regulären Tagesbesuch einplanen.

    Für den Zoo eröffnet das zusätzliche Möglichkeiten. Während die Herbsttage kürzer werden und viele Freizeitangebote früher enden, beginnt das Lichtfestival erst mit Einbruch der Dunkelheit. Damit kann die Einrichtung auch Menschen erreichen, die vielleicht gar keinen vollständigen Tag im Zoo verbringen möchten. Familien, Paare oder Besucher, die für einen Kurzurlaub nach Schwerin kommen, erhalten so einen zusätzlichen Anlass für einen Besuch.

    Ganz neu ist die Idee, das Angebot stärker an unterschiedliche Besuchszeiten anzupassen, in Schwerin allerdings nicht. Bereits im Sommer hatte der Zoo ein vergünstigtes Nachmittagsticket eingeführt, über das GERATI berichtete. Damals konnten Besucher an ausgewählten Wochentagen den Zoo ab 15 Uhr zu einem reduzierten Preis erkunden. Die Wild Lights verfolgen zwar ein anderes Konzept, zeigen aber ebenfalls, dass die Einrichtung ihre Öffnungszeiten und Angebote zunehmend auf unterschiedliche Besucherinteressen ausrichtet.

    Wild Lights: Öffnungszeiten bis Ende November

    Das Lichtfestival läuft noch bis einschließlich 29. November 2026 und ist täglich geöffnet. Bis zum 24. Oktober beginnt der Einlass um 18:30 Uhr, die Veranstaltung endet um 21:30 Uhr. Wer den Rundgang besuchen möchte, muss spätestens um 20:30 Uhr am Eingang sein. Anschließend ändern sich die Zeiten, weil mit der Umstellung auf die Winterzeit auch die Dunkelheit früher einsetzt.

    Vom 25. Oktober bis zum letzten Veranstaltungstag öffnen die Wild Lights bereits um 17:30 Uhr. Um 21 Uhr endet der Abend, der letzte Einlass ist dann um 20 Uhr möglich. Tickets werden sowohl für bestimmte Veranstaltungstage als auch in flexiblen Varianten angeboten. Der Zoo empfiehlt den Vorverkauf, da bei großem Besucherandrang der Zugang über die Abendkasse eingeschränkt werden kann.

    Eine besondere Möglichkeit ist das Kombi-FLEXticket. Damit können Besucher zunächst den regulären Zoo erkunden und anschließend am selben Tag das Lichtfestival erleben. Nach der Zooschließung treffen sich Inhaber dieses Tickets am Rote Liste Zentrum in der Nähe des Haupteingangs. Von dort beginnt der Rundgang durch die beleuchteten Anlagen. Ein erneuter Zoobesuch an einem anderen Tag ist mit diesem Kombiticket nicht vorgesehen.

    Kostenlose Anreise mit dem Schweriner Nahverkehr

    Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, profitiert von einer Besonderheit des Veranstaltungstickets. Nach Angaben des Zoos ist darin die kostenlose Hin- und Rückfahrt im gesamten Netz des Nahverkehrs Schwerin enthalten. Die Fahrberechtigung beginnt zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn und endet zwei Stunden nach dessen Ende. Besucher benötigen für diese Fahrten also keinen zusätzlichen Fahrschein, sofern sie innerhalb des angegebenen Geltungsbereichs unterwegs sind.

    Vom Schweriner Hauptbahnhof gelangt man mit der Straßenbahn zur Haltestelle Zoo. Die Fahrt dauert ungefähr 25 Minuten und führt direkt in die Nähe des Haupteingangs. Auch Autofahrer können auf Park-and-Ride-Möglichkeiten zurückgreifen, beispielsweise an der Plater Straße. Alternativ nennt der Zoo Parkplätze am Zippendorfer Strand und weitere Stellflächen in der Umgebung.

    Eine Einschränkung sollten Hundebesitzer beachten. Anders als beim regulären Zoobesuch dürfen Hunde während der Wild Lights nicht mit auf das Gelände genommen werden. Der Veranstalter verweist auf die vielen Menschen, die Dunkelheit und die ungewohnte Lichtsituation, die für Vierbeiner belastend sein können. Besucher müssen ihren Hund deshalb für diesen Abend anderweitig unterbringen.

    Ein Lichtfestival im 70. Jubiläumsjahr des Zoos

    Für den Zoo Schwerin fällt die Premiere in ein besonderes Jahr. Die Einrichtung feiert 2026 ihr 70-jähriges Bestehen und kann auf eine Entwicklung vom früheren Heimattiergehege zu einem modernen zoologischen Garten zurückblicken. Heute gehören neben der Präsentation von Tieren auch Artenschutz, Erhaltungszucht und Bildungsarbeit zu den Aufgaben des Zoos. Mit dem Rote Liste Zentrum hat Schwerin dafür sogar einen eigenen Ausstellungsbereich geschaffen, der sich besonders mit gefährdeten Tierarten beschäftigt.

    Das Lichtfestival knüpft zumindest thematisch an diese Arbeit an. Unter den beleuchteten Figuren finden sich auch Darstellungen bedrohter Tiere, wodurch Artenvielfalt auf eine ungewöhnliche Weise sichtbar wird. Natürlich ersetzt eine leuchtende Tierfigur weder die Begegnung mit einem lebenden Tier noch die Informationen, die Tierpfleger und zoologische Fachkräfte vermitteln können. Sie kann aber Interesse wecken und Besucher auf Arten aufmerksam machen, mit denen sie sich sonst vielleicht kaum beschäftigen würden.

    Das ist gerade deshalb interessant, weil viele Menschen einen Zoo in erster Linie mit dem Beobachten von Tieren verbinden. Tatsächlich gehört zu dessen Betrieb wesentlich mehr, darunter die Pflege der Anlagen, die Versorgung der Tiere, wissenschaftliche Zusammenarbeit und die Finanzierung langfristiger Projekte. Eine Abendveranstaltung wie die Wild Lights zeigt eine andere Seite der Einrichtung, ohne den eigentlichen Zoobetrieb ersetzen zu müssen. Ob sie auch Menschen zu einem späteren regulären Zoobesuch bewegt, wird sich allerdings erst im weiteren Verlauf zeigen.

    Zusätzliche Besucher können auch wirtschaftlich interessant sein

    Für zoologische Einrichtungen sind Veranstaltungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten auch aus wirtschaftlicher Sicht interessant. Die laufenden Kosten für Tierhaltung, Personal, Gebäude und Instandhaltung entstehen unabhängig davon, ob an einem Herbstabend viele oder wenige Gäste kommen. Zusätzliche Veranstaltungen können deshalb helfen, vorhandene Anlagen besser zu nutzen und neue Einnahmequellen zu erschließen. Wie stark ein Lichtfestival tatsächlich zur Finanzierung eines Zoos beiträgt, hängt allerdings von den Einnahmen und den ebenfalls anfallenden Veranstaltungskosten ab.

    Gerade bei einem aufwendigen Format wie den Wild Lights dürfen diese Kosten nicht unterschätzt werden. Die Installationen müssen aufgebaut, betrieben und überwacht werden, hinzu kommen Personal, Sicherheit und organisatorischer Aufwand. Eine hohe Besucherzahl allein sagt deshalb noch wenig darüber aus, wie wirtschaftlich erfolgreich die Veranstaltung am Ende sein wird. Dafür wären konkrete Angaben zu Ticketverkäufen, Betriebskosten und möglichen Erlösen notwendig, die bislang nicht vorliegen.

    Fest steht aber, dass der Zoo mit diesem Angebot eine zusätzliche Besuchergruppe ansprechen kann. Menschen, die sich vielleicht weniger für die klassische Tierbeobachtung interessieren, könnten durch die Lichtkunst erstmals auf das Gelände kommen. Ob daraus langfristig weitere Besuche entstehen, bleibt offen. Für den Zoo ist das Festival jedenfalls eine Möglichkeit, sich während der Herbstsaison auch außerhalb seines üblichen Tagesprogramms zu präsentieren.

    Schwerin erlebt seinen Zoo von einer anderen Seite

    Die Wild Lights sind kein Ersatz für einen regulären Zoobesuch und wollen das offenbar auch gar nicht sein. Das Festival nutzt vielmehr die Besonderheiten des Schweriner Geländes, um daraus für einige Wochen eine beleuchtete Erlebnislandschaft zu machen. Zwischen alten Bäumen, Teichen und Wegen entsteht nach Sonnenuntergang eine Atmosphäre, die sich deutlich vom gewohnten Bild des Zoos unterscheidet. Gerade Besucher, die die Anlage bereits kennen, dürften dabei manche Ecke neu entdecken.

    Dass ein Zoo seine Flächen auch für kulturelle und touristische Veranstaltungen öffnet, ist grundsätzlich ein nachvollziehbarer Schritt. Entscheidend bleibt, dass solche Angebote mit dem regulären Betrieb und den Bedürfnissen der gehaltenen Tiere vereinbar sind. Wie der Zoo Schwerin diese Anforderungen bei den Wild Lights im Einzelnen berücksichtigt, lässt sich aus den öffentlichen Veranstaltungsinformationen nicht umfassend beurteilen. Für Besucher steht zunächst der Lichterrundgang im Vordergrund, der noch bis zum 29. November Gelegenheit bietet, den Schweriner Zoo einmal ganz anders zu erleben.

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  • XXL-Farm in Australien verkauft: Woodhouse Station wechselt den Besitzer

    XXL-Farm in Australien verkauft: Woodhouse Station wechselt den Besitzer

    30.284 Hektar und mehr als 3.000 Rinder wechseln den Eigentümer

    Die Woodhouse Station westlich von Ayr im australischen Bundesstaat Queensland hat den Besitzer gewechselt. Die Familie Rapisarda verkaufte die rund 30.284 Hektar große Rinderfarm an eine Landwirtsfamilie aus dem zentralen Westen Queenslands. Zum Betrieb gehören auch der Rinderbestand, Wasserrechte und ein Teil der vorhandenen Landtechnik. Der Verkauf ist eine wirtschaftliche Transaktion im Agrarsektor. Hinweise auf einen tierschutzrelevanten Vorfall oder einen behördlichen Konflikt enthält die Meldung nicht. Für die Nutztierhaltung ist der Vorgang dennoch bemerkenswert, weil mit dem Land zugleich ein großer Bestand und die Infrastruktur eines vollständig ausgestatteten Betriebs den Eigentümer wechselten.

    Eine Farm mit Weideland, Anbauflächen und eigener Infrastruktur

    Die Fläche verteilt sich auf 659 Hektar bewässerte Anbaufläche und 29.617 Hektar Weideland. Auf der Station wurden bislang unter anderem Zuckerrohr sowie Wasser- und Zuckermelonen angebaut. Damit ist Woodhouse Station nicht ausschließlich auf die Rinderhaltung ausgerichtet, sondern verbindet Viehzucht mit bewässertem Pflanzenbau. Zur Ausstattung zählen 43 Weiden, 26 Stauseen und 16 Bohrbrunnen. Drei Viehhöfe bieten Platz für insgesamt bis zu 3.800 Tiere. Diese Kombination macht den Verkauf praktisch bedeutsamer als einen reinen Grundstücksübergang: Der Käufer übernimmt einen laufenden landwirtschaftlichen Betrieb mit Flächen, Wasserversorgung, Tierhaltung und betrieblicher Technik.

    Der Bestand umfasst mehrere Rindergruppen

    Laut agrarheute.com umfasste der Bestand 2025 mehr als 3.000 Rinder. Die genannten Gruppen zeigen, dass der Verkauf nicht nur eine Fläche, sondern eine nach Alters- und Nutzungsgruppen gegliederte Herde betrifft. Die Zahlen summieren sich auf deutlich mehr als 3.000 Tiere, weil neben den Zuchttieren weitere Bestandsgruppen aufgeführt werden. Für den neuen Eigentümer bedeutet der Übergang, dass die Bewirtschaftung der Weiden, die Versorgung der Tiere und die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur unmittelbar zusammen geplant werden müssen.

    Verkauf nach 30 Jahren im Familienbesitz

    Die Woodhouse Station war nach Angaben der Berichterstattung 30 Jahre im Besitz der Familie Rapisarda. Im Rahmen einer Hofnachfolgeplanung wurde der Betrieb im Februar 2025 auf den Markt gebracht. Damals wurden Gebote von mehr als 45 Millionen australischen Dollar erwartet, was nach damaliger Umrechnung rund 26 Millionen Schweizer Franken entsprach. Der tatsächliche Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht. Deshalb lässt sich aus dem Marktangebot weder ein gesicherter Wert pro Hektar noch ein Preis pro Tier ableiten. Fest steht lediglich, dass der Verkaufspreis der Ranch öffentlich nicht bekannt ist und die veröffentlichten Erwartungen nicht mit dem endgültig erzielten Betrag gleichgesetzt werden können.

    Einordnung in den australischen Agrarmarkt

    Der Eigentümerwechsel steht in einer Reihe großer Transaktionen australischer Rinderbetriebe. Im Juni 2025 wurde über den Verkauf einer 232.694 Hektar großen Rinderfarm in Queensland für 47,5 Millionen australische Dollar berichtet. Dieser Betrieb war damit flächenmäßig ein Vielfaches größer als Woodhouse Station und ist nicht mit deren Verkauf gleichzusetzen. Auch andere Fälle zeigen, dass große Stationen in Australien regelmäßig im Zuge von Familienentscheidungen, Unternehmensverkäufen oder Nachfolgeplanungen den Besitzer wechseln. Die Woodhouse Station bleibt dabei ein eigenständiger Vorgang: Entscheidend sind hier der Übergang von der Familie Rapisarda an eine Landwirtsfamilie aus Queensland, die Größe des Betriebs und die Übernahme von Herde und Infrastruktur. Der wirtschaftliche Wert der Transaktion lässt sich mangels veröffentlichtem Kaufpreis derzeit nicht abschließend bewerten.

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  • Protest gegen Tiere im Zirkus beim Circus Belly in Lüneburg

    Protest gegen Tiere im Zirkus beim Circus Belly in Lüneburg

    Protest vor dem Circus Belly

    Vor dem Circus Belly in Lüneburg haben Tierschützer gegen den Einsatz von Tieren in der Manege demonstriert. Mit Plakaten und Transparenten machten sie deutlich, dass sich ihre Aktion grundsätzlich gegen Tierauftritte im Zirkus richtet. Auf den Schildern standen unter anderem die Sätze „Tiere haben Rechte“ und „Kein Applaus für Tierausbeutung“. Der Protest zielte damit nicht auf eine einzelne Tierart oder eine konkret benannte Situation, sondern auf das Grundprinzip von Tieren in Zirkusvorstellungen. Zahlen zu den Demonstrierenden oder Angaben zu einer bestimmten beteiligten Organisation enthält der Bericht nicht. Fest steht jedoch: Die Aktion fand unmittelbar vor dem Circus Belly statt.

    Versammlung wurde an den Parkplatz verlegt

    Zunächst hatten sich die Demonstrierenden auf dem vom Circus Belly angemieteten Gelände versammelt. Nach dem Bericht musste die Gruppe den Standort verlassen, weil die Fläche während des Gastspiels privat genutzt wurde. Anschließend verlegten die Tierschützer ihren Protest in den Eingangsbereich am Parkplatz. Damit blieb die Kundgebung in direkter Nähe zum Zirkus und zu dessen Publikum. Über polizeiliche Maßnahmen oder weitere Zwischenfälle berichtet die Meldung nicht.

    Circus Belly betont Haltung und Herkunft der Tiere

    Der Circus Belly bewertet seine Tierhaltung anders als die Demonstrierenden. Lüneburg Aktuell hatte bereits einige Tage zuvor mit einem Verantwortlichen des Zirkus gesprochen. Dabei sei versichert worden, die Tiere würden artgerecht und entsprechend den geltenden Vorschriften gehalten. Als weiteres Argument verweist der Circus Belly auf die Herkunft der Tiere. Die meisten seien bereits im Zirkus geboren und dort aufgewachsen. Diese Darstellung beschreibt die Position des Betriebs, beantwortet aber nicht die grundsätzliche Forderung der Tierschützer: Sie lehnen Tiere in der Manege unabhängig davon ab, ob sie im Zirkus geboren wurden oder woanders aufgewachsen sind. Eine unabhängige Bewertung der konkreten Haltungsbedingungen liegt in dem aktuellen Bericht nicht vor. Deshalb stehen in Lüneburg zwei unterschiedliche Maßstäbe nebeneinander. Die Demonstrierenden beurteilen vor allem den Einsatz von Tieren in der Show grundsätzlich kritisch, während der Circus Belly auf Haltung, Herkunft und die Einhaltung von Vorgaben verweist.

    Öffentliche Debatte reicht weiter zurück

    Der aktuelle Protest steht im Zusammenhang mit einer seit Jahren geführten Auseinandersetzung über Tiere beim Circus Belly. Die Volksstimme berichtete 2015 über ein Gastspiel in Wernigerode, bei dem der Zirkus zahlreiche große beziehungsweise exotische Tiere mitführte. Genannt wurden damals unter anderem Alligatoren, ein Schimpanse, Tiger und Löwen. Der damalige Zirkusdirektor Klaus Köhler erklärte, Besucher kämen auch wegen der exotischen Tiere zu den Vorstellungen.

    In demselben Bericht verwies eine Tierschutzorganisation auf mögliche Belastungen durch beengte Platzverhältnisse, häufige Standortwechsel und eine aus ihrer Sicht unzureichende Ernährung. Diese Kritik wurde als Position der Organisation wiedergegeben. Köhler wies sie zurück und erklärte, der Zirkus werde häufig kontrolliert; außerdem verwies er auf tierärztliche Begutachtungen an den jeweiligen Standorten. Auch die Protestform ist aus früheren Gastspielen bekannt. Die HNA berichtete 2015 von einer beim Zirkus angemeldeten Veranstaltung unter dem Motto „Pro Zirkus“, die als Gegenposition zu Tierhaltungsgegnern gedacht gewesen sei. Ein Mitorganisator bezeichnete solche parallelen Aktionen damals als wiederkehrendes Muster im Konflikt zwischen Zirkussen und Tierschutzgruppen. Für Lüneburg bleibt der praktische Gegensatz dennoch konkreter als die ältere Debatte: Die Demonstrierenden wollten am Gastspielort Aufmerksamkeit für einen tierfreien Zirkus schaffen. Der Circus Belly hielt dem seine Darstellung einer regelkonformen Haltung und die Herkunft der Tiere entgegen. Der Streit dreht sich damit nicht nur um einzelne Plakate, sondern um die entscheidende Frage, ob eine aus Sicht des Betriebs angemessene Haltung den grundsätzlichen Einwand gegen Tierauftritte überhaupt ausräumen kann.

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  • Tierpark Berlin: Elefant Simon nach Stoßzahn-OP wieder bei seiner Mutter

    Tierpark Berlin: Elefant Simon nach Stoßzahn-OP wieder bei seiner Mutter

    Verletzung beim Spielen erforderte schnellen Eingriff

    Der zweijährige Elefantenbulle Simon ist im Tierpark Berlin an einem gebrochenen Stoßzahn operiert worden. Die Verletzung entstand beim Spielen; entscheidend war, das freiliegende lebende Zahnmark zu erhalten und damit die Möglichkeit für weiteres Wachstum des Stoßzahns zu bewahren. Den Eingriff führte der auf Veterinärzahnmedizin spezialisierte Yves Debosschere am 12. Oktober 2026 unter Vollnarkose durch. Die Behandlung verlief nach Mitteilung des Tierparks erfolgreich.

    Bei einem Bruch mit freiliegendem Zahnmark zählt nach Einschätzung Debosscheres die Zeit. Eine Behandlung innerhalb der ersten 48 Stunden biete die besten Chancen, das Zahngewebe vital zu erhalten, erklärte der Spezialist. Er bezeichnete eine solche Verletzung unabhängig vom Alter des Elefanten als medizinischen Notfall. Eine langfristige Garantie für die vollständige Erhaltung und das normale Weiterwachsen des Stoßzahns gibt es allerdings nicht.

    Pulpaüberkappung soll Zahngewebe schützen

    Vor der Behandlung wurde der beschädigte Stoßzahn geröntgt, um das Ausmaß der Verletzung festzustellen. Anschließend behandelte Debosschere das verletzte Zahngewebe und versiegelte die betroffene Stelle. Das Verfahren wird als Pulpaüberkappung bezeichnet und soll das lebende Zahnmark vor weiteren Schäden schützen. Wegen der Größe des Stoßzahns benötigte das Team deutlich größere Instrumente und erheblich mehr Füllmaterial.

    Die Dimensionen unterscheiden den Eingriff deutlich von einer Behandlung beim Menschen. Nach Angaben des Tierparks wurde ungefähr die zwanzigfache Materialmenge verwendet, die bei einem menschlichen Zahn erforderlich wäre. Der medizinische Zweck blieb dennoch derselbe: Das empfindliche Gewebe im Inneren sollte vital bleiben, damit der Stoßzahn weiterwachsen kann. Debosschere reiste für die Behandlung aus Belgien an und gilt nach Angaben des Tierparks als europaweit gefragter Spezialist für die Versorgung beschädigter Elefantenstoßzähne. Die Operation wurde damit zu einem Zusammenspiel aus spezialisierter Zahnmedizin, der Erfahrung des Tierpark-Teams und einer besonders sorgfältig geplanten Narkose.

    Narkose ohne Komplikationen

    Die Anästhesie begleiteten drei weitere Tierärzte des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung. Unterstützt wurden sie vom Veterinärteam des Tierparks. Frank Göritz, leitender Tierarzt am IZW, betonte, dass die Narkose eines Elefanten auch bei einem Jungtier keine Routineangelegenheit sei und kontinuierliche Überwachung sowie genaue Abstimmung erfordere. Nach Angaben des Behandlungsteams verlief Simons Narkose ohne Komplikationen. Nach dem Eingriff erhielt der Jungbulle weiterhin Schmerzmittel und blieb unter tierärztlicher Beobachtung. Für die Tierhaltung bedeutet das: Mit der Operation war die akute Versorgung abgeschlossen, die Entwicklung des Zahns muss nun über die weitere Erholungsphase hinweg kontrolliert werden.

    Simon sucht sofort die Nähe zu Tana

    Ein positives Zeichen zeigte Simon bereits kurz nach dem Aufwachen. Er wurde wieder aktiv, suchte die Nähe seiner Mutter Tana und trank bei ihr. Tierärztin Frauke Vißmann wertete auch seine schnelle Rückkehr zu diesem vertrauten Verhalten erleichtert und hoffte, dass der Stoßzahn normal weiterwächst. Der aktuelle Erfolg lässt deshalb noch keine endgültige Aussage über das langfristige Ergebnis zu. Die unmittelbare Reaktion des Elefanten spricht jedoch dafür, dass Simon den Eingriff zunächst gut überstanden hat.

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  • Schutzhunde als Bodyguards für Hühner: Claussen stoppt Greifvogelverluste

    Schutzhunde als Bodyguards für Hühner: Claussen stoppt Greifvogelverluste

    Greifvögel wurden zum ernsten Problem

    Heinz-Gerd Claussen stand in seiner Hühnerhaltung vor einem ungewöhnlich hohen Verlust. Greifvögel hatten seine Tiere als leichte Beute ausgemacht und innerhalb eines Jahres rund 100 Hühner getötet. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb ist das nicht nur eine wirtschaftliche Belastung, sondern auch eine dauerhafte Herausforderung bei der Sicherung des Bestands. Claussen konnte die Tiere jedoch nicht den ganzen Tag persönlich beaufsichtigen und suchte deshalb nach einer Lösung, die auch während seiner Abwesenheit funktionieren sollte.

    Seine Antwort waren professionelle Schutzhunde, die in der Berichterstattung als „Hühner-Bodyguards“ bezeichnet werden. Die Hunde sollten die Hühner in der Haltung gegen Angriffe aus der Luft schützen und damit eine Aufgabe übernehmen, für die Claussen zuvor ständig selbst hätte aufmerksam bleiben müssen. Seit ihrem Einsatz sei kein weiteres Huhn mehr durch Greifvögel getötet worden. Die Angabe beschreibt den Erfolg auf Claussens Betrieb und ist zugleich der zentrale Grund, warum der Fall über einen einzelnen Hof hinaus interessant ist.

    Eine tiergestützte Reaktion auf Freilandrisiken

    Greifvögel können insbesondere für freilaufende Legehennen zum Problem werden. Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt ordnete den Habicht bereits 2025 als Beutegreifer ein, der wiederholt Verluste in freilaufenden Legehennenherden verursacht. Claussens Fall steht damit für eine konkrete Reaktion auf ein Risiko, das in Haltungen mit Auslauf grundsätzlich auftreten kann. Die Maßnahme richtet sich nicht gegen die Wildtiere, sondern soll die Hühner durch die Anwesenheit der Hunde schwerer erreichbar machen. Die Meldung bezeichnet die eingesetzte Hilfe als „Hühner-Bodyguards“. Deshalb lässt sich aus dem Beispiel nicht ableiten, dass Schutzhunde für jeden Geflügelbetrieb gleichermaßen geeignet sind. Entscheidend bleiben die Größe und Struktur des Auslaufs, die Zusammensetzung der Herde sowie die örtliche Situation mit ihren jeweiligen Beutegreifern.

    Wirkung reicht bis in den Hofladen

    Für Claussen endete der Nutzen der Tiere offenbar nicht bei der Sicherung des Geflügelbestands. Die „Bodyguards“ seien auch bei den Kundinnen und Kunden des Hofladens beliebt und hätten dadurch für mehr Umsatz gesorgt. Aus einer Schutzmaßnahme wurde damit zugleich ein sichtbarer Bestandteil des Hofalltags. Die Hunde erfüllen nach dieser Darstellung eine praktische Funktion und ziehen gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.

    Der wirtschaftliche Nebeneffekt verändert den ursprünglichen Anlass dennoch nicht. Ausgangspunkt war der Verlust von rund 100 Hühnern innerhalb eines Jahres. Erst nachdem die Tiere zum Schutz eingesetzt wurden, entwickelte sich ihre Präsenz nach Darstellung der Meldung zusätzlich zu einem Vorteil im direkten Kundenkontakt. Für den Betrieb verbindet sich damit Bestandsicherung mit einem positiven Erlebnis für die Besucher.

    Was das Beispiel anderen Haltern zeigt

    Der Fall macht vor allem den Unterschied zwischen einer allgemeinen Empfehlung und einer betrieblichen Erfahrung sichtbar. Auf Claussens Hof steht eine klar beschriebene Entwicklung: zunächst wiederholte Verluste durch Greifvögel, anschließend der Einsatz professioneller Schutzhunde und danach keine weiteren getöteten Hühner durch solche Angriffe. Ob ausschließlich die Hunde für diese Veränderung verantwortlich waren oder ob zugleich andere Schutzbedingungen angepasst wurden, wird in der Meldung nicht erläutert. Eine weitergehende wissenschaftliche Bewertung der Methode ist daher mit den Angaben nicht verbunden.

    Für andere Geflügelhalter liegt der praktische Wert des Beispiels in der Suche nach einer dauerhaften Lösung. Wer seine Tiere im Freien hält, muss Schutzmaßnahmen an die eigenen Bedingungen anpassen und ihre Wirkung über längere Zeit beobachten. Claussen zeigt, dass dafür auch tiergestützte Ansätze in Betracht kommen können, wenn sie zum Betrieb passen und fachgerecht umgesetzt werden. Der entscheidende Maßstab bleibt, ob die Hühner tatsächlich sicherer sind und der Bestand dauerhaft geschützt wird. Eine allgemeine Lösung für jede Hühnerhaltung ist daraus nicht abzuleiten, wohl aber ein anschauliches Praxisbeispiel dafür, wie Landwirte auf konkrete Prädationsverluste reagieren können.

    Quellen

  • Wolf in Hamburg offiziell bestätigt: Fotofalle zeigt Tier im Klövensteen

    Wolf in Hamburg offiziell bestätigt: Fotofalle zeigt Tier im Klövensteen

    Umweltbehörde bestätigt Wolf im Hamburger Westen

    Im Hamburger Westen ist erneut ein Wolf nachgewiesen worden. Die Hamburger Umweltbehörde bestätigte mehrere Meldungen aus dem Bereich Klövensteen, nachdem eine Aufnahme aus einer Fotofalle ausgewertet worden war. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, das Tier habe anhand des Fotos eindeutig identifiziert werden können. Damit ist nach Darstellung der Behörde offiziell bestätigt, dass sich im Westen Hamburgs ein Wolf aufhält.

    Die Hinweise hatten sich auf den Bereich rund um den Klövensteen konzentriert. Dort liegt ein Wald- und Naherholungsgebiet an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein, in dessen Nähe sich auch das Wildgehege Klövensteen befindet. Die bestätigte Aufnahme macht aus den zunächst einzelnen Beobachtungen einen behördlich anerkannten Wolfsnachweis. Angaben dazu, wie lange das Tier bereits dort unterwegs ist, woher es stammt oder ob weitere Tiere in der Umgebung sind, liegen nicht vor.

    Für die Bevölkerung bedeutet der Nachweis vor allem, dass Spaziergänge im betroffenen Gebiet weiterhin mit Aufmerksamkeit erfolgen sollten. Die Umweltbehörde rät, bei einer Begegnung Ruhe zu bewahren und Abstand zu halten. Niemand solle versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn zu verfolgen oder zu füttern. Die Hinweise richten sich damit besonders an Menschen, die den Klövensteen als Naherholungsgebiet nutzen.

    Hundehalter sollen Begegnungen vermeiden

    Für Hundehalter ist die behördliche Empfehlung besonders praktisch relevant. Hunde sollen im Bereich des Klövensteen konsequent angeleint werden, damit sie dem Wolf nicht nachlaufen oder eine Begegnung durch ihr Verhalten verschärfen. Bei einer Sichtung wird außerdem empfohlen, nicht davonzulaufen, sondern sich durch lautes Sprechen oder Klatschen bemerkbar zu machen. Entscheidend ist, den Abstand zu vergrößern und das Tier nicht durch eine Annäherung oder Verfolgung in eine unübersichtliche Situation zu bringen.

    Eine Beobachtung sollte möglichst zeitnah an das Wolfsmonitoring der Hamburger Umweltbehörde gemeldet werden. Dafür stehen die E-Mail-Adresse wolfsberatung@bukea.hamburg.de und die Telefon-Notfallhotline 0174 6330335 zur Verfügung. Für die Behörden sind solche Meldungen wichtig, weil sie weitere Sichtungen zeitlich und räumlich einordnen können. Auch Fotos oder andere konkrete Beobachtungen sollten deshalb nicht durch eigene Nachverfolgung, sondern über die vorgesehenen Meldewege weitergegeben werden.

    Der aktuelle Hinweis ist keine pauschale Aussage darüber, dass von dem Tier eine unmittelbare Gefahr für Menschen ausgeht. Er bestätigt zunächst seine Anwesenheit in einem stadtnahen Wald- und Erholungsraum. Für die tägliche Praxis folgt daraus vor allem ein klarer Verhaltensrahmen: Hunde anleinen, Abstand halten, nicht füttern und Sichtungen melden. Die Lage vor Ort soll nach Angaben der Berichterstattung weiter beobachtet werden.

    Solche Nachweise verdeutlichen zugleich, welche Bedeutung die behördliche Beobachtung und Einordnung einzelner Wölfe besitzt. Auch in anderen Bundesländern wird darüber diskutiert, wie Behörden mit Wölfen umgehen sollen, die sich wiederholt in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhalten. GERATI hat diese Problematik bereits im Zusammenhang mit dem Wolfsmanagement in Rheinland-Pfalz aufgegriffen. Dabei ist zwischen der bloßen Anwesenheit eines Wolfes und einem tatsächlich auffälligen oder gefährlichen Verhalten zu unterscheiden.

    Frühjahrsvorfall bleibt wichtiger Hintergrund

    Der neue Nachweis wird in Hamburg auch deshalb aufmerksam verfolgt, weil bereits im Frühjahr ein Wolf bis in dicht besiedelte Bereiche der Stadt gelangt war. Ende März verletzte ein junger Wolf im Hamburger Stadtteil Altona eine Frau, die nach Behördenangaben eine Bissverletzung erlitt. Anschließend gelangte das Tier bis zur Binnenalster. Polizeibeamte zogen den Wolf schließlich mit einer Tierschlinge aus dem Wasser. Der damalige Vorgang sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit.

    Nach der damaligen Berichterstattung wurde der junge Wolf anschließend mit einem Sender versehen und in Niedersachsen ausgewildert. Einige Wochen später brachen die Funksignale ab; die Umweltbehörde ging davon aus, dass das Tier tot ist. GERATI berichtete bereits ausführlich über den damaligen Wolfsangriff in Hamburg und das vermutete Schicksal des ausgewilderten Tieres. Dieser frühere Fall erklärt jedoch nicht automatisch die aktuelle Sichtung im Klövensteen. Auch die zeitliche Nähe von rund einem halben Jahr darf daher nicht mit einer bestätigten Verbindung zwischen beiden Ereignissen verwechselt werden.

    Quellen

  • Zoo Heidelberg: Elefant Vinh aus Amsterdam in Jungbullengruppe aufgenommen

    Zoo Heidelberg: Elefant Vinh aus Amsterdam in Jungbullengruppe aufgenommen

    Elefant Vinh beginnt neuen Lebensabschnitt in Heidelberg

    Der Zoo Heidelberg hat einen neuen Bewohner: Der sechsjährige Asiatische Elefant Vinh ist am Montag, dem 12. Oktober 2026, aus dem Artis Royal Zoo in Amsterdam nach Heidelberg umgezogen. Dort lebt er künftig gemeinsam mit den Elefantenbullen Ludwig, Namsai und Minh-Tan. Die erste Begegnung der vier Tiere verlief nach Angaben des Zoos problemlos. Für Vinh beginnt damit ein wichtiger Entwicklungsschritt, denn der junge Bulle hat seine bisherige Familiengruppe verlassen und muss sich nun in eine neue soziale Gemeinschaft integrieren.

    Der Neuzugang ist allerdings weit mehr als eine zusätzliche Attraktion für Zoobesucher. Heidelberg verfolgt seit Jahren ein besonderes Haltungskonzept für junge Elefantenbullen, die in einer Gruppe wichtige soziale Erfahrungen sammeln sollen. Mit Vinh ist diese Gemeinschaft wieder auf vier Tiere angewachsen – genau jene Gruppengröße, für die die Anlage ursprünglich konzipiert wurde. Der Transfer zeigt damit, wie zoologische Einrichtungen die unterschiedlichen Lebensphasen von Elefanten bei ihrer Haltung berücksichtigen können.

    Schwertransport mit eigens angefertigter Elefantenkiste

    Der Umzug eines mehrere Tonnen schweren Elefanten stellt hohe Anforderungen an die beteiligten Einrichtungen. Vinh wurde in einer speziell angefertigten Transportkiste von Amsterdam nach Heidelberg gebracht. Am Montagnachmittag erreichte der Schwertransporter das Zoogelände, wo ein Kran die tonnenschwere Kiste direkt vom Tieflader auf die Elefantenanlage hob. Während der gesamten Reise begleiteten erfahrene Tierpfleger aus Amsterdam den jungen Bullen, den sie bereits seit Jahren betreut hatten.

    Kuratorin Sandra Reichler betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachleuten. Solche Tiertransporte erfordern eine sorgfältige Abstimmung zwischen den zoologischen Einrichtungen, dem Transportpersonal und den betreuenden Mitarbeitern. Nach Angaben des Heidelberger Zoos hat Vinh die Reise gut überstanden. Mit der erfolgreichen Ankunft war der organisatorische Teil des Wechsels abgeschlossen, während für die Tierpfleger die eigentliche Eingewöhnungsphase begann.

    Erste Begegnung mit Ludwig, Namsai und Minh-Tan

    Nach seiner Ankunft verbrachte Vinh zunächst eine Nacht in einem abgetrennten Bereich des Elefantenhauses. Die drei bisherigen Bewohner konnten den Neuankömmling bereits sehen, ohne unmittelbar mit ihm zusammenzutreffen. Am folgenden Tag erhielt Vinh zunächst Gelegenheit, die Innen- und Außenanlagen eigenständig zu erkunden. Erst danach erfolgte die direkte Zusammenführung mit seinen neuen Artgenossen.

    Das erste Aufeinandertreffen am Dienstag verlief nach Angaben des Zoos reibungslos. Bereits in der darauffolgenden Nacht beobachteten die Tierpfleger, dass Vinh neben seinen neuen Mitbewohnern schlief. Dennoch können in den kommenden Wochen Rangeleien auftreten, wenn die Bullen ihre gegenseitigen Beziehungen und ihre Positionen innerhalb der Gruppe klären. Solche Auseinandersetzungen gehören zum natürlichen Sozialverhalten junger männlicher Elefanten und sind nicht automatisch ein Hinweis auf eine gescheiterte Vergesellschaftung.

    Entscheidend ist dabei, wie die Tiere miteinander umgehen und ob sich langfristig stabile soziale Beziehungen entwickeln. Das Heidelberger Zooteam begleitet diesen Prozess durch regelmäßige Beobachtungen. Eine erfolgreiche erste Begegnung ist ein positives Zeichen, ersetzt aber nicht die weitere Betreuung der Gruppe. Gerade bei großen und körperlich kräftigen Tieren sind Erfahrung und genaue Kenntnisse des individuellen Verhaltens besonders wichtig.

    Warum junge Elefantenbullen ihre Familiengruppe verlassen

    Vinh wurde am 4. Mai 2020 im Artis Royal Zoo in Amsterdam geboren und wuchs dort in seiner Familiengruppe auf. Bei Asiatischen Elefanten leben weibliche Tiere und ihre Nachkommen normalerweise in sozial verbundenen Familiengruppen. Männliche Jungtiere lösen sich mit zunehmendem Alter aus diesem Verband und entwickeln eine eigenständigere Lebensweise. Sie können zeitweise allein unterwegs sein oder sich mit anderen männlichen Elefanten zusammenschließen.

    Der Wechsel nach Heidelberg orientiert sich an dieser natürlichen Entwicklungsphase. Während weibliche Elefanten häufig langfristig in ihren Familienverbänden bleiben, benötigen heranwachsende Bullen andere soziale Erfahrungen. Das Zusammenleben mit männlichen Artgenossen ermöglicht ihnen, Kräfte zu messen, Konflikte auszutragen und soziale Verhaltensweisen zu entwickeln. Deshalb spielt die Zusammensetzung einer Elefantengruppe bei der zoologischen Haltung eine wesentliche Rolle.

    Die Trennung von einer bisherigen Familiengruppe bedeutet dabei nicht, dass junge Bullen grundsätzlich ohne soziale Kontakte gehalten werden sollten. Vielmehr kommt es darauf an, ihnen eine geeignete Gemeinschaft für ihren weiteren Entwicklungsabschnitt anzubieten. Heidelberg setzt genau an diesem Punkt an und ermöglicht jungen Elefantenmännchen das Zusammenleben mit Artgenossen in einer vergleichbaren Lebensphase.

    Heidelberger Jungbullengruppe unterstützt die Erhaltungszucht

    Der Zoo Heidelberg entschied sich bereits 2010 für die Haltung junger männlicher Asiatischer Elefanten. Das Konzept soll die europäische Erhaltungszucht unterstützen, indem heranwachsende Bullen vor einem möglichen späteren Einsatz in Zuchtgruppen soziale Erfahrungen sammeln können. Die Tiere leben während dieser Entwicklungsphase gemeinsam und beschäftigen sich unter anderem durch Spielen, Rangeln und gegenseitiges Kräftemessen. Dabei entwickeln sich Beziehungen, die für ihr späteres Sozialverhalten von Bedeutung sein können.

    In einer früheren Veröffentlichung beschrieb der Zoo, dass junge Bullen nach ihrer sozialen Reifung im Alter von ungefähr zwölf bis fünfzehn Jahren in andere zoologische Einrichtungen wechseln können. Dort besteht für geeignete Tiere die Möglichkeit, Teil einer Zuchtgruppe zu werden. Heidelberg übernimmt innerhalb dieses Konzepts somit eine andere Aufgabe als Einrichtungen, in denen Elefantenkühe mit ihren Jungtieren gehalten werden. Es geht nicht um die unmittelbare Nachzucht vor Ort, sondern um die Haltung und Entwicklung männlicher Tiere.

    Dieser Unterschied ist für die Bewertung zoologischer Elefantenhaltung wesentlich. Nicht jeder Zoo muss dieselbe Gruppenstruktur anbieten, sofern die jeweiligen Haltungsbedingungen den Bedürfnissen der Tiere und ihrer Lebensphase entsprechen. Auch bei der Rückkehr Afrikanischer Elefanten in den Tierpark Berlin hat GERATI bereits dargestellt, welche Rolle unterschiedliche Haltungskonzepte, moderne Anlagen und die Zusammenarbeit zoologischer Einrichtungen spielen.

    Soziale Erfahrungen gehören zur modernen Elefantenhaltung

    Elefantenhaltung wird in der öffentlichen Diskussion häufig auf die Größe von Gehegen reduziert. Ausreichend Platz, geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten und tiermedizinische Betreuung sind zweifellos wichtige Voraussetzungen. Ebenso entscheidend ist jedoch die Frage, welche sozialen Kontakte die Tiere haben und ob die Zusammensetzung einer Gruppe zu ihrer natürlichen Entwicklung passt. Gerade bei heranwachsenden Elefantenbullen kann die Möglichkeit zur Interaktion mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen einen wichtigen Bestandteil der Haltung darstellen.

    Der Zoo Heidelberg hat sein Konzept bereits in früheren Veröffentlichungen anhand konkreter Beobachtungen erläutert. Die jungen Bullen beschäftigen sich miteinander, nutzen Spielmöglichkeiten und tragen körperliche Auseinandersetzungen aus. Solche Verhaltensweisen ermöglichen Erfahrungen, die bei einer dauerhaften Einzelhaltung nicht in vergleichbarer Weise entstehen könnten. Gleichzeitig müssen die Tierpfleger darauf achten, dass aus gewöhnlichen Rangeleien keine gefährlichen Konflikte werden.

    Der Fall Vinh verdeutlicht deshalb einen wichtigen Aspekt moderner zoologischer Arbeit: Tierhaltung lässt sich nicht allein anhand einzelner Gehegebilder oder allgemeiner Aussagen über Gefangenschaft bewerten. Maßgeblich sind die tatsächlichen Haltungsbedingungen, die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart und das individuelle Verhalten der Tiere. Auch die Diskussion über die künftige Elefantenhaltung im Zoo Duisburg zeigt, dass Veränderungen innerhalb zoologischer Einrichtungen immer auch langfristige Fragen zur Unterbringung und sozialen Zusammensetzung aufwerfen.

    Was Vinhs Einzug für den Zoo Heidelberg bedeutet

    Mit dem sechsjährigen Neuzugang ist die Heidelberger Elefantengruppe wieder vollständig. Kuratorin Sandra Reichler erwartet, dass Vinh neue Impulse in das Zusammenleben bringt und zusätzliche Interaktionen zwischen den Tieren entstehen. Die erste Vergesellschaftung liefert dafür einen positiven Ausgangspunkt. Wie sich die Beziehungen zwischen den vier Bullen weiterentwickeln, wird das Zooteam in den kommenden Wochen beobachten.

    Für Besucher bietet der Neuzugang zugleich die Gelegenheit, das Sozialverhalten junger Asiatischer Elefanten unmittelbar kennenzulernen. Vinh ist bereits auf der Anlage zu sehen und kann bei seinen ersten gemeinsamen Aktivitäten mit Ludwig, Namsai und Minh-Tan beobachtet werden. Dabei dürfte besonders interessant sein, welche Kontakte der junge Bulle aufbaut und wie die bisherigen Gruppenmitglieder auf ihn reagieren.

    Der Wechsel von Amsterdam nach Heidelberg ist somit kein bloßer Austausch zwischen zwei Tierparks. Er ist Teil eines Haltungskonzepts, das die soziale Entwicklung junger Elefantenbullen berücksichtigt und ihre spätere Rolle innerhalb zoologischer Populationen unterstützen soll. Die bisher erfolgreiche Zusammenführung zeigt, dass der Einstieg in die neue Lebensphase gelungen ist. Ob daraus eine dauerhaft harmonische Gruppengemeinschaft entsteht, werden die nächsten Monate zeigen.

    Quellen

  • Lady Gaga: PETA Asia erhebt Vorwurf zur Herkunft von Federn in ihren Kleidern

    Lady Gaga: PETA Asia erhebt Vorwurf zur Herkunft von Federn in ihren Kleidern

    Lady Gaga soll über die Herkunft der Straußenfedern in ihren aufwendigen Bühnenkleidern getäuscht worden sein. Diesen Vorwurf erhebt die Tierrechtsorganisation PETA im Zusammenhang mit einer neuen Recherche über die Federindustrie in Südafrika. Besonders brisant: Nach Darstellung von PETA soll das Modehaus Dior erklärt haben, die verwendeten Federn stammten von Tieren, die sie auf natürliche Weise verloren hätten. Eine von PETA angeführte Straußenfarm soll dagegen eingeräumt haben, Material für das betreffende Kleid geliefert zu haben. Doch wie belastbar ist dieser Zusammenhang tatsächlich, und was lässt sich daraus über Lady Gaga oder Dior ableiten?

    PETA erhebt Vorwürfe gegen die Herkunft der Straußenfedern

    Am 13. Oktober 2026 veröffentlichte PETA eine Mitteilung, in der die Organisation schwere Anschuldigungen gegen die Gewinnung von Straußenfedern für die internationale Modeindustrie erhebt. Im Mittelpunkt stehen Aufnahmen, die nach Darstellung der Tierrechtler zeigen sollen, wie Arbeiter lebenden Straußen Federn gewaltsam entfernen und Tiere anschließend getötet werden. Gleichzeitig behauptet PETA, dass Unternehmen aus dieser Branche internationale Modehäuser beliefern. Die Organisation stellt dabei eine Verbindung zu Kleidungsstücken her, die von Lady Gaga getragen wurden.

    Anders als es die zunächst in Deutschland verbreitete Kurzmeldung vermuten lässt, nennt die ausführlichere amerikanische PETA-Mitteilung durchaus konkrete Anhaltspunkte. Sie verweist auf Südafrika, auf das Modehaus Dior und auf Kleidungsstücke aus dem Umfeld der Sängerin. Außerdem behauptet PETA, dass eine Straußenfarm eingeräumt habe, an der Beschaffung des Materials für einen bestimmten Look beteiligt gewesen zu sein. Eine unabhängig nachvollziehbare Dokumentation der vollständigen Lieferkette zwischen dieser Farm und dem fertigen Kleid ergibt sich aus diesen Angaben allerdings noch nicht.

    Lady Gaga, Dior und die Behauptung über natürlich verlorene Federn

    Lady Gaga ist für ihre außergewöhnlichen Bühnenoutfits bekannt, bei denen extravagante Materialien und aufwendige Gestaltung eine zentrale Rolle spielen. Nach Angaben von PETA trug die Sängerin während ihrer Mayhem-Ball-Tour und bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele Kleidung mit Straußenfedern. Die Organisation behauptet zudem, Dior habe erklärt, das betreffende Kleid sei mit älteren Federn gefertigt worden, welche die Tiere auf natürliche Weise verloren hätten. Genau diese angebliche Herkunftserklärung stellt PETA nun infrage.

    Für die Bewertung des Vorwurfs ist diese Unterscheidung entscheidend. Federn können bei Vögeln im Rahmen der natürlichen Mauser ausfallen, ohne dass sie gewaltsam entfernt werden müssen. Werden Federn dagegen aus lebenden Tieren herausgerissen, handelt es sich um einen grundsätzlich anderen Vorgang, der erhebliche tierschutzrechtliche und ethische Fragen aufwerfen kann. Ob die von PETA dokumentierten Praktiken tatsächlich mit den Federn eines konkreten Kleides von Lady Gaga verbunden sind, muss jedoch anhand der tatsächlichen Lieferwege geklärt werden.

    Hinzu kommt eine weitere wichtige Frage: Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass eine Herkunftserklärung falsch war, wäre damit noch nicht festgestellt, wer dafür verantwortlich ist. Zwischen einer Straußenfarm, möglichen Zwischenhändlern, Materiallieferanten, Modehäusern und der prominenten Trägerin eines Kleidungsstücks können mehrere voneinander unabhängige Beteiligte stehen. Wer auf welcher Stufe welche Angaben gemacht oder überprüft hat, lässt sich aus der öffentlich bekannten Darstellung nicht abschließend rekonstruieren. Lady Gaga selbst ein bewusstes Fehlverhalten zu unterstellen, wäre deshalb nicht gerechtfertigt.

    Was die PETA-Recherche tatsächlich belegen müsste

    Die von PETA beschriebenen Aufnahmen werfen Fragen zum Umgang mit Straußen in der Federproduktion auf. Sollten die dargestellten Vorgänge authentisch und korrekt zugeordnet sein, wären sie ein konkreter Anlass, die Bedingungen auf den betreffenden Betrieben zu untersuchen. Entscheidend ist allerdings, zwischen dokumentierten Handlungen an Tieren und der Herkunft eines ganz bestimmten Modeprodukts zu unterscheiden. Aufnahmen aus einer Farm belegen nicht automatisch, dass Federn aus den gezeigten Vorgängen später in einem bestimmten Designerkleid verarbeitet wurden.

    Für einen nachvollziehbaren Herkunftsnachweis wären insbesondere Lieferdokumente, Bestellungen, Rechnungen oder eindeutig zuordenbare Materialchargen relevant. Ebenso müsste geklärt werden, welche Farm die Federn tatsächlich lieferte, ob Zwischenhändler beteiligt waren und welcher Nachweis Dior beziehungsweise den zuständigen Lieferpartnern vorlag. Erst eine solche Rekonstruktion könnte den behaupteten Widerspruch zwischen der angegebenen und der tatsächlichen Materialherkunft belastbar erklären. PETAs Mitteilung enthält zwar konkrete Anschuldigungen, ersetzt aber keine unabhängig überprüfte Dokumentation sämtlicher Lieferstufen.

    Dabei wäre es ebenso falsch, problematische Praktiken in der Federgewinnung grundsätzlich auszuschließen. Die Bedingungen der Tierhaltung und Materialgewinnung müssen anhand des jeweiligen Betriebs, der angewandten Methoden und der geltenden Tierschutzanforderungen bewertet werden. Eine pauschale Gleichsetzung sämtlicher Federprodukte mit Tierquälerei wäre allerdings genauso wenig sachgerecht wie die pauschale Annahme, jede Federgewinnung sei unproblematisch. Genau diese Differenzierung sollte eine seriöse Debatte ermöglichen.

    PETA nutzt den prominenten Namen für eine größere Kampagne

    Die Verbindung mit Lady Gaga verschafft dem Vorwurf erheblich mehr Aufmerksamkeit, als eine allgemeine Meldung über die südafrikanische Straußenindustrie vermutlich erreichen würde. Die Sängerin wird damit zur zentralen Figur einer Kampagne, obwohl aus der Mitteilung nicht hervorgeht, dass sie selbst an der Auswahl der Lieferanten oder an der Überprüfung der Herkunft beteiligt war. Für PETA ist diese Verbindung kommunikativ wirkungsvoll: Ein international bekannter Name, luxuriöse Mode und drastische Vorwürfe gegen eine Tierindustrie ergeben eine Geschichte mit erheblichem Empörungspotenzial. Ob dieser öffentliche Eindruck dem konkreten Verantwortungsbereich der Beteiligten entspricht, ist eine andere Frage.

    GERATI hat sich bereits in dem Artikel über PETA-Werbung und die Grenzen gezielter Provokation mit der Frage beschäftigt, wie Tierrechtsorganisationen Aufmerksamkeit durch zugespitzte Botschaften erzeugen. Eine solche Kommunikationsstrategie ist für sich genommen weder ein Beweis für falsche Anschuldigungen noch für deren Richtigkeit. Sie macht aber eine sorgfältige journalistische Überprüfung umso wichtiger, weil der öffentliche Eindruck häufig bereits entsteht, bevor alle Details bekannt sind. Bei einer prominenten Person wie Lady Gaga kann sich dieser Effekt besonders stark auswirken.

    Auch die grundsätzliche Haltung von PETA gegenüber der Verwendung tierischer Materialien muss berücksichtigt werden. Die Organisation lehnt die Nutzung von Tieren für Bekleidung grundsätzlich ab und verfolgt damit ein weitergehendes Ziel als die Verbesserung einzelner Produktionsbedingungen. Diese Position ist legitim, sollte aber nicht mit einer neutralen Untersuchung der gesamten Branche verwechselt werden. Eine Kampagne gegen die Verwendung von Straußenfedern und der Nachweis einer konkreten Täuschung sind zwei unterschiedliche Dinge.

    PETA Deutschland verbreitet die Vorwürfe

    In Deutschland wurde die Geschichte am 13. Oktober 2026 über PETA Deutschland verbreitet und anschließend von Medien aufgegriffen. Die deutschsprachige Kurzmeldung konzentriert sich auf die Behauptung, Lady Gaga und weitere Personen seien über die Herkunft der Federn belogen worden. Wesentliche Einzelheiten aus der ausführlicheren Mitteilung, darunter die Nennung von Dior und der Bezug zu einer südafrikanischen Straußenfarm, fehlen in dieser verkürzten Darstellung. Dadurch lässt sich der Vorwurf aus der Kurzmeldung allein kaum nachvollziehen.

    Das zeigt ein journalistisches Problem, das unabhängig von der Bewertung der Tierrechtsorganisation besteht. Wer eine schwere Anschuldigung übernimmt, sollte möglichst auf die ursprüngliche Veröffentlichung zurückgreifen und deren konkrete Angaben prüfen. Werden nur die aufmerksamkeitsstärksten Aussagen weitergegeben, während entscheidende Einzelheiten fehlen, bleibt beim Publikum ein möglicherweise verzerrter Eindruck zurück. Gerade bei Vorwürfen gegen bekannte Personen und Unternehmen ist die vollständige Einordnung wesentlich wichtiger als eine möglichst spektakuläre Schlagzeile.

    Ähnliche Fragen zur Beweisführung und öffentlichen Wirkung hat GERATI bereits bei der PETA-Strafanzeige gegen den Tierpark Hagenbeck behandelt. Auch dort stand die Frage im Mittelpunkt, welche Schlussfolgerungen sich tatsächlich aus vorgelegtem Material ziehen lassen. Der aktuelle Fall unterscheidet sich in seinem Gegenstand deutlich, folgt journalistisch jedoch demselben Grundprinzip: Eine Anschuldigung muss anhand konkreter Belege bewertet werden und nicht allein anhand der Bekanntheit ihres Urhebers.

    Wer trägt die Verantwortung für die Herkunft der Federn?

    Sollte sich die von PETA behauptete Diskrepanz zwischen der angegebenen und der tatsächlichen Federherkunft bestätigen, wäre zunächst zu klären, an welcher Stelle der Lieferkette fehlerhafte Informationen weitergegeben wurden. Ein Modehaus kann Materialien über spezialisierte Händler oder andere Zulieferer beziehen und dabei auf Herkunftserklärungen angewiesen sein. Ob solche Erklärungen ausreichend überprüft wurden, ist eine eigenständige Frage, die nicht allein mit dem Hinweis auf einen Lieferanten beantwortet werden kann. Ohne konkrete Vertrags- und Lieferinformationen lässt sich die Verantwortung jedoch nicht einzelnen Beteiligten zuweisen.

    Gerade bei der Verwendung tierischer Materialien kommt es darauf an, tatsächliche Produktionsbedingungen und öffentlich gemachte Herkunftsangaben getrennt zu untersuchen. Wenn ein Unternehmen behauptet, Federn seien natürlich ausgefallen, sollte diese Aussage nachvollziehbar belegt werden können. Das gilt unabhängig davon, ob eine Tierrechtsorganisation eine entsprechende Kampagne führt oder nicht. Umgekehrt muss auch PETA überzeugend nachweisen, dass die dokumentierten Vorgänge mit dem beanstandeten Produkt verbunden sind, wenn daraus ein konkreter Täuschungsvorwurf abgeleitet wird.

    Eine Stellungnahme von Lady Gaga oder eine ausführliche öffentliche Erwiderung der im Zusammenhang mit der konkreten Anschuldigung genannten Beteiligten liegt den hier ausgewerteten Quellen nicht vor. Deshalb bleibt offen, welche Informationen der Sängerin bei der Auswahl ihrer Kleidung tatsächlich zur Verfügung standen. Ebenso kann derzeit nicht abschließend beurteilt werden, ob Dior selbst einer fehlerhaften Herkunftserklärung aufgesessen sein könnte oder ob sich die von PETA behauptete Zuordnung überhaupt vollständig bestätigen lässt. Diese offenen Fragen dürfen nicht durch Vermutungen ersetzt werden.

    Fazit: Schwere Vorwürfe brauchen mehr als prominente Namen

    PETA hat mit seinen Anschuldigungen gegen die Straußenfederindustrie eine Debatte angestoßen, die durchaus berechtigte Fragen zur Gewinnung tierischer Materialien aufwerfen kann. Anders als die ursprüngliche deutschsprachige Kurzmeldung erkennen lässt, enthält die ausführlichere Mitteilung konkrete Angaben zu Dior, Südafrika und Kleidungsstücken von Lady Gaga. Damit besitzt die Geschichte einen recherchierbaren Ausgangspunkt. Ein vollständig unabhängig bestätigter Nachweis, dass die beanstandeten Gewinnungsmethoden unmittelbar mit den Federn eines bestimmten Kleides verbunden waren, ergibt sich daraus aber noch nicht.

    Besonders kritisch ist die öffentliche Verknüpfung des Vorwurfs mit Lady Gaga zu betrachten. Eine Sängerin, die ein Kleid trägt, ist nicht automatisch für sämtliche Vorgänge in der zugrunde liegenden Materiallieferkette verantwortlich. Sollte eine Täuschung stattgefunden haben, wären zunächst die tatsächlichen Herkunftsangaben und die jeweiligen Verantwortlichkeiten zu klären. Eine moralische Vorverurteilung der prominentesten beteiligten Person wäre kein Ersatz für diese Aufarbeitung.

    Für GERATI bleibt deshalb eine klare Unterscheidung maßgeblich: Mögliche Missstände bei der Federgewinnung müssen ernst genommen und anhand konkreter Vorgänge bewertet werden. Gleichzeitig dürfen Kampagnenorganisationen nicht erwarten, dass ihre Vorwürfe allein aufgrund dramatischer Aufnahmen und prominenter Namen als vollständig bewiesen gelten. Wer Transparenz über die Herkunft tierischer Materialien verlangt, sollte dieselbe Transparenz auch bei der eigenen Beweisführung gewährleisten. Tierschutz braucht überprüfbare Fakten und klar benannte Verantwortlichkeiten – nicht bloß eine öffentlichkeitswirksame Geschichte.

    Quellen

  • Woolrich wird pelzfrei: Was VIER PFOTEN beim Ausstieg aus Echtpelz verschweigt

    Woolrich wird pelzfrei: Was VIER PFOTEN beim Ausstieg aus Echtpelz verschweigt

    Woolrich wird pelzfrei – aber der Verkauf von Echtpelz geht weiter

    Der Bekleidungshersteller Woolrich Europe verabschiedet sich von Echtpelz in neuen Kollektionen. Für die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist das ein großer Erfolg ihrer internationalen Kampagne gegen den traditionsreichen Parka-Hersteller. Über 200.000 E-Mails, Protestaktionen vor Geschäften und öffentlicher Druck sollen dazu beigetragen haben, dass das Unternehmen seine bisherige Linie aufgibt. Doch wer sich die offizielle Erklärung von Woolrich genauer ansieht, entdeckt eine Geschichte, die etwas anders klingt als die Erfolgsmeldung der Tierschützer.

    Denn von einem vollständigen Verkaufsstopp ab Januar 2027 kann keine Rede sein. Der neue Eigentümer BasicNet erklärt ausdrücklich, dass Kleidungsstücke mit Echtpelz aus früheren Kollektionen weiterhin verkauft werden dürfen, bis die vorhandenen Bestände aufgebraucht sind. Das Unternehmen unterscheidet damit klar zwischen dem Ende der Verwendung von Pelz in neuen Kollektionen und dem weiteren Verkauf bereits produzierter Ware. Gerade dieser Unterschied geht in der öffentlichen Jubelmeldung von VIER PFOTEN weitgehend unter.

    VIER PFOTEN feiert den Erfolg – doch welche Rolle spielte die Kampagne wirklich?

    Im September 2025 startete die Fur Free Alliance gemeinsam mit verschiedenen Tierschutzorganisationen eine internationale Kampagne gegen Woolrich. Auch VIER PFOTEN beteiligte sich daran und organisierte Proteste in mehreren deutschen Städten. In Hamburg, München und auf Sylt sollte unter anderem ein drei Meter hoher Parka auf die Verwendung von Kojoten- und Marderhundfell aufmerksam machen. Nach Angaben der beteiligten Organisationen erreichten Woolrich zudem mehr als 200.000 E-Mails von Unterstützern, die einen Ausstieg aus Echtpelz forderten.

    Dass diese Aktionen tatsächlich stattgefunden haben, steht außer Frage. Ebenso ist die Vereinbarung zwischen BasicNet und der Fur Free Alliance inzwischen offiziell bestätigt. Allerdings wird es interessant, wenn aus diesen beiden Tatsachen eine eindeutige Erfolgsgeschichte gemacht wird. Die Darstellung von VIER PFOTEN vermittelt den Eindruck, die Protestkampagne sei der entscheidende Grund gewesen, weshalb Woolrich seine Geschäftspolitik verändert habe. Einen solchen alleinigen Kausalzusammenhang belegt die Organisation jedoch nicht.

    Eine Kampagne kann eine Unternehmensentscheidung beeinflussen, ohne deren einziger oder wichtigster Auslöser zu sein. Gerade bei einem internationalen Modeunternehmen spielen Markenpositionierung, Kundeninteressen und wirtschaftliche Überlegungen eine erhebliche Rolle. Die Zusammenarbeit mit der Fur Free Alliance ist dokumentiert, und ihr Einfluss auf die Vereinbarung lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Daraus folgt allerdings noch nicht, dass ohne die Demonstrationen und E-Mails keine entsprechende Entscheidung getroffen worden wäre.

    BasicNet nennt einen weiteren entscheidenden Hintergrund

    In der offiziellen Erklärung von Woolrich findet sich ein Aspekt, den VIER PFOTEN in ihrer Erfolgsmeldung zwar erwähnt, aber deutlich weniger herausarbeitet: der Eigentümerwechsel. Im November 2025 übernahm der italienische Konzern BasicNet die Markenrechte für Woolrich in Europa sowie weiteren Märkten. Seitdem arbeitet der neue Eigentümer an einer strategischen Neuausrichtung der traditionsreichen Marke. Der Pelzverzicht wird ausdrücklich als Bestandteil dieser Unternehmensentwicklung beschrieben.

    BasicNet erklärt außerdem, dass die Vereinbarung mit der Fur Free Alliance mit der ersten vollständig unter der neuen Unternehmensführung entwickelten Woolrich-Kollektion zusammenfällt. Als konkreten Zeitpunkt nennt das Unternehmen die Herbst-/Wintersaison 2027. Damit hat der Verzicht auch einen unmittelbar nachvollziehbaren Zusammenhang mit dem Wechsel der Eigentümer und der künftigen Produktplanung. Diese unternehmerische Perspektive gehört zu einer vollständigen Berichterstattung genauso dazu wie die Protestaktionen der Tierschutzorganisationen.

    Dass VIER PFOTEN die Entscheidung als eigenen Erfolg präsentiert, ist aus Sicht einer Kampagnenorganisation verständlich. Schließlich lebt die öffentliche Wahrnehmung solcher Aktionen auch davon, dass Unterstützer ihre Beteiligung mit konkreten Ergebnissen verbinden können. Journalistisch sollte man diese Selbstdarstellung allerdings nicht mit einer unabhängigen Bewertung der tatsächlichen Entscheidungsgründe verwechseln. Zwischen der Beteiligung an einer erfolgreichen Vereinbarung und dem Anspruch, die entscheidende Ursache dafür gewesen zu sein, besteht ein Unterschied.

    Echtpelz verschwindet nicht sofort aus den Geschäften

    Besonders aufschlussreich ist die Frage, was sich für Käufer tatsächlich ändert. Die Fur Free Alliance kündigt an, dass Woolrich Europe bis Ende Dezember 2026 die Produktion neuer Kleidungsstücke mit Echtpelz einstellen werde. Ab Januar 2027 sollen neue Kollektionen entsprechend pelzfrei sein. Woolrich beziehungsweise BasicNet konkretisiert die Umstellung in seiner eigenen Erklärung mit der Herbst-/Wintersaison 2027 und bestätigt gleichzeitig den weiteren Abverkauf bestehender Kollektionen.

    Damit können auch nach dem Jahreswechsel weiterhin Woolrich-Produkte mit echtem Tierfell im Handel angeboten werden. Eine verbindliche Frist, bis zu der sämtliche vorhandenen Pelzprodukte aus den europäischen Geschäften verschwunden sein müssen, nennt BasicNet nicht. Wer sich 2027 in einem Woolrich-Geschäft umsieht, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass jedes dort angebotene Kleidungsstück bereits pelzfrei ist. Genau diese praktische Einschränkung ist für Verbraucher wesentlich aussagekräftiger als die pauschale Botschaft vom Pelzausstieg.

    Das macht die getroffene Vereinbarung nicht bedeutungslos. Wenn Woolrich künftig tatsächlich keine neuen Echtpelzprodukte mehr entwickelt und produziert, verändert das dauerhaft die Zusammensetzung seiner Kollektionen. Allerdings bleibt zwischen einer angekündigten Umstellung der Produktion und einem vollständig pelzfreien Warenangebot ein zeitlicher und wirtschaftlicher Unterschied bestehen. Dieser gehört offen kommuniziert, gerade wenn eine Organisation den Vorgang als großen Erfolg für Tiere und Verbraucher darstellt.

    Ist pelzfreie Mode automatisch die bessere Alternative?

    VIER PFOTEN verbindet die Unternehmensentscheidung mit der grundsätzlichen Forderung nach einem Ende der Pelzproduktion. Die Organisation betrachtet den Verzicht auf echtes Tierfell als Fortschritt für den Tierschutz und fordert darüber hinaus strengere politische Regelungen in Europa. Dabei werden unterschiedliche Fragen miteinander verbunden: die Haltung und Tötung von Pelztieren, die Verwendung tierischer Materialien und die grundsätzliche Zukunft der Pelzindustrie. Diese Themen hängen zusammen, sind aber nicht identisch.

    Aus dem Verzicht auf Echtpelz ergibt sich beispielsweise noch keine automatische Antwort auf die Umweltbilanz eines Ersatzmaterials. Kunstfell kann aus synthetischen Fasern bestehen, deren Herstellung auf fossilen Rohstoffen beruht und die beim Gebrauch oder Waschen Kunststofffasern freisetzen können. Gleichzeitig verursacht die Produktion von Echtpelz eigene Umweltbelastungen und wirft erhebliche Fragen des Tierwohls auf. Welche Variante unter welchen Bedingungen ökologisch günstiger abschneidet, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Bezeichnung „echt“ oder „künstlich“ entscheiden.

    Auch bedeutet pelzfrei nicht automatisch, dass ein Hersteller auf sämtliche Materialien tierischen Ursprungs verzichtet. Leder, Daunen und Wolle sind eigenständige Produktbereiche mit jeweils eigenen Anforderungen an Herkunft, Herstellung und Tierwohl. Woolrich hat eine konkrete Verpflichtung hinsichtlich Echtpelz bekannt gegeben, nicht aber den generellen Verzicht auf tierische Materialien. Wer die Entscheidung als umfassenden Wandel hin zu vollständig tierfreier Mode versteht, würde ihr daher mehr zuschreiben, als tatsächlich angekündigt wurde.

    Die Fur Free Alliance und die politische Agenda hinter dem Pelzverzicht

    Mit dem Beitritt zum Fur Free Retailer Programm reiht sich Woolrich Europe in eine Initiative ein, der nach Angaben der Fur Free Alliance bereits rund 1.700 Marken und Händler angeschlossen sind. Zu den bekannten Unternehmen, die sich zuvor von Echtpelz verabschiedet haben, gehören unter anderem Canada Goose, Moncler und Napapijri. Für die beteiligten Tierschutzorganisationen ist die Vereinbarung deshalb nicht nur ein Erfolg gegenüber einem einzelnen Hersteller. Sie fügt sich zugleich in ihre umfassendere politische Forderung nach einem Ende der Pelzproduktion und des Pelzhandels ein.

    In der Europäischen Union wird über die Zukunft der Pelztierhaltung und des Pelzmarktes gestritten. Die Europäische Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ sammelte mehr als 1,5 Millionen Unterschriften und fordert unter anderem ein EU-weites Verbot der Pelztierzucht sowie der Vermarktung entsprechender Produkte. GERATI hat bereits über die Debatte um finnische Pelzfarmen und die verschobene EU-Entscheidung berichtet. Dabei geht es nicht nur um konkrete Missstände in einzelnen Betrieben, sondern auch um die Frage, ob eine gesamte Branche künftig überhaupt noch betrieben werden darf.

    Eine freiwillige Entscheidung eines Modeunternehmens ist jedoch etwas anderes als ein gesetzliches Verbot. Woolrich beziehungsweise BasicNet kann selbst entscheiden, welche Materialien künftig in den eigenen Kollektionen verwendet werden. Ein staatliches Verbot würde dagegen auch Unternehmen und Verbraucher betreffen, die eine andere Entscheidung treffen möchten. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil VIER PFOTEN die Woolrich-Vereinbarung ausdrücklich als Argument für weitergehende politische Maßnahmen nutzt.

    Ein wirklicher Erfolg – aber nicht die ganze Geschichte

    Die Vereinbarung zwischen BasicNet und der Fur Free Alliance ist ein konkretes Ergebnis. Woolrich Europe hat sich öffentlich verpflichtet, bei der Entwicklung und Produktion künftiger Kollektionen auf Echtpelz zu verzichten. Dass die beteiligten Tierschutzorganisationen diese Entscheidung begrüßen und ihre Kampagne als erfolgreich ansehen, ist nachvollziehbar. Die Beteiligung der Fur Free Alliance an der Vereinbarung steht ebenfalls fest.

    Problematisch wird die Darstellung dort, wo die öffentlich erzählte Erfolgsgeschichte andere wesentliche Zusammenhänge überlagert. Der neue Eigentümer BasicNet verfolgt eine eigene Markenstrategie, vorhandene Echtpelzprodukte dürfen weiterhin verkauft werden und die genaue Umstellung der Kollektionen ist an konkrete Produktionszyklen gebunden. Vor allem lässt sich aus der zeitlichen Abfolge von Protesten und Unternehmensentscheidung nicht ableiten, welcher Faktor letztlich das größte Gewicht hatte. Wer die Entscheidung vollständig verstehen möchte, muss auch diese Punkte berücksichtigen.

    Für GERATI bleibt deshalb eine klare Trennung entscheidend: Woolrich trifft eine unternehmerische Entscheidung, die Fur Free Alliance ist an der entsprechenden Vereinbarung beteiligt und VIER PFOTEN präsentiert das Ergebnis als Kampagnenerfolg. Diese drei Feststellungen schließen sich nicht aus, erzählen aber auch nicht dieselbe Geschichte. Gerade Organisationen, die von Unternehmen Transparenz und Verantwortung verlangen, sollten bei der Darstellung ihrer eigenen Erfolge denselben Maßstab akzeptieren.

    Quellen

  • Circus Krone in Goslar: PETA erhebt Tierquälerei-Vorwürfe – doch die Fakten erzählen eine andere Geschichte

    Circus Krone in Goslar: PETA erhebt Tierquälerei-Vorwürfe – doch die Fakten erzählen eine andere Geschichte

    PETA hat sich wieder einmal Circus Krone vorgenommen. Zum Gastspiel in Goslar spricht die Tierrechtsorganisation von verängstigten Großkatzen, gewaltsamer Dressur und Tierquälerei. Als Belege präsentiert sie Videoaufnahmen, die bereits seit über einem Jahr für ähnliche Kampagnen verwendet werden. Was PETA ihren Lesern dabei vorenthält, ist mindestens ebenso interessant wie die Vorwürfe selbst: Circus Krone wird behördlich kontrolliert, eine dokumentierte veterinäramtliche Überprüfung verlief ohne Beanstandungen, und selbst frühere strafrechtliche Ermittlungen führten nicht zu einer Anklage. Hinzu kommt, dass PETA den Einsatz von Dressurhilfsmitteln als Gewalt darstellt, obwohl es für deren Verwendung ganz andere, öffentlich dokumentierte Erklärungen gibt.

    Circus Krone in Goslar: PETA entdeckt die alten Videos wieder

    Vom 15. bis 18. Oktober 2026 gastiert Circus Krone mit seinem Programm „Farbenspiel – Gold Edition“ auf dem Schützenplatz in Goslar. Zwei Tage vor der ersten Vorstellung veröffentlichte PETA eine Pressemitteilung, in der dem Unternehmen ein gewaltsamer Umgang mit Großkatzen, Pferden, Hunden und Kamelen vorgeworfen wird. Besucher sollen keine Eintrittskarten kaufen, um angebliches Tierleid nicht finanziell zu unterstützen. Das ist eine schwere Anschuldigung gegen ein Unternehmen, das seit Generationen mit Tierdressuren arbeitet.

    Wer die Pressemitteilung vom 13. Oktober liest, erfährt von knallenden Peitschen, verängstigten Löwen und Tigern sowie Hunden, die angeblich zu erniedrigenden Kunststücken gezwungen werden. PETA beschreibt die Szenen so, als ließen sich daraus eindeutige Rückschlüsse auf die Behandlung der Tiere ziehen. Die eigentliche Beweisführung bleibt dagegen bemerkenswert dünn. Ein Dressurstock in der Hand eines Dompteurs, ein Peitschenknall oder ein auf den Hinterbeinen stehender Hund belegen für sich genommen keine Tierquälerei.

    Noch auffälliger ist das Alter des verwendeten Materials. PETA erklärt selbst, dass die Aufnahmen von der Tour-Premiere in München im April 2025 stammen. Sie zeigen also keine neu entdeckten Missstände aus Goslar, sondern bekannte Ausschnitte aus einer Vorstellung, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits rund eineinhalb Jahre zurücklag.

    Warum wird dieses Material dann unmittelbar vor dem Goslarer Gastspiel erneut veröffentlicht? Die Antwort liefert ein Blick in PETAs eigenes Presseportal. Die Organisation verwendet die Aufnahmen schon seit Langem, um Circus Krone an wechselnden Gastspielorten öffentlich anzugreifen.

    Eineinhalb Jahre alte Aufnahmen, aber immer neue Schlagzeilen

    Bereits am 29. September 2025 veröffentlichte PETA nahezu dieselben Anschuldigungen zum Gastspiel in Wunsiedel. Am 22. Juni 2026 folgte eine entsprechende Pressemitteilung für Zwickau. Im Mai 2026 hatte die Organisation die Vorwürfe auch anlässlich des Gastspiels in Landau verbreitet. Nun ist Goslar an der Reihe.

    Die Texte gleichen sich teilweise bis in einzelne Formulierungen. Wieder geht es um knallende Peitschen, verängstigte Großkatzen und hüpfende Hunde. Wieder sollen die Besucher auf Eintrittskarten verzichten. Und wieder werden dieselben Aufnahmen aus München zur Grundlage der Anschuldigungen gemacht.

    Neu ist vor allem der Name der Stadt.

    Das Vorgehen erinnert weniger an die Aufdeckung neuer Missstände als an eine langfristig angelegte Öffentlichkeitskampagne. Circus Krone reist von Stadt zu Stadt, und PETA begleitet diese Tournee mit immer neuen Pressemitteilungen über alte Vorwürfe. So erhält jede Lokalredaktion rechtzeitig vor dem Gastspiel eine passende Geschichte über vermeintliche Tierquälerei.

    Besonders aufschlussreich ist der Vergleich der PETA-Veröffentlichungen mit unabhängigen Berichten über Circus Krone. Dort kommen Informationen zur Sprache, die in der Kampagne weitgehend untergehen: die praktische Arbeit mit den Tieren, die Funktion der Dressurhilfsmittel und die Ergebnisse amtlicher Kontrollen. Gerade diese Informationen sind notwendig, wenn man beurteilen möchte, ob hinter den dramatischen Anschuldigungen tatsächlich belastbare Beweise stehen.

    Was Martin Lacey mit seinen Stöcken wirklich macht

    PETA stellt den Einsatz von Stöcken bei der Großkatzendressur als Bestandteil eines gewaltsamen Umgangs mit den Tieren dar. Wer sich jedoch näher mit der Arbeit des bekannten Dompteurs Martin Lacey beschäftigt, erfährt eine ganz andere Seite dieser Hilfsmittel. Ein Bericht der Münchner tz vom April 2026 beschreibt eine öffentlich zugängliche Trainingsprobe mit zehn Löwinnen und zwei Löwen. Lacey betrat die Manege mit zwei Stöcken und einer Bauchtasche voller Fleisch.

    Nach jeder gelungenen Sprungübung spießte er Fleischstücke auf einen Stock und verteilte sie als Belohnung an die Großkatzen. Der Gegenstand, den PETA so gern mit Gewalt in Verbindung bringt, wird hier ganz konkret zum Füttern eingesetzt. Das ist keine bloße Behauptung des Zirkus, sondern eine Beobachtung aus einem journalistisch begleiteten Training.

    Auch die Passauer Neue Presse beschäftigte sich bereits 2024 mit der Frage, wofür Lacey seine Dressurhilfsmittel verwendet. Der Dompteur erläuterte damals die Funktion seines Signalstocks und verwies auf ein Video, in dem er dessen Anwendung an einem Mitarbeiter demonstrierte. Der Stock diene dazu, Tiere zu berühren und ihnen Signale zu geben. Sein Mitarbeiter bestätigte bei der Vorführung, dass die gezeigten Berührungen keine Schmerzen verursachten.

    Diese Berichte liefern einen wichtigen Hintergrund, den PETA bei ihrer öffentlichen Anklage nicht ausreichend berücksichtigt. Wer einen Dompteur mit einem Stock zeigt und daraus einen Vorwurf der Tierquälerei ableitet, muss erklären, was mit diesem Stock tatsächlich geschieht. Bei Martin Lacey ist dokumentiert, dass er ihn unter anderem zur Belohnungsfütterung einsetzt. Das verändert die Einordnung solcher Aufnahmen erheblich.

    Die Praxis lässt sich sogar über viele Jahre zurückverfolgen. Bereits 2012 wurde in einem Bericht über Martin Laceys Arbeit beschrieben, wie Fleischstücke und Fleischgeruch genutzt werden, um Großkatzen an Dressurhilfsmittel zu gewöhnen. Auch dort wurde das Peitschenknallen als Takt- beziehungsweise Signalgeber geschildert. PETAs Darstellung, bei der schon das Vorhandensein solcher Hilfsmittel zur Gewaltgeschichte wird, lässt diesen praktischen Hintergrund vermissen.

    Warum eine knallende Peitsche noch keine Tierquälerei beweist

    Kaum ein Begriff eignet sich besser für eine emotionale Schlagzeile als die knallende Peitsche. PETA verwendet ihn regelmäßig, wenn es um Circus Krone geht. Beim Leser entsteht sofort die Vorstellung, ein Tier werde geschlagen oder durch Schmerzen zu einer bestimmten Bewegung gezwungen. Dabei muss eine Peitsche ein Tier nicht einmal berühren, um ein hörbares Signal zu erzeugen.

    Martin Lacey hat die Verwendung seiner Dressurhilfsmittel in Interviews erläutert. Das Knallen entsteht durch die Bewegung der Peitschenschnur und wird bei der Dressur als akustisches Signal eingesetzt. Auch Stockbewegungen können als Zeichen dienen, die die Tiere während ihrer Ausbildung kennenlernen. Die Tiere reagieren dann auf eingeübte Signale, ohne dass dafür zwangsläufig ein schmerzhafter Schlag erforderlich ist.

    PETA macht sich die negative Wirkung des Wortes Peitsche zunutze. Die Organisation spricht von knallenden Peitschen und verbindet diese Beschreibung mit verängstigten Tieren. Damit wird dem Publikum eine bestimmte Interpretation nahegelegt, noch bevor die eigentliche Anwendung untersucht wurde.

    Für den Vorwurf einer Misshandlung reicht ein solches Geräusch nicht aus. Auch das deutsche Tierschutzgesetz stellt nicht auf die bloße Verwendung eines bestimmten Hilfsmittels ab, sondern auf die konkrete Behandlung und die dadurch verursachten Schmerzen, Leiden oder Schäden. Wer einen Rechtsverstoß behauptet, muss den entsprechenden Vorgang benennen und nachweisen.

    Gerade deshalb ist die Unterscheidung zwischen akustischem Signal, Berührung und gezieltem Schlag so wichtig. PETA wirft diese Vorgänge in ihrer Kampagnensprache weitgehend zusammen. Der Eindruck von Gewalt entsteht bereits durch die Beschreibung der Hilfsmittel, während deren tatsächliche Verwendung nur unzureichend erklärt wird.

    Circus Krone wird kontrolliert – und das Veterinäramt fand keine Beanstandungen

    Bei all den Anschuldigungen fällt besonders auf, wie wenig Raum PETA den Ergebnissen unabhängiger behördlicher Kontrollen einräumt. Dabei sind die Veterinärämter genau dafür zuständig, die Einhaltung der Tierschutzvorschriften zu überprüfen. Ihre Arbeit umfasst die tatsächlichen Haltungsbedingungen und nicht lediglich ausgewählte Ausschnitte einer Vorstellung.

    Ein aufschlussreiches Beispiel lieferte der Südwestrundfunk am 4. Mai 2026. Damals gastierte Circus Krone in Landau, wo ebenfalls Proteste gegen die Tierhaltung angekündigt waren. Der SWR fragte sowohl beim Zirkus als auch bei den zuständigen Behörden nach.

    Die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße bestätigte, dass das zuständige Veterinäramt die Tierhaltung von Circus Krone im Mai 2026 kontrolliert hatte. Das Ergebnis: keine Beanstandungen. Außerdem erklärte die Behörde, dass Zirkusbetriebe bei ihren Gastspielen kontrolliert würden und bereits ein weiterer Termin vereinbart sei.

    Circus Krone verwies gegenüber dem SWR ebenfalls auf die regelmäßigen Kontrollen durch unabhängige Behörden. Das Unternehmen erklärte, verantwortungsvoll mit seinen Tieren umzugehen und hohe Standards beim Tierwohl anzustreben. Im Mai 2026 berichtete der Sender außerdem direkt von einer Vorstellung und ließ Martin Lacey zu Wort kommen. Der Dompteur erläuterte, wie er die Ruhezeiten seiner Löwen berücksichtigt und weshalb die Tiere aus seiner Sicht keine auffälligen Verhaltensweisen zeigten.

    Hier stehen konkrete behördliche Feststellungen im Raum. Während PETA anhand alter Videoaufnahmen den Eindruck einer von Tierquälerei geprägten Haltung vermittelt, dokumentierte eine amtstierärztliche Kontrolle keine Beanstandungen. Genau diese Gegenüberstellung fehlt in der aktuellen Kampagne.

    Natürlich bezieht sich das veröffentlichte Kontrollergebnis auf die Überprüfung vom Mai 2026 in Landau. Es ist kein aktueller amtlicher Prüfbericht aus Goslar. Für die Bewertung von PETAs pauschalen Anschuldigungen gegen das Unternehmen gehört dieser dokumentierte Befund jedoch zu den wesentlichen Informationen.

    Frühere Ermittlungen: Viel Empörung, aber keine Anklage

    PETA verweist seit Jahren auf frühere Aufnahmen aus der Großkatzendressur. Besonders häufig taucht ein Video aus dem Jahr 2019 auf, das zu Ermittlungen gegen Martin Lacey führte. Die Organisation beschreibt darin Schläge mit Peitsche und Stock gegen zwei Löwinnen und einen Tiger. Auch diese Geschichte wird in der aktuellen Kampagne erneut aufgegriffen.

    Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I wurden allerdings eingestellt. Nach Angaben von PETA ging die Behörde bei der Auswertung der damaligen Aufnahmen von leichteren Schmerzen aus, sah jedoch die für den untersuchten Straftatbestand erforderlichen erheblichen Schmerzen oder Leiden nicht als gegeben an. Der entsprechende Einstellungsbescheid stammt vom 21. April 2020 und trägt das Aktenzeichen 232 Js 210435/19.

    Das Ergebnis ist für die Berichterstattung wichtig. Aus dem damaligen Verfahren ging keine strafrechtliche Anklage hervor. PETA führt den Sachverhalt dennoch bis heute in ihrer Sammlung von Vorwürfen gegen Circus Krone auf. Dass die Ermittlungen eingestellt wurden, darf bei dieser Darstellung nicht zur Randnotiz werden.

    Wer einen solchen Fall erneut aufgreift, sollte den gesamten Verfahrensausgang nennen. Dazu gehört auch, dass die Staatsanwaltschaft nach der von PETA veröffentlichten Darstellung leichte Schmerzen annahm.

    Der Fall zeigt vor allem, wie weit öffentliche Anschuldigungen und strafrechtliche Bewertungen auseinanderliegen können. PETAs Schlagzeilen bleiben über Jahre bestehen, obwohl das konkrete Ermittlungsverfahren längst abgeschlossen wurde. Wer diese alten Vorwürfe erneut verbreitet, sollte die Ergebnisse der zuständigen Behörden genauso deutlich darstellen wie die ursprüngliche Anschuldigung.

    Pferde, Hunde und Kamele: Wenn jede Bewegung zum vermeintlichen Beweis wird

    Neben den Großkatzen nimmt PETA auch Pferde, Hunde und Kamele ins Visier. Die Organisation spricht von Stressanzeichen bei Pferden, von Hunden, die auf den Hinterbeinen hüpfen, und von einem Kamel, das während einer Vorstellung eine Reiterin abgeworfen haben soll. All diese Szenen werden zu einer umfassenden Erzählung über angeblich leidende Zirkustiere zusammengefügt.

    Gerade bei den Hunden ist die Argumentation dünn. Dass ein Hund auf den Hinterbeinen steht oder sich kurzzeitig in dieser Haltung bewegt, belegt noch keine Misshandlung. Entscheidend wären die Dauer der Übung, die körperliche Verfassung des Hundes und die verwendete Trainingsmethode. Aus PETAs bloßer Beschreibung ergibt sich dazu wenig.

    Ähnlich verhält es sich mit der Bewertung der Pferde. PETA führt verschiedene Verhaltensweisen als Hinweise auf Stress an, darunter angelegte Ohren, starkes Speicheln, Kauen und Scharren. Solche Merkmale müssen im Zusammenhang mit der jeweiligen Situation beurteilt werden. Ein einzelnes Merkmal genügt nicht, um die psychische Verfassung eines Tieres zuverlässig festzustellen.

    Besonders anschaulich ist das Beispiel des schäumenden Pferdemauls, das in der öffentlichen Diskussion häufig als Zeichen von Stress dargestellt wird. Schaumbildung kann durch Speichelproduktion, Kaubewegungen und den Kontakt mit dem Gebiss entstehen. Daraus allein lässt sich kein eindeutiger Stressnachweis ableiten. Für eine fachlich begründete Bewertung sind weitere Merkmale und der gesamte Bewegungsablauf erforderlich.

    Auch das Kamel, das seine Reiterin abgeworfen haben soll, liefert ohne den vollständigen Ablauf keine Erklärung für den Zwischenfall. Tiere können auf unterschiedliche Situationen unerwartet reagieren. PETA nutzt den Vorfall dennoch als weiteres Element ihrer Anklage gegen Circus Krone. Die Ursache des Verhaltens bleibt dabei offen.

    Was all diese Beispiele verbindet, ist die Art der Darstellung. PETA nennt eine auffällige Bewegung oder ein bestimmtes Verhalten und ordnet es unmittelbar ihrer Vorstellung von Tierleid zu. Aus Beobachtungen werden Anschuldigungen, ohne dass für jede Szene eine nachvollziehbare fachliche Bewertung vorgelegt wird.

    PETA und Circus Krone: Eine Auseinandersetzung, die seit Jahren geführt wird

    Der Konflikt zwischen PETA und Circus Krone begann nicht mit der Tournee „Farbenspiel – Gold Edition“. Bereits vor vielen Jahren kritisierte die Organisation die Haltung und Dressur von Großkatzen und anderen Tieren beim Traditionsunternehmen. Die Vorwürfe tauchen regelmäßig in Pressemitteilungen, Kampagnen und öffentlichen Aktionen auf.

    Dabei bleibt das grundsätzliche Ziel unverändert. PETA möchte Tiere vollständig aus Zirkusvorstellungen verbannen. Die Organisation lehnt die Nutzung von Tieren zur Unterhaltung grundsätzlich ab und beschränkt ihre Kritik deshalb nicht auf nachgewiesene Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

    Das erklärt auch, weshalb neue behördliche Kontrollergebnisse an PETAs politischer Forderung wenig ändern. Selbst ein Zirkus, dessen Tierhaltung sämtliche gesetzlichen Anforderungen erfüllt, würde nach den Grundsätzen der Organisation weiterhin auf Ablehnung stoßen. Die Forderung lautet nicht, bestimmte Haltungsbedingungen zu verbessern, sondern Tierdressuren insgesamt abzuschaffen.

    GERATI hat diese Strategie bereits mehrfach kritisch beleuchtet. Im Artikel „Tierquälerei: PETA gegen Circus Krone – Zwischen berechtigter Kritik und altbekannter Polemik?“ ging es ebenfalls um die Frage, welche Beweise hinter den öffentlichen Anschuldigungen stehen. Auch die GERATI-Recherche zur langjährigen PETA-Kritik an Zirkussen zeigt, wie regelmäßig politische Grundsatzforderungen mit konkreten Tierquälereivorwürfen verbunden werden.

    Für Leser ist diese Unterscheidung wichtig. Ein nachgewiesener Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ist eine konkrete Feststellung über den Umgang mit einem Tier. Die grundsätzliche Ablehnung von Tierauftritten ist dagegen eine politische und ethische Position. PETAs Pressemitteilungen vermischen beides immer wieder.

    Wie funktionieren Tierrechtskampagnen – und wie kann man sie durchschauen?

    Die wiederholten Vorwürfe von PETA gegen Circus Krone zeigen, wie Tierrechtskampagnen öffentliche Debatten beeinflussen können. Alte Videoaufnahmen werden erneut verbreitet, einzelne Szenen emotional zugespitzt und schwere Anschuldigungen erhoben. Was die zuständigen Behörden tatsächlich festgestellt haben oder wie bestimmte Dressurmethoden funktionieren, gerät dabei schnell in den Hintergrund. Für die Öffentlichkeit entsteht eine Geschichte mit klar verteilten Rollen: hier die vermeintlichen Täter, dort die Organisation, die sich als Retter der Tiere präsentiert.

    Doch wie erkennt man solche Kampagnen? Welche Rolle spielen gezielte Emotionalisierung, öffentliche Empörung und die Wiederholung von Anschuldigungen? Und worin unterscheiden sich der gesetzlich geregelte Tierschutz und die politischen Ziele der Tierrechtsbewegung?

    Mit genau diesen Fragen beschäftige ich mich ausführlich in meinem Buch „Tierschutz vs. Tierrecht – Grundlagen, Ideologien, Konflikte“. Auf 386 Seiten untersuche ich die unterschiedlichen Vorstellungen vom Umgang mit Tieren, die Strategien von Tierrechtsorganisationen und ihren Einfluss auf Politik, Medien und Gesellschaft. Dabei geht es auch darum, wie man öffentliche Vorwürfe selbst kritisch überprüft und zwischen belegbaren Tatsachen, moralischen Bewertungen und politischen Forderungen unterscheidet.

    Wer verstehen möchte, weshalb Organisationen wie PETA seit Jahren immer wieder ähnliche Kampagnen gegen Zoos, Zirkusse und andere Tierhalter führen, findet darin eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Hintergründen. Das Buch soll helfen, solche Debatten besser einzuordnen, statt sich allein von emotionalen Bildern und Schlagzeilen leiten zu lassen.

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    Weshalb PETA die behördlichen Ergebnisse nicht stärker berücksichtigt

    Wer die Goslarer Pressemitteilung mit den Berichten des SWR und den Veröffentlichungen über Martin Laceys Arbeit vergleicht, erkennt eine auffällige Lücke. PETA beschreibt die Aufnahmen ausführlich, geht aber kaum auf die praktischen Funktionen der Dressurhilfsmittel ein. Auch das beanstandungsfreie Kontrollergebnis aus Landau fehlt in der Darstellung.

    Dabei wären genau diese Informationen für eine gründliche Bewertung notwendig. Die journalistisch dokumentierte Belohnungsfütterung mit Fleischstücken am Stock ist ein konkretes Beispiel dafür, dass der Einsatz eines solchen Hilfsmittels keineswegs automatisch Gewalt bedeutet. Der SWR-Bericht liefert eine amtliche Feststellung zu den Haltungsbedingungen. Und das eingestellte Ermittlungsverfahren von 2020 zeigt, dass frühere Vorwürfe bereits Gegenstand strafrechtlicher Prüfungen waren.

    Statt diese unterschiedlichen Informationen zusammenzuführen, bleibt PETA bei ihrer langjährigen Argumentationslinie. Circus Krone wird öffentlich mit Tierleid in Verbindung gebracht, die Aufnahmen werden erneut verbreitet und die Besucher zum Boykott aufgefordert. Das politische Ziel steht dabei fest: Tiere sollen verschwinden.

    Besonders kritisch ist die Wirkung auf die öffentliche Wahrnehmung. Wer eine solche Pressemitteilung liest, ohne die Vorgeschichte zu kennen, erhält ein einseitiges Bild. Der Zirkus erscheint als Unternehmen, bei dem Gewalt gegen Tiere zum Alltag gehöre. Die tatsächlichen Ergebnisse unabhängiger Kontrollen und die Erklärungen zu den Dressurmethoden bleiben weitgehend unbeachtet.

    Eine Berichterstattung, die ausschließlich PETAs Pressemitteilung übernimmt, verstärkt diese Schieflage. Sie verbreitet Anschuldigungen, ohne die verfügbaren Gegeninformationen ausreichend zu berücksichtigen. Gerade deshalb gehört zur journalistischen Arbeit mehr als das Zusammenfassen einer Pressemitteilung.

    Ein Wildtierverbot löst keine Frage nach konkreter Tierhaltung

    PETA nutzt die Goslarer Kampagne erneut, um Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zu einem bundesweiten Wildtierverbot in Zirkussen aufzufordern. Die Organisation verweist auf andere europäische Staaten und auf Circus Roncalli, der vollständig auf lebende Tiere verzichtet. Damit wird aus einer lokalen Auseinandersetzung um Circus Krone eine politische Grundsatzdebatte.

    Der Verweis auf Roncalli ist allerdings kein Nachweis dafür, dass Tierhaltung bei Circus Krone tierschutzwidrig wäre. Roncalli verfolgt ein anderes künstlerisches Konzept. Daraus lässt sich keine Aussage über die tatsächlichen Bedingungen bei einem Zirkus ableiten, der weiterhin mit Tieren arbeitet.

    Auch die verschiedenen Tierarten stellen unterschiedliche Anforderungen. Löwen und Tiger benötigen andere Haltungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten als Pferde, Hunde oder Kamele. Das deutsche Tierschutzrecht berücksichtigt konkrete Bedürfnisse und verpflichtet Tierhalter, für eine angemessene Versorgung und Unterbringung zu sorgen. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird von den zuständigen Behörden kontrolliert.

    PETA möchte dagegen eine grundsätzliche politische Entscheidung herbeiführen, unabhängig davon, wie die Tiere im jeweiligen Betrieb gehalten werden. Das ist der eigentliche Kern der Kampagne. Circus Krone dient dabei als prominentes Beispiel, mit dem die Organisation ihre Forderung öffentlichkeitswirksam untermauert.

    Fazit: Circus Krone wird kontrolliert, PETA wiederholt ihre Anschuldigungen

    Die Recherche zu PETAs aktueller Kampagne gegen Circus Krone zeigt ein bekanntes Muster. Zum Gastspiel in Goslar werden Aufnahmen aus dem April 2025 erneut präsentiert, obwohl sie bereits mehrfach für vergleichbare Pressemitteilungen verwendet wurden. Neue dokumentierte Vorfälle aus Goslar liefert PETA nicht. Stattdessen verbindet die Organisation alte Videos mit einer erneuten Boykottforderung.

    Bei genauerer Betrachtung der Dressurmethoden ergibt sich außerdem ein anderes Bild als in PETAs Darstellung. Martin Lacey verwendet Stöcke nachweislich auch zur Belohnungsfütterung seiner Großkatzen. Die praktische Verwendung solcher Hilfsmittel wurde von Journalisten beobachtet und beschrieben. Eine knallende Peitsche ist ebenfalls nicht gleichbedeutend mit einem Schlag gegen ein Tier.

    Besonders schwer wiegt, dass unabhängige behördliche Feststellungen in PETAs Darstellung kaum vorkommen. Der SWR berichtete im Mai 2026 über eine amtstierärztliche Kontrolle, bei der Circus Krone keine Beanstandungen erhielt. Auch das viel zitierte Ermittlungsverfahren aus dem Jahr 2019 endete ohne Anklage. Die damaligen Feststellungen der Staatsanwaltschaft gehören zur Geschichte des Falls, werden durch PETAs spätere Kampagnen aber nicht zu einem rechtskräftigen Schuldspruch.

    So entsteht ein erheblicher Unterschied zwischen dem öffentlichen Bild, das PETA zeichnet, und den überprüfbaren Informationen über Circus Krone. Die Organisation spricht von Tierquälerei und gewaltsamer Dressur, während die aktuellen Aufnahmen vor allem Dressurhandlungen zeigen, deren Bedeutung sie selbst interpretiert. Ihre pauschalen Anschuldigungen gegen die Tierhaltung werden durch die vorgelegte Goslarer Pressemitteilung nicht unabhängig nachgewiesen.

    PETA führt diese Auseinandersetzung seit Jahren und verfolgt dabei konsequent dasselbe Ziel: einen Zirkus ohne Tiere. Die erneute Veröffentlichung alter Aufnahmen dient diesem politischen Anliegen, nicht der Dokumentation neuer Ereignisse in Goslar.

    Wer Circus Krone Tierquälerei vorwirft, muss konkrete Verstöße belegen. Alte Videoausschnitte, dramatische Formulierungen und die ständige Wiederholung derselben Anschuldigungen ersetzen diesen Nachweis nicht.

    Quellen