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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Autor: GERATI Redaktion

  • Artenschutzmaßnahmen in Sachsen: LaNU plant neue Projekte für Rebhuhn und Bachforelle

    Artenschutzmaßnahmen in Sachsen: LaNU plant neue Projekte für Rebhuhn und Bachforelle

    In Sachsen sollen bedrohte Tierarten künftig gezielter geschützt werden. Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) richtet ihren Blick dabei unter anderem auf das Rebhuhn und die Bachforelle. Stiftungsdirektor Robert Clemen bezeichnete die Entwicklung verschiedener Arten im Freistaat als dramatisch. Einige Vogelarten wie der Große Brachvogel und die Uferschnepfe kommen nach Angaben der Stiftung in Sachsen inzwischen gar nicht mehr vor.

    Die geplanten Maßnahmen zeigen zugleich, wie unterschiedlich Artenschutz aussehen kann. Während beim Rebhuhn eine konkrete Auswilderung gemeinsam mit dem Zoo Leipzig vorgesehen ist, steht bei der Bachforelle die Verbesserung beziehungsweise Sicherung geeigneter Lebensräume im Vordergrund. Entscheidend wird bei beiden Projekten jedoch nicht allein sein, Tiere auszuwildern oder einzelne Schutzmaßnahmen anzukündigen. Langfristiger Erfolg hängt davon ab, ob geeignete Lebensräume dauerhaft erhalten und die Entwicklung der Bestände nachvollziehbar kontrolliert werden.

    Rebhuhn-Bestand in Sachsen massiv eingebrochen

    Besonders drastisch ist die Entwicklung beim Rebhuhn. Nach Angaben der LaNU ist der Bestand in Sachsen innerhalb der vergangenen rund 30 Jahre auf etwa ein Prozent seines ursprünglichen Niveaus gesunken. Auch beim Kiebitz sieht die Situation kaum besser aus: Sein Bestand soll nur noch rund sieben Prozent des früheren Niveaus betragen. Betroffen sind vor allem Arten, die auf strukturreiche Agrarlandschaften, Wiesen, Weiden und andere geeignete Offenlandlebensräume angewiesen sind.

    Gerade beim Kiebitz spielen feuchte Wiesen und Weiden eine zentrale Rolle, während das Rebhuhn unter anderem auf ausreichend Deckung, Nahrung und geeignete Brutflächen angewiesen ist. Veränderungen in der landwirtschaftlich genutzten Landschaft können deshalb erhebliche Auswirkungen auf solche Arten haben. Pauschale Schuldzuweisungen helfen bei dieser Entwicklung allerdings wenig, wenn gleichzeitig offenbleibt, welche konkreten Flächen künftig tatsächlich dauerhaft für den Artenschutz gesichert werden. Entscheidend ist vielmehr, ob Schutzmaßnahmen praktisch funktionieren und langfristig Bestand haben.

    Beim Rebhuhn plant die LaNU deshalb gemeinsam mit dem Zoo Leipzig ein Auswilderungsprojekt. Voraussichtlich ab 2027 sollen Tiere auf Flächen der Stiftung freigesetzt werden. Damit übernimmt ein Zoo ausgerechnet bei einer heimischen und bedrohten Tierart eine aktive Rolle im Artenschutz – ein Aspekt, der in der öffentlichen Debatte über Zoos häufig deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält als pauschale Kritik an Tierhaltung. Wie viele Tiere zunächst ausgewildert werden sollen, nach welchen Kriterien die Flächen ausgewählt werden und wie der Erfolg des Projekts langfristig kontrolliert wird, ist bislang allerdings noch nicht näher beschrieben.

    Zoo Leipzig wird Teil des Artenschutzprojekts

    Die geplante Zusammenarbeit mit dem Zoo Leipzig ist besonders bemerkenswert, weil sie erneut zeigt, dass moderne zoologische Einrichtungen nicht ausschließlich Tiere präsentieren. Zuchtprogramme, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Wiederansiedlungsprojekte gehören inzwischen bei zahlreichen Einrichtungen zum praktischen Artenschutz. Beim Rebhuhn soll diese Arbeit nun direkt auf Flächen der LaNU in Sachsen sichtbar werden. Ob daraus ein dauerhaft erfolgreicher Bestand entsteht, wird sich allerdings erst nach mehreren Jahren belastbar beurteilen lassen.

    Auswilderungen allein lösen die Ursachen eines Bestandsrückgangs nicht automatisch. Werden Tiere in ungeeignete oder langfristig nicht gesicherte Lebensräume entlassen, kann ein Projekt trotz großen Aufwands scheitern. Deshalb wird entscheidend sein, ob ausreichend geeignete Flächen vorhanden sind und diese dauerhaft entsprechend bewirtschaftet oder gepflegt werden. Gerade an diesem Punkt dürfte sich zeigen, wie eng Tierhaltung, Zucht, Flächenschutz und praktischer Naturschutz tatsächlich miteinander verbunden sind.

    Bachforelle leidet unter steigenden Wassertemperaturen

    Ein weiterer Schwerpunkt der LaNU liegt auf der Bachforelle. Im Erzgebirge soll gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Tschechien untersucht werden, wie die Bedingungen für die Fischart verbessert werden können. Bachforellen benötigen kühle, sauerstoffreiche Fließgewässer und reagieren entsprechend empfindlich auf steigende Wassertemperaturen. Nach Angaben der Stiftung können Temperaturen oberhalb von etwa 15 Grad Celsius zusätzliche Probleme verursachen.

    Dabei geht es nicht ausschließlich um die Temperatur selbst. Bei höheren Wassertemperaturen kann sich auch ein für Bachforellen gefährlicher Leberparasit stärker vermehren, der für die Fische tödlich sein kann. Schutzmaßnahmen müssen deshalb die Qualität der Gewässer insgesamt berücksichtigen und dürfen sich nicht auf einzelne Besatzmaßnahmen reduzieren. Wasserqualität, Sauerstoffgehalt, Beschattung, Gewässerstruktur und die Vernetzung geeigneter Lebensräume können darüber entscheiden, ob eine Population langfristig bestehen kann.

    Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern auf tschechischer Seite ist dabei sinnvoll, weil natürliche Lebensräume und Gewässersysteme nicht an politischen Grenzen enden. Erkenntnisse aus verschiedenen Teilen des Erzgebirges können zusammengeführt und mögliche Schutzmaßnahmen miteinander verglichen werden. Gerade bei klimatischen Veränderungen dürfte eine solche grenzüberschreitende Betrachtung wichtiger werden. Welche konkreten Maßnahmen daraus für einzelne sächsische Gewässer entstehen sollen, muss sich allerdings noch zeigen.

    Naturschutzfonds stellt Millionenbeträge bereit

    Finanziert werden Naturschutzmaßnahmen in Sachsen unter anderem über den sächsischen Naturschutzfonds. Dabei handelt es sich um ein zweckgebundenes Sondervermögen, aus dem unterschiedliche Projekte zum Schutz von Arten und Lebensräumen unterstützt werden. Die Mittel stammen unter anderem aus Spenden, Erträgen der Lotterie Glücksspirale und Ersatzzahlungen, die beispielsweise bei Eingriffen in Natur und Landschaft anfallen. Dadurch können sowohl einzelne Artenschutzmaßnahmen als auch Flächenkäufe, Umweltbildung und weitere Naturschutzprojekte finanziert werden.

    Allein im Jahr 2025 wurden nach Angaben der LaNU 35 Vorhaben mit insgesamt rund 365.000 Euro gefördert. Zusätzlich erhielten 48 Naturschutzstationen zusammen etwa 3,4 Millionen Euro Unterstützung. Diese Zahlen zeigen, dass hinter dem Naturschutzfonds ein durchaus erhebliches Fördervolumen steht. Wie viel davon konkret für das geplante Rebhuhn-Projekt oder die Maßnahmen für die Bachforelle vorgesehen ist, wurde bislang jedoch nicht veröffentlicht.

    Umweltbildung und Naturschutzstationen als weitere Säule

    Neben einzelnen Artenschutzprojekten setzt die LaNU auch auf Umweltbildung und die Unterstützung regionaler Naturschutzstationen. Solche Einrichtungen können eine wichtige Rolle spielen, weil langfristiger Artenschutz meist kontinuierliche Betreuung vor Ort benötigt. Bestände müssen beobachtet, Lebensräume gepflegt und Entwicklungen über längere Zeiträume dokumentiert werden. Ein einmaliges Projekt kann diese Arbeit nicht ersetzen.

    Gerade bei einer geplanten Rebhuhn-Auswilderung wird deshalb entscheidend sein, was nach der Freisetzung der Tiere geschieht. Bestandsentwicklung, Bruterfolg, Verluste und mögliche Wanderbewegungen müssten über längere Zeit verfolgt werden, wenn belastbare Aussagen zum Erfolg getroffen werden sollen. Ähnliches gilt für die Bachforelle, deren Entwicklung unmittelbar mit dem Zustand ihrer Gewässer verbunden bleibt. Die angekündigten Projekte sind daher ein sinnvoller Ansatz – ihren tatsächlichen Wert wird man aber erst daran messen können, ob aus Ankündigungen langfristig funktionierender Artenschutz entsteht.

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  • Bietigheimer Pferdemarkt: Erfolgsbilanz und Peta-Vorwürfe zum Umgang mit Ponys

    Bietigheimer Pferdemarkt: Erfolgsbilanz und Peta-Vorwürfe zum Umgang mit Ponys

    Mehr als 250.000 Menschen besuchten den Bietigheimer Pferdemarkt. Die Stadt spricht von einer gelungenen fünftägigen Veranstaltung, die Polizei von einem überwiegend ruhigen Verlauf. Gleichzeitig stellte Peta nach eigenen Angaben eine Anzeige beim Veterinäramt und erhob schwere Vorwürfe gegen den Umgang mit Ponys. Damit steht neben der Besucherbilanz vor allem die Frage im Raum, unter welchen Bedingungen die Tiere bei Vorführungen und beim Kinderreiten eingesetzt wurden.

    Stadt und Polizei ziehen positive Bilanz

    Das Programm umfasste ein Reitturnier, Märkte, Vergnügungsangebote und einen Festumzug mit etwa 70 Pferden beziehungsweise Pferdegespannen. Nach Angaben der Stadt blieb der Besuch trotz mehrerer Verkehrsbehinderungen durch Baustellen, die Sperrung der Auwiesenbrücke und Einschränkungen auf der Bahnstrecke nach Ludwigsburg hoch. Insgesamt wurden über 250.000 Besucher gezählt; 2024 waren es etwa 200.000. Beim Reitturnier traten an drei Tagen mehr als 80 Reiter in 20 Springprüfungen an; den Großen Preis gewann Mohamad Al Shehab aus Herrenberg mit seinem Pferd Carlotta S.

    Auch die Sicherheitsbilanz fiel aus Sicht der Veranstalter überwiegend positiv aus. Die Polizei registrierte 25 Anzeigen gegenüber 20 im Vorjahr. Zugleich wurden Körperverletzungen registriert; ein zeitlicher Vergleich zum Vorjahr ist für diese Zahl nicht angegeben. Die Polizei meldete außerdem weitere Straftaten im Zusammenhang mit dem Fest. Größere Einsätze des Rettungsdienstes infolge der sommerlichen Temperaturen seien der Stadt ebenfalls nicht bekannt gewesen.

    Peta kritisiert Schläge und Reizüberflutung

    Peta bewertet die Veranstaltung deutlich anders. Die Organisation behauptet, Pferde seien zu Vorführungen und zum Kinderreiten eingesetzt worden, obwohl die Umgebung mit lauter Musik, Durchsagen und dichtem Publikumsverkehr für die Tiere problematisch sein könne. Peta behauptet außerdem, auf Aufnahmen seien Menschen zu sehen, die Ponys mehrfach schlagen, teilweise auch ins Gesicht. Außerdem verweist Peta auf ein Pony, das sich losgerissen habe.

    Ob die dokumentierten Szenen tatsächlich tierschutzrechtliche Verstöße darstellen, ist damit noch nicht abschließend geklärt. Eine Anzeige ist zunächst der Anstoß für eine Prüfung und keine gerichtliche Feststellung. Entscheidend wird sein, was die Aufnahmen konkret zeigen, in welchem Zusammenhang die Schläge erfolgten und ob für einzelne Tiere eine akute Gefahr oder eine unvertretbare Belastung bestand.

    Die Stadtverwaltung teilte mit, die Hinweise würden geprüft; außerdem sei ein Tierarzt eingeschaltet worden. Nach Darstellung der Stadt waren während der Veranstaltung Fachärzte vor Ort, die bei bekannt gewordenen Problemen hätten eingreifen können. Oberbürgermeister Kessing hatte vor dem Fest betont, das Wohl der Tiere stehe für die Stadt an erster Stelle.

    Ponyprogramm rückt erneut in den Mittelpunkt

    Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Ponyhof Müller aus Denkendorf, der bereits zum 26. Mal die Leistungswettbewerbe der Shetland-Ponys organisierte. Nach Angaben der Veranstalter nahmen daran 73 Tiere aus Süddeutschland teil. Zusätzlich wurden 118 Ponys und Kleinpferde sowie 65 größere Pferde bei Prämierungen vorgestellt. Die Teilnahmezahlen zeigen die Bedeutung des Tierprogramms für den Pferdemarkt, erhöhen aber zugleich die Anforderungen an Kontrolle, Betreuung und die Auswahl der Veranstaltungsbedingungen.

    Gerade bei stark besuchten Volksfesten reicht der Hinweis auf anwesende Tierärzte allein nicht aus, um jeden Vorwurf auszuräumen. Für die Bewertung kommt es auf den konkreten Umgang mit den Tieren, die Dauer der Einsätze, die Rückzugsmöglichkeiten und den Umgang mit auffälligem Verhalten an. Die Stadt muss deshalb nicht nur die Anzeige prüfen, sondern auch nachvollziehbar darlegen, welche Kontrollen während der Veranstaltung stattfanden und welche Konsequenzen sich aus den Ergebnissen ergeben.

    Die Kontroverse betrifft die Bewertung der vorliegenden Aufnahmen und Forderungen. Die gezeigten Szenen und die daraus gezogenen Forderungen müssen getrennt bewertet werden. Zugleich darf die positive Besucher- und Polizeibilanz konkrete Hinweise zum Tierwohl nicht überdecken.

    Veranstaltung soll 2027 fortgesetzt werden

    Die Stadt plant bereits den nächsten Pferdemarkt vom 3. bis 7. September 2027. Ob die aktuellen Vorwürfe bis dahin abgeschlossen sind und ob sich daraus Änderungen bei Kontrollen, Tierprogramm oder Sicherheitsvorgaben ergeben, ist noch offen. Für die Verantwortlichen wird die entscheidende Bewährungsprobe daher nicht die Besucherzahl sein, sondern der nachvollziehbare Nachweis, dass problematische Situationen früh erkannt und konsequent beendet werden.

    Die Erfolgsmeldung der Stadt und die Anzeige von Peta stehen derzeit nebeneinander. Erst die Prüfung durch die zuständigen Stellen kann klären, ob aus den beobachteten Szenen rechtlich relevante Verstöße folgen. Bis dahin bleibt der Pferdemarkt ein Publikumserfolg mit einer offenen tierschutzrechtlichen Frage.

  • Kuh auf Weide in Dithmarschen offenbar erschossen – Polizei sucht Zeugen

    Kuh auf Weide in Dithmarschen offenbar erschossen – Polizei sucht Zeugen

    Auf einer Weide im Mühlenweg in Kleve im Kreis Dithmarschen ist eine Kuh offenbar durch einen Schuss getötet worden. Der Eigentümer entdeckte das tote Rind am Montagmorgen gegen 9 Uhr. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen Sachbeschädigung.

    Verletzung am Kopf deutet auf Schuss hin

    Nach Angaben der Polizeidirektion Itzehoe wies das Tier eine Kopfverletzung auf, die nach bisherigen Erkenntnissen auf eine Schussabgabe hindeutet. Eine endgültige Feststellung zur Tat und zum genauen Ablauf liegt damit bislang nicht vor. Am Sonntagabend gegen 21 Uhr soll die Kuh noch unversehrt gewesen sein. Die Polizei sucht nach weiteren Hinweisen zum Geschehen. Der genaue Ablauf ist bislang offen.

    Der mögliche Tatzeitraum reicht somit von Sonntagabend bis Montagmorgen. Hinweise auf einen Täter oder mehrere Beteiligte gibt es derzeit nicht. Auch ist bislang offen, aus welcher Entfernung und mit welcher Waffe auf das Tier geschossen worden sein könnte. Weitere Angaben zum möglichen Täter liegen bislang nicht vor.

    Polizei bittet um Hinweise aus der Umgebung

    Die Ermittler suchen insbesondere Personen, die im fraglichen Zeitraum am Mühlenweg verdächtige Menschen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Ebenso wichtig können Wahrnehmungen von Schussgeräuschen sein. Gerade in ländlichen Gebieten können Anwohner, Spaziergänger oder Verkehrsteilnehmer Hinweise liefern, die den Zeitraum der Tat weiter eingrenzen. Solche Beobachtungen können für die laufenden Ermittlungen relevant sein.

    Zeugen werden gebeten, sich beim Polizeibezirksrevier Heide unter der Telefonnummer 0481 940 zu melden. Die Polizei bittet darum, auch scheinbar unbedeutende Beobachtungen mitzuteilen, wenn sie in die Zeit zwischen Sonntag, 21 Uhr, und Montag, 9 Uhr, fallen. Die Ermittler prüfen die eingehenden Hinweise im Zusammenhang mit dem Fund des Tieres.

    Ermittlungen nach dem Tierschutzgesetz

    Die Einordnung als möglicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz steht derzeit unter dem Vorbehalt der laufenden Ermittlungen. Fest steht nach der bisherigen Polizeimeldung, dass das Nutztier zwischen der letzten bekannten unversehrten Sichtung und dem Auffinden des Kadavers starb und eine Verletzung aufwies, die auf einen Schuss hindeutet. Eine rechtskräftige Bewertung der Tat oder eine Identifizierung eines Verantwortlichen gibt es bislang nicht. Die Ermittlungen sind daher noch nicht abgeschlossen.

    Neben dem möglichen Tierschutzverstoß prüft die Polizei den Vorgang als Sachbeschädigung. Das Rind gehörte dem Eigentümer; mit seinem Tod entstand zugleich ein wirtschaftlicher Schaden. Für den Tierhalter geht es damit nicht nur um die Aufklärung des Todes, sondern auch um die Frage, wie eine fremde Person auf die Weide gelangen und dort eine Schussabgabe ausführen konnte. Ob sich dieser Ablauf bestätigen lässt, ist bislang offen.

    Der Fall reiht sich nicht automatisch in andere Schusswaffendelikte gegen Tiere ein. Jeder Hinweis muss sich konkret auf den Mühlenweg und den genannten Zeitraum beziehen. Entscheidend für die weiteren Ermittlungen dürfte deshalb sein, ob Anwohner einen Knall, Fahrzeuge oder Personen in der Nähe der Weide wahrgenommen haben. Eine Zuordnung zu anderen Fällen ist derzeit nicht belegt.

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  • Lange Zoonacht im Zoo Stralsund: Polarwolf-Nachwuchs bekommt seinen Namen

    Lange Zoonacht im Zoo Stralsund: Polarwolf-Nachwuchs bekommt seinen Namen

    Am Samstag, 19. September 2026, steht im Zoo Stralsund ein besonderer Termin auf dem Programm. Bei der Langen Zoonacht erhält der junge Polarwolf um 16:45 Uhr auf der Festwiese offiziell seinen Namen. Zwischen 16:00 und 20:00 Uhr verbindet der Zoo Tierpräsentationen und Fütterungen mit Musik, Geschichten und verschiedenen Angeboten für Familien. Im Mittelpunkt steht dabei der Polarwolf-Nachwuchs, der bereits in den vergangenen Monaten für besonderes Interesse bei den Besuchern gesorgt hat.

    Namensgebung wird zum Höhepunkt der Zoonacht

    Den Auftakt der Langen Zoonacht bildet um 16:00 Uhr eine Tiershow auf der Festwiese. Bereits 45 Minuten später folgt mit der offiziellen Namensgebung des jungen Polarwolfs einer der zentralen Programmpunkte des Abends. Nach Angaben des Zoos waren zuvor zahlreiche Namensvorschläge eingegangen, aus denen schließlich ein Name für das Jungtier ausgewählt wurde. Welcher Vorschlag sich durchgesetzt hat, soll erst während der Veranstaltung öffentlich bekannt gegeben werden.

    Solche Namensgebungen sind weit mehr als eine nette Begleiterscheinung im Zooalltag. Sie schaffen eine Verbindung zwischen Besuchern und den im Zoo lebenden Tieren und sorgen gerade bei Jungtieren für zusätzliche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bieten Veranstaltungen wie die Zoonacht die Möglichkeit, Tierbeobachtung und Informationen über die jeweilige Art miteinander zu verbinden. Zwischen 17:00 und 19:00 Uhr steht deshalb zusätzlich ein Tierinfostand auf der Festwiese zur Verfügung, an dem Besucher mehr über die Bewohner des Zoos erfahren können.

    Haustierparade, Mühle und öffentliche Fütterungen

    Um 17:00 Uhr führt das Programm über den Mühlenpfad zur Mahnkeschen Mühle. Dort ist zunächst eine Brotverkostung vorgesehen, bevor sich das Programm wieder stärker den Tieren widmet. Gegen 17:30 Uhr zieht eine Haustierparade mit Pferden, Eseln, Alpakas, Lamas und Trampeltieren an der Mühle vorbei. Gerade für Familien mit Kindern entsteht dadurch ein abwechslungsreicher Wechsel zwischen Tierbegegnungen und weiteren Angeboten auf dem Zoogelände.

    Um 18:00 Uhr folgen öffentliche Fütterungen bei den Polarwölfen und den Löwen. Da beide Termine gleichzeitig stattfinden, müssen sich Besucher entscheiden, welche Tieranlage sie besuchen möchten. Solche kommentierten oder öffentlich zugänglichen Fütterungen bieten zugleich die Gelegenheit, das natürliche Verhalten der Tiere genauer zu beobachten und Fragen zur Haltung zu beantworten. Für jüngere Besucher werden parallel zwischen 17:00 und 20:00 Uhr Gute-Nacht-Geschichten am Tipi angeboten.

    Zooerlebnis auch nach Einbruch der Dämmerung

    Mit zunehmender Dunkelheit verändert sich auch die Atmosphäre im Zoo. Auf der Festwiese werden Feuerstellen entzündet, an denen Familien Stockbrot zubereiten können. Dadurch bleibt der Besuch nicht auf die klassischen Tieranlagen beschränkt, sondern entwickelt sich am Abend zu einer gemeinsamen Veranstaltung auf dem gesamten Zoogelände. Ab 19:00 Uhr sorgt außerdem die Stralsunder Stadtwache für musikalische Begleitung.

    Gerade solche Abendveranstaltungen zeigen, dass Zoos längst nicht nur Orte sind, an denen Besucher tagsüber an Tiergehegen vorbeigehen. Sie verbinden Tierbeobachtung, Wissensvermittlung und gemeinsame Erlebnisse und ermöglichen gleichzeitig einen anderen Blick auf die Anlagen und ihre Bewohner. Der Zoo Stralsund setzt bei der diesjährigen Zoonacht mit der Namensgebung des jungen Polarwolfs bewusst einen tierischen Mittelpunkt. Die Veranstaltung endet um 20:00 Uhr.

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  • Therapie trifft Abenteuer: forKIDS Sommerprojektwochen verbinden Zirkus, Bewegung und Spiel

    Therapie trifft Abenteuer: forKIDS Sommerprojektwochen verbinden Zirkus, Bewegung und Spiel

    Die forKIDS-Therapiezentren des Diakoniewerks haben Kindern in Tirol während ihrer Sommerprojektwochen Möglichkeiten geboten, therapeutisch erlernte Fähigkeiten außerhalb des klassischen Behandlungsraums anzuwenden. Dabei spielten Bewegung, gemeinsames Erleben und spielerische Herausforderungen eine zentrale Rolle. Zum Programm gehörten unter anderem Zirkusangebote, Klettern, Hippotherapie und verschiedene Wahrnehmungsübungen. Gerade der Zirkus zeigt dabei, dass diese Form der Freizeitgestaltung weit mehr sein kann als reine Unterhaltung.

    Zirkus als spielerische Ergänzung zur Therapie

    In Innsbruck konnten sich die Kinder an zwei Tagen in unterschiedlichen Zirkusdisziplinen ausprobieren. Dazu gehörten Purzelbäume, Pantomime, Hula-Hoop und Jonglieren. Nach Angaben des Diakoniewerks standen dabei nicht nur Bewegung und Geschicklichkeit im Mittelpunkt, sondern ebenso Aufmerksamkeit, Kreativität, Koordination und Selbstbewusstsein. Damit wurden Fähigkeiten angesprochen, die auch in therapeutischen Zusammenhängen eine wichtige Rolle spielen können.

    Der Zirkus bietet dafür besondere Voraussetzungen, weil Kinder Bewegungsabläufe ausprobieren können, ohne dass jede Übung unmittelbar als klassische Therapie wahrgenommen wird. Wer jongliert, balanciert oder einen Hula-Hoop-Reifen kontrolliert, trainiert beispielsweise Konzentration, Körpergefühl und Bewegungskoordination. Gleichzeitig entstehen Erfolgserlebnisse, wenn eine zuvor schwierige Übung schließlich gelingt. Gerade dieser spielerische Zugang kann Kindern helfen, sich auf Herausforderungen einzulassen und eigene Grenzen neu kennenzulernen.

    Hinzu kommt die soziale Komponente. Anders als in einer Einzeltherapie erleben sich die Kinder innerhalb einer Gruppe, beobachten andere Teilnehmer und können sich gegenseitig unterstützen. Pantomime oder gemeinsame Zirkusübungen erfordern außerdem Aufmerksamkeit für andere Menschen und fördern die Kommunikation. Das Beispiel der forKIDS-Projektwochen zeigt damit, dass Zirkusangebote durchaus Elemente enthalten können, die therapeutische Arbeit sinnvoll ergänzen.

    Klettern fordert Konzentration und Körperkontrolle

    Auch die Klettertage in Imst, Zams und Reutte kombinierten Bewegung mit therapeutisch relevanten Anforderungen. Die Kinder mussten ihre Bewegungen planen, das Gleichgewicht halten und ihre Kräfte gezielt einsetzen. Gleichzeitig erforderte das Klettern Konzentration und die Bereitschaft, sich auf neue Situationen einzulassen. Fähigkeiten, die zuvor in der Therapie erarbeitet wurden, konnten dadurch unter veränderten Bedingungen erprobt werden.

    Solche Angebote verändern vor allem den Kontext. Eine koordinative Übung findet dann nicht mehr in einem Therapieraum statt, sondern an einer Kletterwand. Das Ziel bleibt vergleichbar, während die Umgebung für die Kinder deutlich stärker nach Freizeit und Abenteuer aussieht. Gerade dadurch können zusätzliche Motivation und neue Lernerfahrungen entstehen.

    Hippotherapie verbindet Bewegung und Kontakt zum Pferd

    Bei der Hippotherapie kam zusätzlich der unmittelbare Kontakt mit Pferden hinzu. Bewegungen des Pferdes können körperliche Reaktionen hervorrufen und verlangen vom Reiter unter anderem Gleichgewicht und Anpassung an einen ständig wechselnden Bewegungsablauf. Gleichzeitig entsteht eine Situation, in der das Tier selbst Teil des therapeutischen Umfeldes wird.

    Tiergestützte Angebote unterscheiden sich damit von vielen klassischen Übungen, weil sie Bewegung, Wahrnehmung und emotionale Erfahrungen miteinander verbinden können. Für die Kinder entsteht dabei keine künstliche Übungssituation, sondern eine unmittelbare Interaktion mit einem Tier. Auch das macht deutlich, wie unterschiedlich therapeutische Ansätze gestaltet werden können.

    Sinnesreisen und Bewegungsparcours ergänzen das Programm

    In Telfs und Schwaz standen außerdem Sinnesreisen, Wahrnehmungsspiele und Bewegungsparcours auf dem Programm. Die unterschiedlichen Aktivitäten wurden an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der jeweiligen Kinder angepasst. Dabei konnten motorische Übungen ebenso eine Rolle spielen wie Wahrnehmung, Orientierung und soziale Interaktion.

    Gerade Kinder, denen Kontakte mit anderen Menschen oder ungewohnte Situationen schwerfallen, erhalten durch solche Gruppenangebote zusätzliche Übungsmöglichkeiten. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Programmpunkte anzubieten, sondern therapeutisch erarbeitete Fähigkeiten in andere Alltagssituationen zu übertragen. Genau darin liegt der besondere Ansatz der Sommerprojektwochen.

    Kostenloses Therapieangebot und zusätzliche Projekttage

    Das Diakoniewerk betreibt in Tirol neun forKIDS-Therapiezentren. Die regulären Therapieangebote werden im Auftrag des Landes Tirol und der Sozialversicherungsträger für Familien kostenlos bereitgestellt. Die zusätzlichen Sommerprojekttage gehen über diesen normalen Therapieumfang hinaus und werden vor allem durch Spenden und Unterstützung regionaler Partner ermöglicht.

    In diesem Jahr beteiligten sich unter anderem die Serfaus Fiss Ladis Bergbahnen und die Sparkasse Tirol. Auch lokale Kletterhallen unterstützten die Durchführung der Projekttage in St. Anton und Imst. Dadurch konnten die Kinder an Angeboten teilnehmen, die ansonsten nicht zum regulären Therapiealltag gehören würden, ohne dass zusätzliche Teilnahmegebühren für die Familien anfielen.

    Ein ähnliches Konzept wurde bereits bei einem früheren forKIDS-Sommerprojekt in Wörgl umgesetzt. Dort wurden Bewegung und Naturerlebnisse ebenfalls mit einem Besuch auf einem Pferdehof verbunden. Weitere Informationen dazu finden sich beim Sommerprojekt des forKIDS-Therapiezentrums Wörgl.

    Wenn Therapie nicht wie Therapie aussieht

    Die Sommerprojektwochen verdeutlichen einen wichtigen Punkt: Therapeutische Förderung muss nicht ausschließlich in einem Behandlungszimmer stattfinden. Zirkus, Klettern oder der Kontakt mit Pferden können Situationen schaffen, in denen Kinder Beweglichkeit, Konzentration, Koordination und soziale Fähigkeiten praktisch einsetzen. Die eigentliche Therapie wird dadurch nicht ersetzt, sondern durch reale und spielerische Erfahrungen ergänzt.

    Gerade beim Zirkus wird sichtbar, dass diese Angebote einen konkreten pädagogischen und therapeutischen Nutzen besitzen können. Jonglage, Pantomime oder andere Zirkusdisziplinen bestehen nicht nur aus Unterhaltung, sondern verlangen Körperkontrolle, Ausdauer, Aufmerksamkeit und Mut. Wer Zirkus deshalb grundsätzlich nur als Show betrachtet, übersieht einen Teil dessen, was solche Angebote für Kinder leisten können.

    Die forKIDS-Sommerprojektwochen zeigen, wie Therapie, Freizeit und gemeinsames Erleben miteinander verbunden werden können. Möglich wird das durch die Zusammenarbeit der Therapiezentren, regionaler Einrichtungen und privater Unterstützer. Für die teilnehmenden Kinder entsteht dadurch nicht einfach ein Ferienprogramm, sondern ein Umfeld, in dem bereits erlernte Fähigkeiten unter neuen und oft motivierenden Bedingungen weiterentwickelt werden können.

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  • Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Der Opel-Zoo in Kronberg feiert sein 70-jähriges Bestehen. Vom 11. bis 13. September stehen Gespräche mit Tierpflegern, Livemusik und Informationsstände auf dem Programm. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Jahre, denn mit einer neuen Anlage für Panzernashörner und weitere asiatische Tierarten steht eines der größten Projekte der jüngeren Zoogeschichte bevor. Bis 2028 sollen dafür rund 18.000 Quadratmeter umgestaltet werden.

    Vom privaten Tierpark zum modernen Zoo

    Gegründet wurde der Tierpark von Georg von Opel, einem Enkel des Opel-Gründers Adam Opel. Er legte die Anlage unmittelbar an seiner Villa in Kronberg an und ließ 1957 das erste Elefantenhaus errichten. Aus dem ursprünglichen privaten Freigehege entwickelte sich über die Jahrzehnte ein moderner Zoo mit rund 2.000 Tieren aus mehr als 220 Arten. Das 70-jährige Jubiläum markiert damit nicht nur einen runden Geburtstag, sondern auch sieben Jahrzehnte kontinuierlicher Veränderung der Tierhaltung und der Anlagen.

    Eine Besonderheit des Opel-Zoos ist bis heute seine Finanzierung. Nach Angaben von Direktor Thomas Kauffels kommt die Einrichtung ohne laufende öffentliche Finanzierung aus und trägt sich unter anderem durch Eintrittsgelder, Spenden und Erbschaften. Im vergangenen Jahr kamen fast 650.000 Besucher nach Kronberg, womit der Zoo einen neuen Besucherrekord verzeichnete. Für einen privat finanzierten Zoo sind solche Besucherzahlen von besonderer Bedeutung, weil größere Investitionen letztlich aus den selbst erwirtschafteten beziehungsweise eingeworbenen Mitteln finanziert werden müssen.

    Zu den auffälligsten Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte gehören die rund 10.000 Quadratmeter große Afrika-Savanne und die 2013 eröffnete Elefantenanlage. Auf der Savanne leben unter anderem Netzgiraffen, Böhmzebras, Streifengnus und Impalas gemeinsam auf einer weitläufigen Fläche. Mit der jungen Netzgiraffe Mumbi gab es dort in diesem Jahr erneut Nachwuchs. Solche Gemeinschaftsanlagen stehen zugleich exemplarisch für die Entwicklung vieler moderner Zoos, in denen Tierarten zunehmend in größeren und komplexer gestalteten Lebensräumen präsentiert werden.

    Elefantennachwuchs und das Ende der Flusspferdhaltung

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt Elefantenbaby Kaja, das Ende 2025 geboren wurde. Es war der erste Elefantennachwuchs in Hessen seit 1968 und damit auch für den Opel-Zoo ein außergewöhnliches Ereignis. Rund 13,7 Millionen Euro hatte der Zoo nach eigenen Angaben in seine Elefantenanlage investiert. Der Nachwuchs zeigt dabei auch, welchen langfristigen Charakter solche Investitionen besitzen, denn zwischen Planung, Bau einer Anlage und erfolgreichen Nachzuchten können viele Jahre liegen.

    Bei den Flusspferden hat sich der Opel-Zoo dagegen für einen anderen Weg entschieden. Nachdem die 54 Jahre alte Tana 2014 gestorben war und ihr Partner Max nach Hannover umzog, wurde die Haltung dieser Tierart in Kronberg nicht wieder aufgenommen. Kauffels verweist unter anderem auf den erheblichen technischen und personellen Aufwand, der insbesondere mit der Reinhaltung des Wassers verbunden ist. Nach seinen Angaben produziert ein einzelnes Flusspferd täglich zwischen 70 und 80 Kilogramm Kot, was entsprechend leistungsfähige Anlagen zur Wasseraufbereitung erforderlich macht.

    Dass eine Tierart nach Jahrzehnten aus dem Bestand verschwindet, bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sich ein Zoo weniger ambitionierte Ziele setzt. Flächen, Technik und finanzielle Mittel können stattdessen für andere Tierarten und neue Haltungskonzepte genutzt werden. Genau dieser Weg ist nun für den bisherigen Bereich der Flusspferde vorgesehen. An deren Stelle sollen künftig Panzernashörner aus Indien sowie weitere asiatische Tierarten treten.

    Rund 21 Millionen Euro für die neue Nashornanlage

    Für das neue Projekt sollen rund 18.000 Quadratmeter des Zoogeländes umgebaut werden. Die veranschlagten Kosten liegen bei knapp 21 Millionen Euro und damit noch einmal deutlich über den Investitionen in die Elefantenanlage. Bis 2028 soll die neue Anlage fertiggestellt sein. Für einen Zoo, der seine Projekte aus privaten Mitteln finanzieren muss, ist das nicht nur eine bauliche, sondern auch eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung.

    Die Größenordnung zeigt zugleich, welcher finanzielle Aufwand hinter dem Umbau moderner zoologischer Anlagen stehen kann. Neue Gehege bestehen längst nicht nur aus einer möglichst großen Fläche, sondern benötigen unter anderem Stallbereiche, Rückzugsmöglichkeiten, technische Infrastruktur, Besucherwege und Einrichtungen für die tägliche Versorgung der Tiere. Gerade große Säugetiere stellen dabei besondere Anforderungen an Planung und Betrieb. Das Nashornprojekt dürfte deshalb wesentlich darüber mitentscheiden, wie sich der Opel-Zoo in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

    Wechsel an der Spitze steht 2027 bevor

    Parallel zu den baulichen Veränderungen steht auch personell ein Einschnitt bevor. Thomas Kauffels wird den Opel-Zoo am 31. Juli 2027 verlassen. Der 67-Jährige begann 1977 im Zoo Krefeld eine Ausbildung zum Tierpfleger, studierte anschließend Biologie und arbeitete später im Zoo Wuppertal. Wer ihm in Kronberg nachfolgen wird, steht bislang nicht fest.

    Der Biologe Markus Dietz vom Institut für Tierökologie und Naturbildung bewertet die Entwicklung des Zoos grundsätzlich positiv. Nach seiner Einschätzung verfügten die Tiere in Kronberg bereits vergleichsweise früh über große und moderne Anlagen. Gleichzeitig macht er deutlich, dass sich zoologische Einrichtungen weiter an den Bedürfnissen der gehaltenen Tiere orientieren müssen. Mehr Platz und zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten können dabei auch bedeuten, dass Besucher einzelne Tiere nicht zu jedem Zeitpunkt sehen können.

    Das 70-jährige Jubiläum fällt damit in eine Phase, in der im Opel-Zoo mehrere wichtige Entscheidungen zusammenkommen. Mit der neuen Nashornanlage steht eine Investition von knapp 21 Millionen Euro bevor, während nur ein Jahr zuvor ein Wechsel an der Spitze der Einrichtung erfolgen wird. Entscheidend für die kommenden Jahre wird deshalb weniger der Rückblick auf die vergangenen sieben Jahrzehnte sein als die Frage, wie der privat finanzierte Zoo diese neuen Projekte umsetzt. Die Planungen zeigen jedenfalls, dass in Kronberg nicht nur Jubiläum gefeiert wird, sondern bereits an der nächsten Entwicklungsphase des Zoos gearbeitet wird.

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  • Veganer Schwangerschaftstest: Gute Innovation – aber warum muss daraus Vegan-Marketing werden?

    Veganer Schwangerschaftstest: Gute Innovation – aber warum muss daraus Vegan-Marketing werden?

    Ein Schwangerschaftstest ohne tierische Antikörper ist seit September 2025 im Handel. Das Hannoveraner Start-up Phaeosynt setzt dabei auf gentechnisch veränderte Kieselalgen, die Antikörper für den Test produzieren. Das Verfahren ist technisch interessant und kann dort, wo bislang tierische Bestandteile benötigt werden, eine sinnvolle Alternative darstellen. Trotzdem stellt sich eine andere Frage: Warum muss ausgerechnet das Wort „vegan“ derart prominent in den Mittelpunkt der Vermarktung gestellt werden?

    Der Test wird unter der Marke „hey mela“ als veganer Schwangerschaftstest angeboten und ist im eigenen Online-Shop, bei Rossmann sowie in ausgewählten Apotheken erhältlich. Phaeosynt bezeichnet das Produkt als weltweit ersten Schwangerschaftstest dieser Art. Die eigentliche Innovation liegt jedoch nicht darin, dass ein Vegan-Logo auf der Verpackung steht, sondern darin, dass für einen entscheidenden Bestandteil des Tests keine tierischen Antikörper mehr benötigt werden. Genau diese technische Leistung wäre eigentlich schon stark genug, um das Produkt zu vermarkten.

    Antikörper ohne Tiere: Das ist der eigentliche Fortschritt

    Herkömmliche Schwangerschaftstests weisen im Urin das Hormon hCG nach. Dafür werden Antikörper benötigt, die an bestimmte Strukturen des Hormons binden und dadurch das bekannte Testergebnis sichtbar machen. In Teilen der Antikörperproduktion spielen tierische Ausgangssysteme traditionell eine Rolle. Phaeosynt verfolgt dagegen einen anderen Weg und nutzt Kieselalgen als biologische Produktionsplattform.

    Die Algen werden gentechnisch so verändert, dass sie die benötigten Antikörper herstellen können. Die Grundlage dafür entstand an der Leibniz Universität Hannover. Alina Eilers entwickelte während ihrer Promotion einen Schnelltest, aus dem gemeinsam mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Stephanie Pfeil-Coenen die Ausgründung Phaeosynt hervorging. Für diesen Ansatz erhielt das Team unter anderem 2023 den Wettbewerb „Startup-Impuls“ und Unterstützung durch das niedersächsische BioIntelligence-Programm.

    Genau dieser Teil der Geschichte ist aus Sicht von GERATI durchaus positiv zu bewerten. Wenn sich ein diagnostischer Bestandteil zuverlässig ohne die Nutzung tierischer Antikörper herstellen lässt, spricht wenig dagegen, diese Technologie einzusetzen. Fortschritt entsteht schließlich nicht dadurch, dass man Tiernutzung grundsätzlich verbietet oder moralisch verurteilt, sondern häufig dadurch, dass bessere technische Alternativen entwickelt werden. Wenn diese wirtschaftlich funktionieren und dieselbe oder eine bessere Leistung erzielen, setzen sie sich im Idealfall von selbst durch.

    Warum muss daraus unbedingt ein „veganer“ Schwangerschaftstest werden?

    Problematisch wird es weniger bei der Technik als bei ihrer Vermarktung. Phaeosynt verkauft nicht in erster Linie einen Schwangerschaftstest mit tierfrei produzierten Antikörpern, sondern einen „veganen Schwangerschaftstest“. Damit wird aus einer biotechnologischen Innovation gleichzeitig eine weltanschaulich aufgeladene Produktbotschaft. Genau hier darf man fragen, ob das dem Produkt langfristig überhaupt hilft.

    Menschen, die sich nicht vegan ernähren und mit der veganen Bewegung wenig anfangen können, reagieren auf entsprechende Kennzeichnungen teilweise ablehnend. Das Vegan-Logo wird von manchen Verbrauchern nicht mehr nur als nüchterne Produktinformation wahrgenommen, sondern mit moralischen Forderungen, Verzicht, Bevormundung oder einer bestimmten Lebensweise verbunden. Wer seit Jahren erlebt, dass inzwischen auf immer mehr Produkten groß „vegan“ steht, obwohl man dort ohnehin keine tierischen Bestandteile erwartet hätte, kann sich durchaus fragen, warum diese Bezeichnung ständig hervorgehoben werden muss.

    Damit kann die Vermarktung sogar einen gegenteiligen Effekt haben. Ein Verbraucher könnte die eigentliche technische Leistung des Produkts durchaus unterstützen und es trotzdem liegen lassen, weil ihm die vegane Markenbotschaft unsympathisch ist. Das wäre ausgerechnet für Phaeosynt besonders schade. Denn die Firma besitzt mit der Antikörperproduktion durch Kieselalgen ein wesentlich stärkeres Argument als irgendein Lifestyle-Label.

    Warum also nicht einfach deutlich auf die Verpackung schreiben: „Antikörper ohne tierische Ausgangsstoffe hergestellt“ oder „ohne tierisch produzierte Antikörper“? Das beschreibt die relevante Innovation unmittelbar. Niemand muss dafür Veganer sein, niemand wird in eine Ernährungs- oder Lebensweise einsortiert und trotzdem versteht der Verbraucher, worin der Unterschied zu anderen Verfahren liegt.

    „Die Höhle der Löwen“ zeigte bereits die Marketingstrategie

    Dass das Vegan-Label kein nebensächlicher Zusatz ist, zeigte sich auch beim Auftritt von Phaeosynt beziehungsweise „hey mela“ in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Dort wurde der Schwangerschaftstest 2025 einem breiten Publikum vorgestellt. Die Gründerinnen stellten die bisherige Nutzung tierischer Antikörper und den von ihnen entwickelten Ersatz in den Mittelpunkt ihres Auftritts.

    Bereits die Präsentation arbeitete stark mit dem Thema Tierleid und der Abgrenzung von herkömmlichen Verfahren. Die Firma wollte damit nicht lediglich eine technische Verbesserung verkaufen, sondern bewusst auch eine ethische Botschaft transportieren. Ein Investment kam letztlich nicht zustande. Der Auftritt sorgte jedoch für zusätzliche Öffentlichkeit und machte deutlich, wie stark die Marke über den Begriff „vegan“ positioniert wird.

    Gerade an diesem Beispiel wird der Unterschied sichtbar. Die Kieselalgen-Technologie ist eine wissenschaftliche und technische Entwicklung. „Vegan“ ist dagegen eine Vermarktungsentscheidung. Beides muss nicht zwangsläufig miteinander verbunden werden.

    Tierfreie Technologien gehören keiner Ernährungsbewegung

    Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem: Technologien, bei denen keine Tiere benötigt werden, existieren in unzähligen Bereichen, ohne deshalb automatisch als „vegan“ vermarktet zu werden. Chemische Analyseverfahren, Zellkulturmethoden, computergestützte Modelle oder verschiedene biotechnologische Produktionssysteme werden normalerweise nach ihrer Funktion und ihrer wissenschaftlichen Leistung bewertet. Niemand erwartet, dass jede technische Methode ohne tierischen Bestandteil deshalb mit einem Vegan-Logo versehen wird.

    Die Vermeidung von Tiernutzung ist auch kein exklusives Anliegen veganer Bewegungen. Wissenschaftler, Unternehmen, Behörden und Verbraucher können dafür sein, unnötige Tiernutzung durch bessere Methoden zu ersetzen, ohne selbst vegan zu leben. Wer Tierhaltung, Zoos oder die Nutzung von Tieren grundsätzlich nicht ablehnt, kann trotzdem der Auffassung sein, dass ein Tier nicht eingesetzt werden muss, wenn eine gleichwertige technische Alternative vorhanden ist.

    Genau diese Trennung geht verloren, wenn jede tierfreie Innovation automatisch unter dem Begriff „vegan“ vermarktet wird. Aus einer technischen Lösung wird dadurch schnell ein ideologisches Statement. Das schränkt die mögliche Zielgruppe eher ein, obwohl die Technologie selbst eigentlich breite Zustimmung verdienen könnte.

    Zuverlässigkeit bleibt wichtiger als das Vegan-Label

    Neben der ethischen Vermarktung darf außerdem nicht vergessen werden, wofür ein Schwangerschaftstest überhaupt gekauft wird. Entscheidend ist am Ende nicht, welche Weltanschauung auf der Verpackung transportiert wird, sondern ob der Test zuverlässig funktioniert. Phaeosynt erklärt, dass die Sensitivität mit etablierten Schwangerschaftstests vergleichbar sei. Da die konkrete Technologie noch vergleichsweise jung ist, sind umfangreiche unabhängige Langzeiterfahrungen naturgemäß geringer als bei seit Jahrzehnten eingesetzten Verfahren.

    Das bedeutet keineswegs, dass der Test deshalb unzuverlässig wäre. Es bedeutet lediglich, dass die technische Leistungsfähigkeit langfristig der entscheidende Maßstab bleiben muss. Ein Schwangerschaftstest ist ein Medizinprodukt und kein politisches Statement. Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass das Ergebnis korrekt angezeigt wird und die angegebenen Leistungsdaten stimmen.

    Wer den Test verwendet, sollte deshalb wie bei jedem anderen Schwangerschaftstest die Gebrauchsanweisung beachten. Ein zunächst negatives Ergebnis kann bei weiterhin bestehendem Verdacht zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt oder ärztlich abgeklärt werden. Auch hier unterscheidet sich das Produkt grundsätzlich nicht von anderen Schwangerschaftstests.

    Gute Technologie braucht kein ideologisches Etikett

    Phaeosynt hat mit der Nutzung gentechnisch veränderter Kieselalgen einen interessanten Ansatz entwickelt. Wenn Antikörper auf diese Weise zuverlässig und wirtschaftlich hergestellt werden können, ohne dafür Tiere einzusetzen, ist das eine Entwicklung, die man ausdrücklich begrüßen kann. Dafür muss man weder vegan leben noch die grundsätzlichen Positionen veganer Organisationen teilen.

    Gerade deshalb erscheint die starke Vermarktung als „veganer Schwangerschaftstest“ unnötig. Sie kann Menschen abschrecken, die eine tierfreie technische Lösung durchaus positiv sehen, sich aber von veganer Lebensweise, moralischer Belehrung oder entsprechendem Lifestyle-Marketing bewusst distanzieren. Ein sachlicher Hinweis darauf, dass die benötigten Antikörper ohne Tiere produziert werden, würde die Innovation wesentlich präziser beschreiben.

    Vielleicht wäre der größte Erfolg für Phaeosynt deshalb irgendwann erreicht, wenn die Technologie so selbstverständlich geworden ist, dass niemand mehr ein Vegan-Logo benötigt, um sie zu verkaufen. Dann hätte sich nicht eine Ernährungs- oder Lifestylebewegung durchgesetzt, sondern schlicht die bessere Produktionsmethode.

    Quellen

  • „Rivers of Sulawesi“: Neue Tieranlage im Grünen Zoo Wuppertal eröffnet

    „Rivers of Sulawesi“: Neue Tieranlage im Grünen Zoo Wuppertal eröffnet

    Im Grünen Zoo Wuppertal wird am 12. September 2026 die neue Tieranlage „Rivers of Sulawesi“ eröffnet. Auf mehr als 3.300 Quadratmetern entstehen neue Bereiche für Sulawesi-Hirscheber, Asiatische Zwergotter und Bali-Stare. Die offizielle Eröffnung ist für 10 Uhr vorgesehen und schließt ein Bauprojekt ab, das bereits seit 2024 vorbereitet wurde. Für den Zoo ist die neue Anlage dabei nicht nur eine zusätzliche Besucherattraktion, sondern Bestandteil einer größeren Umgestaltung innerhalb des Tierparks.

    Die Anlage befindet sich unterhalb des Alten Vogelhauses und soll mehrere Funktionen miteinander verbinden. Einerseits erhalten bedrohte Tierarten neue und stärker strukturierte Haltungsbereiche, andererseits sollen Besucher mehr über ihre Lebensräume und ihre Gefährdung erfahren. Gleichzeitig schafft der Umzug der Hirscheber Platz für weitere Veränderungen im Zoo, weshalb das Projekt seit Beginn unter dem Motto „Wir schaffen Platz für die Elefanten“ steht. Der Grüne Zoo knüpft damit an seine langfristige Entwicklung an, zu der auch Angebote für Familien und Besucher gehören, über die GERATI bereits im Zusammenhang mit dem Zoo Wuppertal berichtet hat.

    Neue Lebensräume für Sulawesi-Hirscheber

    Im Mittelpunkt der neuen Anlage stehen die Sulawesi-Hirscheber, deren Haltung in Wuppertal neu organisiert wird. Für die Tiere wurden Wasserläufe, Schlammsuhlen und verschiedene Rückzugsbereiche angelegt, die wichtige Elemente ihres natürlichen Verhaltens ermöglichen sollen. Auch ein Innenbereich gehört zur Anlage und kann teilweise von Besuchern eingesehen werden. Dadurch soll nicht nur die Haltung verbessert, sondern zugleich vermittelt werden, wie die Tiere leben und welche Anforderungen sie an ihre Umgebung stellen.

    Sulawesi-Hirscheber gehören zu den bedrohten Tierarten Indonesiens und kommen ursprünglich auf der Insel Sulawesi sowie einigen vorgelagerten Inseln vor. Die Bestände in freier Wildbahn stehen durch Lebensraumverlust, Jagd und weitere Einflüsse unter Druck. Zusätzlich können Tierseuchen für kleine oder bereits geschwächte Populationen ein erhebliches Risiko darstellen. Zoologische Einrichtungen versuchen deshalb, durch koordinierte Haltung und Zucht stabile Reservepopulationen aufzubauen und gleichzeitig Wissen über Biologie, Fortpflanzung und Verhalten dieser Tiere zu erhalten.

    Dass solche Programme tatsächlich Nachwuchs hervorbringen können, zeigt sich auch in anderen deutschen Zoos. Erst im August 2026 berichtete GERATI über Nachwuchs bei Sulawesi-Hirschebern im Kölner Zoo. Solche Zuchterfolge sind nicht nur für die jeweilige Einrichtung relevant, sondern können Bestandteil international koordinierter Erhaltungsprogramme sein. Gerade bei Tierarten, deren natürliche Populationen zurückgehen, kann die Haltung in Zoos deshalb eine zusätzliche Absicherung darstellen.

    Zwergotter und Bali-Stare ergänzen die Anlage

    Neben den Hirschebern gehören Asiatische Zwergotter zum Konzept von „Rivers of Sulawesi“. Bereits während der Planung war vorgesehen, die Hirscheber und Otter in miteinander verbundenen Außen- und Innenbereichen unterzubringen. In älteren Berichten wurden die Tiere teilweise als Kurzkrallenotter bezeichnet, während die aktuelle Eröffnungsankündigung ausdrücklich von Asiatischen Zwergottern spricht. Dabei handelt es sich nicht um zwei grundsätzlich unterschiedliche Haltungskonzepte, sondern um unterschiedliche deutsche Bezeichnungen, die im Zusammenhang mit dieser Otterart verwendet werden.

    Auch für die Otter sollen Wasserflächen, strukturierte Aufenthaltsbereiche und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Solche Gestaltungselemente sind wichtig, weil die Tiere einen großen Teil ihres Verhaltens im und am Wasser zeigen und zugleich Bereiche benötigen, in denen sie sich Besuchern entziehen können. Der Zoo verweist bei dieser Art auf eine langjährige Haltungserfahrung. Damit fügt sich die Otterhaltung in das übergeordnete Konzept ein, verschiedene bedrohte Tierarten in einer thematisch zusammenhängenden Anlage zu präsentieren.

    Ein weiterer Bestandteil sind die Bali-Stare, für die eine sogenannte Entdecker-Voliere eingerichtet wurde. Besucher sollen die auffälligen Vögel dort aus vergleichsweise geringer Entfernung beobachten können und gleichzeitig Informationen über ihre Bedrohung und ihren natürlichen Lebensraum erhalten. Der Bali-Star gehört zu den besonders stark gefährdeten Vogelarten und wird seit vielen Jahren in zoologischen Einrichtungen gezüchtet. Gerade bei dieser Art zeigen Erhaltungszuchtprogramme, dass Zoos auch außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes einen Beitrag zum Erhalt genetisch stabiler Populationen leisten können.

    Rund 200.000 Euro Baukosten

    Die Baukosten für „Rivers of Sulawesi“ liegen nach Angaben des Grünen Zoos bei rund 200.000 Euro. Einen wesentlichen Teil der Finanzierung übernahm der Zoo-Verein Wuppertal über Patengelder. Bereits im März 2024 hatte der Verein das Projekt beschlossen und dabei das Motto „Wir schaffen Platz für die Elefanten“ verwendet. Damit war von Beginn an klar, dass die Anlage nicht isoliert betrachtet werden sollte, sondern Teil einer größeren räumlichen Neuordnung innerhalb des Zoos ist.

    Der notwendige Umzug der Hirscheber spielt bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle. Durch die Verlagerung ihrer bisherigen Haltung werden Flächen frei, die zukünftig für andere Tierbereiche genutzt werden können. Die Investition verbessert daher nicht nur die Unterbringung der unmittelbar beteiligten Arten, sondern schafft gleichzeitig Voraussetzungen für weitere Projekte. Das erklärt auch, weshalb der Zoo die neue Anlage ausdrücklich mit der zukünftigen Entwicklung seiner Elefantenhaltung verbindet.

    Die Finanzierung durch Patengelder zeigt zugleich, welche Bedeutung Fördervereine für zoologische Einrichtungen haben können. Viele Umbauten und Erweiterungen wären allein aus dem laufenden Budget eines Zoos deutlich schwieriger zu finanzieren. Patenschaften und Spenden ermöglichen es, zusätzliche Projekte umzusetzen oder geplante Modernisierungen schneller zu realisieren. Im Fall von „Rivers of Sulawesi“ flossen diese Mittel unmittelbar in eine neue Tieranlage, die sowohl der Haltung als auch der Besucherinformation dienen soll.

    Artenschutz sichtbar vermitteln

    Für Besucher dürfte die Anlage vor allem durch die Kombination unterschiedlicher Tierarten interessant sein. Statt eine einzelne Art isoliert zu präsentieren, werden Hirscheber, Otter und Bali-Stare innerhalb eines gemeinsamen thematischen Rahmens gezeigt. Wasserläufe, Suhlen, Volieren und Rückzugsbereiche sollen dabei nicht nur funktionale Bestandteile der Haltung sein, sondern gleichzeitig einen Eindruck von den Lebensräumen der Tiere vermitteln. Damit wird Artenschutz nicht nur auf Informationstafeln erklärt, sondern direkt mit der Tierbeobachtung verbunden.

    Gerade weniger bekannte Arten profitieren von einer solchen Präsentation. Während Elefanten, Tiger oder Menschenaffen vielen Besuchern bereits bekannt sind, dürften Sulawesi-Hirscheber oder Bali-Stare einem großen Teil des Publikums deutlich weniger vertraut sein. Eine moderne Zooanlage kann deshalb Aufmerksamkeit auf Arten lenken, die außerhalb zoologischer Einrichtungen kaum öffentliche Wahrnehmung erhalten. Entscheidend ist dabei, dass die Haltung nicht nur attraktiv aussieht, sondern tatsächlich den biologischen und verhaltensbezogenen Bedürfnissen der Tiere Rechnung trägt.

    „Rivers of Sulawesi“ verbindet damit Tierhaltung, Besucherbildung und langfristige Zooplanung. Die Tiere erhalten neue Bereiche, Besucher bekommen zusätzliche Einblicke in bedrohte Arten, und gleichzeitig werden an anderer Stelle Flächen für zukünftige Entwicklungen frei. Das Projekt zeigt damit beispielhaft, dass der Neubau einer Tieranlage mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen kann. Mit der Eröffnung am 12. September 2026 endet nun die Bauphase eines Projekts, dessen Auswirkungen innerhalb des Grünen Zoos noch über die eigentliche Anlage hinausreichen dürften.

    Quellen

  • Entlaufenes Bennett-Känguru im Kreis Warendorf: Was für Halter exotischer Tiere gilt

    Entlaufenes Bennett-Känguru im Kreis Warendorf: Was für Halter exotischer Tiere gilt

    Ein Känguru sorgt in Ennigerloh für Aufmerksamkeit

    Ein entlaufenes Bennett-Känguru ist im Kreis Warendorf wiederholt gesichtet worden. Nach den bisherigen Angaben bewegte sich das Tier im Raum Ennigerloh und Ostenfelde. Der Fall wirft damit nicht nur die Frage auf, wo sich das Känguru derzeit befindet, sondern auch, unter welchen Voraussetzungen exotische Tiere privat gehalten werden dürfen. Für Passanten ist vor allem entscheidend, Abstand zu halten und Sichtungen an die zuständigen Stellen weiterzugeben, statt das Tier selbst einzufangen.

    Keine bundesweit einheitliche Genehmigungspflicht

    Nach Angaben des Kreises Warendorf ist die Haltung exotischer Tiere in Deutschland nicht generell genehmigungspflichtig. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Haltung ohne weitere Anforderungen zulässig wäre. Maßgeblich sind neben der konkreten Tierart auch die jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften, mögliche kommunale Vorgaben sowie die Anforderungen des Tierschutzrechts.

    Für Kängurus, Affen, Reptilien und andere Wildtiere gelten daher nicht automatisch dieselben Regeln. Einige Arten können besonderen Anzeige-, Erlaubnis- oder Nachweispflichten unterliegen. Bei anderen Tieren steht stärker im Mittelpunkt, ob der Halter eine sichere Unterbringung, ausreichende Sachkunde und eine angemessene Versorgung gewährleisten kann. Nach den vorliegenden Angaben werden solche Fragen grundsätzlich einzelfallbezogen geprüft.

    Auch eine nicht generell genehmigungspflichtige Tierhaltung ist nicht rechtsfrei. Das Tierschutzgesetz verlangt, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht wird. Dazu gehört bei einem bewegungsaktiven Tier wie einem Bennett-Känguru ebenso eine geeignete Gehegesicherung. Entweicht ein Tier dennoch, kann die zuständige Behörde den Einzelfall prüfen.

    Rechtliche Einordnung hängt vom Einzelfall ab

    Die rechtliche Einordnung exotischer Tierhaltung lässt sich deshalb nicht auf die Formel „erlaubt oder verboten“ reduzieren. Nach den vorliegenden Angaben werden solche Fragen grundsätzlich einzelfallbezogen geprüft.

    Für die Praxis bedeutet das: Wer ein exotisches Tier anschafft, sollte vor der Übernahme nicht nur den Platzbedarf und die Futterkosten klären, sondern auch die zuständige Veterinär- oder Ordnungsbehörde des Kreises Warendorf kontaktieren. Eine private Haltung, die formal möglich erscheint, kann an konkreten Haltungsbedingungen oder fehlender Sachkunde scheitern.

    Gerade bei Tieren mit hohem Bewegungsbedarf zeigt der Fall im Kreis Warendorf, dass eine sichere Unterbringung praktisch wichtig sein kann. Für Halter exotischer Tiere ist deshalb eine ausbruchssichere Anlage eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.

    Anforderungen an die Haltung exotischer Tiere

    Die Haltung exotischer Tiere ist in Deutschland somit nicht pauschal verboten, aber auch kein gewöhnliches Hobby ohne besondere Verantwortung. Wer ein Wildtier privat hält, muss die für Art und Standort geltenden Vorschriften prüfen und die Unterbringung dauerhaft sicher organisieren. Bei Fragen zu einzelnen Arten entscheidet nicht die allgemeine Bezeichnung „Exot“, sondern die konkrete Rechtslage und die tatsächliche Haltung.

    Solange das Bennett-Känguru im Kreis Warendorf unterwegs ist, bleibt für die Bevölkerung vor allem die Meldung jeder Sichtung an die zuständigen Behörden wichtig. Für die grundsätzliche Debatte liefert der Vorfall eine nüchterne Lehre: Eine fehlende generelle Genehmigungspflicht ersetzt weder Sachkunde noch eine sichere Unterbringung. Weitere Einordnungen zur privaten Haltung exotischer Tiere zeigen, warum die konkreten Haltungsbedingungen bei jedem Einzelfall im Mittelpunkt stehen müssen.

  • Jagd in der Schweiz: Zwischen Wildtiermanagement und ethischer Grundsatzfrage

    Jagd in der Schweiz: Zwischen Wildtiermanagement und ethischer Grundsatzfrage

    Die Schweizer Wildsaison bringt nicht nur Rehpfeffer und Wildschwein auf die Teller, sondern auch eine alte Grundsatzdebatte zurück: Ist die Jagd notwendiger Bestandteil des Wildtiermanagements – oder ein vermeidbarer Eingriff in die Natur? Eine aktuelle Leser-Diskussion von «Blick» zeigt, wie weit die Positionen auseinanderliegen. Im Zentrum stehen dabei die Regulierung von Wildbeständen, die Rückkehr grosser Beutegreifer und die Frage, ob Wildfleisch ethisch anders zu bewerten ist als Fleisch aus der Nutztierhaltung.

    Warum Befürworter die Jagd für notwendig halten

    Mehrere Stimmen in der Debatte sehen die Jagd als praktisches Instrument, wenn natürliche Feinde fehlen oder ihre regulierende Wirkung nicht ausreicht. Dabei wird auf ausgebildete Jäger verwiesen, die Wildbestände kontrollieren sollen. Zudem wird die Jagd als notwendig dargestellt, wenn die natürliche Regulierung durch Wölfe nicht in ausreichendem Maß funktioniert.

    Der Schweizer Tierschutz STS bewertet die Frage differenzierter. Nach seiner Darstellung können hohe Bestände von Rot- und Schwarzwild unter anderem durch mehr Waldflächen und ein grösseres Nahrungsangebot begünstigt werden. Aus Sicht des Naturschutzes könne die Jagd helfen, Wildschäden an Feld und Wald zu minimieren. Diese Begründung macht zugleich deutlich, dass Jagd nicht pauschal als Naturschutz gilt: Entscheidend sind Ziel, Umfang und konkrete Ausgestaltung der Eingriffe.

    Diese Positionen werden in der Debatte unterschiedlich bewertet.

    Wolf, Luchs und Bär verschärfen den Streit

    Die Rückkehr des Wolfs wird als Argument im Streit über die Jagd aufgegriffen, beendet den Konflikt aber nicht. In der Debatte werden Wolf, Bär und Luchs als natürliche Gegenspieler genannt. Andere bezweifeln, dass sich die Jagd dadurch erledigt. Gerade der Wolf wird damit zum Symbol für die konkurrierenden Vorstellungen: Für die einen soll er Wildbestände regulieren, für die anderen wird ihm durch die Jagd ein Teil seiner Beute entzogen.

    Die Gleichsetzung von Jagd und Naturschutz wird abgelehnt und die Auffassung vertreten, die Natur könne sich selbst regulieren. Auch die Plattform «Wild beim Wild» stellt die Hobbyjagd in der Schweiz grundsätzlich infrage und verbindet die Diskussion mit Fragen zu Tierrechten, Jagdpolitik und Wildtiermanagement. Ihre Position ist klar jagdkritisch und steht damit nicht für einen neutralen Konsens.

    Die praktische Folge der Debatte reicht über den Streit um Begriffe hinaus. Als Kriterien für Eingriffe werden in der Debatte und der Einordnung des Schweizer Tierschutzes unter anderem hohe Wildbestände, Schäden an Feld und Wald sowie eine fehlende oder nicht ausreichende natürliche Regulierung genannt. Als Managementinstrument steht dabei vor allem der kontrollierte Abschuss im Mittelpunkt; eine pauschale Lösung gibt es deshalb nicht. Die ökologischen Bedingungen unterscheiden sich regional, ebenso die Ziele der zuständigen Wildtierverwaltung.

    Tierschutzkritik und die Frage des Fleischkonsums

    In der Debatte wird die Jagd vollständig abgelehnt und Jägern unterstellt, auf alles zu schiessen, was sich bewegt. Solche Aussagen spiegeln die Schärfe der Lesermeinungen wider, belegen aber nicht automatisch ein Fehlverhalten aller Jäger.

    Ein weiterer Streitpunkt ist der Konsum von Wildfleisch. Franz Meister beschreibt den persönlichen Widerspruch, Fleisch zu essen, aber das Töten eines Tieres nicht selbst übernehmen zu wollen. In einem weiteren Kommentar wird Wildfleisch gegenüber Produkten aus beengter Nutztierhaltung bevorzugt.

    Damit verschiebt sich die Debatte von der Bestandsregulierung zur persönlichen Verantwortung. Wildfleisch kann aus Sicht seiner Befürworter kurze Wege und ein freilebendes Tier verbinden; für Jagdgegner bleibt jedoch der Abschuss selbst das zentrale ethische Problem. Der Herbst bringt deshalb nicht nur eine kulinarische Saison, sondern auch die Frage auf den Tisch, wie viel menschliche Steuerung eine Natur mit Wolf, Luchs und veränderten Lebensräumen tatsächlich braucht.

    Quellen