In Berlin-Charlottenburg hat die Polizei drei Welpen aus dem Kofferraum eines Autos beschlagnahmt. Die Tiere sollten nach einer von PETA initiierten Kontaktaufnahme in der Herderstraße verkauft werden. Zwei Toypudel befinden sich nach Angaben der Organisation in kritischem gesundheitlichem Zustand und werden nun im Tierheim Berlin in Tollwut-Quarantäne versorgt.
Angebot über Onlineplattform führte zum Einsatz
Ausgangspunkt war eine Anzeige auf Quoka.de, in der ein Pomeranian für 1.500 Euro angeboten wurde. Eine PETA-Ermittlerin trat nach Angaben der Organisation als Kaufinteressentin auf. Während des Kontakts soll der Anbieter zusätzlich zwei Toypudel zum Verkauf angeboten haben.
Beim vereinbarten Treffen entdeckte die Ermittlerin die drei Hundebabys in einer Plastikkiste im Kofferraum des Fahrzeugs. Die Berliner Polizei wurde hinzugezogen und stellte die Tiere sicher. Nach Angaben von PETA stammten die Welpen aus Polen, verfügten weder über EU-Heimtierausweise noch über die erforderlichen Impfungen; zwei der drei Tiere seien zudem nicht gechippt gewesen.
Die Unterbringung im Tierheim ist zunächst keine normale Aufnahme, sondern Teil der vorgeschriebenen Absonderung. Die Welpen bleiben wegen des möglichen Tollwutrisikos in Quarantäne und können erst nach veterinärmedizinischer Prüfung weitervermittelt werden. Für die beiden Toypudel geht es dabei zunächst um die Stabilisierung ihres Gesundheitszustands.
Gesundheitszustand der Toypudel besonders kritisch
„Die beiden Toy-Pudel sind krank und brauchen dringend medizinische Unterstützung. Wir hoffen, sie überleben“, erklärte PETA-Mitarbeiterin Jana Hoger. Ihre Aussage beschreibt den aktuellen Ernst der Lage, stellt aber noch keine bestätigte Diagnose oder Todesprognose dar. Welche Erkrankungen genau vorliegen und wie sich der Zustand der Tiere entwickelt, wurde öffentlich nicht mitgeteilt.
Der Fall zeigt zugleich, warum Käufer bei auffällig schnellen Onlineangeboten besonders vorsichtig sein müssen. Fehlende Ausweise, nicht vorhandene Kennzeichnung und eine Übergabe aus einem Fahrzeug sind konkrete Warnsignale. Wer einen Welpen kauft, kann durch die Prüfung von Herkunft, Chip, Impfstatus und den Haltungsbedingungen verhindern, dass ein solcher Handel finanziert wird.
Berliner Politik streitet über wirksamere Kontrolle
Nach Angaben der B.Z. hatte das Berliner Abgeordnetenhaus erst im Juni über den illegalen Welpenhandel beraten. Die Grünen und die Linke befürworteten demnach, das Hunderegister stärker zur Bekämpfung des Handels zu nutzen. Die schwarz-rote Koalition lehnte diesen Ansatz wegen datenschutzrechtlicher Bedenken und fehlender Abstimmung mit anderen Bundesländern ab.
Wie groß das Problem in Berlin ist, verdeutlichen Zahlen des Tierschutzvereins für Berlin. Der Verein registrierte 2024 mindestens 52 Welpen in 32 Fällen mit Verdacht auf illegalen Handel und rechnete zugleich mit einer erheblichen Dunkelziffer. Die Zahlen beziehen sich auf Verdachtsfälle und sind daher nicht gleichbedeutend mit rechtskräftig festgestellten Verstößen.
PETA fordert angesichts des aktuellen Falls ein Verbot des Handels mit lebenden Tieren auf Onlineplattformen. Die Organisation verweist auf mehr als 13.400 Welpenangebote auf großen Plattformen; diese Zahl stammt aus ihrer eigenen Auswertung und umfasst nicht automatisch bestätigte Fälle illegalen Handels. Der konkrete Berliner Einsatz macht jedoch sichtbar, welche Folgen fehlende Kontrollen für die Tiere haben können: Drei Welpen wurden aus einer improvisierten Transportbox geholt, zwei von ihnen müssen nun zunächst um ihr Überleben kämpfen.
Die Rettung der Tiere steht damit im Mittelpunkt des aktuellen Falls. Für die Welpen folgt nun die weitere Versorgung unter den Bedingungen der Quarantäne. Der Ausgang bleibt nach den vorliegenden Angaben offen.
Quellen
- bz-berlin.de – Illegaler Welpenhandel in Berlin: Polizei rettet drei kranke Tiere | Polizei | BZ-BERLIN.de – https://www.bz-berlin.de/polizei/illegaler-welpenhandel-in-berlin-polizei-rettet-drei-kranke-tiere-6a9fbc8254ff84194d4ca7d3
