Am 6. September trafen sich Geflügelzüchter zum 22. Badischen Züchtertag in Neunkirchen. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Geflügelgesundheit, zur Zuchtpraxis und zur Nachwuchsarbeit. Drei Mitglieder des GZV Schriesheim nahmen an der als Fortbildung für den Sach- und Fachkundenachweis konzipierten Veranstaltung teil. Als überregionaler Treffpunkt verband der Züchtertag die Wissensvermittlung in Vorträgen mit dem Austausch unter Züchtern und bot damit Orientierung für die praktische Vereins- und Zuchtarbeit.
Newcastle-Impfung als Thema der Veranstaltung
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Vortrag von Dr. Fritz vom Geflügelgesundheitsdienst Baden-Württemberg. Unter dem Titel „Gesund erhalten von Geflügel“ ging es unter anderem um die Newcastle-Krankheit. Dabei wurde auf die gesetzliche Impfpflicht hingewiesen.
Für Halter ist vor allem die rechtliche Konsequenz wichtig: Auf die gesetzliche Impfpflicht gegen Newcastle-Krankheit wurde hingewiesen. Der GZV Schriesheim verwies in diesem Zusammenhang auf einen eigenen Impftermin am 20. September 2026. Die Veranstaltung machte damit deutlich, dass Gesundheitsvorsorge nicht erst bei einem Krankheitsverdacht beginnt, sondern zur regelmäßigen Bestandsbetreuung gehört.
Rechtslage zur Vogelgrippe
Ein weiterer Schwerpunkt war die derzeitige Rechtslage zur Aviären Influenza, häufig als Vogelgrippe bezeichnet. Nach den Angaben des Vereins sind präventive Impfungen gegen die Vogelgrippe in Deutschland derzeit nicht allgemein zugelassen. Ein flächendeckender Impfschutz für Nutzgeflügel ist deshalb rechtlich nicht möglich.
Dokumentation als Werkzeug der Zucht
Neben der Tiergesundheit befasste sich Tobias Rell mit dem Thema Zuchtbuch und Zuchtbuchführung. Eine sorgfältige Dokumentation hält unter anderem Abstammungen, Leistungsdaten und die Entwicklung einzelner Zuchtlinien fest. Damit können Züchter Entscheidungen nachvollziehbarer treffen und die Qualität ihrer Zucht über mehrere Generationen hinweg beobachten.
Die Bedeutung reicht über reine Vereinsformalitäten hinaus. Wer Herkunft und Eigenschaften seiner Tiere systematisch erfasst, kann Verpaarungen gezielter planen und Entwicklungen im Bestand besser bewerten. Gerade bei kleineren Rassegeflügelbeständen schafft ein übersichtliches Zuchtbuch zudem eine verlässliche Grundlage für den Austausch mit anderen Züchtern und für die langfristige Erhaltung bestimmter Rassen.
Nachwuchsarbeit ergänzt den fachlichen Austausch
Auch die Nachwuchsförderung war Bestandteil des Züchtertags. Günter Endres stellte aus der Landesjugendarbeit neue Kinderbücher der vier Landesverbände vor. Die Geschichten „David – Neues Leben auf der grünen Wiese“ und „Emil und die Tür unter der alten Eiche“ sollen Kindern einen altersgerechten Zugang zur Geflügel- und Vereinswelt ermöglichen.
Für den GZV Schriesheim ist ein kleines Kontingent der Bücher angekündigt. Damit verbindet der Verein die Fachveranstaltung mit einem praktischen Angebot für junge Interessierte. Der Züchtertag in Neunkirchen war somit nicht nur eine Vortragsveranstaltung, sondern auch ein Treffpunkt für überregionalen Austausch und die Weitergabe von Wissen an die nächste Generation.
Quellen
- nussbaum.de – Interessante Einblicke vom Badischen Züchtertag in Neunkirchen – NUSSBAUM.de – https://www.nussbaum.de/entdecken/news/interessante-einblicke-vom-badischen-zuechtertag-in-neunkirchen-3656987
- rassegefluegel-baden.de – LV Baden Rassegeflügel – https://www.rassegefluegel-baden.de
