Fünf ausgesetzte Dackelwelpen haben im Tierheim Schwandorf eine Welle von Adoptionsanfragen ausgelöst. Die etwa neun Wochen alten Hunde wurden an einer Autobahnraststätte bei Wernberg-Köblitz gefunden. Aus Bayern, Sachsen und Österreich gingen Anfragen ein. Vermittelt werden können die Tiere jedoch frühestens nach Abschluss ihrer Quarantäne in etwa sechs Wochen.
Welpen bleiben zunächst unter Quarantäne
Die Tiere werden im Tierheim medizinisch versorgt, geimpft und entwurmt. Die Welpen entwickeln sich trotz ihrer Vorgeschichte gut. Interessenten bittet das Tierheim dennoch, vorerst von weiteren Anfragen abzusehen, weil eine Auswahl von Haltern erst nach der Quarantäne und einer genaueren Einschätzung der Hunde möglich ist. Kurz nach dem Fund der Welpen wurde am selben Rastplatz außerdem eine Dackelhündin entdeckt. Die Hündin befindet sich inzwischen ebenfalls im Tierheim Schwandorf; ob sie wieder mit den Welpen zusammengeführt werden kann, ist derzeit offen. Die Situation zeigt, warum ausgesetzte Welpen für Tierheime weit mehr bedeuten als eine kurzfristige Aufnahme. Neben der Unterbringung müssen Quarantänebereiche organisiert, tierärztliche Behandlungen bezahlt und die Tiere vor möglichen Infektionen geschützt werden. Für Interessenten bedeutet das zugleich: Eine spontane Zusage oder die schnelle Abholung eines besonders beliebten Welpen ist ausgeschlossen.
Herkunft der Hunde ist nicht geklärt
Ob die fünf Dackel aus einem illegalen Transport stammen, ist bislang nicht abschließend geklärt. Für die fünf Schwandorfer Welpen sind konkrete gesundheitliche Risiken nicht festgestellt. Dackel werden häufig nach ihrem Aussehen ausgewählt. Für künftige Halter ist deshalb entscheidend, die Herkunft, den Gesundheitsstatus und die Haltungsanforderungen eines Hundes zu prüfen, statt sich allein von einer hohen Nachfrage leiten zu lassen.
Tierheime stehen vor zusätzlichen Belastungen
Der illegale Tierhandel wird als Belastung für bayerische Tierheime beschrieben. Besonders aufwendig seien Fälle, in denen Tiere zunächst isoliert und medizinisch überwacht werden müssen. Die Recherchegrundlage lässt keine belastbare Aussage zu einer konkreten Zahl beschlagnahmter Tiere oder zu ihrem Gesundheitszustand zu. Für Tierheime verschärft sich die Belastung, weil beschlagnahmte oder ausgesetzte Tiere zusätzlich zu den regulären Fund- und Abgabetieren versorgt werden müssen. Die anhaltende Belastung des Tierheim-Systems betrifft damit nicht nur die Zahl der Tiere, sondern auch Quarantäne, Behandlung und Nachsorge. Ihre große Beliebtheit ändert jedoch nichts daran, dass sie erst nach medizinischer Freigabe und einer passenden Prüfung vermittelt werden können. Für das Tierheim steht deshalb nicht die schnellste Vergabe im Mittelpunkt, sondern ein dauerhaft geeignetes Zuhause.