Thailand: Social-Media-Hype bringt Besucher zurück – Elefantenshow löst Kritik aus

Der Crocodile Farm and Zoo in Samut Prakan erlebt nach einer längeren Phase mit wenigen Besuchern neuen Zulauf. Influencer und Internetnutzer rufen in sozialen Netzwerken dazu auf, den Tierpark zu besuchen und damit die Beschäftigten sowie die Versorgung der Tiere zu unterstützen. Auch der thailändische Komiker Ball Chuenyim beteiligte sich an der Werbeaktion und veröffentlichte Aufnahmen von seinem Besuch. Eine Szene aus einer Elefantenshow sorgt jedoch zugleich für eine Debatte über den Einsatz von Wildtieren zur Unterhaltung.

Prominenter Besuch soll Tierpark beleben

Der Park war trotz geringer Besucherzahlen weiter geöffnet. Nach Angaben des Berichts fanden weiterhin Vorführungen statt, während Beiträge in sozialen Netzwerken neue Aufmerksamkeit für die Anlage erzeugten. Ball Chuenyim besuchte den Tierpark, produzierte dort Inhalte für seine Anhänger und wollte nach eigener Darstellung zusätzliche Besucher anziehen. Damit steht der Fall beispielhaft für eine Entwicklung, bei der einzelne Social-Media-Aktionen kurzfristig mehr Publikum an touristische Ziele bringen können.

Der Crocodile Farm and Zoo gehört zu den bekannten Tierattraktionen der Provinz Samut Prakan. Die Anlage wurde ursprünglich 1950 eröffnet und nach einer vorübergehenden Schließung im Jahr 2020 später neu ausgerichtet. Als historisches Angebot des Parks gelten Krokodil- und Elefantenvorführungen. Ein Reisebericht aus dem Jahr 2025 beschreibt die Anlage zugleich als Ort mit touristischem Potenzial, aber auch mit sichtbaren Herausforderungen bei Zustand und Tierhaltung.

Elefantenshow wird zum Streitpunkt

Während seines Besuchs nahm Chuenyim an einer Elefantenshow teil. In einem TikTok-Video wurde die Frage aufgeworfen, ob er auf den Stoßzähnen eines Elefanten sitze. Nutzer kritisierten diese Darstellung und fragten, ob die Aktion für das Tier schmerzhaft oder belastend sein könne. Eine konkrete veterinärmedizinische Bewertung des einzelnen Auftritts liegt in den veröffentlichten Berichten nicht vor. Der zugrunde liegende Reisebericht beschreibt Elefantenvorführungen, bei denen Tiere unter anderem auf einem Seil balancierten, Skateboard fuhren und tanzten, sowie kurze Elefantenritte. Eine fachliche Bewertung der Belastungen oder eine rechtliche Einordnung dieser Angebote enthält die Recherche jedoch nicht.

Andere Nutzer verteidigten Chuenyims Besuch. Sie verwiesen darauf, dass der Komiker den Tierpark unterstützen wolle und zusätzliche Einnahmen auch der Versorgung der Tiere und der Beschäftigten zugutekommen könnten. Diese Argumentation beschreibt einen praktischen wirtschaftlichen Zusammenhang: Mehr Besucher bedeuten zunächst mehr Einnahmen. Sie beantwortet jedoch nicht automatisch die Frage, unter welchen Bedingungen Tiere in Shows eingesetzt werden und ob jede publikumswirksame Aktion mit einer verantwortbaren Haltung vereinbar ist.

Die Kritik richtet sich deshalb weniger gegen die Absicht, den Park zu unterstützen, als gegen die konkrete Inszenierung. Gerade bei Elefanten kann ein einzelnes Video eine größere Debatte auslösen, weil Zuschauer die Haltung, Ausbildung und Belastung des Tieres aus der kurzen Aufnahme meist nicht zuverlässig beurteilen können. Umgekehrt lässt sich aus der Szene allein kein abschließender Nachweis für eine Verletzung oder eine systematische Misshandlung ableiten.

Wirtschaftliche Hilfe und Tierwohl bleiben getrennte Fragen

Der Fall zeigt, wie eng die Zukunft touristischer Tierparks mit ihrer öffentlichen Wahrnehmung verbunden ist. Social Media kann Besucher zurückbringen und damit Arbeitsplätze sowie die tägliche Versorgung der Tiere stabilisieren. Zugleich erhöht jede virale Aktion den Druck, besonders auffällige oder spektakuläre Programmpunkte zu zeigen. Für den Park entsteht damit ein schwieriger Spagat zwischen wirtschaftlicher Belebung und der Frage, wie zeitgemäße Tierpräsentation aussehen soll.

Auch die Geschichte der Anlage erklärt, warum die Diskussion über ihre Zukunft nicht nur ein kurzfristiger Internetstreit ist. Der Park wurde nach dem Einbruch des Tourismus und der Schließung im Jahr 2020 vor erhebliche wirtschaftliche Probleme gestellt. Ein aktueller Reisebericht spricht von einer Einrichtung, die eine zweite Chance verdient, nennt aber ebenfalls Herausforderungen bei der Infrastruktur und beim Tierwohl. Für Besucher ist daher nicht allein entscheidend, ob der Park wieder voller wird, sondern auch, ob die Einnahmen sichtbar in sichere Gehege, fachkundige Betreuung und nachvollziehbare Haltungsstandards fließen.

Der Umgang mit Elefanten in modernen Tierparks zeigt, dass öffentliche Tierhaltung und Unterhaltung nicht zwangsläufig dasselbe Konzept verfolgen müssen. Auch die Debatte über den Tierbabyschmuggel in Thailand macht deutlich, wie sensibel der Umgang mit Wildtieren im Land öffentlich beobachtet wird. Im Crocodile Farm and Zoo wird sich die Unterstützung durch soziale Netzwerke deshalb daran messen lassen müssen, ob Besucher und Betreiber anhand des Zustands der Gehege, der Betreuung der Tiere und der Gestaltung der Shows erkennen können, ob sich die Bedingungen dauerhaft verbessern.

Tatsächlich verwendete externe Quellen: ["https://www.wochenblitz.com/tierpark-in-thailand-hype-und-kritik-nach-promi-aktion-video/","https://translate.google.com/translate?u=https%3A%2F%2Fen.wikipedia.org%2Fwiki%2FSamutprakarn_Crocodile_Farm_and_Zoo&hl=th&sl=en&tl=th&client=srp","https://thaipoi.com/2025/11/10/visiting-the-samut-prakan-crocodile-farm-zoo/"]

Quellen

Schreibe einen Kommentar