In Marcianise im italienischen Agro aversano ist der gesetzliche Vertreter eines Unternehmens für die Kremierung und Entsorgung von Haustierkadavern wegen des Verdachts illegaler Handhabung und Entsorgung von Sonderabfällen angezeigt worden. Auslöser der Ermittlungen war die Meldung einer Hundebesitzerin beim Forstkarabinieri-Korps von Marcianise. Sie hatte die Überreste ihres verstorbenen Pitbulls dem Unternehmen zur ordnungsgemäßen Entsorgung übergeben. Später wurde der Kadaver am Boden aufgefunden.
Besitzerin meldete Zweifel an der Entsorgung
Die Veterinärabteilung der ASL Marcianise beschlagnahmte den Kadaver. Nach den Angaben zum Fall war zuvor festgestellt worden, dass die erwartete Entsorgung offenbar nicht wie vorgesehen erfolgt war. Wo und durch wen der Kadaver nach der Übergabe abgelegt wurde, ist nicht geklärt. Der Vorwurf richtet sich gegen den gesetzlichen Vertreter des Unternehmens; eine gerichtliche Feststellung liegt bislang nicht vor.
Ermittlungen gegen den Unternehmer
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wurde der Inhaber wegen des Verdachts illegaler Handhabung und Entsorgung von Tierkadavern angezeigt. Außerdem wird berichtet, dass sein Führerschein wegen der mutmaßlichen Nutzung eines Firmenfahrzeugs für die Tat vorläufig eingezogen worden sei. Der genaue rechtliche Status dieser Maßnahme ist damit nicht näher bestimmt. Ebenso ist offen, welche konkrete Rolle das Fahrzeug und der Betrieb bei dem Vorgang gespielt haben sollen.
Für Tierhalter zeigt der Fall, wie wichtig ein nachvollziehbarer Übergabeweg bei der Entsorgung eines Haustierkadavers ist. Vereinbarungen mit dem beauftragten Unternehmen sowie die Übergabe und der weitere Ablauf sollten möglichst schriftlich dokumentiert werden. Welche konkreten Nachweise im italienischen Fall vorgesehen waren, ist nicht bekannt. Der entscheidende Widerspruch liegt darin, dass der Kadaver nach der Übergabe nicht am erwarteten Entsorgungsweg nachvollziehbar blieb.
Autopsie in Portici geplant
Der beschlagnahmte Pitbull-Kadaver soll am Experimentellen Zooprofilaktischen Institut in Portici autopsiert werden. Die Autopsie soll die genauen Umstände des Todes und der Aussetzung klären. Weitere konkrete Untersuchungsziele sind bislang nicht genannt. Das Ergebnis kann daher für die laufenden Ermittlungen relevant sein.
Der belastbare Stand ist eine Anzeige gegen den Unternehmer, die Beschlagnahmung des Kadavers durch die Veterinärabteilung der ASL Marcianise und die geplante Autopsie in Portici. Der Ablauf nach der Übergabe des Hundes bleibt der zentrale ungeklärte Punkt. Erst die Untersuchung und die weiteren Ermittlungen können zeigen, wie es zur späteren Ablage des Kadavers kam.
Quellen
- ilmattino.it – Illegale Entsorgung von Tierkadaver aufgedeckt – Il Mattino – https://www.ilmattino.it/de/illegale_entsorgung_von_tierkadaver_aufgedeckt-9738957.html?next_page=1
