Ausstellung am Wochenende in den Zentralhallen Hamm
Am 8. und 9. August 2026 findet in den Zentralhallen Hamm eine internationale Rassekatzenausstellung des Deutschen Edelkatzenzüchter-Verbands (DEKZV) statt. Perserkatzen, Maine Coons, Bengalen und weitere Rassen sollen von internationalen Preisrichtern nach festgelegten Rassestandards bewertet werden. Gegen die Veranstaltung richtet sich Kritik der Tierrechtsorganisation PETA. Sie wirft der Rassezucht vor, gesundheitlich belastende Merkmale zu fördern, und sieht die Katzen während der Ausstellung einer erheblichen Stressbelastung ausgesetzt.
PETA verbindet die Kritik außerdem mit dem Hinweis auf die angespannte Situation in deutschen Tierheimen. Nach Darstellung der Organisation würden weiterhin gezielt Katzen für bestimmte äußere Merkmale gezüchtet, obwohl viele Tiere in Tierheimen auf ein Zuhause warteten. Diese Aussagen stammen aus einer Pressemitteilung von PETA und sind keine Feststellungen einer Veterinärbehörde oder eines Gerichts. Für die konkrete Ausstellung liegt in den vorliegenden Informationen keine unabhängige amtliche Bewertung der dort gemeldeten Tiere vor.
DEKZV verweist auf Rückzugsmöglichkeiten und Ausschlussregeln
Monika Francé, Vorsitzende des DEKZV, weist die Vorwürfe zurück. Nach ihrer Darstellung müssen die Aussteller für jede Katze einen Rückzugsort bereitstellen. Die Tiere würden in sogenannten Sturdies untergebracht, blickdichten und größeren Boxen mit Bett, Wasser, Futter und Katzenklo. Die Katzen könnten sich darin aufrichten, bewegen und dem Blick der Besucher entziehen.
Francé erklärt zudem, dass Aussteller keine Tiere mitbringen sollten, für die eine solche Veranstaltung erkennbar zu belastend sei. Zeige eine Katze auffälligen Stress und greife der Halter nicht ein, werde die Veranstaltungsleitung tätig. Damit setzt der Verband auf eine individuelle Einschätzung des Verhaltens der Tiere. Eine dokumentierte veterinärmedizinische Kontrolle oder ein konkreter Befund zu einzelnen Katzen wird in den vorliegenden Quellen jedoch nicht genannt.
Nach Francés Darstellung nehmen viele Züchter nur wenige Male im Jahr an Ausstellungen teil, möglicherweise etwa dreimal beziehungsweise an insgesamt sechs Tagen. Die übrige Zeit lebten die Katzen im Haushalt. Außerdem liege der Schwerpunkt der Veranstaltung nach ihrer Aussage nicht auf der Zucht, sondern auf dem Wettbewerb um die Bewertung reinrassiger Katzen. Auch Halter, die keine Züchter seien, könnten ihre Tiere präsentieren.
Auch beim Streit um sogenannte Qualzuchten beruft sich der DEKZV auf seine Ausstellungsregeln und das geltende Tierschutzrecht. Tiere, die der Verband als „wahre Qualzuchten“ einstuft, dürften demnach nicht teilnehmen. Francé nennt Scottish Fold als Beispiel. Bei Devon Rex werde nach ihrer Aussage darauf geachtet, dass die ausgestellten Tiere Schnurrhaare besitzen. Bei Perserkatzen, deren verkürzte Gesichtsform laut dem Ausgangsbericht mit Atem- und Schluckproblemen verbunden sein kann, wird dagegen keine konkrete tierärztliche Einzelprüfung beschrieben.
Zentralhallen sehen Verantwortung beim Veranstalter und bei Behörden
Jens Heusener, Veranstaltungsleiter der Zentralhallen Hamm, erklärt, die Halle nehme PETAs Kritik zur Kenntnis. Für die Einhaltung gesetzlicher und tierschutzrechtlicher Vorgaben seien jedoch der Veranstalter und die zuständigen Behörden verantwortlich. Die Zentralhallen als Vermieter wollten die inhaltliche Debatte über Rassezucht und Tierwohl nicht bewerten.
Damit sind im konkreten Fall drei Ebenen voneinander zu trennen: PETA formuliert als Tierrechtsorganisation Vorwürfe gegen die Veranstaltung, der DEKZV beschreibt seine eigenen Schutz- und Ausschlussregeln, und die Zentralhallen verweisen auf die Zuständigkeit von Veranstalter und Behörden. Eine behördliche Feststellung, wonach die Ausstellung gegen Tierschutzvorschriften verstößt, ist in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Ebenso liegt kein unabhängiger Befund vor, der die von PETA erhobenen Vorwürfe für die konkrete Veranstaltung bestätigt.
Der Streit bleibt deshalb auf der Ebene gegensätzlicher Bewertungen: PETA beurteilt die gezielte Zucht bestimmter Rassemerkmale und die Präsentation in Boxen grundsätzlich kritisch. Der DEKZV hält die Ausstellung unter seinen Vorgaben für zulässig und verweist darauf, dass viele Katzen nur wenige Tage im Jahr an solchen Veranstaltungen teilnähmen. Ob die vorgesehenen Rückzugsmöglichkeiten und die individuelle Auswahl der Tiere die Belastung im Einzelfall tatsächlich ausreichend begrenzen, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht unabhängig feststellen.
Quellen:
– Ausstellung in Hamm in der Kritik: „Die eine Katze mag's, die andere nicht“ – https://www.wa.de/hamm/ausstellung-in-hamm-in-der-kritik-die-eine-katze-mag-die-andere-nicht-94432378.html – Recherchierte Quelle – http://www.wa.de/hamm/ausstellung-in-hamm-in-der-kritik-die-eine-katze-mag-die-andere-nicht-94432378.html – Ausstellung in Hamm in der Kritik: „Die eine Katze mag’s, die andere nicht“ (WA.de) – http://www.wa.de/hamm/ausstellung-in-hamm-in-der-kritik-die-eine-katze-mag-die-andere-nicht-94432378.html – Jens Heusener – HammWiki (REWE) – https://www.hammwiki.info/wiki/Jens_Heusener – GERATI: Polizei ermittelt gegen PETA wegen Verstoßes des Tierschutzgesetzes und versuchten Betruges in Hamm – Whistleblower informiert GERATI – https://gerati.de/2022/09/13/polizei-ermittelt-gegen-peta-wegen-verstosses-des-tierschutzgesetzes-und-versuchten-betruges-in-hamm-whistleblower-informiert-gerati/
