Polizei und Einsatzkräfte reagieren auf Notruf eines Tiertransportes
Ein Tiertransport mit rund 9.000 Hühnern ist auf der Autobahn A2 aufgrund extremer Hitze und eines kilometerlangen Staus in eine akute Notlage geraten. Nur durch das schnelle Eingreifen von Polizei, Feuerwehr und Veterinäramt konnte nach Angaben der Behörden ein deutlich größeres Tiersterben verhindert werden.
Der Lastwagen war von den Niederlanden zu einem Schlachthof in Polen unterwegs, als er zwischen den Anschlussstellen Theeßen und Ziesar in einem Stau feststeckte. Fahrbahnsanierungen sorgten dort für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Bei hohen Außentemperaturen entwickelte sich die Situation für die transportierten Tiere zunehmend zu einer Gefahr.
Fahrer alarmiert die Rettungsleitstelle
Nachdem sich der Verkehr über längere Zeit kaum bewegte, erkannte der Fahrer die kritische Lage und verständigte die Rettungsleitstelle. Seine Sorge: Die Hühner könnten die hohen Temperaturen im Transportfahrzeug nicht überleben.
Tiertransporte stellen insbesondere im Sommer hohe Anforderungen an Planung und Durchführung. Obwohl moderne Transportfahrzeuge über Belüftungssysteme verfügen, können extreme Außentemperaturen und lange Standzeiten deren Wirkung erheblich einschränken.
Feuerwehr und Veterinäramt versuchen die Tiere zu schützen
Der Transport wurde zunächst auf die Rastanlage Wüstenforst geleitet. Dort versuchten Feuerwehr und Veterinäramt, die Situation zu stabilisieren.
Die Einsatzkräfte kühlten den Transport mit Wasser und unterstützten die Belüftung durch den Einsatz von Ventilatoren. Dennoch blieb die Gefahr bestehen, dass weitere Tiere aufgrund der Hitze verenden könnten.
Die zuständigen Behörden entschieden daher, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen.
Polizeieskorte schafft schnelle Durchfahrt
Nach Abstimmung mit dem Veterinäramt eskortierte die Polizei den Tiertransporter durch den Stau.
Mehrere Funkstreifenwagen begleiteten den Lastwagen bis zur Anschlussstelle Ziesar. Gleichzeitig wurde der Verkehr so geregelt, dass der Transport möglichst ohne weitere Verzögerungen passieren konnte.
Nach Angaben der Polizei konnte dadurch ein wesentlich größeres Tiersterben verhindert werden.
Rund 150 Hühner verendeten trotz des Einsatzes
Trotz aller Maßnahmen konnten nicht alle Tiere gerettet werden. Nach bisherigen Angaben verendeten rund 150 der insgesamt etwa 9.000 transportierten Hühner.
Gemessen an der Gesamtzahl der transportierten Tiere verhinderten die Einsatzmaßnahmen nach Einschätzung der Behörden jedoch deutlich schwerwiegendere Verluste.
Veterinäramt leitet rechtliche Schritte ein
Im Anschluss an den Einsatz leitete das zuständige Veterinäramt rechtliche Schritte gegen den Verantwortlichen des Tiertransportes sowie weitere Beteiligte ein.
Bislang wurden keine näheren Angaben dazu gemacht, welche konkreten Verstöße geprüft werden oder welche Personen beziehungsweise Unternehmen von den Ermittlungen betroffen sind. Die weiteren Untersuchungen sollen nun klären, ob alle tierschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten wurden und ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich gewesen wären.
Tiertransporte bleiben bei Hitze eine besondere Herausforderung
Der Vorfall auf der A2 zeigt erneut, wie schnell sich Tiertransporte bei hohen Temperaturen zu einer kritischen Situation entwickeln können. Selbst wenn Transportfahrzeuge den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, können unvorhersehbare Ereignisse wie lange Staus die Belastung für die Tiere erheblich erhöhen.
Gleichzeitig macht der Einsatz deutlich, wie wichtig das koordinierte Zusammenwirken von Fahrer, Polizei, Feuerwehr und Veterinäramt sein kann. Ohne die schnelle Reaktion aller Beteiligten wären die Folgen für die transportierten Tiere nach Einschätzung der Behörden vermutlich deutlich gravierender ausgefallen.
Wie die rechtliche Bewertung des Vorfalls letztlich ausfällt, wird nun Gegenstand der laufenden Ermittlungen sein.
