DNA-Analyse bestätigt Bärenangriff auf Pony in Tirol – zwei männliche Tiere nachgewiesen

Ein Bär hat Anfang August das 17-jährige Shetlandpony „Pumuckl“ auf einer Alm im Gemeindegebiet von Pfunds im Tiroler Bezirk Landeck getötet. Das Land Tirol bestätigte den Verdacht nach der Auswertung von Tupferproben, die bei der Begutachtung des Rissereignisses genommen worden waren. Gleichzeitig ist weiterhin offen, welches konkrete Bärenindividuum für den Angriff verantwortlich war. In der Region wurden bereits mindestens zwei männliche Bären genetisch oder über Sichtungen dokumentiert.

DNA bestätigt den Verursacher, nicht aber dessen Identität

Die genetische Untersuchung belegt nach Angaben des Landes Tirol, dass ein Bär für den Tod des Ponys verantwortlich ist. Damit ist der zunächst anhand der Spuren geäußerte Verdacht fachlich bestätigt. Über den Ablauf des Angriffs und die genaue Dauer des Geschehens liegen jedoch keine durch die DNA-Analyse geklärten Angaben vor. Die Untersuchung weist somit den Verursacher als Bären aus, bestimmt aber noch nicht das konkrete Tier.

Noch ausständig ist die Genotypisierung. Dabei soll festgestellt werden, ob die am Pony gesicherten Spuren dem bereits bekannten Bären „Tirol_05“, dem früher nachgewiesenen „Tirol_04“ oder einem bislang nicht identifizierten Tier zuzuordnen sind. Diese Unterscheidung ist für die Bewertung der regionalen Bärenpräsenz wichtig. Ein einzelner durchziehender Bär wäre anders einzuordnen als wiederholte Nachweise desselben Tieres.

Tirol_05 und Tirol_04: Zwei Nachweise mit unterschiedlicher Beleglage

„Tirol_05“ wurde laut Land Tirol in den Jahren 2025 und 2026 mehrfach im Tiroler Oberland genetisch nachgewiesen. Bereits 2024 war dieses männliche Tier in Ried im Oberinntal identifiziert worden. Ob es zwischenzeitlich auch in der Schweiz oder in anderen Regionen genetisch erfasst wurde, lässt sich nach den derzeit bekannten Angaben nicht beurteilen. Die Zuordnung des Pony-Risses zu diesem Bären steht weiterhin aus.

Ein zweiter männlicher Bär mit der Kennung „Tirol_04“ wurde 2024 im Gemeindegebiet von Pfunds nachgewiesen. Seitdem konnte dieses Tier in Tirol nicht mehr eindeutig genetisch identifiziert werden. Wiederholt vorliegende Proben ließen dem Land zufolge keine erfolgreiche Bestimmung des Individuums zu. Daraus folgt weder ein sicherer Verbleib in der Region noch ein belastbarer Nachweis, dass „Tirol_04“ verschwunden ist.

Die räumliche Nähe zu weiteren Alpenregionen erschwert die Zuordnung zusätzlich. Bären können große Distanzen zurücklegen und dabei Tirol, die Schweiz, Italien oder das bayerische Allgäu durchqueren. Ein genetischer Nachweis am Pony ist deshalb zunächst ein Beleg für die Art und den konkreten Verursacher. Er ist noch kein Beweis für eine dauerhaft ansässige Population bei Pfunds.

Weitere Sichtungen erhöhen die Bedeutung für die Almwirtschaft

Neben den genetischen Befunden gab es weitere Hinweise auf Bären in der Region. Im bayerischen Allgäu wurde im Mai 2023 ein Tier im Hintersteiner Tal fotografisch bestätigt. Anfang Juli 2026 sahen zwei Landwirte in der Tiroler Gemeinde Thiersee einen Braunbären in rund 300 Metern Entfernung zu ihrem Hof. Diese Beobachtungen ergänzen die genetischen Nachweise um weitere regionale Hinweise.

Für die Nutztierhaltung ist der Fall dennoch besonders relevant, weil der bestätigte Riss ein Pony und damit ein vergleichsweise großes Weidetier betrifft. Der Vorfall zeigt, dass ein Schutzkonzept nicht nur auf Schafe und Ziegen ausgerichtet werden kann, wenn Bären in alpinen Weidegebieten auftreten. Welche konkreten Maßnahmen am Fundort in Pfunds ergriffen werden, etwa zur Sicherung weiterer Tiere oder zur Überwachung, ist aus den vorliegenden Angaben nicht ersichtlich. Eine Bewertung solcher Maßnahmen ist deshalb auf Grundlage der verfügbaren Informationen nicht möglich.

Land Tirol sieht bislang keine gezielte Annäherung an Menschen

Das Land Tirol erklärt, dass die bisher überprüften Meldungen und Nachweise keine Hinweise darauf ergeben hätten, dass sich ein Bär gezielt Menschen oder Siedlungsgebieten nähert. Diese Einschätzung bezieht sich auf das Verhalten der bislang dokumentierten Tiere. Sie stellt keine Aussage über die Ungefährlichkeit jeder künftigen Begegnung dar. Für die Bevölkerung bleibt daher entscheidend, Sichtungen und auffällige Spuren den zuständigen Stellen zu melden.

Der aktuelle Fall verbindet zwei unterschiedliche Ebenen: Der Tod von „Pumuckl“ ist durch den genetischen Befund eindeutig einem Bären zugeordnet. Die Identität des Tieres und die weitere Entwicklung in der Region bleiben jedoch offen. Erst die ausstehende Genotypisierung kann klären, ob der Angriff mit dem wiederholt nachgewiesenen „Tirol_05“ zusammenhängt. Ebenso möglich bleibt nach den vorliegenden Angaben die Zuordnung zu „Tirol_04“ oder zu einem weiteren Bären. Die genetische Identifizierung der Tiere dauert damit an.

Quellen

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