Peta kritisiert Hähnewettkrähen in Schramberg – Verein hält am Waldfest fest

Protest gegen das Hähnewettkrähen — was in Schramberg passiert

Am Sonntag, 2. August, will der Geflügelzuchtverein Schramberg und Umgebung 1895 beim Waldfest auf dem Raustein erneut ein Hähnewettkrähen durchführen. Peta hat die Veranstaltung öffentlich kritisiert, forderte die Absage und bot dem Verein alternativ 500 vegane Würstchen für ein tierfreies Fest an. Der Vereinsvorsitzende Alexander Zinell lehnte ab und bezeichnete das Wettkrähen als „Hobby und Kulturgut“. Der Züchterverband signalisierte dem Verein Unterstützung. Die Auseinandersetzung ist lokal sichtbar und hat bundesweit vergleichbare Gegenreaktionen von Peta ausgelöst.

Die Vorwürfe von Peta und ihre Begründung

Peta argumentiert in einer an Redaktionen gerichteten Mitteilung, die Hähne würden bei solchen Veranstaltungen von ihren vertrauten Gruppen getrennt, transportiert und ungewohnten Geräuschen sowie fremden Menschen ausgesetzt. Die Organisation nennt potenziell erhöhte Temperaturen als zusätzlichen Stressfaktor und kritisiert außerdem allgemein Zuchtpraktiken von Kleintiervereinen. Peta sieht darin ein Treiberproblem für Überbelegung von Tierheimen und verweist auf das Töten nicht gewünschter Tiere als verbreitete Praxis in Zuchtkreisen. Die Mitteilung ist unterschrieben von Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei Peta, und Pressereferentin Chiara Reutter. Peta dokumentiert zudem, dass ähnliche Schreiben an mehrere Vereine in Deutschland verschickt wurden.

Stellungnahme des Vereins und das Verhältnis zu Behörden

Der Vorsitzende Alexander Zinell bestätigt, das Schreiben erhalten und intern diskutiert zu haben, nennt eine Absage aber ausgeschlossen. Er betont, die Tiere würden „artgerecht gehalten“, es werde auf Belüftung geachtet und man stehe im Austausch mit einem Tierarzt sowie dem Veterinäramt. Zinell räumt ein, dass Stress für die Tiere während der Veranstaltung auftreten könne, schätzt diesen jedoch als kurzzeitig (maximal rund fünf Stunden) und durch frühere Gewöhnung an Menschen als begrenzt ein. Der Verein verweist außerdem darauf, dass beim Waldfest neben dem Wettkrähen auch Speisen, Kuchen, eine Hähnelotterie und weitere Programmpunkte angeboten werden.

Was belegt ist — und was offen bleibt

Mehrere Lokalquellen und die städtische Veranstaltungsankündigung bestätigen Datum, Ort und Ablauf: das Wettkrähen wird in zwei Durchgängen zu je 30 Minuten gewertet, Anmeldungen sind über den Verein möglich. Peta hat ihre Kritik öffentlich gemacht und das Angebot für ein veganes Alternativangebot unterbreitet; das ist durch Peta-Mitteilungen belegt. Hingegen fehlen im vorliegenden Material veterinärmedizinische Befunde, Prüfberichte des Veterinäramts oder juristische Feststellungen, die Peta-Vorwürfe zu Transportbedingungen, Stressfaktoren oder problematischen Zuchtpraktiken unabhängig bestätigen würden. Der Verein nennt den Kontakt zum Veterinäramt, legt aber keine schriftliche Amtseinschätzung vor. Damit bleibt die Peta-Kritik eine dokumentierte NGO-Position ohne öffentlich verfügbare amtliche Bestätigung in diesem konkreten Fall.

Konkrete Differenzen in den Aussagen

Zinell und Peta stimmen darin nicht überein, wie stark die Belastung für die Tiere ist und ob die Zuchtpraxis im Verein relevante Folgen für Tierheime habe. Peta interpretiert öffentliche Wettveranstaltungen als ethisch problematisch und verweist auf systemische Zuchtfragen; der Verein relativiert Stress als zeitlich begrenzt und betont Herkunft, Gewöhnung der Tiere an Menschen sowie die kulturelle Dimension der Veranstaltung. Der Züchterverband unterstützt den Verein öffentlich; eine dokumentierte Stellungnahme des Veterinäramts, die einer der beiden Positionen klar recht geben würde, liegt derzeit nicht vor.

Lokaler Kontext und bundesweite Parallelen

Das Schramberger Waldfest ist nach Lokalberichten eine langjährige Tradition; Inserate und Berichte lokaler Medien nennen das Wettkrähen in der Veranstaltungsankündigung und die Möglichkeit, bis zu 30 Hähne anzumelden. Peta hat nach eigenen Angaben vergleichbare Briefe an mehrere Zuchtvereine in verschiedenen Bundesländern versendet; in mehreren Orten hielten Vereine demnach an ihren Veranstaltungen fest. Die Debatte ist damit nicht auf Schramberg begrenzt, sondern Teil einer bundesweiten Kampagne von Peta gegen solche Wettveranstaltungen.

Offene Fragen und dokumentierte Fakten für Weiterverfolgung

Für eine belastbare Klärung wären öffentlich zugängliche Dokumente sinnvoll: etwa eine schriftliche Stellungnahme des zuständigen Veterinäramts zur Veranstaltung, konkrete Angaben des Vereins zu Transport- und Unterbringungsbedingungen während des Festes sowie veterinärmedizinische Befunde zu den gezeigten Tieren. Solche amtlichen oder fachlichen Befunde liegen den derzeit verfügbaren Quellen nicht bei; ihre Existenz wurde vom Verein nicht mit Dokumenten belegt, sondern lediglich in persönlicher Aussage genannt. Somit bleibt der Konflikt zwischen Peta und dem Geflügelzuchtverein als dokumentierte, jedoch nicht abschließend behördlich geprüfte Auseinandersetzung bestehen.

Quellen:

https://www.nrwz.de/kreis-rottweil/peta-kritisiert-haehnewettkraehen-schramberg-waldfest-verein-haelt-fest-574452.htmlhttps://www.schramberg.de/de/aktuelles/veranstaltungen/termine/Waldfest-mit-Haehnewettkraehen.phphttps://www.nrwz.de/kreis-rottweil/haehnewettkraehen-beim-schramberger-waldfest-bis-zu-30-haehne-treten-am-2-august-an-573865.htmlhttps://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.wettkraehen-in-schramberg-noch-stimmgewaltige-haehne-gesucht.70119e98-e5cc-4366-80ff-75f603b3eb51.htmlhttps://gerati.de/2020/11/24/wann-wachen-tierschutzverbaende-endlich-auf/

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