Junge Brillenbären auf Erkundungstour, Schimpansen vor einem Futterrätsel und Nachwuchs bei Giraffen, Hängebauchschweinen und Fischen: „Panda, Gorilla & Co.“ zeigt erneut, wie vielfältig der Alltag im Zoo Berlin und Tierpark Berlin ist. Dabei geht es längst nicht nur darum, Tiere zu füttern oder Gehege zu reinigen. Beschäftigung, Beobachtung, Aufzucht und die individuelle Betreuung einzelner Tiere gehören ebenso zur täglichen Arbeit der Tierpfleger. Gerade Jungtiere sorgen dabei regelmäßig für neue Herausforderungen.
Eine eindeutige Zuordnung der behandelten Sendung ist anhand der vorliegenden Angaben allerdings nicht möglich. Eine Archivseite des rbb führt „Panda, Gorilla & Co. (309)“ mit einer Erstsendung vom 9. Februar 2015, während andere Programminformationen eine Ausgabe 211 für den 7. September 2026 nennen. Ob es sich dabei um unterschiedliche Ausstrahlungen, Wiederholungen oder eine fehlerhafte Folgenangabe handelt, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Die beschriebenen Inhalte lassen sich davon unabhängig betrachten.
Brillenbären erkunden ihr neugestaltetes Freigehege
Im Tierpark Berlin wartet auf die beiden jungen Brillenbären von Mutter Julia eine neue Erfahrung. Die knapp sechs Monate alten Tiere dürfen erstmals die neugestaltete Außenanlage erkunden. Dort stehen ihnen zahlreiche Strukturen und Klettermöglichkeiten zur Verfügung, die nicht nur für Bewegung sorgen, sondern auch das natürliche Erkundungsverhalten der Tiere fördern sollen. Für die Tierpfleger bedeutet der erste Ausflug gleichzeitig, genau zu beobachten, wie die Jungtiere mit ihrer neuen Umgebung umgehen.
Besonders aufmerksam verfolgen Michael Horn und Detlef Balkow das Verhalten der jungen Bären. Schließlich sollen die Tiere ihre Fähigkeiten nutzen können, ohne dabei Wege aus der Anlage zu entdecken, die von den Pflegern so nicht vorgesehen waren. Gerade bei neugierigen und kletterfreudigen Jungtieren zeigt sich schnell, ob eine Anlage tatsächlich so funktioniert wie geplant. Die Beobachtung der Tiere ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.
Michael Horn gehört zu den erfahrensten Mitarbeitern des Tierparks Berlin. Nach Angaben des rbb arbeitet er bereits seit 1988 als Tierpfleger und ist seit 2012 Obertierpfleger sowie Teil der Abteilungsleitung. Neben organisatorischen Aufgaben bleibt für ihn der direkte Kontakt zu Tieren und Mitarbeitern weiterhin ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Das Beispiel der jungen Brillenbären zeigt, wie viel praktische Erfahrung bei der Gestaltung und Kontrolle moderner Tieranlagen gefragt ist.
Schimpansen müssen für ihr Futter arbeiten
Auch im Zoo Berlin steht Beschäftigung auf dem Programm. Die Schimpansen bekommen ihr Futter nicht einfach serviert, sondern müssen sich einen Teil davon erarbeiten. In einem künstlichen Termitenhügel befinden sich mehrere Röhren, die unter anderem mit Joghurt, Tee und Bananenbrei gefüllt werden. Die Tiere müssen geeignete Wege finden, um an die begehrte Nahrung zu gelangen.
Solche Beschäftigungsangebote werden im Zoo als sogenanntes Enrichment eingesetzt. Nahrung dient dabei nicht ausschließlich der Versorgung, sondern wird mit einer Aufgabe verbunden, die Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer fordert. Gerade bei intelligenten Primaten wie Schimpansen können unterschiedliche Aufgaben dafür sorgen, dass sich die Tiere länger mit ihrer Umgebung beschäftigen. Gleichzeitig können die Pfleger beobachten, wie einzelne Tiere unterschiedliche Strategien entwickeln.
Diese Form der Tierbeschäftigung gehört heute in vielen zoologischen Einrichtungen zum normalen Pflegealltag. Statt immer gleicher Abläufe sollen wechselnde Aufgaben und Reize geschaffen werden. Welche Beschäftigung sinnvoll ist, hängt dabei stark von der jeweiligen Tierart und teilweise sogar vom einzelnen Tier ab. Die Arbeit der Tierpfleger umfasst deshalb weit mehr als die reine Versorgung mit Futter.
Giraffenkalb Egon testet seine Grenzen
Auch bei den Giraffen beschäftigt der Nachwuchs die Tierpfleger. Giraffenbullenkalb Egon scheint nach Angaben des rbb zunehmend auszuprobieren, was möglich ist und wo die Grenzen liegen. Zusammen mit dem ebenfalls jungen Tier Susi sorgt er damit für zusätzliche Aufgaben im Giraffenrevier. Jungtiere entwickeln sich schnell und verändern dabei nicht nur ihr Verhalten, sondern auch ihre Ansprüche an Haltung und Betreuung.
Gerade bei großen Tierarten spielt eine genaue Beobachtung eine wichtige Rolle. Was bei einem kleinen Jungtier noch problemlos funktioniert, kann mit zunehmender Körpergröße schnell zu einer Herausforderung werden. Tierpfleger müssen deshalb früh erkennen, wie sich Verhalten und Rangstrukturen innerhalb einer Gruppe entwickeln. Aussagen über weitere unmittelbar bevorstehende Giraffengeburten lassen sich aus den vorliegenden Informationen dagegen nicht verlässlich ableiten.
Fünf Hängebauchschweine und Nachwuchs unter Wasser
Deutlich kleiner fällt der Nachwuchs im Streichelzoo des Tierparks aus. Dort sind fünf junge vietnamesische Hängebauchschweine zu sehen. Reviertierpfleger René Viete stellt neben den Ferkeln auch Mutter Sternchen und Tante Raketchen vor. Die kleine Familiengruppe zeigt, dass Nachwuchs nicht ausschließlich bei den großen Publikumsmagneten Aufmerksamkeit erhält.
Auch bei den Rentieren berichtet die Sendung von mehreren Jungtieren. Damit reicht das Spektrum vom Brillenbären über Giraffen bis zu vergleichsweise kleinen Bewohnern des Tierparks. Selbst im Aquarium gibt es Nachwuchs: Bei den Monokelkammbarschen kann die Entwicklung einer Fischfamilie beobachtet werden. Die unterschiedlichen Beispiele verdeutlichen, wie verschieden Aufzucht und Betreuung abhängig von Tierart und Lebensweise ausfallen können.
Neue Aufgabe im Revier der Sika-Hirsche
Für Tierpflegerin Viola Gandert beginnt unterdessen eine andere Herausforderung. Sie übernimmt die Betreuung der Sika-Hirsche im Tierpark Berlin und muss zunächst das Vertrauen der zurückhaltenden Tiere gewinnen. Gerade bei scheuen Tieren lässt sich ein Wechsel der Betreuung nicht einfach durch einen neuen Arbeitsplan erledigen. Die Tiere müssen sich ebenfalls an neue Personen, Stimmen und Abläufe gewöhnen.
Deshalb spielen Ruhe und Beobachtung eine zentrale Rolle. Die Pflegerin muss lernen, wie einzelne Tiere reagieren und wann Abstand oder Annäherung sinnvoll sind. Gleichzeitig lernen die Hirsche ihre neue Betreuerin kennen. Damit zeigt sich ein weiterer Teil des Tierpflegerberufs, der für Besucher häufig weniger sichtbar ist: der Aufbau einer verlässlichen täglichen Routine zwischen Mensch und Tier.
Zu den weiteren Protagonisten gehören das Elefantenmädchen Kariba im Tierpark und Gorilla-Dame Fatou im Zoo Berlin. Kariba und die Elefantenhaltung im Tierpark Berlin zeigen exemplarisch, wie umfangreich die Betreuung großer Säugetiere sein kann. Auch Gorilla-Dame Fatou gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Bewohnern des Berliner Zoos.
Die unterschiedlichen Geschichten aus Zoo und Tierpark machen deutlich, wie vielseitig Tierpflege tatsächlich ist. Jungtiere müssen beobachtet, Anlagen kontrolliert, Beschäftigungsmöglichkeiten entwickelt und neue Tiergruppen kennengelernt werden. Manche Aufgaben entstehen durch Nachwuchs, andere durch Veränderungen innerhalb eines Reviers oder durch neue Anforderungen an die Beschäftigung der Tiere. Gerade diese tägliche Arbeit hinter den Kulissen ist ein wesentlicher Bestandteil moderner zoologischer Tierhaltung.
Quellen
rbb – „Panda, Gorilla & Co. (309)“
https://www.rbb-online.de/panda-rbb/archiv/folge-278—folge-317/panda–gorilla—co—folge-309.html
rbb24 – „Ich kann nichts anderes als Tierpark – aber ich will auch nichts anderes“
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/07/interview-tierpfleger-tierpark-berlin-jubilaeum-michael-horn.html
