Zoo Duisburg unterbricht seine Elefantenhaltung nach fast 90 Jahren

Die drei Elefantenkühe Saiwa, Etosha und Daisy haben den Zoo Duisburg am 8. September verlassen. Jede von ihnen wurde in einer eigenen Transportbox nach Polen gebracht. Mit dem Umzug endet am Kaiserberg vorerst eine fast 90 Jahre lange Geschichte: Seit 1937 gehörten Elefanten zum Zoo Duisburg.

Abschied unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen

Die Verladung begann am frühen Morgen und wurde von Mitarbeitern, Logistikern und einem großen Kran vorbereitet. Besucher konnten den Ablauf nicht aus nächster Nähe verfolgen, weil Bauzäune den Zugang zum Elefantenhaus versperrten. Auch das Aquarium und das Elefantenhaus blieben während der Aktion geschlossen, damit die Tiere möglichst wenig zusätzlichem Stress ausgesetzt waren.

Auf den Transport wurden Saiwa, Etosha und Daisy über mehrere Wochen vorbereitet. Die Pfleger intensivierten das regelmäßige Training, das für einen sicheren Umgang mit den Elefantinnen entscheidend ist. Dabei wurde der Ablauf an die unterschiedlichen Charaktere der Tiere angepasst. Saiwa wurde als erste Elefantin mithilfe eines Krans aus dem Zoo gebracht, anschließend folgten Etosha und Daisy.

Saiwa und Etosha waren 1996 gemeinsam mit dem Elefantenbullen Shaka aus Lissabon nach Duisburg gekommen. Daisy ergänzte die Gruppe im Jahr 2001. Shaka wechselte 2016 in den Wiener Zoo. Nachwuchs brachte das Duisburger Elefantentrio trotz jahrelanger Haltung nicht zur Welt.

Alter und Zuchtprogramm beeinflussen die Unterbringung

Alle drei Kühe sind inzwischen älter als 30 Jahre. Nach Angaben aus dem Umfeld des Zoos ist damit die Grenze für eine verantwortbare Erstgeburt überschritten. Das Alter wird damit als Grund gegen eine verantwortbare Erstgeburt bewertet. Für die weitere Unterbringung stand damit eine passende Lösung für drei ältere Tiere im Mittelpunkt. Sie wurden in den Zoo in Polen gebracht; dort sollen sie unter den dortigen Haltungsbedingungen untergebracht werden.

Gerade bei Elefanten ist ein Umzug organisatorisch anspruchsvoll. Die Tiere müssen an Transportboxen, Abläufe und Menschen gewöhnt werden, während zugleich ihre sozialen Beziehungen und ihr Gesundheitszustand berücksichtigt werden. Der Wechsel nach Polen ist daher nicht nur ein logistischer Schritt, sondern betrifft die Unterbringung der drei Kühe außerhalb des Duisburger Publikumsbetriebs.

Elefantenhaus weicht neuer Savannenanlage

Der Zoo begründet das Ende der bisherigen Haltung vor allem mit dem Zustand und der Konzeption des Elefantenhauses. Nach Angaben des Zoos entspricht die Anlage aus seiner Sicht nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne Elefantenhaltung. Zudem ist auf dem Gelände eine neue Savannenanlage geplant, für die bereits eine Baugenehmigung vorliegt.

Mit der geplanten Anlage will der Zoo den Bereich am Kaiserberg grundsätzlich neu ordnen. Vorgesehen sind neben der Tieranlage auch gastronomische Angebote mit Blick auf die Savannenbewohner. Für die Besucher bedeutet das in der Übergangszeit vor allem: Das Elefantenhaus ist geschlossen, und die vertrauten Tiere sind nicht mehr zu sehen.

Über die Zukunft der Elefantenhaltung will der Zoo Duisburg dennoch nicht endgültig entschieden haben. Nach früheren Angaben ist langfristig an anderer Stelle eine neue Anlage geplant. Ob und wann dieses Vorhaben umgesetzt wird, ist nicht angegeben. Damit stehen der unmittelbare Flächenbedarf für die Savannenanlage, die Anforderungen an eine zeitgemäße Elefantenhaltung und die langfristige Möglichkeit einer Rückkehr der Elefanten nach Duisburg nebeneinander. Wie diese Interessen im Einzelnen miteinander vereinbart werden können, bleibt offen.

Der Abschied markiert damit keinen bloßen Tierumzug, sondern einen tiefen Einschnitt in die Geschichte des Kaiserbergs. Für Saiwa, Etosha und Daisy steht nun der Transport nach Polen im Mittelpunkt; in Duisburg ist währenddessen eine neue Savannenlandschaft geplant. Die Elefantenhaltung ruht am Standort zunächst.

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