Stallbrand in Pertlstein: Feuerwehr rettet Großteil von rund 15.000 Küken

Ein Brand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im steirischen Pertlstein hat am Sonntag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Die Flammen waren zunächst in einer Werkstatt ausgebrochen und griffen anschließend auf einen angrenzenden Stall über, in dem rund 15.000 Mastküken untergebracht waren. Durch das schnelle Eingreifen von sieben Feuerwehren konnte offenbar ein Großteil der Tiere gerettet und eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Dennoch wurden Teile des Betriebs schwer beschädigt, und mehrere Hundert Küken sollen den Brand nicht überlebt haben.

Feuer greift von Werkstatt auf Kükenstall über

Der Brand brach am Sonntagmittag auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Pertlstein, einem Ortsteil der Gemeinde Fehring in der Südoststeiermark, aus. Nach den bisherigen Einsatzberichten entstand das Feuer zunächst im Bereich einer Werkstatt und breitete sich innerhalb kurzer Zeit auf den unmittelbar angrenzenden Hühnerstall aus. Dort befanden sich nach übereinstimmenden Medienangaben etwa 15.000 Mastküken, die durch Flammen, Rauch und Hitze akut gefährdet waren. Gegen 12.30 Uhr verständigte ein Angehöriger des Betriebs die Feuerwehr, wobei bereits während der Anfahrt eine weithin sichtbare Rauchsäule auf das Ausmaß des Brandes hindeutete. Die Einsatzleitung erhöhte daraufhin frühzeitig die Alarmstufe und forderte zusätzliche Kräfte aus den umliegenden Gemeinden an.

Die Lage war für die Einsatzkräfte besonders anspruchsvoll, weil nicht nur der betroffene Stall, sondern auch weitere Gebäude und landwirtschaftliche Maschinen gefährdet waren. Durch die enge bauliche Verbindung zwischen Werkstatt, Stall und Nebengebäuden bestand die Gefahr, dass sich die Flammen auf größere Teile des Anwesens ausbreiten könnten. Gleichzeitig mussten die Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz in stark verrauchte Bereiche vordringen, um den Brand einzudämmen und möglichst viele Tiere vor Rauchvergiftungen zu schützen. Bei Stallbränden entsteht die größte Gefahr für Tiere häufig nicht allein durch offene Flammen, sondern vor allem durch giftige Rauchgase und den raschen Sauerstoffverlust innerhalb geschlossener Gebäude. Jede Verzögerung hätte deshalb zu deutlich höheren Tierverlusten und noch größeren Schäden führen können.

Sieben Feuerwehren mit 91 Einsatzkräften vor Ort

An dem Großeinsatz beteiligten sich insgesamt sieben Feuerwehren mit 18 Fahrzeugen und 91 Einsatzkräften. Neben der Freiwilligen Feuerwehr Pertlstein waren auch die Wehren aus Fehring, Johnsdorf-Brunn, Leitersdorf, Feldbach, Lödersdorf und Hatzendorf eingebunden. Die Löschmannschaften gingen unter schwerem Atemschutz gegen das Feuer vor und konzentrierten sich zunächst darauf, eine weitere Ausbreitung auf angrenzende Gebäude zu verhindern. Parallel dazu wurden mehrere Druckbelüfter eingesetzt, um Rauch und heiße Brandgase aus dem Stall zu verdrängen und die Überlebenschancen der eingeschlossenen Küken zu erhöhen. Diese Kombination aus Brandbekämpfung, Gebäudeschutz und Belüftung war entscheidend dafür, dass der Stall nicht vollständig ausbrannte.

Die Einsatzkräfte mussten dabei unter erheblichem Zeitdruck arbeiten, denn bei einer so großen Zahl junger Tiere kann bereits eine kurzfristige starke Rauchentwicklung zu hohen Verlusten führen. Nach Angaben der Feuerwehr gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen und einen Großteil des Tierbestands zu retten. Der Einsatz dauerte insgesamt etwa vier Stunden, bevor die beteiligten Feuerwehren ihre Maßnahmen schrittweise beenden konnten. Die Werkstatt wurde durch das Feuer stark beschädigt oder vollständig zerstört, während auch Teile des Stalls und angrenzende Dachflächen betroffen waren. Landwirtschaftliche Maschinen und weitere Gebäudeteile konnten offenbar durch gezielte Schutzmaßnahmen vor noch größeren Schäden bewahrt werden.

Widersprüchliche Angaben zur Zahl der verendeten Tiere

Wie viele Küken den Brand tatsächlich überlebt haben, wird in den bisher veröffentlichten Berichten unterschiedlich dargestellt. Mehrere lokale Medien und die Feuerwehr sprechen allgemein davon, dass ein Großteil der rund 15.000 Tiere gerettet werden konnte. In einer späteren Berichterstattung der Kronen Zeitung werden die Landwirtin Gabriele Titz und Feuerwehrkommandant Alexander Streit mit der Einschätzung zitiert, dass etwa 500 Küken verendet seien. Sollte diese Zahl zutreffen, wären ungefähr 14.500 Tiere gerettet worden. Andere frühe Meldungen hatten dagegen zunächst den Eindruck vermittelt, dass Tausende oder sogar ein Großteil der Tiere ums Leben gekommen seien.

Die erheblichen Abweichungen zeigen, wie vorsichtig erste Meldungen während oder unmittelbar nach einem laufenden Großeinsatz bewertet werden müssen. Gerade bei Stallbränden lassen sich belastbare Tierzahlen häufig erst nach Abschluss der Löscharbeiten und einer vollständigen Kontrolle der Gebäude feststellen. Es ist daher möglich, dass einzelne Medien zunächst vorläufige Informationen übernommen oder den Umfang der Verluste falsch eingeschätzt haben. Eine abschließende, behördlich bestätigte Zahl der verendeten Küken liegt bislang nicht öffentlich vor. Fest steht jedoch, dass Personen nach Angaben der Einsatzkräfte nicht verletzt wurden und die Zahl der geretteten Tiere offenbar deutlich höher war, als es einige erste Schlagzeilen vermuten ließen.

Elektrischer Defekt als mögliche Brandursache

Als mögliche Ursache des Feuers wird derzeit ein elektrischer Defekt genannt. Diese Einschätzung geht nach bisherigen Angaben auf erste Untersuchungen am Brandort zurück und wurde auch in Berichten über den Feuerwehreinsatz aufgegriffen. Ein endgültiges Ergebnis der Brandursachenermittlung liegt jedoch noch nicht vor. Damit ist bislang weder abschließend geklärt, an welchem Bauteil das Feuer entstanden sein könnte, noch ob technische Mängel, Materialversagen oder andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Erst eine detaillierte Untersuchung kann zeigen, ob der vermutete elektrische Defekt tatsächlich bestätigt wird.

Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens gibt es bisher keine verlässlichen Angaben. Die Werkstatt wurde erheblich beschädigt, zudem entstanden Schäden am Stall, an Dächern und möglicherweise an landwirtschaftlichen Maschinen. Bei der Bewertung des Gesamtschadens dürften neben den unmittelbaren Brandschäden auch Betriebsunterbrechungen, Reparaturkosten und mögliche Folgeschäden berücksichtigt werden müssen. Solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, bleiben Aussagen über Verantwortung oder vermeidbare Sicherheitsmängel spekulativ. Eine sachliche Aufarbeitung sollte sich deshalb auf die gesicherten Einsatzdaten und die noch ausstehenden Ermittlungsergebnisse stützen.

GERATI-Einordnung: Rettungseinsatz statt vereinfachter Stallbrand-Schlagzeilen

Der Einsatz in Pertlstein zeigt erneut, wie schwierig und personalintensiv Brände in landwirtschaftlichen Tierhaltungen sein können. Eine hohe Zahl von Tieren auf begrenztem Raum, starke Rauchentwicklung und mehrere miteinander verbundene Gebäude stellen Feuerwehren vor erhebliche logistische und technische Herausforderungen. Dass nach aktuellem Kenntnisstand der überwiegende Teil von rund 15.000 Küken gerettet werden konnte, ist vor allem dem schnellen Alarm, der frühzeitigen Erhöhung der Alarmstufe und dem koordinierten Einsatz der beteiligten Feuerwehren zuzuschreiben. Die Einsatzkräfte beschränkten sich nicht auf das Löschen der Flammen, sondern versuchten gleichzeitig, durch Belüftung und Gebäudeschutz möglichst viele Tiere zu retten. Diese Leistung sollte bei der Bewertung des Ereignisses nicht hinter pauschalen oder emotionalisierenden Schlagzeilen verschwinden.

Gleichzeitig macht der Fall deutlich, dass widersprüchliche Zahlen zu Tierverlusten nicht ungeprüft übernommen werden sollten. Zwischen der Aussage, ein Großteil der Tiere sei verendet, und der später genannten Schätzung von etwa 500 toten Küken liegt ein erheblicher Unterschied. Medien und Organisationen, die solche Ereignisse für grundsätzliche Forderungen zur Tierhaltung nutzen, sollten deshalb zunächst belastbare Fakten abwarten. Erst die endgültige Brandursachenermittlung kann zeigen, ob konkrete technische oder bauliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind und welche Lehren andere landwirtschaftliche Betriebe aus dem Ereignis ziehen können. Bis dahin bleibt als gesicherter Kern: Ein Großbrand bedrohte rund 15.000 Küken, und ein massiver Feuerwehreinsatz verhinderte offenbar deutlich höhere Tierverluste.

Quellen

Schreibe einen Kommentar