Fünf verletzte Gänse am Kemnader See — Polizei sichert Pfeile
Am Kemnader See wurden in den vergangenen Wochen mehrere Kanadagänse mit Pfeilen beschossen; nach Angaben der Polizei sind fünf Tiere verletzt worden. Die Tierschützerin Sabreena Wiets (Verein „Aktiv für Tiere – Tauben- und Wasservogelhilfe“) entdeckte mehrere betroffene Vögel und alarmierte Einsatzkräfte; Reporterinnen liegen Fotos von verletzten Gänsen und steckenden Pfeilen vor. Die Polizei Bochum bestätigte, dass Anzeigen eingegangen sind und beschlagnahmte Pfeile derzeit kriminaltechnisch untersucht werden. Ob tatsächlich eine Armbrust als Tatwaffe verwendet wurde, ist noch nicht abschließend geklärt; die Beamten werten die sichergestellten Geschosse aus und prüfen Spuren. Laut Polizei besteht ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz; falls eine Armbrust verwendet wurde, käme zusätzlich ein Verstoß gegen das Waffengesetz in Betracht.
Tierschützerin sieht Muster — mögliche Motive unklar
Wiets berichtet von mehreren ähnlich gelagerten Fällen seit Anfang Juni und beschreibt die Abfolge als Serie: zunächst Einzeltaten, später mehrere gleichzeitig betroffene Tiere. Sie schildert den medizinischen Zustand einzelner Vögel; einem Bericht zufolge soll ein Pfeil bis zu zwölf Zentimeter tief gesteckt haben, und verletzte Jungvögel könnten langwierige Folgen erleiden. Wiets vermutet als Motivation eine Ablehnung der nicht heimischen Kanadagänse wegen ihrer Hinterlassenschaften und charakterisiert die Angriffe in Medienberichten als offenbar „sadistisch motiviert“. Diese Bewertung ist ihre persönliche Einordnung; polizeiliche Ermittlungen haben Motive bislang nicht bestätigt.
Behandlung, Einschätzung und ein getötetes Tier
Freiwillige Tierschützerinnen und Tierärzte versorgten mehrere verletzte Gänse, einige konnten nach der Behandlung wieder ausgewildert werden. Ein Tier, das offenbar schwer verletzt war, wurde nach Einschätzung der Behörden getötet; die Polizei nennt Gefährdung Dritter beziehungsweise das Leiden des Tieres als Begründung. Konkrete veterinärmedizinische Gutachten zur Prognose einzelner Tiere oder zur Frage dauerhafter Flugunfähigkeit wurden in den bislang veröffentlichten Meldungen nicht vollständig zitiert; eine belastbare Zusammenstellung solcher Befunde ist nach Recherche nicht verfügbar.
Forderung nach Gänsemanagement — was Vorschlag und Praxis trennt
Wiets schlägt als nicht-gewaltsame Alternative ein Gänsemanagement vor: In Nestern gefundene Eier sollen gegen Kunst- oder Ersatz-Eier getauscht werden, damit Vögel nicht erneut vermehren. Eine solche Maßnahme zielt darauf ab, Populationen langfristig zu regulieren, ohne zu töten. Die Untere Naturschutzbehörde wird von Wiets als Gesprächspartnerin genannt; in den verfügbaren Berichten ist allerdings nicht dokumentiert, ob die Behörde ein konkretes Managementprogramm am Kemnader See bereits geprüft oder beschlossen hat. Ob die vorgeschlagene Eier-Austausch-Methode dort praktikabel, förderfähig oder rechtlich unproblematisch wäre, bleibt offen. Aus den amtlichen Mitteilungen ergibt sich bislang nur: Die Polizei ermittelt, die Naturschutzbehörde ist als zuständige Fachstelle bekannt, belastbare Entscheidungen zur Populationsregulierung wurden öffentlich nicht kommuniziert.
Was die Beweislage erlaubt — und was offen bleibt
Belegt sind mehrere verletzte Kanadagänse, Anzeigen bei der Polizei Bochum, beschlagnahmte Pfeile und die Versorgung verletzter Tiere durch Tierschützer und Tierärzte. Unklar und bislang nicht amtlich bestätigt bleiben die Identität oder das Motiv der Täter sowie die Frage, ob durchgehend eine Armbrust verwendet wurde; die polizeiliche Prüfung der Geschosse läuft weiter. Vollständige veterinärmedizinische Gutachten zu jedem betroffenen Tier wurden in den berichteten Quellen nicht vorgelegt. Aussagen von Wiets zur Häufung der Vorfälle und zur mutmaßlichen Motivlage sind als belastbare Beobachtungen und als ihre Einschätzung zu werten, stellen jedoch keine behördliche Feststellung dar.
Warum der Fall für die Region relevant ist
Die Angriffe treffen nicht nur einzelne Tiere: Sie setzen Ehrenamtliche, die verletzte Vögel versorgen, physisch und emotional unter Druck und werfen praktische Fragen an Behörden und Gemeinden auf — etwa zur Balance zwischen öffentlichem Raum, als störig empfundenen Wildtierpopulationen und tierschutzrechtlichen Pflichten. Konkrete Entscheidungen, Fördermöglichkeiten oder behördliche Maßnahmen zu einem Gänsemanagement am Kemnader See sind bisher nicht dokumentiert. Solange die Ermittlungen andauern, bleibt zentral: Die Vorwürfe sind ernst und durch Fotos und beschlagnahmte Pfeile belegt; rechtliche und fachliche Klärung zu Motiven, Tätern und langfristigen Lösungen steht noch aus.
Quellen:
– Gänse mit Armbrust angeschossen – Radio Ennepe-Ruhr – https://www.radioenneperuhr.de/artikel/gaense-mit-armbrust-angeschossen-2711938 – Recherchierte Quelle – https://www1.wdr.de/nrw/ruhrgebiet/bochum/kanadagaense-armbrust-verletzt-kemnader-see-100.amp – Kanadagänse am Kemnader See mit Pfeilen beschossen – Bochum – Ruhrgebiet – Mein NRW – WDR – https://www1.wdr.de/nrw/ruhrgebiet/bochum/kanadagaense-armbrust-verletzt-kemnader-see-100.amp – Unbekannte schießen Pfeile auf Kanadagänse: Können Wildkameras am Kemnader See helfen? (WDR) – https://www1.wdr.de/nrw/ruhrgebiet/bochum/kanadagaense-armbrust-verletzt-kemnader-see-100.html – Tierquälerei am Kemnader See – Unbekannter schießt vermutlich mit Armbrust auf Kanadagänse (RTL) – https://www.rtl.de/rtl-west/tierquaelerei-am-kemnader-see-unbekannter-schiesst-vermutlich-mit-armbrust-auf-kanadagaense-id31123216.html – Mit Armbrustpfeilen – Unbekannter schießt auf wehrlose Tiere an See (SauerlandKurier) – https://www.sauerlandkurier.de/nordrhein-westfalen/mit-armbrustpfeilen-unbekannter-schiesst-auf-wehrlose-tiere-am-kemnader-see-witten-zr-94412427.html – Konzepte und Strategien der Selbstdarstellung im Social Network Bereich – GRIN | Grin – https://www.grin.com/document/454680 – GERATI: Wieder gelang es Gerati.de eine Lüge von PeTA aufzudecken – https://gerati.de/2016/02/07/wieder-gelang-es-gerati-de-eine-luege-von-peta-aufzudecken/
