Ist ein Zoo noch zeitgemäß?

Ist ein Zoo noch zeitgemäß?

Ist ein Zoo noch zeitgemäß?

Während der Corona-Pandemie hat sich eine kontroverse Diskussion, über das Thema Zoo und sind diese noch zeitgemäß, entwickelt. Gegner und Befürworter von Zoo – Anlagen präsentieren gegenseitige wissenschaftliche Erkenntnisse und Beweise und vergessen letztendlich, um was es bei diesem Thema im eigentlichen, gehen sollte. UM DAS TIER!

Inhalt in diesem Artikel:

In den letzten zwei Jahren rückte das Thema Zoo und die Frage, ob dieser noch zeitgemäß ist, immer mehr in den Vordergrund. Aufgrund der Corona – Zwangsschließungen von Zoos gerieten diese auch an den Rand ihrer finanziellen Existenzmöglichkeiten! Zwar wurden diese mit Hilfsmitteln aus dem Corona Fond unterstützt, jedoch reichten diese Zahlungen nicht aus, um geplante Baumaßnahmen umzusetzen!

Unbestritten ist, dass die Zoo – Betriebe in Deutschland in der Regel auf Grundlage eines wirtschaftlichen Interesses agieren. Es werden nur Tiere gehalten, die für die Besucher auch interessant sind! Die Haltung der Tiere kostet Geld und dieses muss durch Besucherzahlen erwirtschaftet werden!

Die Zoo – Argumente von Befürwortern und Gegnern

Die Diskussion zum Thema Zoo wird von Gegnern und Befürwortern mittlerweile hart geführt. Gegenseitig wirft man sich Sachen an den Kopf und vergisst letztendlich, worum es in der Diskussion eigentlich gehen sollte. Nicht um den Zoo, der für Gegner die Tiere angeblich ausbeutet und auch nicht wie Befürworter argumentiert in erster Linie um Bildung und Artenschutz, sondern um die Tiere, die in einem Zoo leben!

Gegenseitig präsentieren die beiden Parteien wissenschaftliche Erkenntnisse und versuchen mit allen Mitteln die Gegenargumente totzureden, oder verweigert gänzlich diese zu analysieren! Ein gutes Beispiel für diese Arbeitsweise ist das Great Ape Project! Hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse, einfach durch Beleidigungen wegrationiert. Gleichzeitig werden Zoo-gegnerische wissenschaftliche Erkenntnisse in den Himmel gehoben. Und das ganze dazu noch unter Fakeprofilen. So sicher ist man sich beim Great Ape Project, dass man unter Fakeprofilen seine Argumente präsentieren muss! Ein Dialog ist mit diesen nicht zu führen, da sie diesen von Haus aus durch Sperren des Gegenargumentautors unterdrück werden. Man lebt in seiner Blubberblase und schaut weder nach links oder rechts. Bis dann diese Blase einfach einmal platzt!

Hat der Zoo seine Daseinsberechtigung

Dieses ist meine persönliche Meinung, die ich natürlich gern auch zur freien Diskussion stelle!

1. Artgerechte Haltung

Die Zoo – Anlagen haben sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr verändert. Ich erinnere mich noch an meine Zoobesuche, Ende der 70´er Jahre! Vergleicht man diese Haltungsbedingungen, mit heute würde wohl jeder die Erkenntnis gewinnen, dass die Haltung damals nicht mit artgerechter Haltung zu tun hatte. Ein konzeptionierter Umbau einer Tieranlage in einem Zoo kostet Geld und dieses muss auch erwirtschaftet werden!

Ist es jedoch artgerecht, wenn tausende Menschen jährlich, nur um Wildtiere live zu sehen, in ihren Lebensraum eindringen? Hier einmal drei Beispiele aus meinen persönlichen Erfahrungen! Natürlich ist es besser einen Komodowaran, auf der Insel Komodo in Freiheit zu sehen, anstatt ihn hinter einem trostlosen eingezäunten unwirklich wirkenden Gehege zu beobachten. Jedoch wie frei sind die Komodowarane wirklich auf Komodo? Die Warane sind an den Menschen durch Füttern gewöhnt. Man weiß, wo sich die Tiere aufhalten und hunderte von Menschen dringen täglich, in ihr Territorium ein.

In Bali gibt es mehrere Stellen, wo man angeblich frei lebende Affen beobachten kann. Sind diese aber wirklich frei? Die Affen wurden angefüttert und sind an den Menschen gewöhnt. Ganz bekannt ist hier der Affenwald in Ubud auf Bali. 

Durch das Ausbleiben der Touristen müssen die Affen jetzt vor dem Hungertod gerettet werden und täglich mit Erdnüssen und Bananen gefüttert werden.

Die Affen haben also, obwohl sie Wildtiere sind, verlernt sich selbst Nahrung zu suchen! Man darf froh sein, dass es Menschen gibt, die Mitleid mit diesen Tieren haben. 

Weder der Staat noch irgendeine Tierrechtsorganisation wie PETA hilft hier den Tieren! 

Weil Touristen ausbleiben, müssen wilde Affen auf Bali gefüttert werden

Als Drittes möchte ich das Schnorcheln mit Walhaien in Indonesien nennen. Riesige Walhaie tauchen in den Morgenstunden, um die Fischerbote auf, um das Plankton was mit den Netzen aus der Tiefe hochgezogen wurde, zu fressen. Exemplare von 7 bis 10 Meter sind keine Seltenheit. Es ist natürlich ein unbeschreibliches Gefühl, diesen Tieren so nah beim Schnorcheln zu kommen! Ich durfte dieses auch bereits erleben. Auch wenn von den Führern immer wieder gesagt wird „Do not touch“ gibt es immer wieder unverbesserliche! Es ist wie bereits gesagt ein beeindruckendes Erlebnis. Aber muss man wirklich diese Tiere, die ja nur Fressen wollen, dabei buchstäblich belästigen?

Ist dieses artgerecht, oder sollte man wirklich ehern sagen, dass man den Tieren ein unbeeinflusstes Leben zusichern sollte? Wobei dieses aufgrund der immer weiter zurückgehendem Lebensraum der Tiere, wohl kaum dieses noch möglich sein dürfte. Von meiner Seite plädiere ich für Ausweisung von Schutzgebieten, die nur mit strenger Kontrolle betreten werden dürfen, vergleichbar der Antarktis. Jedoch stellt sich hier die Frage, ob das umsetzbar ist!

2. Zoo und die verbundenen wirtschaftlichen Interessen

Unbestritten dürfte sein, dass jeder Zoo – Betrieb wirtschaftliche Interessen in erster Linie verfolgt. Trägt sich ein Zoo nicht finanziell, kann er weder Aufgaben des Tierschutzes, noch der Arterhaltung übernehmen, für die er einstehen möchte!

Ein Zoo ist also bestrebt, so viel wie möglich zahlende Besucher anzulocken! Hier kann es nach meiner persönlichen Einschätzungen auch zu Konflikten kommen, da ein wirtschaftliches Interesse überwiegt.

Persönlich würde ich mir mehr Einfluss des Staates und der Kommunen in den jeweiligen Zoos wünschen. Dieses gibt es natürlich auch bereits, jedoch sehe ich bei vorrangigen wirtschaftlichen Interessen, immer einen möglichen Konflikt. Bei stattlicher Kontrolle könnten die Eintrittspreise gesenkt werden, sodass der Staat auch seinem Bildungsauftrag nachkommt!

3. Bildung durch Zoo – Besuche

Man schützt nur Dinge, die man kennt! Gleichzeitig verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit zu Hause vor dem PC und der Spielkonsole, dass man hier förmlich von einer Verdummung der nächsten Generation ausgehen muss. Jedenfalls, wenn man sich die Arbeitsweise von Tierrechtlern und der „Aufstand der Letzten Generation“ anschaut! 

Ich habe mir einmal die Eintrittspreise für den Zoo Berlin angeschaut! Ein Erwachsender ab 16 Jahre zahlt 14,50 €. Ein Kind ab vier Jahre kostet 7,00 €. Ermäßigte, insbesondere auch Hartz IV – Empfänger zahlen 9,50 € pro Person! Da sind für eine Familie (2 Erwachsene / 1 Kind) bereits 36,00 € für ein Besuch fällig. Beim ermäßigten Betrag für Bedürfte, immer noch 26,00 €! Den Bildungsauftrag, den der Staat eigentlich hat, sehe ich hier ehern in Gefahr.

Wo soll das hinführen, wenn Kinder ihre Bildung über Tiere nur von Disneyfilmen lernen und dann verwundert schauen, wenn ein Löwe doch nicht wie ein Mensch spricht und singt. Empathie kann man nur erlangen, wenn man das kennt, für die man diese einsetzen muss. Heute geraten Kinder in Panik, wenn sie eine Spinne, oder ein anderes Insekt sehen. Ganz zu schweigen, wenn ihnen eine Ratte oder Maus über den Weg läuft. Eine klinisch reine Umgebung verbunden mit einem unnatürlichen Schutzbedürfnis, insbesondere der Mütter, lassen eine komplett weltfremde Generation aufwachsen, die sich von der ethischen gesellschaftlichen Grundordnung immer weiter entfernen.

Fazit

Das sind jetzt nur einmal drei Punkte von unzähligen, die man hier zum Thema Zoo analysieren könnte. Um es zum Abschluss noch einmal auf den Punkt zu bringen. Den Zoo sehe ich persönlich als notwendig an, um insbesondere Kindern die allgemeine Tierwelt nahezubringen. Für mich verständlich ist, dass Tiere nur aus Nachzuchten stammen sollten und nur bei nachgewiesener Gefahr des Artenaussterbens als Erhaltungsschutzmaßnahme aus der Natur genommen werden sollten.

Wieder Auswilderungsprogramme, die ehern an den finanziellen Mitteln scheitern, da extrem zeitaufwendig, sollten global gefördert werden. Der Staat sollte Zoos den wirtschaftlichen Aspekt nehmen und Bildung und Artenschutz in den Vordergrund stellen. Nur hier stellt sich die Frage, wer soll das in Deutschland bezahlen?

Quellen:

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