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Wolfsriss an Schaf in Aschau im Chiemgau bestätigt

KI-generiertes Symbolbild zum Thema Wolfsriss an Schaf: Wolf im Gras mit der Überschrift „Wolfsriss bestätigt – Zweiter Fall offen“.

Ein Wolf hat das Schaf getötet, das am 20. Oktober 2026 im Gemeindegebiet von Aschau im Chiemgau gefunden wurde. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigte den Wolfsriss nach einer Untersuchung von Spuren am toten Tier. Wie OVB online über die Mitteilung vom 30. Oktober berichtet, brachte ein Rissabstrich den Nachweis. Für ein zweites totes Schaf, das am 25. Oktober gemeldet worden war, stand das Untersuchungsergebnis zu diesem Berichtsstand noch aus.

Der Rissabstrich klärt den ersten Fall

Zunächst hatte das Landesamt die Tötung durch einen großen Beutegreifer als Verdachtsfall geführt. Die genetische Untersuchung ordnete den ersten untersuchten Verlust dann einem Wolf zu. Für den betroffenen Schafhalter ist damit die Ursache des Todes geklärt: Es geht bei diesem Tier nicht mehr um einen möglichen Wolfsübergriff. Der 20. Oktober bezeichnet dabei den Fundtag; ein davon gesondert gesicherter Tötungszeitpunkt ist damit nicht benannt.

Die beiden Schaffunde liegen fünf Tage auseinander, doch die Bestätigung gilt bislang nur für den ersten Fall. Kreisbäuerin Katharina Kern hatte gegenüber rosenheim24.de beide Vorfälle bestätigt und zunächst dazu aufgerufen, die Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Für das zweite Schaf bleibt diese Unterscheidung zwischen Verdacht und Nachweis entscheidend. Räumliche Nähe und die kurze Zeit zwischen den Funden machen aus zwei toten Schafen noch keine zwei bestätigten Wolfsrisse.

Alpenpopulation bekannt, Herkunftsrudel offen

Der nachgewiesene Wolf stammt aus der Alpenpopulation. Welchem konkreten Rudel er zuzuordnen ist, blieb nach den von OVB online wiedergegebenen Behördendaten offen. Auch das Geschlecht war dort ohne Angabe verzeichnet. Die Zuordnung zur Population beantwortet damit die Herkunftsfrage nur teilweise: Sie benennt noch kein bestimmtes Rudel.

In der Region war bereits Anfang März 2026 ein Wolf im Zusammenhang mit einem gerissenen Tier nachgewiesen worden. Die PNP berichtete unter Berufung auf die LfU-Website, damals habe es sich um einen bereits bekannten Wolfsrüden gehandelt, der in den Chiemgauer Alpen lebt. Auch dieser Wolf wurde der Alpenpopulation zugerechnet. Daraus lässt sich der Oktoberfall jedoch nicht demselben Tier zuordnen: Die gemeinsame Population ist keine individuelle Identifizierung.

Warum das zweite Untersuchungsergebnis zählt

Welche Bedeutung die Laboranalyse für die Einordnung eines Nutztierverlustes haben kann, zeigte Anfang Oktober auch der gesonderte Wolfsriss in Saalfelden. Dort waren am 5. Oktober ein Rinderkalb und zwei Schafe tot gefunden worden. Nach dem damaligen GERATI-Bericht hatte das Verletzungsbild zunächst nicht auf einen Wolf hingedeutet; erst die DNA-Analyse bestätigte ihn als Verursacher. Über das Ergebnis informierte der Salzburger Landeswolfsbeauftragte am 22. Oktober. Der Vergleich betrifft den Weg von der ersten Einschätzung zur geklärten Schadensursache, nicht einen Zusammenhang zwischen den Übergriffen.

Für Aschau ist beim zweiten Schaf genau diese Klärung noch entscheidend. Sein Untersuchungsergebnis bestimmt, ob neben dem bereits bestätigten Verlust ein weiterer Wolfsriss hinzukommt. Erst dann lässt sich die Zahl der dem Wolf zugeordneten Schafverluste aus diesen beiden Funden abschließend benennen. Für die betroffenen Tierhalter geht es damit um die konkrete Ursache jedes einzelnen Verlustes.

Quellen

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