Der Opel-Zoo in Kronberg feiert sein 70-jähriges Bestehen. Vom 11. bis 13. September stehen Gespräche mit Tierpflegern, Livemusik und Informationsstände auf dem Programm. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: Für Panzernashörner und weitere asiatische Tierarten entsteht eine neue Anlage, die bis 2028 fertiggestellt werden soll.
Vom privaten Tierpark zum modernen Zoo
Gegründet wurde der Tierpark von Georg von Opel, einem Enkel des Opel-Gründers Adam Opel. Er legte die Anlage direkt an seiner Villa in Kronberg an und ließ 1957 das erste Elefantenhaus bauen. Aus dem privaten Freigehege ist inzwischen ein Zoo mit rund 2.000 Tieren aus mehr als 220 Arten geworden.
Der Opel-Zoo finanziert sich nach Angaben seines Direktors Thomas Kauffels ausschließlich aus privaten Mitteln. Dazu zählen Eintrittsgelder, Spenden und Erbschaften. Im vergangenen Jahr kamen fast 650.000 Besucher – ein Rekord für die Einrichtung im Hochtaunuskreis.
Zu den Meilensteinen im Opel-Zoo gehören die rund 10.000 Quadratmeter große Afrika-Savanne und das 2013 eröffnete Elefantengehege. Die Savanne beherbergt unter anderem Netzgiraffen, Böhmzebras, Streifengnus und Impalas. Mit der Netzgiraffe Mumbi wurde dort in diesem Jahr erneut Nachwuchs registriert.
Elefantennachwuchs und ein Abschied
Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt Elefantenbaby Kaja, das Ende 2025 geboren wurde. Es war der erste Elefantennachwuchs in Hessen seit 1968. Das Gehege kostete nach Angaben des Zoos rund 13,7 Millionen Euro und gehört damit zu den wichtigsten Investitionen der vergangenen Jahre.
Flusspferde wird es dagegen künftig nicht mehr im Opel-Zoo geben. Nach dem Tod des 54 Jahre alten Tieres Tana im Jahr 2014 und dem Umzug ihres Partners Max nach Hannover entschied sich der Zoo gegen eine neue Haltung. Kauffels verweist dabei auf den hohen täglichen Aufwand bei der Reinigung des Wassers: Ein Flusspferd produziert nach seinen Angaben zwischen 70 und 80 Kilogramm Kot.
An ihre Stelle sollen Panzernashörner aus Indien treten. Für die neue Anlage und weitere asiatische Tierarten werden rund 18.000 Quadratmeter umgebaut. Die geplanten Kosten liegen bei knapp 21 Millionen Euro. Damit wird das Projekt für Besucher nicht nur ein neues Highlight, sondern auch ein langfristiger Prüfstein für die weitere Entwicklung des privat finanzierten Zoos.
Wechsel an der Spitze 2027
Kauffels wird den Opel-Zoo am 31. Juli 2027 verlassen. Der 67-Jährige begann 1977 im Zoo Krefeld eine Ausbildung zum Tierpfleger, studierte anschließend Biologie und arbeitete später im Zoo Wuppertal. Wer ihm in Kronberg nachfolgt, steht bislang nicht fest.
Der Biologe Markus Dietz vom Institut für Tierökologie und Naturbildung bewertet die Entwicklung des Zoos grundsätzlich positiv. Nach seiner Einschätzung verfügten die Tiere in Kronberg schon früh über vergleichsweise große und moderne Anlagen. Zugleich müssten Zoos ihre Haltung weiter an den Bedürfnissen der Tiere ausrichten – auch wenn größere Gehege und mehr Rückzugsmöglichkeiten bedeuten können, dass Tiere für Besucher nicht jederzeit sichtbar sind.
Mit dem Jubiläum endet damit nicht nur ein Rückblick auf sieben Jahrzehnte Tierhaltung. Die entscheidenden nächsten Schritte liegen bereits fest: der Bau der Nashornanlage, die Finanzierung weiterer Investitionen und die Übergabe der Leitung an eine neue Führung.
Quellen
- n-tv.de – Hessen: Opel-Zoo wird 70: Geburten, Todesfälle und Millionenprojekte – n-tv.de – https://www.n-tv.de/regionales/hessen/Opel-Zoo-wird-70-Geburten-Todesfaelle-und-Millionenprojekte-id31286644.html
- stiftung-flughafen-frankfurt.de – Opel-Zoo-Direktor Dr. Thomas Kauffels mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – Stiftung Flughafen Frankfurt/Main – https://www.stiftung-flughafen-frankfurt.de/opel-zoo-direktor-kauffels-bundesverdienstkreuz
