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Schlagwort: Thomas Kauffels Opel-Zoo

  • Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Opel-Zoo wird 70: Jubiläum mit neuen Projekten für Nashörner und Elefanten

    Der Opel-Zoo in Kronberg feiert sein 70-jähriges Bestehen. Vom 11. bis 13. September stehen Gespräche mit Tierpflegern, Livemusik und Informationsstände auf dem Programm. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Jahre, denn mit einer neuen Anlage für Panzernashörner und weitere asiatische Tierarten steht eines der größten Projekte der jüngeren Zoogeschichte bevor. Bis 2028 sollen dafür rund 18.000 Quadratmeter umgestaltet werden.

    Vom privaten Tierpark zum modernen Zoo

    Gegründet wurde der Tierpark von Georg von Opel, einem Enkel des Opel-Gründers Adam Opel. Er legte die Anlage unmittelbar an seiner Villa in Kronberg an und ließ 1957 das erste Elefantenhaus errichten. Aus dem ursprünglichen privaten Freigehege entwickelte sich über die Jahrzehnte ein moderner Zoo mit rund 2.000 Tieren aus mehr als 220 Arten. Das 70-jährige Jubiläum markiert damit nicht nur einen runden Geburtstag, sondern auch sieben Jahrzehnte kontinuierlicher Veränderung der Tierhaltung und der Anlagen.

    Eine Besonderheit des Opel-Zoos ist bis heute seine Finanzierung. Nach Angaben von Direktor Thomas Kauffels kommt die Einrichtung ohne laufende öffentliche Finanzierung aus und trägt sich unter anderem durch Eintrittsgelder, Spenden und Erbschaften. Im vergangenen Jahr kamen fast 650.000 Besucher nach Kronberg, womit der Zoo einen neuen Besucherrekord verzeichnete. Für einen privat finanzierten Zoo sind solche Besucherzahlen von besonderer Bedeutung, weil größere Investitionen letztlich aus den selbst erwirtschafteten beziehungsweise eingeworbenen Mitteln finanziert werden müssen.

    Zu den auffälligsten Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte gehören die rund 10.000 Quadratmeter große Afrika-Savanne und die 2013 eröffnete Elefantenanlage. Auf der Savanne leben unter anderem Netzgiraffen, Böhmzebras, Streifengnus und Impalas gemeinsam auf einer weitläufigen Fläche. Mit der jungen Netzgiraffe Mumbi gab es dort in diesem Jahr erneut Nachwuchs. Solche Gemeinschaftsanlagen stehen zugleich exemplarisch für die Entwicklung vieler moderner Zoos, in denen Tierarten zunehmend in größeren und komplexer gestalteten Lebensräumen präsentiert werden.

    Elefantennachwuchs und das Ende der Flusspferdhaltung

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt Elefantenbaby Kaja, das Ende 2025 geboren wurde. Es war der erste Elefantennachwuchs in Hessen seit 1968 und damit auch für den Opel-Zoo ein außergewöhnliches Ereignis. Rund 13,7 Millionen Euro hatte der Zoo nach eigenen Angaben in seine Elefantenanlage investiert. Der Nachwuchs zeigt dabei auch, welchen langfristigen Charakter solche Investitionen besitzen, denn zwischen Planung, Bau einer Anlage und erfolgreichen Nachzuchten können viele Jahre liegen.

    Bei den Flusspferden hat sich der Opel-Zoo dagegen für einen anderen Weg entschieden. Nachdem die 54 Jahre alte Tana 2014 gestorben war und ihr Partner Max nach Hannover umzog, wurde die Haltung dieser Tierart in Kronberg nicht wieder aufgenommen. Kauffels verweist unter anderem auf den erheblichen technischen und personellen Aufwand, der insbesondere mit der Reinhaltung des Wassers verbunden ist. Nach seinen Angaben produziert ein einzelnes Flusspferd täglich zwischen 70 und 80 Kilogramm Kot, was entsprechend leistungsfähige Anlagen zur Wasseraufbereitung erforderlich macht.

    Dass eine Tierart nach Jahrzehnten aus dem Bestand verschwindet, bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sich ein Zoo weniger ambitionierte Ziele setzt. Flächen, Technik und finanzielle Mittel können stattdessen für andere Tierarten und neue Haltungskonzepte genutzt werden. Genau dieser Weg ist nun für den bisherigen Bereich der Flusspferde vorgesehen. An deren Stelle sollen künftig Panzernashörner aus Indien sowie weitere asiatische Tierarten treten.

    Rund 21 Millionen Euro für die neue Nashornanlage

    Für das neue Projekt sollen rund 18.000 Quadratmeter des Zoogeländes umgebaut werden. Die veranschlagten Kosten liegen bei knapp 21 Millionen Euro und damit noch einmal deutlich über den Investitionen in die Elefantenanlage. Bis 2028 soll die neue Anlage fertiggestellt sein. Für einen Zoo, der seine Projekte aus privaten Mitteln finanzieren muss, ist das nicht nur eine bauliche, sondern auch eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung.

    Die Größenordnung zeigt zugleich, welcher finanzielle Aufwand hinter dem Umbau moderner zoologischer Anlagen stehen kann. Neue Gehege bestehen längst nicht nur aus einer möglichst großen Fläche, sondern benötigen unter anderem Stallbereiche, Rückzugsmöglichkeiten, technische Infrastruktur, Besucherwege und Einrichtungen für die tägliche Versorgung der Tiere. Gerade große Säugetiere stellen dabei besondere Anforderungen an Planung und Betrieb. Das Nashornprojekt dürfte deshalb wesentlich darüber mitentscheiden, wie sich der Opel-Zoo in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

    Wechsel an der Spitze steht 2027 bevor

    Parallel zu den baulichen Veränderungen steht auch personell ein Einschnitt bevor. Thomas Kauffels wird den Opel-Zoo am 31. Juli 2027 verlassen. Der 67-Jährige begann 1977 im Zoo Krefeld eine Ausbildung zum Tierpfleger, studierte anschließend Biologie und arbeitete später im Zoo Wuppertal. Wer ihm in Kronberg nachfolgen wird, steht bislang nicht fest.

    Der Biologe Markus Dietz vom Institut für Tierökologie und Naturbildung bewertet die Entwicklung des Zoos grundsätzlich positiv. Nach seiner Einschätzung verfügten die Tiere in Kronberg bereits vergleichsweise früh über große und moderne Anlagen. Gleichzeitig macht er deutlich, dass sich zoologische Einrichtungen weiter an den Bedürfnissen der gehaltenen Tiere orientieren müssen. Mehr Platz und zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten können dabei auch bedeuten, dass Besucher einzelne Tiere nicht zu jedem Zeitpunkt sehen können.

    Das 70-jährige Jubiläum fällt damit in eine Phase, in der im Opel-Zoo mehrere wichtige Entscheidungen zusammenkommen. Mit der neuen Nashornanlage steht eine Investition von knapp 21 Millionen Euro bevor, während nur ein Jahr zuvor ein Wechsel an der Spitze der Einrichtung erfolgen wird. Entscheidend für die kommenden Jahre wird deshalb weniger der Rückblick auf die vergangenen sieben Jahrzehnte sein als die Frage, wie der privat finanzierte Zoo diese neuen Projekte umsetzt. Die Planungen zeigen jedenfalls, dass in Kronberg nicht nur Jubiläum gefeiert wird, sondern bereits an der nächsten Entwicklungsphase des Zoos gearbeitet wird.

    Quellen