Zoopark Erfurt erweitert Spiel- und Bildungsangebote

Im Zoopark Erfurt sollen Spiel, Bewegung und Wissensvermittlung künftig enger zusammenrücken. Unter dem Stichwort „Edutainment“ plant der Zoo mehrere neue Angebote entlang der Besucherwege und will bestehende Spielflächen modernisieren. Ein großer Teil der Maßnahmen soll zum Start der Zoosaison im März 2027 fertig sein.

Neue Spielstationen entlang der Tieranlagen

Zoodirektor Jan Schleinitz begründet das Konzept mit dem Anspruch, den gesamten Zoobesuch als Familienerlebnis zu gestalten. Nicht nur die Tieranlagen, sondern auch die Wege dazwischen sollten attraktiv sein, erklärte er. Deshalb setzt der Zoopark auf kleinere, über das Gelände verteilte Spielangebote, die den Rundgang für Kinder abwechslungsreicher machen sollen. Dieses Konzept soll den Besuch spielerisch ergänzen.

Die erste neue Station entsteht nach Angaben des Zoos neben dem Lemurenwald im Madagaskar-Pavillon. Dort ist eine Balancierstrecke geplant beziehungsweise bereits im Bau. Ein weiteres Element dieser Art soll am Elefantenhaus entstehen. Am Spielplatz bei den Kängurus sind Trampoline vorgesehen, während am Savannenimbiss neue Schaukeln hinzukommen sollen. Unterhalb des Berberbergs soll außerdem ein Kletterturm gebaut werden.

Die Anordnung direkt in der Nähe verschiedener Tierbereiche verbindet das Freizeitangebot mit der thematischen Gestaltung des Zoos. Für Familien bedeutet das vor allem: Kinder erhalten zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten, ohne dass der Besuch auf einen einzelnen zentralen Spielplatz konzentriert bleibt. Die Stationen sollen den Besuch an unterschiedlichen Stellen des Zooparks ergänzen. Damit verteilt sich das zusätzliche Angebot über den Rundgang.

Plateau-Spielplatz und Wasserspielplatz werden aufgewertet

Neben den dezentralen Angeboten ist eine größere Modernisierung auf dem Plateau vorgesehen. Der dortige Spielplatz soll erneuert werden. Auch der Wasserspielplatz, der zuletzt nicht genutzt werden konnte, soll wieder in Betrieb gehen. Damit erweitert der Zoopark das Angebot um weitere Bewegungs- und Sommerelemente. Die Maßnahmen ergänzen die geplanten Stationen entlang der Wege.

Für die Umsetzung stehen der Stadt Erfurt insgesamt 500.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Baudezernent Matthias Bärwolff (Die Linke) erklärte, bei städtischen Projekten müsse auch die Erholung und Lebensqualität junger Menschen berücksichtigt werden. Viele kleinere Maßnahmen könnten die Aufenthaltsqualität verbessern und das Besuchserlebnis am Roten Berg aufwerten.

Die Investition betrifft damit nicht nur einzelne Spielgeräte. Sie ist Teil des Versuchs, den Zoopark als ganztägiges Ausflugsziel für Familien weiterzuentwickeln. Die Stadt führt den Zoopark als kommunalen Eigenbetrieb; Jan Schleinitz ist Zoodirektor. Bereits in der städtischen Jahresbilanz wurde neben der Tierhaltung auch die Modernisierung der Zoopädagogik und Wissensvermittlung als Entwicklungsziel genannt.

Geplante Spiel- und Bildungsangebote im Rundgang

Für den Zoopark liegt die praktische Herausforderung darin, Spiel- und Bildungsangebote so in den Rundgang einzubetten, dass sie den Besuch ergänzen. Die geplanten Stationen an Madagaskar-Pavillon, Elefantenhaus, Känguru-Anlage und Savannenimbiss setzen deshalb auf kurze Aktivitätsangebote statt auf einen vollständig separaten Freizeitparkbereich. Gerade für Familien mit unterschiedlichen Interessen kann diese Aufteilung den Besuch erleichtern.

Auch die übrige Infrastruktur wird schrittweise weiterentwickelt. Der Zoo hat den Madagaskar-Pavillon als erstes sogenanntes Schaufensterprojekt ausgewiesen. Der frühere Affenkomplex soll zu einem modernen Themenbereich über bedrohte Arten Madagaskars umgestaltet werden; vorgesehen sind dort unter anderem zusätzliche Bildungsangebote und eine verbesserte Besucherführung. Die neuen Spielstationen passen in diesen Ansatz, weil sie die Vermittlung nicht nur über Beschilderungen, sondern auch über Bewegung und eigenes Ausprobieren ergänzen.

Der Zeitplan ist ambitioniert: Ein Großteil der neuen Attraktionen soll bereits zur Saison 2027 bereitstehen. Entscheidend wird damit weniger die Ankündigung einzelner Schaukeln oder Kletterelemente sein als die Frage, ob sich daraus ein schlüssiger Rundgang für Familien entwickelt. Mit den Fördermitteln erhält der Zoopark dafür einen konkreten finanziellen Rahmen – nun muss die Umsetzung zeigen, wie gut Freizeitangebot, Tierbeobachtung und Zoopädagogik tatsächlich zusammenfinden. Neben der ersten neuen Station und den geplanten weiteren Elementen soll damit ein vielfältigeres Angebot für Kinder entstehen. Die Umsetzung der Vorhaben bleibt damit ein weiterer Schritt in der Entwicklung des Zooparks.

Die geplanten Angebote sollen den Rundgang für Familien abwechslungsreicher machen. Sie ergänzen die Tieranlagen um zusätzliche Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten. Auch der modernisierte Plateau-Spielplatz und der Wasserspielplatz gehören zu diesem Vorhaben. Damit setzt der Zoopark auf eine Verbindung von Freizeit und Wissensvermittlung. Die Angebote verteilen sich dabei auf mehrere Bereiche des Zooparks.

Quellen

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