Wolfsangriff bei Egling genetisch bestätigt – Herkunft des Tieres bleibt offen

Zwei Schafe in einem Eglinger Moor getötet

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni wurden im Spatenbräufilz nahe dem Mooshamer Weiher bei Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zwei Schafe getötet, ein weiteres Tier verletzt. Eines der verletzten Schafe musste wegen schwerer Verletzungen erlöst werden, ein weiteres wurde tot und teilweise angefressen gefunden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigte inzwischen durch genetische Untersuchungen, dass ein Wolf für den Angriff verantwortlich war. Die 19-köpfige Herde gehört zu einem Beweidungsprojekt des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV), das die Moorfläche seit sechs Jahren in den Sommermonaten pflegt.

Die als Moorschnucken bezeichneten Schafe helfen dort, junge Gehölze wie Faulbaum, Brombeere und Birke zurückzudrängen und so den offenen Charakter der Moorfläche zu erhalten. Nach Angaben der LBV-Mitarbeiterin Sabine Tappertzhofen wurden die überlebenden Tiere noch am Tag des Angriffs von der Fläche gebracht und die Halter informiert. Bei einer anschließenden gezielten Nachsuche wurden Verletzungen festgestellt, die zunächst von außen nicht sichtbar gewesen waren. Öffentlich wurde der Vorfall zunächst nicht gemacht, um keine unnötige Unruhe auszulösen. Erst der genetische Nachweis schuf Klarheit über die Tierart des Angreifers; die Fläche liegt nicht in einem ausgewiesenen Wolfsgebiet.

DNA weist auf Alpenpopulation hin, nicht auf ein bestimmtes Tier

Das LfU nahm am 22. Juni Proben für die genetische Untersuchung. Die Ergebnisse erlaubten nach Angaben der Behörde keine Individualisierung. Damit steht fest, dass das Tier der Alpenpopulation zugeordnet werden kann, nicht aber, welcher Wolf den Angriff verursacht hat. Eine direkte Verbindung zu dem im Chiemgau bekannten Wolf GW4028m lässt sich deshalb nicht herstellen.

Für diese Zuordnung fehlt ein entscheidender Beleg: Der genetische Befund enthält keine individuelle Kennung. Die rund 80 Kilometer zwischen den Chiemgauer Alpen und dem Eglinger Fundort machen eine Wanderung zwar nicht grundsätzlich unmöglich, beweisen aber keinen Zusammenhang. Auch die in der Region Rosenheim beziehungsweise im Chiemgau dokumentierten Nachweise liefern nach dem derzeit bekannten Stand keinen Nachweis dafür, dass GW4028m an der Herde war.

Herdenschutz auf der Moorfläche ist praktisch schwierig

Welche Konsequenzen der Angriff für die weitere Beweidung hat, ist noch nicht entschieden. Der LBV beschreibt die Fläche als strukturreich und nur zeitweise beweidet. Nach Darstellung des Verbands lassen sich dort einfache Herdenschutzlösungen nicht ohne Weiteres einsetzen, was die weitere Nutzung für die Landschaftspflege erschwert.

Damit ist der Fall nicht auf die Frage zu reduzieren, ob ein Schutzzaun vorhanden war. Entscheidend sind die konkreten örtlichen Bedingungen, die nur saisonale Beweidung und die Frage, welche Maßnahmen auf einer Moorfläche tatsächlich umsetzbar und wirksam wären. Ein amtlicher Befund, wonach die Halter oder der LBV gegen eine bestimmte Schutzpflicht verstoßen hätten, ist bislang nicht dokumentiert. Ebenso liegt keine Entscheidung darüber vor, ob und unter welchen Bedingungen die Schafhaltung dort fortgesetzt wird.

Keine bestätigte Wolfsspur im Landkreis Rosenheim

Der genetisch bestätigte Angriff ereignete sich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und damit außerhalb des Landkreises Rosenheim. Für die Region Rosenheim werden in der Berichterstattung keine weiteren gesicherten Wolfsnachweise im Zusammenhang mit diesem Fall genannt. Gerüchte aus sozialen Netzwerken über eine mögliche Wildkamera-Aufnahme im Berchtesgadener Land sind nach dem dokumentierten Stand kein bestätigter Nachweis und können den Eglinger Angriff nicht ergänzen.

Der belastbare Kern des Falls ist deshalb enger als die regionale Aufregung: Zwei Schafe wurden bei Egling getötet, ein Wolf wurde genetisch nachgewiesen und seine Individualisierung scheiterte an der Probenqualität. Offen bleibt nicht, ob ein Wolf beteiligt war, sondern welches Tier den Angriff verübte und wie die besondere Weidefläche künftig geschützt oder weiter bewirtschaftet werden kann.

#### Quellen:: https://www.mangfall24.de/region/landkreis-rosenheim/rosenheim-wolf-greift-schafe-bei-wolfratshausen-an-nur-geruechte-im-alpenvorland-94430486.html

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