PETA – Alex Honnold und die Inszenierung veganer Leistungsfähigkeit

Am 25. Januar versammelten sich Unterstützer der Tierrechtsorganisation PETA rund um das Taipei 101, um eine spektakuläre Kletteraktion des US-amerikanischen Extremkletterers Alex Honnold zu begleiten. Die Aktion wurde öffentlichkeitswirksam inszeniert, getragen von Bannern, Slogans und einer klaren Botschaft: pflanzliche Ernährung sei leistungsfähig, gesund und ein Beitrag zu Tierschutz und Umwelt Nachhaltigkeit.

Der Fokus der Kampagne lag nicht allein auf der sportlichen Leistung, sondern erneut auf der Betonung, dass vegane Ernährung angeblich keinerlei Nachteile mit sich bringe – selbst im Hochleistungssport. Genau an diesem Punkt beginnt jedoch die kritische Betrachtung.

Öffentliche Aktion mit klarer Agenda

Sportliches Ereignis als Kommunikationsmittel

Die Kletteraktion am Taipei 101 war ohne Zweifel eine beeindruckende sportliche Leistung. Alex Honnold, international bekannt für risikoreiche Free-Solo-Besteigungen, erreichte mit seinem Auftritt große mediale Aufmerksamkeit. PETA nutzte diese Reichweite gezielt und inszenierte die Aktion als öffentliche Aktion mit moralischem Unterton.

Plakate, visuelle Reize und eingängige Schlagworte transportierten eine klare Erzählung: Wer sich vegan ernährt, schützt Tiere, Umwelt und die eigene Gesundheit – und kann trotzdem sportliche Höchstleistungen erbringen. Die immer wieder hervorgehobene vegane Leistungsfähigkeit wurde dabei zum zentralen Narrativ.

Was dabei ausgeblendet bleibt

Was in dieser Darstellung konsequent ausgeklammert wird, ist der Kontext, in dem Spitzensportler agieren. Hochleistungsathleten wie Honnold verfügen über ein engmaschiges Netzwerk aus Ernährungsmedizinern, Sportärzten und Leistungsdiagnostikern. Ihre Ernährung – ob vegan oder nicht – ist geplant, supplementiert und medizinisch überwacht.

Diese Realität findet in der Kommunikation von PETA kaum statt. Stattdessen wird der Eindruck erweckt, das gezeigte Leistungsniveau sei allein durch die Ernährungsform erklärbar. Eine Verkürzung, die bei einem breiten Publikum problematische Schlussfolgerungen begünstigt.

Wirkung auf die Allgemeinheit

Von der Ausnahme zur vermeintlichen Regel

Während Spitzensportler Sonderfälle darstellen, richtet sich die Kampagnenwirkung an die Allgemeinheit. Gerade hier liegt ein zentrales Problem: Die Übertragung hochspezialisierter Ernährungsmodelle auf Menschen ohne medizinische Begleitung birgt Risiken – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Immer wieder berichten internationale Medien über Fälle, in denen streng vegane Ernährung ohne ernährungswissenschaftliche Kenntnisse und ohne ärztliche Kontrolle zu schweren Mangelzuständen geführt hat. Diese Fälle stehen nicht im Mittelpunkt solcher Kampagnen, werden aber auch nicht thematisiert.

Verantwortung in der Kommunikation

Wer öffentlich für eine bestimmte Ernährungsweise wirbt, trägt Verantwortung für die Konsequenzen dieser Botschaften. Der pauschale Verweis auf sportliche Vorbilder ersetzt keine differenzierte Aufklärung. Gerade bei Heranwachsenden kann eine unausgewogene Ernährung gravierende gesundheitliche Folgen haben.

Deshalb muss dieser Punkt klar benannt werden: „VEGAN KANN TÖDLICH SEIN“ ist keine pauschale Verurteilung, sondern eine Warnung vor unsachgemäßer, unkontrollierter Umsetzung – insbesondere dort, wo medizinische Begleitung fehlt.

Fazit

Die Aktion rund um Alex Honnold am Taipei 101 zeigt exemplarisch, wie Sportereignisse für ideologische Botschaften instrumentalisiert werden. PETA – Alex Honnold steht dabei weniger für eine nüchterne Debatte über Ernährung, sondern für eine emotionalisierte Erzählung, die entscheidende Rahmenbedingungen ausblendet.

Eine sachliche Auseinandersetzung mit Ernährung – vegan oder nicht – erfordert Differenzierung, medizinisches Wissen und Verantwortungsbewusstsein. Genau das bleibt bei solchen Kampagnen allzu oft auf der Strecke.


Quellen:

Buch Tierschutz vs. Tierrecht von Silvio Harnos Buchcover
Buch Tierschutz vs. Tierrecht von Silvio Harnos Buchcover

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