Wie der Tierschutz in den Einkaufsregalen versagt
Wie der Tierschutz in den Einkaufsregalen versagt

Labels, die die Tierhaltungsform widerspiegeln und damit den Tierschutz, haben keinen Einfluss auf das Kaufverhalten der Kunden.

Der Kunde geht erst nach dem Preis, dann nach dem Aussehen der Ware und letztendlich nach dem Geschmack. Ein Jahr nach der Einführung des Labels, das die Tierhaltungsform aufzeigt, ist klar, dass diese keinen Einfluss auf das Einkaufsverhalten von Kunden hat.

Die Kunden greifen insbesondere bei Fleisch immer noch zu den billigeren Angeboten. Gleichzeitig gibt jedoch die Mehrzahl der Verbraucher an, gern mehr bezahlen zu wollen, wenn der Tierschutz verbessert wird. Vor dem Warenregal sieht es dann tatsächlich anders aus und der Kunde greift lieber zu den billigeren Produkten, die von der tierschutzrechtlichen Seite nur die Mindestanforderungen erfüllen.

Warum kommt das Label für die Tierhaltung bei den Kunden nicht an?

Einerseits geht der Kunde davon aus, dass in ein Regal eines Supermarktes nur gute Waren kommen. Was da im Kühlregal liegt, kann nichts mit Tierquälerei zu tun haben. Und das ist auch richtig. Alle Produkte, die in Deutschland angeboten werden, halten die gesetzlichen Mindestvorschriften ein. An der verpackten Ware und selbst auch am Produkt, wird man kaum erkennen können, mit welchen Tierhaltungsstandards das Fleisch oder die Wurst produziert wurden.

Aber auch Marken haben einen starken Einfluss auf das Kaufverhalten eines Kunden. Werbung gaukelt dem Kunden immer vor, dass ein Produkt besser sei, als ein anderes. Und dabei wird mit allen psychischen Mitteln der Werbebranche gearbeitet. Eine gute Marke kann ein schlechtes Produkt auch teurer Verkaufen.

Was kann man tun, um die Haltung der Tiere zu verbessern

Eine Sensibilisierung des Käufers scheint zu scheitern. Gleichzeitig, geben Supermärkte an die nur Billigprodukte anbieten, dass der Kunde dieses so auch wünscht. Verständlich kein Unternehmer würde sich Produkte ins Regal legen, die er dann nicht loswird.

Eine Subventionierung auf Basis, das Billigprodukte teurere Haltungsformen stützen, um den Preis anzugleichen, birgt die Gefahr, dass dann keiner mehr Billigfleisch kauft und somit die Subventionierung vollständig zusammenbricht und die Nahrungsmittelpreise steigen würden. Wie kann man dann den Kunden sensibilisieren? Über den Preis geht es nicht, wenn dieser immer auf den Preis schaut. Anhebung der Haltungsnormen würden die Preise wiederum steigen lassen. Hier besteht die Gefahr, dass sozial benachteiligte Personen sich diese Nahrungsmittel nicht mehr leisten könnten. 

Ich persönlich könnte mir Vorstellen, dass man mit der Abschaffung von Markenbezeichnungen auf Grundnahrungsmitteln ehern ein Erfolg hätte. Ich persönlich kenne es noch, dass man nicht in den Supermarkt geht, um alles zu kaufen, sondern dazu verschiedene Geschäfte aufsucht. Supermärkte haben eine derartige Kartellmacht, dass sie den Landwirten die Herstellungspreise vorgeben, die sie dann unter ihren Eigenmarken verkaufen.

Ein Stück Schweinefleisch ist Schweinefleisch und nicht eine Marke wie zum Beispiel „Gut und Günstig“. Festlegen das auf der Verpackung nur Schweinefleisch + Haltungsart und das in großer Schrift aufgedruckt werden darf und natürlich zusätzlich die gesetzlichen Vorgaben in kleinerer Schrift, könnte hier ein Anfang sein. Hier könnte ich mir ehern vorstellen, dass der Kunde bei Griff ins Regal oder die Kühltheke nachdenkt und dann doch zu einem Produkt mit besserer Tierhaltung greift.

Selbstverständlich ist die Kontrolle der Haltungsbedingungen, durch staatliche Behörden zwingend notwendig, um Betrug und Verstöße zu ahnden. Es nützt nichts, wenn man Vorschriften erstellt, diese dann aber nicht kontrolliert. Bei der Kontrolle von Betrieben könnten unter anderem geschulte Tierschutzvereine helfen, wenn Kommunen nicht in der Lage sind, wirtschaftlich die Kontrollen zu organisieren. Wer Spenden aus dem Tierschutz erhält, sollte sich auch in der Tierhaltung weiterbilden und dann befähigt sein, für Kontrollen unter der Schirmherrschaft einer zuständigen Behörde zu agieren.

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