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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

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  • VEZG veröffentlicht ab 2027 eigene Preisempfehlungen für ITW-Schweine

    VEZG veröffentlicht ab 2027 eigene Preisempfehlungen für ITW-Schweine

    Ab dem 1. Januar 2027 verändert sich die Vergütung für Schweine aus der Initiative Tierwohl (ITW) grundlegend. Die bislang festen Zuschläge für ITW-Ferkel und ITW-Mastschweine fallen weg. Stattdessen sollen Ferkelerzeuger, Mäster, Schlachtunternehmen und weitere Marktpartner künftig selbst darüber verhandeln, wie hoch die Vergütung für zusätzliche Tierwohlleistungen ausfällt. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) will diesen neuen Markt mit wöchentlichen Preisempfehlungen begleiten.

    Damit verschiebt sich ein wesentlicher Bestandteil der Initiative Tierwohl von einem festen Zuschlagsmodell hin zu einer stärker marktbasierten Lösung. Entscheidend wird damit nicht nur, welche Anforderungen ein Betrieb erfüllt, sondern auch, welchen wirtschaftlichen Wert Schlachtunternehmen und andere Abnehmer diesen Leistungen tatsächlich beimessen. Gerade daran dürfte sich zeigen, ob das neue Modell für Schweinehalter langfristig attraktiv bleibt.

    Feste Zuschläge werden durch Marktmodell ersetzt

    Bisher wurden nach den vorliegenden Branchenangaben 4,50 Euro je ITW-Ferkel und 7,50 Euro je ITW-Mastschwein zusätzlich gezahlt. Mit dem neuen ITW-Marktmodell werden diese Beträge ab 2027 nicht mehr automatisch garantiert. Stattdessen sollen die Aufpreise künftig zwischen den jeweiligen Marktpartnern ausgehandelt werden. Angebot, Nachfrage und regionale Marktbedingungen können dadurch einen deutlich stärkeren Einfluss auf die tatsächliche Vergütung erhalten.

    Die VEZG plant deshalb separate Preisempfehlungen für ITW-Ferkel und ITW-Schlachtschweine. Nach Angaben von top agrar sollen diese Empfehlungen eine Untergrenze berücksichtigen, die mindestens dem Niveau der bisherigen Zuschläge entspricht. Hintergrund ist, dass unabhängige Beratungsorganisationen die bislang gezahlten Beträge als Ausgleich für die zusätzlichen Kosten der ITW-Teilnahme bestätigt hätten. Aus Sicht der VEZG haben sich diese Größen damit bereits als wirtschaftliche Orientierung etabliert.

    Die Preisempfehlungen sollen allerdings keine verbindlichen Mindestpreise darstellen. Sie schaffen zunächst Transparenz und geben Erzeugern eine Grundlage für Verhandlungen. Ob ein Betrieb tatsächlich mindestens die empfohlenen Beträge erhält, hängt davon ab, welche Vereinbarungen er mit seinen Marktpartnern treffen kann. Genau darin liegt zugleich eine Chance und ein Risiko des neuen Systems.

    Lückenlose Dokumentation wird wirtschaftlich entscheidend

    Mit dem neuen Modell gewinnt außerdem die sogenannte Nämlichkeit deutlich an Bedeutung. Nach Angaben von agrarheute muss ein Tier von Geburt an durchgängig als ITW-Tier dokumentiert sein, wenn es später innerhalb der entsprechenden Tierwohlstufen vermarktet werden soll. Die Zuordnung muss damit über sämtliche relevanten Stationen hinweg nachvollziehbar bleiben – von der Geburt beziehungsweise Aufzucht über den Mastbetrieb bis zur Schlachtung.

    Für die Betriebe bedeutet dies, dass nicht mehr allein die tatsächlichen Haltungsbedingungen über die Vermarktungsmöglichkeiten entscheiden. Auch eine lückenlose Dokumentation und ein funktionierender Informationsfluss zwischen Ferkelerzeugern, Mästern, Vermarktern und Schlachtunternehmen werden wirtschaftlich relevant. Fehlen Nachweise oder lässt sich die Herkunft eines Tieres innerhalb der ITW-Kette nicht eindeutig nachvollziehen, kann damit auch der Anspruch auf eine höhere Vergütung verloren gehen.

    Das zeigt zugleich, wie stark Tierwohlprogramme inzwischen mit zusätzlichen organisatorischen Anforderungen verbunden sind. Mehr Platz, veränderte Haltungsbedingungen oder zusätzliche Managementmaßnahmen verursachen Kosten, doch auch Dokumentation und Kontrolle sind nicht zum Nulltarif zu haben. Wer höhere Standards verlangt, muss deshalb auch berücksichtigen, dass diese Anforderungen entlang der gesamten Produktionskette finanziert werden müssen.

    VEZG fordert verlässliche Vergütung der Mehrleistungen

    VEZG-Vorsitzender Matthias Frieß macht deutlich, dass eine marktwirtschaftliche Lösung nur funktionieren kann, wenn die zusätzlichen Leistungen der Schweinehalter im Markterlös sichtbar werden. Die geplanten Preisempfehlungen sollen deshalb nicht lediglich Zahlen veröffentlichen, sondern eine nachvollziehbare Orientierung für die gesamte Branche schaffen. Tierwohlleistungen sollen nach Vorstellung der VEZG einen klar erkennbaren wirtschaftlichen Wert behalten.

    Das ist ein entscheidender Punkt. Zusätzliche Anforderungen an Tierhalter lassen sich dauerhaft nur umsetzen, wenn die damit verbundenen Kosten auch erwirtschaftet werden können. Werden Tierwohlmaßnahmen zwar gesellschaftlich oder politisch eingefordert, am Markt aber nicht ausreichend bezahlt, geraten vor allem jene Betriebe unter Druck, die entsprechende Investitionen bereits vorgenommen haben.

    Die wöchentliche Preisempfehlung der VEZG kann dieses Problem nicht allein lösen. Sie kann jedoch sichtbar machen, welchen Aufpreis die Branche für bestimmte Tierwohlleistungen als angemessen betrachtet. Ob daraus tatsächlich eine verlässliche Vergütung entsteht, entscheidet sich anschließend in den Verhandlungen zwischen Erzeugern, Vermarktern und Abnehmern.

    ISN fordert mehr als einen reinen Kostenausgleich

    Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) begrüßt die geplanten Preisempfehlungen grundsätzlich. Für Sauenhalter und Mäster entsteht damit zumindest eine Orientierung, wenn die bisher festgelegten ITW-Zuschläge entfallen. Gleichzeitig weist die Organisation darauf hin, dass ein bloßer Ausgleich der zusätzlichen Kosten aus ihrer Sicht nicht ausreichend ist.

    Diese Forderung ist wirtschaftlich nachvollziehbar. Ein landwirtschaftlicher Betrieb kann auf Dauer nicht allein davon leben, dass zusätzliche Ausgaben ersetzt werden. Wer höhere Anforderungen erfüllt, investiert Kapital, übernimmt zusätzliche Risiken und muss häufig dauerhaft höhere laufende Kosten tragen. Soll die Teilnahme an Tierwohlprogrammen attraktiv bleiben, muss deshalb auch eine wirtschaftliche Perspektive vorhanden sein.

    Genau daran wird sich das neue Marktmodell ab 2027 messen lassen müssen. Gelingt es, Tierwohlleistungen tatsächlich mit einem verlässlichen und wirtschaftlich interessanten Mehrerlös zu verbinden, könnte das System zusätzliche Anreize schaffen. Entwickeln sich die Aufpreise dagegen lediglich zu einem hart umkämpften Kostenausgleich, dürfte die Bereitschaft der Betriebe, weitere Anforderungen zu übernehmen, entsprechend begrenzt bleiben.

    Tierwohl lässt sich schließlich nicht allein über Vorgaben organisieren. Wer höhere Standards bei der Tierhaltung fordert, muss auch bereit sein, die dadurch entstehenden Leistungen und Kosten innerhalb der Wertschöpfungskette angemessen zu bezahlen.

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  • Hanoi genehmigt Netzwerk mit 28 zentralisierten Schlachthöfen bis 2028

    Hanoi genehmigt Netzwerk mit 28 zentralisierten Schlachthöfen bis 2028

    Das Volkskomitee von Hanoi hat mit Beschluss Nr. 4314/QD-UBND vom 16. August 2026 ein neues Netzwerk zentralisierter Schlachtanlagen für Nutztiere und Geflügel genehmigt. Vorgesehen sind insgesamt 28 Betriebe in 25 Stadtbezirken der vietnamesischen Hauptstadt. Die neue Regelung ersetzt den bisherigen Beschluss aus dem Jahr 2020 und soll Schlachtkontrollen, Lebensmittelsicherheit, Veterinärhygiene und Umweltschutz stärker bündeln. Entscheidend wird jedoch nicht allein die Zahl der geplanten Anlagen sein, sondern ob Hanoi die angekündigte Kontrolle tatsächlich dauerhaft durchsetzen kann.

    Neuer Plan ersetzt Vorgaben aus dem Jahr 2020

    Die geplanten Schlachtanlagen unterscheiden sich deutlich in ihrer Größe und sollen verschiedene Regionen der Hauptstadt versorgen. Zu den genannten Projekten gehört unter anderem der Vieh- und Geflügelschlachthof Minh Hien in Binh Minh mit einer Fläche von 1,2 Hektar. Der Schlachthof Quang Lang in Dai Xuyen soll dagegen 16,6 Hektar umfassen und gehört damit zu den deutlich größeren Vorhaben. Weitere Anlagen sind unter anderem in Hong Phong, Hoa Phu, Vinh Anh und Thuong Tin vorgesehen.

    Auch in Phu Nghia plant Hanoi getrennte Kapazitäten für Schweine und Geflügel. Für einen Schweineschlachthof sind dort 5,6 Hektar vorgesehen, für eine Geflügelanlage weitere 2,5 Hektar. Hinzu kommt der Viehschlachthof Dong Thanh in Thu Lam mit einer geplanten Fläche von 3,1 Hektar. Mehrere Projekte haben nach Angaben der Stadt bereits Investoren gefunden und befinden sich teilweise schon in der Umsetzung.

    Der Beschluss ist damit mehr als eine bloße Neuordnung auf dem Papier. Hanoi versucht, bereits laufende Investitionen mit zusätzlichen Standorten in ein einheitliches Netz zu überführen. Die Umsetzung soll bis zum vierten Quartal 2028 abgeschlossen sein. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, dürfte vor allem davon abhängen, wie schnell Flächenfragen, Genehmigungen und technische Anforderungen an den einzelnen Standorten geklärt werden.

    Behörden sollen das Netz zentral steuern

    Die Federführung für die Umsetzung liegt beim Landwirtschafts- und Umweltamt von Hanoi. Die Behörde soll den Fortschritt überwachen, die Entwicklung des Netzes bewerten und dem Volkskomitee regelmäßig Bericht erstatten. Auch unangekündigte Berichte oder Bewertungen sollen möglich sein, wenn Probleme auftreten. Damit wird die Verantwortung bewusst bei einer zentralen Stelle gebündelt.

    Das Bauamt wiederum soll gemeinsam mit dem Landwirtschafts- und Umweltamt sowie den lokalen Volkskomitees die städtebaulichen, ländlichen und flächenbezogenen Planungen anpassen. Grundlage dafür sind unter anderem das Gesetz über Stadt- und Landplanung und die Resolution Nr. 64/2026/NQ-HĐND des Volksrats von Hanoi. Auch das Finanzamt sowie das Amt für Industrie und Handel sollen die erforderlichen Verwaltungsverfahren in ihren Zuständigkeitsbereichen begleiten. Auf dem Papier ist damit relativ klar geregelt, welche Behörde für welchen Teil der Umsetzung verantwortlich ist.

    Gerade bei solchen Großprojekten entscheidet allerdings nicht die Zahl der beteiligten Behörden über den Erfolg. Entscheidend ist vielmehr, ob Zuständigkeiten tatsächlich ineinandergreifen und Kontrollen nicht zwischen verschiedenen Stellen verloren gehen. Ein umfangreicher Verwaltungsapparat kann Vorgaben schaffen, ersetzt aber keine kontinuierliche Kontrolle vor Ort. Genau daran wird sich später messen lassen, ob das neue Schlachthofnetz tatsächlich mehr Sicherheit schafft.

    Kleinschlachtungen sollen schrittweise verschwinden

    Besonders weitreichend sind die Vorgaben für die lokalen Behörden. Sie sollen nicht nur die vorgesehenen Flächen sichern und Bauaktivitäten kontrollieren, sondern auch Schlachtungen außerhalb geeigneter Anlagen deutlich stärker überwachen. Organisationen und Einzelpersonen sollen dazu bewegt werden, Nutztiere und Geflügel in zentrale oder vorübergehend zugelassene Schlachtanlagen zu bringen. Damit verfolgt Hanoi ausdrücklich das Ziel, unkontrollierte und illegale Kleinschlachtungen zurückzudrängen.

    Kleinschlachtungen, bei denen Anforderungen an Veterinärhygiene und Lebensmittelsicherheit nicht eingehalten werden, sollen vollständig beseitigt werden. Bereits im Juli hatte das Volkskomitee die Gemeinden aufgefordert, nur legal erzeugte und in qualifizierten Betrieben kontrollierte tierische Produkte in Verkehr zu lassen. Das Landwirtschafts- und Umweltamt soll dabei mit Polizei, Industrie- und Handelsamt, Gesundheitsamt und weiteren Stellen zusammenarbeiten. Kontrolliert werden sollen sowohl die Schlachtung selbst als auch Transport und Handel mit tierischen Produkten.

    Aus Sicht der Behörden ist die Zentralisierung nachvollziehbar, weil sich größere Anlagen leichter kontrollieren lassen als eine Vielzahl kleiner und teilweise informeller Schlachtplätze. Allerdings garantiert ein zentraler Standort nicht automatisch bessere Bedingungen. Entscheidend bleibt, wie streng Hygienevorgaben, Transportbedingungen, Veterinärkontrollen und betriebliche Abläufe tatsächlich überwacht werden. Ohne regelmäßige Kontrollen kann auch eine große Anlage lediglich ein größerer Ort für dieselben Probleme werden.

    Zentralisierung ist noch kein Qualitätsnachweis

    Hanoi verbindet das neue Netzwerk mit hohen Erwartungen an Lebensmittelsicherheit, Veterinärhygiene und Umweltschutz. Für Bau, Erweiterung und Betrieb der Anlagen gelten zusätzlich Vorschriften zu Grundstücken, Investitionen, Bauwesen, Umwelt sowie Brand- und Katastrophenschutz. Die Stadt versucht damit, mehrere bislang getrennte Kontrollbereiche in einem einheitlicheren System zusammenzuführen. Das kann funktionieren, wenn die Regeln nicht nur auf dem Papier bestehen bleiben.

    Ein ähnlicher Ansatz zeigt sich bei den Planungen für einen hochtechnologischen Tierhaltungskomplex mit zentralem Schlachthof und Lebensmittelverarbeitung. Auch dort verlangte das Volkskomitee eine Prüfung von Landnutzung, technischer Infrastruktur, Umwelt, Biosicherheit und rechtlicher Zulässigkeit, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden. Hanoi scheint damit grundsätzlich auf stärker kontrollierte, größere Strukturen zu setzen. Die politische Richtung ist also klar erkennbar.

    Für GERATI bleibt jedoch der entscheidende Punkt die praktische Umsetzung. Zentralisierung kann Kontrollen vereinfachen, sie kann aber ebenso dazu führen, dass Probleme nur an wenigen großen Standorten konzentriert werden. Ob die neue Struktur tatsächlich Verbesserungen bringt, hängt deshalb von regelmäßigen Kontrollen, transparenter Durchsetzung und funktionierenden Veterinärstrukturen ab. Erst wenn die Anlagen fertiggestellt, zugelassen und dauerhaft überwacht werden, lässt sich beurteilen, ob der Plan mehr ist als eine umfassende Verwaltungsreform.

    Quellen

  • Waldbrand bei Waldaschaff: Einsatzkräfte retten verletztes Schaf aus dem Wald

    Waldbrand bei Waldaschaff: Einsatzkräfte retten verletztes Schaf aus dem Wald

    Beim Waldbrand bei Waldaschaff im Landkreis Aschaffenburg haben Einsatzkräfte nicht nur gegen die Flammen gekämpft, sondern auch eine Schafherde vor dem Feuer in Sicherheit gebracht. Ein Tier wurde während der Rettungsaktion von der Herde getrennt und flüchtete in den Wald. Erst bei den späteren Nachlöscharbeiten entdeckten Feuerwehrleute das verletzte Schaf wieder. Die Einsatzkräfte konnten es einfangen und aus dem betroffenen Waldgebiet bringen.

    Waldbrand bei Waldaschaff bedrohte Schafherde

    Das Feuer hatte sich während des Einsatzes einer Weide genähert, auf der sich eine Schafherde befand. Um die Tiere vor den herannahenden Flammen und der starken Rauchentwicklung zu schützen, öffneten Einsatzkräfte den Weidezaun und ermöglichten der Herde damit die Flucht aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich. Dabei lief eines der Schafe jedoch nicht mit den übrigen Tieren davon, sondern flüchtete in den angrenzenden Wald. Zunächst blieb unklar, wo sich das Tier befand und ob es den Brand überstanden hatte.

    Für die Feuerwehr stand zu diesem Zeitpunkt zunächst die Bekämpfung des Wald- und Flächenbrandes im Vordergrund. Das verschwundene Schaf konnte deshalb erst später wieder lokalisiert werden. Während die Einsatzkräfte das Gelände nach dem Ablöschen der offenen Flammen erneut kontrollierten und nach verbliebenen Glutnestern suchten, entdeckten sie das Tier im Wald. Nach Angaben der Kreisbrandinspektion gelang es anschließend, das verletzte Schaf einzufangen und aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

    Verletztes Schaf bei Nachlöscharbeiten entdeckt

    Welche Verletzungen das Schaf bei seiner Flucht oder während des Brandes erlitten hat, wurde bislang nicht näher mitgeteilt. Auch zum weiteren Gesundheitszustand des Tieres liegen derzeit keine detaillierten Angaben vor. Fest steht jedoch, dass das Schaf die unmittelbare Gefahrenzone überlebt hatte und von den Einsatzkräften geborgen werden konnte. Die Rettung zeigt zugleich, dass bei Vegetations- und Waldbränden nicht nur Menschen, Gebäude und Infrastruktur betroffen sein können, sondern auch Nutz- und Wildtiere schnell in lebensbedrohliche Situationen geraten.

    Gerade bei Weidetieren besteht zusätzlich das Problem, dass Zäune im Ernstfall den Fluchtweg versperren können. Im Fall von Waldaschaff reagierten die Einsatzkräfte deshalb, indem sie den Zaun öffneten und der Herde einen Weg aus dem bedrohten Bereich ermöglichten. Dass eines der Tiere dabei in Panik einen anderen Weg einschlug, lässt sich bei einer solchen Gefahrensituation kaum vollständig verhindern. Entscheidend war letztlich, dass das Gelände auch nach der eigentlichen Brandbekämpfung weiterhin systematisch kontrolliert wurde und das Schaf dabei gefunden werden konnte.

    Rund 30 Hektar Wald- und Vegetationsfläche betroffen

    Der Waldbrand bei Waldaschaff erstreckte sich nach der Abschlussbilanz der Kreisbrandinspektion Aschaffenburg über rund 300.000 Quadratmeter. Das entspricht einer Fläche von etwa 30 Hektar. Inzwischen gilt der Wald- und Flächenbrand als gelöscht, dennoch mussten Einsatzkräfte das betroffene Gebiet weiterhin auf mögliche Glutnester kontrollieren. Gerade bei ausgedehnten Vegetationsbränden können sich Hitze und Glut im Boden, in Wurzelbereichen oder unter trockenem Pflanzenmaterial lange halten und erneut ein Feuer auslösen.

    Der Einsatz zog sich deshalb über zwei Tage hin und erforderte einen erheblichen personellen Aufwand. Nach Angaben des Main-Echos waren im Verlauf des Einsatzes insgesamt rund 1000 Kräfte beteiligt. Damit gehörte der Brand zu den größeren Feuerwehreinsätzen in der Region. Die Nachkontrollen verdeutlichen zudem, dass das sichtbare Erlöschen der Flammen nicht automatisch bedeutet, dass von einer größeren Brandfläche unmittelbar keine Gefahr mehr ausgeht.

    Sieben Feuerwehrleute bei Einsatz leicht verletzt

    Der zweitägige Einsatz blieb auch für die beteiligten Helfer nicht ohne Folgen. Nach Angaben der Kreisbrandinspektion wurden sieben Feuerwehrleute leicht verletzt. Zusätzlich musste eine verletzte Passantin medizinisch versorgt werden. Nähere Angaben zur Art der Verletzungen oder zu einer möglichen weiteren Behandlung wurden in den bislang veröffentlichten Berichten nicht gemacht.

    Die Rettung der Schafherde war damit nur ein Teil eines umfangreichen Einsatzes, bei dem die Feuerwehr gleichzeitig Menschen, Tiere und größere Waldflächen schützen musste. Besonders die Entdeckung des verschwundenen Schafes während der Nachlöscharbeiten zeigt, wie wichtig die Kontrolle eines Brandgebietes auch nach dem Ende der offenen Flammen bleibt. Für das Tier bedeutete diese Kontrolle vermutlich den entscheidenden Unterschied: Es konnte gefunden, eingefangen und aus dem Wald gebracht werden.

    Quellen

  • Pferd stürzt in Baar in Lorzenzulauf – spektakuläre Rettung per Helikopter

    Pferd stürzt in Baar in Lorzenzulauf – spektakuläre Rettung per Helikopter

    Ein ungewöhnlicher Rettungseinsatz hat am Sonntagmittag in Baar im Schweizer Kanton Zug zahlreiche Einsatzkräfte gefordert. Ein Pferd war an der Höllstrasse von einem schmalen Waldweg abgekommen und in einen trockenen Zulauf der Lorze gestürzt. Nach Angaben der Reiterin war das Tier zuvor durchgegangen und anschließend über eine kleine Brücke in das darunterliegende Bachbett gefallen. Die Reiterin selbst blieb bei dem Vorfall unverletzt, für das Pferd begann dagegen eine technisch aufwendige Bergungsaktion.

    Feuerwehr muss komplette Brücke entfernen

    Die Lage des Pferdes machte eine gewöhnliche Bergung praktisch unmöglich. Das Tier lag unterhalb einer kleinen Brücke in dem ausgetrockneten Lorzenzulauf, während der enge und schwer zugängliche Bereich den Einsatzkräften kaum Platz für die notwendigen Rettungsmaßnahmen bot. Angehörige der Feuerwehr Baar und der Stützpunktfeuerwehr Zug entschieden sich deshalb dazu, die Brücke vollständig abzubauen. Erst dadurch konnte ausreichend Raum geschaffen werden, um das Pferd für den weiteren Transport vorzubereiten.

    Neben den beiden Feuerwehren standen auch der Feuerwehrinspektor, Einsatzkräfte der Zuger Polizei, eine Tierärztin sowie Spezialisten der Grosstierrettung im Einsatz. Gerade bei Unfällen mit Pferden oder anderen Großtieren kann eine Bergung schnell deutlich komplizierter werden als zunächst angenommen. Gewicht, Verletzungsgefahr und die räumlichen Bedingungen müssen berücksichtigt werden, gleichzeitig darf das Tier während der Rettungsarbeiten möglichst keinem zusätzlichen Stress ausgesetzt werden. Der Einsatz in Baar zeigt deshalb eindrucksvoll, wie eng Feuerwehr, Polizei, Tiermedizin und spezialisierte Tierretter bei solchen Situationen zusammenarbeiten müssen.

    Pferd wird mit Helikopter aus dem Bachbett geflogen

    Nachdem die Brücke entfernt worden war, übernahm die Grosstierrettung die eigentliche Bergung des Pferdes. Aufgrund der schwierigen Lage im Bachbett entschieden sich die Einsatzkräfte für einen Transport aus der Luft. Das Pferd wurde entsprechend gesichert und anschließend mithilfe eines Helikopters aus dem Lorzenzulauf ausgeflogen. Nach der erfolgreichen Bergung wurde das Tier unmittelbar einer Tierärztin übergeben.

    Wie schwer sich das Pferd bei dem Sturz verletzt hatte, wurde in den bislang veröffentlichten Mitteilungen nicht näher erläutert. Auch über den weiteren Gesundheitszustand nach Abschluss des Einsatzes liegen derzeit keine konkreten Angaben vor. Fest steht lediglich, dass die Bergung erfolgreich durchgeführt werden konnte und das Tier anschließend tierärztlich versorgt wurde. Die Reiterin blieb hingegen unverletzt und benötigte keine medizinische Behandlung.

    Weg bleibt nach Rettung zunächst gesperrt

    Die außergewöhnliche Rettungsaktion hatte auch Folgen für den betroffenen Waldweg. Da die Brücke für die Bergung vollständig entfernt werden musste, konnte der Weg nach Abschluss des Einsatzes nicht einfach wieder freigegeben werden. Die Feuerwehr sperrte den Abschnitt deshalb vorsorglich ab, damit Fußgänger, Reiter oder andere Nutzer nicht in den nun ungesicherten Bereich gelangen. Wann die Brücke wieder aufgebaut und die Verbindung erneut freigegeben werden kann, war zunächst nicht bekannt.

    Der Einsatz begann am 16. August 2026 kurz nach 13.15 Uhr und erforderte einen erheblichen personellen und technischen Aufwand. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Sturz eines Pferdes wirkte, entwickelte sich aufgrund der schwer zugänglichen Unfallstelle zu einer aufwendigen Rettungsaktion mit mehreren Organisationen und schließlich sogar einem Helikopter. Dass weder die Reiterin verletzt wurde noch es während der Bergung zu weiteren Zwischenfällen kam, dürfte dabei als wichtigste Nachricht des Einsatzes gelten.

    Quellen

  • Zoo Gelsenkirchen: Elf Jungtiere bei McCords Schlangenhalsschildkröten

    Zoo Gelsenkirchen: Elf Jungtiere bei McCords Schlangenhalsschildkröten

    Die ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen meldet einen bemerkenswerten Zuchterfolg bei einer stark bedrohten Schildkrötenart. Insgesamt elf McCords Schlangenhalsschildkröten sind dort in diesem Jahr geschlüpft. Zwei Jungtiere kamen bereits im Juni zur Welt, neun weitere folgten im August. Damit leben inzwischen 15 Tiere dieser seltenen Art im Zoo Gelsenkirchen – ein Bestand, der für die europäische Erhaltungszucht durchaus von Bedeutung ist.

    Seltene Schlangenhalsschildkröten mit außergewöhnlicher Anatomie

    McCords Schlangenhalsschildkröten gehören zu den sogenannten Halswender-Schildkröten und unterscheiden sich deutlich von vielen bekannteren Schildkrötenarten. Ihr Hals kann ungefähr die Länge des Panzers erreichen. Bei Gefahr ziehen die Tiere ihren Kopf deshalb nicht gerade in den Panzer zurück, sondern legen den langen Hals seitlich unter den Panzerrand.

    Diese besondere Anatomie sorgt nicht nur für ihr auffälliges Erscheinungsbild, sondern ist zugleich eine Anpassung, die diese Tiergruppe unverwechselbar macht. Gerade bei Jungtieren fällt der im Verhältnis zum Körper außergewöhnlich lange Hals besonders auf. Die elf Nachzuchten in Gelsenkirchen sind daher nicht nur zoologisch interessant, sondern spielen auch für den langfristigen Erhalt einer hochgradig gefährdeten Art eine Rolle.

    Lebensraumverlust brachte die Art an den Rand des Verschwindens

    Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der McCords Schlangenhalsschildkröte liegt in Indonesien. Die Art kam insbesondere auf der Insel Roti sowie in der Region Timor vor. Dort wurden jedoch große Teile geeigneter Lebensräume verändert oder zerstört. Wälder verschwanden, Feuchtgebiete und Sümpfe wurden unter anderem in landwirtschaftlich genutzte Flächen und Reisfelder umgewandelt.

    Hinzu kommen eingeschleppte Tierarten, die insbesondere für Eier und Jungtiere eine zusätzliche Gefahr darstellen können. Der natürliche Bestand ging dadurch massiv zurück. Die Art gilt heute als vom Aussterben bedroht und ist ein Beispiel dafür, wie schnell kleinräumig verbreitete Tierarten unter Druck geraten können, wenn mehrere Bedrohungsfaktoren gleichzeitig auftreten.

    Zoo Gelsenkirchen hält bedeutenden Anteil der europäischen Population

    Nach Angaben der ZOOM Erlebniswelt leben derzeit rund 180 McCords Schlangenhalsschildkröten in europäischen zoologischen Einrichtungen. Etwa 43 davon werden in Deutschland gehalten. Mit inzwischen 15 Tieren beherbergt der Zoo Gelsenkirchen somit einen beachtlichen Anteil des europäischen Bestandes in menschlicher Obhut.

    Die elf geschlüpften Jungtiere erhöhen nicht nur den lokalen Bestand. Sie stärken zugleich die sogenannte Reservepopulation außerhalb des ursprünglichen Lebensraums. Gerade bei Arten, deren Wildbestände sehr klein oder möglicherweise regional bereits verschwunden sind, können solche Populationen eine wichtige Absicherung darstellen.

    Erhaltungszucht ist mehr als bloßer Nachwuchs im Zoo

    Die ZOOM Erlebniswelt beteiligt sich nach eigenen Angaben seit ihrer Eröffnung im Jahr 2005 an europäischen Erhaltungszuchtprogrammen. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Jungtiere zu produzieren. Vielmehr werden Zuchtpaare anhand ihrer Abstammung ausgewählt, um genetische Vielfalt zu erhalten und eine zu enge Verwandtschaft innerhalb der Population zu vermeiden.

    Der Zoo ist nach eigenen Angaben an mehr als 40 Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen und Zuchtbüchern beteiligt. Auch die McCords Schlangenhalsschildkröte wird innerhalb eines solchen koordinierten Systems gehalten. Die nun geschlüpften Jungtiere werden deshalb langfristig nicht isoliert als Tiere des Zoos Gelsenkirchen betrachtet, sondern sind Bestandteil einer europaweit abgestimmten Population.

    Zuchterfolg zeigt Bedeutung moderner Zoos für bedrohte Arten

    Der Nachwuchs in Gelsenkirchen zeigt einmal mehr einen Aspekt moderner Zoohaltung, der in öffentlichen Debatten häufig zu kurz kommt. Bei stark bedrohten Arten besteht die Aufgabe zoologischer Einrichtungen längst nicht nur darin, Tiere Besuchern zu präsentieren. Durch koordinierte Zucht, genetisches Management und den Austausch zwischen Einrichtungen können Populationen über Jahrzehnte stabil erhalten werden.

    Gerade bei einer Art wie der McCords Schlangenhalsschildkröte, deren natürlicher Lebensraum stark unter Druck steht, bekommt diese Arbeit zusätzliche Bedeutung. Elf Jungtiere lösen die Probleme im ursprünglichen Verbreitungsgebiet nicht. Sie sorgen jedoch dafür, dass eine genetisch kontrollierte Population der Art erhalten bleibt – und damit auch eine wichtige Voraussetzung für mögliche zukünftige Schutz- oder Wiederansiedlungsprojekte.

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  • Wolfsangriffe in Bari: Taskforce sucht Tier nach drei verletzten Kindern

    Wolfsangriffe in Bari: Taskforce sucht Tier nach drei verletzten Kindern

    In der italienischen Provinz Bari suchen die Behörden nach einem mutmaßlichen Wolf, der seit Anfang August drei Kinder verletzt haben soll. Die Vorfälle ereigneten sich im Gemeindegebiet von Noicattaro, zwei davon in kommunalen Parks. Nach dem jüngsten Angriff am 15. August wurde ein sechsjähriges Kind mit Verletzungen im Brustbereich im Kinderkrankenhaus Giovanni XXIII behandelt. Ein ebenfalls sechsjähriges Mädchen musste nach einem früheren Vorfall sogar auf die Intensivstation gebracht werden.

    Bislang konnte das gesuchte Tier allerdings weder gefangen noch eindeutig als Verursacher der Angriffe identifiziert werden. Fotofallen lieferten Aufnahmen eines Caniden, doch eine genetische oder veterinärmedizinische Bestätigung dafür, dass tatsächlich ein Wolf hinter allen drei Vorfällen steckt, liegt bislang nicht vor. Genau diese Unterscheidung ist wichtig, denn zwischen einer plausiblen Annahme und einer zweifelsfreien Identifizierung besteht ein erheblicher Unterschied. Die Behörden behandeln die Situation dennoch als akute Sicherheitslage und haben ihre Maßnahmen inzwischen deutlich ausgeweitet.

    Weitere Wolfssichtungen sorgen für zusätzliche Unsicherheit

    Nach den Angriffen in Noicattaro wurden auch aus Bitonto und Cellamare Sichtungen von Wölfen gemeldet. Ob dabei dasselbe Tier beobachtet wurde, das mit den Angriffen in Verbindung gebracht wird, ist derzeit völlig offen. Noicattaros Bürgermeister Raimondo Innamorato hält zumindest bei einzelnen Sichtungen einen Zusammenhang für möglich. Für Bitonto geht er dagegen eher davon aus, dass dort ein Wolf aus dem Gebiet der Lama Balice unterwegs gewesen sein könnte, der bislang keine auffällige Nähe zu Menschen gezeigt habe.

    Damit zeigt sich zugleich das zentrale Problem der aktuellen Suche. Eine Sichtung eines Wolfes bedeutet nicht automatisch, dass es sich um das gesuchte Tier handelt. Gerade in Regionen, in denen mehrere Wölfe vorkommen können, ist eine eindeutige Zuordnung ohne genetische Proben oder andere belastbare Merkmale schwierig. Wer sämtliche Sichtungen vorschnell einem einzigen Tier zuschreibt, riskiert deshalb eine falsche Bewertung der Lage.

    Das mutmaßliche Aufenthaltsgebiet des Tieres aus Noicattaro wird derzeit in einem Steinbruchbereich zwischen der Straße nach Torre a Mare und der Grenze zu Rutigliano vermutet. Nach bisherigen Beobachtungen nimmt der Canide Menschen wahr und zieht sich zurück. Das erschwert die geplante Gefangennahme erheblich. Gleichzeitig zeigt dieses Verhalten, dass aus den bisherigen Sichtungen allein noch keine allgemeine Aggressivität gegenüber Menschen abgeleitet werden kann.

    Region Apulien genehmigt Fang des mutmaßlichen Wolfs

    Nach einer Dringlichkeitssitzung in der Präfektur Bari haben die Präfektur und die Region Apulien eine gemeinsame Taskforce eingerichtet. Regionalpräsident Antonio Decaro genehmigte am 14. August per Erlass die Entnahme beziehungsweise Gefangennahme des mutmaßlichen Tieres. Damit reagierten die Behörden auf eine Serie von Vorfällen, bei denen inzwischen drei Kinder verletzt worden sein sollen.

    Bereits zuvor hatte Bürgermeister Innamorato Zugangsbeschränkungen für bestimmte Bereiche in der Nähe landwirtschaftlicher Flächen und Schluchten angeordnet. Auch kommunale Parks dürfen nachts zeitweise nicht genutzt werden. Nach einer weiteren Sitzung der Taskforce am 17. August wurden diese Maßnahmen nochmals verschärft und um sieben Tage verlängert. Angesichts der noch ungeklärten Identität des Tieres steht damit zunächst die Gefahrenabwehr im Mittelpunkt.

    Die Carabinieri sollen bei der Suche Drohnen mit Wärmebildkameras einsetzen. Zusätzlich stellt der Nationalpark Alta Murgia Fangschlingen zur Verfügung, die in dem vermuteten Aufenthaltsgebiet ausgelegt werden sollen. Ziel ist ausdrücklich die Gefangennahme und eindeutige Identifizierung des betreffenden Tieres. Erst danach dürfte sich belastbarer beantworten lassen, ob tatsächlich ein einzelner Wolf für sämtliche Angriffe verantwortlich war.

    Warum nähert sich ein Wolf überhaupt Wohngebieten?

    Über die Ursachen für die mögliche Annäherung des Tieres an bewohnte Gebiete wird inzwischen intensiv spekuliert. Als ein möglicher Faktor gilt die wachsende Wildschweinpopulation in der Provinz Bari. Wildschweine gehören zum natürlichen Beutespektrum von Wölfen und könnten Tiere damit auch näher an landwirtschaftlich genutzte Flächen führen. Hinzu kommen Wasserstellen in bewässerten Weinbergen, die während trockener Sommerperioden ebenfalls attraktiv sein können.

    Als weiterer möglicher Anlockfaktor wird frei zugängliches Futter für streunende Katzen genannt. Solche Futterstellen können nicht nur Katzen, sondern auch andere Tiere anziehen. Ob dies bei den konkreten Vorfällen tatsächlich eine Rolle gespielt hat, ist jedoch nicht nachgewiesen. Es handelt sich bislang lediglich um mögliche Erklärungsansätze.

    Gerade deshalb wäre es falsch, aus einzelnen Vermutungen bereits eine abgeschlossene Erklärung zu konstruieren. Entscheidend ist zunächst, welches Tier tatsächlich für die Angriffe verantwortlich war und ob sich dessen Verhalten von anderen Wölfen in der Region unterscheidet. Die aktuelle Suche muss deshalb sowohl dem Schutz der Bevölkerung als auch einer möglichst eindeutigen Identifizierung dienen.

    Drei verletzte Kinder verändern die Debatte

    Unabhängig von der noch ausstehenden eindeutigen Identifizierung zeigt der Fall aus Noicattaro, wie schnell sich die Diskussion über Wölfe verändert, sobald Menschen direkt betroffen sind. Bei drei verletzten Kindern können Behörden das Geschehen nicht mehr ausschließlich als normales Wildtiermanagement behandeln. Zugangsbeschränkungen, Überwachung und der Versuch einer gezielten Gefangennahme sind deshalb nachvollziehbare Maßnahmen.

    Gleichzeitig sollte auch in einer solchen Situation sauber zwischen bestätigten Tatsachen und Vermutungen unterschieden werden. Bislang spricht vieles dafür, dass ein Wolf beziehungsweise wolfähnlicher Canide mit den Angriffen in Verbindung steht, zweifelsfrei bewiesen ist dies jedoch noch nicht. Genau deshalb ist die Arbeit der Taskforce jetzt entscheidend: Das Tier muss gefunden, identifiziert und der Ablauf der Vorfälle möglichst eindeutig rekonstruiert werden.

    Der Fall dürfte auch über Italien hinaus aufmerksam verfolgt werden. Denn er berührt eine Frage, die mit der weiteren Ausbreitung des Wolfs in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnt: Wie reagieren Behörden, wenn einzelne Tiere ihre natürliche Distanz zum Menschen verlieren und möglicherweise ein konkretes Sicherheitsrisiko darstellen?

    Quellen

  • Langenau: Veterinäramt stellt erhebliche Mängel bei Tiertransport aus Bulgarien fest

    Langenau: Veterinäramt stellt erhebliche Mängel bei Tiertransport aus Bulgarien fest

    Bei einer Kontrolle eines Kleintiertransports aus Bulgarien hat das Veterinäramt im Alb-Donau-Kreis erhebliche tierschutzrechtliche Mängel festgestellt. In dem Fahrzeug befanden sich Hunde und Katzen, die offenbar an mehrere Käufer in Deutschland übergeben werden sollten. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ulm wirkten einzelne Tiere verängstigt oder apathisch, zudem stand ihnen teilweise nicht ausreichend Wasser zur Verfügung. Die Kontrolle endete damit, dass der Transport zunächst zu einem Tierheim gebracht und ein Hund beschlagnahmt wurde.

    Hunde und Katzen sollten nahe der Autobahn übergeben werden

    Der Transport wurde in Langenau kontrolliert, einer Stadt im Alb-Donau-Kreis unweit wichtiger überregionaler Verkehrsverbindungen. Nach Angaben der Polizei sollten die mitgeführten Hunde und Katzen in der Nähe einer Autobahn an mehrere Kunden übergeben werden. Die Tiere waren zuvor aus Bulgarien nach Deutschland transportiert worden, womit sie bereits eine erhebliche Strecke hinter sich hatten. Gerade bei längeren Transporten kommt dem Zustand der Tiere und ihrer Versorgung während der Fahrt eine besondere Bedeutung zu.

    Während der Kontrolle stellten die Mitarbeiter des Veterinäramts nach Behördenangaben mehrere tierschutzrechtlich relevante Auffälligkeiten fest. Einige der Tiere seien verängstigt gewesen, andere hätten einen apathischen Eindruck gemacht. Zudem sei nicht ausreichend Wasser vorhanden gewesen beziehungsweise die Versorgung mit Wasser habe nicht den Anforderungen entsprochen. Die Feststellungen waren offenbar so schwerwiegend, dass der Transport nicht einfach wie geplant fortgesetzt werden konnte.

    Veterinäramt bringt Transport zunächst in ein Tierheim

    Nach der Kontrolle wurde das Fahrzeug mit den Tieren zu einem Tierheim gebracht. Dort konnten die Hunde und Katzen genauer begutachtet und die weitere Vorgehensweise mit dem Veterinäramt abgestimmt werden. Ein Hund wurde von den Behörden als nicht mehr transportfähig eingestuft und beschlagnahmt. Das zeigt, dass die Kontrolle nicht lediglich zu kleineren Beanstandungen führte, sondern zumindest bei einem Tier ein Zustand festgestellt wurde, der eine weitere Beförderung ausschloss.

    Für die übrigen Tiere wurde anschließend geprüft, ob sie an ihre vorgesehenen neuen Besitzer übergeben werden konnten. Nach Abschluss der veterinärrechtlichen Kontrolle durften acht Katzen und drei Hunde an die jeweiligen Halter weitergegeben werden. Damit konnten nicht sämtliche Tiere unmittelbar ihren ursprünglich vorgesehenen Weg fortsetzen. Der beschlagnahmte Hund blieb dagegen unter behördlicher Kontrolle und wurde nicht an einen Käufer übergeben.

    Anzeigen gegen Fahrerin und Fahrer angekündigt

    Das zuständige Veterinäramt kündigte nach Angaben der Polizei an, sowohl gegen die Fahrerin als auch gegen den Fahrer des Transports Anzeige zu erstatten. Welche konkreten Tatbestände oder Ordnungswidrigkeiten den beiden vorgeworfen werden, geht aus der Polizeimeldung bislang nicht im Detail hervor. Die Behörde prüft darüber hinaus, ob neben den bereits festgestellten Mängeln weitere Verstöße vorliegen. Das Verfahren dürfte daher mit der Kontrolle in Langenau noch nicht abgeschlossen sein.

    Entscheidend wird sein, welche Dokumentation für den Transport vorlag und unter welchen Bedingungen die Tiere tatsächlich von Bulgarien nach Deutschland gebracht wurden. Ebenso dürfte geprüft werden, ob sämtliche tierschutz- und transportrechtlichen Anforderungen eingehalten wurden. Die bislang veröffentlichten Angaben lassen jedenfalls erkennen, dass das Veterinäramt erheblichen Anlass für weitere Maßnahmen sah. Eine endgültige rechtliche Bewertung ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht öffentlich bekannt.

    Tiertransporte aus dem Ausland bleiben kontrollbedürftig

    Der Fall zeigt erneut, wie wichtig Kontrollen grenzüberschreitender Tiertransporte sind. Gerade bei Hunden und Katzen, die über weite Entfernungen zu neuen Besitzern gebracht werden, müssen Versorgung, Gesundheitszustand und Transportfähigkeit durchgehend gewährleistet sein. Auffälligkeiten wie Apathie, erhebliche Angst oder eine unzureichende Wasserversorgung können Hinweise darauf sein, dass die Belastung während des Transports zu groß war. Ob dies im konkreten Fall auf organisatorische Fehler, unzureichende Versorgung oder andere Ursachen zurückzuführen ist, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.

    Gleichzeitig sollte bei solchen Fällen sauber zwischen bestätigten Feststellungen und noch ungeklärten Fragen unterschieden werden. Fest steht nach Angaben der Polizei, dass das Veterinäramt Mängel beanstandete, ein Hund beschlagnahmt wurde und Anzeigen gegen die beiden Verantwortlichen angekündigt wurden. Noch offen ist dagegen, welche weiteren Verstöße die Behörde möglicherweise feststellen wird und welche Konsequenzen daraus folgen. GERATI wird den Fall weiter beobachten, sofern die Behörden zusätzliche Informationen veröffentlichen.

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  • Ana Ayala Pérez schließt Ausbildung in Fricker Tierarztpraxis ab

    Ana Ayala Pérez schließt Ausbildung in Fricker Tierarztpraxis ab

    Ana Ayala Pérez hat ihre dreijährige Ausbildung zur Tiermedizinischen Praxisassistentin in einer Tierarztpraxis in Frick mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen. Die in Stein aufgewachsene Berufseinsteigerin entschied sich bereits früh für die Arbeit mit Tieren. Nach ersten Überlegungen zu einer Tätigkeit in der Tierpflege, im Zoo oder in einer Tierklinik führten Schnuppertage schließlich zur Lehrstelle in Frick.

    Von der Schildkröte zur Tiermedizin

    Den Anstoß gab ein Erlebnis mit ihren beiden Schildkröten. Als Ayala Pérez elf Jahre alt war, entdeckte die Familie ein Jungtier, das während der geplanten Überwinterung besondere Aufmerksamkeit benötigte. Die Pflege der kleinen Schildkröte Tüpfli bestätigte ihren Wunsch, sich beruflich um Tiere zu kümmern. Während der Bezirksschule in Rheinfelden informierte sie sich deshalb über verschiedene Tätigkeitsfelder und bewarb sich nach den Schnuppertagen gezielt bei der Fricker Praxis.

    Die Ausbildung zeigte ihr, dass der Beruf deutlich vielseitiger ist als die reine Versorgung von Tieren. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung des Tierarztes in der Sprechstunde, die Assistenz bei Operationen, die Überwachung von Narkosen und Laborarbeiten. Hinzu kommen administrative Tätigkeiten, Telefondienst und der Empfang von Tierbesitzern. Gerade der hohe Anteil an Kommunikation mit Menschen überraschte die junge Fachkraft.

    Theorie in Zürich und Praxisalltag in Frick

    Parallel zur Arbeit in der Praxis besuchte Ayala Pérez einmal pro Woche die Berufsschule in Zürich. Dort standen biologisches und pharmakologisches Wissen, gesetzliche Grundlagen sowie Abläufe in der Sprechstunde auf dem Lehrplan. In überbetrieblichen Kursen konnte sie außerdem praktische Fertigkeiten trainieren, darunter Bereiche der Anästhesie, die im täglichen Praxisbetrieb nicht immer unmittelbar vermittelt werden können.

    Der Übergang von der Schule in den Berufsalltag fiel ihr nach eigener Darstellung zunächst schwer. Am ersten Lehrtag habe sie festgestellt, wie viel neues Wissen gleichzeitig erforderlich sei und wie schnell manche Aufgaben umgesetzt werden müssten. Unterstützung erhielt sie vom Praxisteam. Für ihre Entwicklung waren nach ihrer Einschätzung vor allem Aufmerksamkeit, das Nachfragen bei Unsicherheiten und der Mut wichtig, neue Tätigkeiten unter Anleitung auszuprobieren.

    Psychische Belastung gehört zum Berufsbild

    Neben den fachlichen Anforderungen musste Ayala Pérez lernen, mit belastenden Situationen umzugehen. Wenn Tiere schwer erkranken oder nicht mehr gerettet werden können, gehört auch die Begleitung von Einschläferungen zum Praxisalltag. Besonders schwierig seien für sie Situationen mit jungen Tieren sowie Gespräche mit Tierbesitzern gewesen. Dabei habe sie lernen müssen, einen rauen Ton nicht persönlich zu nehmen, ruhig zu bleiben und professionell zu antworten.

    Die Kombination aus langen Arbeitstagen, emotional schwierigen Fällen und unangenehmen Gesprächen führte während der Lehrzeit zu einzelnen Durchhängern. Als Ausgleich behielt Ayala Pérez ihr Hobby beim Volleyballclub VBC Stein bei. Der Sport gab ihr Bewegung und ermöglichte ihr zugleich, den Kontakt zu Freunden und Mannschaftskollegen aufrechtzuerhalten. Außerdem musste sie ihren Alltag an Schichtbetrieb, weniger Ferien und den zusätzlichen Lernaufwand für die Berufsschule anpassen.

    Unbefristete Stelle im Lehrbetrieb

    Trotz der Belastungen blickt Ayala Pérez zufrieden auf ihre Ausbildung zurück. Besonders deutlich wurde für sie der persönliche Fortschritt daran, dass sie zu Beginn erst den richtigen Umgang mit einem Tier erlernen musste und heute zahlreiche Aufgaben in der Praxis selbstständig beherrscht. Die Tiermedizinische Praxisassistentin hat deshalb ein unbefristetes Arbeitsangebot ihres Lehrbetriebs angenommen.

    Eine Berufsmaturität schließt sie derzeit nicht unmittelbar an. Für die Zukunft kann sie sich jedoch eine Zusatzausbildung, etwa zur Hundecoiffeuse, oder einen längeren Aufenthalt im Ausland vorstellen. Zunächst möchte sie in Frick weitere praktische Erfahrungen sammeln und ihre berufliche Entwicklung im vertrauten Praxisteam fortsetzen.

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  • Finanzstreit um Schnappschildkröte: Reptilienauffangstation verweigert weitere Tiere aus Olching

    Finanzstreit um Schnappschildkröte: Reptilienauffangstation verweigert weitere Tiere aus Olching

    Nach einem Streit über die Unterbringungskosten einer Schnappschildkröte will die Reptilienauffangstation München künftig keine Tiere mehr aus Olching aufnehmen. Das Reptil war im Juni 2024 nach einem Hochwasser in ein Gewässer der Stadt gespült und anschließend in die Münchner Station gebracht worden. Seitdem geht es zwischen dem Trägerverein und der Kommune vor allem um die Frage, wie lange Olching für die Versorgung eines solchen Fundtiers aufkommen muss. Für die weitere Aufnahme exotischer Tiere aus der Stadt sucht Olching nun nach anderen Unterbringungsmöglichkeiten.

    Hochwasserfund löst Streit über Betreuungskosten aus

    Die Schnappschildkröte stammt ursprünglich aus Nordamerika und gilt wegen ihrer kräftigen Kiefer, Krallen und ihrer möglichen Gefährlichkeit als besonders anspruchsvoll in der Haltung. Eine Vermittlung an Privatpersonen kommt nach Angaben der Süddeutschen Zeitung in der Regel nicht infrage. In Deutschland gelten für die Art zudem weitreichende Verbote bei Handel, Besitz und Nachzucht. Dadurch bleibt für aufgefundene Tiere wie das Exemplar aus Olching regelmäßig nur eine spezialisierte Einrichtung mit geeigneten Räumen und geschultem Personal.

    Die Reptilienauffangstation bezifferte die Kosten zunächst auf etwa 8500 Euro für sechs Monate. In einer eigenen Stellungnahme nannte die Einrichtung für die betreffende Rechnung einen Betrag von 6500 Euro; die Süddeutsche Zeitung berichtete später von insgesamt rund 9700 Euro für die Betreuung der Schnappschildkröte und einer ebenfalls aus Olching stammenden Schmuckschildkröte. Die unterschiedlichen Summen beziehen sich damit offenbar auf verschiedene Rechnungen oder Betreuungszeiträume. Unstrittig ist nach den Berichten, dass die Versorgung deutlich teurer ausfällt als bei gewöhnlichen Fundtieren.

    Olching wollte nur begrenzten Zeitraum bezahlen

    Der zentrale Konflikt betrifft nicht nur die Höhe der Rechnung, sondern auch die Dauer der Kostenübernahme. Olching wollte nach dem Bericht der Süddeutschen Zeitung lediglich vier Wochen Betreuung bezahlen, während die Auffangstation die Kosten für sechs Monate geltend machte. Weil die Stadt die weitergehende Rechnung nicht akzeptierte, zog der Trägerverein seine Klage vor dem Verwaltungsgericht zurück. Eine gerichtliche Entscheidung, die die Kostenfrage abschließend klärt, liegt damit nicht vor.

    Für die Kommune handelt es sich bei den beiden Schildkröten um eine außergewöhnlich hohe Belastung im Fundtierbereich. Die Station argumentiert dagegen mit dem tatsächlichen Aufwand für ein Tier, das wegen seiner Größe, seines Verhaltens und der rechtlichen Vorgaben nicht einfach weitergegeben werden kann. Nach eigener Darstellung übernimmt sie die Aufnahme, Pflege und gegebenenfalls Vermittlung besonderer Tiere als gemeinnütziger, wissenschaftlich geleiteter Tierschutzverein. Der Fall zeigt damit ein praktisches Problem: Bei exotischen Fundtieren können kommunale Zuständigkeit und die dauerhaft erforderliche Spezialversorgung weit auseinanderfallen.

    Station beendet Zusammenarbeit mit Olching

    Die angekündigte Aufnahmesperre verschärft die Situation für Fundtiere aus Olching. Die Stadt muss nun klären, welche Einrichtung gefährliche oder besonders pflegeintensive Reptilien aufnehmen kann und wer dafür jeweils die Kosten trägt. Für die bereits untergebrachte Schnappschildkröte bedeutet der Streit nach den vorliegenden Berichten keine unmittelbare Rückkehr nach Olching; sie lebt seit 2024 in der Münchner Station und dürfte dort voraussichtlich dauerhaft bleiben.

    Solange die Beteiligten keine vertragliche oder gerichtliche Klärung erreichen, bleibt die Kommune auf die Kooperation geeigneter Auffangstationen angewiesen. Für Olching steht deshalb neben der offenen Rechnung auch die Frage im Raum, wie die sichere und artgerechte Unterbringung weiterer exotischer Fundtiere gewährleistet werden kann.

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  • Aquarium Berlin öffnet nach dreijähriger Modernisierung wieder

    Aquarium Berlin öffnet nach dreijähriger Modernisierung wieder

    Nach drei Jahren Modernisierung öffnet das Aquarium Berlin am 18. August 2026 wieder für Besucher. Das denkmalgeschützte Haus an der Budapester Straße in Berlin-Mitte feiert zugleich sein 113-jähriges Bestehen. Der Zoologische Garten Berlin verbindet damit die Wiedereröffnung einer traditionsreichen Einrichtung mit einem Blick auf moderne Tierhaltung, Zucht und technische Versorgung.

    Historisches Gebäude mit bewegter Geschichte

    Das Aquarium wurde zwischen 1911 und 1913 als Nachfolger einer früheren Anlage Alfred Brehms errichtet. Die Eröffnung fand am 18. August 1913 statt. Nach Angaben des früheren Direktors Jürgen Lange war die 170 Quadratmeter große Krokodilhalle damals eine besondere architektonische Lösung: Sie ermöglichte erstmals eine für Besucher begehbare Freianlage innerhalb eines Zoogebäudes. Die Halle ist bis heute erhalten.

    Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch einen Bombentreffer in die Krokodilhalle nahezu vollständig zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte über mehrere Jahre, wobei der historische Grundriss erhalten blieb. Das Erdgeschoss wurde 1952 wieder eröffnet, 1956 folgte das Terrarium und 1959 das Insektarium. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde das Haus erneut modernisiert und durch einen Neubau erweitert; 1983 gab es eine weitere Wiedereröffnung.

    Rund 20.000 Tiere auf drei Besucherebenen

    Heute beherbergt das Aquarium rund 20.000 Tiere aus etwa 1.000 Arten. Der öffentlich zugängliche Bereich verteilt sich auf drei Ebenen: Fische werden in der ersten Etage gezeigt, Reptilien in der zweiten und Insekten sowie Amphibien in der dritten. Zwei weitere Etagen dienen den Mitarbeitern und der Technik. Von den insgesamt 8.100 Quadratmetern des Hauses entfallen rund 2.200 Quadratmeter auf die Besucherbereiche.

    Die Fischbecken fassen zusammen etwa eine Million Liter Wasser. Das größte Becken verfügt über ein Fassungsvermögen von 120.000 Litern. Zu den historischen Besonderheiten zählt außerdem der Komodowaran Moritz, der von 1927 bis 1943 im Aquarium lebte und seinem Pfleger nach Angaben des Zoos über mehrere Etagen folgte. Vor dem Gebäude erinnert eine rund fünf Meter hohe Nachbildung eines Iguanodons an die Verbindung zwischen den fossilen Verwandten und einigen heute gezeigten Tiergruppen.

    Quallenzucht und eigene Futterproduktion

    Eine zentrale Besonderheit des Hauses ist die Quallenzucht. Nach Angaben des Zoos werden dort 25 Quallenarten gepflegt; ein großer Teil befindet sich im Polypenstadium. Rund die Hälfte der Arten wird abwechselnd bis zum erwachsenen Tier herangezogen. Spezielle Düsen halten die Quallen im Wasser in Bewegung und sollen verhindern, dass sie absinken oder gegen die Beckenwände stoßen.

    Auch die Wasseraufbereitung ist auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet. Für Meerwasser werden heute vor Ort 76 verschiedene Salze eingesetzt; insgesamt entstehen aus kaltem, warmem, salzigem und vollentsalztem Wasser mehr als zehn unterschiedliche Wassermixturen. Einen Teil des Futters produziert das Aquarium selbst, darunter Heuschrecken, Grillen und Meeresplankton. Ein eigener Fliegenraum sowie Bananenstauden an einzelnen Becken gehören zu den ungewöhnlichen Einrichtungen hinter und neben dem Besuchererlebnis.

    Mit der Wiedereröffnung am 18. August kehrt damit nicht nur eine Berliner Sehenswürdigkeit zurück. Das Aquarium zeigt zugleich, wie ein historisches Gebäude nach Kriegsschäden, mehreren Umbauphasen und einer erneuten dreijährigen Modernisierung weiterhin als spezialisierte zoologische Einrichtung genutzt werden kann.

    Quellen