Freddy Quinn kommt für den Zirkus Traber zurück
Freddy Quinn will den Zirkus Traber unterstützen und dafür nach rund 20 Jahren wieder vor Publikum auftreten. Der 95-jährige Entertainer besuchte eine Vorstellung des Familienzirkus in Henstedt-Ulzburg, bei der nach Angaben des Berichts nur sieben Zuschauer im Zelt saßen. Quinn kennt die Familie Traber seit Jahrzehnten. Er kündigte anschließend an, als Ehrengast zu einem weiteren Gastspiel zu kommen und den Zirkus möglicherweise auch anzusagen.
Der Auftritt ist für Samstag in Leezen im Kreis Segeberg vorgesehen. Kunststücke soll Quinn dort nicht zeigen. Eine Zirkusnummer anzukündigen, könne er sich jedoch „durchaus vorstellen“, heißt es in dem Bericht. Für die Trabers ist der prominente Besuch deshalb vor allem ein Signal an mögliche Zuschauer: Sie hoffen, dass Quinns Name zusätzliche Aufmerksamkeit für das Gastspiel schafft.
Im Zelt des Zirkus Traber gehören Ponys, ein Ziegenbock, Artisten, Zuckerwatte und drei Clowns aus drei Generationen zum Programm. Die Familie hat für Quinn bereits Plakate mit künstlich erzeugten Bildern gestaltet. Diese sollen vor dem Gastspiel aufgehängt werden und auf seinen Besuch aufmerksam machen. Quinn soll in Leezen als Ehrengast auftreten.
Wenige Zuschauer setzen den Familienbetrieb unter Druck
Die Unterstützung kommt in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Denise Traber berichtet, dass beim letzten Gastspiel vier Vorstellungen ausfallen mussten, weil niemand kam. Juniorchefin Denise Traber schildert: „16 bis 24 Euro Eintritt, selten mehr als zehn Besucher. Da kann sich jeder ausrechnen, dass nicht viel bleibt.“ Diese Zahlen stammen aus ihrer Darstellung des Betriebs und beschreiben die unmittelbare finanzielle Belastung des Zirkus.
Für den Zirkus ist das nicht nur eine Frage der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die 16 Beschäftigten gehören nach den Angaben des Berichts sämtlich zur Familie. Drei der vier Kinder von Denise Traber treten bereits auf, während das jüngste Kind erst ein Jahr alt ist. Die Tiere sind Teil des Programms. Gerade die Ponys und der Ziegenbock machen deutlich, weshalb ausbleibende Besucher praktische Folgen hat. Der Bericht nennt jedoch keine veterinärmedizinischen Befunde, behördlichen Beanstandungen oder konkreten Einschränkungen bei der Versorgung. Fest steht lediglich: Wenige verkaufte Karten verschärfen die wirtschaftliche Lage des Betriebs, in dem die Tiere Teil des Programms sind.
Eine Verbindung, die Jahrzehnte zurückreicht
Quinn kennt die Familie Traber seit Jahrzehnten. Bei den Trabers trainierte er nach den vorliegenden Berichten einst das Seillaufen; 1984 war er zudem Pate bei der Taufe von Johann Traber junior. Diese persönliche Verbindung erklärt, warum der Entertainer ausgerechnet für den kleinen Familienzirkus eine Ausnahme von seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit macht. Quinn hatte sich 2006 von der Bühne verabschiedet. Seine Rückkehr ist deshalb kein reguläres Comeback mit einem neuen Konzertprogramm, sondern ein begrenzter Auftritt zugunsten des Zirkus. Seine eigene Beziehung zur Manege reicht bis in die späten 1940er-Jahre zurück, als er bei einem Wanderzirkus war. Später spielte er den Zirkusdirektor Obolski im Musical „Feuerwerk“ und trat mehrfach bei „Stars in der Manege“ auf.
Quinn sagte laut Bericht, der Zirkus sei das Schönste für ihn. Er habe erklärt, ihm blute das Herz, wenn eine Vorstellung vor fast leeren Rängen stattfinde. Für den Zirkus Traber ist diese Haltung nun mehr als Nostalgie: Der Name eines bekannten Entertainers soll Zuschauer nach Leezen locken und dem Familienbetrieb kurzfristig wieder volle Ränge bringen. Denise Traber verbindet damit eine Hoffnung über den einzelnen Gastauftritt hinaus. Wenn ein Star wie Quinn den Zirkus weiterhin möge, könnten sich vielleicht auch andere Menschen daran erinnern, dass in ihnen noch ein Kind stecke, sagt sie. Ob der prominente Ehrengast tatsächlich mehr Karten verkauft, wird sich beim nächsten Gastspiel zeigen. Für die Familie ist sein Auftritt schon jetzt eine konkrete Werbechance in einer Phase, in der jede zusätzliche Vorstellung zählt.
Quellen
- bild.de – Freddy Quinn: Mit 95 zurück in die Manege – für einen kleinen Zirkus | Unterhaltung – https://www.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/freddy-quinn-mit-95-zurueck-in-die-manege-fuer-einen-kleinen-zirkus-6acaafe261b3d4c01d3e2a4b
- Merkur – Mit 95 Jahren: Schlager-Star Freddy Quinn gibt sein Comeback – http://www.merkur.de/boulevard/mit-95-jahren-schlager-star-freddy-quinn-gibt-sein-comeback-94535652.html
- Viply – Freddy Quinn kehrt mit 95 Jahren auf die Bühne zurück – https://www.viply.de/news/freddy-quinn-kehrt-mit-95-jahren-auf-die-buhne-zuruck/

Schreibe einen Kommentar