In Villa Lugano, einem Stadtteil von Buenos Aires, wurde ein schwer vernachlässigter Hund nach einer gerichtlich genehmigten Durchsuchung aus einem Schrottlager an das Refugio Gapra übergeben. Die Umweltstaatsanwaltschaft UFEMA leitete den Einsatz nach einer Nachbarschaftsanzeige ein. Der Eigentümer des Grundstücks wurde wegen mutmaßlicher Tiermisshandlung beschuldigt.
Nachbarschaftsanzeige führte zur Durchsuchung
Ausgangspunkt des Falls war die Anzeige eines Nachbarn. Er berichtete, auf einem Grundstück an der Avenida Castañares 6200 befinde sich ein unter schlechten Umweltbedingungen gehaltener, unterernährter Hund, der nachts weine. Nach Überprüfungen beantragte der zuständige Staatsanwalt Blas Matías Michienzi eine Durchsuchung des Ortes. Die Maßnahme wurde von Richterin Gabriela Zangaro, der zuständigen Richterin des argentinischen „Juzgado Penal, Contravencional y de Faltas N.º 22“, genehmigt.
Der Einsatz wurde vom Justizermittlungskörper (CIJ) des Ministeriums für öffentliche Angelegenheiten der Stadt Buenos Aires koordiniert. Beteiligt waren die División Perros der Policía de la Ciudad und die Dirección de Gestión Animal der Stadtregierung. Die Ermittlungen führten anschließend zur Beschuldigung des Eigentümers wegen mutmaßlicher Tiermisshandlung. Eine rechtskräftige Verurteilung ist damit nicht verbunden.
Tierärzte stellten gesundheitliche Schäden fest
Während des Einsatzes stellten die beteiligten Tierärzte beim Hund eine schwere und länger andauernde Unterernährung fest. Zudem befand sich das Tier in einem als feindlich beschriebenen Umfeld: Das Grundstück diente als Lager für Schrott, Eisen und Blech, und scharfkantige Gegenstände lagen auf dem Boden. Die Quelle nennt keine gesonderten Feststellungen zum konkreten Vorhandensein oder Fehlen von Futter und Wasser. Der Eigentümer konnte außerdem keine Gesundheitskarte beziehungsweise Nachweise über tierärztliche Kontrollen des Hundes vorlegen.
Nach den Angaben zur Haltungsumgebung bestand dadurch ein zusätzliches Risiko für das Tier. Die veterinärmedizinische Einschätzung bildete die Grundlage für die weitere Versorgung. Der Staatsanwalt Blas Matías Michienzi ordnete den Transport des Hundes an und übergab ihn dem Refugio Gapra zur Betreuung. Dort sollte das Tier medizinisch versorgt werden und mit seiner Genesung beginnen.
Hund im Refugio Gapra untergebracht
Das Refugio Gapra übernahm die Betreuung des Hundes nach dem Transport. Der weitere Verlauf sollte von der medizinischen Versorgung und der Entwicklung seines Gesundheitszustands abhängen. Eine vollständige Prognose über seine Genesung wurde in den vorliegenden Angaben nicht mitgeteilt. Damit blieb zunächst offen, wie sich die länger andauernde Unterernährung auf die weitere Erholung auswirken würde.
Der Einsatz verband die Ermittlungsarbeit vor Ort mit der Übergabe an eine auf Tierschutz ausgerichtete Einrichtung. Neben dem CIJ wirkten die Abteilung für Umweltverbrechen und die Abteilung für Tiermanagement der Stadtregierung mit. Der Eigentümer des Grundstücks wurde im Zusammenhang mit dem Gesetz 14.346 über Tiermisshandlung imputiert. Ob daraus weitere rechtliche Schritte folgen, muss das weitere Verfahren klären.
Strafrechtliche Bewertung ist noch nicht abgeschlossen
Der Fall zeigt, dass eine Nachbarschaftsanzeige Überprüfungen und anschließend eine strafrechtliche Untersuchung auslösen kann. Für den Hund besteht die unmittelbare Folge in der Übergabe an das Refugio Gapra, wo seine Versorgung fortgesetzt werden soll. Offen bleibt vor allem seine weitere veterinärmedizinische Entwicklung. Auch die rechtliche Bewertung des gegen den Eigentümer erhobenen Vorwurfs ist noch nicht abgeschlossen.
Quellen
- noticiasambientales.com – Tierquälerei: Anämischen Hund in Villa Lugano gerettet, der angebunden und im Freien war … – https://noticiasambientales.com/tiere/tierqualerei-anamischen-hund-in-villa-lugano-gerettet-der-angebunden-und-im-freien-war-und-verantwortliche-angeklagt
- puraciudad.com.ar – Rescataron a un perro desnutrido de un depósito de chatarra en Villa Lugano – Pura Ciudad – https://www.puraciudad.com.ar/rescataron-a-un-perro-desnutrido-de-un-deposito-de-chatarra-en-villa-lugano
