Ein 33-jähriger Mann aus Melle im Landkreis Osnabrück ist am 14. August 2026 beim Füttern seiner privat gehaltenen Klapperschlange gebissen worden. Nach Angaben der Polizei erlitt er eine lebensgefährliche Vergiftung und musste im Krankenhaus behandelt werden. Das notwendige Gegengift wurde zur medizinischen Versorgung per Hubschrauber eingeflogen. Zudem nahm das Veterinäramt des Landkreises Osnabrück die Klapperschlange und eine Vogelspinne in Obhut; die Polizei ermittelt wegen möglicher Verstöße gegen den Tier- und Artenschutz.
Biss ereignete sich bei der Fütterung in der Wohnung
Der Zwischenfall ereignete sich nach bisherigem Kenntnisstand am frühen Freitagmorgen gegen 5.50 Uhr in der Wohnung des Mannes. Die Schlange befand sich dort in privater Haltung und biss zu, als der 33-Jährige sie füttern wollte. Welche konkrete Klapperschlangenart gehalten wurde und unter welchen Bedingungen das Tier untergebracht war, ist bislang nicht mitgeteilt worden. Weitere Einzelheiten zum Ablauf des Bisses sind nicht bekannt.
Das Gift von Klapperschlangen kann unter anderem Gewebe und Blutgefäße schädigen sowie die Blutgerinnung beeinträchtigen. Je nach Art sind zudem starke Schwellungen, Blutungen oder Auswirkungen auf Nervensystem und Atmung möglich. Im konkreten Fall sprechen die polizeilichen Angaben von einer lebensgefährlichen Vergiftung. Weitere medizinische Einzelheiten zum Zustand des Mannes wurden nicht veröffentlicht.
Veterinäramt nimmt Klapperschlange und Vogelspinne in Obhut
Bei der Aufnahme des Sachverhalts stellten die Einsatzkräfte fest, dass der Mann neben der Klapperschlange auch eine Vogelspinne in seiner Wohnung hielt. Das Veterinäramt des Landkreises Osnabrück nahm beide Tiere in Obhut. Über ihre weitere Unterbringung wurden keine Einzelheiten mitgeteilt. Die Inobhutnahme beschreibt zunächst die behördliche Obhut, ohne eine abschließende Aussage über Besitz- oder Eigentumsverhältnisse zu treffen.
Die vorläufige Unterbringung sagt allein noch nichts darüber aus, ob die Haltung tatsächlich gegen tierschutz- oder artenschutzrechtliche Vorschriften verstieß. Sie ermöglicht der Behörde jedoch, die Tiere zu sichern und ihre Unterbringung, Versorgung sowie die rechtlichen Voraussetzungen der Haltung zu prüfen. Ob die Tiere dauerhaft eingezogen werden oder an den Halter zurückkehren könnten, ist derzeit offen. Eine abschließende Entscheidung ist nicht bekannt.
Polizei prüft mögliche Verstöße gegen Tier- und Artenschutz
Die Polizei ermittelt wegen möglicher Verstöße gegen den Tier- und Artenschutz. Welche konkreten Vorschriften betroffen sein könnten, wurde bislang nicht näher erläutert. Für die rechtliche Bewertung können unter anderem Herkunft, Nachweise und Meldepflichten der Tiere sowie die konkreten Haltungsbedingungen relevant sein. Die Ermittlungen dauern an.
Aus den veröffentlichten Informationen ergibt sich nicht, dass bereits eine bestimmte Straftat oder Ordnungswidrigkeit nachgewiesen wurde. Ebenso ist offen, ob die Behörden bei der Kontrolle weitere relevante Umstände festgestellt haben. Die weitere Bewertung hängt daher von den noch ausstehenden Feststellungen zum Sachverhalt ab. Angaben zu einer endgültigen Entscheidung liegen bislang nicht vor.
Der Fall macht deutlich, dass bei der privaten Haltung giftiger Tiere neben der medizinischen Versorgung auch die sichere Unterbringung eine Rolle spielt. Das eingeflogene Gegengift wurde zur Behandlung des gebissenen Mannes eingesetzt. Die beiden Tiere befinden sich nach den vorliegenden Angaben in behördlicher Obhut. Wie mit ihnen weiter verfahren wird, ist noch nicht mitgeteilt worden.
Quellen
- focus.de – Klapperschlange beißt 33 Jährigen bei Fütterung in eigener Wohnung – FOCUS online – https://www.focus.de/panorama/klapperschlange-beisst-33-jaehrigen-bei-fuetterung-in-eigener-wohnung_6edb5909-0f07-46b8-b290-ebb4dc39c4c8.html
- tagesschau.de – Mann von Klapperschlange gebissen: Helikopter fliegt Gegengift ein | tagesschau.de – https://www.tagesschau.de/inland/regional/niedersachsen/melle-mann-von-klapperschlange-gebissen-helikopter-fliegt-gegengift-ein,aktuellosnabrueck-2562.html
- noz.de – 33-Jähriger in Melle von Klapperschlange gebissen: Hubschrauber fliegt Gegengift ein – https://www.noz.de/lokales/polizeimeldungen-osnabrueck/artikel/33-jaehriger-in-melle-von-klapperschlange-gebissen-51154737
