Die 18-jährige Löwin Nala ist im Zoo Salzburg nach einer umfassenden tierärztlichen Untersuchung eingeschläfert worden. Bei dem Tier war bereits seit längerer Zeit eine fortschreitende degenerative Niereninsuffizienz bekannt, die nach Angaben des Zoos nicht mehr heilbar war. In den vergangenen Wochen hatte sich Nalas Zustand zunehmend verschlechtert, obwohl sie medikamentös behandelt wurde. Ausschlaggebend für die Entscheidung war letztlich die über einen längeren Zeitraum beobachtete Entwicklung ihrer Lebensqualität.
Medikamentöse Behandlung konnte Erkrankung nicht aufhalten
Nalas Gesundheitszustand wurde nach Angaben des Zoos über Wochen genau beobachtet und dokumentiert. Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner erklärte gegenüber dem ORF, dass sowohl das Verhalten als auch die jeweilige Tagesverfassung der Löwin festgehalten worden seien. Dabei zeigte sich zunehmend ein klares Muster: Gute Phasen wurden seltener, während schlechte Phasen länger anhielten. Hinzu kam, dass Nala in den vergangenen Monaten immer weniger fraß.
Eine abschließende Untersuchung bestätigte schließlich die fortschreitende Nierenerkrankung. Da keine Aussicht auf Heilung mehr bestand und sich der Allgemeinzustand der Löwin weiter verschlechtert hatte, entschied sich das tierärztliche Team, Nala nach der Untersuchung nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen. Die Entscheidung beruhte damit nicht auf einem einzelnen schlechten Tag, sondern auf einer längerfristigen medizinischen Beobachtung. Nach Angaben Grebners war die Lebensqualität der Löwin zuletzt nicht mehr ausreichend gegeben.
Niereninsuffizienz ist gerade bei älteren Tieren eine Erkrankung, deren Verlauf sich zwar in vielen Fällen medizinisch begleiten lässt, deren Fortschreiten aber nicht zwangsläufig gestoppt werden kann. Im Fall von Nala hatte die Behandlung offenbar über einen längeren Zeitraum dazu beigetragen, ihren Zustand zu stabilisieren. Als sich die schlechten Phasen jedoch häuften und die Erkrankung weiter fortschritt, stand für den Zoo nicht mehr eine Verlängerung des Lebens um jeden Preis, sondern die verbliebene Lebensqualität des Tieres im Mittelpunkt.
Mehr als 15 Jahre gemeinsam mit Löwe Eisi
Nala verbrachte mehr als 15 ihrer insgesamt 18 Lebensjahre im Zoo Salzburg. Einen großen Teil dieser Zeit lebte sie gemeinsam mit Löwe Eisi. Der fast 17 Jahre alte Löwe war im März 2024 eingeschläfert worden, nachdem bei ihm eine tumorartige Veränderung im unteren Bauchraum festgestellt worden war. Für Nala bedeutete sein Tod nach vielen gemeinsamen Jahren eine deutliche Veränderung ihrer bisherigen Haltungssituation.
Nach Darstellung des Zoos kam die Löwin mit dieser neuen Situation zunächst jedoch gut zurecht. Besucher erkundigten sich dennoch immer wieder danach, ob Nala künftig einen neuen Partner bekommen würde. Der Zoo schloss eine solche Möglichkeit offenbar nicht grundsätzlich aus und hatte die Außenanlage sogar mit Blick auf eine mögliche spätere Vergesellschaftung vergrößert. Zu einer Zusammenführung mit einem anderen Löwen kam es letztlich aber nicht.
Zoo-Geschäftsführerin Grebner verwies in diesem Zusammenhang auf Nalas Alter und ihren Gesundheitszustand. Gerade bei einem alten und bereits erkrankten Tier müsse sorgfältig geprüft werden, ob eine neue Vergesellschaftung tatsächlich einen Vorteil bringt oder zusätzliche Belastungen verursacht. Dass Löwen grundsätzlich soziale Tiere sind, bedeutet daher nicht automatisch, dass bei jedem einzelnen Tier unabhängig von Alter, Gesundheitszustand und bisherigem Verhalten eine neue Zusammenführung sinnvoll ist.
Keine grundsätzliche Entscheidung für Einzelhaltung
Der Verzicht auf einen neuen Löwenpartner war damit keine grundsätzliche Entscheidung des Zoos für eine dauerhafte Einzelhaltung. Vielmehr handelte es sich um eine Abwägung im konkreten Fall einer alten und gesundheitlich angeschlagenen Löwin, die sich nach dem Tod ihres langjährigen Partners zunächst stabil gezeigt hatte. Eine Vergesellschaftung erwachsener Löwen ist zudem kein Vorgang, bei dem zwei Tiere lediglich zusammengesetzt werden können. Verhalten, Alter, Gesundheitszustand und die Reaktion der einzelnen Tiere müssen berücksichtigt werden.
Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Zurückhaltung des Zoos nachvollziehbar. Bei Nala stand bereits eine chronische Erkrankung im Raum, deren Verlauf sich später weiter verschlechterte. Eine zusätzliche Veränderung ihres sozialen Umfelds hätte deshalb ebenfalls gegen mögliche Vorteile einer neuen Partnerschaft abgewogen werden müssen. Entscheidend ist dabei nicht eine pauschale Bewertung von Einzel- oder Gruppenhaltung, sondern die Frage, welche Lösung für das jeweilige Tier unter den vorhandenen Bedingungen vertretbar ist.
Der Fall zeigt zugleich, warum sich Haltungsentscheidungen bei alten Zootieren nur begrenzt mit einfachen Forderungen beurteilen lassen. Was bei einem jungen und gesunden Tier sinnvoll sein kann, muss bei einem 18 Jahre alten Tier mit einer fortschreitenden Erkrankung nicht zwangsläufig dieselbe Lösung sein. Der Zoo hatte nach eigenen Angaben sowohl eine mögliche neue Vergesellschaftung als auch Nalas tatsächliches Verhalten nach dem Tod von Eisi berücksichtigt. Letztlich entwickelte sich jedoch ihre Erkrankung zum entscheidenden Faktor.
Zoo Salzburg verabschiedet sich von einer „echten Diva“
Nala gehörte über viele Jahre zu den bekannten Tieren des Salzburger Zoos. Besucher und Mitarbeiter beschrieben sie als aufmerksam, vorsichtig und zugleich ausgesprochen charakterstark. Besonders ihr direkter Blick und ihre markanten Stirnfalten machten die Löwin unverwechselbar. Der Zoo verabschiedete sich von ihr mit der Beschreibung einer „echten Diva“, die nun ihre Bühne verlassen habe.
Mit ihrem Tod verliert der Zoo Salzburg ein Tier, das mehr als anderthalb Jahrzehnte zum festen Bestand in Hellbrunn gehörte. Die Entscheidung zur Einschläferung fiel nach Angaben des Zoos erst, nachdem die längerfristige Beobachtung eine deutliche Verschlechterung zeigte und keine Heilungschance mehr bestand. Damit stand am Ende nicht Nalas hohes Alter allein im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob ihr noch eine vertretbare Lebensqualität ermöglicht werden konnte. Für Mitarbeiter und zahlreiche Besucher bedeutet ihr Tod dennoch den Abschied von einer Löwin, die über viele Jahre das Bild des Zoos mitgeprägt hat.
Quellen
- rosenheim24.de – „Echte Diva“: Salzburger Zoo trauert um Löwin Nala
https://www.rosenheim24.de/welt/news/echte-diva-salzburger-zoo-trauert-und-loewin-nala-94448954.html - salzburg.ORF.at – Löwin „Nala“ im Zoo Hellbrunn gestorben
https://salzburg.orf.at/stories/3367513 - krone.at – Nach langer Krankheit: Löwin „Nala“ ist mit 18 Jahren im Zoo verstorben
https://www.krone.at/4260246 - Salzburg24.at – Löwin mit unverwechselbarem Blick: Zoo Salzburg trauert um Publikumsliebling Nala
https://www.salzburg24.at/news/salzburg/loewin-mit-unverwechselbarem-blick-zoo-salzburg-trauert-um-publikumsliebling-nala-art-335283 - GERATI – Drei Löwinnen im Tama-Zoo gestorben — Zoo nennt Hitzestress als wahrscheinliche Ursache – https://gerati.de/2026/08/05/loewinnen-hitzestress-tama-zoo-tokio-evt-32a07bba56/
