Mehr als doppelt so viele Tiere wie im Vorjahr
Der Staatliche Lebensmittel- und Veterinärdienst VMVT hat in diesem Jahr bislang 161 Tiere bei 15 Haltern beschlagnahmt. Nach Angaben der Behörde handelt es sich um 135 Haustiere und 26 Nutztiere. Im Vorjahr waren bei 21 Haltern insgesamt 69 Tiere betroffen – 64 Haustiere und fünf Nutztiere.
Die Zahlen stammen aus einer Mitteilung des VMVT, die am 11. August 2026 veröffentlicht wurde. Zugleich berichtet die Behörde von einem Rückgang der insgesamt festgestellten Verstöße gegen das Tierschutzrecht. Ein Anstieg der Beschlagnahmungen bedeutet deshalb nicht automatisch, dass mehr Verstöße registriert wurden; er kann auch damit zusammenhängen, dass einzelne Fälle eine größere Zahl von Tieren betreffen.
Ein Fall mit 30 Rindern belastet die Unterbringung
Zu den aktuellen Fällen gehört nach Angaben des VMVT ein Bestand von 30 vernachlässigten Rindern, für die eine sichere neue Unterbringung organisiert werden musste. Die Behörde nennt außerdem Tierhortung und eine nachlässige Haltung von Nutztieren als Entwicklungen, die in den vergangenen Jahren häufiger aufträten. Konkrete Angaben dazu, wie viele der 161 Tiere aus solchen Haltungsformen stammen, veröffentlicht die Mitteilung jedoch nicht.
Kristina Ulienė, Leiterin der VMVT-Abteilung für Tierschutz, beschreibt die Versorgung größerer Tiergruppen als besondere praktische Herausforderung. Beschlagnahmte Tiere müssen demnach an einen geeigneten Ort gebracht, medizinisch versorgt und anschließend betreut werden. Für die betroffenen Halter oder die einzelnen Verfahren nennt der VMVT weder Namen noch detaillierte veterinärmedizinische Befunde.
Gemeinden müssen vorübergehende Betreuung sicherstellen
Nach der Darstellung des VMVT sind die Gemeinden verpflichtet, die vorübergehende Unterbringung und Betreuung beschlagnahmter Tiere bereits vor einer endgültigen Behördenentscheidung oder einem Gerichtsurteil zu gewährleisten. Damit entstehen unmittelbar nach einer Beschlagnahmung organisatorische Aufgaben, auch wenn die rechtliche Bewertung des ursprünglichen Verstoßes noch nicht abgeschlossen ist.
Der VMVT gibt an, im Durchschnitt rund 300 Meldungen pro Quartal zu möglichen Tierschutzverstößen und mutmaßlicher Tierquälerei zu erhalten. Etwa ein Drittel dieser Meldungen bestätige sich. Die Behörde appelliert deshalb an die Bevölkerung, problematische Haltungsbedingungen frühzeitig zu melden, damit Fälle schneller geprüft und Tiere nötigenfalls geschützt werden können.
Die Statistik zeigt vor allem die Größe einzelner Fälle
Die Gegenüberstellung von 161 beschlagnahmten Tieren in diesem Jahr mit 69 Tieren im Vorjahr ist aussagekräftig, muss aber zusammen mit der Zahl der Halter gelesen werden. Die rechnerische Zahl beschlagnahmter Tiere pro betroffenem Halter stieg von etwa 3,3 auf knapp 10,8. Der Anstieg wird somit stark von größeren Beständen geprägt, darunter dem Fall mit 30 Rindern, und lässt sich nicht als gleichmäßige Zunahme vieler kleiner Fälle interpretieren.
Bei festgestellten Verstößen können nach Angaben des VMVT Geldbußen und weitere Sanktionen folgen. Dazu zählen die Beschlagnahmung von Tieren oder ein Verbot der Tierhaltung. Ob gegen die 15 Halter bereits bestandskräftige Entscheidungen ergangen sind, welche Kosten der Unterbringung entstanden und wie die Tiere anschließend untergebracht wurden, geht aus der veröffentlichten Mitteilung nicht hervor.
GERATI hat den thematischen Hintergrund bereits im Beitrag <a href="https://gerati.de/2024/01/09/tierquaelerei-in-thueringen-registriert/">Im Jahr 2023 wurden mehr als 280 Tierquälerei in Thüringen registriert.</a> eingeordnet.
Quellen
<ul> <li>agrobite.de – In diesem Jahr wurden mehr als 150 Tiere von den Tätern beschlagnahmt – Agrobitė – <a href="https://agrobite.de/gehoft/haustiere/in-diesem-jahr-wurden-mehr-als-150-tiere-von-den-tatern-beschlagnahmt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link</a></li> <li>tierschutzbund.de – Recherchierte Quelle – <a href="https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/tiernotfaelle/tierschutzgesetz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link</a></li> <li>tierrechtsanwalt.de – Recherchierte Quelle – <a href="https://tierrechtsanwalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link</a></li> </ul>
