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Partei-Mensch-Klima-Tierschutz-Medaille 2026 für Bahr-van Gemmert und Tönnies

KI-generiertes Symbolbild zur Partei-Mensch-Klima-Tierschutz-Medaille 2026: Buckelwal im Wasser einer Barge, darüber „Walrettung geehrt“ und „Schicksal ungewiss“.

Janine Bahr-van Gemmert und Dr. Kirsten Tönnies sind für ihren Einsatz bei der Rettungsaktion für den Buckelwal „Timmy“ mit der Partei-Mensch-Klima-Tierschutz-Medaille ausgezeichnet worden. Die Partei Mensch Klima Tierschutz verlieh den beiden Tierärztinnen die Ehrung für 2026 auf ihrem Bundesparteitag. Beide nahmen die Medaille persönlich von Paula López Vicente und Robert Gabel entgegen. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für den im Frühjahr in der Ostsee gestrandeten Wal – eine Aktion, bei der persönliche Belastungen, medizinische Verantwortung und umstrittene Entscheidungen eng zusammenkamen.

Zwei Tierärztinnen und ein folgenreicher Wechsel

In ihrer Begründung hebt die Partei zunächst Bahr-van Gemmerts Arbeit hervor, die mit dem Tierhuus und dem Robbenzentrum Föhr verbunden ist. Nach Darstellung der Partei koordinierte sie die medizinische Rettungsmission, bis sie körperlich erschöpft einen lebensbedrohlichen medizinischen Notfall erlitt. Auch die Frankfurter Neue Presse berichtete Ende April über ihren Zusammenbruch während des Einsatzes. Tönnies schilderte der Zeitung damals, ihre Kollegin sei mit einem Hubschrauber in ein Rostocker Krankenhaus gebracht worden und nach einem zwischenzeitlichen Koma wieder erwacht.

Tönnies übernahm anschließend nach Darstellung der Partei die tiermedizinische Leitung vor Ort. Dafür unterbrach sie ihren Praxisbetrieb im hessischen Hattersheim und reiste an die Ostsee. Die vorübergehende Schließung hatte für ihre Kundschaft eine unmittelbar sichtbare Folge: An der Praxis hing der Hinweis „Wegen Walrettung bleibt die Praxis leider geschlossen“, wie die Frankfurter Neue Presse berichtete. Im späteren RiffReporter-Interview erklärte Tönnies den Wechsel aus ihrer Sicht: Zunächst habe sie die Initiatoren an Bahr-van Gemmert verwiesen und sei nach deren Krankenhausaufnahme eingesprungen.

Vom gestrandeten Wal zum Transport in die Nordsee

Die Vorgeschichte der Ehrung reicht in den März 2026 zurück. Der Buckelwal war am 3. März im Hafenbecken von Wismar aufgetaucht, strandete am 23. März nahe dem Timmendorfer Strand und kam zunächst wieder frei. Am 31. März strandete er erneut vor der Ostseeinsel Poel. Schließlich organisierte eine private, von Walter Gunz und Karin Walter-Mommert finanzierte Initiative den Transport in einer wasserführenden Barge aus der Ostsee in die Nordsee.

Die beiden zeitlich aufeinanderfolgenden Medienberichte machen deutlich, wie unterschiedlich die Aufgaben während dieser Aktion waren. Ende April sprach Tönnies mit der Frankfurter Neuen Presse noch während des Transports; das Freilassen bezeichnete sie damals als einen weiteren kritischen Punkt. RiffReporter berichtete anschließend über die Freilassung am 2. Mai und veröffentlichte am 4. Mai ein Interview mit ihr. Darin erklärte Tönnies, sie habe den Wal zuletzt am Abend des 30. April auf der Barge untersucht beziehungsweise seinen Zustand dort unmittelbar beurteilen können. Die spätere Freilassung habe sie dagegen von der Brücke des Schleppers „Fortuna B“ aus beobachtet.

Anerkennung des Einsatzes, Streit über die Entscheidungen

Die Partei verbindet ihre Würdigung mit einer deutlichen Kritik am damaligen Vorgehen der Behörden: Diese hätten gezögert und den geschwächten Wal bereits aufgeben wollen. Tönnies erhob ebenfalls schwere Vorwürfe und erklärte gegenüber der Frankfurter Neuen Presse, Behörden und Experten hätten die Rettung behindert. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus setzte dem in seiner Antwort an die Zeitung einen anderen Maßstab entgegen. Grundlage aller Maßnahmen seien Tierwohl, Tierschutz und artgerechtes Verhalten; Tierärzte dürften das Tier ihrem Berufsethos entsprechend nicht der Gefahr aussetzen, gequält zu werden.

Der Gegensatz betraf damit eine praktische Entscheidung: Sollte ein weiterer Eingriff dem mehrfach gestrandeten Tier helfen oder konnte er dessen Belastung noch vergrößern? Die Frankfurter Neue Presse berichtete über Expertenstimmen, die weitere Rettungsversuche wegen der Schwächung des Wals kritisch sahen. Tönnies bestritt gegenüber der Zeitung nicht, dass Annäherungen von Menschen für ihn Stress bedeuteten, bewertete seine festgefahrene Situation aber als das vorrangige Problem. Die Medaillenvergabe ist in diesem Streit eine Anerkennung durch die Partei; sie entscheidet die fachliche Frage nach Nutzen und Risiken der einzelnen Maßnahmen nicht.

Die Freilassung blieb auch für Tönnies umstritten

Tönnies verteidigte den Rettungsversuch, kritisierte jedoch im RiffReporter-Interview den Ablauf der Freilassung. Nach ihrer Darstellung wurde sie von Entscheidungen ausgeschlossen und durfte nicht zur Barge übersetzen, bevor die Besatzung den Wal herausbrachte. Sie hätte eine weitere Fahrt und eine erneute tiermedizinische Begutachtung bevorzugt. Ihre damalige Einschätzung einer Überlebenschance von 80 Prozent war eine persönliche Prognose; der Bericht vom 4. Mai beschrieb den weiteren Verbleib des Wals als offen.

Mit der Ehrung stellt die Partei die Bereitschaft der beiden Frauen in den Mittelpunkt, für ein einzelnes Tier ihren Arbeitsalltag zu unterbrechen und erhebliche Belastungen auf sich zu nehmen. In ihrer Mitteilung betont sie ausdrücklich, dass beide die Auszeichnung persönlich und wohlauf entgegennehmen konnten. Gerade nach Bahr-van Gemmerts medizinischem Notfall ist diese gemeinsame Teilnahme ein wesentlicher Teil des Anlasses. Für die Einordnung der Medaille bleibt zugleich entscheidend: Gewürdigt wird der persönliche Einsatz bei einer Rettungsaktion; daraus folgt keine Gewissheit über das langfristige Schicksal des Wals.

Quellen

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