Zum Inhalt springen

Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Kamelumzug vom Zoo Zürich nach Olmerswil: Vier Tiere sind angekommen

KI-generiertes Symbolbild zum Kamelumzug vom Zoo Zürich nach Olmerswil: vier Kamele auf einer eingezäunten Weide, eines im Vordergrund. Überschrift: „Vier Kamele bekommen mehr Platz“.

Vier Kamele haben den Zoo Zürich verlassen und sind wohlbehalten auf dem privaten Kamelhof Olmerswil bei Neukirch an der Thur angekommen. Damit ist der angekündigte Wechsel der Trampeltiere in den Kanton Thurgau vollzogen. Dort erwartet sie eine größere Anlage, in der Nachbarschaft leben bereits neun weitere Kamele. Für Besucher verlagert sich die Begegnung mit den Tieren damit auf einen anderen Standort; ihre Verbindung zum Zürcher Sechseläuten soll jedoch erhalten bleiben.

Abschied nach Jahren gemeinsamer Arbeit

Vor der Abfahrt bürstete das Zoo-Team die Tiere ein letztes Mal. Anschließend wurden sie zum Transportfahrzeug geführt, dessen Innenraum mit Stroh ausgelegt war. Am Verladen waren Kamelhofbetreiber Ullrich Runge und Tierpflegerin Franziska Dreier vom Zoo Zürich beteiligt. Für den Wechsel waren zwei Fahrten nötig, weil nicht alle vier Kamele gleichzeitig im Transporter Platz fanden. Nach der Ankunft wurden die Tiere über den Hof zu ihrem neuen Gehege geführt.

Für Dreier war der Abschied „schön und traurig zugleich“, wie sie gegenüber SRF sagte. Besonders eng ist ihre Verbindung zur Kameldame Oona: Sie betreute das Tier schon während ihrer Lehre im Walter Zoo in Gossau und später erneut in Zürich. Dreier beschreibt Oona als ruhig, gelassen und leicht zu führen. Dass die Tiere nach vielen gemeinsamen Jahren gehen, falle ihr schwer; zugleich freue sie sich über den passenden neuen Ort. Der Umzug beendet damit auch einen langjährigen Abschnitt ihrer täglichen Arbeit mit diesen Tieren.

Mehr Platz und erste Begegnungen am Zaun

Die neue Anlage in Olmerswil misst rund 100 mal 100 Meter, rechnerisch also etwa einen Hektar. Nach dem SRF-Bericht steht den Zürcher Kamelen dort mehr Platz zur Verfügung als zuvor. Die neun bereits auf dem Hof lebenden Kamele bekommen sie zunächst durch den Zaun zu sehen und zu beschnuppern. Dafür bleiben die Neuankömmlinge vorerst in einem angrenzenden Gehege. Die Zusammenführung erfolgt schrittweise: Mit dem Transport ist der Ortswechsel abgeschlossen, die Eingewöhnung in die bestehende Herde beginnt dagegen erst.

Der Kamelhof ist auch für Besucher zugänglich und bietet Begegnungen mit Kamelen, Lamas und Alpakas an. Zum Angebot gehören Ausritte und Trekkings; ein Besuch ist ebenso ohne eine solche Unternehmung möglich. Die bisherigen Zootiere werden damit Teil eines bereits bestehenden Hofangebots rund um diese Tiere. Wer sie weiterhin sehen möchte, hat im Thurgau eine neue Anlaufstelle. Der Abschied aus Zürich bedeutet für das Publikum deshalb einen Wechsel des Besuchsorts, während für die Kamele zunächst das Kennenlernen ihrer neuen Umgebung und Nachbarn ansteht.

Zürich nutzt die Kamelanlage künftig anders

Hinter der Abgabe steht die Neuausrichtung des Zürcher Tierbestands auf Artenschutz und Forschung. Bis 2030 sollen im Zoo Tiere im Mittelpunkt stehen, die in der Wildnis bedroht oder für Forschung und Artenschutzprogramme wichtig sind. Direktor Severin Dressen begründete den Kamelwechsel gegenüber Radio SRF damit, dass es sich bei den Zürcher Tieren um eine domestizierte Form handle und die Fläche für eine bedrohte Art besser eingesetzt werden könne. RSI gab diese Erklärung in einem Vorbericht wieder. Auf der bisherigen Kamelanlage sollen künftig Goldtakine leben, die Dressen dort als bedrohte Tiere aus dem Himalaja beschrieb.

Die Pläne für den Artenwechsel im Zoo Zürich betreffen auch die Seehunde, deren Abgabe ebenfalls vorgesehen ist. Der Kamelumzug macht bereits konkret sichtbar, was diese Bestandsplanung für das Publikum bedeutet: Vertraute Tiere verlassen ihren bisherigen Standort, und ihre Fläche bekommt eine andere Aufgabe. Eine Zürcher Tradition soll davon jedoch unberührt bleiben. Beim Sechseläuten liefen bislang jeweils drei Kamele aus dem Zoo für die Zunft zum Kämbel mit, deren Wappentier das Kamel ist. Zunftmeister Christian Bretscher kündigte gegenüber SRF an, dass die Tiere weiterhin teilnehmen sollen. Für diesen Auftritt ändert sich vor allem die Anreise: Künftig sollen sie aus Olmerswil kommen, statt vom Zoo zu Fuß zum Umzug zu gelangen.

Quellen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert