Umweltbehörde bestätigt Wolf im Hamburger Westen
Im Hamburger Westen ist erneut ein Wolf nachgewiesen worden. Die Hamburger Umweltbehörde bestätigte mehrere Meldungen aus dem Bereich Klövensteen, nachdem eine Aufnahme aus einer Fotofalle ausgewertet worden war. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, das Tier habe anhand des Fotos eindeutig identifiziert werden können. Damit ist nach Darstellung der Behörde offiziell bestätigt, dass sich im Westen Hamburgs ein Wolf aufhält.
Die Hinweise hatten sich auf den Bereich rund um den Klövensteen konzentriert. Dort liegt ein Wald- und Naherholungsgebiet an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein, in dessen Nähe sich auch das Wildgehege Klövensteen befindet. Die bestätigte Aufnahme macht aus den zunächst einzelnen Beobachtungen einen behördlich anerkannten Wolfsnachweis. Angaben dazu, wie lange das Tier bereits dort unterwegs ist, woher es stammt oder ob weitere Tiere in der Umgebung sind, liegen nicht vor.
Für die Bevölkerung bedeutet der Nachweis vor allem, dass Spaziergänge im betroffenen Gebiet weiterhin mit Aufmerksamkeit erfolgen sollten. Die Umweltbehörde rät, bei einer Begegnung Ruhe zu bewahren und Abstand zu halten. Niemand solle versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn zu verfolgen oder zu füttern. Die Hinweise richten sich damit besonders an Menschen, die den Klövensteen als Naherholungsgebiet nutzen.
Hundehalter sollen Begegnungen vermeiden
Für Hundehalter ist die behördliche Empfehlung besonders praktisch relevant. Hunde sollen im Bereich des Klövensteen konsequent angeleint werden, damit sie dem Wolf nicht nachlaufen oder eine Begegnung durch ihr Verhalten verschärfen. Bei einer Sichtung wird außerdem empfohlen, nicht davonzulaufen, sondern sich durch lautes Sprechen oder Klatschen bemerkbar zu machen. Entscheidend ist, den Abstand zu vergrößern und das Tier nicht durch eine Annäherung oder Verfolgung in eine unübersichtliche Situation zu bringen.
Eine Beobachtung sollte möglichst zeitnah an das Wolfsmonitoring der Hamburger Umweltbehörde gemeldet werden. Dafür stehen die E-Mail-Adresse wolfsberatung@bukea.hamburg.de und die Telefon-Notfallhotline 0174 6330335 zur Verfügung. Für die Behörden sind solche Meldungen wichtig, weil sie weitere Sichtungen zeitlich und räumlich einordnen können. Auch Fotos oder andere konkrete Beobachtungen sollten deshalb nicht durch eigene Nachverfolgung, sondern über die vorgesehenen Meldewege weitergegeben werden.
Der aktuelle Hinweis ist keine pauschale Aussage darüber, dass von dem Tier eine unmittelbare Gefahr für Menschen ausgeht. Er bestätigt zunächst seine Anwesenheit in einem stadtnahen Wald- und Erholungsraum. Für die tägliche Praxis folgt daraus vor allem ein klarer Verhaltensrahmen: Hunde anleinen, Abstand halten, nicht füttern und Sichtungen melden. Die Lage vor Ort soll nach Angaben der Berichterstattung weiter beobachtet werden.
Solche Nachweise verdeutlichen zugleich, welche Bedeutung die behördliche Beobachtung und Einordnung einzelner Wölfe besitzt. Auch in anderen Bundesländern wird darüber diskutiert, wie Behörden mit Wölfen umgehen sollen, die sich wiederholt in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhalten. GERATI hat diese Problematik bereits im Zusammenhang mit dem Wolfsmanagement in Rheinland-Pfalz aufgegriffen. Dabei ist zwischen der bloßen Anwesenheit eines Wolfes und einem tatsächlich auffälligen oder gefährlichen Verhalten zu unterscheiden.
Frühjahrsvorfall bleibt wichtiger Hintergrund
Der neue Nachweis wird in Hamburg auch deshalb aufmerksam verfolgt, weil bereits im Frühjahr ein Wolf bis in dicht besiedelte Bereiche der Stadt gelangt war. Ende März verletzte ein junger Wolf im Hamburger Stadtteil Altona eine Frau, die nach Behördenangaben eine Bissverletzung erlitt. Anschließend gelangte das Tier bis zur Binnenalster. Polizeibeamte zogen den Wolf schließlich mit einer Tierschlinge aus dem Wasser. Der damalige Vorgang sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit.
Nach der damaligen Berichterstattung wurde der junge Wolf anschließend mit einem Sender versehen und in Niedersachsen ausgewildert. Einige Wochen später brachen die Funksignale ab; die Umweltbehörde ging davon aus, dass das Tier tot ist. GERATI berichtete bereits ausführlich über den damaligen Wolfsangriff in Hamburg und das vermutete Schicksal des ausgewilderten Tieres. Dieser frühere Fall erklärt jedoch nicht automatisch die aktuelle Sichtung im Klövensteen. Auch die zeitliche Nähe von rund einem halben Jahr darf daher nicht mit einer bestätigten Verbindung zwischen beiden Ereignissen verwechselt werden.
Quellen
- bild.de – Wolf in Hamburg: Bestätigung der Stadt nach Fotoauswertung – [https://www.bild.de/regional/hamburg/wolf-in-hamburg-behoerde-prueft-fotos-nach-mehreren-sichtungen-6ad0fb75199dc15f1abd5455]
- Ad Hoc News – Wolf in Hamburg: Fotofalle bestätigt Tier im Klövensteen – [https://www.ad-hoc-news.de/unterhaltung/kultur/wolf-in-hamburg-fotofalle-bestaetigt-tier-im-kloevensteen/70331980]
- NDR – Wolf im Hamburger Westen gesichtet – [https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/wolf-im-hamburger-westen-gesichtet,kurzehh-4624.html]
- WELT – Erneut Wolf im Hamburger Westen unterwegs – [https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/panorama_nt/article6ad0f9d663657a2e6853ca9e/erneut-wolf-im-hamburger-westen-unterwegs.html]

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