Das Volkskomitee von Hanoi hat mit Beschluss Nr. 4314/QD-UBND vom 16. August 2026 ein neues Netzwerk zentralisierter Schlachtanlagen für Nutztiere und Geflügel genehmigt. Vorgesehen sind 28 Betriebe in 25 Stadtbezirken. Die Regelung ersetzt den bisherigen Beschluss aus dem Jahr 2020 und soll Schlachtkontrollen, Lebensmittelsicherheit, Veterinärhygiene und Umweltschutz in der vietnamesischen Hauptstadt stärker bündeln.
Neuer Plan ersetzt Vorgaben aus dem Jahr 2020
Die Anlagen sollen unterschiedliche Größen haben und die wachsende Nachfrage nach Fleisch und anderen Agrarprodukten in Hanoi bedienen. Nach Angaben zum Beschluss gehören dazu unter anderem der Vieh- und Geflügelschlachthof Minh Hien in Binh Minh mit einer Fläche von 1,2 Hektar, der Schlachthof Quang Lang in Dai Xuyen mit 16,6 Hektar sowie die Anlagen Hong Phong in Hoa Phu mit zwei Hektar und Vinh Anh in Thuong Tin mit 1,6 Hektar. Hinzu kommen ein Schweineschlachthof mit 5,6 Hektar und ein Geflügelschlachthof mit 2,5 Hektar in Phu Nghia sowie der Viehschlachthof Dong Thanh in Thu Lam mit 3,1 Hektar. Mehrere Projekte haben bereits Investoren gefunden und befinden sich nach der Darstellung der Stadt in der Umsetzung. Das Netzwerk ist damit nicht nur eine planerische Neuordnung, sondern verbindet bereits laufende Vorhaben mit weiteren vorgesehenen Standorten. Abgeschlossen werden soll die Umsetzung bis zum vierten Quartal 2028.
Behörden erhalten klare Zuständigkeiten
Die Federführung liegt beim Landwirtschafts- und Umweltamt Hanoi. Es soll die Umsetzung koordinieren, den Fortschritt überprüfen und dem Volkskomitee regelmäßig oder bei Bedarf auch unangekündigt Bericht erstatten. Außerdem soll die Behörde die Entwicklung des Netzwerks bewerten und Vorschläge für spätere Änderungen oder Ergänzungen vorbereiten. Das Bauamt soll gemeinsam mit dem Landwirtschafts- und Umweltamt sowie den lokalen Volkskomitees die städtebauliche, ländliche und flächenbezogene Planung an den vorgesehenen Standorten anpassen. Grundlage sind unter anderem das Gesetz über Stadt- und Landplanung, die Resolution Nr. 64/2026/NQ-HĐND des Volksrats von Hanoi und weitere einschlägige Vorschriften. Das Finanzamt sowie das Amt für Industrie und Handel sollen Verwaltungsverfahren in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen begleiten.
Kleinschlachtungen sollen schrittweise verschwinden
Besonders weitreichend ist der Auftrag an die lokalen Behörden, den geplanten Landfonds zu sichern, Bauaktivitäten zu kontrollieren und Schlachtungen außerhalb geeigneter Anlagen konsequent zu überwachen. Organisationen und Einzelpersonen sollen dazu bewegt werden, Nutztiere und Geflügel in zentrale oder vorübergehend zugelassene zentrale Schlachthöfe zu bringen. Illegale Kleinschlachtungen, bei denen Anforderungen an Veterinärhygiene und Lebensmittelsicherheit nicht erfüllt werden, sollen vollständig beseitigt werden. Diese Vorgabe steht im Zusammenhang mit einer bereits im Juli verschärften Verwaltungspraxis. Das Volkskomitee von Hanoi hatte die Gemeinden damals aufgefordert, nur legal erzeugte und in qualifizierten Betrieben kontrollierte tierische Produkte in Verkehr zu lassen. Das Landwirtschafts- und Umweltamt soll dabei gemeinsam mit Polizei, Industrie- und Handelsamt, Gesundheitsamt und weiteren Stellen die Schlachtung, den Transport und den Handel überwachen.
Zentralisierung allein garantiert noch keine Kontrolle
Die Stadt verbindet die neue Infrastruktur mit dem Ziel, hygienische und umweltrechtliche Anforderungen besser durchzusetzen. Für Bau, Erweiterung und Betrieb der Anlagen gelten neben den Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit auch Bestimmungen zu Grundstücken, Investitionen, Bauwesen, Umwelt sowie Brand- und Katastrophenschutz. Entscheidend wird daher nicht allein die Zahl der genehmigten Standorte sein, sondern ob die Behörden deren tatsächlichen Betrieb dauerhaft kontrollieren können. Ein vergleichbarer Ansatz wurde auch bei den Planungen für einen hochtechnologischen Tierhaltungskomplex mit zentralem Schlachthof und Lebensmittelverarbeitung verfolgt. Das Volkskomitee verlangte dort eine Prüfung von Landnutzung, technischer Infrastruktur, Umwelt, Biosicherheit und rechtlicher Zulässigkeit, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden. Für das nun beschlossene Netzwerk bleibt damit die praktische Umsetzung der zentrale Prüfstein: Erst wenn Standorte fertiggestellt, zugelassen und regelmäßig überwacht werden, kann die Zentralisierung die angestrebte Wirkung für Lebensmittelsicherheit und Umweltstandards entfalten.
Quellen
- vietnam.vn – Das Volkskomitee von Hanoi hat das Netzwerk zentralisierter Schlachthöfe für Nutztiere und … – https://www.vietnam.vn/de/ubnd-thanh-pho-ha-noi-phe-duyet-mang-luoi-co-so-giet-mo-gia-suc-gia-cam-tap-trung
- vietnam.vn – Strengthen the management of slaughtering, transportation, and trading of animals and animal products. – https://www.vietnam.vn/en/tang-cuong-quan-ly-hoat-dong-giet-mo-van-chuyen-kinh-doanh-dong-vat-san-pham-dong-vat
- vietnam.vn – Neue Informationen bezüglich der geplanten Investition in einen hochmodernen, mehrstöckigen Viehzuchtkomplex in Hanoi. – https://www.vietnam.vn/de/thong-tin-moi-ve-de-xuat-dau-tu-to-hop-chan-nuoi-nha-cao-tang-cong-nghe-cao-tai-ha-noi
